Ausgabe 
13.11.1930
 
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Nr. 266 Erstes Blatt

180. Zahrgang

Donnerstag, 15. November 1950

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Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Die Eröffnung der anglo-indischen Konferenz.

König Georg als Kaiser von Indien eröffnet die Konferenz am runden Tisch. Macdonald übernimmt den Vorsitz. Die Mitwirkung der indischen Fürsten.

London, 12. Äov. (WTV.) Die heutige Er­öffnung der indischen Konferenzam runden Tisch" fand unter starker Anteilnahme der Oeffentlichkeit statt. Dichte Menschen­mengen drängten sich in den dem Oberhaus be­nachbarten Straßen und sammelten sich am Ein- ?ang zur Königlichen Galerie, um die A n - unft des Königs und der zahlreichen Dele­gierten zu verfolgen. Kurz vor 12 Uhr näherte sich der tönigliche Kraftwagen langsam dem Ober­haus. Die Menge begrüßte den König lebhaft. Das Schauspiel des Zusammentritts der Kon­ferenz in der Königlichen Galerie des Oberhauses war trotz seiner Einfachheit überaus eindrucksvoll. Zum erstenmal in der Geschichte der britischen Verbindung mit Indien führte ein König von England als Kaiser von Indien den Vorsitz in einer Konferenz, die zusammengetreten war. um ein für das britische und das indische Reich gleich bedeut­sames Problem zu behandeln. Die historische Halle war bis zur äußersten Fassung gefüllt. Unmittelbar zur Rechten des Thrones saßen die regierenden indischen Fürsten und ihre Minister, zur Linken der Premier­minister und andere Staatswürdenträger. Vor dem Thron hatten die britisch-indischen Dele­gierten Platz genommen. Die indischen Fürsten migen gewöhnliche schwarze Anzüge, und die Leute, die eine Schaustellung ihrer historischen Juwelen erwartet hatten, waren tief enttäuscht. Um Puirkt 12 Uhr trat d e r K ö n i g in die Halle und alle Anwesenden erhoben sich von ihren Sitzen.

Die Rede des Königs

Der König eröffnete die Konferenz mit einer An­sprache, in der er darauf hinwies, daß sich britische und indische Staatsmänner und indische Staatsober­häupter noch nie an einem Ort und um einen Tisch versammelt hätten, um über ein Regierungssystem für Indien zu beraten und sich über ein Verfahren zu einigen, das dem Parlament als Richtlinie dienen soll.Zehn Jahres so fuhr der König fort,sind im Leben jeder Ration eine kurze Spanne Zeit. Das letzte Jahrzehnt ist nicht nur in Indien, sondern auch in allen Rationen, die das britische Reich bilden, Zeuge einer großen Entwicklung von Gedanken- aängen und nationalen Bestrebungen gewesen, die sehr schnell vor sich gegangen ist. Es ist deshalb nicht erstaunlich, daß es sich jetzt als notwendig erwiesen hat, die Ergebnisse dieser vor zehn Jahren begonnenen Entwicklung zu prüfen und für die Zukunft oorzubauen." Die Anwesenheit der Ver­treter der im britischen Reich vereinigten Staaten sei, so führte der König weiter aus, von glücklicher Vorbedeutung.

Er werde den Verlauf der Verhandlungen nicht ohne Besorgnis, aber mit noch größerem Vertrauen verfolgen. Er nehme Anteil an den materiellen Lebensbedingungen seiner indischen Untertanen und denke auch an die berechtigten Forderungen der Mehrheiten und der Minderheiten^der Stadtbewoh­ner und der Ackerbauer, der Starken und der Schwachen, der Reichen unh der Armen, aller Rasten und aller Sekten. Er zweifle nicht daran, daß die wahre Grundlage jeder unabhängigen Selbstregie­rung die Zusammenfassung aller dieser so verschiedenartigen Forderungen sei, und hoffe, daß die auf einer solchen Grundlage errichtete künftige Regierung Indiens allen ehrlichen Bestrebunaen des Landes Genüge tun werde. ..Mögen die Be­sprechungen der Konferenz-, so schloß der König, dazu führen, dieses Ziel zu erreichen, und mögen die Namen der Konferenzmitglieder von der Ge­schichte verzeichnet werden als die Namen derer, die Indien gute Dienste geleistet haben und deren Be- mühungen zum Glück und zur Wohlfahrt meines geliebten Volkes gereichen werden."

Macdonald spricht.

