Ausgabe 
12.5.1930
 
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Wirtschaft.

Oer Geldmartt weiter flüssig.

Schnelle Entlastung der Rcichöbank

Nachdem zunächst unmittelbar nach dem Ultimo durch grossen Geldbedarf für Rückzahlungen bei der Reichsbcmk eine gewisse Stabilität der kurz­fristigen Zinssätze zu verzeichnen war. Hot gegen Ende der abgelaufenen Berichtswoche die Er­leichterung am Geldmarkt einen neuen grossen Fortschritt gemacht. Damit ist die frühere starke Flüfsigkeit wieder hergestellt worden, und die Zinssätze für kurzfristige Gelder find wiederum auf den alten Stand bzw. zum Teil darunter zurückgegangen Die unteren Notierun­gen steigen gegenwärtig wieder um 3 v. H herum. Auch auf dem langfristigen Geldmarkt hat sich die nachgebende Tendenz, die übrigens durch den Ultimo nicht unterbrochen worden ist, weiter fortgesetzt. Leihdevisen werden bemerkenswert bil­lig angeboten, die Erleichterung des Geldmarktes fand ihren besonderen Ausdruck durch die aber­malige Herabsetzung des Privatdiskontsatzes auf 4 v. H, die nicht mehr zu vermeiden war, nach­dem der Verkauf von Schahwechseln des Rei­ches, der bisher den alten Sah gehalten hatte, aufgehört hat Am Devisenmarkt ist die Schwäche des englischen Pfundes hervorzuheben.

Der Ausweis der Reichsbank vom 7. d. M. zeigt, dass die Ultimoanspannung, die sich an sich in normalen Grenzen hielt, um mehr als 50 Prozent wieder abgedeckt ist. Bemerkenswert ist die starke Derryinderung des Geldumlaufs, die sich, verglichen mit der ersten Januarwoche d. 3., auf ungefähr 235 Millionen Mark stellt und der rückläufigen Konjunkturbewegung entspricht. Be- kenntlich will die Reichsbank, was die Frage einer neuen Ermässigung desDiskontsahes anbelangt, die weiteren Auswirkungen der letzten Diskontfenkungswelle abwarten, ehe sie sich zu einer neuen Massnahme entschliesst. Der Haupt­grund für die abwartende Haltung der Reichs- bank ist die Diskrepanz, die zwischen dem offi­ziellen deutschen Diskontsatz und den langfristigen Zinssätzen besteht. Geht man von dem vorliegen­den Reichsbankausweis aus, so muh man zu der Feststellung kommen, dass die Reichsbank mit ihrer Reservepolitik bisher Recht behalten hat. Ein besonderer Druck durch verstärkte Gold­ankäufe. bzw. erhebliche Devisenzugänge, ist in dem vorliegenden Reichsbankausweis nicht sicht­bar geworden, so dass von dieser Seite aus eine Ermässigung des Diskontsatzes vorläufig nicht vorgenommen zu werden braucht. Anderseits scheint es allerdings so. als ob die Reichsbank den gegenwärtigen Diskontsatz von 5 Prozent in Anbetracht der starken Verflüssigung am Geld­markt, die ihr die Herrschaft bzw. Fühlungnahme zum offenen Geldmarkt genommen hat, auf die Dauer nicht wird durchhalten können, da an­gesichts der festen Haltung der Reichsmark im Ausland die Möglichkeit grösserer Geldtransporte in greifbare Nähe gerückt ist.

