Ausgabe 
13.11.1930
 
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Das grauenturnen im Gau Heffen der DL

und führend im Mittelrheinkreis geworden

ist.

Mit einem begeistertenGut Heil" auf die Verdun

1. Fortsetzung.

Nachdruck verboten

seine Teilnahme an einem vierzehntägigen Lehr­gang für Frauenturnen an der Turnschule der D. T. in Berlin wertvolle Ergänzungen geben konnte.

Dem Turnverein und der Stadt Lauterbach wird für die Durchführung des diesjährigen Gau-Frauen-Wetturnens einmütige Anerkennung ausgesprochen und weiterhin nach eingehender Würdigung der Gründe und Gegengründe zum Ausdruck gebracht, daß der G a u t u r n t a g im Frühjahr das der Stadt Butzbach übertragene nächstjährige Gau-Frauenturnen belassen möge, anstatt es, wenn auch ausnahmsweise, diesmal mit dem allgemeinen Gaufest zu Gießen zu verbinden. Der Inhalt eines Gau-Lehrgangs an drei Sonntagen zu Anfang nächsten Jahres zu Gießen wird von dem zuständigen Unter- ausschuh unter Berücksichtigung der Wünsche aus den Frauen-Abteilungen festgelegt und mit gau­eigenen Lehrkräften durchgeführt werden, denen sich Frl. Friedel Kaste n, Frankfurt a. M., vom Frauen-Turnausschuh der DT. für einige be­sondere Ilebungsstunden anschließen wird. Unter einmütiger Entschließung wird die Wiederwahl des Gau°Frauenturnwartes Rudolf Paul, Gie­ßen, auf weitere vier Jahre dem Frühjahrs- Gauturntag in Borschlag gebracht in An­erkennung seiner werbenden und sachkundigen Arbeit, durch die

das Frauenturnen im Gau Hessen bis zu nunmehr 60 Abteilungen angewachsen

70 Jahre Turnverein Bad-Nauheim.

Am heutigen Tage sind 70 Jahre verflossen, seit turnbegeistert- Männer aller Berufsstände zu­sammentraten und die Gründung eines Turn­vereins in Dad-Rauheim beschlossen. In sieben Jahrzehnten ist der Verein der Turnverein 1860 Dad-Rauheim e. V. zum größten Verein der Stadt angewachsen. Auch im Turngau Hessen der D. T. marschiert er nach der letzten Be- ftandserhebung mit 794 beitragspflichtigen Mit­gliedern an der Spitze.

Tenniskampf Deutschland-Schweden

Mit dem vierten Länderkampf zwischen Deutsch­land und Schweden am 15. und 16. Rovember er­

hält auch zugleich Mannheims neue Tennishalle ihre sportliche Weihe. Für den Wettbewerb hat der Schwedische Tennis-Bund einen wertvollen Silberpokal gestiftet, der nach fünf Siegen einer Ration zufallt. In den bisherigen Spielen blie­ben die Schweden in der Halle zweimal erfolgreich, während Deutschland erst in der dritten Begeg­nung auf offenen Plätzen zu einem Sieg kommen konnte. In Mannheim werden die Schweden im Einzel mit dem deutschen Hallenmeister KurtOest- berg und Harry Ramberg, im Doppel mit Oest- berg-Henning Müller antreten. Die deutschen Dertteter sind in den Einzelspielen Dr. Buß und Dr. Dessart, während das Doppel Dr. Buß- Oppenheimer bestreiten werden.

Vorturnerstunde in Gießen.

