Ausgabe 
13.11.1930
 
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b-rv°- zwei Hügel, ein «rtfjercr «ft bann n°ch ÄS? ftiU

Oer Reichskanzler bei Hindenburg.

Dem Reichspräsidenten wird über die Zortführung des WirtschastSprogrammS Bericht erstattet.

beihilfe beschafft werden sollen, beantragte Abg. Dr. Perlitius (Z.), 1. die Regierung zu er­suchen, eine Aufstellung vorzulegen, welchen Geldbedarf der kommunistische Antrag auf Win­terbeihilfe nach genauer Berechnung erfordert und welche Deckungsmittel zur Verfügung gestellt wer­den können; 2. die Beschlußfassung über diesen, Antrag bis zum (Eingang der geforderten Anga­ben z u r ü ck z u st e l l en.

Dieser Zentrumsantrag wurde gegen die Stim­men der Nationalsozialisten, Deutschnationalen und Kommunisten angenommen. Damit waren auch zunächst sowohl der kommunistische Antrag für die Winterbeihilfe wie der deutsch­nationale Antrag und der Zusahantrag der Wirt­schaftspartei auf Naturalienbeihilfe erledigt. Der Ausschuß vertagte sich auf Donnerstag.

Llm eine Winterbeihilfe aus Reichsmitteln.

Der Haushaltsausschutz vertagt dahingehende Anträge.

Berlin, 12.Nov. (BDZ.) 2m Haushalts- Ausschuß des Reichstags beantragte Abg. Schrö­ter- Merseburg (Komm.), in Anbetracht der un­geheuren Notlage den Erwerbslosen, Sozial- und Kleinrentnern, sowie allen Fürsorgeberechtigten, eine Winterbeihilfe aus den Mitteln des Reiches auszuzahlen. Die Winterbeihilfe soll für die Hauptunterstützungsempfänger 40 Mk., für jeden Llnterhaltsberechtigten 12 Mk. be­tragen; Empfänger von Waisenrenten sollen 12 Mk. erhalten. Der Vertreter des Reichs- arbeitsministeriums gab den finanziellen

Lochschulnacknchten.

Der Berliner Privatdozent Landrichter Dr. Helmut Rühl hat einen Ruf als ordentlicher Professor für bürgerliches Recht und Arbeitsrecht an die Handelshochschule Mannheim als Nachfolger von Prof. Lautner erhalten.Der derzeitige Rektor der Technischen Hochschule Berlin, ord. Professor für Daugcschichte. Dr.» Ing h c Dr. phil h. c. Daniel Krenckerist zum Honorarprofesior an der Berliner Landwirt­schaftlichen Hochschule ernannt worden.

ren, um die Handelsspanne beträcht­lich zu senken. Da die Handelsspannen bei den zahlreichen verschiedenartigen Erzeugnissen nicht einheitlich beurteilt werden können, haben sich die Verbände freiwillig berciterklärt, im Zu- sammenwirlen mit der Reichssorschungsstelle für landwirtschaftliches Marktwcsen und unter Hinzu­ziehung des Reichsverbandes des deutschen Gar­tenbaues und einer Vertretung der Hausfrauen die Preisbildung und -bewegung für die derzeit wichtigsten Gemüse- und Obstarten einer fort­laufenden genauen Prüfung zu unterziehen und deren Ergebnisse der Oeffentlichkeit zu unter­breiten. Die Arbeiten sind bereits in Angriff ge­nommen. Es ist zu erwarten, daß auch auf diesem Gebiete die Senkung der Preise, die von den Ver­bänden schon vor etwa 14 Tagen freiwillig e i n g e l e i t e t ist, einen weiteren Fortgang nehmen wird.

Die in den letzten Tagen im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit dem Kartoffelgroß- und Kleinhandel unter Mitwirkung der Erzeuger- und Der­braucherorganisationen, insbesondere den Haus­frauenvereinen, über die Senkung der Kartoffel­preise geführten Verhandlungen haben ergeben, daß auch der Kartoffelhandel bereit ist, der all­gemeinen Wirtschaftslage Rechnung tragend einen Abbau der Preise vorzunehmen.