Allzulange wird sich auch die Reichsbank nicht dem Einfluss der internationalen Diskontpolitik und dem Geldverflüssigungsprozess in der Welt, bet neuerdings eingetreten ist, entziehen können, und da die derzeitige Lage der deutschen Wirt­schaft Entlastung auf allen Gebieten, besonders aber auf dem der Zinssätze erfordert, so würde eine Anpassung des deutschen Diskontsatzes an den neuerlichen internationalen Diskontabbau nur zu begrüßen sein. Es ist anzunehmen, dass die Reichsbank den vorliegenden Ausweis nicht als Grundlage für eine Entscheidung in der Diskont- frage nimmt, sondern weiterhin abwartet, ob ihre Goldbestände eine wesentliche Erhöhung er­fahren. Die Reichsbank wird also ihre zurück­haltende Politik weiter fortsehen, obgleich die innere deutsche Geldmarktlage, zumal die Besse­rung auch auf dem Kapitalmarkt, in fortschreiten­der Entwicklung ist, bis zu einem gewissen Grade eine neue Diskontsenkung rechtfertigen würde.

Ruhrgas A.-G , Essen.

Der Abschluss der Ruhrgas-A.-G., Essen, für 1929 weist einen von 1,14 auf 2,76 Millionen Mark erhöhten Ueberschuss aus dem G a s g e s ch ä f t nach Abzug der Gaseinkaufs­kosten aus. Derwaltungskosten und Steuern er­forderten 1,2, Betriebsunkosten 0,55, Zinsen 0,99 (im Vorjahre Unkosten 1,13, Steuern 0,74) Mil­lionen Mark. Abschreibungen und Rückstellungen beanspruchten 1,64 (0,61) Millionen Mark. Es ergibt sich ein neuer CB er lüft von 1,62 Mil­lionen Mark. Einschliesslich 1,96 Millionen Mark

Derlustvortrag beträgt der Gesamtverlust 3,58 Millionen Mark, der vorgetragen werden soll.

Der Vorstand berichtet, dass 1929 grössere Teil­strecken hätten in Betrieb genommen werden können. Die verlegten Leitungen haben eine Länge von 300 Kilometer. Gleichen Schritt da­mit habe der Dau der zur Durchführung der Ferngasversorgung notwendigen An­lagen auf den Kokereien gehalten. Die erforderlichen Baukosten beliefen sich auf rund 26 Millionen Mark. 1929 hätte die Gasabgabe wesentlich gesteigert werden tonnen. 3m Dezember 1929 sei ein Monatsdurchsatz von 47 Millionen Kubikmeter erreicht worden. Die Erfahrungen, die die Abnehmer mit der Verwendung von Kokereigas gemacht hätten, berechtigten yu der Erwartung einer erheblichen Absatzstei­gerung. Unter Einrechnung des vom RWE. übernommenen Netzes (298 Kilometer) seien ins­gesamt 744 Kilometer im Betrieb. Bereits jetzt ständen Kompressions- und Reinigungsanlagen auf den angeschlossenen Zechen mit einer Leistung von rund einer Milliarde Kubikmeter im 3ahr mit den erforderlichen Reserven auf 14 Schacht­anlagen zur Verfügung. 3m April 19 30 habe die durchschnittliche Tagesabgabe an Gas 2 Millionen Kubikmeter über­schritten. / Die bisherigen Monatsein­nahme n seien fast doppelt so hoch, wie die der gleichen Zeit des Vorjahres, obwohl der Konjunkturrückgang, namentlich in der eisen­verarbeitenden 3ndustrie, sich dahin ausgewirkt habe, dass das Tempo des Anwachsens der ©ad- abgabe bei den bereits in Betrieb genommenen Strecken langsamer geworden sei.

' Grosshandelsindex. Die auf den Stich­tag des 7. Mai berechnete Grohhandelsindex- ziffer des Statistischen Reichsamts ist mit 126,0 gegenüber der Vorwoche (126,4) um 0,3 Proz. zurückgegangen. Von den Hauptgruppen ist die 3ndexzisser für Agrarstoffe um 0,6 Proz. auf 111,3 (112,0) gesunken. Die Indexziffer für indu­strielle Rohstoffe und Halbwaren hat um 0,3 Prozent auf 123,9 (124,3) nachgegeben. Die (Index­ziffer für industrielle Fertigwaren stellte sich auf 151,7 (151,8).

