tag passieren Tann. Sn erster Linie erwartet man eine vollkommene Umänderung des geplanten Rotopfers, das in der gegenwärtigen Form niemals eine Mehrheit im Reichstage finden wurde. Darüber hinaus wird aber von volksparteilicher Seite erneut die Forderung erhoben, die Deckungsfragen zunächst bis zum Herbst zu vers chie - 6en. Dadurch könnte sich allerdings für den Rcichsfinanzminifter eine gewisse Schwierigkeit ergeben, da er sich mit der sofortigen Deckung identifiziert hat. Aus diesem Grunde sind in diesem Zusammenhänge schon für die nächsten Tage recht ernste innerpolitische Kämpfe zu erwarten, und es hängt alles von der Taktik des Reichskanzlers ab, inwieweit eine Bereinigung der akuten Fragen vor der Sommerpause herbeigesührt werden kann. Auf jeden Fall verhält man sich zur Zeit in Regierungskreisen durchaus abwartend, und es hat den Anschein, als wäre die Regierung schon nicht mehr ihrer Sache so sicher, wie in der vergangenen Woche. Es heißt, das Regierungsprogramm stelle eine Verhandlungsgrundlage dar: die Regierung wäre jedoch bereit, bessere Vorschläge jederzeit zu akzeptieren. Vor Mitte der nächsten Woche wird es jedoch nicht möglich sein, einen klaren Lieberblick über die kommende Taktik der Parteien zu erhalten.
Schwedens erster weiblicher Minister.
Fraulein K. Hesselgreen wurde als erste schwedische Ministerin in das neue liberale Kabinett Ekman berufen.
Oer innerstaatliche Finanzausgleich Hessens.
Aus dem Finanzausschuß des Landtags.
Darmstadt, 11.Sunt (WHB.) Der Fi- nanzausschuß des Hessischen Landtages genehmigte heute einsttmmig verschiedene Abänderungen des hessischen Finanzausgleichsgesetzes, in denen die hessischen Vorschriften den reichsgesetzlichen Desttrn- mungen und den Vorschriften der hessischen Haushaltsordnung angepaßt werden.
Artikel 5, der die Aeberweisung der Mine- ralwalsersteuer an einen Ausgleichs- stock zur ünterftütsung notleidender Gemeinden vorsieht, konnte noch nicht verabschiedet werden. Don sozialdemokratischer und Zentrumsseite waren dazu zahlreiche Anträge eingegangen, in denen Maßnahmen zur Hebung des Wirtschaftslebens und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gefordert werden. So verlangten die Sozialdemokraten u. a. einen Drei- jahresplan mit jährlichen Krediten bis zu 15 Millionen Mark. Die Regierung erhob gegen diese Anträge Bedenken. Außerdem soll abgewartet werden, wie die in der gleichen Richtung laufenden Pläne der Reichsregierung aussehen. Die Fraktionen wollen zu der Frage noch einmal Stellung nehmen, so daß in etwa zwei Wochen ein endgültiger Beschluß gefaßt werden kann. Dor der Sommerpause des Plenums soll aber in dieser Frage die Entscheidung fallen.
Einstimmig angenommen wurden ein Zentrumsantrag und ein sozialdemokratischer Antrag, in denen umfangreiche Maßnahmen der Reichs- regterung zuin Schutze der Gemeinden vor drohendem Zusammenbruch durch die gestiegenen Wohlfahrtslasten und Belebung des Wirtschaftslebens gefordert werden.
Ein Landbundantrag, der die Anrechnung des Arbeitsverdienstes der Psleglinge in den Heil- und Pflegeanftalten auf die Pflegebeiträge der Gemeinden wünscht, wurde der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen.
Hugenberg über feine politischen Ziele.
Frankfurt a. M., 11. Juni. (WSN.) In einer deutschnationalen Kundgebung sprach am Mittwochabend im Zoologischen Garten der Parteivorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei Geheimrat Dr. Hugenberg. Nach einer einleitenden Begrüßung des Kreisvereinsvorsitzenden, Rektor Jaspert, sprach sich Hugenberg zunächst gegen das Kabinett Brüning aus, das er wegen seiner Finanzpolitik und seiner von ihm betriebenen „wirtschaftlichen und politischen Vernichtung Deutschlands" bekämpft. Das Zentrum wisse, so sagte der Redner u. a., daß es heute keine Hintertür mehr gebe. Es könne
entweder nur gemeinschaftlich mit der Sozialdemokratie Deutschland vernichten, oder es zusammen mit den Deutschnationalen retten.
