Ausgabe 
13.5.1930
 
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der Versuch gemacht wird, Deutschlands Maß­nahmen auf militärischem Gebiete als Hinder­nisse der allgemeinen Abrüstung hinzustellen, dann bedeutet das eine erstaunliche Ver­schiebung des wahren Sachverhalts. 3dE> kann meine Einstellung zu den Völkerbunds- Problemen nicht besser zusammerrf assen als durch den Leitsatz, den Dr. Stresemann in seiner Rede beim Eintritt Deutschlands in den Völkerbund prägte: »Rur auf der Grundlage einer Ge­meinschaft. die alle Staaten ohne Un­terschied in voller Gleichberechti­gung umspannt, können Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeit die wahren Leitsterne des Men­schenschicksals werden."

Deutschland und der Völkerbund.

Das frühere Mitglied der Informationsabtei­lung des Völkerbundes Dr. Max V e e r ver­öffentlicht in einer Genfer Zeitschrift einen viel beachteten Aufsatz über die Stellung Deutsch­lands im Völkerbunde. Darin wird der Nachweis geführt, daß Deutschland zwar im Völkerbunde sei, jedoch noch weit entfernt davon sei, im Völkerbund die Rolle zu spie­len, die Deutschland gebühre und die im eigen­sten Interesse des Völkerbundes unbedingt not­wendig fei. Die übrigen Mächte hätten bisher noch keineswegs begriffen, wie wichtig es für den Völkerbund wäre, daß Deutschland als voll­berechtigtes Mitglied entscheidend mitarbeite und dem Völkerbund neue Ideen und neue Kräfte zuleite. Die Bedeutung der deutschen Mitarbeit und der damit notwendigerweise verbundenen inneren älmgestalutng des Völkerbundes würde heute noch in keiner Weise wirklich verstanden. Die großen Gründer st aaten des Völker­bundes wären als glückliche Inhaber der Macht noch heute der Ansicht, daß die beste Politik die sei, die in der Aufrechterhaltung ihrer Machtstellung und der Zurück­weisung jedes anderen Einflusses be­stände. Diese Auffassung stehe aber im schroffen Gegensatz zu der Grundidee des Völkerbundes. Die großen Gründermächte hatten eigentlich alles tun müssen, um Deutschland so eng wie möglich mit der Völkerbundsarbeit zu verbinden und Deutschlands Mitarbeit eine entscheidende Stelle zu sichern. Eine gute Politik hätte Deutschland verstehen lassen, daß der Völkerbund auch eine deutsche Angelegenheit, nicht nur eine Sache der übrigen Mächte sei. Deutschland wäre voll im Recht, wenn es noch heute im Völker­bund ein Machtmittel sehe, dessen Aufgabe es sei, den in Versailles geschaffenen Zustand aufrechtzuerhalten. Deutsch­land könne jedoch seiner Geschichte und fulturetien Bedeutung nach erwarten, daß endlich die gegen­seitige Anpassung und Angleichung im Völker­bund mit Deutschland vorgenommen würde. Ie- doch fei heute noch der Ausgleich zwischen Deutschland und dem Völkerbund in keiner Weise erfolgt, da die Kräfte, die den Völkerbund zu festbeftimmten Zwecken geschaffen hätten, und einen maßgebenden Einfluß besäßen, noch immer jede Entwicklung und Ausgestaltung des Völker­bundes ablehnten. Das Schicksal des Völker­bundes und des Friedens werde zu einem großen Teil davon abhängen, wie weit die Gegen­seite zu Opfern fähig fei, die nur in ihrem eigenen Interesse lägen und die Deutsch­land zu einem Teil des Völkerbundes machten.

Oos Verhältnis zu Moskau.

Botschafter von Dirkien wird energisch.