Breuer-Werk A. G., Frankfurt am .M a i n H ö ch st. Die den Buderusschen Eisenwerken nahestehende Gesellschaft erzielte 1929 nach 96 000 (91 000) Mk. Abschreibungen einen Gewinn von 35 000 (6000) Mk., woraus der Ver­lustvortrag von 32 000 Mk. laut Beschluss der GD. getilgt wurde. Die verbleibenden 3000 Mk. wurden zur Bildung einer neuen Reserve ver­wandt. Nach dem Bericht war die Nachfrage nach Maschinen im 3nlande geringer. 3nfolge des Ausbaues des Auslandgeschäftes konnte der Umsatz jedoch gesteigert werden. 3m neuen 3ahre seien die wichtigsten Betriebe bisher aus­reichend beschäftigt gewesen, die Aussichten wer­den aber zurückhaltend beurteilt.

* Maschinenfabrik Ehlingen. Nach dem Bericht konnte der Umsatz des Hauptwerks 1929 trotz der allgemein ungünstigen Wirtschafts­lage etwas gesteigert werden. Die erzielbaren Preise seien nicht immer auskömmlich gewesen. Auch erschwerten die hohen Herstellungskosten die erfolgreiche Konkurrenz mit den ausländischen Unternehmungen. Der Vorstand hält den Zeit­punkt für gekommen, die Gewinnbeträge, die im Laufe der letzten 3ahre im Vortrag angesam­melt worden sind, den Aktionären zukommen zu lassen. Es wird beschlossen, aus dem nach 289 714 Mark Abschreibungen verbleibenden Reingewinn von 385 088 (350 588) Mk. die Dividendenzahlung mit 5 Prozent wieder aufzunehmen. 3n das neue Geschäftsjahr sei das Unternehmen mit einem bis zur 3ahresrnitte reichenden Auftrags­bestand eingetreten.

Frankfurter Börse.

Eigener Drahtbericht desGiessener Anzeigers".

Frankfurt a. TL, 12. Mai. Tendenz: freund­lich. Zu Beginn der neuen Woche war die Stim­mung im Zusammenhang mit dem festen Neuyor- ker Börsenschluß vom Samstag freundlich. Das Geschäft beschränkte sich jedoch wieder nur auf einigeSonderbewegungen.in denen auch besondere Momente eine Anregung für die Kulisse boten. Das Publikum war kaum vertreten. Rege gefragt waren AEG. auf Gerüchte, die von neuen Käufen in Hirsch Kupfer wissen wollten. Obwohl vom WTB.-Handelsdienst ein Dementi von der AEG.-Verwaltung ausgegeben wurde, erhielt sich für AEG. Interesse, und dieses Papier lag 3,5 o. H.

fester. Auch Hirsch Kupfer standen dann im Vorder- gründe und konnten erneut zirka 10 v. H. gewinnen. Die übrigen Märkte lagen t in allgemeinen ruhig, doch ergaben ftd), mit Ausnahme ganz vereinzelter Werte, Besserungen bis zu 2 v. H. gegen den Samstagschlußkurs. Etwas lebhafter ge­handelt waren noch I.-G.-Farben mit plus 1,5 v. H. Am Elektromarkt lagen Felten und Gesfürel gut ge­halten, während Schlickert leicht nachgaben. Bon Warenhauswerten lagen Karstadt auf dem etwas ermäßigten Niveau etwa behauptet. Am Kunstseide­markt kam etwas Material heraus, doch blieb der Kursabschlag mit minus 1 v. H. gering. Montan- werte verkehrten in stiller Haltung. Nur Rheinstahl konnten etwas mehr in Erscheinung treten. Mehr gefragt waren auf Erwartungen weiterer Freigabe­zahlungen die Schiffahrtspapiere. Hapag und Nord­deutscher Lloyd lagen bis 1 v. H. höher. Metallgesell­schaft gewannen 1 o. H. und auch Bankaktien waren dadurch bis 1 v. H. fester. Zellstoff Waldhof waren etwas niedriger. Am Rentenmarkt kam Material in Schutzgebieten heraus. Es trat eine Kurssenkung bis 3,90 v. H. nach 4,60 o. H. ein. Neubesitz waren ebenfalls schwächer, nur Altbesitz konnten sich leicht befestigen. Von Ausländern Türken gedrückt. 2m Verlaufe war das Geschäft st i 11. Schisfahrtswerte waren gut behauptet, die übrigen Werte lagen leicht gedrückt. Am (Geldmarkt war Tagesgeld mit 3 v. H. leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1900, gegen Pfund 20,363, London gegen Kabel 4,85875, gegen Paris 123,8650, gegen Mai­land 92,67, gegen Schweiz 25,1060, gegen Holland 12,0775.

