Abstimmung eindeutschnationalerAntrag mit 108 Stimmen angeommen, der besagt: „Der Magistrat wird ersucht, beim Staatsministerium dafür zu sorgen, daß dos Disziplinär- verfahren gegen den Oberbürger in ei- st er rücksichtslos und schnell mit dem Ziele der Amtsentlassung ohne Ruhegehalt durchgeführt wird'."
Die Regelung des Mielwesens. Die Bollspariei schlägt ein neues Miet« gesctz vor.
Berlin, 13. Febr. (V.D.Z.) Die Deutsche Volkspartei hat zur bevorstehenden Mieterschuhdebatte im Reichstag einen Gesetzentwurf zur Regelung des Mietwesens eingebracht, der sämtliche jetzt bestehenden Mieterschuhgesetze ersetzen soll. Der erste Abschnitt des Gesetzentwurfs behandelt die Höhe der Miete. Die gesetzliche Miete soll auf der Grundlage einer Friedensgrundmiete berechnet werden. Zu dieser Friedensgrundmiete treten Zuschläge in Hundertsähen für die laufenden Znstandsehungsarbeiten sowie für die Kosten für große Instandsetzungen. Die gesetzlich festg^cgten Zins st eigerungen und die Betriebskosten sollen ferner in ihrer vollen Höhe auf die Mieter umgelegt werden. Ausgenommen von dieser Regelung sollen Mietverträge bleiben, die schriftlich als freie Vertragsvereinbarung üler ein bestehendes Mietverhältnis neu abgeschlossen werden, ferner Verträge über Fünf - und Mehr- zimmerwohnu ngen, über gewerbliche Räume und Untervermietungen und über Reubauten. — Der zweite Abschnitt behandelt den M i'e t e r s ch u h. Für Streitigkeiten wird ein Mietschöffengericht gebildet. In einem dritten Abschnitt werden die W u ch e r b e st immun g e n geschasfen, wonach die Forderung zu hoher Mieten oder unangemessener Abstandssummen bestraft wird. Das neue Gesetz soll zunächst bis Ende Dezember 1932 befristet sein.
Ernannte Abgeordnete.
Ter bayrische Staatsgerichtshof gegen die Landesliste.
Bayern ist über Rockt durch ein Urteil des Staatsgerichtshofes in eine nicht alltägliche Situation hineinmanövriert worden. Dom Gericht ist zwar eine Klage kleinerer Parteien, die sich auf die Anwendung des Wahlgesetzes bezog, abgelehnt. Der Staatsgerichtshof hat aber doch die Feststellung nicht unterdrücken können, daß die Artikel des Gesetzes, die sich auf die sogenannte Landesliste beziehen, im Widerspruch zur Reichsverfassung stehen. Dabei ist nun die weitesten Kreisen des deutschen Volkes unbekannte Tatsache ans Tageslicht gekommen, daß im bayerischen Landtag Abgeordnete sitzen, die nicht gewählt, sondern von ihren Parteien ernannt worden sind. Die Dinge liegen hier folgendermaßen: alle Reststimmen werden genau wie im Reich und anderen Ländern auf- geteilt. Der Derteilunosschlüssel bevorzugt aber das Land stärker als Die Stadt, worin schon eine Ungerechtigkeit liegt. Dem Landtag ge- fcoren nun 128 Mitglieder an, ein« ZaA die
entnimmt aus einer Aeußerung, die Tardieu gegenüber französischen Iournalisten ge.an haben soll, daß Frankreich sich bereit zeigen werde, sein großes Flottenbauprogramm zu vermindern, wenn ihm dafür ein Mittelmeerlocarno geboten werde. — Auch der „Daily Telegraph" weist auf diese Möglichkeit hin, die am Schlüsse der französischen Denkschrift deutlich ausgesprochen sei.
Japans Flottenprogramm.
