Ausgabe 
13.11.1930
 
Einzelbild herunterladen

^@6^

ParlsZSrranKf.

\um*

WM

SS££S9££SSflbüQZS5BR£SE&&SB% rki^anMMU/ ^WS-ZS-ZWM -ia65SÄSe=iiX

Gießen. 12. Nov. Am 10. und 11. No­vember wurden in der bekannten Strafsache ge­gen Wacker vor dem Erweiterten Schöffen­gericht Gießen (vergl. unseren Bericht vom vori­gen Samstag. D. Red.) einige 20 Zeugen vernommen. Ein Xeil von ihnen konnte sich naturgemäß an di« Jahre zurückliegenden Ver­handlungen mit dem Angeklagten nicht mehr an Einzelheiten erinnern. Andere erklärten, daß

wacker ihnen versprochen habe, sie bekämen die Darlehen bestimmt in wenigen Wochen, es stände genug amerikanisches Geld zur Beifügung. 3m Vertrauen aus diese und ähnliche Zusicherungen wurden die Leute Mitglieder desDnternatlo- nalen Kreditschuhes" oder derKreoeawa". bezahlten ihre Beiträge und erhielten fast aus­nahmslos nichts.

Größere Darlehen wurden überhaupt nicht aus- gezahlt. Wenn wirklich einmal, in ganz wenigen Ausnahmefällen, kleine Beträge ausgezahlt wur­den, so zeigte sich auch hier, wiegemeinnützig" die Unternehmen waren.

Ein Soldat erhielt von dem von ihm bei der Kreveawa" gegen Sicherheit auf genommen Darlehen 150 Mark ausbezahlt. Beitrag für ein 3ahr und 20 Prozent Zinsen wurden von der Darlehenssumme, die auch nur mit 97 Pro­zent ausgezahlt werden sollte, gleich abgezogen. Zurückzahlen muhte der Soldat aber 250 Mark!

Ein Geschäftsmann wurde Mitglied des Kredit­schutzes. weil Wacker ihm garantierte, daß er

Erweitertes Vezirksschöffengericht Gießen.

Gießen. 12.Rov. 3n der Rächt vom 22. auf den 23. Df ober 1929 waren aus dem Haus eines Metzgermeisters in Dorheim Geld und aller­lei Gegenstände gestohlen worden. Der Dieb war entweder eingestiegen, oder er hatte sich an dem nebeligen Tag in das Haus eingeschlichen. An einer Kassette, die er erbrochen hatte, fanden sich zwei frische Fingerspuren, so muste-gül.ig klar und deutlich abgedrückt, wie man dies selten fin­det. Sie wurden an das Landeskriminalpolizei- amt nach Darmstadt geschickt, paßten aber zu keinem der Tausende von Abdrücken, die von bekannten Verbrechern registriert werden. Der Verdacht, den Diebstahl begangen zu haben, fiel auf den Maurer Großmann, einen trotz seiner 26 Jahre viel­fach, auch mit Zuchthaus bestraften Verbrecher, der schon vor Jahren wegen eines in der gleichen Gegend begangenen Diebstahls, bestraft und we­nige Tage vor dem Diebstahl dort gesehen und bestimmt erkannt worden war. Er wurde steck­brieflich verfolgt, verhaftet, und die Vergleichung feiner Fingerabdrücke mit denen auf der Kassette ergab die vollkommenste Uebereinstiinmung. so daß ein Zweifel an seiner Täterschaft nicht bestehen konnte. Der Versuch, sein Alibi zu beweisen, miß­glückte vollkommen. Er erhielt mildernde Um­stände wurden nicht angenommen d e Mindest» strafe von zwei Jahren Zuchthaus Auch von anderen Gerich en ist ec inzwischen wieder zu schweren Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Freigefprochen wurde ein Krastwagen- führer von Daubrinaen, der Ende August auf der Landstraße LollarGi:hen beim Ueberholen eines Erntewagens mit einem aus dec entgegengesetzten Richtung kommenden Motorradfahrer zu ammen- gestohen war, so daß dieser und sein Beifahrer getötet wurden. Das Schöffengericht war der Mei­nung, daß ein Verschulden des Angeklagten nicht einwandfrei nachweisbar fei. Der Staatsanwalt hatte sechs Monate Gesängnis beantragt. Die Sache wird vermutlich noch die Strafkammer als Berufungsinstanz beschäl, igen.________________

Personen befanden, stürzte beim Passieren einer Brücke in den Fluß. Dabei ertranken fünf Personen. Zwei konnten sich durch Schwimmen retten.