Berliner Börse.

Eigener Drahtbericht desGiessener Anzeigers".

Berlin, 12. Mai. Der neue Berichtsabschnitt be­gann in den Vormittagsstunden geschäftslos, doch erhielt sich eine zuversichtliche Grundstimmung. Auch zu Beginn des offiziellen Verkehrs (da das Aus- landinteresse für einige Spezialwerte zu einer Be­lebung an den betroffenen Märkten führt«), bekun­dete auch die Spekulation etwas Kaufneigung. Mo­mente, die die Allgemeintendenz stärker beeinflußt hätten, lagen nicht vor, doch regten einige 6pe- a ia Iberoegungen an. So setzten die Aktien für Hirsch Kupfer ihre Aufwärtsbewegung um weitere 5 v. H. fort, da eine Zeitungsmeldung, die von Transaktionen sprach, stärker beachtet wurde. Die Kupferwerte wie Mansfeld (plus 2 v.H.) und Otaoi Minen (plus 1 Mark) profi­tierten von der Herabsetzung der Kupferpreise in Amerika. Schiffahrtswerte erfreuten sich kleinen Publikumsinteresses. Und auch E l e k tro- werte und I. ° G. - F a r b e n wurden von inter­essierten Kreisen gesucht. Im Zusammenhang mit letzteren zogen auch Rheinstahl stärker an. Kaliwerte lagen bis 1,5 v. H. höher, und auch Montanwerte und Banken g ernennen tm gleichen Ausmaße. Man beobachtete wieder Tausch­operationen von Rentenwerten gegen Effekten, wo­bei die Belebung an der Neuyorker Fonds­börse stimulierend wirkte. Auch London meldete heute bessere Ansangskurse. Aber auch Irans- rabio zogen um 3,13 v. H. an. Ganz vereinzelt waren auch kleine Abschwächungen festzustellen, die aber nicht mehr als zwei Prozent betrugen. Von deutschen Anleihen bröckelten Neubesitz leicht ab. Ausländer tendierten allgemein etwas schwächer. Durch Schwäche fielen besonders die Oesterreichische Staatsrente von 1914 und die Papierrenten auf. Der Pfand- b r i e f m n r f t war ruhig. Der Geldmarkt war weiter leicht. Tagesgeld 2,5 bis 5 v. H.; Monats- gelb 5,25 bis 6 v. H., Warenwechsel zirka 4,40 v. H. Nach den ersten Kursen machte sich für Sprit- werte weiter Interesse geltend, die schon zu Be­ginn der Börse durch Festigkeit auffielen und weiter bis zu 2,5 v. H. anzogen. Am Kunstseide- mar k t wirkten sich die anregenden Meldungen, wie die über die Finanztransaktion der A k u und die Gründung der englischen Bembergfabrik, kursmäßig kaum aus. Warenhausaktien blie­ben unbeachtet. Farben lagen anhaltend gesucht.

Frankfurter Ciermarkt.