o In einer planmäßigen Vorturner­stunde für die Leiterlinnen) der Frauen-Abtei­lungen bei den Turnvereinen des Hessengaues lOstheim, Rieder-Mörlen und Grohen-Buseck sind neu hinzugekommen) am Sonntag zu Gießen übte Gaufachwart Rudolf Paul (Gießen) zunächst Grundformen aus der Körperschule als Einfüh­rung zu den neuen allgemeinen Freiübungen für die Gauveranstaltungen, Heinrich Schneider (Wetzlar) wertete unter neuzeitlicher Verwen­dung der Keule als schwungverstärkendes Hand­gerät die Pflichtübungen des vorigen Turn- jahres in ansprechenden Abwandlungen aus und baute anschließend eine neue Gruppe auf, Lud­wig Jost (Friedberg) behandelte aus der Bewe­gungsschule einige Schrittarten, während Frl. Luise Schwarz (Friedberg) zwei ßotte Volks­tänze zur Durchführung brachte. Richt zuletzt blieb auch das Geräteturnen in riegenweiser Abwechslung am Reck (Hch. Schneider), Barren (Rud. Pan ) und Pferd (Luise Schwarz) in ge­wohnter ege, zumal nach der Erreichung von Rekordgrenzen in allen meßbaren Leistungen die

Freude an dem unerschöpflichen Reichtum der Geräteübungen wieder allgemeiner wird.

In den am Rachmittag sich anschließenden Ver­handlungen der Abteilungsleiter wurde rück­blickend die durchgearbeitete Uebungsfolge in obigem Sinn eingehend gewürdigt, wobei Ludwig Jost (Friedberg) zug'eich mit dem Bericht über

2.

Die Sonne war gegangen, ihre letzten Scheide­grüße flammten noch a n Himmel wie gelb und rot leuchtende Bänder. Die Farben Spaniens

Zu Tausenden wogcen die Menschen auf den Promenadenwegen des Pa eo de Gracia und auf den Bürgersteigen rechts und links hin und her und der Korso war so gedrängt, daß die Wagen nur noch knapp wie Schneckenpost vorwar s kamen.

Primo Duero war versttmmt. Richts mehr von bec leichten Fröhlichkeit war in ihm, bie er so reich­lich am Anfang der Fahrt besessen. Die Frage quälte ihn Wer war der dreizehnte Elown ge­wesen?

Gr hatte sich vorhin beim Zählen nicht geirrt, es war ganz unmöglich Ec wollte sich klarmachen, jemand te sich einen Scherz gemacht, aber er, der sonst gar nicht zum Aberglauben neigte, konnte ein unbehagliches und drückendes Gefühl nicht los­werden.

Er war letzt völlig verstummt und achtete we­nig aus das ausgelassene Karnevalstreiven, das ihn umgab Er dachte, wenn es nur erst so weit wäre, nach Hause zu fahren. Ec hatte zwar nie­mals große Sehnsucht nach der Gesellschaft des Vaters, denn er ward von ihm bei jeder Gelegen­heit geduckt und von guten Ratschlägen erdrückt, ohne jemals ein liebes oder väterlich kamerad­schaftliches Wort zu hören, aber heute war es ibm, als könne er erst auf atmen, wenn er von diesem rotumkleideten Wagen herunter wäre, auf dem die Clowns, mit ihren nun längst verschobenen und teilweise abgenommenen MaSken, wie rote Teufel ihr albernes Wesen trieben.

Er kam sich plötzlich lächerlich vor und blickte verächtlich an dem grellen Satin seines Rarren- gewandcs herab.

Er hatte die Fahrt nicht mitmachen wollen. Halte lieber die Kusine begleiten wollen, als Zu­schauer des Korsos, aber sein Vater war grob ge­worden. Du beteiligst dich ganz selbstverständlich Du bist eben einer mehr und je voller der Wagen, um so auffallender wirkt er.

Unb schließlich fand er denn auch alles ganz amüsant.

Er schalt sich selbst. Wie kann man sich nur so gründlich in eine tiefe Laune hineintreiben lassen non einem Etwas, das, wenn es vorhanden getoe- fen, ^n übermütiger Scherz war, oder das sich in einen deinen Rechenfehler auflöste, den Eva Hirt- betfl lmi) er gemacht.

Gießen (1861); L Ilium, Dad-Rauheim; W. Schorge, Großen-Linden; Th. Zwietz. Gießen (Reichsbahn). 2. Preis: I. Fett, Großen- Linden; C. Wahren, Gießen (1861).

