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Verbandes, WalterLambach, aufgestellt. Der ursprünglich als Spitzenkandidat für die beiden Düsseldorfer Wahlkreise vorgesehene frühere deutschnationale Reichstagsabgeordnete v. Lind - einer-Wildau kandidiert im Wahlkreis Berlin-Potsdam.

Das freie Bürgertum." Minister Höpter-Afchoff über die Sammlungsbewegung der Mitte.

Köln, 13. Aug. (CNB.) Der preußische Finanz- Minister Dr. H ö p k e r - A s ch o f f, einer der Führer der Deutschen Staatspartei, nimmt in der .Köln. Zeitung" in einem AufsatzDas freie Bürgertum" erneut das Wort, um sich mit dem Führer der Deutschen Volkspartei, Dr. Scholz, über den Ge­danken der Sammlung des Staatsbürgertums aus­einanderzusetzen. Dr. Höpker-Aschosf führt u. a. aus: Dr. Scholz will eine große Sammlung für den bevorstehenden Wahlkampf und glaubt, durch solche Sammlung der Sozialdemokratie er­folgreich entgegentreten zu können. Ich will die große Partei des freien Bürgertums, die sich neben der Sozialdemokratie, dem Zentrum und der Rechten machtvoll behaupten kann. Dabei ist es zunächst vollkommen gleichgültig, mit wem diese Partei später einmal Regierungskoalitionen bilden wird. Die Selbstbehauptung der neuen Partei, die ich will, ist Kampf innerhalb und außerhalb einer Koalition. Eine solche Partei muß mit den anderen Parteien und nicht allein mit der Sozial­demokratie kämpfen, einerlei, ob sie mit ihnen in einer Koalition sitzt ober in der Opposition gegen sie steht.

Denn auch Arbeitsgemeinschaft in einer Koali­tion ist Ringen um die politische Macht nur mit dem Willen zur Verständigung und in dem Ge­fühl der Verantwortung für die Führung der Staatsgeschäfte. Die Sammlung beweist gar nichts. Wie will sich das freie Bürgertum be­haupten, hat es den Willen zur Macht und alle Politik setzt solchen Willen zur Macht vor­aus. so muh es sich zunächst einmal d i e ft-ar le Partei schaffen, die sich alsdann mit den anderen Parteien auseinandersetzen wird, sckwohl bei gemeinsamer Arbeit innerhalb einer Koalition, wie auch in der Opposition, im Kamps mit anderen in der Regierung sitzenden Par­teien. Die neue Partei soll die Partei des freien Bürgertums sein und ihm wieder Macht geben nnd wird darum auch mit der Sozialdemokratie zu kämpfen haben. 3d) betrachte die Sozial­demokratie so verfehlt ihr Wirtschaftspro- gromm ist als eine staatsbejahende '-Partei ebenso wie das Zentrum und die kommende Rechte und will nur, daß sich das freie Bür­gertum neben der einen wie der anderen be­haupte."

Das Zentrum fordert Wahlreform.

Ein vorbildlicher Revers für Reichs- tagslandidaien

' Hamm, 13. Aug. (TU.) 3n einer Ver­sammlung der Wah lkreisvertreter der Zentrums­partei von Westsalen-Rord wurden als Spitzenkandidaten auf gestellt: 1. Dr. Herold, 2. Dr. Ste g erw ald , 3. Prälat Dr. Schrei - der. Die übrigen Spitzenkandidaten haben dem Reichstag noch nicht angehört. Dor der Auf­stellung der Liste wurde folgender Antrag Dr. Strickers (Münster) angenommen:

Sämtliche Kandidaten werden nur unter bei; Voraussetzung ausgestellt, daß sie ver­sichern, mit größter Aktivität für eine Wahlreform einzutreten, die eine enge persönliche Verbindung zwischen Abgeordneten und Wählern sicher­stellt und den Wert der Persönlichkeit mehr zur Geltung kommen läßt.

Prälat Dr. Schreiber erklärte hierzu, daß Reichskanzler Brüning entschlossen sei, eine Wahlreform d u r ch z u f ü h r e n. Reichsinnenminister Dr. Wirth fei_ beauftragt, einen Wahlgesetzreform-Entwurf möglichst bald dem Reichstag vorzulegen.

3n Westfalen-Süd wurden als Spitzenkandi­daten des Zentrums aufgestellt: Heinrich 3m- busch von den Christi. Gewerkschaften und Landtagsabgeordneter Schmelzer.

Wahlschlacht in Nürnberg.

Mutige Zusammenstöße zwischen An­hängern radikaler Parteien.