Frankfurt a. M.. 10. Mai. Marktlage: Die Tendenz war weiterhin fest, doch war im Hin­blick auf die Zollerhöhung eine grössere Unsicher­heit zu bemerken, so dass der Handel nur in ge­ringerem Umfange neue Kaufabschlüsse tätigte. Der Konsumabsah lässt immer noch sehr zu wün­schen übrig. Trotzdem das Angebot von Aus­landware recht beträchtlich ist, war diese Ware überwiegend weiter befestigt. Deutsche Frisch­eier wurden von 71/» bis zu 11 Pf. reger ge­handelt. Es notierten in Pfennig per Stück: (Italiener 8V2 bis 9/t, bulgarische 7bis 8, jugoslawische 71/, bis 73/«, rumänische 7 bis

7Vfe Russen 7 bis 7V* polnische 51/, bis 6' Holländer und Dänen je 81/. bis 101 ,, Belgier 8' . bis 9, französische 8l/< bis 9, Schlesier 8 bi« 8l bayerische 7S 4 bis 81,'*. norddeutsche 8l/< bis 8V$.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M.. 12. Mai. Der heutige Produktenmarkt eröffnete in etwas freundlicherer Tendenz, da die Auslandnotierungen höher lau­teten. Später kam jedoch 3nlandware in etwas grösserem Umfange an den Markt. Da die Händ­ler wenig Ausnahmelust zeigten, ergaben sich von Provinzseite 'Preisermässigungen, und die Notierungen für Weizen und Roggen lauteten etwas niedriger. Sommergerste konnte sich da­gegen leicht bessern. Bis zu 5 Mk. gedrückt lag Hafer und ohne besondere Nachfrage. Am Mehl­markt konnte Weizenmehl (geringe Sorten) leicht anziehen. Roggenmehl war dagegen nachgebend. Ebenso gaben Futtermittel im Preise nach. Die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je Doppelzentner Ts wur­den notiert: Weizen (Hessen und Provinz Hessen-, Nassau) Hektolitergewicht 78 Kilogramm 302,50 Mark. Roggen (Hessen, Provinz Hessen-Nassau' und Unterfranken) Hektolitergewicht von 72 Kilo­gramm 81 bis 82,50, Sommergerste für Brau­zwecke 207,50, Hafer (inl.) 180 bis 185, Weizen­mehl (füddeu.sches Spezial 0) 43,75 bis 45,25, Roggenmehl 26,25 bis 27,50, Weizenkleie 7,50, Roggenkleie 8,25, Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 26 bis 35. Linsen (je nach Quali­tät für Speisezwecke) 38 bis 80, Heu (süddeutsche-, gut, gesund, trocken) 8,50, Weizen- und Roggen- stroh (drahtgepreht) 5, (gebündelt) 5,25, Treber (getrocknet) 10,75 bis 11 Mk. Tendenz: flau.

Frankfurter Schlachtvichlnarkt.

Frankfurt a. M., 12. Mai. Austrieb: Rinder 1372 Stück; darunter 355 Ochsen, 94 Bullen, 511 Kühe, 373 Färsen: Kälber 489; Schafe 49; Schweine 5191. Es notierten pro Zentner Lebendgewicht: Rinder: Ochsen: voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 58 bis 60, ältere 53 bis 57, sonstige voN- sleischige: jüngere 47 bis 52; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 57, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 49 bis 53; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 47 bis 50, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 46, fleischige 38 bis 42, gering genährte 32 bis 37; Färsen (Kalbinnen, 3ungrinber): vollfleischige, ausgemästete, höch­sten Schlachtwerts 58 bis 61, vollfleischige 54 dis 57, fleischige 43 bis 53. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 84 bis 87, mittlere Ma st­und Saugkälber 78 bis 83, geringe Kälber 70 bis 77. Schafe nicht notiert. Schweine. Doll­fleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 63 bis 65, von etwa 200 bis 240 Pfund 64 bis 66, von etwa 160 bis 200 Pfund 64 bis 66, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 63 bis 65. Marktverlauf: Rinder mässig-rege, aus­verkauft. Schweine mittelmässig, ausverkauft. Kälber und Schafe itge, geräumt.

