Ausgabe 
14.2.1930
 
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teidigt werden mutz. Die Reorganisation der deutschen Ostprovinzen ist deshalb eine Aufgabe, die zu den ersten Lebensnotwendigkeiten Deutsch­lands überhaupt gehört.

Reue polnische Zwangs­parzellierungen.

Zehntausend Hektar deutschen Grund­besitzes werden enteignet.

Warschau. 13. Febr. (TU.) Das polnische Reichsgesehblatt Rr. 8 vom 13. Februar d. 3. ver­öffentlicht die neue Parzellierungsliste für das 3ahr 1931, die vom Agrarreformminister angefertigt und am 7.d. IN. vom Ministcrpräsiden- feu bestätigt wurde, wie verlautet, soll von den 27 000 Hektar in Posen und Pommerellen der weitgröhte Teil auf deutschen Grund­besitz entfallen. 3n demselben Reichsgesehblatt wurde auherdem noch eine Ramenlisle über Zwangsparzellierungen auf Grund des Agrar- reformgefehss im 3ahre 1930 in den Woiwodschaf­ten Posen und Pommerellen veröffentlicht. Unter deu 38 angeführten Enteignungsprojekten handelt es sich in nicht weniger als 28 Fällen um deut­schen Großgrundbesitz. Die zur Enteignung bestimmte Fläche beträgt in beiden Gebielen zusam­

men 13 820 Hektar, von denen auf den deut­schen Besitz 9980 und auf polnischen lediglich 3840 Hektar entfallen. Die Parzellierungsfläche in Posen wird mit 5200 und in Pommerellen mit 4780 Hektar deutschen Bodens angegeben. Das Miß- vcrhältnis zwischen deutscher und polnischer Ent- eignungsfläche tritt im Korridorgebiet beson­ders kraß zutage, da hier der polnische Besitz mit 532, der deutsche aber mit 4780 Hektar angegriffen wird.

Oie innerdeutschen Lasten aus dem polenabkommen.

Berlin, 13. Febr. Lieber die Frage der inner­deutschen Aufbringung der durch das Polen­abkommen verursachten neuen Lasten ist eine Einigung zwischen den Regierungsparteien er­zielt worden. Danach wird lautBörsen-Courier" von den Regierungsparteien ein gemeinsamer Antrag eingebracht werden, wonach die Ent­schädigung der Liquidationsgeschädigten nach denselben Grundsätzen erfolgen soll, wie bei den anderen Entschädigungen. Zweitens soll ein Instanzenzug geschaffen werden mit dem Reichswirtschaftsgericht als letz­ter Instanz, und schlietzlich soll die Entschädigung nicht in bar ausgezahlt werden, sondern in das Reichsschuldbuch eingetragen werden. Dadurch würde nur eine Verhältnis- mäßig geringe Belastung des Etats erfolgen.

Srdtag, U- Sebruar 1930

180. Zahrgang

irr. 38 Erster Blatt

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London, 13. Febr. (WB.) Die mit großer

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gung heranzuziehen, selbst, wenn man anerkenne, daß gewisse Bedenken bei der Bcrwendung der vorgeschlagenen Maßnahmen bestehen.

Don feiten der Arbeitgeber aus In­dustrie-, Handel- und Dankkreisen wurde davor gewarnt, der Wirtschaft Fesseln anzulegen, die immer wieder zu Krisen führen müssen. Wich­tig sei die Förderung der inneren Ka­pital b i l d u n g, die aber im wesentlichen sich ausBetriebsüberschüssen ergeben müsse. Auslandanleihen seien vornehmlich in der Form von Kapitalbeteiligungen weniger durch Aufnahme hoher festverzinslicher Anleihen hereinzunehmen. Arbeitszeitver­kürzung würde letzten Endes zu einer B e r - grötzerung der Arbeitslosigkeit füh­ren, da sie rationelle Detriebsführung nicht er­mögliche. Eine Verbreiterung der Ex­po r t b a s i s würde im Zuge der bisherigen Ausfuhrentwicklung eine Hebung des Beschäf­tigungsgrades bringen. Ein sinkender Zins- f u tz, Wegfall der Zinsspanne gegenüber dem Ausland, freie Verfügbarkeit der Kapitalien wären die besten Antriebe für die Wirtschaft. Auf Wunsch der Arbeitgeber und Arbeitneh­mer sagte Reichsminister Schnaidt eine Fortsetzung der Aussprache zu, die im Laufe der nächsten Wochen in kleinerem Kreise stattfinden wird.

