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Wiederbelebung des Bürgervereins

DerMerbau in der Red Mischen Klinik

wir uns als wir, gehört.

zu leicht in damit die Tanzes.

* Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club E.V. (A. v. D.), Gießen: Wegen Ausführung von Kanalisations- arbeiten ist die Ortsdurchfahrt Frankfurter Straße in Vilbel ab 16. Oktober für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Nieder-Erlen- bad), Harheim, Bonaines und umgekehrt.

" D i e n st j u b i l ä u m. 2lm nächsten Donners­tag 16. Oktober, kann der Verwaltungsselretär Star l Ritter sein 25. Dienstjubiläum an un­serer Landesuniversität begehen. Der Jubilar, der in den akademischen Kreisen weit über die hessischen Landesgrenzen hinaus bekannt ist, hat sich durch seine vorbildliche Pflichttreue und sein gefälliges, umsichtiges Wesen die Wertschätzung seiner Vorgesetzten und Kollegen erworben, sich aber auch in weiten Kreisen der Bürgerschaft freundschaftliche Verehrung gesichert. Die besten Wünsche seines großen Bekannten- und Freundes­kreises für weiteres erfolgreiches Wirken in seinem Amt in Gesundheit und Frische begleiten den Jubilar über seinen Jubiläumstag hinaus.

** Schulpersonalien. Durch Entschließung des Hessischen Ministeriums für Kultus und Bil­dungswesen wurden die Studienreferendare Fritz Flohr aus Gießen und Dr. Hornickel aus Mainz, zur Zeit in Friedberg, zu Studienassessoren ernannt. . _

" Hauskollekte für Nreder-Rarn- st a d t. In den nächsten Wochen läßt die An-

Vcranlaßt durch den Artikel desGießener Anzeigers" überBürgervere in und K o m m u n a l a r bc i t" (Nummer 232 des Gieß. Anz. vom 4. Oltooer) hatte der Vorsitzende des vor mehreren Jahren durch die Ungunst der Verhältnisse eingeschlafenen Bürgervereins, Rektor i. R. Bl ü t l e r, auf gestern abend eine Anzahl Herren zu einer Aussprache über die Frage der Wiederbelebung desBur- gcrvereins eingeladen. Der Aufforderung waren 14 Herren gefolgt, die fich unter dem Vorsitz von Rektor Müller in reger Erörte­rung mit dem Gegenstand der Tagesordnung be­schäftigten.

Die vomGießener Anzeiger gegebene An­regung zur Wiederbelebung des Bürgervereins wurde begrüßt und übereinstimmend wurde be­tont daß für den Bürgerverein gerade unter den heutigen und den künftigen schweren Wirtschastsverhältnissen ein reiches Feld der Betätigung vorhanden sein werde. Es wurde in diesem Zulammenhang u a auch auf die frühere ersprießliche Arbeit des Bürgerver­eins zum Besten unseres Gemeinwesens hinge­wiesen, gegenüber den srüheren Jahren, nach übereinstimmender Ansicht aller Redner, aber loch eine Aenderung dahingehend als notwen­dig bezeichnet, daß der au neuer Tätigkeit er­weckte Bürgervercin künftighin keinerlei po­litisches Gesicht mehr haben soll.

Einstimmig wurde von allen Rednern, deren politisches Bekenntnis nach verschiedenen partei- richtungen Hinweis!, mit Entschiedenheit betont, daß der Bürgervercin unter keinen Umständen in den politischen Meinungskampf eingreisen und sich in Zutunst in keiner Weise an den kommunalen Wahlen beteiligen darf.