Strafkammer Gießen.

* Gießen, 9. Mai. Das Amtsgericht Schotten hatte einen jetzt in Frankfurt wohnenden Pferde­händler wegen Betrugs zu 2 Monaten Ge­fängnis verurteilt. Nach diesem Urteil ergaben sich in einem anderen Strafverfahren Bedenken an der strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Angeklag- ten, so daß er zwecks Beobachtung seines Geistes­zustands in einer Anstalt untergebracht wurde. Da nach dem dann erstatteten Gutachten angenommen werden mußte, daß er auch bei Begehung der hier in Frage stehenden Straftat gemäß § 51 RGB. nicht verantwortlich war, wurde er freigefpro« chen.

Das Amtsgericht Homberg hatte zwei Arbeiter aus einem benachbarten Dorf wegen Körperver­letzung zu je 4 Wochen Gefängnis verurteilt. Einer Der Verurteilten verfolgte Berufung, aber ohne Erfolg. Auch die Strafkammer hielt für erwie­sen, daß er nach vorausgegongenem Streit in einer Wirtschaft den Anzeiger verfolgt und auf der Straße mit einem harten Gegenstand zusammengeschlagen habe.

Zwei wegen Wuchers von dem hiesigen Amts­gericht verurteilte Geschäftsleute wurden mangels Beweises freigesprochen. Das Gericht hielt zwar für nachgewiesen, daß sie sich für an einen anderen Geschäftsmann gegebenen Darlehen zu hohe Zinsen hätten gewähren lassen. Es konnte aber nicht feststellen, daß dieser sich in einer Notlage befunden habe bzw. daß die Angeklagten eine et­waige Notlage desselben gekannt hätten.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 0. H.

Frankfurt a. Dl.

Berlin

Schlup-;

1-Uhr-

Schluß-,

Ansang,

hirt |

Jturd

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Rur#

Datum

10. 1.

11. j

10 d

11. 5.

u% Deutsche »ieidjeametbe »Olt 1927

7% Deutsche Reichsanleihe

^7.25

-

86,5

7-

von 1929 .....

Deutsche Snl..Ablül.-Schuld mit

103

102,75

Auslos.-Reck>ten

59,65

59 8

59,75

59 8

DeSgl. ohne Auswl.-Rechte . 8% Heil. BolkSNaat von 1929

11,8

11.65

11,9

11,75

krü'ckzablh. 102%)

Oberbtiicn Provinz - Anleihe mit

94,9

'4,5

AuSkos.-Nechten

Deutsche Komm. Sarnrnelabl.

55,75

Anleihe Serie 1 -

8% Franks bov.-Bank Goldpfe.

57,5

57,3

XIII unkündbar bis 193 t

7% stranks Hyp.-Bank Soldpte unkündbar bi- 1933

100

-

93

4^% Rheinische tzvv^Bank Liqu. Goldvse.

55,5

8% Br. Landesvtandbriesanklalt, Psandbriele R. 17

101

101

8% Pr LandesvsandbrietanNalt,

RommvCbl. tfi. 16

7% Pr. LandeSvsandbriesantialt,

96,5

96,5

Psandbricie R. 10

A-E-Ä abg. BorkriegS-Obligati».

94,5

94,5

nen. rückzahlbar 1932

96

4% OeNerreichtsche Goldrentr

26

26,4

4,20% Oesterreichische Silberrentr 4% Oesterreichische Einheitliche

-

4,25

Rente

_

9 1

4% Ungarisch- Goldrente . . . .

4% Ungarische Staalsrcnte v. 1910

'4,13

24,25

24

21,25

4^% veSgl. von 1913

22,25

22

4% Ungarische Kronenrente

,45

2,4

.35

4% Türkische Zollanleide von 1911

4% Türkische Bagdadbahn-Anl.