Keine Vorverlegung -er Besoldungskürzung.

Die Sanierungsvorlagen in den Reichsratsausschüssen.

Berlin. 12.Roo. (BDZ.) Die Reichsratsaus- fchüsfe begannen heute vormittag mit der zweiten Beratung der Sanierungsvorlagen, an erster Stelle des Gehaltskürzungsgefehes. das ver­abschiedet wurde, ohne daß von irgendeiner Seite ein Antrag kam, den Termin der Gehalts­kürzung vorzuoerlegen. Eine Aenderung wurde van den Ausschüssen an der Regierungsvorlage nur hin- sichtlich der Stellung derBehördenange- (feilten vorgenommen. Das Gesetz über die 6 i n- schränkung des P ers onalauswandes in der öffentlichen Verwaltung wurde in zweiter Lesung angenommen. Sodann sand eine allgemeine Aussprache über das Realsteuer- geseh statt. Bis in die späten Abendstunden be- schästigten sich die Ausschüße noch mit der Einzel­beratung dieses Gesetzes, die am Donnerstag fortgesetzt werden soll. Die Zweite Lesung des Ausgaben-Vegrenzungsgesehe» soll gleichfalls am Donnerstagvormitlag vorgenommen werden.

ein kleinerer, zwischen denen ein Sattel lag, und die verborgene Sonne rückte jetzt hinter den ersten. Mohammeds Auge trug nicht so weit, daß er sehen konnte, wie eine Reiterschar, von lenseits her, den Sattel hinanritt, eben in dem Nu, tnn er selber sich hinlieh. Etwas anderes band seinen Blick, ganz nah. Denn indem er ihn aufwärts lenkte zur Wölbung und wahrlich nur leeren Raum da fand und sein Blick auf und nieder leine Mauer zu ziehen vermochte gegen die schreckliche Offenheit: so gewahrte er den beeren­förmigen dunklen Leib einer großen Spinne, die vor der Wölbung am rinnenden Faden herab- fank. Kaum den Boden berührend, lief sie in Eile zur Wand und hinein, und ein zweit^ Faden schon lief von anderer Stelle schräg nach unten, den ersten treffend. Mohammed hatte Spinnen bei ihrer Arbeit gesehen, mehr als eine, in den ewigen Stunden des Wartens in der Dergeinsamkeit, bis der Engel des Herrn zu ihm trat; niemals aber eine, die ihr Werk mit so unglaublicher Schnelligkeit förderte wie diese. Denn Faden um Faden schon war, Blitzen gleich, nach vielen Seiten geschlossen, und die dunkle Wirkerin fing schon an, mittlinas im Hohlentor, sich selber umlaufend, den vieleckigen Einschlag in den haltbaren Auszug zu flechten. Sehet, rres Mohammed laut, o sehet her! Alle kamen herbei, alle sahen, verwunderungsvoll und bald ftarr, die Läuferin an, die um die Mitte der Stahlen schwang wie an unsichtbarer Schnur ein herum» gewirbelter Ball, und Vieleck und Vieleck der Fäden legte sich, rundete sich, schloß zum schonen Gewebe, klar und genau wie Kristall. Ihnen lachten die Herzen, vergessener Not, wie so m wirblichter Feuereite des Tieres ein so ebenes, so festes, so geordnetes Werk da erblühte, dieweil sie, die Meisterin, schon in weitesten Kreisen der Höhlenwand nahe herumflog.

Aufwand für den kommunistischen Antrag nach vorläufiger Schätzung mit 3 3 7 Millionen Mark an. Nach längerer Aussprache beantragten die Abgeordneten Dr. Qua atz und Hergt (Dn.), die Beihilfen in Naturalien, ins­besondere in Brennstoffen und Lebensmitteln, die im Inlande erzeugt sind, zu gewähren. Abg. Herman (Wirtschp.) beantragte hierzu einen Zusatz, daß die Beihilfe in Naturalien sich auch auf die Beschaffung von Kleidern, Wäsche und Schuhzeug erstrecken müsse. Die Beteiligung des Handwerks und des Einzelhandels müsse dabei absolut sichergestellt werden.