6in Schiffbrüchiger nach 72 Stunden gerettet.

Der Erste Offizier des SchonersBrooklyn", der letzten Samstag vor Port Humboldt kenterte, wurde an der kalifornischen Küste auf See treibend ousgefunden und ge rettet. Er war völlig erschöpft und fast bewußtlos, da er an ein Wrackstück geklammert 72 Stunden ohne Nahrung und ohne Trinkwasser hatte aushalten müssen. Man brachte ihn ins Krankenhaus. Es besteht Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten.

Zwei 3ahre Festung wegen Mensur mit Todesfolge.

Das Strafgericht München verurteilte den Studenten Koch aus Remscheid wegen Tö­tung im Zweikampf zu jtoei Gapren Festung. Koch hat am 21. Februar d. 3. einem Angehörigen einer Burschenschaft in einer Be­stimmungsmensur eine Stirnverletzung bei­gebracht. Der Verletzte starb nach einigen Sagen an einer Stirnhöhlenvereiterung. 3n der Verhandlung erklärte einer der medizini­schen Sachverständigen, die Verletzung als solche habe nicht unmittelbar den Tod zur Folge gehabt, sondern es lag eine innere 3nfef- tionsquelle vor, wähle.id der zweite Sach­verständige eine 3,nfizierung durch die Wunde für wahrscheinlich hält. Obwohl der Verteidiger darauf hinwies, daß das Große Schöffengericht Berlin am 28. März und das Schöffengericht Köln am 30. April d. 3. zu dec Entscheidung gekommen seien, daß Studenten­mensuren nicht als Zweikampf mit töd - lieben Waffen, sondern als Sport an­zusehen seien, schloß sich das Gericht einer reichs­gerichtlichen Entscheidung von 1883 an, wonach Studentenmensuren als Zweikampf mit tödlichen Waffen zu betrachten seien. 3m übrigen glaubte das Gericht die Frage nach dem ursächlichen Zusammenhang zwischen der Verwundung und dem Tode im vorliegenden Falle bejahen zu müssen.

Fährbootsunglück in veliheim.

Auf der Beltheimer Weser-Fähre, wo sich bekanntlich seinerzeit das furchtbare Unglück mit den Reichswehrpionieren zugetragen hat, ereig­nete sich ein gefährlicher Unfall, der leicht zu einer Katastrophe hätte führen können. Als der Fährmann eine größere Herde Kühe unter Anwendung der gebotenen Sicherheitsmaß­nahmen übersetzte, drängten die Tiere plötzlich auf die Seite, um zu trinken. Dadurch legte sich das Fährboot auf die Seite. Versuche, die Tiere wieder in die Mitte der Fähre zu trei­ben, mißlangen. Es entstand ein wüstes Durch­einander, und da der Wasserstand der Weser zur Zeit sehr hoch ist. kenterte die Fähre und verschwand vollkommen unter dem Wasserspiegel. Die auf der Fähre befindlichen Menschen konnten sich unter Aufbie­tung aller Kräfte in den Beibooten retten. Die Tiere erreichten schwimmend das jenseitige Ufer. Der Fährmann Huck, der sich bei dem Reichs­wehrunglück hervorragende Verdienste erworben hat, vermochte auch diesmal wieder durch seine Geistesgegenwart eine sonst unausb'eibliche Kata­strophe abzuwenden. Sie Fähre liegt auf Grund und konnte noch nicht geborgen werden.

Lin Tierwärter von Löwen zerfleischt.

3n Stettin betrat der 27jährige Tierwärter Max W i l h a n einen Gotrentä ig. den der Schau­steller Willy Bachmann vorübergehend aus einem Hofe untergestellt ha te. Als der Wäcter die drei Tiere streicheln wollte, fiel ein Löwe über ihn her, warf ihn zu Boden und verletzte ihn schwer. Die beiden anderen Tiere stürzten sich darauf gleichfalls auf den am Boden Liegenden. Auf die gellenden Hilferufs des Schwerverletzten eilten vier aus dem Hofe befindliche Personen herbei. Unter eigener Lebensgefahr gelang es ihnen schließlich, die wütenden Tiere mit Focken von ihrem Opfer abzuballen und den ter aus dem Käf q zu ho en. - il an w cd sofcr i s Kia e i* Haus gebracht, wo er aber einige Zeit später sei­nen schweren Verletzungen erlag.

erwarten.