Cs wurde übereinstimmend größtes Gewicht dar­auf gelegt, den Bürgerverein in strengster Weise unparteiisch und fern von der Politik, auch von der Kommunalpolitik der Par­teien arbeiten zu lassen. Er soll nach der ein­helligen Ansicht in ter gestrigen Vorbesprechung ein Sammelbecken aller Bürger, gleich ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, ob Haus­

tragen die deutschen Kaperten vielfach selbst Schuld daran, daß dieser Tanz nicht so getanzt wird, wie er getanzt werden sollte; alle verfallen ein zu schnelles Tempo und zerstören ruhige, vornehme Eleganz dieses

Laßt uns den Umgang mit Tieren pflegen, Freunde, damit wir unsere sterbliche Seele nicht verlieren. Zu dem Tiere dürfen wir freundlich und menschlich sein, ohne unserer bürgerlichen Würde etwas zu vergeben. Vor dem Tiere können noch schämen; denn das Tier ist besser wozu ja allerdings meistens nicht viel

Es muß gesagt werden, daß die Katze in dieser schwierigen Lage sich vorzüglich benimmt. Sie ist offenbar noch nie auf der Vorortbahn gefahren, und man könnte erwarten, daß sie Furcht emp­findet vor den heftigen Geräuschen und Erschütte­rungen oder vor dem Phantom eines vorbeibrau­senden Zuges; aber nichts dergleichen, sie betrach­tet alles mit ruhiger Aufmerksamkeit, und kein Ruf des Schreckens oder Erstaunens kommt über ihre Lippen. . .

Was dagegen uns Fahrgäste anbetrifft, so find wir mit dem Auftreten der Katze andere Menschen geworden. _. r

Der Herr mit der Tiefquart und dem Tiroler Hut hat plötzlich vergessen, aus welch vornehmem Hause er stammt, und lacht die Katze vergnügt an. Eine dicke Dame, welche Brillantohrrings trägt, wackelt heimlich mit dem Finger, um die Aufmerksamkeit der Katze zu erregen oder ihr viel­leicht ein Lächeln abzugewinnen. Und wir anderen haben die Zeitungen sinken üassen und betrachten gespannt dieses geheimnisvolle und kluge, kleine Gesicht, aus dessen Stirn die dunkleren Streifen ein lateinisches M bilden.

Sind es ist, als fei mit der Katze etwas von verlorener Einfalt und von Paradiesestum zu uns hineingekommen; in das Abteil der Vorort-

besiher oder Mieter, darstellen, in dem sich aIle Einwohner zu freier Aussprache über die kommunalen Angelegenheiten unserer Stadt zu- sammenfinden können. Der Bürgerverein soll auf diese Weise bei seinen Vorträgen über kommu­nale Dinge und bei seinen kommunalen Aus­spracheabenden den Stadtratsmitgliedern aller Parteien und auch allen Bürgern Gelegenheit geben,

die Ansichten aller derjenigen fireife fennenju- lernen, mit denen die eine oder die andere vürgerschicht sonst nicht in Berührung kommen würde.

Er soll dadurch;, frei von der Parteipolitik, eine Quelle der Informationen werden, aus der jedermann schöpfen kann, der bereit ist, zum Wohle der Stadt mitzuarbeiten.

An der Aussprache beteiligten sich Rektor t. -K. Müller, Baumeister und Rentier W i n n, Hos- rat Grünewald, Kaufmann Horst, Kauf­mann Valentin Frey, Rentier Brück, Re­dakteur Bl um schein, Rektor Kling und Bäckerobermeister L o e b e r. Als Ergebnis der eingehenden Aussprache wurde ein Ausschuß von acht Herren beauftragt, die Satzungen des Bürgervereins einer Durchsicht und zeit­gemäßen Erneuerung zu unterziehen, wo­bei alles aus den Satzungen entfernt werden soll was dem Verein ein politisches Gesicht geben oder ihn auf aktive politische Arbeit in der Kommune Hinweisen würde.

Der überparteiliche, auf Sammlung aller Bür­ger, gleich welchen politischen oder konfessionellen Bekenntnisses, hinzielende Eharakter des Vereins soll in der Neufassung der Satzungen klar herausgearbeitet werden,

damit auf dieser Grundlage der Bürgerverein in seiner neuen Gestalt zu einem wirklichen Sammelbecken aller am Wohlergehen un­serer Stadt interessierten Bürger wird.