Da der Vertreter des Reichsfinanzministeriums sich außerstande erklärte, anzugeben, wo­her die Deckungsmittel für 'Ne min­destens auf 337 Millionen Mk. geschätzte Winter-

Aus aller Welt.

Der Prinz von Wales auf Do X.

Der Prinz von Wales ist in einem Amphibium- Flugzeug von Hendon nach Calshot geflogen, um das deutscheWunderflugboot" Do X zu besichtigen und an einem Fluge des Do X teilzunebmen. Er landete aus dem Wasser neben dem Do X. Dieser hatte bereits seine Motoren warmlaufen lassen und die Startstrecke war von Fahrzeugen frei gemacht worden. Dr. Dornier empfing den Prinzen, dem auch der Kommandant des DoX, Kapitän E hr i- st i a n s e n , vorgestellt wurde. Während seines Fluges auf der DoX übernahm der Prinz von Wales für zehn Minuten das Steuer des Flug- schiffes. Der Führer machte dem Prinzen das Kom­pliment, daß er ein sehr guter Führer sei. Während des Fluges brachte der Prinz einen Trink- spruch auf den Kommandanten und die Besatzung aus und wünschte ihnen einen vollen Erfolg für den Atlantikflug, worauf der Komandant aus die Ge­sundheit des Prinzen trank. Die Do X ist ein wun­derbares Flugschiff, sagte der Thronfolger zu Dor- nier, bevor er das Flugschiff verließ. Dem Kom­mandanten gratulierte er zur geschickten Leitung der Do X. Das Flugschisf stieg kurz darauf noch einmal zu einem kurzen Flug auf, um dem Prinzen das Starten und Landen zu zeigen. Die Menge in Calshot war wieder voll der Bewunderung für das deutsche Flugschiff. Falls die Wetteroerhältnisse gun- ftig sind, wird Do X am Freitagvormittag um 8 Uhr englischer Zeit nach Bordeaux weiterfliegen.

G 38 bei Bordeaux gelandet.

Das deutsche Riesenflugzeug G 38, das am Mittwoch um 11 Uhr auf dem Flugplatz Vi­to r i a in Spanien aufgestiegen war, ist um 13.15 Uhr in Merignac bei Bordeaux gelan­det. Es hatte außer dem Flugleiter Bohn und dem Chefpiloten Zimmermann zwölf Passa­giere an Bord. Seit seinem Abflug aus Deutschland hat G 38 bisher bereits 7500 Kilo­meter zurückgelegt.

Ein Auto stürzt in einen Fluß.

Ein schweres Autounglück hat sich auf der Chaussee zwischen Kvwno und Ma­letai ereignet. Ein Wagen, in dem sich sieben

Laßt uns f. Mücken und guter Laune sein!