London, 13. Febr. (WTB.) Die japanische Delegation hat eine Erklärung über ihre Flottenpolitik veröffentlicht, in der es heißt: Japan tritt für Begrenzung der Formel ein, durch die die Transfers für gewisseSchiffs- gattungen gestattet werden. Es ist bereit, dem Vorschlag zuzustimmen, daß bis 1936 keine Panzerschikfe gebaut werden. Es ist für die Herabsetzung der Schiffs- a r ö ß e aus 25 000 Tonnen, für ein Geschühkali- ber von höchstens 14 Zoll und für Verlängerung Der Lebensdauer der Panzerschiffe auf 26 Iahre. Es tritt dafür ein, daß die Bestimmungen des Washingtoner Vertrages, durch die Die Grenze für 'Flugzeugmutterschiffe festgesetzt toirD, auf Schiffe dieser Art von weniger als 10 000 Tonnen ausgedehnt werden und daß Die Lebensdauer für derartige Schiffe über 10 000 Tonnen auf 26 Iahre verlängert wird. Iapan wünscht ein Stärkeminim u m an Kreuzern mit achtzölligen Geschützen, das zur Verteidigung genügt, beizubehalten. Es zieht in Erwägung, daß Die A l - t e r s g r e n z e in Der Flottenstärke anderer Mächte für Kreuzer 20 Iahre, für Zerstörer 16 Iahre fein soll. Die Delegation hält es für notwendig, die Unterseeboote beizubehalten und schlägt vor, Iapans bestehende Stärke in dieser Waffe aufrechtzuerhalten. Sie ist aber zur Mitwirkung bereit, um die Verwendung der Unterseeboote gegen Handelsschiffe streng zu regeln. Ihre Ma- ximalgröße soll beschrcknlt, ihre Altersgrenze auf 13 Iahre festgesetzt werden.
Schluß der ^oungdebatte im Reichstag.
Die erste Lesung beendet.
Berlin, 13. Febr. (DDZ.) Die erste Lesung der Pounggesetze wird fortgesetzt. Abg. Stöcker (Som.): Im Ernst denken Sie (nach rechts) gar nicht an einy Bekämpfung Der Erfüllungspolitik. Der Hauptgrund für die Verständigungspolitik war die Rellung der kapitalistischen Gesellschaft vor der proletarischen Weltrevolution.
Abg. Dr. W e n d t h a u s e n (Chr.-Nat. Arb.- Gem.) vermißt den amtlichen Widerruf der Kriegsschuldlüge im Haag. Die gesamte Re- Parationslast, die Deutschland auf Grund dieser Lüge aufgebürdet werde, sei tatsächlich auf 180 Milliarden zu veranschlagen. Wenn man ehrlich sein wolle, dürfe man diesen unerfüllbaren Vertrag nicht unterschreiben. Das Polenabkommen stelle die Freiheit und Zukunft unseres Vaterlandes in Frage. Polen werde dadurch erst in die Lage versetzt, seine Entdeutschungspolitik in vermehrtem Maße fortzusetzen.
Abg. Graf zuReventlow (Rat.°S.) kommt auf Die Zerreitzungsklausel zurück und meint, es hänge ganz vom Haager Schiedsgericht ab, ob es Den Zerreihungsfall konstruieren will. Es sei eine nicht za überbietende Frivolität der deutschen Delegation gewesen, daß sie Die Entscheidung über Tod und Leben des deutschen Volkes in die Hande des Haager Schiedsgerichts legte. Die mit Dem Voung-Plan getriebene Außenpolitik sei in Wirklichkeit Diktiert von Der innerpolitischen Gegnerschaft Der Regierung gegen Die nationale Deutsche Bewegung.
Damit schließt Die Aussprache. Die Vorlagen toerDen Dem außenpolitischen und Dem Ha ushaltsausschuß überwiesen.
Das Haus vertagt sich auf Mittwoch, Den 19. Februar: Verlängerung Der Mieterschutz- gesehe.
Oer Abzug her Besatzung.
Ende Mai die dritte Zone geräumt.
