Oie Wetterlaae.
Wien
ni Oe
aro-
ICtiWg
Das Hochdruckgebiet hat sich weiter gekräftigt und
. . - — ----- " - ' das
Kaltowih, 12.Roo. (TU.) Die angekündiglen Mahnahmen der Aufständischen gegenüber dec deutschen P re sse, die das einzige Bindeglied der deutschen Minderheit in Ostoberschlesien darstellt, nachdem die Deutschen nicht mehr wagen dürfen, Wahlversammlungen abzuhalten, werden seit Beginn der Mobilisation des Aufsiändifchenverbandes in brutaler weise durchgeführt. In Gruppen zogen die Aufständischen in Kaltowih von Lokal zu Lokal, zerrissen die dort ausliegenden Zeitungen und Zeitschriften, belästigten die Gäste, die deutsche Zeitungen lasen, verprügeltendie Verkäuferinnen der deutschen Zeitun- gen und übersielen schließlich die Zeitungsboten an den Straßenbahnhaltestellen und in den Zeitungskiosken. Rur heimlich dursten deutsche Zeitungen zum verkauf angeboten werden.
In P s ch o p wurden einem Austräger des „Oberschlesischen Kuriers" nicht nur die Zeitungen entrissen und das Jahrrad zertrümmert, sondern er selbst wurde bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen. In Laurahütte wurde ein Ehepaar, das eine deutsche Zeitung gekauft hatte, jämmerlich verprügelt und selbst das Kind, das mit den Eltern deutsch sprach, mit Fußtritten bearbeitet. Als Strahenpasianten zur Hilfe kommen wollten, wurden sie von den Strolchen ebenfalls angegriffen. In Königshütte wurde die große Schaufensterscheibe der Geschäftsstelle des „Oberschlesischen Wan- derer" elngeschlagen. In Lipine wurden erneut deutsche Zeitungsausträger überfallen und verprügelt. In den Landkreisen ist eine Zustellung der deutschen Zeitungen fast gar nicht mehr möglich. Einem Jorlbildungsschüler in Radlin wurde von seinem Lehrer bedeutet, daß er erst wieder in die Schule kommen dürse, wenn er keine deutschen Zeitungen mehr austrage. Selb st die Polizei
Präsident Hoover über die Organisierung des Friedens. Amerika und die europäischen Probleme zwölf Jahre nach dem Waffenstillstand.
Do X im Hafen von Southampton Oie Engländer bewundern das Jlugschiff. — Am WaffenstillstandSiage an Bord. - Gchauflüge werden vorbereitet.
Werdrütliuig der Wahlsreiheit in OstobMlesien Brutaler Boykott der deutschen presse durch den polnischen Aufständischen-Verband.
Aus aller Wett.
Schwere Stürme an der Rordseeküsle.
Seit Montagabend herrscht Im Elbgebiet und im Sttstengebiet der Nordsee schwerer Rord - w e st st u r m, begleitet von Regen unö„ Hagelschauern. Helgoland meldete eine Windstärke von 20 Eekundenmeter. Die Deutsche Seewarte spricht von der Gefahr neuen schweren Sturmes für die kommende Rächt. Sn der Unterelbe ist die Schifffahrt stark behindert. Sn der Elbe und ihrem Lebenslüsten stieg das Wasser nachts um mehrere Meter über Lormalhochwasser. Von dem englischen Dampfer „Sbuna“ traf in Wesermünde em Funkspruch ein, daß er vor Wesermünde einen Fischkutter mit sieben Mann Besatzung in Seenot angetroffen habe. Es ist anzunehmen, daß der Kutter gesunken ist und die Besatzung den Tod in den Wellen gesunden hat.
Todesslur; in der Sächsischen Schweiz.
In der Sächsischen Schweiz ist der Landgerichtsdirektor Ludwig Fuhrmann aus Leipzig bei einer Wanderung im Schrammsteingebiet tödlich verunglückt. Die Leiche wurde geborgen.
Urteil im Spionageprozeh Adam.
in der Zeit vom November 1928 bis zu seiner im s ch e n Nachrichten oien st zu komm e n lassen, i . , , . „, ...