100 Silben.

1. Preis und Ehrenpreis: E. Jost, Gießen (1861); K. Müller, Bad-Rauheim; C. Volk, Großen-Linden. 1. Preis: R. Strauch, Gießen (1861); L. Horn, Dad-Rauheim, K. Brückel, Gießen (Ges.); H. Drüchner, Butzbach; R. Rieh, Gießen (1861); E. Müller, Dutzbach; M. Kümmel, Wieseck; G. Octh, Gießen (Reichs­bahn); K. Hof, Gießen (1861); G. Schäfer, Wieseck; W. Weiß, Großen-Linden; H. Schneider, Gießen (Reichsbahn); L. Weiß, Großen-Linden; L. Fisch, Dad-Rauheim. 2. Preis: O. Rühl, Gießen (Ges.); Fr. Döringer, Wieseck; A. Kolb, Wieseck. 3. Preis: H. Schürmeyer, Wieseck.

80 Silben.

1. Preis und Ehrenpreis: E. Lein­weber, Gießen (Ges.); R. Seipp, Großen-Linden;

Das junge Mädchen stand jetzt auf der anderen Seite, neben ihrer Kollegin, der Verkäuferin Pa- quita Casanovas Ein kleines lebhaftes Geschöpf war Paquita, mit Glutaugen und Küisemund, die längst ihre Maske herunlergerissen und sich wie eine kleine Besessene im Konfettiwerfen austobte.

Primo Duero befand sich inmi ten dec anderen und fühlte sich doch vereinsamt. Ec sprach zu nie­mand, <tt achtete auch nicht daraus, ob jemand zu ihm etwas tagte. Er sah nun aus einem ter Stühle, die für Ermüdete auf dem großen Lastwagen stan­den, und er stützte den Arm auf die Seitenwand.

Unb wie er so dahinfuhr, auf und ab den Paseo in das Dunkeln des Abends hinein, das dem Sonnensterben hierzulande so bald folgt, ohne über die weich?, versöhnende Brücke der Dämmerung zu gehen, war es ihm, als sei er der einzige Mensch in einer fremden, törichten Rarrenwelt.

Er sann. Eigentlich war er von je recht einsam. Die Mu ter war eine Haus, rau gewesen mit vielen Freundinnen, die alles liebte, was laut und lär­mend war. Der daran lag, in der heiligen Woche das wertvollste Seidenkleid, die teuerste Mantilla zu tragen, die im Pacque an Sonntagen begeistert Die Sardanas mittanzte, solange sie noch schlank war, und daoei zujah, als die Ueppigkeit sie am ungestörten Genuß hinderte, die es lächerlich fand wie sein Vater, als er stuöiecen und Arzt werden wollte, und die niemals viel Zeit für ihn übrig gehabt, weil immer eine Freundin vorging. Aber lieb hatte er sie doch gehabt, denn ihre Hand hatte manchmal weich auf seinem Scheitel gelegen und sie hatte ihn oft angelacht mit den bis zuletzt schneeweißen Zähnen: Chico mio!

Seit sie tot war, hatte er kein liebes Wort mehr gehört. Der starre, eiskalte und oft so zornig auf­fahrende Vater hatte nur Freundlichkeit für die Kundschaft, für den Sohn blieb nie etwas davon übrig. Die paar Freunde, die er besaß, waren gute Jungens, aber die Freundschaft war ohne be­sondere Wärme, zu keinem fühlte er sich stärker hingezogen.

Die Kusine, die der Schicksalswind auch in das kalte Haus seines Vaters gewirbelt, war wie seine Schwester. So gab sie sich meist. Schwesterlich und besorgt. And sie gefiel ihm sehr, er dachte oft, er könnte sie sich gut als seine Frau denken. Ec war sechsundzwanzig, sie zweiundzwanzig Jahre. Bis­her hatte sie schon vier Fceter abgewiesen.

Sein Vater hatte ihr bei dem vierten geraten: Rimm ihn, Montserrat, ich lebe nicht ewig und Mitgift hast du keine. Sorge für deine Zukunft, krieche unter die Flügel eines Mannes!

Da hatte sie mit blitzenden Augen erwidert Ich will mich nicht unter die Flügel eine« Mannes verkriechen. Ehe ich so einen von denen, die mich bisher haben wollten, heirate, nehme ich eine Stel­lung an. Wenn du mit auch keine Mitgift gibst, so hast du mich doch wenigstens etwas lernen lassen.