Ludwigshafen, 13. Febr. (WB.) Rachdem in den letzten Tagen mehrfach Gerüchte von einem nahe bevorstehenden Abzug Der französischen Besatzung in Umlauf gewesen sind, verlautet jetzt, daß Die Räumung Der Pfalz Anfang nächsten Monats beginnen und bis Ende März zum größten Teil durchgeführt sein wird. Die Munitionslager der französischen Garnisonen in der Pfalz sollen bis Ende März d. I. endgültig geräumt, die Garnisonen in Kaiserslautem, Speyer, Germersheim und Zweibrücken bis aus einige Kommandos, alfo in ihrem größeren Teile, bis Mitte April zurückgezogen sein. Dem Hauptproviantamt Landau (Pfalz) wurde nach der Räumung der dritten Zone auch Die Versorgung der in der zweiten Zone zurückgebliebenen Truppen übertragen. Das deutiche Personal hat staffel- weise bis zuni 31. März die Kündigung erhalten. und die Buchführung für das erste Vierteljahr 1930 wird als fünftes Vierteljahr 1929 weitergeführt. Die beiden Landauer Ar- tlllerie- und Infanterieregimenter rücken am 10. bzw. 20. März nach Verdun bzw. Rancy ab. Das 8. Dragonerregiment soll bis zur endgültigen Räumung in seiner bisherigen Garnison Landau verbleiben. Im Laufe des Monats Mai wird dann nach Den weiter vorliegenden Informationen die Dritte Zone cnDgül» tig geräumt fein; lediglich einige Heber- gabekornrnandos werden auch den Iuni über im deutschen Gebiet bleiben. In Kreisen Der Besatzung rechnet man mit einem endgültigen Abtransport der Verwaltungsbehörden für April, ebenso mit der Auflösung Der noch bestehenden Militärgerichte in Mainz, Trier, Kehl und Landau. — Das Offizierskorps der Besatzung wartet bereits mit einer gewissen Ungeduld auf die Heimbeförderung nach Frankreich. Als Hauptgrund hierfür wird die Hoffnung auf ein jetzt noch günstiges Wohnunterkommen in Frankreich angegeben, wo der Wohnungsmarkt für die später heimkehrenden Offiziere keine sonderlich günstigen Aussichten bieten soll. Dieses Drängen auf baldigen Heimtransport hat sich allen Bcsatzungstruppen mitgeteilt, die gegenwärtig mehr als 13000 Mann umfassen, und die also seit Iuni 1929 um nur etwa 350 Mann abgenommen haben. In Hessen beträgt sie 14600, im preußischen besetzten Gebiet etwa 7700.
Noch feine Klarheit über hie Gestaltung des Reichsetats.
Berlin, 13. Febr. (S.R.B.) Die Verhandlungen über den Reichsetat und Die Deckungsvorschläge sink» am Donnerstag sachlich kaum viel weiter geDiehen, obwohl Den ganzen Tag über in allen möglichen Gremien Darüber beraten toorDen ist. Das Reichskabinett hat sogar zwei Sitzungen abgehalten. Es ist nach seinen Mittagsberatungen gegen Abend erneut zusammengetreten. Wie in politischen Kreisen verlautet, war cs immer noch mit Derer ft en Lesung Des Gesamtetats beschäftigt, ohne bisher schon in Die Einzelberatung einzutreten. Die langen Kabinettsberatungen brachten es mit sich, Daß Der Reichsfinanzminister Die für heute in Aussicht genommenen interfraktionellen VerhanDlungen auf Den morgigen Freitag verschieben muhte. Dagegen hat Der Unterausschuß, Der sich mit Den Sparmaßnahmen beschäftigen soll, Das sogenannte „S t re i ch q u i n te 11", heute mittag Den Bericht Der zuständigen Sachbearbeiter Des Reichsfinanzministeriums entgegengenommen. Er sollte Dann im Laufe Des AbenDs eine weitere Sitzung abhalten, um nach Möglichkeit schon morgen Dem interfraktionellen Ausschuß Bericht zu erstatten. Die Frage Der Einsparungen rückt überhaupt stark in Den Vordergrund. Sie war auch Das Hauptthema Der Fraktionssitzung, Die Die Deutsche Volkspartei heute abend abhielt.