Ein Mensch, der karg und lieblos frühstückt, ist schlechter Laune, und wenn er mitten im Tage Gänsebraten ißt, kann er nicht mehr arbeiten. Laßt uns am Morgen ordentlich frühstücken, wie es der Engländer tut -r- das ist die Mahnung, die uns Dr. A. Mayer in dem reizenden Almanach von Velhagen L Klasing zuruft. In Deutschland, aber erst recht in den romanischen Ländern, besonders in Italien, ist das Frühstück außerhalb tereuropäischen" Ho els eine glatte Katastrophe; irgendwelche Remonstrationen gegen die winzige Kaffeekanne und den gigantischen Milchtopf, gegen das unweigerlich servierte süße Gebäck und die durchsichtigen Dutterportionen er­regen nur fassungsloses Staunen. Es gibt fogar einen Dampfer mit ähnlichen Zu ständen: es ist die immer noch zwischen Athen und Brindisi ver­kehrendeMykale", auf ter einer düsteren Sage zufolge bereits Odysseus seine Irrfahrten zuruck- gelegt hat. Auf ihr versetzte das Verlangen zweier alter englischer Damen nach einemslice of meot zum Frühstück die Besatzung in nicht geringe Be­stürzung: die Erfüllung des nicht unbescheidenen Wunsches wurde den armen Britinnen aber nicht zuteil Der Engländer hat die soziale Bedeutung tes Frühstücks früh erkannt: d.e herzhafte Mahl­zeit des Morgens erlaubt ihm, mittags nur ein ganz leichtes Lunch einzunehmen, das häufig au« ein paar Sandwiches besteht; höchstens eine leichte Eierspeise, im Winter ein paar Austern, sonst ein Stück kaltes Huhn oder eine Scheibe Schinken ge­nügen ihm vollauf. Eine Unterbrechung ter Ge­schäftszeit findet denn auch niemals statt; ter ge­heiligte Five oclock 3 ea touo nach Beendigung ter Arbeit genommen, eine ebenfalls ganz leichte Magenmarkierung ter Tageszeit, welche die Stun­den bis zum Dinner unterbricht. Insotgetessen ist das englische Breakfast höchst wichtig und berück­sichtigt alle gesundheitlichen Erfahrungen, die dem Sporttreibenden, dem körperlich und dem geistig Arbeitenden in gleicher Weise zugute kommen. Es mag wohl in Deutschland häufig infolge ter man­cherlei nationalen Nöte als unangeoracht emp­funden werden, von Dingen der Ernährung zu sprechen, die den Eindruck teuren Lebens erwecken; es darf aber niemals vergessen werden, daß die für ein gutes Frühstück zu leistenden Mehraus­gaben am Mittagessen gespart werden können, und daß sich mit einiger Geschicklichkeit eine ausge­zeichnete, gesunde und gute Laune schaffende Mor­genmahlzeit mit verhältnismäßig geringen Aus­gaben Herstellen läßt.

Plötzlich hielt sie inne, und in das Ohr der nur schauenden Männer, sie im Nu in entsetzte Horcher verwandelnd, scholl Hufschlag. Da späh­ten sie wieder durch das gläserne Gitter und erkannten schon deutlich und nahe die Verfolger, eine gegen die ihre gewaltige Schar, freilich vergrößert, weil jeder Berittene ein lediges^ Roh neben sich führte, so vor Erschöpfung geschützt.

Fürchtet euch nicht, sagte Mohammed sanft, die« Tier ist bestimmt, uns zu retten. Gehet wieder ins Innere. Sie gehorchten, obwohl ungläubig; auch Mohammed folgte und ließ sich im Dunkel, ein wenig noch vor den andern, wieder zu Boten wie erst. Eine Weil« noch sah er die farblose

den Rektor von vornherein nicht darüber im Un* klaren gelassen, daß die Polizei auf dem Mniner» sitätsgrundstück genau s o wie überall mit allen gebotenen Mitteln einzuschreiten berechtigt sei und auch in Zukunft allen Ausschreitungen auf dem Llniversitätsgelände entgegentreten werte. Weiter habe der Rektor nicht davon ge­sprochen, daß die Anwesenheit ter Polizei auf die Studentschaft provozierend gewirkt habe. Eine Auffassung, die das berechtigte und notwendige Eingreifen ter Polizei alsProvokation" ansehe, könne nicht scharf genug zurückgewiesen werden.

Wirihs Polizeikonflikt mit Thüringen.

Eine Erklärung des Reichsinnenministers.