Einen dritten Weg gebe es nicht mehr. Er könne nicht glauben, daß das Zentrum den ersteren^Weg gehen wolle. Es sei erstaunlich zu hören, daß das neue Kabinett innerhalb von 14 Tagen die deutschen Finanzen saniert habe und heute, wenige Wochen spater, wieder ein Fehlbetrag von 800 Millionen vorhanden sei. Heute verlange man von den Beamten ein youngopfer, mit den G e - w e r k s ch a s t e n werde über eine Lohnherabsetzung verhandelt, während gleichzeitig die Tarife für Reichsbahn und andere Verkehrsmittel, die Mieten, der Bierpreis usw. erhöht würden und auf dem Weltmarkt die Preise fielen. Sein Plan, einen Poungzoll einzuführen, sei abgelehnt worden, und man habe ihn als Volksfeind bezeichnet; er werde aber bald zeigen, wo im Vaterland der Volksfeind sitze. Die christlich-deutsche Kultur sei heute in ernster Gefahr. Das Zentrum lasse zu, daß das preußische Kultusministerium den Sozialdemokraten ausgeliefert werde und billige die Zersetzung deutscher Kultur und deutscher Schulen, sowie die öffentliche Verhöhnung der christlichen Konfession. Das Reichsschulgesetz sei durch die Haltung der Volkspartei gefallen. Die Folge davon sei
heute, daß sich die Antichristen in den Schulen immer breiter machten. Die evangelische Kirche sei noch immer ohne Konkordat, d. h. ohne Freiheit und Rechte, weil das Zentrum für sich mit der Sozialdemokratie ein Konkordat abgeschlossen habe. Das Zentrum stehe heute nicht mehr als Schutzwall vor der deutschen Christenheit; diese Aufgabe liege auf den Schultern der Deutschnationalen; das werde auch so lange der Fall sein, bis sich das Zentrum ehrlich von der Sozialdemokratie in Reich und Preußen befreie. Was die Deutschnationalen so grundsätzlich vom Zentrum trenne, sei die Tatsache, daß sie das Werkzeug der Sozialdemokratie seien; das beweise deutlich das Notopfer und die Haltung Moldenhauers.
Ls sei für Deutschland ein Verhängnis, daß das Bürgertum heute dem politischen Geschehen tatenlos gegenüberstehe.
Die Deutsche Volkspartei sei heute von ihrer früheren Linie unter Stresemann völlig abgekommen. Scholz habe kürzlich gesagt, daß man auf die Dauer ohne oder gegen bre Sozialdemokratie nicht regieren könne. Damit habe er das Todesurteil über das Bürgertum ausgesprochen. Aufgabe der Deutschnationalen müsse es darum sein, in Deutschland dafür zu formen, daß man wieder ohne und gegen d i e Sozialdemokratie regieren könne. Wer den Niedergang Deutschlands miterlebt habe, der werde wahrhaftig nicht der Meinung fein können, daß es nicht genug des Elends fei; wenn das deutsche Bürgertum in seiner Gesamtheit aber fortfahre, auf der Seite zu stehen, dann werde wohl das deutsche Volk noch viel tiefer sinken müssen, ehe es wieder einmal aufsteigen kann. Hugenberg schloß, die Deutschnationale Volkspartei werde am Alten, am Kaisertum fest halten, dennoch aber bereit seien, aus dem Gegebenen ein neues drittes Reich und ein glücklicheres Deutschland zu schaffen.
preußisches Lluiformverbot für die Nationalsozialisten.
Berlin, 11. Juni. (121.) Der Amtliche preußische Pressedienst teilt mit: Der preußische Minister des Innern hat am 11. Juni folgenden Erlaß an sämtliche preußischen Polizeiverwaltungen gerichtet:
„Auf Grund des § 10, II17 des Allgemeinen Landrechts wird zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung das öffentliche Tragen der sog. Parteiuniformen der Rationalsozialistischen Arbeiterpartei einschließlich ihrer Unter-, Hilfs- und Rebenorganisationen für den Bereich des Freistaates Preußen verboten.