Erhältlich /.Apotheken uDrogerien

Vertrieb fUSA. GlogaubCQ Chicago

Oie Darlehensgeschäfte Wackers.

Das Ergebnis der Zeugenvernehmungen an den ersten DerhandlungSiagen.

Aussichten für Freitao: Wechselnde Bewölkung mit vorübergehendem Aufklaren, Nei­gung zu vereinzelten geringen Niederschlägen, zunächst etwas milder.

Lufttemperaturen am 12. November: mittags 6,9 Grad Celsius, abends 5,4 Grad: am 13. No­vember: morgens 5,2 Grad. Maximum 7,3 Grad, Minimum 4,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm

in 14 Tagen die nachgesuchten 2000 Mark be­komme. Als das Geld nach Wochen nicht kam und dcr Rechtsanwall des Mitglieds gerichtliches Vorgehen andrvhte, erhielt das Mitglied 300 Mark, die aber mindestens zum größten Teil aus seinen eigenen Forderungen stammten, die er vorher an den Kreditschutz zum 3nkasso abgetre­ten hatte. 3n den von Wacker versandtenRe­ferenzen" war aber zu lesen, das betr. Mitglied habe 900 Mark zinsloses Darlehen erhalten.

3n den Referenzen desSreditschuhes" und derkreveawa" wurden überhaupt INillionen- furnmen genannt, die an die Mitglieder fchon ausgezahlt feien, auch nach Gießen und Um­gegend fallen viele Taufende gefloffen fein.

Bezeichnenderweise waren aber die Namen dieser Mitglieder, die die großen Darlehen er­halten haben sollten, nicht ausgeschrie­ben. Wie der dann teilweise verlesene Schrift­verkehr Pavelec-Wacker ergab, sind grö­ßere Darlehen überhaupt nicht aus­gezahlt worden. Mit den kleineren Darlehen war es so, wie Pavelec im 3uli 1928 an Wacker schrieb,es ist keine Kunst, den Leuten das Geld abzunehmen und daraus kleine Darlehen zu geben". Denndas Volk wird allgemein betrogen, weil es dumm ist". Brief Pavelees aus August 1928.

Wir werden demnächst über den weiteren Gang der Verhandlung berichten.

Tiefe am 12. November: abends 5,3 Grad, am 13. November: morgens 4,8 Grad Celsius. Niederschläge 0,2 Millimeter. Sonnenschein- dauer 4ll? Stunden.___

»Rote Hande oder brennend rotes Gesicht wirken unfein. Ein wirlsames Mittel dagegen ist die kühlende, reiz- mildernde und schneeig-weitze Creme Leodor, auch als herrlich duftende Puderunterlage vorzüglich geeignet. Hebet» laschender Erfolg, Tube 1 2JIL, wirksam unterstützt durch Leodor-Edelfeise, Stück 50 Pf. 3n allen Chlorodorw Verkaufsstellen zu haben.

meemärschs, Opernkompositionen und andere Mu­sikstücke in sorg amster Auswahl und guter in­strumentaler Gestaltung zu Gehör gebracht wur­den. Bei dem günstigen Wetter konnte die Kapelle im Freien konzertieren, so daß auch die 3nsas en der bena Abarten Kliniken an den schönen Darbietungen teilhaben konnten. Der Kapelle und ihrem verdienstvollen Leiter, Obernmsikmeister Loeb er, wissen die Klinikinsassen für die an­genehme Morgengabe aufrichtigen Dank.