A. Grün, Gießen (1861); E. Werner, Butzbach 1. Preis E. Honig, Mücke; H. Zarnmert, Gr.» Linden; E. Reitz. Mücke; F. Hildebrand, Wieseck; W. Paulus. Gießen (1861); O. Hönig, Mücke; R. Lotz. Gießen (Reichsbahn); H. Werner, Gießen (1861), K. Pröe. Gießen (Ges.); G. Schäfer, Gie­ßen (Ges.). 2. Preis. E. Krauß, Mücke; G. Häuser, Gießen (1861); W. Dikomeit, Gießen (Ges.). H. Ott, Großen-Linden. 3. Preis: O. Seipp, Großen-Linden; E. Jung, Grohen-Lin- den: G. Balser, Gießen (Ges.).

60 Silben.

1. Preis und Eh renpreis: M. Selig­mann, Gießen (1861); E. Stern, Großen-Linden; G. Roth, Gießen (Ges.). 1. P r e i s: A. Keßler, Mücke, R. Jung, Butzbach. F. Koch, Gießen (1861); T. Schmidt, Butzbach; F. Hofmann, Gießen (1861). 2. Pceis: C Hammann, Butzbach; K.Peppler, Wieseck; K. Schorge, A. Seipp, W. Weinandt, K. Grimmel, Großen-Linden; Fr. Jung, Gießen (Reichsbahn); K. Rau, Gießen (1861).

Der Dreizehnte.

Nomon von Anny von panhuys Copyright 1929 by Verlag Vechthold. Braunschweig

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Sprachen und Musik. Ich werde mir dann einen Posten a s Gesellschafterin suchen.

Dabei hatte sie ihn, Primo, wie hilfesuchend angesehen. Und es war, als stände das Hoffen in ihren dunklen Augen, er könne die schwere Frage ihrer Zukunft und ihres ganzen Lebens lösen.

Sollte er dem Vater bekennen: Montserrat ge­fällt mir so gut, gib sie mir zur Frau?

Er hatte geschwankt und dem schon zornig genug erregten Vater nicht gewagt, das zu sagen, obwohl er schon ein paarmal nicht gerade brüder­lich den lockenden Mund Montserrats geküßt.

Daran hatte sie wohl gedach. als ihn ihr hilfe­suchender Blick traf.

Unö als er nicht sprach, als er nicht das er­lösende Wort sand, auf das sie zu warten schien, waren ihre Augen kalt und gleichgültig geworden. Sie hatte zu seinem Va ec, dec noch immer zornig polterte, gemeint: Laß es gut sein, Onkel, vielleicht nehme ich den Rächsten, dec mich arme Muchacha will, oder wenn ihr mich nicht mehr braucht in Küche und Haus, vielleicht, daß Primo heiratet, dann suche ich mir, wie ich sagte, eine Stellung.

Seit dem Tage schämte er sich etwas vor seiner Kusine und sie gingen sich fast ein wenig aus dem Wege.

Primo Duero dachte an sie mit leiser Sehnsucht und Mitleid. Sie hatte wirklich so wenig im Hause des Vaters, war wie ein kleic.es Mädchen von ihm abhängig. Aber dann schob sich voc das Bild der dunkeläugigen, schwarzhaarigen Montserrat die Gestalt der blonden Goa Hirtberg.

Er mußte trotz feiner Verträumtheit lächeln; sie gefielen ihm, wenn er ehrlich gegen sich selbst sein wollte, eigentlich beide.

Um acht Uhr sollte das Auto seine Clownbe­satzung wieder zurück nach der Calle Fernando bringen und voc dem Geschäft absetzen. Don dort aus konnte jeder den Heimweg machen, wie es ihm beliebte. Und Primo Duero, noch immer in sein Rachdenken versponnen, merkte cs kaum, daß er nicht mehr den Pa eo auf und ab schaukelte, sondern schon über die wunderschöne Plaza Cata- lunna fuhr. Ec sah nicht die weihen Stufen des erhöhten Hauptplatzes, sah nicht das mattgrüye Meerwasser in den breiten Decken rinnen und den im hellen Gaslicht scharfgrünen Rasen. Er sah nicht die grellen Leuchtschilder der Häuser am Platz, die sich im Farbenstrudel förmlich inein­anderverwoben unter deni dunklen Himmel, er be­sann sich erst auf seine Umgebung und daß er nun bald daheim war, als der Wagen bereits in die Calle Fernando einbog.

