Ausgabe 
12.5.1930
 
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Nachdruck verboten.

9. Fortsetzung.

furter Huhn in 8:59,10 Stunden vor Franke, Frankfurt (eine Länge), Frank, Frankfurt (eine halbe Länge) und Bartholmeß, Frankfurt. Linde­mann, Frankfurt, gewann in 8:46,12 Stunden das über die gleiche Distanz gehende Rennen der B-Klasse und bei den Altersfahrern siegte Keb, Frankfurt.

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Reit- und Fahrturnier in Zuhbach.

Pb. Butzbach, 11.Mai. Hnte? dem Protekto­rat S.Durchlaucht des Fürsten Reinhard zu L i ch fand gestern und heute hier das 2. R e i t - und Fahrturnier der ländlichenReit- und Fahrvereine Lich, Wettertal, Butzbach und Umgebung, verbunden mit Standartenweihe des Vereins Wettertal, statt. Das traditionelle Butzbacher gute Festwetter blieb diesmal leider aus, jedoch hielt dies die Reiter der Wetterau nicht zurück. Pei strömendem Regen ritt am gestrigen Rachmittag eine Kavalkade von etwa 28 Reitern hinaus zum Hausener Tal, um sich einer Vielseitigkeitsprüfung im Geländeritt und Sagbreiten zu unter­ziehen. Auch am heutigen Sonntag ritten vor­mittags alle gemeldeten Abteilungen zu den Bor- Prüfungen an. Rachmittags folgte um 1.30 Llhr ein Festzug durch die Stadt nach dem Turnier­platz, wo nach voraufgegangenem Parademarsch zunächst die S^andartenweihe des Ber­eins Wettertal stattfand. Landstallmeister außer Dienst S ch ö r k e hielt eine kernige Weihe- rede und übergab dann die Standarte dem Füh­rer des Bereins, Herrn Paul Hoffmann, Hof- Gill, der sie mit einem Treuegelöbnis übernahm. Hierauf folgten die verschiedenen Prüfungen, wobei durchweg gute Leistungen gezeigt und auch ein sehr beachtenswertes Pferdematerial vorge­führt wurde. An diese Prüfungen schloß sich ein Schaufahren im Kutschwagen (Ein-und Mehrspänner) sowie ein solches von Arbeits­gespannen im Oekonomiewagen an, zu welchen etwa 20 Rennungen Vorlagen. Trotz der älngunst der Witterung hatte sich eine größere Menge Schaulustiger man schätzte sie auf etwa 800 bis 1000 eingefunden, die mit großem Inter­esse den Borführungen folgte. Abends fand im Deutschen Haus" die Preisverteilung statt, zu der von etwa 80 Personen aus Lich, Münzenberg, Griedel, Butzbach und verschiedenen anderen Orten Preise gestiftet worden waren. Das Ergebnis der Preisverteilung wird noch berichtet.

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Daten für Dienstag, 13. Mai.

Sonnenaufgang 4.13 Uhr, Sonnenuntergang 19.40 Uhr. Mondaufgang 21.09 Uhr, Monduntergang 4.17 Uhr.

1717: Kaiserin Maria Theresia in Wien geboren; 1792: Papst Pius IX. in Sinigaglia geboren; 1832: der französische Naturforscher Baron Georges de Cuvier in Paris gestorben; 1840: der fran­zösische Schriftsteller Alfonse Daudet in Nimes ge­boren; 1842: der Komponist Sir Arthur Sulli­van in London geboren; 1862: der Parapsycho­loge Albert Freiherr v. Schrenck-Notzing in Olden­burg geboren; 1871: der französische Komponist Daniel Francois Esprit Aubert in Paris gestorben.

O Konstanze, Konstanze! Was hast du aus Lothar Emmerstorff gemacht? Weshalb muh­test du diesen wahnwitzigen Schritt tun und aus diesem Hause gehen?! 3a, sie mußte wahn­sinnig gewesen sein, stand mit einem Male für Lothar fest. Anders hätte sie diesen Schritt nicht tun können.

Er ging zum Likörschrank und stürzte ein paar Kognaks hinunter. Das Getränk brannte so stark, das ihm war, als schlage eine Flamme die Kehle empor. Er trank noch mehr.