Berlin, 12.Mai. (Priv.-Tel.) Die schon feit längerer Zeit latent vorhandenen Schwierigkeiten der deutfch-mssischen Beziehungen haben nun dazu geführt, daß der deutsche Botschafter in Moskau mit größter Energie auf Klarstel­lung der Situation drängt. Versuche in dieser Richtung sind wiederholt gemacht worden, aber ohne Erfolg. Die deutschen Wünsche und Be­schwerden richten sich vor allem auf die auf russischer Seite zu beobachtenden einseitigen Deutungen der bestehenden wirt­schaftspolitischen Vertragsbestim- mungen, und um solche Maßnahmen von feiten der russischen Regierung, die dem O et ft des Rapallo - Abkommens keinesfalls entsprechen. Ein weiterer Anlaß der deutsch- russi chen Auseinandersetzungen bilden die Fragen, die sich aus der Beziehung der kommu- nistischenPartei zu Moskau ergeben und schließlich auch die von Moskau ausgehende kom­munistische Rund funkp r op ag and a in deutscher Sprache. Es ist ein sehr aus­gedehnter Komplex, den Herr v. Dirksen in Moskau zur Sprache bringen muß, aber es scheint, daß man nicht mehr gewillt ist, die russische Ver­schleppungstaktik und die Absicht, die für Deutsch­land wichtigen Fragen zu bagatellisieren, ohne deutlichen Widerspruch hinzunehmen.

Die Haudelsve frage.

Anpassung an die neuen Zölle. Eier und Südfrüchte.

Berlin, 12. Mai. (Priv.-Tel.) In den kom­menden Wochen haben die beteiligten Stellen des Auswärtigen Amtes und der in Frage kom­menden Reichsministerien die schwierige Ausgabe, die auf Grund der Agrargesetze notwendig ge­wordenen handelsvertraglichen Besprechungen mit dem Ausland durchzuführen. Wie wir hören, werden zunächst die deutsch-italieni­schen Verhandlungen in Angriff genom­men werden, wozu eine einleitendeVorbesprechung in Berlin etwa am 15. stattfinden soll. Hierbei handelt es sich um den E i e r z o l l, daneben aber auch um Südfrüchte, Wein ufw. Die Ver­handlungen mit Italien dürften auf ziemlich brei­ter Basis geführt werden, da ohnedies der vor 5 Jahren abgeschlossene deutsch-italienische Han­delsvertrag im Dezember abläuft. In der Praxis der letzten Iahre hatten sich zeitweilig durch den italienischen Verwaltungsprotektionis- mus handelspolitische Schwierigkeiten zwischen Deutschland und Italien ergeben, aber in der letzten Zeit trat diese italienische Methode nicht mehr so stark in Erscheinung. Ebenfalls in nächster Zeit sollen die Verhandlungen mit Jugoslawien durchgeführt werden, wobei es sich auch hier wiederum um den Eierzoll handelt. Man will entsprechend den ursprüng­lichen Dispositionen die Wirtschaftsverhandlun­gen mit dem Ausland nach den Waren- tategorien durchführen, und es scheint, daß man zunächst die Fragen des Eier- und Süd- früchtezolls erledigt, um bann schrittweise zu den anderen Zollproblemen vvrzudringen.

Minister Treviranus über die Ziele der Volkskonservaiiven Vereinigung.

WSR. Frankfurt a. M., 12. Mai. Die Dolkskonservative Vereinigung veranstaltete eine öffentliche Kundgebung, auf der der Reichsminister für die besetzten Gebiete Treviranus sprach. Der Weg von der Billion zur Reichsmark liegt hinter uns, vor uns die Rückkehr zum Groschen und Pfennig. Man kann der in allen Teilen des Reiches notleidenden Wirt­schaft ebensowenig über Rächt mit, neuen Ge­setzen und Subventionen helfen, wie der Ar­beitslosennot durch schematische Reformen der Arbeitslosenversicherung, Abbau der Leistungen oder ähnliche Schlagwortsforderungen steuern. Die Reichsregierung hat eine Erbschaft aus dem Rachkriegsjahrzehnt angetreten, die nicht bilanz­mäßig auf einen Stichtag abgestellt werden kann, aber deren Auswirkungen von Woche zu Woche größere Schatten vorauswerfen. Deshalb wird sich die Regierungsarbeit nicht mit einer Kassenfanterung, die zunächst auf dem Papier steht, mit einem Versuch zur Behe­bung der landwirtschaftlichen Preis­krise angesichts ungeheurer Vorräte und mit einem Ostgrenz-Programm begnügen kön­nen. Sie muh in den Rahmen eines viel um­fassenderen Gesundungswerkes der Arbeitsbe­schaffung hineingestellt werden. Die schmale parlamentarische Basis zwingt die Regierung ?u fortgesetzter Rücksichtnahme auf die u n g e - lärte Haltung der Rechtsopposi­tion, die sich von Fall zu Fall die parlamen- tarif<f>e Entscheidung über das Schicksal des