Der Ausschuß soll seine Arbeit baldmöglichst beenden, damit eine allgemeine Bür g e r - Versammlung zur Wiederi eebung des Bur- gervcrcins in Kürze einberufen werden kann.

Wie der Wald gepflegt und gehegt werden muß, so bedürsen auch die Tiere des Waldes der Für­sorge und Hegung Der Wald bietet ihnen den natürlichen Schutzs Mit allem, was in ihm lebt und gedeiht, soll uns der Wald mit (Sbefürcht vor der Natur und dem Schöpfer alles Lebens erfüllen.

Auch der, dessen Leben an den Stein der Städte gebunden ist. schöpft indirekt starke Kräfte aus dem lebenspendenden und lebenschützenden Dämmern des Waldes. Wir brauchen die Wälder für unser ge- snndheitliches Gedeihen fast so notwendig wie Wasser, Ihift und Sonne. Dr. G St.

Taten sür Mittwoch, 15. Lktober

Sonnenaufgang 6.22 Uhr, Sonnenuntergang 17.09 Uhr. Mondaufgang 22.22 Uhr, Mond- untergang 14.56 Uhr.

1582 Einführung des Gregorianischen Kalen­ders; - 1804: der Maler Wilhelm v. Kaulbach in Arolsen geboren ; - 1844: der Philosoph Fried­rich Nietzsche in Röcken bei Lützen geboren; 1924; das Zeppelinluftschiff L. Z. 126 landet in Lakehurst.

wics;crrcr Wochenmarltprcise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 160, Kochbutter von 130 an, Malte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut -8 bis 10 gelb: Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10 Spinat 15 bis 20, Bohnen 15 bis 20, Unter- Kohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat . 100, Tomaten 25 bis 50, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60 Kürbis 8 bis 10, Kartoffeln 31. bis 4, Aepfel 30 bis 50, Birnen 15 bis 40, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 110, Gänse 103 bis 120, Nüsse 40 bis 60 Ps. das Pfund; Tauben (Stuck)

statt für Epileptische in Rieder-Ramstadt dir ministeriell genehmigte Hauskollekte in Stadt und Kreis Gießen durch ihren Kollektanten erheben. Da es sich um ein Liebeswerk handelt, werden die Einwohner gebeten, den Kollektanten nicht ohne Gabe von der Türe gehen zu lassen. Der Kollektant ist mit Ausweis und behördlich ge­nehmigtem Kollektenbuch versehen.

** Nebe 1 ischer Familientag. Am 5. Ok­tober fand im Palmengarten zu Frantfurt ein Fa« milientag der alten hessischen Familie Nebel statt. Stammväter sind der 1782 in Gießen verstorbene Hofrat, Prof. d. Medizin Dr. Christoph Ludwig Ncbel und seine beiden Söhne: Geh. Rat Professor der Medizin Dr. Ernst Ludwig Wilhelm Nebel, und bekannte Geschichtsforscher, gestorben 1854 in Gießen, und der 1842 in Darmstadt verstorbene Oberpostmeister Wilhelm Christoph Nebel. Von den aus ihnen entsprungenen Familien Nebel, Ploch, Beck und Maurer waren 56 Mitglieder erschienen.

* Der neue Spielplan der Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie hat, wie man uns berichtet, viel Zustimmung gefunden. Die Nachfrage nach den Losen zur ersten Klasse ist stärker geworden, als früher. Besonders hat zu dieser Steigerung der Nachfrage die Schaffung vermehrter Mittelgewinne beigetragen. In un­serem heutigen Anzeigenteil wird bekanntgegeben, daß bei den Lotterieeinnehmern noch eine Anzahl Lose zu haben ist.

Auftakt zur Ball-Saison.

Was wird im Winter 1930/31 getanzt?

Von 3ie-nhold (Sommer, Äerlin.