Berlin, 12.Nov. (WTB.) Zu der vom Vor­sitzenden tes Thüringer Staatsministeriums zum Polizeistreit veröffentlichten Erklärung wird vom Reichsministerium des Innern fol­gende Erklärung mitgeteilt:

Der Reichsinnenminister hat dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold keinen Auftrag erteilt, ihm Material über die Verhältnisse bei der thüringischen Polizei zu beschaffen. Selbstverständ­lich hat er die Verhältnisse in Thüringen nach wie vor aufmerksam verfolgt und das ihm in reichem Lim fange von den verschie­densten Seiten zugegangene Nach- richtenmaterialdemStaatsgerichts» Hof unterbreitet. Der Staatsgerichtshof ist zur Zeit damit befaßt, über das Material Beweis zu erheben. Der Reichsminister tes Innern lehnt es ab, dem Beispiel des Vorsitzenden des thü­ringischen Staatsministeriums zu folgen und Teil­ergebnisse der bisherigen Beweisaufnahme zu einem Zeitpunkt, in dem die Beweisaufnahme sich noch in vollem Gange befindet, einseitig und vor­zeitig auszuwerten und so vor der Entscheidung des mit der Sache befaßten Obersten Gerichts­hofes in ter Oeffentlichkeit Stimmung zu machen.

Disziplinarverfahren gegen thüringische Polizeibeamte.

Weimar, 13. Nvv. (TU.) Die thüringische Regierung gibt bekannt, daß im Verlauf der Aktion gegen die Bespitzelung des thüringischen Polizeiwesens im Interesse des Reichsinnen­ministers am Mittwoch Haussuchungen in den Wohnungen verschiedener Polizeibeamten und im Bureau des Reichsbanners stattgefunden ha­ben. wobei weitere erdrückende Beweise für die- feS Spitzelwesen fest gestellt worden seien. Darauf­hin sei der Polizeihauptmann Schüler in Gotha fristlos und ohne Zuerkennung der V er s o r g un g s g eb üh r n iss e entlassen worden. Gegen einen am 31. August ausgeschie- denen Polizeioberleutnant und gegen drei wei­tere untere Polizeibeamte sei das Dienststraf­verfahren eröffnet worden. Weiler habe man die Feststellung gemacht, daß das Material ter Spitzel, deren Schriftsätze in den Berichten des Reichsinnenministeriums meist wörtlich wieder- kehrten, über einen Kriminalkommis­sar beim Polizeipräsidium Erfurt geleitet worden seien.

Gottes Wand.

Legende von Albrecht Schaeffer.

Copyright 1930 by I. L. A., Wien.

Es gibt mehr als eine Legende, die fromme Entzückung aus jener gottbeschirmten Flucht Mohammeds des Propheten von der Stadt Mekka nach Medina hervorzog. Wer unter uns Freund ter Tiere ist, den freut es, daß bei der Rettung tes Geheiligten gerate ihnen, den wie wir glauben unbeseelten Geschöpfen, himmlische Würdigungen zuteil wurden. Und es war ein geringes Tier, das nach einem Bericht im Augenblicke ter Rot den heiligen Mann beschützte.

Mohammed und seine wenigen Freunde hatten so heißt es eine Nacht lang und noch wäh­rend ter ersten Stunde des Morgens die Wüste durchritten. Am Quellwasser, unter den Palmen einer Oase ruhten sie aus während ter glühenden Stunden des Tages. Wieder im Sattel, näherten sie sich den Ausläufen eines blauen Gebirgs; aber bald schon muhten sie inne werten, daß ine Rast nicht genug war; daß die Kraft in den Deinen ter Rosse nicht weiter sich abnutzen ließ. Fanden sie dort, am Gebirg, keinen Versteck für die Nacht, so waren sie preisgegeben wenn sie verfolgt wurden, und daran war nicht zu zweifeln. Do nahten sie denn die Sonne sank schon dem vordersten Berge von Sandgestein und sand- überronnen, öden Terrassen, kaum ersteiglich und allseits hin sich bietend dem Blick. Doch siehe, einige Fuß hoch am Berg war eine Höhle ge­öffnet, wenig über mannshoch und kaum so breit. Der erste, ter hineindrang, fand sie tief genug ins Gestein gewölbt, daß allesamt mit den Pferden sich hineinfassen ließen, ohne daß einer, der nur vorn Eingang hineinspähte, etwas darin gewahrt hätte. Mohammed sagte gleich: Gehet alle hinein mit den PferdenI ilni> wenn, wagte Ali zu wider­sprechen, unsere Verfolger hierher gelangen und drin nach uns suchen? Wenn Allah es will, war die Antwort, so werden wir fechtend sterben.