Zur Uniform gehören alle Gegenstände, die dazu bestimmt ober geeignet sind, abweichend von der übrigen bürgerlichen Kleidung die Zugehörigkeit zu den genannten Organisationen, insbesondere den sog. Sturmabteilungen, Schutzstaffeln und der Hitlerjugend äußerlich zu bezeichnen, also auch Kleidung und Ausrüstungsstücke (z. B. Armbinden), die durch bestimmte Form, Farbe, Schnitt usw. ein Merkmal der genannten Organisationen darsiellen.
Ich ersuche alle Polizeibehörden, das verbot mit allen polizeilichen Mitteln, gegebenenfalls auch durch Androhung und Festsetzung von Zwangsmaßnahmen nachdrücklich durchzuführen.
Dr. w a e n t i g.“
Das Echo in Der der hier presse
Berlin, 12.Juni. (TU. Funkspruch.) Der Erlaß des preußischen Innenministers, durch den die Parteiuniform der Nationalsozialisten für ganz Preußen verboten wirb, wirb von den Berliner Blättern, soweit sie bazu Stellung nehmen, nicht einheitlich beurteilt.
Die „Germania" schreibt, sie hätte das b a y e- rischeVerfahrenfürunbebenklicher und empfehlenswerter gehalten, weil es ben Betroffenen auch nicht bie geringste Hanbhabe lasse, sich über ein einseitiges Vorgehen gegen eine bestimmte Partei ober Organisation zu beklagen, obwohl es auch in Bayern offensichtlich gewesen sei, baß sich bas Verbot in erster Linie gegen bie Demonstrationen ber Nationalsozialisten richtete. Sachlich bagegen, so meint bas Blatt, sei bas Vorgehen gegen bie nationalsozialistische Uniformpsychose auf jeben Fall zu rechtfertigen.
Die „Deutsche Tageszeitung" bemerkt, baß berartige Polizeiknüppelmethoben nicht ge
eignet erschienen, eine Entradikalisierung bes beutschen Parteiwesens zu erfüllen.
Die „B ö r s e n z e i t u n g" schreibt, bei oberflächlicher Betrachtung müßte man dem Erlaß bie Berechtigung nicht absprechen. Es sei aber zu verwun- bern, daß in biesem Falle ben Polizeibehörben ein scharfes Durchgreifen zur Pflicht gemacht werbe, währenb es eine erwiesene Tatsache sei, bah bas Uniformoerdot gegen R o t f r o n t mit ber benkbar größten Nachsicht gehanbhabt werbe. Außerdem, fragt das Blatt, weshalb nur ben Nationalsozialisten bas Uniformtragen verboten werbe und nicht auch dem Reichsbanner, baß in mindestens dem gleichen Maße bie öffentliche Sicherheit ge= fährbe.
Die „V o s f i s ch e Ze i t u n g" begrüßt ben Erlaß und hebt besonbers anerkennend hervor, baß die preußische Regierung, im Gegensatz zu Bayern, es vermieden habe, bas Reichsbanner mit ben Gegnern der Republik auf eine Stufe zu stellen.
Die „Deutsche Zeitung" sagt, bas bayerische Vorbild habe dem preußischen Innenminister nicht ruhen lassen, obwohl berartige Mußregeln meist bas Gegenteil von dem erreichten, was sie bezweckten.
Der „T a g" kommt bei seinen Betrachtungen zu ber Auffassung, baß das Uniformverbot lebiglich ben unangenehmen Beigeschmack eines Ausnahmegesetzes gegen die Opposition behalte.
Versammlungsverbot in München.
München, ll.Suni. (WTB.) Die Polizeidirektion München hat die vom Gau Groh-München der R a t i o n a l s o z i a l i st i - schen Deutschen Arbeiterpartei für Samstag, 14. Juni, in das Zirkusgebäude am Marsfeld in München einberufene öffentliche Protest Versammlung gegen das Uni«* formverbot in Bayern, in der Hitler und Frick sprechen sollten, verboten. Auch der Anschlag des diese Versammlung ankündigenden Plakates wurde untersagt. Sn der Begründung des Verbots heißt es u. a.: „Die maßlose und beleidigende, jeden anständigen Menschen an- widernde Sprache des Plakats im Zusammenhang mit den hetzerischen Ergüssen der nationalsozialistischen Presse in den letzten Tagen läßt erkennen, daß die Versammlung nur darauf abzielt, die Staatsregierung verächtlich zu machen und zum Ungehorsam gegen die von ihr getroffenen Anordnungen aufzuwiegeln."
Oas „arme" Frankreich.
Milliardenüber chutz des französischen Schatzamtes.
