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• Gießen. 12. Nov. Am 10. und 11. November wurden in der bekannten Strafsache gegen Wacker vor dem Erweiterten Schöffengericht Gießen (vergl. unseren Bericht vom vorigen Samstag. D. Red.) einige 20 Zeugen vernommen. Ein Xeil von ihnen konnte sich naturgemäß an di« Jahre zurückliegenden Verhandlungen mit dem Angeklagten nicht mehr an Einzelheiten erinnern. Andere erklärten, daß
wacker ihnen versprochen habe, sie bekämen die Darlehen bestimmt in wenigen Wochen, es stände genug amerikanisches Geld zur Beifügung. 3m Vertrauen aus diese und ähnliche Zusicherungen wurden die Leute Mitglieder des „Dnternatlo- nalen Kreditschuhes" oder der „Kreoeawa". bezahlten ihre Beiträge und erhielten fast ausnahmslos nichts.
Größere Darlehen wurden überhaupt nicht aus- gezahlt. Wenn wirklich einmal, in ganz wenigen Ausnahmefällen, kleine Beträge ausgezahlt wurden, so zeigte sich auch hier, wie „gemeinnützig" die Unternehmen waren.
Ein Soldat erhielt von dem von ihm bei der „Kreveawa" gegen Sicherheit auf genommen Darlehen 150 Mark ausbezahlt. Beitrag für ein 3ahr und 20 Prozent Zinsen wurden von der Darlehenssumme, die auch nur mit 97 Prozent ausgezahlt werden sollte, gleich abgezogen. Zurückzahlen muhte der Soldat aber 250 Mark!
Ein Geschäftsmann wurde Mitglied des Kreditschutzes. weil Wacker ihm garantierte, daß er
Erweitertes Vezirksschöffengericht Gießen.
• Gießen. 12.Rov. 3n der Rächt vom 22. auf den 23. Df ober 1929 waren aus dem Haus eines Metzgermeisters in Dorheim Geld und allerlei Gegenstände gestohlen worden. Der Dieb war entweder eingestiegen, oder er hatte sich an dem nebeligen Tag in das Haus eingeschlichen. An einer Kassette, die er erbrochen hatte, fanden sich zwei frische Fingerspuren, so muste-gül.ig klar und deutlich abgedrückt, wie man dies selten findet. Sie wurden an das Landeskriminalpolizei- amt nach Darmstadt geschickt, paßten aber zu keinem der Tausende von Abdrücken, die von bekannten Verbrechern registriert werden. Der Verdacht, den Diebstahl begangen zu haben, fiel auf den Maurer Großmann, einen trotz seiner 26 Jahre vielfach, auch mit Zuchthaus bestraften Verbrecher, der schon vor Jahren wegen eines in der gleichen Gegend begangenen Diebstahls, bestraft und wenige Tage vor dem Diebstahl dort gesehen und bestimmt erkannt worden war. Er wurde steckbrieflich verfolgt, verhaftet, und die Vergleichung feiner Fingerabdrücke mit denen auf der Kassette ergab die vollkommenste Uebereinstiinmung. so daß ein Zweifel an seiner Täterschaft nicht bestehen konnte. Der Versuch, sein Alibi zu beweisen, mißglückte vollkommen. Er erhielt — mildernde Umstände wurden nicht angenommen — d e Mindest» strafe von zwei Jahren Zuchthaus Auch von anderen Gerich en ist ec inzwischen wieder zu schweren Freiheitsstrafen verurteilt worden.
Freigefprochen wurde ein Krastwagen- führer von Daubrinaen, der Ende August auf der Landstraße Lollar—Gi:hen beim Ueberholen eines Erntewagens mit einem aus dec entgegengesetzten Richtung kommenden Motorradfahrer zu ammen- gestohen war, so daß dieser und sein Beifahrer getötet wurden. Das Schöffengericht war der Meinung, daß ein Verschulden des Angeklagten nicht einwandfrei nachweisbar fei. Der Staatsanwalt hatte sechs Monate Gesängnis beantragt. Die Sache wird vermutlich noch die Strafkammer als Berufungsinstanz beschäl, igen.________________
Personen befanden, stürzte beim Passieren einer Brücke in den Fluß. Dabei ertranken fünf Personen. Zwei konnten sich durch Schwimmen retten.
