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Nr. 240 Zweites Blatt
Dienstag, 14. Oktober 1950
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Die feierliche Zeifetzung her Opfer der Katastrophe des „st 101".
Sse Belastung des Tabaks.
Tie Plane Des :»ieichsfman,;ministerS.
Berlin, 11. Ott. (CAD.) 3m Samerungspro- gramm der Reichsregierung ist vorgesehen, daß aus einer stärkeren Belastung des Tabaks ein Mehrbetrag von 167 Millionen herausgcholt werden soll Wie das Wolffsche Telegraphenbureau aus dem Reichsfinanzministerium erfährt, ist der Gesetzentwurf hierfür noch nicht perfekt. Es läßt- sich' ober bereits erkennen, in welcher Form der Reichsfinanzminister seine Pläne durch^uführen gedenkt Dabei ist die Zigarette von vornherein von einer weiteren Belastung ausgeschlossen, weil sie bereits sehr stark herange-ogen ist Die Erhöhung wird in erster Linie die Zigarre, ferner aber auch den Pfeifentabak treffen. Die Banderolensteuer wird, allerdings nur geringfügig, erhöht. Dagegen ist mit einer stärkeren Zollher- aufsehung au rechnen, die gleichzeitig den Zweck verfolgt, den heimischen Tabakbau zu schützen. Bisher leistet das Reich aus dem Tabakzoll Stühungszuschüsse für die Verwendung deutschen Tabaks Der hierfür angesehte Betrag von 5 Millionen wird im neuen Haushalt fort- fallen, da man der Ansicht ist, daß die Zollerhöhung genügend Schutz bieten wird. Es soll aber auch verhindert werden, daß auf Grund der Zollerhöhung eine Ueberproduk- tion an deutschen Tabal eintritt, die die Tabakbauern in Rot bringen könnte Die seit Jahren herrschende Rotlage der Winzer liefert in dieser Beziehung genügend Erfahrungen Es ist deshalb eine gewisse Beschränkung der Anbaufläche geplant 3m ganzen wird der Betrag, der aus der Mehrbelastung des Tabaks erzielt werden soll, auf 235 Millionen geschätzt Er ist im Rcgierungsprogramm zunächst mit 167 Millionen angegeben worden, weil man während der Anlaukszeit mit einem gewissen Minderertrog rechnet, der sich z. B aus dem Uebergang des Verbrauchers aus wenige Sorten ergeben dürfte Der Gesetzentwurf wird ebenso wie die anderen Vorlagen sobald wie möglich dem Kabinett vor- gelegt und dann dem Reichsrat zugeleitet werden
Die Zukunst des neuen Oesterre ch ^undectanzlcr
Haugom über fein Programm
Berlin, 10. Olt. (TU.) Der „Tag' bringt einen Artikel des österreichischen Bundeskanzlern Vaugoin, dec sich mit der Zukunft des neuen Oesterreich beschädigt Vaugnn führt u a aus Gleich nach dem Zusammenbruch haben die Sozialdemokraten in Oesterreich eine volltommen 1 n - ternational - marcistischeHcrrschaft aufzurichten versucht In ihrem Parteiprogramm bekennen sie sich noch immer offen zu den Mitteln der Diktatur Durch das ganze letzte Jahrzehnt hindurch haben die Sozialdemokraten in Oesterreich das öffentliche Leben bis zur Unerträglich leit politisiert Die unge'eure politische Al° tii? '.ät der Sozialdemokraten die auch vor Religion. Familie Armee. Schule und Gericht nicht Halt machte, führte schliesslich zur Revolte in Wien am 15 3uli 1927. in deren Verlauf der Ivstizpalast niedergebrannt und eine Reihe nicht marxistischer Redaktionen verwüstet wurde und sogar ein Generalstreik das gesamte Wirt- schattslcben lähmte Run kam der U rn s ch w u n g Die M r*'cii der Bevölkerung begann zu erkennen. dah ein durchgreifender Wiederaufbau Oesterreichs aus diese Art nicht möglich ist Deshalb haben sich alle vaterländisch Gesinnten in den Heimwehren fest zusammengeschl fsen, um allen Bolschewisierungsversuchen von nun an einen unüberschrm'ba'-en Damm en»-egeniu^nen Der
„Atlantic."
Licht)piclhaus vahahoistraße.