Reichstages Vorbehalten hat. Diese Opposition wirkt nicht fördernd auf die unumgängliche Reformarbeit, sondern durchaus hemmend. Die Auseinandersetzungen innerhalb der politischen Rechtsparteien über die Berechtigung und Rot- wendigkeit unbedingter Regation und positiver Mitarbeit sind weiter im Fluß und werden nicht zur Ruhe kommen, bis die klare Schei­dung zwischen Rihilisten und Aktivisten auf der Rechten durchgekämpft ist. Gerade in der sogenannten Demokratie ist ein le benskräf - tiger Konservatismus unerläßlich im politischen Leben, zumal wenn ein Staat Zeiten des Riederbruchs zu überwinden hat. Die Frage nach der Umbildung der deutschenP ar­teten löst heute mehr Anteilnahme aus als die Sorge um die Behebung der wirtschaftlichen Röte, die die gesamte öffentliche Hand so ent­scheidend in Mitleidenschaft ziehen. Man sollte mit einer rechnerischen Zusammenfassung von Mandatsziffern und Parteizahlen sich nicht dar­über hinweg täuschen, daß die politische Willens­bildung von unten herauf einsehen mutz. Zum Regieren gehört immer die Cntschlutzfreu- digkeit von Persönlichkeiten und die in der prak­tischen Politik unumgängliche Zusammenarbeit wird besser durch Wcchltartelle und Fraktions­gemeinschaften erreicht als durch Fusion der Parteigruppen. Aus dieser Erkenntnis ist der jüngste Auftrag des Reichspräsidenten geboren, dem die jetzige Regierung die Entstehung ver­dankt.

Der deutsche Wahlsieg in Oberschlesien.

Das zweite Plebiszit.

Mit fünfzehnmonatiger Verspätung sind am Sonntag die Wahlen zum schlesischen Sejm vorgenommen worden, obwohl auf Grund der Verfügung die Reuwahlen nach einer Auf­lösung spätestens innerhalb 75 Tagen vollzogen sein müssen. Aber die polnischen Rationalisten stolpern über solche Kleinigkeiten nicht. Der Sejm wurde seinerzeit aufgelöst, weil er die Aus­lieferung des Deutschen lllitz ver­weigerte, der dann unmittelbar darauf ver­haftet wurde, mehrere Monate in -Unter- suchungshaft saß, in zweiter Instanz aber selbst von den polnischen Gerichten freigesprochen werden muhte. Inzwischen hat der Wojwode Grazhnski nach seiner Methode regiert, und er hat Wohl geglaubt, daß diese fünfzehn Mo­nate genügen würden, um den Widerstand der Gegner seines Systems zu brechen. Er hat sich schwer geirrt Obwohl alle Arten des Terrors gegen bie Deutschen ausgespielt wurden, obwohl Wahlversammlungen gesprengt, Plakate herab­gerissen und Zettelverteiler so schwer verprügelt wurden, datz sie ins Krankenhaus gebracht wer­den mutzten von dem harmlosen Scherz des Fenstereinschlagens ganz abgesehen haben die Deutschen Erfolge errungen, die überall im polnischen finger überraschten.

Gegenüber den letzten Wahlen von 1922 ein sehr starker Zuivachs, aber auch noch ein Gewinn gegen­über den Wahlen zum polnischen Sejm 1928, und das, trotzdem in den letzten Jahren weit über hun­derttausend Deutsche abwanderten, deren Plätze durch waschechte Polen von der Pilsudski-Couleur er­seht wurden. Die deutsche Fraktion zieht a l s ft d r t ft e in den Sejm ein. Sie wird vielleicht so­gar ein Drittel der gesamten Mandatsstärke erreichen und mehr als 150 000 Stimmen auf sich vereinigen. Der Zusammenschluß der Deutschen hat sich bewährt, während die Polen die übliche Zersplitterung zeigen und dadurch bei der Gesamtverrechnung noch schlech­ter abschneiden. Korfanty hat das Wort geprägt, daß diese Sejmwahl das zweite Plebiszit sein sollte. Die Deutschen Haden dieses Wort auf­gegriffen. Sie haben bewiesen, daß keine Gewalt ihre Gemeinschaft brechen konnte. Sie Haden noch einmal gegen das schwere Unrecht Verwahrung ein­

gelegt, bas durch die Aufteilung Oderschlestens be­gangen wurde. Und diese deutschen Stimmen wer­den hoffentlich schwer genug wiegen, um auch im Völkerbund eine Vergewaltigung unserer Kul­tur, wie sie bisher versucht wurde, künftig unmög­lich zu machen. Das ist für uns das Wichtigste.