6in Schiffbrüchiger nach 72 Stunden gerettet.
Der Erste Offizier des Schoners „Brooklyn", der letzten Samstag vor Port Humboldt kenterte, wurde an der kalifornischen Küste auf See treibend ousgefunden und ge rettet. Er war völlig erschöpft und fast bewußtlos, da er an ein Wrackstück geklammert 72 Stunden ohne Nahrung und ohne Trinkwasser hatte aushalten müssen. Man brachte ihn ins Krankenhaus. Es besteht Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten.
Zwei 3ahre Festung wegen Mensur mit Todesfolge.
Das Strafgericht München verurteilte den Studenten Koch aus Remscheid wegen Tötung im Zweikampf zu jtoei Gapren Festung. Koch hat am 21. Februar d. 3. einem Angehörigen einer Burschenschaft in einer Bestimmungsmensur eine Stirnverletzung beigebracht. Der Verletzte starb nach einigen Sagen an einer Stirnhöhlenvereiterung. 3n der Verhandlung erklärte einer der medizinischen Sachverständigen, die Verletzung als solche habe nicht unmittelbar den Tod zur Folge gehabt, sondern es lag eine innere 3nfef- tionsquelle vor, wähle.id der zweite Sachverständige eine 3,nfizierung durch die Wunde für wahrscheinlich hält. Obwohl der Verteidiger darauf hinwies, daß das Große Schöffengericht Berlin am 28. März und das Schöffengericht Köln am 30. April d. 3. zu dec Entscheidung gekommen seien, daß Studentenmensuren nicht als Zweikampf mit töd - lieben Waffen, sondern als Sport anzusehen seien, schloß sich das Gericht einer reichsgerichtlichen Entscheidung von 1883 an, wonach Studentenmensuren als Zweikampf mit tödlichen Waffen zu betrachten seien. 3m übrigen glaubte das Gericht die Frage nach dem ursächlichen Zusammenhang zwischen der Verwundung und dem Tode im vorliegenden Falle bejahen zu müssen.
Fährbootsunglück in veliheim.
Auf der Beltheimer Weser-Fähre, wo sich bekanntlich seinerzeit das furchtbare Unglück mit den Reichswehrpionieren zugetragen hat, ereignete sich ein gefährlicher Unfall, der leicht zu einer Katastrophe hätte führen können. Als der Fährmann eine größere Herde Kühe unter Anwendung der gebotenen Sicherheitsmaßnahmen übersetzte, drängten die Tiere plötzlich auf die Seite, um zu trinken. Dadurch legte sich das Fährboot auf die Seite. Versuche, die Tiere wieder in die Mitte der Fähre zu treiben, mißlangen. Es entstand ein wüstes Durcheinander, und da der Wasserstand der Weser zur Zeit sehr hoch ist. kenterte die Fähre und verschwand vollkommen unter dem Wasserspiegel. Die auf der Fähre befindlichen Menschen konnten sich unter Aufbietung aller Kräfte in den Beibooten retten. Die Tiere erreichten schwimmend das jenseitige Ufer. Der Fährmann Huck, der sich bei dem Reichswehrunglück hervorragende Verdienste erworben hat, vermochte auch diesmal wieder durch seine Geistesgegenwart eine sonst unausb'eibliche Katastrophe abzuwenden. Sie Fähre liegt auf Grund und konnte noch nicht geborgen werden.
Lin Tierwärter von Löwen zerfleischt.
3n Stettin betrat der 27jährige Tierwärter Max W i l h a n einen Gotrentä ig. den der Schausteller Willy Bachmann vorübergehend aus einem Hofe untergestellt ha te. Als der Wäcter die drei Tiere streicheln wollte, fiel ein Löwe über ihn her, warf ihn zu Boden und verletzte ihn schwer. Die beiden anderen Tiere stürzten sich darauf gleichfalls auf den am Boden Liegenden. Auf die gellenden Hilferufs des Schwerverletzten eilten vier aus dem Hofe befindliche Personen herbei. Unter eigener Lebensgefahr gelang es ihnen schließlich, die wütenden Tiere mit Focken von ihrem Opfer abzuballen und den Wä ter aus dem Käf q zu ho en. - il an w cd sofcr i s Kia e i* Haus gebracht, wo er aber einige Zeit später seinen schweren Verletzungen erlag.
erwarten.