Rach Der allgemeinen Beurteilung im Reichstag gehen Die Meinungen über Die notwendigen Maßnahmen vorläufig noch sehr auseinander, und zwar nicht nur unter den Parteien, die hinter der Regierung stehen, sondern auch in den einzelnen Fraktionen selbst. Ehe Die Fraktionen nicht eine Klärung über ihre eigenen Vorschläge und Ziele herbei- gesührt haben, ist ein klares Bild überhaupt nicht zu gewinnen. Am Freitag und Samstag findet zudem noch eine Konferenz der Finanzminister Der SänDer statt. Sie hat zwar nur beratenden Charakter, aber die Frage, ob sie zu einer Entwirrung Der Lage beitragen wird, wird in parlamentarischen Kreisen skeptisch beurteilt.
Wie wir noch erfahren, hofft man durch die Reformvorlage des Reichsjustizministeriums erhebliche Einsparungen in der Iustiz- verwaltung herbeizuführen. Die Vorlage sieht u. a. eine Heraufsetzung der finanziellen Grenze ■Der ZustänDigkeit Der Amtsgerichte, Die Zusammenlegung von Kammern und Die verstärkte Verwendung des Einzelrichters an Stelle von Gerichtshöfen vor.
Stimmt hie Bayerische Volkspartei her Biersteuererhöhung zu?
Berlin, 14. Febr. (ERB.) Wie Die .Voss. Zeitung" melbet, scheint es, als ob zwischen Dem Zentrum und Der Bayerischen Volkspartei bereits Fühlungnahmen mit Dem Ergebnis genommen worden sind, daß die Bayerische Volkspartei, wenn auch schweren Herzens,
sich bereit erklären würde, Der erhöhten Bier st euer zuzu stimmen, wenn sie um diesen Preis durch Mehrüberweisung aus dem Aufkommen an ^Umsatzsteuer Garantien für die bayerischen Landes- s i n a n z e n bekomme.
Was geschieht mit her Arbeitslosenversicherung?
Ein neuer Vorschlag Moldenyauers.
Berlin, 14. Febr. (ERB) Eine Erleichterung Des Etats soll, wie bereits bekannt Dadurch herbeigeführt werden, daß man versucht, die Zuschüsse zur Arbeitslosenversicherung unter Umgebung des Reichsetats zu finanzieren. Zunächst war daran gedacht, eine Verquickung der Arbeitslosenversicherung mit den übrigen sozialen Versicherungsan st alten in der Weise zu schaffen, daß die gut fundierte Invaliden- und An- gcstclltenversicherung die erforderlichen Mittel Direkt an die Arbeitslosenversicherungsanstalt a u s l e i h e. Die Versicherungsanstalten sollten das Geld dem Reiche gegen Verpfändung oder Verkauf von Eisenbahnvorzugsaktien leihen. Dagegen sind in letzter Stunde grundsätzliche Bedenken erhoben worden. Die dahin gehen, daß durch die jetzt vorgeschlagene Methode eine gründliche Reform Der Arbeitslosenversicherung auf lange Zeit vertagt und auf diese Weise immer neue Vorschußanfinnen an das Reich gestellt werden würden.
Um diese Bedenken zu beschwichtigen, hat neuer- Dings der Reichsfinanzminister einen neuen Vorschlag zur Debatte gestellt. Er will für Den Etat 1930 und den Etat 1931 noch streng begrenzte Z u s ch u ß b e t r ä g e für Die Arbeitslosenversicherung bewilligen. Von 1932 ab aber soll Die Arbeitslosenversicherung keinerlei Zuschüsse vom Reich mehr erhalten. Es soll vielmehr schon jetzt Die Arbeitslosenversicherung insoweit selbständig gemacht werden, als Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Verwaltung Der Arbeits- losenversicherungsanstalt Die Höhe Der Beiträge paritätisch beftiinmen sollen. Sie können nur noch für die beiden nächsten Etats mit Den begrenzten Zuschüssen rechnen, müssen nachher aber Die von ihnen für notwendig gehaltenen Leistungen auch aus eigenen Beitragen decken.