Für die mnerpolnifche Entwicklung aber ist bie Wahl von mindestens ebenso ausschlaggebenber Bedeutung. Der Wojewode hat eine schwere poli­tische und moralische Riederlage erlitten trotz ungeheurer Geldmittel, trotz des amtlichen Wahl­apparats sammelte er nicht einmal den fünften Teil der Stimmen um sich, wurde sogar von der Partei Korfanths, des ehemaligen Deutschen­fressers, noch überholt. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, datz der neue Sejm ein Mitz- trauensvotum gegen den Wojewoden mit gewal­tiger Mehrheit annehmen wird. Kein Wunder, wenn Herr Grazhnski den Wunsch hat, diesem neuen Debakel durch seinen Rücktritt zuvorzukom- men. Die Versuche Warschaus, aus Oberschlesien eine polnische Satrapie zu machen, sind endgültig gescheitert.

Das amtliche Gesamtergebnis.

6 altow 1 h, 13. Mal. (MTV. Funksprnch.) Rach dem bereits vorliegenden amtlichen Gesamtergebnis der schlesischen Wahlen waren insgesamt 662 767 Wahlberechtigte in die Listen eingetragen. Gültige Stimmen wurden abgegeben 601514, so daß also 9 0,7 Prozent vorn Wahlrecht Gebrauch gemacht haben. Aus bie Listen der Deutschen Wahlgemelnschaft entfielen 179 853 Stimmen gleich 15 Mandate, auf die Liste der Deutschen Sozialdemokraten entfielen 25489 Stimmen gleich 1 Mandat, auf die Liste storf anty 136 701 Stimmen gleich 13 Mandate, auf die Sanacja- Ciffc (Regierungspartei) 116785 Stimmen gleich 10 Mandate, polnische Sozialisten 52 260 Stimmen gleich 4 Mandate, Kommunisten 27 454 Stimmen gleich 2 Mandate, polnische Rationalarbeiterpartei 41 396 Stimmen gleich 3 Mandate; außerdem entfielen auf die klei­neren polnischen Listen 21 573 Stimmen, die jedoch größeren Parteien zugeschlagen wurden.

Die Organisation der Inter­nationalen Zahlungsbank.

Basel, 12. Mai. (TU.) Die Derwaltungsrats- sitzuna der B. I. Z. am Montag galt der Erledigung gewisser Formalitäten, um die Eröffnung der Dank am Samstag, dem 17. Mai, vornehmen zu können. Ferner wurden die Beschlüsse der ersten Verwaltungsratssitzung am 22. und 23. April ge­nehmigt, insbesondere auch hinsichtlich der B e - teiligungderLänderander Bank. Im Ver­folg dieser Beschlüsse werden die sieben Hauptländer 112 000 Aktien zugeteilt erhalten, während die Schweiz, Schweden und Holland je 4000 Aktien über­nehmen. Die Auflegung dieser Aktien soll am 20. Mai erfolgen. Die Hinzuziehung der Tschecho­slowakei, Ungarns und Bulgariens wird hingegen erst später erfolgen. Auch die Er­nennung weiterer Verwaltungsratsmitglieoer wurde vertagt. Weiter wurde der Organisationsplan der Dank genehmigt, wobei festgestellt wurde, daß die Einzelheiten der Bildung der einzelnen Abteilungen in Zusammenarbeit zwischen dem Generaldirektor Quesnan und den deutschen Vize­generaldirektor Dr. Hülsen erfolgen soll. Des wei­teren wurde die Poungplananleihe bespro­chen. Dem Vernehmen nach gestalteten sich die Be­sprechungen über diesen Punkt jedoch außerordent­lich schwierig. Die Entscheidung über die Auflegung der Poungplananleihe wurde daher erneut ver­schoben und von den Beschlüssen der Bankiers­konferenz abhängig gemacht, die am Donnerstag in Basel zusammentreten soll.

Der Prozeß gegen Gandhis Rachfolger Tyabji.