Erhältlich /.Apotheken uDrogerien
Vertrieb fUSA. GlogaubCQ Chicago
Oie Darlehensgeschäfte Wackers.
Das Ergebnis der Zeugenvernehmungen an den ersten DerhandlungSiagen.
Aussichten für Freitao: Wechselnde Bewölkung mit vorübergehendem Aufklaren, Neigung zu vereinzelten geringen Niederschlägen, zunächst etwas milder.
Lufttemperaturen am 12. November: mittags 6,9 Grad Celsius, abends 5,4 Grad: am 13. November: morgens 5,2 Grad. Maximum 7,3 Grad, Minimum 4,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm
in 14 Tagen die nachgesuchten 2000 Mark bekomme. Als das Geld nach Wochen nicht kam und dcr Rechtsanwall des Mitglieds gerichtliches Vorgehen andrvhte, erhielt das Mitglied 300 Mark, die aber mindestens zum größten Teil aus seinen eigenen Forderungen stammten, die er vorher an den Kreditschutz zum 3nkasso abgetreten hatte. 3n den von Wacker versandten „Referenzen" war aber zu lesen, das betr. Mitglied habe 900 Mark zinsloses Darlehen erhalten.
3n den Referenzen des „Sreditschuhes" und der „kreveawa" wurden überhaupt INillionen- furnmen genannt, die an die Mitglieder fchon ausgezahlt feien, auch nach Gießen und Umgegend fallen viele Taufende gefloffen fein.
Bezeichnenderweise waren aber die Namen dieser Mitglieder, die die großen Darlehen erhalten haben sollten, nicht ausgeschrieben. Wie der dann teilweise verlesene Schriftverkehr Pavelec-Wacker ergab, sind größere Darlehen überhaupt nicht ausgezahlt worden. Mit den kleineren Darlehen war es so, wie Pavelec im 3uli 1928 an Wacker schrieb, „es ist keine Kunst, den Leuten das Geld abzunehmen und daraus kleine Darlehen zu geben". Denn „das Volk wird allgemein betrogen, weil es dumm ist". Brief Pavelees aus August 1928.
Wir werden demnächst über den weiteren Gang der Verhandlung berichten.
Tiefe am 12. November: abends 5,3 Grad, am 13. November: morgens 4,8 Grad Celsius. — Niederschläge 0,2 Millimeter. — Sonnenschein- dauer 4ll? Stunden.___
»Rote Hande oder brennend rotes Gesicht wirken unfein. Ein wirlsames Mittel dagegen ist die kühlende, reiz- mildernde und schneeig-weitze Creme Leodor, auch als herrlich duftende Puderunterlage vorzüglich geeignet. Hebet» laschender Erfolg, Tube 1 2JIL, wirksam unterstützt durch Leodor-Edelfeise, Stück 50 Pf. 3n allen Chlorodorw Verkaufsstellen zu haben.
meemärschs, Opernkompositionen und andere Musikstücke in sorg amster Auswahl und guter instrumentaler Gestaltung zu Gehör gebracht wurden. Bei dem günstigen Wetter konnte die Kapelle im Freien konzertieren, so daß auch die 3nsas en der bena Abarten Kliniken an den schönen Darbietungen teilhaben konnten. Der Kapelle und ihrem verdienstvollen Leiter, Obernmsikmeister Loeb er, wissen die Klinikinsassen für die angenehme Morgengabe aufrichtigen Dank.