Dem bekannten Tanztrainer Sommer, erstens Sieger auf der diesjährigen inter­nationalen Tangokonkurrenz in London, verdanken wir die folgende zeitgemäße Betrachtung.

Wenige Wochen nur trennen uns vom Beginn der diesjährigen BaU Saison. Der Winter mit seiner Hochslut an Bällen, Kostümfesten, Tanz- Tees und anderen gesellschaftlichen Deranstal- tungen steht vor der Tür. Die Tanzkapellen stehen mit der Riefenauswahl neuester Tanzschlager so- zusag.n st urtberei!, um der Tanzfreuiigk it unserer Jugemd der jüngeren sowohl wie der älteren zu dienen.

Der moderne Gesellschaftstanz kennt nicht mehr die strengen Regeln früherer Zeiten; er läßt der Individualität des Tanzenden weitesten Spiel­raum Trotzdem sollten wir, meine ich, unsere choreographische Erziehung doch wenigstens so weit vollenden, daß wir uns die jedem Tanze eigen­tümlichen Grundschritte aneignen und erst nach ihrer Beherrschung unserer Phantasie bei der Ausübung des Tanzes Spielraum lassen. Nur durch eine Kenntnis der Grundregeln des moder­nen Gesellschaststanzes können wir jener Ueber- fülle der Stile entgegenwirken, die wir heute in vielen modernen Vergnügungsstätten beobachten können. Typischer Ausdruck dieser Unkenntnis ist der nonchalante Hotel-Tanz im Gigolo-Wackel­stil, der so grundverschieden von der kultivierten und ästhetisch anziehenden Tanzart der vornehmen Gesellschaftskreise ist.

Eine choreographische Erziehung ist meines Er­achtens heute um so dringender notwendig, als die neue Mode Anforderungen an die tänzerische Qualität sowohl der Dame wie des Herrn stellt. Die Welt der jungen Damen wird in diesem Winter vorwiegend in langen Kleidern zum Tanze erscheinen, deren weicher und fließender Faltenwurf die Grazie ihrer Bewegungen unter­streicht und die natürliche Anmut ihrer zierlichen Schrille ins rechte Licht seht. Das erfordert natür­lich sowohl von feiten der Dame eine Beherrschung der modernen Tanzrhythmen wie auch von feiten des Herrn eine sichere und elegante Führung.

Mit jedem Jahre tauchen, von der zünftigen modernen Tanzlehrkunst oder von einem be-

Hochschulnachrichten.

Der durch die Übersiedelung von Professor E. Leupold nach .Köln an der Universität Greifswald erledigte Lehrstuhl der allge­meinen Pathologie und pathologischen Anatomie ist dem Prosektor und Leiter des Pathologischen Instituts der Städtischen Krankenanstalten in Mannheim und ordentlichen Honorarprofessor an der Universität Heidelberg Dr. Hermann L o e s ch k e angeboten worden. Zur Wieder-> besehung des durch den Weggang von Professor Müller°Heß nach Berttn an der Universität Bonn erledigten Lehrstuhls der gerichtlichen und sozialen Medizin ist ein Ruf an den Ordina­rius Dr. Friedrich P i e t r u s k y an der Uni­versität Halle ergangen.

sonders begeisterten Jünger Terpsichores erdacht, neue Tänze auf, die das Programm der alten Rhythmen erweitern und dem vielgestaltigen und bunten Bilde auf dem Parkett eine neue gefällige Note geben. Meist handelt es sich zwar um Ab­arten bereits bekannter Tänze, aber immer wer­den doch dem Bestände an Tanzschritten einige neue Pas hinzugesügt, die zu kennen für den gesellschaftlich 'Versierten modisches Gesetz ist. In diesem Winter wurde uns solch ein neuer Tanz, der auf der Grundlage bereits bekannter Tänze aufgebaut ist, in dein sogenannten Midwav Rythm geschenkt, einer Kombination von Quickstep und Slowfox. Dieser neue Tanz mit dem nettklingen­den Namen wird zii 42 bis 44 Takten in der Minute getanzt. Er besteht aus einem langge­zogenen Grundschritt des rechten Fußes nach vorn und einem zögernd erfolgenden Nachzug des linken Fußes, aus die ein synkopierter Schritt folgt. Der neue Tanz wirkt, richtig getanzt, sehr hübsch, da er sich unserer modernen synkopierten Jazzmusik besonders gut anpaht.