Paris, 11. Suni. (WTB.) Vor dem Finanzausschuß der Kammer äußerte sich heute Finanzminister R e y n a u d über die La g e des französischen Schatzamtes: Das gegenwärtige Aktivum beläuft sich auf 12 948 Millionen Franken, das Passivum auf 7075 Millionen, so daß ein Ueberschuß von 5873 Millionen verbleibt, der sich jedoch um die ständige Einlage Frankreichs bei der Bank für Sn» temotionalen Zahlungsausgleich, die 408 Millionen beträgt, vermindern wird, so daß ein tatsächlicher Ueberschuß von 5465 Millionen verbleibt. Der Finanzminister teilte mit, daß auf Grund dieser Geschäftslage die Regierung für die f ü n f Mi lli ar d e n Franken, die sie zunächst für den Aus- und Aufbau der nationalen Wirtschaft auswerfen will, keine Anleihe benötige, sondern die benötigten Mittel den vorhandenen Guthaben entnehmen könne.
Oer Lissaboner Attentäter irrsinnig.
Lissabon. ll.Suni. (WTB. Funkspruch.) Die mit der Untersuchung Piechowskis betrauten Aerzte sind zu dem Ergebnis gekommen, daß es sich bei Piechowski um einen Irrsinnigen handelt, der alle Merkmale von Verfolgungswahnsinn aufweist. Die Untersuchung soll am Donnerstag abgeschlossen werden. Piechowski wird dann sofort dem Militärgericht zur Aburteilung vorgeführt.
Roch kein neues rumänisches Kabinett
Bukarest, 11. Juni. (WTB.) König Carol hat heute nachmittag Maniu mit ber Bildung bes Kabinetts betrauen wollen. Maniu lehnte das Mandat sofort ab und empfahl die Beauftragung des Generals Presan, oder eines der vier Vizepräsidenten der national-zaranistischen Partei. Er sicherte gleichzeitig deren Unterstützung im Parlament zu. Maniu erklärte Pressevertretern, daß sein Verhalten den Zweck habe, dem König bei ber Lösung ber Krise freie Hand zu lassen. Wie verlautet, werden die Vizepräsidenten jedenfalls das Mandat ablehnen. Diese Wendung soll darauf zurückzuführen sein, daß zwischen dem König und Maniu keine Einigung über die Zusammensetzung des Kabinetts erzielt werden konnte.
General A v e r e f c u erklärte Pressevertretern, daß er dem König in seiner gestrigen Audienz empfohlen habe, wiederum ein R e g i m e d e r N a - tionalen Bauernpartei einzusetzen. Er habe fein Konzentrationskabinett befürwortet.
Prinz Nikolaus ist heute zum Generalinspekteur der ganzen rumänischen Armee ernannt worden.
Die Sensation des heutigen Tages ist die Rückkehr aller der Politiker, die eine neue liberale Partei gründen wollten, in die alte Partei. Dieser Umschwung ist dadurch hervorgerufen worden, daß sich die gegenwärtigen Parteiführer verpflichtet haben, eine freundlichere Haltung dem König Carol gegenüber einzunehmen.
Aus aller Welt.
Einweihung der Rebelhornbahn.
Oberstdorf, 11.Juni. Hier fand gestern bie feierliche Einweihung ber vierten und vorläufig letzten ber bayerischen Seilschwebebahnen statt, bie von Oberstdorf aus als eine ber längsten unb modernsten Bahnen über fast 5000 Meter auf bas Nebelhorn führt und dem Besucher im Sommer einen ber schönsten Aussichtsberge, im Winter ein ideales Skigelcinde erschließt. Die kirchliche Weihe ber Bahn nahm ber päpstliche Nuntius in München Msgr. Vasallo di Torregros sa vor. — Bei einem Festmahl im Trettach-Hotel überbrachte Mi- nisterpräsibent Dr. H e l d bie Glückwünsche ber baye- rischen Staatsregierung unb feierte die Bedeutung des Bahnbaues.
Schweres Unglück bei einer Brondlöschung.
Quedlinburg, 11. Suni. (WTB.) Heute mittag brach infolge Kohlenstaubentzündung auf der Darnpsziegelei Kratzenstein ein Groß- feuer aus, dem der gesamte Ziegeleikomplex zum Opfer fiel, Bei den Löscharbeiten wurden neun Feuerwehrleute unter einem einstürzenden Schuppen verschüttet. Drei von ihnen konnten nur noch als Leichen geborgen werden, zwei weitere wurden schwer verletzt unter den Steinmassen hervorgezogen.