Wie zufällig fuhr seine Hand in die Tasche. Seine Finger fühlten eine kleine Karte. Zerstreut betrachtete er sie.

. »MUlh von Dhsen", stand auf dem resedafarbe­nen Papier, das einen zarten Duft ausströmte. Lothar lächelte. Mit dieser Frau hatte er die letzten Tage verbracht.

Diese Frau war angetan dazu, vieles vergessen zu machen, siehst du. Er sah in der Erinnerung ihren schneeweißen Arm, spürte noch den prickeln­den Sekt auf der Zunge.

Sein Blick glitt von der Karte hinweg, blieb im Spiegel haften, der seine Figur zeigte.

Wie siehst du aus?" murmelte er beschämt, strich sich die Haare zurück, deren sorgsamer Scheitel zerstört war, richtete sich die schlecht ge­bundene Krawatte und dachte bei alledem:Wäre Konstanze hier! Warum ging sie von mir?"

Dann schritt er durch die Flucht der Zimmer, und wie er Konstanzes Bild, eine Miniaturphoto­graphie dort drüben auf dem Sims stehen sah, empfand er plötzlich etwas wie Scham.

Er hielt noch immer das Kärtchen mit dem Ramen:Willy von Dhsen" in der Hand.

Run zerriß er die Karte---

Emmerstorff begab sich schon in den nächsten Tagen zu Iustizrat Pranders. Der kleine hagere Herr empfing ihn mit großer Zuvorkommenheit. Er war Syndikus über mehrere ausgedehnte Be­triebe und hatte im Laufe der Jahre sein gutes Geld bei Emmerstorffs chemischer Fabrik verdient.

Er machte ein ganz erstauntes Gesicht, als ihm Lothar eröffnete, er wolle aus der Gesellschaft austreten. Aber zum Fragen ließ ihn Emmer­storff nicht kommen.

Die Gründe sind verschiedener Art, Herr Iustizrat". sagte er etwas hastig.Ich muß Sie nur bitten, meinen Austritt nebst allen Forma­litäten möglichst rasch zu erledigen."

Der Syndikus verbeugte sich leicht, nahm seinen

Konstanze.

Vornan von Karl Heinz Voigt.

Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau.

Die Reichsmaisstelle wird den Mais zum ®in* standspreis e, d. h. zu dem Betrage liefern, der nur den Einkaufspreis, den Zoll und einen geringen Zuschlag zur Deckung der Unkosten enthält. An der hierfür notwendigen Maisein­fuhr und an der Verteilung des Maises werden Genossenschaften und Händler beteiligt sein.

Der Verwaltungsrat hat dem Verordnungsent­wurf des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zugestimmt, nach bem die Höch st menge für Mais, deren Verkehr m o n o p o l f r e i ist, von zehn Doppelzentner auf zwei Doppelzentner herabge­setzt wird. Die Bestimmung tritt am 11. Mai in Kraft. Diese an sich bedauerliche Aenderung der Freimengevorschriften ist notwendig gewor­den, weil diese bei der Einfuhr von^Mais in stei­gendem Maße mißbräuchlich angetoeriföt worden sind, und weil damit gerechnet werden muhte, daß in nächster Zukunkt soyar eigene, hierfür geschaffene Organisationen tätig sein würden.

Klemmer von der kurzen und zu dicken Rase und erwiderte:

Man wird Ihren Austritt allgemein bedau­ern, Herr Emmerstorff." Der andere machte eine abwehrende Handbeweguny.

Ich werde voraussichtlich auf Reisen gehen, mir die Welt anschauen oder vielleicht auch nicht ich weiß es noch nicht genau.

Welch ein zerfahrener Mensch!" dachte Iustiz- rat Pranders.Vielleicht sind die Gerüchte doch wahr, die in der Gesellschaft kursieren!?"

Konstanzes plötzliche Abreise war bekanntge­worden. Rkan erzählte sich, die schöne Frau Emmerstorff sei ihrem Manne auf und davon­gegangen. Wer diefes Gerücht aufgebracht hatte, wußte kein Mensch. Es existierte eben.