*• Reiterbesuch aus Oberschlesien. Gestern nachmittag kam Herr Albert Kassel aus Deuthen (Oberschlesiens, Mitglied deS dortigen Reit- und Fahrvereins, zu Pferd in unserer Stadt an. Herr Kassel befindet sich zur Zeit auf seinem 18 3ah re alten Fuchswallach .Wotan" auf einem Ritt Quer durch gana Deutschland. Am 23. September ritt er von Beutyen ab über BrcS- lau — Görlitz — Dresden — Leipzig — Erfurt- Fulda — Frankfurt a. M, und genau vier Wochen später, am 23. Oktober, traf er in Mainz-Kastol am Rhein ein. Don dort aus ritt er auf seinem .Wotan" rheinabwärts über Koblenz bis Weißenthurm. dann führte ihn sein weiterer Weg über Limburg gestern nach unserer Stadt. Hier brachte er sein Pferd, das bisher den ganzen langen Ritb mit einer täglichen durchschnittlichen Entfernung von etwa 50 Kilometer gut überstanden hat, in dem Universitäts-Reitinstitut des Herrn Schömb« unter, wo dem Tiere sorgfältigste Pflege zuteil wurde. Heute früh will der passionierte junge Reitersmann seinen weiteren Rückweg an treten, ben er von hier aus über Kassel — Halle — Torgau — Kottbus — Sagan und Breslau nach seiner Heimatstadt Beuchen nehmen will. Trotz des wvchcnlangen Rittes machte Herr Kasset, der uns gestern abend auf der Redaktion besuchte, einen sehr frischen Eindruck, und er erzählte in begeisterten Worten von den Schönheiten dieser Deutschlandreise auf seinem „vierbeinigen O-Zug Wotan".
Ein Aviv fährt in eine Gruppe Jugendlicher.
WSN. Dillenburg, 12. Nov. 3n der Nähe des Kreisortes Dicken ereignete sich ein s chw e- rer Unfall. Als eine Kyffhäuser-3ugend- gruppe auf der Landstraße marschierte, fuhr ein Kraftwagen von hinten in die Gruppe hinein. Die letzten Reihen der 3ungen wurden zu Boden gerissen und kamen teilweise unter das Auto zu liegen. Drei Angehörige der Abteilung trugen erhebliche Verletzungen davon.
Die Wetterlage.
Owolkenlos 0neuer. <rhar» Bedeckt. ® wolkig. GBedeckt «Regen, * Schnee oCiraupeir. «Hebel Rürwit-er.^) Windstille.O-' sehr leichte» Osi massige» Südsüdwest b stürmische- lordwesl 6ie Piene fliegen mit dem windt Die Beiden Stationen Menenden Zahlen geben die Temperatu» an. Die Limen verbinden Orte mit gleiche* hu* Meeresniveau umgerechneten Luftdruck
Wettervoraussage
Allmählich hat sich der Kern des Hochs vollständig auf das Festland verlagert und nimmt außer Frank- reich auch den südlichen Teil Deutschlands mit in seinen Bereich. Dabei haben sich die hohen Barometerstände weiter gehalten. Gleichzeitig bewegte sich das kräftige isländische Fallgebiet mit großer Schnelligkeit ostwärts, so daß das barometrische Minimum heute morgen bereits über Nordfkandlna- vien lag. Dec Einfluß seiner Südseite hat sich dabei ebenso schnell südlich nach dem europäischen Festlande durchgesetzt und verursacht im nördlichen Deutschland unter Erwärmung vielfach leichte Niederschläge, in unserem Gebiet stärkere Bewölkung. Wohl wird der Hochdruckeinfluß die Vorherrschaft behalten, jedoch wirken sich die Ausläufer, der Störung vorläufig noch etwas aus, was bei der Bewölkung und den Temperaturen zum Ausdruck kommt. Niederschläge sind für unser Gebiet kaum ober nur vereinzelt, und dann von geringer Art zu
Aus der Provinzialhauptstadt.
Dießen, den 13. November 1930.
... ung,... ung.
Als der Teufel die Deutschen ganz besonders schädigen wollte, hat er ihnen die Endsilbe ung erfunden, mit der er ihrer Eitelleit fchmeichelte und zur Sprachverhunzung sein Teil beitrug. Vorher hat man frank und frei von der Leber weg gesprochen, und sich weder geziert noch sich ein Mäntelchen umgehängt, das nach etwas aus- sehen sollte und im Grunde nur die schlimmen Blößen erlernten ließ an Denkfaulheit und Aufrichtigkeit. Als Luther den Deutschen die Schriftsprache schenkte, da fand er schlichte Worte für den kostbaren 3nhatt, und seine Form wird Darum immer vorbildlich sein. Er brauchte nicht gestelzt auf den Krücken Der Wörter mit . . . ung dahinzukommen, sondern schrieb einfach: 3ch wandte mich, um zu sehen. Bei uns würde eine Wendung daraus, ohne daß wir etwas sähen.