das endlich die Diskussion über die Zahlen er­öffnet, eine entscheidende Phase, um nicht zu agen, eine Krise der Londoner Kon­er e n z. Der Plan, die Flottenstärke von 682 000 Tonnen in den nächsten fünf Jahren auf 724000 zu erhöhen, bedeutet, datz Frankreich in die» er Zeit 42 000 Tonnen n e u e n. S ch i f f s- raum und außerdem rund 200 000 Tonnen Er­sah b a u t e n für überalterte Kriegsschiffe, im ganzen also etwa 250 000 Tonnen neue Schiffe als Ziel legen will. Linker dieser Voraussetzung ist Frankreich allerdings bereit, mit den anderen Mächten ein genau fest gelegtes Bau­programm, das auch eine Baupause für Schlachtschiffe vorsehen würde, bis zum Jahre 1936 zu vereinbaren. Bei dieser Form der Abrüstung" würde also der Streit, ob Ein­schränkung nach Kategorien oder Gesamttonnage, keine Rolle mehr spielen. Die Baupause für Schlachtschiffe ist freilich an den Vorbehalt ge­knüpft, datzkeine Schiffe des kürzlich aufgetauchten neuen Schlachtschiff - typs" gebaut werden. Mit diesem deutlichen Hinweis aus das deutsche Panzersch.ff hat Tar- dieu seinen zu Beginn der Konferenz angekün­digten Vorstotz verwirklicht. Alsbald ist auch wieder das Gerücht von der bevorstehenden E i n- ladung Deutschlands zur Flottenkonserenz aufgetreten, so datz Macdonald bereits in der gestrigen Unterhaussitzung zu einem Dementi gezwungen war.

Interessant ist in der französischen Denkschrift auch der Ausfall gegen Italien, der darin liegt, datz ein Krieg Frankreichs mit Eng­land und den Vereinigten Staaten als undenkbar bezeichnet, von Italien, dem nächsten Rachbarn und Rivalen Frankreichs, jedoch nicht gesprochen wird. Wie sollte auch Italien, ohne seine Flotte ungefähr verdoppeln zu müssen, mit diesem Pro­gramm Schritt halten? Es darf auch nicht über­sehen werden, daß Frankreich unbedingt an semer

und es könnte gezwungen fein, ihn während der­selben Periode völlig aufzubrauchen, follfen neue Schiffe desfelben Typs gebaut werden". Frankreich würde daher, falls Flolten­ferien für Panzerschiffe bis 1936 vorgefchlagen wer- den, gewillt fein, solche Ferien bis insgesamt 105 000

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Chefredakteur

Dr Frredr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich m Dießen.

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Tonnen anzunehmen.

2. Angesichts der Bedeutung, die sie dem Grund­satz der gegenseitigen Abhängigkeit der Rustungen beimiht, besteht die französische Regierung in Uebereinstimmung mit ihrem Me­morandum vom Dezember 1929 von neuem auf der Tatsache, daß jeder Beschluß der Londoner Konfe­renz über Flollenrüftungen im Zusammenhang mit dem Problem der Beschränkung der Land- und Luftrü ft ungen gefaßt wird. Frankreichs Flottenprogramm entspricht einer rein defen­siven Politik in Uebereinslimmung mit den in­ternationalen Abmachungen, die es unterzeichnet hat, insbesondere dem Briand-Kellogg-Pakt. Frank­reich ist, wie es stets wiederholt erklärt hat, weiter­hin bereit, künftig jede Form eines Abkommens für eine gegenseitige Slcherheilsgaran- lie zu erwägen, deren Wirkung sein würde, die absoluten Erfordernisse jeder Macht in relative Erfordernisse umzuwandeln.

*

Die französische Denkschrift zur Flottenfrage bringt inhal'.lich keine Lieberraschungen; sowohl die Tonnageforderungen, als auch das abrüstungs­politische Programm Tardieus, das dasjenige aller bisherigen Regierungen ist, sind seit lan­gem bekannt. Trotzdem bedeutet Das Dokument,