Rach seiner Rede zur Eröffnung der Indien» konferenz zog sich der König zurück. Sodann schlug der Maharadscha von Patiala den Pre­mierminister Macdonald als Vorsitzen­de n der Konferenz vor. Aga Khan unterstützte diesen Vorschlag, der einstimmig angenom­men wurde. Macdonald erklärte: Die Verant­wortung lastet schwer auf uns allen: denn wir erleben jetzt die Geburts stunde einer neuen Geschichtsperiode. Wir sind zu- sammengelrcten, um zu versuchen, durch ilcfcer- einkunft festzustellen, daß Indien in seiner verfassungsmäßigen Entwicklung einen gewissen Höhepunkt erreicht hat. Die Männer, die an unserer Aufgabe Mit­arbeiten, sind die Pioniere des Fortschritts. Die Aufgabe, die vor uns liegt, ist riesengroß. Es sind miteinander im Widerspruch befindliche Interessen vorhanden, die sich bisher als un­versöhnlich erwiesen haben. Laßt, uns den Pro­blemen gegenübertreten als Männer, die ent­schlossen sind, sie zu überwinden. Die Anwesen­heit des Königs bei der Eröffnung unserer "Beratungen ermöglichte uns. sowohl die Stärke als auch die Dehnbarkeit des Bandes zu verstehen, das unser gesamtes Ge- meinwesen von Rattonen in Loyalität und Er­gebenheit gegenüber der Krone zusammen­knüpft. Wir müssen jetzt unsere Arbeiten be­ginnen. Dinge find in. der Vergangenheit gesagt

Die Elefantengruppe tn dem Festzug des britischen Weltreichs am Lord-Mayors-Tag in London.

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worden, sei es im Aerger, in Blindheit oder um Unheil zu stiften, die wir an diesem Tisch besser vergessen. Laßt unS nach besten Kräften danach streben, das Ergebnis dieser Konferenz dem Genius unserer Völker würdig zu machen.

Oie indischen Fürsten:

als Alliierte Großbritanniens und als Indier".

Der Maharadscha von Kaschmir, der nach dem Premierminister das Wort nahm, führte u. a. aus: Verbündet durch Dertra«g mit der britischen Krone und innerhalb un­serer Gebiete unabhängige Herrscher, sind wir hierhergekommen im vollen Bewußtjein unserer vollen Verantwortlichkeit gegenüber an­deren Staaten und gegenüber ganz Indien. A l s Alliierte Großbritanniens halten wir fest an unserer Verbindung mit dem Brittschen Reich. Als Indier treten wir, loyal gegen­über dem Lande unserer Geburt, ebenso fest wie der übrige Teil unserer Landsleute dafür ein, daß unser Land eine Stellung der Ehre undGleichberechtigung im britischen Gemeinwesen genießt, Unser Wunsch, nach bestem Vermögen mit allen Teilen dieser Kon­ferenz zusammenzuwirken, ist aufrichtig. Ebenso aufrichtig ist unsere Entschlossenheit, unsere Mit­wirkung auf die Wirklichkeiten der augenblicklichen Lage zu gründen. Weder England noch Indien kann es sich leisten, diese Konferenz in einem Fehlschlag enden au sehen. Wir müssen notwendigerweise weben und streben. Wir sind hier nicht als schriftsührende Mächte

versammelt, um einen Frieden zu diktteren oder um einen solchen Frieden anzunehmen, sondern Partner, die zusammen getreten sind, um unsere gegenseitigen Interessen dem gemeinsamen Ruhen anzupassen. Die Aufgabe, der sich diese Konferenz gegenübergestellt sieht, ist riesengroß, aber wir glauben, daß Schwierigkeiten nur bestehen, um überwunden zu werden. Wir Fürsten bekräftigen, daß diese Konferenz nicht durch unsere Schuld fehlschlagen wird.

Sir Muhammed Akbar Hydari, der als Ver­treter des Risam von Haiderabad sprach, erklärte, die autonomen indischen Staaten seien bereit, mit den Völkern Brittsch-Indiens im In­teresse eines größeren und geeinten Indiens zu­sammenzuarbeiten. Srinabasa Sastri erinnerte an die vom Vizekönig von Indien im vergangenen Jahr abgegebene Erklärung, daß das natürliche Ziel der konstitutionellen Entwick­lung Indiens der Dominion st atus und eine möglichst weitgehende Selb st- Verwaltung leien. Die Aufgabe der Kon­ferenz bestehe darin, diese Erklärung durch mu­tige und positive Maßnahmen zu verwirk­lichen. Auch der vormalige Präsident der Mohammedanischen Liga, Rechtsanwalt Jin- nah, nahm auf die Erklärung des Vizekönigs bezug. Indien erwarte nunmehr, daß diese Er­klärungen in die Tat umgeieht würden. Es habe in der Geschichte der beiden Nationen niemals eine ernstere Frage gegeben als die, der man heute gegen übertreten müsse und deren Lösung das Schicksal von fast einem Fünftel der Bevöl­kerung der Welt betreffe.

kein Ergebnis her Genfer Abrüsiimgsdebatte.