R ü r n b e r g, 13. Aug. (WTB.) Gestern abend fand eine von den Kommunisten nach dem Herkules-Velodrom einberufene öffentliche Ver­sammlung statt, zu der alle Parteien aufgefordert worden waren. Die Rationalsozialisten hatten sich zahlreich eingesunden. Von den Kom­munisten sprach R e m m e l e.. Als er den natio­nalsozialistischen Führern vorwarf, daß sie zu hohe Gehälter in ihre Taschen fliehen ließen, antwortete ein Rationalsozialist, der Kommunist Büchs habe 100 000 Mk. veruntreut. Remmele erwiderte, diese 100 000 Mk. hätten zur Unter­stützung der Partei Verwendung gefunden. Dar­aufhin entwickelte sich eine regelrechte Schlacht zwischen Kommunisten und Rational- sozialisten mit Biergläsern, Stühlen und abgebrochenenTischbeinen. Da die Ausgänge den ins Freie eilenden Verfammlungs- besuchern nicht genügten, kletterte eine große Anzahl aus den Fenstern. 3n dem Saal blieb nichts ganz. Die Polizei griff ein, und die eben­falls herbeigerufene Feuerwehr trennte die Kämpfenden durch kräftige Wasserstrahlen. Die Schlägerei setzte sich dann aber auf der Straße fort, wobei die Streitenden Zaunlatten als Hieb­waffen benutzten. 3nsgesamt wurden 65 bis 70 Personen verletzt, davon 19 schwer; zwei schweben in Lebensgefahr. Die Schwerverletzten wurden ins Krankenhaus gebracht.

3« Württemberg Listenverbindung zwischen Deutscher Volkspartei und Gtaatspartei.

Stuttgart, 13. Aug. (WTB.) Der Wahl­verband Württemberg der Deutschen Volkspartei hielt hier einen Dertretertag ab, der aus allen Teilen des Landes sehr stark besucht war. Der Dertretertag hatte die Aufgabe, über ein mit der Staatspartei ab - zu schließendes Wahlabkommen zu entscheiden. Gegen eine kleine Minderheit wurde eine Entschließung angenommen, wonach die Der- ttetemerfammlung der Deutschen Volkspantei Württembergs mit Rücksicht auf die be-

Silber Mw fiurbtnaufffanb an der persisch-imMen Grenze.

Rechts: Eine Kurdensiedlung im umstrittenen Gebiet.

Links: Kurdische Typen.

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Oer Kampf an -er Grenze.

London, 14. Aug. (WTB. Funkspruch.) Ueber den bereits kurz gemeldeten Kampf zwi­schen persischen Grenzwachen und Kurden gibt ein ausführlicheres Reuter-Telegramm aus Teheran folgende Darstellung: Die persischen Behörden trafen Maßnahmen, um den 3 a l a l i» Stamm aus dem persisch-türkischen Grenz­gebiet zu entfernen, und ihm dadurch den Verkehr mit den aufständischen Kurden am Ara­ratgebirge unmöglich zu machen. Die 3alali wünschen die Kurden, die von den Türken hart bedrängt werden, zu unterstützen. Ein Füh­rer der aufständischen Kurden, K h a l O d Agha, der sich auf persischem Gebiet befindet, traf kürzlich Vorbereitungen, um sich insgeheim über die Grenze zu begeben. 100 kurdische Aufständische vom Ararat über­schritten die Grenze, um ihn abzuholen; sie wurden aber von den persischen Grenzwachen verfolgt und es kam zu einem Kampf, bet dem

zwei kurdische Häuptlinge den Tod fanden, wäh­rend auf persischer Seite ein Offizier und 21 Sol­daten getötet und 11 verwundet wurden. 3n maß- gebenSen Teheraner Kreisen wird die Meldung, daß eine türkische Rote mit dem Vorschlag einer Zusammenarbeit der türkischen und der persischen Truppen in Teheran eingegangen sei, für unrich­tig erklärt.

Oer Eindruck in London.

Ein Eingreifen des t ötterbundes unwahrscheinlich.