Wir führen nichts aus, sondern bringen es zur Ausführung: wir ändern nichts, sondern to;r führen eine Aendecung herbei: wir bezahlen nichts, sondern wir sind um Bezahlung besorgt. Wenn wir etwas vereinbaren wollen, so treffen wir eine Vereinbarung. Wir erkennen nicht, wenn sich etwas eignet, sondern wir stellen die Eignung fest. Wir seufzen nicht unter Lasten, sondern die Belastung ist uns unerträglich. 3st uns ein Unrecht geschehen, so beruhigen wir uns nicht, sondern wir finden keine Beruhigung, bis wir Genugtuung erlangt haben. Wir betrachten nichts, sondern wir unterziehen es einer Betrachtung. Wir vertreten nicht unsere Meinung, sondern in der Vertretung unserer Anschauungen kommt unser Eigensinn auf seine Rechnung. Wir sind nicht von etwas überzeugt, sondern wir hegen die Ueberzeugung oder die Erwartung. Wir konnten bereit fein, etwas zu verantworten, aber nein, wir sind gewillt, die Verantwortung zu tragen. Wir hoffen nicht, daß die Not von uns weicht, sondern wir- sind der Hoffnung, daß es uns gelingt, die Belastungen zu tragen. Wir lassen uns von allem Möglichen beeinflussen, aber wir stellen die Behauptung aus, daß wir keiner Beeinflussung unterliegen. Wtr werden nicht eingeladen, sondern erhalten eine Einladung und folgen ihr. Wir regeln nicht etwas, sondern finden eine Regelung, wir vermindern nicht etwas, sondern bemühen uns um Verminderung. Wir klären nicht etwas auf, sondern wir sind um Klärung bemüht, —ung. —ung, —ung, nichts anderes. , „
Das plustert sich auf mit solchen leeren Hülsen von Worten, das tut gespreizt mit geh. llloser Umständlichkeit. Und da der eine ungt, tut es der andere. Der kleine Lehrling guckt es dem Vorgesetzten ab und macht sich wichtig wie der. Wir reden und schreiben vielfach im Stil Der Dureaukraien einer längst vergangenen Zeit, be- hängen unsere Redeweise mit solchem Tand von wichtigtuerischen Hauptworten, und vergessen ganz, daß wir auch Zeitwörter haben, Die so lebendig fliehend und so schlicht und einfach sind aber den Nagel auf den Kops treffen, wahrend das sich spreizende Wort auf ung Jo oft zu falschen Gedankenverbindungen Anlaß gibt.
Eine Kleinigkeit sagt man? O nein, es lst unsere Sprache, ein köstliches Gut, das verschludert und verludert. Einen großen Dell der Schuld Daran hat die . . . ungerei. die tote eine Seuche durchs Land geht. Oder „lebt man der Auffassung, daß die häufige Anwendung und Bildung von Wortfügungen auf ung Eignung besitzt zur Verbesserung, Bereicherung und Verschönerung der deutschen Sprache"? —r.
Bornottzen.
— Tageskalender für Donnerstag. DD A Ortsgruppe Gießen: 3ubiläums-Der- anstaltung, 20 Uhr. in Der Neuen Aula. — Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende, Vortragender: Univ.-Pros. Dr. Gunther, 20.15 Uhr, Hörsaal 44. - D.H.D.: Dortrag „Unsere Forderungen und Ziele in der Sozialpolitik", 20.30 Uhr, Derbandsheim. — Lichtspiel- Haus Bahnhofstraße: „Komm zu mir zum Rendezvous". — Astoria-Lichtspiele: „Der tolle Reiter" und „Deutsche Herzen am deutschen Rhein". , . _
— AuS dem S t a d 11 he a te r b u r e a u wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, kommt
aus Den Anzeigen ersichtlich.
— Italien" (Dom ewigen Rom zu Siziliens Lavaströmen), so lautet der Titel eines Kulturfilms, der am nächsten Sonntagvormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gezeigt wird. 3n Bildern von der Stadt Der sieben Hügel, vorn Datikan, vom Tivoli mit seinen herrlichen Wasserfällen lernt der Zuschauer die italienische Metropole kennen. Neapel und Pompeji, die Schönheiten von Amalfi. Sorrent und der 3nsel Capri bringt dieser Film, und er führt an die klassischen Stätten und auf die 3nfcl Sizilien mit ihrer mannigfachen Schönheit.