Das ist die Geschichte einer der furchtbarsten Katastrophen der Vorkriegszeit Man erinnert sich im Jahre 1912 stieb der mächtige englische Ueberfeedampfer ..Titanic" in voller Fahrt aus einen Eisberg und versank in kurzer Zeit mit dem größten Teil seiner Besatzung und seiner Pastagiere. 1563 Menschen kamen dabei ums Leben.
Ehe der Film diesen Schlsfsuntergang mit all feinen Schrcckensszenen in Bild und Ton vor Auge und Ohr führt, gibt ein Ueberlebender Kapitän a. 'S. Pittmann, seinerzeit zweiter und Navigationsoffizier auf dem Unglücksschiff, einen knappen und anschaulichen Bericht vom Untergang und seinen Eindrücken und Erlebnissen während des verzweifelten und leider nut sehr teilweise erfolgreichen Rettungswerkes
Dann kommt der Film Und es ergibt sich da zunächst die grundsätzliche Frage, ob es wünschenswert und künstlerisch notwendig sei, ein Massenunglüc! von so grauenhaften Ausmaßen zum Gegenstände eines Filmwertes zu machen Das scheint uns mehr als zweifelhaft. Cs müßte denn sein, daß man unter Verzicht auf iede unangebrachte und übrigens auch verspätete Sensationalifierung des Ereignisses, ja selbst unter Hintanstellung einer möglichst wahrheitsgetreuen Reportage versucht, wie es hier geschehen ist, durch die Herausarbeitung menschlicher iS*' rattere und EinzeNchicksale innerhalb der Riesenkatastrophe einer etbifchen Forderung zu entsprechen, ohne deren Einlösung jede Filmdarstellung solcher Art ihren Sinn und ihre innere Berechtigung verlieren würde..
Jenseits dieser grundsätzlichen Vorfrage, die am Ende jeder Einzelne für sich selber entscheiden muh, ist anzuerkennen, daß der Film regiemäßig und schauspielerisch eine sehr bedeutende Leistung darsiellt. Hier ist wieder einmal, ähnlich wie in manchen Kriegsfilmen (zuletzt in „Westfront 1918“ 1 die außerordentliche Suggestivkraft einer Wirklichleitsannäherung erwiesen die der moderne Film in seiner Verbindung von Bild- und Klangerndrücken zu erzielen vermag Es gibt hier - unter der oft bestaunenswerten Massen- und Einzelregie von F A. D u p 0 n t erschütternde und nervenzerreibrnde Szenen, die den Beschauer und Zuhörer geradezu an die wechselnden Schauplätze der Kat ''covhe heran- reißen.
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Lims. Dr E ck e n e r als Vertreter Deutschlands
Rationalrat konnte zur Lösung der wichtigsten wirtschaftlichen Probleme nicht oorttrin^en.
Wer mein Progia um kennen will dec braucht nur das Werden und Sein des östecreichiichen Bundesheeres zu betrachten Wie dieses Heer geworden ist und roic vieles Heer seinen Dienst machl Io stelle ich mir auch die Zukunft des ganzen Staates vor Dor zehn Jahren noch ein Trümmerl.au en, eine milr a .isch unaus gebildete mangelfoa.t ausgec-ste.e und di ziplin- lofe Maße die aui der Straße, in Uniterm politisierte und vom gemeinsamen Üaterlande nichts wissen wollte Heute eine wohlditzipl inerte im Rahmen der gegebenen Erenzen gut ausq bildete Truppe einträchtige S\a.ne ad cha > zwilchen Dürger Bauer und Arbeiter ohne Klassen kampi und gegenseitigen Haß und 'reudige Hil's bereitlcha t gegen jeden in Rot geratenen Mitbürger rastlose und stille Arbeit für das Gemeinwohl und fparlame und zweck-ä'ige Wirtschaft mit den ct uergelbem der Bevöl'e ung
Aus der Provinzialhauptstaöt.
G 1 e n 1 11 'stöber 1930
Der Ward als Gesundheitsspender.