London, 13. Aug. (TU.) Der Vormarsch tür­kischer Truppen auf persisches Gebiet und die Be­setzung wichtiger strategischer Punkte in der Rähe von Agridagh kam Londoner diplomatischen und politischen Kreisen nicht ganz unerwartet. Die türkische Regierung beabsichtige, den auf­ständischen Kurden den Rückzug abzu­schneiden, um auf diese Weise den Grenzüber- griffen für immer ein Ende zu machen. Wie der

Daily Telegraph" betont, wird ein ernster Kon­flikt zwischen Persien und der Türkei nicht er­wartet. Allerdings werde von der Möglichkeit einer Anrufung des Völkerbünde- durch Persien gesprochen. Das sei aber un­möglich, weil die Türkei nicht Mit- glie d des Völkerbundes sei. Die persische Regierung würde außerdem zu beweisen haben, daß sie den ernsten Versuch gemacht habe, Stammesunruhen an der Grenze zu unter­drücken. Bis zum Augenblick sei kein An­zeichen für einen derartigen Versuch vorhanden. Das sei aber wahrscheinlich nur darauf zurück­zuführen, daß Persien im Grenzgebiet nicht übergenugTruppenverfüge, die schnell in die von den Kurden heimgesuchten Grenz­abschnitte geworfen werden konnten. Ebensowenig bestehe Grund für die Annahme, daß die Türkei ihre Truppen nicht aus dem persischen Gebiet zurückziehen werde, sobald die Kurdttn aus den nun besetzten Gebieten vertrieben seien.

sonderen Verhältnisse in Würt­temberg und auf die Bedürfnisse der württem- bergischen Landespolitik die Aufstellung einer gemeinsamen Liste mit der Deut­schen Staatspartei für zweckmäßig hält und die Landesparteileitung beauftragt, die weiteren Der- hcmdlungen über die Aufstellung der Listest in diesem Sinne zu führen.

Oie neuen Sammlungsbesprechungen

Berlin, 14. Aug. (TU.) Die geplant ge- wesene Besprechung der Vertreter der Kon­servativen Volkspartei, der Deut­schen Volkspartei und der Wirt­schaftspartei über die Möglichkeiten eines Zusammengehens dieser Parteien hat sich am Mittwoch zunächst auf eine Unterredung zwischen Minister Treviranus und dem Wirtschafts­parteiler Sachsenberg beschränkt, da Dr. Scholz aus Zeitmangel noch nicht teilnehmen konnte. Der Führer der Volkspartei wird jedoch am Donnerstag an einer neuen Besprechung mit dem gleichen Ziele teilnehmen.

Oie preissenkungsakiion.

Das Gutachten des Reichswirtfchaftsratcs über die Anwendung der Kartellnot­verordnung.

Berlin, 13. Aug. Wie wir erfahren', hat die Zwölfer-Kommission des wirtschaftlichen Ausschusses des Reichswirtschaftsrates bas von ber Reichsregierung geforberte Gutachten überbie Preissenkung bei tartellgebunbenen Waren nunmehr fertigestellt. Diese Denkschrift, bie ber Reichsregiekung im Laufe bes Mittwoch über­reicht worben ist, stellt sich grunbsätzlich auf ben Stanbpunkt, baß eine Preissenkung bei Lebens- unb Genußrnitteln bes täg­lichen Bebarfs burchaus möglich unb notwenbig ist. Sie ist ber Meinung, baß bieses Problem bei ben Preisspannen angepackt werben muß, ba sich gerabe bei Lebens- unb Ge­nußmitteln zwischen bem Erzeuger- unb Verbraucher­preis eine ungesunbe Spanne herausgebilbet habe. Der Reichswirtschaftsrat ist jeboch ber Ansicht, baß bie Anwenbung ber Kartellnotverorbnung ober gar die Zerschlagung ber Kartelle nicht ben geeigneten Weg barftelle, um zu diesem Ziel zu kommen. Er empfiehlt baher ber Reichs­regierung, bie Kartelle ber Probuktion unb bes Han- bels zusammenzuberufen, bamit sie im Verhanb- lungswege ben Erforbernissen ber augenblicklichen Lage unb ber effektiven Preisverbilli­gung ber Rohstoffe unb Halbfabrikate Rechnung tragen. Erst für ben Fall, baß eine Einigung nicht erzielt wirb, soll bie Regierung bie Kartellnotverorbnung anroenben unb bann auch bie Auflösung ber Kartelle betreiben.

Oie Spenden für Renrode.

Eine Erklärung des Landralsamls.

N e u r o b e, 13. Aug. (WTB.) Das L a n b r a t s° amt bes Kreises Neurobe erklärt, bie Sammlung für bas Grubenunglück in Hausborf sei zu einem gewissen Abschluß gekommen. Die Mittel bes Reiches unb Preußens sowie bie ber Deutschen Nothilfe übermittelten Spenben finb bem sog. Bergmanns-Fonbs für bas nieberfchlefische Steinkohlenrevier" zugeführt worben, ber bem Berghauptmann von Nieberschlesien untersteht unb sonstige Behörbenvertreter, Arbeitgeber unb Arbeit­nehmer als Mitglieber zählt. Dieser Fonbs verfügt zur Zeit über runb 1 300 000 Mark, wovon bisher 25 000 Mark zur Verteilung gekommen sind. Es ist beabsichtigt, weiterhin gewisse Beträge für die Hinterbliebenen, vor allem für die Kinber, zu oerroenben, währenb ber Haupt- betrag, entsprechen!) seiner Zweckbestimmung, ber Hebung ber Gesundheit ber b e r g m ä n I nischen Bevölkerung bes Waldenburg-Reu­roder Bergwerksbezirks bienen soll. Die übrigen