Juni 1930 auf dem Bahnhof in Minden erfolgten l Die fraglichen Schriftstücke und Befehle waren Adam Nachrichtenstelle in Mainz in Verbindung gesetzt
Verhaftung Schriften und Befehle m i l i • türischer Art, die geheim zu halten waren, ^e gen Entgelt einem ausländi- Nachrichten Dien ft z u komm e n lassen.
London, 11. Rov. (TA.) Während der Rächt zum Dienstaa blieb die Besatzung der „Do X“ an Bord, während Dornier nach London fuhr, wo er sich als Gast der Lady Swaithling aufhält. Besucher wurden am Ankunftstage noch nicht zu- gelassen außer einem kleinen Personenkreis, darunter Lady Swaithling, Vizeluftmarschall Lamp und Mitchell, der Konstrukteur des englischen Flugzeuges, das den Schneiderpokal gewann.
Das Flugschiff wird in den Beriten der Presse allgemein bewundert. Einige nennen es die „Maure tania der Luft". Das Fah zeug mache, so sagen die „Times", einen außer- ordentlichseetüchtigenEindruck, trotzdem sein Tiefgang nur etwa 1,20 Meter betrage. Die Tragflächen lägen sehr hoch über der Wasserlinie, was die Seefähigkeit erhöhe. Es werden jedoch gewisse Zweifel ausgedrückt, wie die seitlichen Schwimmer unmittelbar am Rumpf des Fahrzeuges sich in schwerer See erhalten werden. Sachverständige besprechen ferner die Belastung der Tragflächen. Rach den bisherigen englischen Grundsätzen würde man a.t eine solche Konstruktion bei englischen Fahrzeugen nur mit größter Vorsicht Herangehen. Es sei natürlich, daß das Fahrzeug einen langen Anlauf zum Starten brauche, was bei dem vorhandenen offenen Meerraum an sich kein Rachteil sei, vorausgesetzt, daß die Stärke der Konstruktion auch bei etwas schwerer See ausreiche. Heber die wirtschaft iche Bedeutung ei e3 Großflugzeuges gehen die Ansichten augeinan'o-er. Smmerhin, so sagen die „Times", sei die „Do X“ ein außerordentlich interessantes Experiment, bei
O wolkenlos 0 neiier <| naih Gedeckt, ® wolkig. # Gedeckt e Regel, * Schnee cs Graupeln ■ NeGel "R Oewit’/r.® windstille. seit leichte» Osi nassige» Südsüdwest q stürmische- tordwesl die »lene fliegen mit dem Winde. Die oeiaen Stationen stehenden Zahlen gehen die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleiche* auf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck
Wcttcrvürciussage.
Vor dem IV. Strafsenat des Reichsgerichts, unter Vorsitz von Reichsgerichtsrat Dr. Baumgarten wurde der Prozeß gegen Obermusikmeister Peter Adam vom Feldartillerieregiment 6 in Minden verhandell, der der Spionage beschuldigt wird. Nach dem in der Voruntersuchung ermittelten Tatbestand hat Adam gemeinschaftlich mit seiner Ehefrau in der Zeit vom November 1928 bis zu seiner im
Aeuyork. 11. Rov. ($11.) Rus Anlaß des Waffenstillstandstages hielt Präsident Hoover vor einer Versammlung des Weltbundes für Sntcrnationale Freundschaft in Washington eine Rede, der angesichts der Genfer Abrüstungsberatungen besondere Bedeutung zulvmmt.
Wenn man der Opfer des Weltkrieges gefronte, so führte H-oover aus, dann müßten die Lebenden immer wieder nach neuen, w e i ter - greifenden Möglichkeiten zur S i. - cherung des Friedens suchen. Wenn auch der Ausblick zur Zeit vielleicht ermutigender sei als vor 50 Sahren, so dürfe doch nicht übersehen werden, daß die Völker in Wirklichkeit ständig im Streit miteinander lebten. Er sei überzeugt, daß sich dieser Zustand nicht ändern werde. Hoover pries dann den Kelloggpakt als ein machtvo^es Fricdensinstru- ment. Dieser Pakt werde eines Tages vielleicht m einer Weise erweitert werden, daß zum mindesten die Mobilisierung der Weltmeinung gegen Vertragsbrüchige Völker gewährleistet sei. Sicherer jedoch wären zwischenstaatliche Verträge, die für den Streitfall die Anwendung alterprobter Verhandlungs- unfr Schlichtungsmethoden sicherstellten. Amerika werde den Grundsatz der Schiedsgerichtsverträge in seinen auswärtigen Beziehungen weiterentwickeln. Sicherlich würden ak.e Völker der Erde in wenigen Sahren durch derartige Abmachungen aneinandergekettet sein.