Wer m Den Ferien oder an schonen Sonntagen durch unsere Wälder gewandert ist, Hal wohl die crnud)<nDe Luft im grünen Revier empfunden, er hat gelauicht und geschaut und sein Gemüt mit romantischer Stimmung erfüllt aber an Die gesundheitliche Bedeutung unserer Walder hat er wohl nur so nebenbei gedacht Und das ist gut so
Man soll nicht immer an Gesundheit und Stranfbcit denken, wenn man gesund leben will und die wohltuenden Kräfte Der Ratur, die diese uns in unerschöpflicher Fülle spendet, ge-
3n großen Zügen folgt der Film ohne Zweifel den schauerlichen Vorgängen in jener Unglücks nacht von 1912, wieweit dies in Einzelmoiioen und Episoden zutrifsl wissen wir nicht - es ist übrigens auch durchaus unerheblich (Es besteht |a wie oben angedeutel wurde, an sich fein triftiger Grund dafür, die Katastrophe als solche heute noch achtzehn Jahren möglichst naturgetreu nachzubilden )
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Wesentlich erscheint vielmehr, wie im Film vor Dem elementaren Hintergründe der Damaligen Tatbestände menschliche Einzelschicksale in ihrer Lieber- schneidung und Verflechtung sich abheben und her- ausgearbeitet werden f)ier ist in crftei Linie an Kortner zu denken- er spielt unter den Passa- gieren einen berühmten Schriftsteller Der infolge der Lähmung beiD.r Verne an seinen Rollstuhl gefesselt ist Ihm fällt die fast grotesk tragische Volle zu. als der physisch hilfloseste unter Den vielen ßilslosen Ratlosen und Verzweifelten im Kampfe gegen das mit unabänderliche! Gewißheit Heren- brechende Verhängnis zum geistigen Führer Irofter. Helfer und Retter emporzuwachsen kraft feiner menschlichen Reife und Güte Er spielt diese Rolle meisterhaft, mit Dem vollen Einsatz seiner künstlerischen Persönlichkeit
Es ist überhaupt in großen und geringeren Aufgaben eine ganze Reihe begabter und glücklich ocr teilter Schauspieler am Werke. Curie Mannheim und Franz Lederer vor allem, die ein junges Ehepaar darstellen. Elsa Wagner die tapfere und opferbereite Frau des Schriftstellers. Hermann V a I I e n t i n. Theodor Loos. Heinrich S ch r 0 t h. Willy Forst um nur die wichtigsten zu nennen
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Der Film läuft feit gestern im neuen Programm des Lichtspielhauses- er hinterläßt, in seiner Gesamtheit. einen liefen Eindruck dem sich kaum jemand wird entziehen können: in einzelnen Szenen bedeutet er allerdings auch eine Nervenprobe —y—
Sin polizeipserd überführt feinen Dieb.
Allen Pferdedieben sei es verraten. Detroit ist kein Platz, um Pferde zu stehlen Die Pferde sind dort so unangenehm klug, daß es einfach nicht geht, sie zu entführen. Das hat ein Roland Berch- mann böse erfahren müssen, als er das Pferd Rümmer 13 von Der berittenen Polizei in Detroit stehlen wollte. Der Gaul stand vor einem Vor- orthotcl Der Polizeiofsizier hat e anscheinend dort zu tun Der Dieb sah Den Gaul dort stehen und I ianD daß das Tier nicht gerade schlecht sc'. 3m I Ru schwang er sich hinaus und trieb den Saul an.
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im Trauerzuge. — Rechts: Die 48 Särge werden in das Massengrab auf dem Friedhof von Garbington getragen.
nicht Aber helmgekehrt in den Dunst der Stadt, ins Alltagsleben. Darf man sich schon einmal an Die große Bedeutung erinnern lassen, die unsere Wälder, unsere Park- und ©arten- anlagen für Körper und Seele haben. Roch ist mehr als ein Viertel Der Äodenflüche Deutschlands mit Wäldern bedeckt Ungleichmäßig sind die Waldgebietc verteilt Meist finden wir sie in unseren Mittelgebirgen und den deutschen Alpen Kein Urwald mehr, wie in alten Zeiten, sondern gehegt und gepflegt und doch urwüchsig und kräftig stehen Laub- und Radelwälder der Eigenart des Landes und des Lodens angepaßt da Sie sind die Lungen unserer Heimat, denn sie verrichten dieselben lebensnotwendigen Aufgaben, wie unsere