Man hofft auf diese Weise, einmal Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Die ja zu gleichen Teilen Die Beiträge zu bezahlen haben, aus ihren eigensten Interessen heraus dazu zu zwingen, auch die notwendigen Reformen vorzunehmen, und zweitens endlich Den ewigen Unsicherheitsfaktor der Arbeitslosenzuschüsse aus der Etatsgebarung des Reiches auszuscheiden. Die für 1930 und 1931 noch zu gewährenden Reichs- Zuschüsse sollen, wie oben angeDcutet, durch Darlehen Der anderen Versicherungsanstalten gegen Die Sicherheit Der Eisenbahnvarzugsaktien finanziert werden.
Endlich greift die Polizei ein.
Auflösung einer kommunistischen Wehr- organisation.
Berlin, 13. Febr. (WTB.) Der Polizeipräsident teilt mit: Heute vormittag wurde das Bureau Der Kartellführung Der Antifaschift i s ch e n Iungen ©arDc Berlin von Der Polizei geschlossen unD das vorgefundene Material beschlagnahmt. Der Kartellführung wurde gleichzeitig eröffnet, daß jede weitere Tätigkeit polizeilich verhindert werden würde. Die Antifaschistische Iunge Garde stellt den wichtigsten Teil Der nach Auflösung des Rotfrontkämpferbundes und der Roten Iungsrcnt gegründeten Wehrorganisationen, Der sogenannten antifaschistischen Organisationen, dar. Die Beobachtung in der Provinz wie in Berlin hat ergeben, daß diese Organisationen nach ihrem Mitgliederbestand und nach ihren Zielen eine Fortführung des Rot- fr o n t k ä m pferbundes und Der Roten Iungfront bilden. Zu ihnen gehört Übrigens auch die S t u r m a b t e i l u n g M i 11 e, in der Albert Hohler und Erwin Rückert Bereit- schaftssührer waren, die das Attentat gegen den Rationalsozialisten Wessel begangen haben.
Oie Roggenmagazinierung gesichert.
Zur Preisstützung auf den Auslandmärkten.
Berlin, 14. Febr. (Tel.-lln.) Wie Der „Börsen- Courier" erfährt, hat Das Reichskabinett in feiner Sitzung am Donnerstag Dem Antrag des Reichsernährungsministers, 20 Millionen für Die Magazinierung von Roggen bereitzustellen, zugestimmt. Die 20 Millionen wolle man teilweise aus Ersparnissen beim Einfuhrscheinsystem, 4,75 Millionen aus Haushaltsmitteln (Förderung Der Getreidebewegung) unD VA Millionen aus an- Derweitigen Reichsmitteln heranziehen. Man habe Der Magazinierung non Roggen Den Vorzug vor Der Erhöhung Des Wertes der Einfuhrscheine gegeben, weil Die ausländische £a nbroirt- Ichaft nicht in Den Stand gesetzt werden solle. Den deutschen Roggen, Der gegenwärtig dank Dem Einfuhrscheinsystem auf Dem Weltmarkt für 100 Mark Die Tonne $u kaufen sei, noch billiger zu erwerben UNO Damit Der Deutschen Viehwirtschaft schwersten SchaDen zuzufügen. Wenn, wie vorgesehen, 200000 Tonnen Roggen Durch Die Tätigkeit Der mit Der Stützung Des. Roggenmarktes beauftragten Gesellschaften aus Dem Markt genommen mürDen, so sei Damit der Zwang zur Ausfuhr um jeden Preis gemildert. Es bestehe Grund zu der Annahme, daß Damit auch der Preis des deutschen Roggens auf den ausländischen Märkten a n z ie h c.
Oer Fall Böß vor hen Berliner Gtahtverorhneten.