Spenden, insbesondere die von Privatpersonen und Zeitungen, sind dem sog. Neuroder Topf zuge- llihrt worden, bisher Beträge in Höhe von 150 000 Mark. Die 10 5 Witwen mit Kindern und die sonstigen Hinterbliebenen haben aus dem Neuroder Topf bisher rund 21 000 Mark erhalten. Eine wei­tere Ausschüttung erschien im Augenblick unzweck­mäßig, weil an die Hinterbliebenen aus Zeitungs- Versicherungen unb anberen Quellen eine Gesamt­summe von über 300 000 Mark gezahlt worden ist. Die nicht zweckgebundenen Mittel sollen den infolge des Neuroder Unglücks g a s er­tränkten und verwundeten Bergleu­ten sowie deren Angehörigen und den Hinterblie­benen aus früheren Unglücken zugeführt sowie für die Gewährung von Erziehungsbei­hilfen für die Kinder betroffener Bergleute und für den Ausbau von Erziehungs- unb Erholungsstätten für biefe Iugenb oermanbt werben. Alle Mitteilungen über eine anberroeitige Verwenbung ber (Selber anläß­lich bes Grubenunglücks in Hausborf entbehren nach der Erklärung des Landratsamts jeder Grundlage.

Elfaß-Wahlen.

Die Auwnomiebewegung vor neuen Kämpfen.

Run kommt es in Straßburg und Colmar doch zu Ersatzwahlen für die Auto- nomisten Schall und Ross 6, deren Wahl in die Gemeinderäte angeblich wegen ihrer Verurteilung im Colmarer Prozeß ungültig war. Herr Tardieu hat es bis­her vermieden, diesen Beschluß amtlich zu ver­künden, so daß die beiden Delinquenten trotz der Ungültigkeit ihrer Wahl ruhig im Ge­meinderat mitarbeiteten. Man glaubte schon sogar, daß die Kassierung der Mandate still­schweigend unter den Tisch fallen würde. Dazu ist aber die französische Regierung doch nicht stark genug gewesen. Sie hat sich dem Druck der Rationalisten gefügt, vielleicht auch fügen müssen, nachdem ihr Versuch einer Sonder- amneftie für Elsah-Lothringen im Parla­ment gescheitert war. Also werden die Wähler in Straßburg und Colmar im Herbst noch ein­mal Gelegenheit haben, der französischen Regie­rung zu zeigen, wie sie übet die französische Elsaßpolitik denken. Schall und Rosse werden selbstverständlich wieder kandidieren Und die Hoffnungen Frankreichs, daß die Autonomisten- bewegung sich bereits in ihrer Wirkung über­schlagen hätte, wird sich kaum erfüllen.

Kleine politische Nachrichten.

In Bab-Nauheirn hielt biefer Tage ber Landes-Frauenausschuß Hessens ber Deutschnationalen Volkspartei eine Sitzung ab, in ber zu ben bevorstehenben Reichs­tagswahlen Stellung genommen würbe. Die zweite Vorsitzenbe, Frau Klara K l i n g f p o r (Offenbach), berichtete über bie Sitzung ber Parteivertretung unb bes Reichs-Frauenausschusses in Berlin. Der Lanbes- Frauenausfchuß anerkannte einmütig ben Ernst ber Stunbe unb stellte sich geschlossen unb fest hinter ben Parteiführer Hugenberg.

Rechtsanwalt Professor Dr. G r i m m (Essen) hatte sich für ben Ausschuß zur Herbeiführung einer A m - ne ft le aus Anlaß ber Rheinlanbräu- m u n g an ben preußischen Ministerpräsibenten Braun aewanbt. Die Antwort Brauns lautet:Die preußische Staatsregierung hat aus grundsätzlichen Erwägungen von einer Amnestie ober ähnlichen Maßnahmen zugunsten ber sog. Fememörber A b - ft a n b genommen. An biesem grunbsätzlichen Stanbvunkt muß bie preußische Staatsregierung unbeschabet etwaiger Ereignisse auch festhalten."