* Reiterbesuch aus Oberschlesien. Gestern nachmittag kam Herr Albert Kassel aus Deuthen (Oberschlesiens, Mitglied deS dor­tigen Reit- und Fahrvereins, zu Pferd in unserer Stadt an. Herr Kassel befindet sich zur Zeit auf seinem 18 3ah re alten Fuchswallach .Wotan" auf einem Ritt Quer durch gana Deutschland. Am 23. September ritt er von Beutyen ab über BrcS- lau Görlitz Dresden Leipzig Erfurt- Fulda Frankfurt a. M, und genau vier Wochen später, am 23. Oktober, traf er in Mainz-Kastol am Rhein ein. Don dort aus ritt er auf seinem .Wotan" rheinabwärts über Koblenz bis Weißen­thurm. dann führte ihn sein weiterer Weg über Limburg gestern nach unserer Stadt. Hier brachte er sein Pferd, das bisher den ganzen langen Ritb mit einer täglichen durchschnittlichen Entfernung von etwa 50 Kilometer gut überstanden hat, in dem Universitäts-Reitinstitut des Herrn Schömb« unter, wo dem Tiere sorgfältigste Pflege zuteil wurde. Heute früh will der passionierte junge Reitersmann seinen weiteren Rückweg an treten, ben er von hier aus über Kassel Halle Torgau Kottbus Sagan und Breslau nach seiner Heimatstadt Beuchen nehmen will. Trotz des wvchcnlangen Rittes machte Herr Kasset, der uns gestern abend auf der Redaktion besuchte, einen sehr frischen Eindruck, und er erzählte in begeisterten Worten von den Schönheiten dieser Deutschlandreise auf seinemvierbeinigen O-Zug Wotan".

Ein Aviv fährt in eine Gruppe Jugendlicher.

WSN. Dillenburg, 12. Nov. 3n der Nähe des Kreisortes Dicken ereignete sich ein s chw e- rer Unfall. Als eine Kyffhäuser-3ugend- gruppe auf der Landstraße marschierte, fuhr ein Kraftwagen von hinten in die Gruppe hinein. Die letzten Reihen der 3ungen wurden zu Boden gerissen und kamen teilweise unter das Auto zu liegen. Drei An­gehörige der Abteilung trugen erhebliche Verletzungen davon.

Die Wetterlage.

Owolkenlos 0neuer. <rhar» Bedeckt. ® wolkig. GBedeckt «Regen, * Schnee oCiraupeir. «Hebel Rürwit-er.^) Windstille.O-' sehr leichte» Osi massige» Südsüdwest b stürmische- lordwesl 6ie Piene fliegen mit dem windt Die Beiden Stationen Menenden Zah­len geben die Temperatu» an. Die Limen verbinden Orte mit gleiche* hu* Meeresniveau umgerechneten Luftdruck

Wettervoraussage

Allmählich hat sich der Kern des Hochs vollständig auf das Festland verlagert und nimmt außer Frank- reich auch den südlichen Teil Deutschlands mit in seinen Bereich. Dabei haben sich die hohen Baro­meterstände weiter gehalten. Gleichzeitig bewegte sich das kräftige isländische Fallgebiet mit großer Schnelligkeit ostwärts, so daß das barometrische Minimum heute morgen bereits über Nordfkandlna- vien lag. Dec Einfluß seiner Südseite hat sich dabei ebenso schnell südlich nach dem europäischen Fest­lande durchgesetzt und verursacht im nördlichen Deutschland unter Erwärmung vielfach leichte Nie­derschläge, in unserem Gebiet stärkere Bewölkung. Wohl wird der Hochdruckeinfluß die Vorherrschaft behalten, jedoch wirken sich die Ausläufer, der Stö­rung vorläufig noch etwas aus, was bei der Be­wölkung und den Temperaturen zum Ausdruck kommt. Niederschläge sind für unser Gebiet kaum ober nur vereinzelt, und dann von geringer Art zu

Aus der Provinzialhauptstadt.

Dießen, den 13. November 1930.

... ung,... ung.

Als der Teufel die Deutschen ganz besonders schädigen wollte, hat er ihnen die Endsilbe ung erfunden, mit der er ihrer Eitelleit fchmeichelte und zur Sprachverhunzung sein Teil beitrug. Vorher hat man frank und frei von der Leber weg gesprochen, und sich weder geziert noch sich ein Mäntelchen umgehängt, das nach etwas aus- sehen sollte und im Grunde nur die schlimmen Blößen erlernten ließ an Denkfaulheit und Auf­richtigkeit. Als Luther den Deutschen die Schrift­sprache schenkte, da fand er schlichte Worte für den kostbaren 3nhatt, und seine Form wird Darum immer vorbildlich sein. Er brauchte nicht gestelzt auf den Krücken Der Wörter mit . . . ung dahinzukommen, sondern schrieb einfach: 3ch wandte mich, um zu sehen. Bei uns würde eine Wendung daraus, ohne daß wir etwas sähen.