Neben diesem neuen Tanz, der seine Zugkraft erst betoeifen muß, werden die beiden bekannten älteren Favoriten des Dallfaales, der Tango und der moderne Walzer, den man allge­mein fälschlich als English-Waltz bezeichnet, treten. Der Tango wird immer noch von vielen Tanz­enthusiasten für den schönsten und geschmack­vollsten unserer modernen Tänze gehalten. Seine Popularität in der Welt des Tanzes, in den Klubs, Ballsälen und Tanzdielen ist in keiner Weise gesunken, was schon daraus hervorgeht, daß unsere führenden Tanzetablissements neben einer Kapelle für die schnelleren und lebhafteren Tänze eine zweite Kapelle besitzen, die nur auf Tango und Boston eingestellt ist. Mit seinen nur 28 bis 30 Takten in der Minute ist der Tango ein Tanz von einer wirklich vornehmen Eleganz; der Umstand, daß er sich in Musik und Figurenbild besonders an das Gefühl wendet, macht ihn zu einem in Deutschland besonders gut ausgeführten Tanz.

Auch der moderne Walzer mit seinen weiten, graziösen und melodischen Bögen, wird zweifel­los stark im Vordergründe der Beliebtheit stehen. Durch die Ausbildung neuer graziöser Figuren, bei denen der erste Schritt lang und zögernd, als sogenannter Hesikationsschritt, der zweite und dritte mit Linksdrehung und einem Schritt neben­einander als revers cütö-Schritt getanzt wird, hat man neue und neuartige Effekte geschaffen. Der Walzer dürste im kommenden Winter über­haupt viel nebeneinander getanzt werden, das

Die Dame mit -er gestreiften Katze.

Von Victor Auburtin.

In dem Abteil der Vorortbahn fitzen wir üb­lichen acht oder zehn Personen, die mittags in die Stadt fahren, um die Theaterplähe zu besorgen, oder um Geld von der Bank zu holen, oder so etwas ähnliches.

Die meisten lesen in ihren Zeitungen. Die an­deren blicken mit jener hochmütigen Herablassung drein, die ein Zeichen guter Erziehung ist. Der Herr mit der Tiesquart und dem Tiroler Hut macht ein Gesicht, als wolle er uns allen, der Reihe nach, eine herunterhauen; der muß aus einem besonders vornehmen Hause sein.

Da betritt die Dame mit der gestreiften Katze das Abteil, und mit einem Schlage ändert sich die ganze Lage. .,

Die Dame mit der gestreiften Katze ist ein Fräu­lein, das offenbar an einem Wohnungsumzug be­teiligt ist und die Aufgabe übernommen hat, die Hauskatze in unauffälliger Weise in das neue Heim zu befördern. Zu diesem Behuf hat sie die ge­streifte Katze in einen Pompadour gesteckt, so daß die Katze sich nicht bewegen und nicht entkommen kann, sondern nur ihr Kopf freibleibt und an den Begebenheiten Anteil nimmt.

nen. Große Fenster lassen viel Licht in die Räume. Holle Farben geben den Krankenzimmern die freundliche Grundnote. Im Erdgeschoß befin- >... sich auf dem für Lungenkranke bestimm den Flügel noch eine geräumige heizbare Glasveran­da, Baderäume, Anrichteküchen, Desinfektions- räume, Klosetts vervollständigen die Einrichtung.