Lothar Emmerstorff erhob sich langsam. Gr reichte dem Iustizrat die Hand:

Geld soll keine Rolle spielen! Ich danke Ihnen! Leben Sie wohl!"

Es drehte sich das Rad der Zeit. Lothar Emmerstorff hatte ein wahrer Rausch ergriffen. Er taumelte von einem Fest zum anderen. Eine Orgie löste die andere ab, und nur schemenhaft, wie eine flüchtige Fata Morgana tauchte im Strudel dieser Zerstreuungen Konstanzes Bild auf, verblaßte, und zerging. Bilder mit leb­hafteren Farben lösten dieses blutlose Phantom ab. Gestalten der Wirklichkeit: Frauen mit ge­schminkten Lippen, gepuderten Wangen, lockendem Lächeln und duftender Haut ... Rennplätze ... Spielsäle ... Theater, Revuen ... Symphonien von Farbe und Licht.

* * *

Der Sommer war heiß und staubig. Berlin stand im Zeichen des Sports. Lothar Emmerstorff fehlte nirgends. Er war überall dabei, wenn auch nur als Zuschauer.

Ganz im Gegensatz zu seinem früheren Wesen fühlte er sich jetzt hingezogen zur großen Welt. Er hatte Eingang gefunden in die Lebewelt von Berlin W.

Rachmittags besuchte er regelmäßig auf eine Stunde den Klub. Dort las er die neuesten Er­eignisse aus aller Welt, trank einen Whisky-Soda und um Punkt sieben Uhr fuhr sein Auto vor.

Er besah einen schönen Viersitzer mit modern­ster Karosserie. Der Wagen war ihm bald nicht mehr modern genug. Er kaufte einen neuen mit allen Schikanen. Es war ein flachgebauter Wagen mit rotem und weißem Lederpolster.

Paul, der Chauffeur, machte große Augen. Er strahlte über das ganze Gesicht. Er sah zufriede­ner aus, als sein Herr, der meist mit mißver­gnügtem, ein wenig gelblichem Gesicht Im Wagen lehnte.

Zuweilen tauchten Gedanken in Lothar auf, ob es nicht besser sei, sich von Konstanze scheiden zu lassen. Denn er aber anfing, den Plan ernstlich

Monopolmais zu ermäßigtem Verkaufspreis für Geflügelhaltungen.

Die Reichsmais stelle wird auf- Beschluß des Derwaltungsrates zur Förderung der ein­heimischen Geflügelhaltung zunächst bis 50 000 Tonnen Mais zu ermäßigtem Ver­kaufspreis zur Verfügung stellen. Die Berechti­gung zum Bezüge dieses Maises wird an die genossenschaftliche Ablieferung von Eiern geknüpft werden. Genossenschaftlich orga­nisierte Geflügelhalter sollen den Mais im Ver­hältnis von 15 Kilogramm Mais gleich 100 Eier erhalten, die vorher abgeliesert werden müssen.

zu erwägen, erschrak er heftig. Dann wäre auch der letzte Faden zerrissen, der chn noch an Kon­stanze band. So aber war sie noch seine Frau, nicht wahr?

Monatelang war er nun schon ohne sein Weib. Es war, als hätte sich ein kühles Grab über chr geschlossen. Wie wird sie sich dort draußen zu­rechtfinden in dem großen Ozean Welt, in dem so viele schöne Frauen untergingen oder stiegen, je nachdem die Wellen sie trugen, und wie sie gegen die Fluten kämpften?

Er konnte nach München fahren, konnte vor den Oberst von Heistritz hintreten, konnte fordern: Ich habe Ihre Tochter in Ehren geheiratet. Geben Sie sie mir wieder heraus." Er schüttelte den Kopf und legte die Hand über die Augen. Wußte er denn, ob sie bei ihren Eltern in Mün­chen war? Weshalb hatte sie chn auf die un­ebenen Wege getrieben, auf denen er nun schon heimisch war?