Der Präsident verteidigte alsdann seine vorjährige Anregung, die Lebensmitteltransporte in Kriegszeiten f icher zustel - len. Als eine Ration, deren Unabhangigkell, Freiheit und Sicherheit aus Krieg geboren sei,
unter starkem Luftdruckanstieg auch schon auf Festland ausgebreitet. Sein Kerngebiet mit B> Meterständen von über 780 mm lag heute morgen über Südengland, dem Kanal und Nordfrankreich, wird sich aber mit der Zeit ganz nach dem Kontinent verlagern, was an dem noch fortdauernden Luftdruckanstieg zu erkennen ist. Die Störungsreste wer-
Oie Begrenzung
-es Heeresmaterials.
Keine Neigung im Abrüstungsausschuß.
Genf. 11.Rov. (WTD.j Der vorbereitende Abrüstungsausschuß hat gegen den Einspruch Frankreichs, Sapans, der Türkei und dreier kl^ne- rer Staaten beschlossen, die Frage der Beschränkung des Heeresmaterials für die Landrü st ungen, die in dem Konven- tionsentwurf bisher völlig ausgelassen ist, erneut zu diskutieren und dabei auch die Methode der direkten Materialbegrenzung in die Diskussion einzuschließen. Graf D e r n st o r f f erinnerte vor der Abstimmung über diesen Vorschlag daran, daß die deutsche Delegation im vorigen Mai sich beim Programm des vorbereitenden Abrüstungsausschusses hauptsächlich deshalb distanziert habe, weil die Frage des Materials überhaupt nicht in den Konventions- enttourf auf genommen worden sei. Wenn man jetzt die Wiederaufnahme der Diskussion beschließe, so sei er damit einverstanden, und er werde sich auch daran beteiligen. Es sei im übrigen unverständlich wenn für die Seerüstungen die -Begrenzung des Materials zugelassen werde, wenn man sie aber für das Landheer nicht zu- lassen wolle. . _ .
Sn der Debatte zeigte sich, daß die Reigung für eine direkte Materialbegrenzung im Ausschuß nur sehr gering ist. Vorbehaltlos sprach sich im Prinzip dafür nur der Vertreter frerDereinigten Staaten Gib- son aus, der das Prinzip der indirekten Materialherabsetzung auf dem Wege des Budgets kategorisch ablehnte. Lord Cecil sprach sich dagegen für die indirekte Methode aus. Der Vertreter Stattend, General de Marinis, unterstrich gleichfalls die Bedeutung der direkten Methode. Zum Schluß wies G r a f B e r n st o r f f darauf hin, daß die Methode der direkten Ma- Lerialbegrenzung Deutschland im Versailler Vertrag auf erlegt worden sei und daß es nur logisch sei, nunmehr diese Methode auch für die allgemeine Abrüstung anzuwenden. Der deutsche Delegierte betonte nochmals, daß eine Konvention ohne direkte Materialbegrenzung wertlosund für Deutschland unannehmbar sei. Die Frage, ob die deutsche Delegation Anträge zur Frage des Materials stellen werde, beantwortete Graf Bernstorfs mit dem Hinweis, daß man zuerst wissen müsse, ob der Ausschuß das Prinzip der direkten Herabsetzung des Materials annehme.