Atmungsorgane Tie Bäume des Waldes nehmen nut Hille ihres grünen Lebensslosses. des Chlorophyll. die verbrauchten Leiran, ictle Der Lust, die Kohlensäure, auf und verwenden sie zum Ausbau des Holzes Dasür scheiden sie den für Mensch und Tier unentbehrlichen Sauerstoff aus Die aromatischen und harzigen Stoffe der Bäume binden Den Staub der Luft, und wir Menschen ahmen diesen Vorgang in unvollkommener Weise nach, indem wir in unseren Stuben Rauchverzehrer und in den Kinos Luftreinigungsapparate als bedeutende hygienische Errungenschaften auf- stellen Die Regenmengen werden vom Laub dem Bäume und vom Waldboden ausgenommen und langsam wieder abgegeben Wenn die Sonnenstrahlen des Hochsommers Da3 Land auszudörren drohen, dunsten die Wälder Feuchtigkeit aus und erfüllen die Luft mit erfrischender Kühle So regeln unsere Wälder den Feuchtigkeitsgehalt Der Luft, bringen allzu starke Tem- peraturunrerlchrede zum Ausgleich und beeinflussen das SUima in vielfältiger Weise. Die Heilkraft unserer Kur- und Badeorte beruht nicht ausschließlich auf der Stärke der Heil-
Aber das Tier trug Den tremden Reiter nur bis in Die Mitte Der Straße, zuckle etliche Male mit Den Schenkeln und der Reiter flog im hohen Dogen aus die Straße Damit wäre e-gentlich die Aufgabe des Tieres erfüllt gewesen. Aber es ging hin und setzte dem jäh zu Boden Geschleuderten auch noch einen Huf auf die Brust. Und so blieb es stehen, bis der Offizier wieder herauslam aus dem Hotel Der Dieb hat einige Rippen gebrochen Er liegt im P. l.zeilazarett. Er wird nie mehr Pferde stehlen in Detroit Rie mehr. Und Die anDeren Pferdediebe werden sich ein Beispiel an ihm nehmen. Es ist nämlich seit langer, langer Zeit das erstemal gewesen, daß jemand ein Roß in Detroit entführen wollte Und nun ausgerechnet Pferd Rümmer 13 und ausgerechnet ein Po- lizeipserd. Rein nein Pferdestehlen hat keine Zukunft in Detroit
Fräulein Kolumbus entdeckt sich selber.
Äon Ol. Gustav W (Sberlem, 3tom.
• Mailand. Im Oktober
Sie kennen doch Toscantni? 'Run, das ist ein Mann Der seit einiger Zeit viel in der Welt herum reift, sogar bis Bayreuth ist er gekommen, obwohl cs dahin viel weiter sein mag als nach Amerika Ein Holumbus kann Die neue Welt entdecken und ein Kapellmeister Wagner, so was kommt vor Was aber noch nicht oorgekommen ist seit 1492, das hat uns die kleine Sekretärin Toscaninis erzählt
Also, sagte sie, Sie wissen doch, daß Der direttore artistico Der „Scala", Commendalore Scandium, plötzlich gestorben ist? Bene Und jetzt bin halt i ch Direktor, capito?
Nicht alle haben das so ohne weiteres kapiert. Aber es ist so
Aus Dem aufgeregten und stechenden Schwarm der Anwärter, aus dem wilden Geraufe ober, um cs stilgerecht zu sagen- aus dem heroischen Buhnenringen um Die Nachfolgerschaft ging als Sieger hervor Signonnu Anita E 0 l 0 in b 0 die Sekretärin Toscaninis, die graue Eminen; der Scala, wie ihre Neider jetzt tuscheln, Die rechte Hand des bisherigen Direktors, der Spiritus rector des berühm- testen italienischen Theaters, wie die andern meinen. Die sich über den kühnen Griff ins Wespennest freuen Ihrem Aeußeren nach eine sehr bescheidene, unauffällige, nicht anders als eine Schreibmaschinen- dame ausfehende Hilfskraft Sein eleganter Völker- bu 'dstyp. bewahre Aber fit hat es in sich
Ihre Mutter ist eine Deutsche. Ihr Baler war ein
quellen und Den mannigfachen Kureinrichtungen, ihren vollen Heilwert erlangen sie Durch den Kranz von Wäldern, der sie umgibt und dem Heilungsuchenden erst Den Aufenthalt au einer Den Leib und die Seele erfrischenden Erholung macht