Darauf gehorchten alle und begaben sich auf eitlen Wink ihres Führers bis in die letzte Tiefe der Höhte. Der Boden war stufenförmig äu ihr erhöht, so daß auch die Pferde es leicht hatten.

Mohammed lieh sich neben der Felswand im Eingang der Höhte nieder, die Schenkel kreuzend. Vor ihm lag die Wüste, aus der er gekommen mar, schattenüberblaut vom Gebirg, düs sich weit­hin zur Linken dehnte. Gerate gegenüber seinem G^aun, mritensern, streckten, sich au« dem Gebirge

Kleine politische Nachrichten.

Landtagspräsident Delp hat den Abgeordneten des Hessischen Landtages mitteilen lassen, daß der Landtag auf Montag, den 24. No­vember, zu einer kurzen Tagung einberufen werden soll.

Der Landesvorstand der hessischen Demokraten hält am Sonntag in Frankfurt am Main zwei Parteitage ab. Auf der ersten Ta­gung soll nach einer Rede des Vorsitzenden, Land- tagsabg. Sch r e i b e r, die A u f l ö s u n g der Demo, kratischen Partei Hessens beschlossen werden. Nach­mittags wird nach einem Referat von Oberstaats­anwalt Dr. M a y über den Reichsparteitag in Han- nover und nach einem Vortrag des Reichstagsabg. Dr. Weber überZiele und Aufgaben der Staatspartei" diese für Hessen konstituiert werden.

Am Mittwochnachmittag ist Major Pabst mit feiner Frau aus Venedig nach Tirol zu - rückge kehrt. An der Grenze am Bren­ne r p a h hatten sich Abteilungen der Tiroler Heimatwehr in Uniform eingefuntenr-feojer QSun- desführer Dr. Eteidle, sowie ein Vertreter tes Bundcsführers, Mi isters Fürst Star Hem­berg. Major Pabst in Heim a twehruni,orm kam im Kraftwagen an der Grenzschranke an, über die hinweg ihm Dr. Steidle und die anderen Heimat- wehrführer die Hände reichten. Eine Musikkapelle spielte das Andreas-Hofer-Lied. Major Pabst dankte für die Treue, die die österreichischen Heimatwehrleute ihm während seiner Verban­nung gehalten hätten.

Der spanische Ministerrat hat beschlossen, die Kammerwahlen am 1. März und die Se­natswahlen am 15. März kommenden Iahres stattfinden zu lassen.

und den Nahenden schweben. Dann senkte er still das Gesicht in die Hände und blieb so.

In dem Augenblick aber, wo die vordersten Reiter der Höhle zusprengten, fügte der Himmel es, daß die Scheibe Der Sonne hinter dem Hügel hervor auf jenen Sattel sich senkte; und da brauste eine solche Flamme von Gold aus dem ©Jnnn- getoebe, daß die Männer vor Schrecken schrien. Lautlos in Feuer, so hing das gewaltige lltetz über ihnen; schwebte, aus Strahlen gewoben, die heilig goldene Wand, anflammend die Hergehetz­ten: »Nicht weiter!" _

Die Rosse standen, Rosie und Reiter keuchten. Dann glitt aus dem Sattel ter Erste, auf den Boden und auf die Knie, das Haupt auf die Knie geworfen, und ter Zweite ihm nach und so alle. Es wußte wohl keiner, wie lange er betend lag, so wenig sie wußten, daß jenseits ter Gottes­wand im Schatten ter Höhle, nicht zehn Schritte von ihnen getrennt, der Gesuchte sah, vor seinem Gotte gebeugt, das ergebene Haupt in den Händen.