I a I a l p u r, 12. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Heute bereits begann hier der Prozeß gegen Gandhis Nachfolger Tyabji und feine 59 Mitangeklagten. Außer Pressevertretern waren nur einige bevorzugte Personen, darunter Frau Gandhi und einige ihrer Freiwilligen, zugelassen. Vor dem Gerichtsgevaude hatte sich eine große Men­schenmenge angesammelt, die nationale Lieder fang. Als der Vorsitzende bemerkte, daß Frau Gandhi und ihre Gefährtinnen ansingen zu ftrM***«. verbot er es

ihnen. Tyabji weigerte sich, an der Ver­handlung teilzunehmen und verlas eine kurze Erklärung, in der er seiner Freude über seine und seiner Gefährten Verhaftung Ausdruck verlieh und bestätigte, daß seine Verhaftung völlig recht- mäßig erfolgt sei. Zum Schluß sagte Tyabji, Eng­land habe seit 150 Jahren zu seinem eigenen w i r t s ch a sl i che n Vorteil In­dien zugrunde gerichtet. Die anderen 59 Angeklagten betonten nacheinander übereinstimmend, daß sie die indische Regierung zu stürzen wünsch­ten. Der Prozeß wurde dann auf Dienstag ver­tagt, f

Gandhis Sohn auf dem Wege nach Dharasana.

91 a of a r i, 13. Mai. (Reuter. Funkspruch.) Der Sohn Gandhis, M a n i l a l, machte sich gestern abend auf den Weg nach Dharasana, jener Stadt, gegen deren Salzdepot sich der Vormarsch des verhafteten Nachfolgers Gandhis, Tyabji, gerichtet hatte. Man erwartet, daß ungefähr 3 00 Frei­willige heute vormittag Dharasana erreichen werden.

Aus aller Welt.

Die Bluttaten in Ratibor.

Die Polizei in Ratibor hat ihre Feststellungen über den unter dem Verdacht der Täterschaft festgenommenen Schlächter Leopold P a u s e r, der aus Brünn stammt, nach Berlin gemeldet. Die Berliner Polizeibehörden haben sich mit der Brünner Polizei in Verbindung gesetzt, um Ein­zelheiten über Pauser zu erfahren. Von allem aber prüft man noch, ob Pauser vielleicht m i t den Düsseldorfer VerbrecheninVer- bindung zu bringen ist. Veranlassung dazu gibt die Tatsache, datz im vergangenen Jahre, als die Untersuchungskommission in Düsseldorf arbeitete, ein Mann aus Brünn wiederholt Eingaben an sie machte. In einer Form, die auf einen hohen Bildungsgrad schließen lieh, teilte der Briefschreiber mit, daß er an der­selben Veranlagung wie der Mas­senmörder leide und sie zu bekämpfen ver­suche. Er schilderte, daß er sich genau in die Psyche des Täters zu versetzen vermöge. Als durch den bekannten Hinweis des Täters die

Leiche der Hausangestellten Hahn in Papendelle gefunden wurde, und die Zeitungen darüber be­richteten, ging aus Brünn ein umfang­reiches Telegramm ein. In ihm teilte er mit, datz der Täter offenbar deshalb sein Mord­geheimnis gelüftet habe, um sich von dem Grab­fetischismus, der ihn verraten könne, zu befreien. Der Schreiber äußerte weiter, daß der Täter sonst gezwungen fei, das Grab seines Opfers immer wieder aufzusuchen. Don Düsseldorf aus setzte man sich mit Brünn in Verbindung. Von dort kam die Rachricht, datz der Schreiber nach seinem letzten Telegramm in eine Irren­anstalt hätte übergeführt werden müssen. Ob irgendwelche Zusammenhänge zwi­schen Pauser und dem in Irrsinn verfallenen Driefschreiber bestehen, wird zur Zeit geprüft.

DieDeutschlandfahrl des Junkers-Großflugzeugs G 38.

Wie wir von gut unterrichteter Seito-chören, wird das neue Junkers-Großflugzeug G 38, über das wir am vorigen Samstag einen infor­mierenden Artikel brachten, am morgigen Mittwoch gegen 6 Uhr in Dessau zu feiner großen Deutschland-Rundfahrt aufsteigen. Mög­licherweise wird das Großflugzeug auf der Route FrankfurtKöln auch das südliche O b e r f) e f» s e n und die Gießener Gegend überfliegen.

Schwere Schlagwetterexplosion auf Concordia-Hindenburg.