Gegen das freisprechenbe Urteil im Ministerbeleibi gungsprozeß Goebbels hat ber Staatsanwalt Berufung eingelegt. Die neue Verhanblung bürste in etwa acht Wochen in Hannover vor ber Großen Berufungskammer stattfindsn. . , ..

Aus aller Well.

Das Jlugbootunglüd bei Bornholm vor bem Seeaml.

Dor bem Stettiner Seeamt fand die Verhand­lung über bas Flugbootunglück, bas sich am 7. Juli auf ber Ostsee, 18 Meilen von Bornholm, ereignete. Bei bem Unglück fanben fünf Personen ben Tob, bagegen konnten sich ein Passagier und zwei Mann der Besatzung, darunter der Kapitän des Flug­zeuges, Kuring, retten. Nach zehnstündiger Verhand­lung unb Beratung fällte bas Seeamt folgenden Spruch:Das Flugboot D 864 ber Deutschen Lufthansa AG. ist infolge eines wahrscheinlich burd) einen Materialfehler verursachten Prvpellerwellenbruchs zur ßanbung auf See ge­zwungen worben. Das Kentern bes Flugbootes ist burd) Unterfdjneiben bes Steuerborbtragbecfs oerur- facht worben. Die Leitung bes Flugbootes trifft bei bem Unfall kein Verfchulben. Die Hilfs­maßnahmen bei dem Unfall waren ben Um- ftänben nach zweckentsprechend Die Hilfe- leistung bes bänischen MotorseglersMaja" ist befonbers anzuerkennen. Eine Belohnung der Mannschaft vom Reich wird für angebracht erachtet. Die A u s r ü ft u n g des Flugbootes. war hinsichtlich der Rettung nicht ausreichend."

Aus dem D-5ug gestürzt.

Bei der Station Mulden st ein in der Rähe von Bitterfeld fiel die 28jährige Krankenschwester Käthe Simon aus Berlin aus einem Schlafwagen des Zuges D 13 MailandStuttgartBerlin 3m Krankenhause Bitterfeld haben sich ihre Verletzungen als ziemlich leicht herausgestellt, obwohl der Zug an der Unglücksstelle eine Ge­schwindigkeit von 90 Stundenkilometer hatte. Die Rachtorschungen in dem Eisenbahnabteil haben eine Morphiumspritze und ein Fläschchen mit Morphium zutage gefordert, so daß es nicht für ausgeschlossen gehalten wird, daß Fräulein Simon sich im Morphiumrausch aus dem Zuge gestürzt hat.

Pilzvergiftungen.

3n Philippsburg (Rheinland) ist eine Familie an Pilzvergiftung erkrankt. Lebensge­fahr besteht nicht. Eine verwandte Familie in Hockenheim bei Schwetzingen liegt mit schweren Vergiftungserscheinungen darnieder. Zwei Kinder sind in der Heidelberger Klinik be­reits gestorben. Beide Familien hatten ge­meinsam Pilze gesammelt und wahrscheinlich gif­tige mit eßbaren Pilzen verwechselt. Vor zwei Tagen wurde gemeldet, daß im Eise n- bürget Komitat (Ungarn) eine Massen- pilzvergiftung vorgekommen ist, die bisher drei T odesopfer forderte. Heute wird gemeldet, daß noch ein 61jähriger und ein 44jähtiger Landmann der Vergiftung erlegen sind. Die Behörden haben eine eingehende Unter­suchung eingeleitet. Wie behauptet wird, soll auf dem Waldboden Strychnin von den Pil­zen aufgesogen worden fein, da vor kurzem in den Waldungen gegen schädliches Raubzeug Gift gestreut worden war.

Drei Knaben vom Blitz erschlagen.

3n Billemerich bei Holzeickede schlug der Blitz in einen Baum, unter bem vier Knaben im Alter von 9 bis 13 Jahren Schutz vor bem Gewitter ge­sucht hatten. Dabei würben drei Knaben ge­tötet, währenb ber vierte eine schwere Läh­mung baoontrug.

Warnung vor der Laufbahn des Studienrats.

Wie amtlich mitgeteilt wird, gaben nach einer Uebersicht der Deutschen Hochschulstatistik im letz­ten Winter fast 2 4 0 0 0 Studenten an, daß sie sich auf den Beruf des Studienrates vorbereiteten. 3m preußischen höheren Schul­dienst sind rund 16 000 Planstellen vorhanden, von denen voraussichtlich etwa 2500 im Laus« der kommenden fünf 3ahre zur Reubesehung verfügbar werden. Bei Einrechnung des Be­darfs der privaten Anstalten muß damit gerech­net werden, daß im Bereiche der preußischem, Unterrichtsverwaltung 1934 etwa Z bi- 8000