6,5

6,6

6.5

Serie i

o,85

6,6

6,7

4% deegl. Gerte II

5% Rumänische vereinh. Rente

5,85

6,45

6,5

von 1903

t^% Rumänische vereinh. Rente

9,75

9,75

von 1913 ..........

17

17

tX Rumänische vereinh. Kento .

8

-

8

Frankfurt a. DL

Berlin

Schluß-l fur4 !

t-Uhr- ftur«

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Anfang- Rurd

Dalum

10 3.

11

io*D

11. 5.

r-amdurg-Amerika Paket . .

7

116

116 75

115,75

116,5

Hamburg-Südam. TamvkiLisl

8

175

175

Hansa Dampfschiff .

10

-

164

Norddeutscher Lloyd ....

8

115.65

116.75

<15,75

116 4

allgemeine TeutscheEreditanü.

10

115,5

116

116 25

Barmer Bankverein

10

126,5

126.5

126 5

Berliner HandelSgeseüschast

12

175,5

175,75

176 5

Gommer}- und Privat-Bank .

11

152.75

153 75

153

153.4

Darmstädter und Nationalbank

Deutsche Bank und

12

229,5

143

230 5

230.75

231,25

Tisconto-Gelellichast, . .

10

142,65

142 9

Dresdner Banl......

10

144

-

144,75

144 4

Reichebank.....

12

<01.5

-

299.25

301

s.cr.G...........

. 8

169,5

172,75

170,9

172,6

Bergmann........

. 9

-

-

186 5

Sielte. LielerungSgeieMchafi.

10

156

-

157,5

a-

Licht und firaft

10

167

166

167

pellen & Guilleaume . Gesellschaft sür Elektrische

IV»

25,5

125 5

124,5

124 75

Unternehmungen ...

10

168

168

167,75

168 4

Hamburger Gletm.gt4t5,Serfe

10

138,75

138.5

Rheinische Elektrizität . . .

. 9

147

149

148 5

Schlesische Elektrizität. . . .

10

Schuckerl & Go. . .

11

194

193 5

<93,25

193 4

Siemens & Halske . .

16

45,5

246

247.25

Transradio . . ......

. 8

133,5

Labmeoer & Go...... .

IC

169

169

-

Buderur ......

. 6

70.5

70 75

Deutsche Erdöl .

. 6

<01.75

102

102

102,75

. 8

. 8

140

140,25

140,75

. U

126,25

126 5

109

Ilse Bergbau.....

10

217

101

101

216,75

101

.l

106

106,75

Mannesmann-Röhren ...

. 7

05,75

105,5

105,75

ManLselder Bergbau ....

. 7

16,5

76,9

78 9

Oberschles. Eisenbedarl . . .

* 6

70

cberschlei. RoUroerfe ....

110,65

110,75

Phönir Bergbau......

fch

100

100,25

100

Rheinische Braun kohlen .

10

232

231,5

231

Rheinstahl........

<21,5

121,75

120,5

121.6

Siebed Montan......

12

'08,25

108.5

Frankfurt a. Dl.

Berlin

Echluß- furd

1-Ühr- Kurs

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Au re

Datum

10

11 3-

10 5-

11. 5.

Berenngie Stahlwerke ....