Berlin, 13. Febr. (Tel.-Lin.) Amtlich. Linker Vorsitz des Reichswirtschaftsmimsters Schmidt fand unter Mitbeteiligung des Reichs­arbeitsministeriums am Donnerstag eine Be­sprechung mit den Spihenverbänden der Wirtschaft über die wirtschaftliche Lage statt. 2n eingehender Besprechung wurde von den Gewerkschaften aller Richtungen über­einstimmend vorgeschlagen, Auslandkapi­tal zur Ankurbelung der Wirtschaft heranzuziehen, um die bestehenden Hemmungen zu beseitigen und auf diesem Wege den Bau- mar k t zu beleben, der zur Zeit bei zwei Mil­lionen Beschäftigten und 60 v. H. Arbeits­losigkeit das größte Kontingent an Arbeits­losen stellt. Ferner müsse man in verstärktem Umfang durch Auftragserteilung der öffentlichen Hand für Beschäftigung sor­gen. Die privaten und sozialen Versicherungen müßten alle verfügbaren Mittel zur Hergabe von Hypotheken bereitstellen. Die für Eisenbahn und Post aus der internatio­nalen Anleche demnächst zu erwartenden 400 Millionen sollten möglichst bald der Industrie zugeführt werden. Eine Arbeitszeitver­kürzung scheine geeignet, um die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen. Angesichts der großen Beunruhigung in Arbeitnebmerkreisen sei es not­wendig, alle Mittel zur Hebung der Deschäfti-

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Oie Wirischafiskn'siö.

Die EpihenverbSnde der Wirtschaft haben eine Besprechung über die aktuellen WirischastSprobleme beim Jieichswirtschastsminister.

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Frankreich veröffentlicht seine Klottendenkschrist.

Ausrüstung oder Mittelmeerlocarno.-Tardieus Vorstoß gegen den deutschen Panzerkreuzer

alten These vom Zusammenhang des ge­samten Abrüstungsproblems sesthä.t, und damit alle Vereinbarungen über die Flotten­frage nach wie vor von der Entscheidung über den Gesamtkomplex des Sicherheitspro­blems abhängig macht, ja seine Wünsche in dieser Hinsicht derart in den Vordergrund stellt, daß es eine gewisse Beschränkung seiner For­derungen für den Fall der Verwirklichung seiner seit 1919 verfolgten Lieblingsidce, eines gegen­seitigen Garantievertrages, in Aus­sicht stellt.

Der erste Eindruck in London.

London, 14. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter begnügen sich im allgemeinen mit der Veröffentlichung des Inhalts der Denkschriften der französischen und der japanischen Delegation. Fast alle Blätter heben die Stelle der französi­schen Denkschrift hervor, in der auf ö as deutsche P anzerschifs angespielt wird. DerDaily Expreß" sagt, der Tlbßih der französischen Denkschrift über die 70 000 Tonnen sei ein von Paris nach Berlin ge­richteter deutlicher Wink, die fünf nach dem Versailler Vertrag noch erlaubten Panzer­schiffe nicht zu bauen. DerDailv Chro- nicle" bezeichnet das französische Schriftstück als eineBombe".Limes" übt eine zurück­haltendere Kritik an den französischen Forderun­gen durch den Hinweis darauf, daß es nicht not­wendig sei, die von der französischen Delegation unterbreiteten Zahlen allzu genau nachzuprüfen. Bis eine endgültige Vereinbarung erreicht sei, müsse es jeder Macht freistehen, ihre Forderun- gen nach oben oder nach unten abzuändern, um sie den Forderungen der anderen anzupassen. Die Hauptsache sei, daß die französische Delegation jetzt eine genaue Liste ihrer Forde­rungen gegeben habe. DerDaily Herold'*

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Wenn nicht die ganze Londoner Flotten- kvnferenz uns täglich zum schmerzhaften Be­b'ußtsein brächte, wie sehr Deutschland aus allen Dingen der Weltpolitik jetzt ausgeschaltet ist, dann könnte es uns eine grimmige Freude berei­fen, jetzt zuzusehen, wie die angelsächsischen Mächte sich vergeblich gegen die anderen Staa- 1 len um die Abschaffung der U-Boot-

Spannung erwartete heute abend von Tardieu aus- gegcbenc Erklärung der französischen Sw äffe bemühen. Selbstverstä^ndlich: hierbei spie- I Delegation auf der Londoner Flottenkonferenz len für England und Amerika keine machtpolili- besagt, Frankreich habe verglichen mit der Dor­schen Gesichtspunkte eine Rolle, vielmehr bewegt frjCg5}Cif feine Flotten st reitkräste b e - sie lediglich der Gedanke der Humanität, der be- , r - . ((j . vermindert, heute besitze Frank- M'EtliZ im Weltkriege, als durch die Hunger- Tonnen, das sind 457 192 Tonnen we-