Im Obergeschoß befinden sich drei Aerzte- zimmer, Laboratorien, UntersuchungsUmmer, Schreibzimmer. Die beiden Flügel sind ebenfalls in Krankenzimmer aufgeteilt, an der Südseite ist auch hier eine Veranda vorgebaut, die aller­dings nicht heizbar ist. Im ausgebauten Dach­geschoß des Mittelslügels sind die Zimmer für das Hauspersonal.

Im Kellergeschoß sind großzügige, zweck­entsprechende Desinfektionsanlagen untergebracht, die eine vollständige Sterilisierung nicht nur der Wäsche, sondern ganzer Bettstellen mittels Heih- dampfs ermöglichen. Besondere Vorkehrungen sind getroffen, die eine Berührung reiner, mit unreinen Materialien ausschließen. Das ge­schah im besonderen dadurch, daß man z. B. Sterilisationskessel von zwei verschiedenen Seiten zugänglich machte. Auf der einen Seite wird dre unreine, infektiöse Wäsche o. ä. in die Kessel gebracht, auf der anderen Seite, in einem Raum, in dem nie infektiöses, sondern nur gereinigtes Material vorzufinden sein wird, entnimmt man die keimfreie Wäsche, die Bettstelle, oder was es gerade sein mag, dem Desinfektor.

Raum für 60 kranke.

Die Isolierst ation, die demnächst ihrer Bestimmung übergeben werden wird, ist im­stande, etwa 60 Kranke aufzunehmen. Zwei Aerzte, ein Assistenzarzt und voraussichtlich fünf Schwestern werden dort ihren schweren Dienst ausüben. Gerade die Schwestern, die in diesem Hause wirken werden, haben zusammen mit den Aerzten ein Maß von Verantwortung zu tra­gen, das vom Fernerstehenden kaum ermessen werden kann. Man muh sich in diesem Zu­sammenhang vor Augen halten, daß Die Schwestern durchweg für ihre Arbeit keiner­lei Entgelt erhalten. Don den Pflegerinnen, die in der Jsolierstation den Kranken dienen, wird eine Aufopferung nerlanat, die in diesem Umfange unserer egoistischen Zeit völlig fremd geworden ist. Man muh weiter in Betracht ziehen, daß die Pflegerinnen in der Jsolierstation nicht nur ihre ganze Arbeitskraft einsehen müs­sen, sondern darüber hinaus ständig von der Gefahr der Ansteckung bedroht sind. An dieser

heiht, der Herr tanzt als sogenannter Outside­partner, wodurch sehr graziöse Wirkungen erzielt werden.

Quickstep und Slowfox, jene beiden Antipoden der Ballkarte, dürften mit einigen älteren Tänzen das Programm der diesjährigen Saison abrunden. Mit seinen 52 bis 56 Takten in der Minute wird der Quickstep trotz der Beliebtheit seines Tempos in letzter Zeit sehr viel ruhiger getanzt. Das unruhige und nervöse Zappeln, das ihn früher kennzeichnete, ist verpönt. Der Slowfox, welcher etwa 34 bis 36 Takte in der Minute enthält, verlangt in seinen weichen und gleitenden Bewegungen natürlich absolute Körperbeherr­schung. Richtig ausgeführt ist er aber ein Tanz mit einem wundervollen Rhythmus. Leider

Aus einem dringenden Bedürfnis heraus be­mühte sich die Aerzteschaft der Medizini­schen Klinik um die Schaffung einer Iso­lier st a t i o n. Es verging viel Zeit, über zehn Jahre, bis sich der Staat entschloh, in den unzulänglichen Verhältnissen Abhilfe zu schaffen, und die Mittel für den Bau einer Jsolierstation bewilligte. Vor ungefähr zwei Iah en wurde mit dem Bau begönnern Nunmehr ist das Ge­bäude fertig. Die Ausstattung ist ebenfalls voll­endet, letzte Hand wird angelegt, um alles für die Aufnahme der Kranken herzurichten.