Eine lehrreiche kleine Geschichte erzählte kürzlich Forstmeister Früchtenicht aus Göttingen Diese Musenstadt liegt am Fuße eines Berges, des Hain- berges, der in alten Zeilen kahl war Gingen starke Regengüsse nieder, so strömten die Wassermassen hinunl.r ms Städtchen, iibcrschwemmten Straßen und Plätze, überfluteten die fruchtbaren Felder und hinterließen Steine und Geröll Die das Ackern außerordentlich erfchwerten Da veranlaßte ein kluger Mann die Aufforstung des Hainberge- Im Laufe der Jahre entstanden Dort herrliche Waldungen, Die Land und Stadt vor Den Naturgewalten schützen und Bürgern und Studenten Erfrischung spenden
Anders in Griechenland, wo einst die Wiege europäischer Kultur stand Da wareü im Altertum Die Berge wohl auch mit Waldern bedeckt, wenn man den allen Dichtern glauben Darf Seit Iahrhundeilen leDod) finD Die Berg- kahl und weile Strecken des Landes Dürr Die Bewohner fuhren em kümmerliches Hirlendafein Die Aufforstung ist eine Lebensfrage für das Land geworden, aber Die bisherigen Versuche in Dieser Richtung finD ergebnislos geblieben Besseren Erfolg scheint man in Italien au gaben Dort betreibt Mussolini mit Eise- Die Anlage neuer WalDgebicte auf Den kahlen Höhen, ebenso bemüht man sich in vielen anDeren Ländern, Die Waldbestände zu erhalten, zu pflegen und für die Wichtigkeit Des Waldes in bezug auf Klima und Fruchtbarkeit Des BoDcns VerftänDnis zu erwecken. In Den Alpen dient Der Wald als Welter, und Lawinenschutz bis hinauf an Die Grenzen Des ewigen Schnees
Seidenindustrieller mit musikalischer Leidenschaft. Daß er seine Tochter am Konservatorium ausbilden ließ, nahm weiter nich. wunder, aber es ist nicht etwa diese gleichfalls bescheidene erbliche Belastung, Die ihr den Weg zu einer ungeahnten Laufbahn ebnete, sondern vielmehr ein organisatorisches latent, wie es in Italien nicht gerade häufig gefunden wird Dazu kommt, wieder eine südliche Seltenheit, Die Kenntnis verjchieDencr FremDsprochen. Vorzüge, Die sich währenD Des Krieges bemerkbar machten, als sie die Armbinde mit dem roten Kreuz umlegte und sozusagen hinter Den Kulissen, Die Wohltätig- keilsvorstellungen Toscaninis organisierte So wurde sie dein großen Dirigenten unentbehrlich. Sie war sein technischer Schrittmacher auch in Amerika und ermöglichte in ihrer unsichtbaren Rolle (eine (Europa- tournse mit der Philharmonie in Neuyork Ein business man sagten Die AmeriInner von ihr, und Das ist bekanntlich Das größte Lob, zu Dem sich ein Pankee verstehen kann Zumal wenn es sich um ein girl handelt
Immerhin, in Italien hatte man sich eine solche Lösung des Theoterproblems nicht vorgestellt, und es wirkte wie ein Witz, als zur gleichen Zeit, Da dieses Fräulein Columbus den begehrtesten Bühnenthron bestieg. Die Gelehrten herausbrachten. Daß auch Der anDcre Columbus nicht ein Sohn Genuas, sondern Der intelligenten ctaDt Mailand ist Ob das Licht dieser Konstellation anhalten wird?
Es steht nicht nur eine Frau letzt an der Spitze des Teatro alla Scala, Das einen internationalen Ruf zu verteidigen hat, sie steht auch mit Der Aufgabe, sie zu lösen, vor Der großen Bühncnfroge Italiens. UnD das könnte einem starken Mann zu viel fein. Die Besten sind jeDenfalld immer im Anlauf stecken- geblieben Pirande11 0 scheint auch schon entmutigt Das Problem besteht nämlich noch immer Darin. Den Thespiskarren aus einer wandernden und wandelnden Erscheinung zu einer seßhaften Einrichtung umzugestalten. Das Theater flüchtiger Wandertruppen in eine feste staatliche ober städtische Gemeinschaft Man hat auf Befehl Muss 0 1 in 1 3 zwar einige Staatstheater geschaffen, aber damit die Gefahr eines Günstlingssystems heraufbeschworen. Die unzähligen Truppendirektoren wollen von einer Verstaatlichung, Die sie mit Bürokratisierung Der Kunst gleichsetzen, nichts wissen Die unzähligen Schauspieler zweiten GraDes fürchten, an Den konzessionierten Großstädten immer vorbeifahren zu müssen UnD was es solcher und ähnlicher BeDenken noch mehr gibt.
Run hat man alle Sorgen in die kleinen flinken Hände der Signorina Anita gelegt Sie wird tapfer fein müssen w,e jene andere Anita, die nie entmutigte Gefährtin Garibaldis...