könne Amerika nicht behaupten, daß niemals ein gerechter Grund für Kriege gegeben sei oder sein werde. Auch könne man nicht annehmen, daß das Rechts bewußt sein in der Welt sich bereits so entwickelt habe, daß man volles Vertrauen in die Anwendung friedlicher Mittel zur friedlichen Beilegung von Meinungsverschiedenheiten sehen könne. Das größere Problem liege darin, ob die bekannten Methoden vertragsgetreu angewendet würden und was die Welt tun werde, wenn diese Methoden einmal nicht befolgt würden. Seit der Erfahrung des Weltkrieges könne niemand die Gefahren leugnen, die durch Kriege an Amerikas Gestade getragen werden könnten. Daher sei Amerika am Frieden in aller Welt interessiert. Seine geographische Lage und überlieferungsmähige Unabhängigkeit von europäischen Verwicklungen gestatte aber Amerika, dem Frieden auf andere und In mancher Beziehung wirkungsvollere Weise zu dienen, als die übrigen Großmächte. Die europäischen Rationen, seit Menschenaltern von Gefahren umgeben, von altererbten Befürchtungen besessen, glaubten Methoden an- wenden zu müssen, die letzten Endes auf Gewalt hinausliefen. „Wir in unserem großen Lande der Sicherheit und Unabhängigkeit sollten ihre Schlußfolgerungen, die sich aus rhren Rotwendigkeiten ergeben, nicht kritisieren. Die amerikanische Regierung werde, ohne vorher den Charakter ihrer Maßnahmen verbindlich festzu- legen, vermittelnd ihre Hilfe anbieten, falls die Böller ihrer Verpflichtung, ausgebrochene Streitigkeiten friedlich zu regeln, nicht nachkommen sollten.
beteilt gl sich an der Ausrottung der deutschen presse. Richt genug, daß täglich die deutschen Zeitungen wegen belangloser Artikel der Beschlag- nähme verfallen, werden die Zeitungsausträger von der Polizei angehallen und darüber vernommen, weshalb sie deutsche Zeitungen austragen. Den Leuten werden Versprechungen gemacht, für den Fall, daß sie ihre Tätigkeit einstellen. Aus diese Weise wird den deutschen politischen Parteien die letzte Möglichkeit der Wahlpropaganda durch die presse genommen.
3m Gefängnis von Vrest-Litowsk
Bei den festgesetzten Abgeordneten der Opposition.
Warschau, 11.Rov. (TA.) Der „Krakauer SIMtrierte Kurier" veröffentlicht einen Bericht seines Sonderberichterstatters über dessen Eindrücke während eines Besuches im Gefängnis xu Drest » Litowsk. Snfolge eines Mißverständnisses wurde der Sonderberichterstatter des Regierungsblattes nach einer rigoros durch geführten Leibesvisitation eine Stunde lang in einer Gefängniszelle untergebracht, bis frer Festungskommandant Oberst Bier- nadi das Mißverständnis aufklärte und den Berichterstatter befreite. Die Zelle, in der er sich befand, war fünf Schritte lang und drei Schritte breit. Sie hatte am Fenster außer einem Eisengitter auch noch einen Dlechborb. Sn einer Ecke befand sich ein eisernes Bett mit einem Strohsack uno einer Bettdecke. Der Berichterstatter sah vier der verhafteten Abgeordneten, die zu je zwei aus einer Zelle kamen, um ihren halbstündigen Spaziergang zu unternehmen. Die Abgeordneten hatten g e s ch o - reneKöpfe; sie waren ohne Kragen und ohneSchuhbänder. Als Lektüre erhallen die Gefangenen die Geschichte der polnischen Armee.
den dadurch weggeräumt, und im Bereich hohen Druckes wird der Himmel außer vereinzelter Früh- nebelbilbung vielfach heiter und klar sein. Die Temperaturen, die nunmehr der Ein- und Ausstrahlung unterworfen sind, erfahren zwischen Tag und Nacht stärkere Gegensätze und gehen nachts unter den Gefrierpunkt zurück.
Aussichten für Donnerstag: Stellenweise Frühnebel, sonst meist heiter und llar, trocken mit Rachtfrost.
Aussichten für Freitag: Vorerst noch Fortdauer der Hochdruckwetterlage.
Lufttemperaturen am 11. November: mittags 6,5 Grad Celsius, abends 5,1 Grad, am 12. November: morgens 3,9 Grad Celsius. Maximum 8,1 Grad, Minimum 3,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 11. November: abends 5,6 Grad: am 12. November: morgens 4,8 Grad. — Niederschläge 1,2 mm. Sonnenscheindauer drei Stunden.
Oer Streit
um die pobzeizuschüsse.
Cme neue Erklärung Thüringens.