Vblockade Hunderttausend^ von Frauen und Km- , TfAffonmnAipn

hem in Deutschland dem Tode preisgegeben tour- niger als 1914. von allen großen ^°"enmachlen den, wahrhafte Orgien feierte. Das Llnterseeboot fei Frankreich im Jahre 1929 d l e e i n ; i g e , deren ist eine Angriffswaffe, so deklamieren Ftotlenbudget niedriger als sein vorkriegsbud- ble Engländer. Deshalb muh es a b g e s ch a f f l ge( sei. Dies fei der Grund, weshalb es verpflichtet werden (mit Schlachtkreuzern und Torpedobooten ^i, im aktiven Dienst überdieAltersgrenze kann man bekanntlich keine Angriffe unternehm hinaus eine bedeutende Tonnage alter Schiffe, j nun!)- L1-Doot ist eine Derteidi- ill5befonbcrc Schlachtschiffe und Kreuzer, zu halten.

, LL» d°g°g°n^Wi° ,ind Khfn' die Il°in-n wenn öle auf öet Sanieren) Mach'-

II Seemächte und müssen doch das Recht haben, als Grundlage für ihr Abkommen die Schaffung unsere Küsten zu schützen. eines Bauprogrammes nehmen wollten, das von

Riemandem entgeht das sarkastische Lächeln, 1930 bis 1936 läuft, fo würde die französische Dele- das die Vertreter dieser Seemächte dabei auf galion bereit fein, diese Methode anzunehmen mit den Lippen haben, denn die Franzosen wissen dem doppelten Vorbehalt, daß die vier anderen sehr genau, daß das Llnterseeboot im Verein Mächte dasselbe tun, und daß das französische ni.it ihrer überlegenen Flugwasfe heute eine ge- Darlament eine solche Regelung ratifiziere. Die rabcau lebensgefährliche Bedrohung Englands französische Flotte würde dann am 31. Dezember barftdlt. Sie denken nicht daran, es abzuschaf. ^4 479 Tonnen umfassen.

l^bcr!t5,"^tU<img@t8n(tCnai1f fachlich- DI- franiöfi|d)e L--uug mach, dann noch zwei Erörterung einlassen werden, denn diese würde Bemerkungen allgemeinen Charakters.

lehr bald einmünden in die große Blockade- 1. Mit Bezug auf Panzerschiffe hat Frank- srage, jenes umstrittenste Problem des See- reich bisher nicht von dem Recht Gebrauch ge- lriegsrechtes, bei dem es sogar Meinungsver-^cht, das ihm der Washingtoner Vertrag gibt, vor schiedenheiten geben könnte, durch die die neue bec £onfcrcn$ die 70 000 Tonnen zur Ersetzung

: lichern Ekönnte. Dteses "organisierte Piratentum Jahre 1927 auf Mel ^egt werden können Äur See ist von jeher ein unentbehrliches Mit- Frankreich fei letzt verpflichtet,infolge des S[ der englischen Politik gewesen. Man kann kürzlich erfolgten Auftau cheus eines Io hundert gegen eins wetten, datz die Blockade neuenTyps von P a n j e r f <f)i tfen von n ich t abgeschafft wird und die Llnterseeboote cinem Xeil dieses Kredits von 70000 Tonnen vor auch nicht. . Ende des Jahres 1936 Gebrauch zu machen.

Man wird Maßnahmen und Regeln zur 1 .......-

Humanisierung" des Unterseebootkrieges feier- £ li Hst beschließen, ohne sich darüber im Unkla- ren. zu sein, datz sich im Ernstfall doch niemand i daran kehrt. Die Geschichte der Dölkerrechts- biüche, besonders Englands, ist so erschütternd, l datz es nicht mit rechten Dingen zugehen würde, loenn die englische Politik sich ausgerechnet im ; Satire 1930 einer Llrnkehr befleißigen wollte.

Die Engländer würden in künftigen Kriegen gc- ' n au so gut Kanonen auf ihre HospitalschiFe bauen u nd Llnterseeboote damit arglistig in Fallen (loden, Wie sie im letzten Kriege die Flaggen i dcc neutralen mißbraucht haben und auf dem Sande Role-Kreuz-Fahnen auf Munitionsdepots h ißten. Alles, was in dieser Beziehung auf ; d tc Londoner Flottenkonferenzfestgelegt" wird, iffi nur dazu da, der friedensliebenden Welt- öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen, im übrigen aber nicht das Papier wert, auf b em es geschrieben wird.

GietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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DerbedrangiedeuischeOsien.

Mit der Lieberreichung ihrer Denkschrift haben kxe Landeshauptleute der sechs preußischen Ost» Provinzen der gesamten deutschen Oefsentlichkeit ein klares Bild von der Lage des deutschen Ostens gegeben, und damit das Gesamtinteresse fir diese deutschen Gebietsteile erweitert. Die willkü rliche Grenzziehung des Ver­sailler Friedensvertrages hat dieses c mheitliche Wirtschaftsgebiet verstümmelt und sei- iter wichtigsten Organe beraubt. Gan^ Gt en- bahnstrecken sind zerrissen worden, Chausteen enden plötzlich im Leeren. Die Städte verloren itzr Hinterland, die Dörfer ihre Aecker. Manche Gemeinden sind vollkommen auseinander-

«e f a l l e n, der eine Teil ist polnisch, der andere neues Menschenmaterial anzusehen, um der deutsch und es gibt nur wenig Tageszeiten, Polenwanderung einen Riegel vorzuschieben. iBO der Verkehr ohne Hindernisse gestattet ist. Die Landeshauptleute haben all diese^ Rot- Dach Sonnenuntergang dürfen die Bauern nicht stände in ihrer Denkschrift in klarer Prazolon ' e ninal mit ihrem Grenzausweis ihre in Polen aufgeführt. Die Tendenz ihrer Aktion ist mcht liegenden Aecker betreten. Die Städte sterben ab. politisch. Sie wollen Abhilfe schaffen und be- Landsberg, einmal eine blühende Stadt, besah dürfen deshalb der Mitwirkung des ganzen v»r dem Kriege 15 Unternehmungen, in denen Deutschen Reiches. Man darf ihnen beipfuch- 3KO0 Arbeiter beschäftigt wurden. Heute finden ten, daß es ohne Frage Ausgaben in Deutfch- mur noch 750 Arbeiter ihre Existenz. Aehnlich land gibt, die zurückstellbar ilnd, im Interesse js iH es in Friedeberg und in Großwartenburg. der Förderung des deutschen Ostens, os ist Die Folge davon ist eine immer mehr sich damit aber nach keiner Richtung hin eine Ron- sSeigernde Abwanderung der deutschen kurrenz mit dem CIDeftcn ju befurchten. Das Bevölkerung, während die Wirtschaft- deutsche Land ist ein geschlossenes Ganzes und Ncke Expansion der polnischen Min- alle Glieder werden nur existenzfähig sein, wenn der beiten von Tag zu Tag zunimmt. In der ste alle die gleichen 9 esunden Ver - Crenxmart ist die Dichte bereits unter den Stand hältnisse haben. Der Binnenmarkt rcicht vom des Jahres 1871 gesunken. Während die Be- Osten bis zum Westen. Jeder Landesteil Jjat s iedlungsdichte in Deutschland im Durchschnitt seine Spezialität. Der Warenverkehr ist damit 134 Einwohner auf den Quadratkilometer auf» natumettoenöig. Und es zeigt nur, dah die weist, kommen in der Grenzmark zum Teil nur Polen in ihrem Chauvinismus die Lage richtig noch 35 Kövke auf den Quadratkilometer. Dabei erkennen, wenn sie ihre Westexpansion mit allen i ft die Siedlungsfrage bevölkerungspolitisch das nur erdenklichen Mitteln fordern. Dem muh elementarste Problem für die deutschen Qstpro- Einhalt geboten Werdern Und esu h möglich Bingen. Cs gilt also Existenzmöglichkeiten zu sein, trotz der willkürlichen und sinnlosen Gren- sHaffen. Das Absterben der Industriebetriebe zen zumindest den uneingeschränkten muß zum Stillstand kommen, der Verkehr bedarf Bestand des Deutschtums un Oft en ju großzügigster Förderung, es muh die lebensnot- gewährleisten. Das kann aber nur von Erfolg wendige Bahn von Guben nach Kreuz gebaut begkttet sein, wenn der und h^sich unge- werden, damit endlich wieder der direkte Der- brochene Lebenswille m teutfeben Ostmark kchr nach dem Osten in gerader Linienführung durch Zuführung neuer Lebenssäfte geftartt »astande kommt. Und schliehlich gilt es, auch 1 wird. Es ist uralter deutscher Besitz, der ver-