97.75

97

97,75

97,9

Otaoi Minen ... 16'/,

52,25

51,5

52 5

flaltroerle äidierileben ... 10

>25.5

225

226

Kaliwerke Westeregeln ... 10

229

127,5

230 75

Kaliwerke SaUdeüurtb ... 15

401

402

403,5

fl. ®. Farden-Invuskn« ... 12

182,9

184 4

182,65

184

Tvnamil Nobel..... . 6

87,13

87.25

152

Goldschmidt ........5

68

68,75

69

RütgerSwerke ....... k

/0,65

71

71

Meiällgelelllchaft. ...... 6

114,5

115.5

115,25

Philipp Holjmann......1

100,5

101

Zementwerk Heidelberg . . 10

135,5

Eemenkwerk Karlstadt. ... 10

Wavv & Ureviag .....8

94.9

94,5

Schul thetL Patzen Hofer ... 15

-

-

302,5

304

Lltwerke.........12

258,5

259

Aku ..........18

114,75

114,75

H4.25

113 5

Bemberg.........14

134

134

134,75

Zellstoff Walkbof .... 13'/,

183

182,75

81,5

180,6

Zellstoff Aschaffenburg ... 12

148

149

Charlottenburger Basser .4.8

-

104,5

105

Dessauer Gtas . ..... 9

-

165,5

166

Daimler Motoren ..... 0

».75

39,5

39,25

Deutsche Linoleum ......

247

246,5

246 75

53,25

53 4

Rat. Automobil . . . 0

18,75

19

Crenftetn & Koppel . .... 6

82,9

83,75

Leonhard Tietz .. 10

150

150

151

SvenLko ........

345

345

345

isrankfurrer Mai ch tue» .... 4

0,75

-

32

Gritzner ........ 6

36,5

37,4

Hevligenftaett ....... 0

IunghanS...... 6

14,9

45

Sechwerke..........8

106

Main Kaliwerke Höchü a.M.. . 8

95

Miag ......10

124

123

123

Gebr. Roeder . ...... 10

«03,5

Loigt & Haesfne» ...... 8

194,5

194,5

Süddeutsche Zucker .... >0

161,5

161

Banknoten.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

25erlfn, 10. Mai

«eld

»rief

Amerikanische Noten.....

Belgische Noten ...... Tanilche Noten........

Englische Noten ....... Französische Noten ...... Holländische Noten......

Italienische Noten......

Norwegische Noten......

Dentsch-Oesterr.üivo Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schwei;er Noten..... .

Svanischc Noten.......

Tschechoslowakische Noten . .

Ungarische Noten

4,168

58,30 111,73

20,315 16,415

168,11

21,98 111,73

58.92 2,455

112,08 80,90

51,00 12,39

72.98

4 183 58,54

112,17 20,395 16,475

168,79 22,06

112,17

59,16 2,475

112,52 81,22 51,20

12,45

73,28

10. Mai

11. Mai

Amtlickie Notierung Geld Briet

Amtliche Notierung

Gelb »rief

»mst.-Rott.

168,48

168,82

168,40

168,74

Buen--AireS

1,608

1,612

1.609

1.613

Brss.-Antw.

58,405

58,525

58 40

58,52

Cbristiania.

111,99

112,21

111.98

112,20

Kopenhagen

112,00

112,22

112,00

112,22

Stockholm .

112,29

112,51

112.29

112.51

HelsingforS.

10,542

10.562

10,544

10.564

Italien. . .

21,955

21.985

'1.955

'1,995

London. ..

20,343

20,383

20 342

20,382

Network . .

4,187

4,195

4,1865

4,1945

Paris....

16,415

16,455

16,42

16,46

Schwei» ..

81,02

81,18

81,02

81.18

Spanien. .

51,15

51,25

51,07

51,17

Jovan .. .

2,070

2,074

2,068

2,072

Rio de Jan-

1.4955

0,4975

0,497

0,499

Dien in

Ceft. abgeil

59,05

59,17

59 04

59,16

Prag ....

12,407

12,427

12.408

12,428

Helrrad . .

7,403

7,417

7,403

7.417

Bndavell. .

73,16

73.30

73,14

73.28

Bulgarien .

3,036

4,052

3,037

3,043

Lissabon .

18,78

18,82

18,78

18,82

T anzig. . .

81,32

81,48

81,32

81,48

fiomiantitt.

1,784

1,788

1,785

1,789

Atben. . .

5,435

5,445

5,435

5,450

Tanadn - .

4,173

4,181

4,176

4,184

Urnsntnj. .

3,856

3,864

3,856

3,864

Tatro . . .

20,86

20,90

20,86

20,90