Die G e s a m t k o st e n , die für die Jsolier­station aufgewandt wurden, betragen 314 000 Mk. Davon entfallen auf die Errichtung des Gebäudes 214 000 Mk., auf die Inneneinrichtung insgesamt 100 000 Mark. Zur Ausführung der Arbeiten wurden in anerkennenswerter Weise zahlreiche Gießener Handwerker undGewerbe- treibende herangezogen. Der Entwurf des Baues stammt vom Hess. Hochbauamt, die Bau­leitung lag in den Händen von Regierungsbaurat G e i b e l.

Ausgabe der Jsolierstation wird es sein, Kranke solcher Art aufzunehmen, die für Gesundheit und Leben ihrer Mitmenschen eine unmittelbare Gefahr darstellen, z.B.: Typhus, Diphtheritis-, Masern-, Tuberkulosekranke usw. Diese Tatsache sordert besondere Maßnahmen schon in der Ge­staltung und in der Austeilung des Gebäudes. Die Jsolierstation (sie liegt an der Gafskystraße in nicht allzu großer Entfernung von der Medi­zinischen Klinik» gliedert sich im wesentlichen in drei Teile. Der M i t te l b a u ist lediglich für die Aerzte, die Schwestern und das Hauspersonal bestimmt. JmlinkenFlügel werdenTyphus-, Diphtheritis-, Masernkranke usw. untergebracht, der rechte Flügel Ist im besonderen für ge­fährdete Tuberkulose vorgesehen. Für jeden der drei Gebäudeteile besteht ein bes onderer Eingang. Im Innern trennen Flurtüren die Abteilungen voneinander. Die Trennung ist kon­sequent durchgeführt.

Die bauliche Aufteilung.

Im Erdgeschoß des Mittelgebäu­des befinden sich die Zimmer der Schwestern. Für zehn Schwestern wurde hier Wohnmöglich­leit geschaffen. Außerdem befindet sich auf dem gleichen Flurdrittel ein- und Ausfenthalts- raum und ein Gymnastikraum, ebenfalls für die Pflegerinnen. Im linken und rechten Flügel find die Zimmer für die Patienten, in denen 1 bis 8 Kranke je Zimmer untergebracht werden tön»

50 bis 70, Gier 15, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Endivien 10 bis 15, Ober-Kohtrabi 6 bis 10, Lauch 5 bis 10 Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück; Radieschen Bd. 10 bis 15 Pf. Kar­toffeln der Zentner 2,20 bis 2,50, Weißkraut 3, Wirsing 4, Rotkraut 5 Mk.

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Tageskalender für Dienstag. Stadttheater:Wasserscheu", 20 bis 22.30 Uhr. - L.ch.ipielhaus, Bahnhofstraße:Atlantic" (der Untergang derTitanic"). Astoria Lichtspiele: Erpressung" undKehre zurück, alles vergeben!

Aus dem ©taöttbcaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung des Deutschen Künstlerlheaters Berlin mit Leo­pold ine Konstantin als Gast beginnt um 20 Uhr. Es ist die letzte Ausführung dieses Ensemble- Gastspiels. Am Donnerstag findet imMitt- w o ch ° Abonnement die Urausführung von Cor- rinths ZeitstückSektion Rahnstetten statt. Auf vielseitigen Wunsch wurde Ne­st roys Posse mit Gesang,Einen Jux will er sich machen", die un Sommer-Abonnement einmal gegeben wurde, in den Winterspielplan ausgenommen. Die Musik und Gesangseinlagen dieses Stuckes haben eine besondere An­ziehungskraft ausgeübt. Selbstverständlich kön­nen für diese Vorstellung Umtauschgutfcheine ab­gegeben werden, und zwar, weil die Vorstel­lung schon im Sommer gegeben wurde, für die­jenigen Besucher, die die Vorstellung bereits seinerzeit gegeben haben, gratis. Auch die» Theaterabonnenten, die für die letzte Freitag- Vorstellung (10. Oktober) schon Umtauschscheme geholt haben, erhalten den nächsten Gutschein gratis.