Er warf die Sentimentalität ab, die ihn einge­hüllt wie ein Mantel, und sprang als erster vom Wagen. Bald waren alle vom Auto herunter, das der Chauffeur sofort in die Garage brachte, aus der es entliehen.

Der Laden war bereits geschlossen und so trennte man sich denn. Der Packer wollte noch

mit ins Haus gehen, um seine allabendlichen Auf­räumungsarbeiten zu machen.

Aber Primo schickte ihn weg.

Sie werden auch müde sein, Juan, das Auf­räumen hat Zeit bis morgen früh, heute nach­mittag war ja mein Vater allein, und in der Werkstatt ist nicht gearbeitet worden."

Da ging auch Juan mit raschem Gutenachtgruß.

Primo betrat das Haus und die Po tera kam ihm auf dem Gange entgegen Gr hatte die Maske an der Hand und freute sich, endlich das Kostüm ausziehen zu können.

Die Portera grüßte den Sohn deS Hausherrn höflich und sagte:Es war ein Sennor hier, zwei- imal, und ich habe müssen am Privateingang klingeln, er erklärte, Don Jose könne nicht aus­gegangen fein, weil er ihm doch rechtzeitig Mit­teilung von feinem heutigen Besuch mit An­gabe der Stunde gemacht hätte. Als er daS zweitemal hier war, tat er sehr ärgerlich und sagte, er wünsche, wenn einer der Herren käme, sofort im Hotel Ritz angerufen zu werden. Roch heute abend, gleichviel zu welcher Stunde. Ich sollte nur bestellen, er hätte den Schmuck, wie ausgemacht, heute abholen wollen, und ich mochte auch sagen, der Marquis wäre sehr verstimmt über die Nachlässigkeit." Oiad) winziger Pause fügte sie hinzu;Aach die Sennorita, ich meine Ihre Kusine, war schon hier. Aber weil sie nicht hineinkonnte, ist sie noch einmal fort ge­gangen.

Primo Duero blickte die Frau verständnislos an und sagte gedehnt:Mein Vater muß doch zu Hause fein!

Olein, er ist bestimmt nicht zu Haufe. Er hat den Laden sehr früh geschlossen und wird sich wohl auch den Korso haben betrachten wollen", er­widerte sie.

Primo schüttelte den Kopf.

Mein Vater macht, um dergleichen zu sehen, nicht einen einzigen Schritt, noch dazu, wenn er einen so guten und wichtigen Kunden erwartet, wie heute den Marquis. Ilnö er hat noch nie­mals das Geschäft vor der Zeit geschlossen." Er schüttelte abermals den Kops.Hat er denn zu Ihnen geäußert, er beabsichtige zum Korso zu gehen?"

Bewahre! Ich sah ihn doch gar nicht Weg­gehen", antwortete die Frau,ich nehme es nur an, weil der Laden so früh geschlossen war um bi Don Jose auf sehr lautes und anhaltendes Klin­geln hier an der Korridortüre, nicht öffnete. Uebri- Dens muß er gleich nach Ihnen fortgegangen sein, Denn um sechs Uhr, als der Marquis kam, war der Laden schon zu wie sonst abends Ich meinte. Sie hätten ihm zugeredet, sich die Sache mal an- zuschauen. Kaum waren Sie weg, muß er die Rolläden runtergelassen haben. Ich dachte schon. Sie hätten es getan!"

(Fortsetzung folgt.)

denheit des Frauenturnens mit der deutschen Turn­sache schloß die anregende Tagung.

... uni) Vorschwimmerstunde.