Berlin, 13. Febr. (TU ) Am Donnerstag- abend befaßte sich Die Berliner Stadtverordnetenversammlung u. a. mit den Aufträgen der verschiedenen Fraktionen über die Amtsenthebung des Dberbüraermeifters Böß. Rach Ablehnung der demokratischen, kommunistischen und nationalsozialistischen Anträge wurde in einfacher
tveder über- noch unterschritten werden Darf. Davon sind 15 Abgeordnete durch die Landesliste in Den LanDtag hincingckom- men. Hier wird nun wieder so verfahren, daß jede Partei, sobald sie weih, wieviel Mandate sie auf Grund Der Reststimmen noch erhält, aus ihrer Landesliste sich irgendwelche Persönlichkeiten heraussucht und in den Landtag schickt. An die Stelle Der Wahl tritt also hier Die Ernennung. Es ergibt sich jetzt Die Frage, was nach dem Urteil des Staatsgericht ihoses geschehen soll, Unzweifelhaft müssen die fünfzehn Abgeordneten ihr Mandat niederlegen. Die Zahl Der Abgeordneten darf sich aber nach der bayerischen Verfassung ohne entsprechendes Abänderungsgcsetz nicht verändern. Man müßte also zur R e u w a h l schreiten. Davon wollen die maßgebenden Parteien nichts wissen, auch die Münchener Regierung nicht. Es wird vielmehr an eine älLbergangsregelung gedacht. Ob aber die Auflösung des Landtags sich nach diesem Urteil noch hinausschieben läßt, erscheint fraglich,
Haftpflicht her Reichsbeapiten bei Etatsüberschreitungen.
Berlin, 14. Febr. (ERD.) Rach einer Mel» Dung Des Sozialdemokratischen Pressedienst ist dem Reichstag der Bericht des Haushaltungsausschusses zugegangen, Der sich mit Der Prüfung Der Cinzclabschlüsse Des Etats für 1928 beschäftigt. In Diesem Bericht verlangt Der Ausschuß vom Reichstag. Daß für eine ganze Reihe von Haushaltsübcrschreitungen und außerplanmäßigen Ausgaben. Die von Den verschiedenen Verwaltungen währenD Des Etatejahres 1923 getätigt toorDen sind, Die gesetzlich erforderliche Genehmigung versagt wird. Die Folge der Richtgenehmigung einer solchen Haushaltsüberschreitung ist, daß der für Die Heber* schreitung verantwortliche Beamte gezwungen werden kann, aus eigenen Mitteln für Den Verlust aufzukommen. Den Das Reich durch die Mehrausgabe erleidet.
Aus aller Welt.
Ilnlerfuchungen an Dem Wrack Der „München".
Das Wrack Der „München" wird durch Taucher untersucht. Diese haben bisher festgestellt, daß die Platten auf beiden Seiten des Schiffes unversehrt sind, namentlich auch an der Stelle, wo die Explosion vermutlich stattgesunden hat. Cs fehlen lediglich 20 Rieten. Alle Anzeichen deuten auch daraus hin, daß Der Schiffsboden, der heute einer Unter* suchung unterzogen werden soll, unversehrt ist. Die Ursache der Explosionen ist immer noch ungeklärt. Der größere Teil der Ladung in Luke VI, bestehend aus Schellack, Torfmull und Kali für landwirtschaftliche Zwecke, war bereits entladen, ehe sich die ersten Drondanzei- chen bemerkbar machten. Mit dieser Ladung werden ebenso wie mit der ungelöschten Restladung fortgesetzt Experimente gemacht.
Die Grazer InkunabelDiebslähle vor Gericht.