Frankreich und seine Vasallen gegen jede Beschränkung des Kriegsmaterials.

Genf, 12. Noo. (TU.) Die heutige Aussprache im Abrüstungsausschuß zeigte von neuem, daß ein großer Teil der schwer gerüsteten Mächte jede Verminderung ihrer Kriegs st ärke schroffablehnt. Die Vertreter Rumäniens, Polens und Südslawiens sprachen sich ein- heutig für Ablehnung des italienischen Antra­ges aüf Verminderung des Kriegsmaterials aus. Sie erklärten, daß sie eine Herabsetzung ihrer Kriegs­rüstungen nur auf dem indirekten Wege einer B c - schränkung der Heeresausgaben zu- lassen könnten, obwohl übereinstimmend bereits festgestellt worden ist, daß diese unkontrollierbare Methode weitere Rüstungen ermöglicht. Die rus­sische Abordnung brachte den Antrag ein, am Tage der Unterzeichnung des Abrüstungsabkom­mens die Heereshaushalte aller Staa - ten um einen gleichen Hundertsatz zu kürzen, Ausnahmen jedoch für bestimmte schwach gerüstete Länder und die entwaffneten Staaten zu­zulassen. Litwinow betonte, man suche jetzt zu einer Verringerung der Heeresausgaben Zuflucht zu neh­men, um einer entscheidenden Herabsetzung des Kriegsmaterials aus dem Weae zu gehen. Sowjet- rußland fordere die gerechte Beschränkung des ge­samten Kriegsmaterials. Die Frage sei von ent­scheidender Bedeutung für die Menschheit und den

Der Vertreter Frankreichs, Massigst, nahm sodann zu der Frage der Beschränkung des gesamten Kriegsmaterials Stellung. Er lehne die überragende Bedeutung der modernen Kriegstechnik als entscheidender Faktor des Krieges ab. Lord Cecil

habe den bekannten deutschen militärischen Sachver­ständigen (General von Seeckt) scheinbar falsch ver­standen. Auch dieser vertrete die Auffassung, daß die moderne Kriegstechnik nur für kleine Armeen beim ersten Vorstoß von entscheidender Bedeutung sei. Den Ausschlag würde jedoch in künftigen Kriegen d i e große Masse bilden. Massigst lehnte sodann weiter ausdrücklich die Methode der direkten Be­schränkung des Kriegsmaterials ab, da eine direkte Erfassung ohne eine wirksame Kontrolle zwecklos sei. Bei den gegenwärtigen politischen Bedingungen sei aber eine internationale Kontrolle über Die Herab­setzung des Kriegsmaterials undenkbar, da sich kaum ein Staat einer derartigen Kontrolle unterwerfen würde. Es bleibe schließlich lediglich die indirekte Beschränkung des Kriegsmaterials durch die Herab­setzung des Heereshaushalts übrig. Massigst erörterte sooann eingehend die Möglichkeiten einer Beschrän- Jung des Heereshaushalts.

Oenischland fordert Bekannt­gabe des Rüstungsstandes.

Ein unbequemer Antrag des Grafen Bernstorfs.

Genf, 12.Rov. (TU.) Die deutsche Abord­nung hat am Mtttwoch im Abrüstungsausschuß einen Antrag eingebracht, zur Vorbereitung der tommenben Abrüstungskonferenz eine vollständig«, alle Einzelheiten umfassende Üeberficht des gegenwärtigen Rüstungsstandes der einzelnen Länder zu veröffentlichen. Das

gehöre zur Aufgabe des Abrüstungsausschusses, denn die kommende Konferenz müsse sich ein ge­naues Bild der gegenwärtigen Rüstungen der einzelnen Staaten machen können. Die Aus­arbeitung eines Abkommenentwurfes allein ge­nüge nicht. Der Erfolg der Londoner Flottenkonferenz fei zum großen Teil« darauf zurückzuführen, daß der Konferenz gleich zu Beginn der Verhandlungen eine alle Einzelheiten w i e d e r g e b e n d e Dar­stellung der Flotten der Konferenzmächte als Grundlage der gesamten Verhandlungen vorlag. Während jedoch für die Flotten die amtlichen Mitteilungen der beteiligten Mächte zur Ver­fügung standen, fehlten derartige Mitteilungen für die Landrüstungen völlig. Es wird daher von deutscher Seite beantragt, der Abrüstu.'gsaus- schuß solle unverzüglich an sämtliche Regierungen daS Ersuchen richten, umfassende Daten über ihre gegenwärttgen Rüstungen vorzulegen.

Oie Eröffnung des Memel­ländischen Landtags.

Eine deutschfeindliche Rede deS litanischen Gouverneurs.