Wir führen nichts aus, sondern bringen es zur Ausführung: wir ändern nichts, sondern to;r führen eine Aendecung herbei: wir bezahlen nichts, sondern wir sind um Bezahlung besorgt. Wenn wir etwas vereinbaren wollen, so treffen wir eine Vereinbarung. Wir erkennen nicht, wenn sich etwas eignet, sondern wir stellen die Eignung fest. Wir seufzen nicht unter Lasten, sondern die Belastung ist uns unerträglich. 3st uns ein Unrecht geschehen, so beruhigen wir uns nicht, sondern wir finden keine Beruhigung, bis wir Genugtuung erlangt haben. Wir betrachten nichts, sondern wir unterziehen es einer Betrach­tung. Wir vertreten nicht unsere Meinung, son­dern in der Vertretung unserer Anschauungen kommt unser Eigensinn auf seine Rechnung. Wir sind nicht von etwas überzeugt, sondern wir hegen die Ueberzeugung oder die Erwartung. Wir konnten bereit fein, etwas zu verantworten, aber nein, wir sind gewillt, die Verantwortung zu tragen. Wir hoffen nicht, daß die Not von uns weicht, sondern wir- sind der Hoffnung, daß es uns gelingt, die Belastungen zu tragen. Wir lassen uns von allem Möglichen beeinflussen, aber wir stellen die Behauptung aus, daß wir keiner Beeinflussung unterliegen. Wtr werden nicht eingeladen, sondern erhalten eine Einladung und folgen ihr. Wir regeln nicht etwas, sondern finden eine Regelung, wir vermindern nicht et­was, sondern bemühen uns um Verminderung. Wir klären nicht etwas auf, sondern wir sind um Klärung bemüht,ung.ung,ung, nichts anderes. ,

Das plustert sich auf mit solchen leeren Hülsen von Worten, das tut gespreizt mit geh. llloser Umständlichkeit. Und da der eine ungt, tut es der andere. Der kleine Lehrling guckt es dem Vorgesetzten ab und macht sich wichtig wie der. Wir reden und schreiben vielfach im Stil Der Dureaukraien einer längst vergangenen Zeit, be- hängen unsere Redeweise mit solchem Tand von wichtigtuerischen Hauptworten, und vergessen ganz, daß wir auch Zeitwörter haben, Die so lebendig fliehend und so schlicht und einfach sind aber den Nagel auf den Kops treffen, wahrend das sich spreizende Wort auf ung Jo oft zu fal­schen Gedankenverbindungen Anlaß gibt.

Eine Kleinigkeit sagt man? O nein, es lst unsere Sprache, ein köstliches Gut, das ver­schludert und verludert. Einen großen Dell der Schuld Daran hat die . . . ungerei. die tote eine Seuche durchs Land geht. Oderlebt man der Auffassung, daß die häufige Anwendung und Bildung von Wortfügungen auf ung Eignung besitzt zur Verbesserung, Bereicherung und Ver­schönerung der deutschen Sprache"?r.

Bornottzen.

Tageskalender für Donnerstag. DD A Ortsgruppe Gießen: 3ubiläums-Der- anstaltung, 20 Uhr. in Der Neuen Aula. Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbe­treibende, Vortragender: Univ.-Pros. Dr. Gun­ther, 20.15 Uhr, Hörsaal 44. - D.H.D.: Dortrag Unsere Forderungen und Ziele in der Sozial­politik", 20.30 Uhr, Derbandsheim. Lichtspiel- Haus Bahnhofstraße:Komm zu mir zum Ren­dezvous". Astoria-Lichtspiele:Der tolle Reiter" undDeutsche Herzen am deutschen Rhein". , . _

AuS dem S t a d 11 he a te r b u r e a u wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, kommt

aus Den Anzeigen ersichtlich.

Italien" (Dom ewigen Rom zu Siziliens Lavaströmen), so lautet der Titel eines Kultur­films, der am nächsten Sonntagvormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gezeigt wird. 3n Bildern von der Stadt Der sieben Hügel, vorn Datikan, vom Tivoli mit seinen herrlichen Wasser­fällen lernt der Zuschauer die italienische Metro­pole kennen. Neapel und Pompeji, die Schönhei­ten von Amalfi. Sorrent und der 3nsel Capri bringt dieser Film, und er führt an die klassischen Stätten und auf die 3nfcl Sizilien mit ihrer man­nigfachen Schönheit.