Weimar, 11. Noo. (TU.) Sn der Streitsache des Landes Thüringen gegen das Reich wegen der Sperrung der Polizeizuschüsse erklärt letzt die Thüringer Regierung, daß nach dem bisherigen Unter- suchungsergebnis mit etwa 40 Zeugenvernehmungen durch den Berichterstatter und die beauftragten Richter des Staatsgerichtshofes die Haltlosigkeit der Anklagen des Reichsinnenminifters offensichtlich sei. Der Reichsinnenminister sei einem in der Thüringer Polizei bestehenden Spitzel, und Denun- ziantentum trübster Art zum Opfer gefallen. Zum Beweis für diese Auffassung veröffentlicht die Thüringer Regierung den Inhalt eines Briefes des Reichsbanner - Gaugeschäft sfü h r e r s Diezel-Weimar. Der Brief stelle in Zusammenhang mit einem 17 Punkte umfassenden Fragebogen den Versuch dar, durch einen im Thüringer Staatsdienst stehenden Verwaltungsobersekretär die Verhältnisse in der Thürinaer Po- lizeischule Sondershausen zu erkunden, um Material gegen angebliche nationalsozialisti- sche llmtriebe in dieser Schule zu erhalten. Die Regierung stellt weiter fest, daß eine bejahende Beantwortung dieser Fragen in verschiedenen Punkten schon jetzt als Fälschung des tatsächlichen Sachverhalts nachzuweisen sei. Der als Zuträger verwendete Obersekretär sei sofort seines Amtes ent- hoben worden. r , ,
Am Dienstag habe der mit der Voruntersuchung im Dienststrafverfahren gegen den Oberfekretar beauftragte Richter in den Räumen des Reichsbanners Weimar eine Haussuchung abgehalten, über deren Ergebnis noch Stillschweigen bewahrt wird. Die Verlautbarung schließt mit den Worten: „Es liegt auf der Hand, daß der Herr Reichsinnenmimster fern zum allergrößten Teil durchaus falsches Material vom Reichsbanner durch Vermittlung von ihm nahe- stehenden Beamten erhalten hat. Ob er den Auf- trag 3ur Beschaffung solchen Materials erteilt hat, wird sich freilich nie feststellen lassen. Es wäre aller- frings erwünscht, daß der Herr Reichsinnenminister selbst alsbald Auskunft gibt. Das Thüringische Staatsministerium gibt der Öffentlichkeit Kenntnis davon und erhebt gleichfalls feierlichen Protest gegen solche Methoden, die sich allein schon durch ihre Unmoral richten."
£5
und ihr das ihm zugängliche Material angeboten. Das Urteil lautet: Wegen Landesverrats im Sinne der Anklageschrift gegen Adam zehn Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrenrechtsoerlust, gegen die Ehefrau Maria Adam fünf Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrenrechtsverlust. 12 000 Mk. empfangene Spionagegelder werden eingezogen.
(Ein neuer Industriespionageprozeß.
Vor bem Düsseldorfer Schöffengericht begann heute ein neuer Sndustrtespiv.iageprozeß. Den Angeklagten. Chemiker und Redakteur Dr. Arthur B u n d r o ck, früher Berlin, zuletzt in der Tschechoslowakei, jetzt in Untersuchungshaft In Düsseldorf, und zwei anderen Chemitern wird zur Last ge- legt.Fabrika tionsverf ähren der deutschen chemischen Sndustrie an daS Ausland verraten bzw. verkauft zu haben. Bereits im Februar 1923 waren vom Schöffengericht Düsseldorf der Chemiker Guido Meisel aus Portsmouth (USA.) und zwei andere Chemiker aus Deutschland wegen im Auftrage des Auslandes vorgenommener Erwerbung von Fabrikationsverfahren der deutschen chemischen Sndustrie bestraft worden. Sn dem Verfahren gegen Meisel und Genossen hatte "ftch-ergeben, daß auch Bundrock und seine beiden heutigen Mit- angeHagten dem Chemiker Meisel geheime Fabrikationsverfahren geliefert hatten. Bundrock hatte sich aber der Einleitung eines Strafverfahrens durch Flucht nach der Tschechoslowakei entzogen. Sm März dieses Sah res wurde er an der tschechoslowakischen Grenze verhaftet, so daß jetzt gegen ihn und seine Mittä.er verhandelt werden kann.