Memel, 12. Rov. (TU.) Der neugewählt» Memelländische Landtag ist in Anwesenheit sämt­licher Abgeordneten und zahlreicher Zuhörer durch den litauischen Gouverneur mit einer langen Rede eröffnet worden. Aus der Rede ging deutlich hervor, daß Litauen feine deutschfeindliche Politik auch weiter fortzusetzen gewillt ist. Der Gouverneur richtete unerhörte Anklagen gegen die Memel­länder und warf ihnen Illoyalität gegenüber dem Gesamtstaat vor. Er betonte, daß der litauische Staat (I) den Memelländern vieleDorrechte verliehen hätte und er infolgedessen auch d i e Erfüllung der übernommenenPflich- tcn verlangen könne. Insbesondere bemän­gelte er die bisher angeblich einseitige Einstellung der autonomen Organe, den s a st auSschließ- lichenGebrauchderdeutschenSprache bei Gericht, dc' bisher nur deutschsprechenda Präsidium des Landtages, die zahlreichen deut­schen Lehrer im Gebiet, di« es auch ver­schuldet hätten, daß der Lehrplan der memel­ländischen Schulen hinter dem der litauischen zurückgeblieben sei. (?) Der Gouverneur wünschte ferner, daß dle überlebten deutschen Gesetze abgeschafft und neue nicht mehr eingeführt würden, und betonte, daß die Kow- noer Regierung aufmerksam die Dinge im Memel- gebiet verfolgen werde.

Rach dieser Rede, die von der Versammlung schweigend entgegengenommen worden war, verließen Gouverneur Merkys und ReisgyS, der mit ihm zusammen im Sitzungssaal erschienen war, den Raum. Es folgte die Wahl deS Präsidiums. Zum Präsidenten des Landtags wurde der bisherige Präsident von Dreßler ge­wählt. Ebenfalls wiehergewählt wurde zum ersten Vizepräsidenten der Abgeordnete Meyer, die Mit­glieder des Landesdirektoriums, Bürgermeister Schulz und Landwirt Sziegaud, die ihre Dienst­geschäfte am Samstag ntehergelegt hatten, haben sich bereiterklärt, ihre Tätigkeit im Direktorium! wieder aufzunehmen. Dieser Entschluß ist auf ent­sprechende Erklärungen des Präsidenten des Di­rektoriums, Reisgys, zurückzusühren.

Zusammenstöße in der Berliner llmversiiäi.

Berlin, 12.Rov. (211.) In der Berliner Universität, in der es bereits am Montag an­läßlich der Verteilung eines Aufrufes des Deut­schen Studentenverbandes zu Zusammenstößen zwi­schen den Angehörigen der verschiedenen politt- schen Richtungen gekommen war, setzten sich diese Zwischenfälle am Dienstagvormittag fort. Gegen 11 Uhr war eS vor der Universität zu einem in Tätlichkeiten ausartenden Zusammenstoß zwi­schen nationalsozialistischen und sozialistischen Stu­denten gekommen, wobei an der Ecke Dorotheen- und Charlottenstraße sich eine größere Ansamm­lung bildete. Die Polizei schritt ein und ver­haftete zwei Studierende, einen Ratio- nalsozialisten und einen Sozialisten, die als Ur­heber der Schlägerei der Abteilung I A des Poli­zeipräsidiums zugeführt wurden. Weitere Aus­einandersetzungen uni) Zusammenflüße erfolgten später in den Räumen der Universität selbst, wo es in einem Horsaal zu weiteren Tätlich­keiten zwischen den politischen (Gegnern kam.

Die Unruhen fanden schließlich ein Ende, nach­dem der Rektor der Universität, Prof. Deitz- mann, eingegriffen und in Verhandlungen mit Oberst Heiman ns berg diesen bewogen hatte, die Polizei zurückzuziehen. Das Ab­ziehen der Polizei erfolgte nach einem Bericht der ..Rachtausgabe" unter dem Gesang der Stu­denten, dieMuh i denn, muh i denn zum Ötäötele hinaus" fangen. Anscheinend ist der große Umfang der Unruhen Darauf AurückAu- führen, daß die Studenten die Zurückziehung der Polizei wünschten. Der Rektor der Berliner Uni­versität hat daher mit der Polizei vereinbart, daß in Zukunft Polizeiorgane sich nicht mehr auf den Hof des Univerfitätsgebäudes begeben sollen und sich auch nicht in der unmittelbaren Röhe der Eingänge aufljalten, weil dies nach einer Mitteilung des Rektors von der Studenten­schaft als Provokation ausgesaht wor­den ist.

Hierzu erklärt jedoch der Polizeipräsi­dent: Der Kommandeur der Schutzpolizei habe