Aktuelle Lebensfragen. Man schreibt uns. Unter dieser Gesamtüb rfchrift fin­den in dieser und in der übernächsten Woche auf Veranlassung der Christengemeinschaft der Bewegung für religiöse Erneuerung zwei öffent­liche Vorträge statt. 3m ersten Dortrag be­handelt Lic. Robert Goebel das Thema: ^Seelenkrankheiten in der Gegenwart und der Ruf nach Beichte". Der Dortrag findet Frei­tag, 14. November, in der Universität, Hör­saal 41, statt. (Siehe heutige Anzeige.)

Der Bund ,3)aus und Schule" veran­staltet Freitag, 14. November 20 Uhr, im Johannes- faal einen Familienabend. Man beachte die heutige Anzeige.

Ein Lehrgang für neuizeitliche Küchenführung findet am Montag, 17., und Dienstag, 18. November, im Kaufmännischen Der- einshause statt. Hierzu wird uns geschrieben: Frl. Ruth von Hermanni (Hannover) hielt bereits im Früi fahr einen derartigen Kurs ab, der sich großer Beliebtheit und starken Zuspruchs erfreute. All das, was die Ernährungswissenschaft in den letzten Jahren an Erkenntnissen zeitigte, wird in den Kursen praktisch gelehrt. Das Städtische Elektrizitäts­werk stellt für den Unterricht einen nach den neuesten Erfahrungen konstruierten Herd zur Verfügung. Siehe heutige Anzeige.

Die Ausstellung der Schüler- Zeichnungen in der Turnhalle der Pestalozzi- schule erfreut sich fortlaufend guten Besuches. Mit Rücksicht auf das Publikum ist die Ausstellung täglich in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Letzter Ausstellungstag ist der kommende Sonntag.

** Universitäts-Gottesdienst. Nächsten Sonntag, 16. November, 11.15 Uhr, findet in der Neuen Aula Universitäts-Gottesdienst statt. Die Pre­digt hält Privatdozent v. B r u n n e r.

Militärkonzert in der Chirur­gischen Klinik. Gestern vormittag erfreute unsere Gießener Militärkapelle die Patienten und das Personal der Chirurgischen Klinik mit einem wohlgelungenen Konzert, in dessen Der lauf Ar-

in völlig neuer 3nszenieruny unter der Regie von Walter Bäuerle Schillers bürgerliches Trauerspiel:Kabale und Liebe" erstmalig zur Aufführung. Dieses Stück wird zum 125. Todes­tage des Dichters aufgeführt. Die Wahl fiel gerade auf das TrauerspielKabale und Liebe", weil es vielleicht das mutigste Werk neben den Räubern" ist: ein Werk, in Dem sich zum erstenmal die bürgerliche Welt gegen die Dor­machtstellung des Adels wendet. Am Sonntag, 16. November, findet im Rahmen einer Morgen­veranstaltung der erste Tag des Kammerspiel» zyklus statt zusammen mit dem Goethebund. Zur Aufführung gelangt ein Spiel von 3ulius Maria Becker:Der Drückengeist" unter der Spiel­leitung des 3ntenDanten Dr. P ras ch.

Dom Gießener K o n z e r t v e r e i n wird uns geschrieben: Das nächste, zweite Abon­nementskonzert findet am Sonntag, 16. November, 17 Uhr, in Der Neuen Aula statt. Das Ross- Quartett aus Wien, dessen feinsinnige Inter­pretationen im vergangenen 3ahre so stürmischen Beifall fanden, kommt wieder zu uns und bringt ein selbstgewähltes Programm, um uns fein Bestes geben zu können. Auf Beethoven (op. 18,1) folgt Schumann (op. 41,1); den Schluß bildet das nachgelassene Schubertwerk in V-Moll: Der Tod und das Mädchen. So können wir einem nach 3nhalt und Darstellung in gleicher Weise aus­gezeichneten Kammermusikabend entgegensehen. Durch Berufung des bisherigen Cellisten Pros. A. Walter an die Hochschule für Musik in München ist ein Wechsel eingetreten. An seine Stelle ist das frühere Mitglied des Rosä-Quar- tetts Pros. Friedrich B u x b a u m getreten. Auch die Bratsche ist neu beseht worden. Näheres ist

iillrirh - Sodbrennen

< wee. 250 gr. o,6o. Tabletten 0,25 u.1.50