— Aktuelle Lebensfragen. Man schreibt uns. Unter dieser Gesamtüb rfchrift finden in dieser und in der übernächsten Woche auf Veranlassung der Christengemeinschaft der Bewegung für religiöse Erneuerung zwei öffentliche Vorträge statt. 3m ersten Dortrag behandelt Lic. Robert Goebel das Thema: ^Seelenkrankheiten in der Gegenwart und der Ruf nach Beichte". Der Dortrag findet Freitag, 14. November, in der Universität, Hörsaal 41, statt. (Siehe heutige Anzeige.)
— Der Bund ,3)aus und Schule" veranstaltet Freitag, 14. November 20 Uhr, im Johannes- faal einen Familienabend. Man beachte die heutige Anzeige.
— Ein Lehrgang für neuizeitliche Küchenführung findet am Montag, 17., und Dienstag, 18. November, im Kaufmännischen Der- einshause statt. Hierzu wird uns geschrieben: Frl. Ruth von Hermanni (Hannover) hielt bereits im Früi fahr einen derartigen Kurs ab, der sich großer Beliebtheit und starken Zuspruchs erfreute. All das, was die Ernährungswissenschaft in den letzten Jahren an Erkenntnissen zeitigte, wird in den Kursen praktisch gelehrt. Das Städtische Elektrizitätswerk stellt für den Unterricht einen nach den neuesten Erfahrungen konstruierten Herd zur Verfügung. — Siehe heutige Anzeige.
— Die Ausstellung der Schüler- Zeichnungen in der Turnhalle der Pestalozzi- schule erfreut sich fortlaufend guten Besuches. Mit Rücksicht auf das Publikum ist die Ausstellung täglich in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Letzter Ausstellungstag ist der kommende Sonntag.
** Universitäts-Gottesdienst. Nächsten Sonntag, 16. November, 11.15 Uhr, findet in der Neuen Aula Universitäts-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Privatdozent v. B r u n n e r.
Militärkonzert in der Chirurgischen Klinik. Gestern vormittag erfreute unsere Gießener Militärkapelle die Patienten und das Personal der Chirurgischen Klinik mit einem wohlgelungenen Konzert, in dessen Der lauf Ar-
in völlig neuer 3nszenieruny unter der Regie von Walter Bäuerle Schillers bürgerliches Trauerspiel: „Kabale und Liebe" erstmalig zur Aufführung. Dieses Stück wird zum 125. Todestage des Dichters aufgeführt. Die Wahl fiel gerade auf das Trauerspiel „Kabale und Liebe", weil es vielleicht das mutigste Werk neben den „Räubern" ist: ein Werk, in Dem sich zum erstenmal die bürgerliche Welt gegen die Dormachtstellung des Adels wendet. — Am Sonntag, 16. November, findet im Rahmen einer Morgenveranstaltung der erste Tag des Kammerspiel» zyklus statt zusammen mit dem Goethebund. Zur Aufführung gelangt ein Spiel von 3ulius Maria Becker: „Der Drückengeist" unter der Spielleitung des 3ntenDanten Dr. P ras ch.
— Dom Gießener K o n z e r t v e r e i n wird uns geschrieben: Das nächste, zweite Abonnementskonzert findet am Sonntag, 16. November, 17 Uhr, in Der Neuen Aula statt. Das Ross- Quartett aus Wien, dessen feinsinnige Interpretationen im vergangenen 3ahre so stürmischen Beifall fanden, kommt wieder zu uns und bringt ein selbstgewähltes Programm, um uns fein Bestes geben zu können. Auf Beethoven (op. 18,1) folgt Schumann (op. 41,1); den Schluß bildet das nachgelassene Schubertwerk in V-Moll: Der Tod und das Mädchen. So können wir einem nach 3nhalt und Darstellung in gleicher Weise ausgezeichneten Kammermusikabend entgegensehen. Durch Berufung des bisherigen Cellisten Pros. A. Walter an die Hochschule für Musik in München ist ein Wechsel eingetreten. An seine Stelle ist das frühere Mitglied des Rosä-Quar- tetts Pros. Friedrich B u x b a u m getreten. Auch die Bratsche ist neu beseht worden. Näheres ist
iillrirh - Sodbrennen
<•■■■ ■ wee. 250 gr. o,6o. Tabletten 0,25 u.1.50