Unter der Leitung des Gauschwimmwartes Franz Sauer (Gießen) hielten die Schwimm- Abteilungen der Gauvereine am Sonntag zu Gießen eine planmäßige Vorschwimmerstunde ab, deren Ertrag vornehmlich der methodischen Gestaltung der Ausbildungsarbeit zugute kommen soll. Vormittags vereinigten sich die zahlreichen Teilnehmer auf dem Turnboden, um eine reiche Auswahl von Freiübungen durch­zuarbeiten, die in enger Beziehung zu Schwimm- betoegungen stehen. Anschließend folgten Turn­spiele mit dem Ball in verschiedenen Formen und Aufstellungen, wie Jäger- und Völkerball, Dodenhandball, Tor- und Kreisspiele mit dem Medizinball, Kreiswurfspiele unter dem meter­hohen Seil, Wasserballübungen und

Fangspiele. Die Bedeutung deS TumenS al8 allgemeine Grundlage auch für das Schwimmen fand in ausgewählten Uebungen an den Geräten ihren Ausdruck, und Anleitung zur Massage lenkte die Aufmerksamkeit nach der Seite des

Rettungsschwimmens.

Rachmittags wurden die Anleitungen im Schwimmbecken des Städtischen VolksbadeS fort­gesetzt und zunächst an einer Schülerriege gezeigt, wie Anfänger allmählich an das Wasser gewöhnt werden, an seine wachsende Tiefe, an Tauch­übungen, an Tum- und Ballspiele im Wasser und engere Vorübungen zum Schwimmen, wobei nach neuerer Entwicklung das Kraulschwim­men vor dem Brustschwimmen in Be­trieb genommen wird. Die Abteilungsleiter be­schäftigten sich mit der stilgerechten Herausarbei- tung der verschiedenen Schwimmarten und schlos­sen ihren Uebungstag mit einem Wasserballspiel.

Großer deutscher Reitersteg in USA

Deutschland gewinnt die Militär-Trophäe. -

Die siegreiche deutsche Mannschaft.

(Oblt. Hasse) zusammen. Am besten schnitt Dedo

Am Dienstagabend erreichte das internationale Reitturnier in dem von 14 000 Zuschauern besetz­ten Madison Square Garden mit der Entscheidung um die wertvolle Militär-Trophäe seinen Höhe­punkt. Die deutschen Reichswehroffiziere, die sich an den voraufgegangenen Tagen mit ihrem Ma­terial weise geschont hatten, konnten unter dem Jubel der Massen in dieser Konkurrenz ihren Sieg aus dem Jahre 1928 wiederholen. In den Rahmen-Wettbewerben war ihnen das Glück zwar nicht immer zur Seite, dafür um so mehr in den Hauptprüfungen, denn auch kürzlich in Boston konnten die Deutschen dieMilitary-Trvphy" ge­winnen, wozu ihnen in erster Linie ihre große Ruhe und die notwendigen eisernen Rerven ver­halfen. Der große Erfolg ist nicht nur in sport­licher Hinsicht einer bei wertvollsten, sondern auch dem Ansehen des Deutschtums in Amerika hat er außerordentlich viel genützt.

Untere Mannschaft setzte sich aus Dedo (Frhr. v. Olagel), Kampfgesell (Oblt. Momm) und Derby

mit nur einem Fehler ab, doch standen Derby mit li/o und Kampfgesell mit 3 Fehlem nicht viel nach. Mit 5y2 Fehlem war Deutschlands Sieg in der Gesamtwertung gerettet, zumal die Ame­rikaner mit ihrem zweiten Pferde viel Pech hat­ten. Die Zuschauer, unter denen sich auch Bot­schafter von Prittwitz, General von Blomberg und Oberst Kühlenthal befanden, brachen in einen Riesenjubel aus, als den drei Offizieren vom Kommandeur des östlichen Armeebezirks, General­major Ely, unter den Klängen des Deutschland­liedes die Trophäe überreicht wurde. Schon am Rachmittag wurde die deutsche Flagge am Sieges­mast gehißt. Oblt. Ha se holte sich auf Derby ein schweres Springen über vier 1,55 Meter hohe Koppelricks ohne jeglichen Fehler gegen weitere 24 Teilnehmer. Das genaue Resultat der Mili­tary-Trophy lautet: 1. Deutschland 51/2 Fehler, 2. Amerika 10 F., 3. Ungarn 16 F., 4. Irland 171/2 Fehler.

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