Slahlhelmer in Hom.
Eine auf einer Studienreise durch Stätten befindliche Gruppe von26Stah lhelmern, die seit Samstagabend in Rom weilt, legte am Dienstag am Grabe des Unbekannten Soldaten einen Kranz mit schwarz-weiß°rvter Schleife und den Abzeichen des Stahlhelms nieder. Die Stahlhelmer marschierten vor dem Grab« in ihrer Uniform mit Orden und Ehrenzeichen auf. Eine Abteilung der faschistischen Universitätsmiliz bildete die Ehrenwache. Anschließend nahmen die Stahlhelmcr als Zuschauer an der P a * rade teil, die der König von Stallen anläßlich seines Geburtstages über 'die Truppen der römischen Garnison abnahm. Die Stahlhelmer, die zum größten Teil aus Pommern stammen, haben außer den Sehenswürdigkeiten Roms und der Umgebung die landwirtschaftlichen Meliorationsarbeiten bei Macarese besichtigt.
Mord an einem Ehepaar.
Der Altbesitzer Komorin und dessen Ehefrau aus Reblau bei Ortelsburg in Ostpreußen wurden am vergangenen Sonntag ermordet aufgefunden. Die Tat muß aber bereits am vergangenen Freitag verübt worden sein. Komorin hat zunächst mit einem Messer einen Stich in den Rücken erhalten: dann durchschnitt ihm der Mörder die Kehle. Die Ehefrau ist durch einen I Axthieb betäubt worden, während der Tod durch einen Stich in die Herzgegend eintrat. Das er» I mordete Ehepaar hatte früher im Dorfe einen Besitz, den es aber später dem Sohn unter den, Vorbehalt eines Ausgedinges überließ. Das anfänglich gute Verhältnis trübte sich indessen bald so, daß die Eltern sich wieder einen kleinen Besitz I pachteten. Dieser Sohn wurde verhaftet. Gleichzeitig wurde noch ein gewisser Kukawka I festgenommen.
&ö, 7,Mvv<MVl zzS
im Abteilungsbureau des Feldartillerieregiments 6 in Minden leicht zugänglich. Der Angeklagte, der früher Musikmeister beim Feldartillerieregiment 70 in Metz war, hat sich zunächst persönlich mit einer
welchem man die aerodynamischen Probleme auf ganz hervorragende Weise gelöst habe.
Kapitän Christiansen, der Kommandant des „Do X", und die Mitglieder der Mannschaft des Flugschiffes beobachteten heute vormlltag 11 Uhr das Zweiminuten-Schweigen zu Ehren der Toten des Weltkrieges, indem sie auf einem der Schwimmer des Flugbootes Aufstellung nahmen. Die Reichsflagge wehte halbmast vom Heck des Schiffes. Hunderte von Menschen beobachteten den Vorgang. Der britische Monitor „Medea" fuhr fast zur gleichen Zeit an die „Do X" heran: seine Mannschaft hatte auf Deck Aufstellung genommen. Als das Zweiminuten- Schweigen vorüber war, senkte „DoX“ seine Flagge als Gruß für das britische Schiff, dessen Kapitän den Gruß erwiderte.
Do X sieht wie ein kleines verankertes Schlachtschiff aus. Seine großen Abmessungen fallen besonders im Vergleich zu den Tendern der britischen Luftstreitträfte ins Auge, die leicht unter seinen Flügeln durchfahren fönnen. DoX nahm neuen Brennstoff an Bord für die Schauflüge, die es wahrscheinlich morgen machen wird. Möglicherweise wird der Prinz von Wales an einem der Schauflüge teilnehmen. Es heißt, daß die Störung, die sich vor dem Abflug bon Amsterdam bemerkbar machte, noch nicht ganz behoben ist. Einer der Mechaniker brachte eine der Pumpen an Land, um Reparaturen auszuführen. W nn die Wetterbedingung n günstig sind, wird DoX am Donnerstag nach Bordeaux abfliegen.
-peu
L
5dll£
•rani
Tours,
O
icnt
O
3-£
Jan fviytn.