Wegen Der umfangreichen Inkunabeldiebstähle an Der Grazer Universitätsbibliothek stand Der 26 Jahre alte provisorisch an Der Universitätsbibliothek angc- stellte Bibiliothekar Dr. Josef Urdich vor Dem Schöffengericht. Er hat u. a. aus Den Beständen Der Grazer Universitätsbibliothek fünf überaus seltene unD wertvolle Inkunabeln, Darunter Die „Chronica Hungariae regum Brunae" von Johannes De Thurocz aus Dem Jahre 1488 im Werte von 12 000 Schilling gestohlen unD an eine Leipziger AntiquariatsbuchhanDlung verkauft. Die Anklageschrift zählt im ganzen 122 entwendete Bibliotheksstücke auf, deren größere Zahl jedoch von geringem Wert ist. Durch geschickte Fälschungen in den Katalogen hat Dr. Urdich Die Diebstähle zwei Jahre lang masnert Sie wurden im Vorjahre aufgedeckt, als Die Leipziger Firma für Die ungarische Chronik Den Betrag von 6500 Mk. an eine Sparkasse in Graz für D r. Ur- di ch überwies was Die Sparkasse zu einer Anfrage an Die Universitätsbibliothek veranlaßte. Der Angeklagte hatte im wesentlichen nur Den Diebstahl der „Chronica Hungariae'1 zugegeben. Ein kostbares Exemplar von Goethes „Römischen Karneval" mit 20 kolorierten Kupferstichtafeln, Erstausgabe Berlin 1789, will er verbrannt Haven. Dr. Urdich hat ferner im Namen Der Universitätbibliothek an drei wissenschaftliche Institute in Rom Die schriftliche Bitte um kostenlose lieber- lassung von wertvollen Werken gerichtet, mit Der Begründung, daß Der Bibliothek Die Mittel fehlten, sie zu kaufen. Ein Institut entsprach Der Bitte, Das Paket mit Den Bänden gelangte jeDoch in Die Hände Des BibliotheksDireklors. Der Angeklagte hat im Laufe Der VerhanDlung außer Der Entwendung Der ungarischen Chronik auch Den Diebstahl' von 117 BänDen Der Universitätsbibliothek eingeftanDen. Er will Die Tat ausRot begangen haben. Zu Den wertvollen gestohlenen Werken gehört auch ein Erst« Druck von Aesops Fabeln, Den Urdich zusammen mit Goethes „Römischen Karneval" verbrannt zu haben behauptet.
Norwegen will Elektrizität exportieren.
Wie „Tidens Tegn" erfährt, wird an einem großen Projekt gearbeitet, aus Wasserkraft gewonnene große Elektrizitcitsm engen nach Deutschland zu exportieren. Es ist geplant, drei "roße Wasserfälls in Telemarken und Sörland zur .Kraftgewinnung auszubauen. Es wird mit einer Gesamtenergiemenge von etwa 600 000 Kilowatt gerechnet. Der Strom soll durch Schweden über ein Kabel durch die Ostsee nach Saßnitz und von dort nach Lübeck geleitet werden, wo die deutsche Empfangs- anlage liegen soll. Auch die Möglichkeit wird erwogen, den Strom über Dänemark zu leiten, und zwar entweder über Seeland, Fünen und Jütland nach Lübeck ober von Seeland nach Fa'ster und mit Kabel durch die Ostsee. Die gesamten Anlagekosten würden ungefähr 500 Millionen Kronen ausmachen.
Kohlenstaubexplosion.
In Regis-Dreitingen bei Altenburg entstand auf dem der Deutschen Erdöl-Aktien-Gesellschaft gehörigen Kohlenwerk eine starke Kohlenstaubexplosion, wodurch elf Trockenöfen aus- brannten. Das Feuer, das in einem dieser Oes en ausgebrochen war, pflanzte sich auf die übrigen durch di e Verbindungskanäle fort. Die Gase nahmen mit donner- ähnlichem Krachen ihren Weg durch die riesigen Schornsteine, ülngeheure Stichflammen schlugen aus diesen empor. Teilweise suchten, sich die Gase auch einen Ausweg durch die Ösen- klappen in das Ofenhaus. Dabei wurden eine Anzahl Fensterscheiben zertrümmert. Vier Arbeiter wurden durch Stichflammen verletzt. Die Feuerwehr aus Altenburg konnte nach mehrstündiger Arbeit den in den Oesen brennenden Kohlenstaub ab löschen. ,