Als sie emporsahen, war es Nacht, die Erschei­nung verloschen, verschwunden bis auf ein graues Netz, Tiereswerk, kaum sichtbar. Einer sagte, noch schwer beklommenen Odems: Es könnte sein sie sind im Inneren verborgen. Aber ein anderer band seine kaum vorn Wunder erlöste Vernunft an die Vernunft des Tieres, wie er sie kannte und sprach: O, du Narr! Sahst du noch nie eine Spinne am Werk? Und wenn sie heute vor Mor­gen begonnen hätte, sie könnte jetzt noch nicht fertig sein. Folglich ist niemand darinnen.

Doll Anerkennung hörten die übrigen dies, vielmehr beruhigt, daß keiner gezwungen wurde, die immer noch ängslliche Wand zu zerbrechen. Sie sahen auf und jagten mit geltenden Rusen das Gebirge entlang fort in die Leere unter den rings herabschauenden Sternen.

Der Kabinettsausschuß zur Förderung der Preissenkung.

Berlin, 12. Noo. (TU.) Amtlich. Der Herr Reichspräsident empfing heute nachmittag den Reichskanzler Dr. Brüning und den Reichs­minister für Ernährung und Landwirtschaft Dr. Schiele zu einer gemeinsamen Besprechung über die Durchführung der zum Schutze der deut­schen Landwirtschaft sowie zur Durch­setzung der Lebensmittelpreissen­kung von der Reichsregierung in Aussicht genom­menen weiteren Maßnahmen. Der Ausschuß zur Förderung der Preissenkung, den das Reicks- k a b i n e 11 in feiner heutigen Nachtsitzung eingesetzt hat, besteht aus dem Reichskanzler, dem Reichsernährungsminister, dem Reichswirtschafts­minister, dem Reichsfinanzminister, dem Reichs- arbeitsminifter und dem preußischen Handelsminister. Der Ausschuß wird am Donnerstag zum erstenmal zusammentreten, um zunächst die Möglichkeiten fest- zustellen, die für eine wirkungsvolle Ausdehnung der Preissenkung gegeben sind. Es wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, daß die für die ganze politische und wirtschaftliche Entwicklung so überaus wichtige Aktion des Kabinetts auch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln der Propaganda unter­stützt werden muß, durch die bekannt werden kann, wo die Preise billig sind. Diese Methode hat die englische Regierung vor einigen Jahren in einer ähnlichen Situation mit erheblichem Erfolg an­gewandt. Dabei ist z. B. auch der Rundfunk zur Bekanntgabe von billigen Geschäften benutzt wor- den. Auf der anderen Seite können diese selbst die Bewegung durch deutliche Preisbekanntgabe in den Schaufenstern, Inseraten usw. unterstützen. Dabei muß auch beachtet werden, daß eine der Voraus­setzungen des Gelingens der Aktion die Rückkehr zur Pfennigrechnung ist.

Obst, Gemüse, Kartoffeln.

Berlin, 12. Nov. (Amtlich.) In Fort- führung ter von ter Reichsregierung eingeleiteten Preissenkungsakiion fand am 12. November 1930 im Reicksernährungsministcrium eine Bespre­chung über die Preisbildung für Obst und Ge­müse statt, an ter u. a. auch Vertreterinnen ter Hausfrauen teilnahmen. Die Verbände tes Handels, der Waren - und Kauf häuser sowie die Konsumvereine haben ihre Be­reitwilligkeit erklärt, t:ine Opfer.zu scheuen, um die Preise auch für Obst und Gemüse zu senken, um damit ter allgemeinen Notlage zu steuern und zu einer nachhaltigen Besserung unserer allge­meinen wirtschaftlichen Verhältnisse zu gelangen. Die Verbände haben sich entschlossen, unverzüglich auf ihre Llnterverbände und Mitglieder einzu­wirken, daß diese unter Berücksichtigung der Einkaufspreise und der auf den Waren ruhenden Lasten sowohl im Groß- I wie im Kleinhandel schärf ftens kalkulie- |