Eisenbahnunglück in Indien.
London, 12. Suni. (WTB. Funkspruch./ „Times" meldet aus Bombay: Acht Passagier- Wagen und zwei Gepäckwagen eines von Ahmedabad kommenden Eisenbahnzuges wurden am Dienstag bei Himmatnagar von einem Wirbelsturm umgeworfen. Gin Passagier wurde getötet, mehrere verletzt.
Heuer Söhenwelirekord eines amerikanischen FlieaerS.
Der amerikanische Armeefliegerleutnant S o u c e k, einer der erfolgreichsten Höhenflieger, hat einen neuen Höhenweltrekord aufgestellt. Nach seiner Landung ergaben die Instrumente, daß er eine Höhe von 13165 Meter erreicht und damit den bisher von dem Dessauer Flieger Neuenhofen gehaltenen Rekord um 426 Meter überboten hatte.
Gchiffskatastrophe.
48 Tote, 26 Verletzte.
Boston, 11. Juni. (WTB.) Der Zusammen- st o ß zweier amerikanischer Dampfer, über ben wir gestern bereits aus Boston berichtet haben, stellt sich nach ben inzwischen vorliegenden neuen Meldungen aus Boston und Reuyork verhängnisvoller dar, als es zuerst den Anschein hatte. Der Küstendampfer „Fairfax" ist nach den jetzt vorliegenden authentischen Meldungen mit einem Tankdampfer, der Petroleum an Bord hatte, zusammengestohen. Es handelt sich um den der New England Oil Refining Company gehörenden Tankdampfer „Pinthis" (1100 Tonnen), der sich mit einer Erdölladung auf der Fahrt von Fall River nach Boston befand. Die „Pinthis" ist bei dem Zusammenstoß mit allem, was sich an Bord befand, brennend untergegangen. Die Besatzung, etwa 40 Personen, sind teils ertrunken, teils verbrannt, von der „Fairfax" haben 26 Passagiere schwere Verletzungen erlitten. Rach den letzten Meldungen aus Boston hat sich inzwischen die Zahl ber Toten auf 4 8 erhöht.
Der zu Hilfe geeilte Dampfer „Gloucester" ist inzwischen mit den Passagieren und der Mannschaft vom „Fairfax" in Boston gelandet. Der Zusammenstoß hat sich den weiter eingelaufenen Berichten zufolge folgendermaßen abgespielt: Die „Fairfax" stteh im Rebel mit einem unbekannten Tankdampfer zusammen. Dieser ging unmittelbar nach der Kollision in Flammen auf. Die Flammen griffen auf die „Fairfax" über, und ein Teil der Mannschaft und der Passagiere wurde von den Flammen erreicht. Die Besatzung des Tankdampfers konnte nicht gerettet werden.
Ein Augenzeuge von der „Fairfax", der in dem Augenblick an Deck kam, als der Zusammenstoß erfolgte, machte folgende Angaben: Sch sah, wie Leute der Besatzung und sieben Passagiere, darunter drei Frauen, in das Wasser sprangen, da ihre Kleider Feuer gefangen hatten. Da aber das brennende O e l des Tankdampfers sich auch auf dem Wasser verbreitete, wurden sie auch dort von Flammen erfaßt und verbrannten. Es war unmöglich, ihnen Hilfe zu bringen.
Oie Wetterlage.
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* Schnee & Graupein e Neoei K Gewitter.(§)wind$tiiie.*O-> sehr leichter Ost y massiger Suosuowesi q stürmische« «ordwest Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Pie Limen verbinden Orte mit gleichen* euf Meeresmveau umgerechneten Luitdruck
Wettervoraussage.
Mit der Abflachung und dem Abzug der nördlichen Störung wird die Wetterlage durch hohen Druck bestimmt. Somit herrscht vorübergehend heiteres und sommerliches Wetter. Eine Aende- rung des Witterungscharakters dürfte später bei der zuitehmenden Erwärmung nur durch Gewitterstörungen hervorgerufen werden.
Vorhersage für Freitag: Meist heiter, heiß und trocken.
Reifeweflerbienst.
Garmisch-Partenkirchen: 17 Grad, Sudwestwind, heiter.
Westerland aufShlt: 16 Grad, Südwind, heiter.
Baden-Baden: 20 Grad, Südostwind, heiter.