Auf der Concordia-Grube Hindenburg ist ein Gebirgsschlag bis über Tage bemerkt worden. Um 10.27 Tlhr erfolgte eine Schlagwetterexplosion, der acht Bergleute zum Opfer gefallen sind: drei wurden schwer verletzt. Die Mitteilung des Ober­bergamtes über die Katastrophe besagt: Durch den Durchschlag, der heute vormittag auf der Concordia-Grube erfolgte, wurden einige Ar­beiter verschüttet bzw. abgeschnitten. Zu ihrer Bergung bildete sich eine Rettungs­kolonne unter Führung eines Steigers. Etwa zehn Minuten nach 'bem Gebirgsschlag erfolgte eine Schlagwetterexplosion, durch die nun auch die Rettungskolonne in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich außerordentlich schwierig, da das Ge­birge sehr unruhig war. Die Todes­opfer sitzd ein Steiger-Stellvertreter, ein Schlos­ser, drei Anschläger, drei Füller und ein Häuer.

Hindenburg

bei einem Berliner Studenlen-Gottesdienfi.

Unter starker Beteiligung der Studentenschaft aller Berliner Hochschulen fand am Sonntag in der Dreifaltigkeitskirche der Semesteran­fangs-Gottesdienst statt. An dem Got­tesdienst beteiligten sich etwa 50 Korporatiostren und Verbände, außerdem eine große Schar aus der freien Studentenschaft. Reichspräsident von Hindenburg, der in Begleitung des Staatssekretärs Dr. Meißner erschienen war, empfing vor Beginn der Feier den neugegründe­ten Arbeitsausschuß der evangeli­schen Studentenschaft. Der Arbeitsaus­schuß umfaßt weiteste Kreise der Berliner Stu­dentenschaft, sowohl der Korporationen wie der freien Studenten und hat sich das Ziel gesetzt, an seinem Tell die Studentenseelsorg« zu fördern.

Schweres Erdbeben in Persien.

Schwere Erdbeben haben in Nordwestpersien fast 3000 Todesopfer gefordert. Die Erdstöße in der Gegend von Täbris lassen nun an Stärke und Häufigkeit nach. Zwischen Salmas und Urmia t)at sich ein gewaltiger Spalt von über drei Kilometer Breite gebildet. Aus dem Erdinnern er­gießt sich aus mehreren Kanälen schwarzes Wasser in den Urmiasee.

Die Wetterlage.

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Unter dem Einfluß des südwestlichen Hochs hat es sich in den gestrigen Nachmittagsstunden vorüber- gehend aufgeheitert, und am Abend war der Himmel vollkommen klar. Jedoch schon in der Nacht nahm die Bewölkung wieder zu, denn eine neue Störung rückt vom Ozean heran und führt ein ausgedehntes Regengebiet mit sich. Seine Ausläufer werden auch unserem Bezirk erneutes Schlechtwetter bringen. Unter Zurückdrehen der Winde mehr nach Süden hin werden die Temperaturen zunächst etwas an­steigen. Beim Aufgleiten der ozeanischen Warmluft an den noch über Deutschland lagernden Kaltluft­resten wird es weiterhin zu wolkigem Wetter mit Niederschlägen kommen.

Wettervoraussage fürMittwoch: Un­freundliches, meist wolkiges Wetter mit einzelnen Niederschlägen, zunächst etwas wärmer.

Lufttemperaturen am 12. Mai: mittags 11,3 Grad Celsius, abends 7,6 Grad: am 13. Mai: morgens 7,9 Grad. Maximum 13,1 Grad, Minimum 3 Grad. Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 12. Mair abends 13,1 Grad; am 13. Mai: morgens 8 Grad. Niederschläge 1,2 mm. Sonnenscheindauer eine halbe Stunde.

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Ich muhte daran schnell bereit sind, W teilen, kaum daß wi haben. Dir tarnen n Urteil, wenn wir tri und Dingen in Dir würden vielten wo vir achten und lieben lernen, wo wi M gar keine Mühe. zulvMen, sondern bi tigen Bekanntschaft, stinnnt. Dah wir auf wirklich wvhlbegründ wohl seWerständlich.

Uni noch etwas an Angenommen, ich we Tisch, mit diesem Ger richten wie mein Sol lange dauern, und i mich heute fremd anmi des. Vertrautes schätze uns ia an etwas un gut ist, wie es ist. (5 Vas wir aus tzewof ist aber auch nicht schlecht ansehen, nur die Stacheln zu fühl und jeder Mensch \

- Tageskale Christengemeinschaft Neuerung: Vortrag' (Kopenhagen)Sötte; im normen Seiftes. ~ MMs A ? Osmalösgartei ffrafee: Ion. und epre

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