Das Auto hielt vor einem großen lichterstrah- lenden Gebäude. Ein Rachtlokal. Er trat ein. Lärmende Jazzband klänge tönten ihm entgegen. Schlürfende Schritte. Eine Tanzbar.----

An den Renntagen weilte Lothar Emmerstorff draußen in Karlshorst auf der Dahn. Er setzte ziemlich hoch, ohne sich die Pferde anzusehen und gewann hin und wieder. Er verlor genau so oft.

Es war heute ein etwas kühler Iulitag. Die ganzen vorhergehenden Tage hatte es gewittert und geregnet. Der Boden roch nach frischer Erde. Die Rasenflächen und die Rennbahn waren aufgeweicht. Die zierlichen Schuhe der eleganten Damen blieben in der zähen Masse beinahe stecken und die Herren suchten mit hohen Schritten um die Tribünen zu stelzen.

Emmerstorff drängte sich durch das plaudernde und rufende Menschengewühl am Totalisator hin­durch. Er sah lachende Gesichter. Penetranter Parfümdust stieg zuweilen, gemengt mit dem Geruch der Pferoeausdünstungen, durch die Sommerluft.

Trotz des kühlen Tages herrschte reges Geben. Jünglinge mit verlebten Gesichtern drängten sich um einen Buchmacher, einen Tip zu erfahren. Kleine Modistinnen, aufgeputzt mit möglichst wenig Stoff, hingen an den Armen der blasier­ten Jünglinge. Ein paar ältere Herren schritten im Gespräch, Zigaretten rauchend auf und ab, zuweilen einen erwartungsvollen spähenden Blick nach dem Zifferblatt der Uhr am Start werfend.

Emmerstorff traf hier wenig Bekannte. Rur ab und zu wurde er gegrüßt. Da war es ihm, als hätte er in der Menge ein bekanntes Gesicht entdeckt. Es war ein regelmäßiges Puppengesicht. Ein Wachsantlitz aus dem Schaufenster eines Warenhauses und gehörte einem jungen Mann mit etwas schäbiger Eleganz, der in Gesellschaft von zwei sehr auffallend gekleideten jungen

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

* Leihgestern, 8. Mai. Arn vergangenen Sonntagvormittag fand am hiesigen Bahnhofe eine größere Sanitätskolonnen - Ue- bung der Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz statt. Als Unfall wurde folgendes an­genommen: Der bewachte Bahnübergang an der Straße LeihgesternGr.-Linken war von dem Wärter für kurze Zeit verlassen worden, ohne die Schranken zu schließen. Ein mit Ausflüglern besetzter Omnibus passierte den Uebergang, wo­bei eine außerplanmäßig fahrende Maschine den Omnibus rammte, welcher vollständig demoliert wurde, und die Insassen z. T. mit sehr schweren Verletzungen aus dem Trümmerhaufen heraus­geholt werden mußten. Don der Bahnhofsver­waltung wurde die Freiw. San.-Kolonne vom Roten Kreuz Leihgestern alarmiert, und auch von ersterer sofort ein Hilfszug zum Abtransport bereitgestellt. Infolge der großen Anzahl der Verletzten wurde von der Kolonne Leihgestern die Kolonne Gießen zu Hilfe gerufen, welche sehr schnell auf Lastwagen, Motorrädern usw., sowie mit dem Sanitätsauto in Begleitung des Kolonnenarztes Dr. med. Gros auf der Unfall­stelle erschien. Innerhalb kurzer Zeit waren sämtliche markierten Verletzten versorgt und zum Abtransport in die mittlerweile vom Einbau- kommando der Kolonne Gießen hergerichteten Wagen der Reichsbahn bereit, so daß mit dem Einladen begonnen werden konnte. Die getrof­fenen Maßnahmen wurden von dem Kolonnen­arzt Dr. med. Speck (Grohen-Linden) eingehend geprüft und für sehr gut befunden. Die Kritik von Dr. med. Gros (Gießen) spendete beiden Kolonnen großes Lob. Insbesondere sprach er seinen Dank der jungen Kolonne Leihgestern, für ihr eifriges und zieloewuhtes Arbeiten aus.

* Trais-Horloff, 11. Mai. Bei der heu­tigen Bürgermei st erwähl wurde der seit­herige Bürgermeister Heinrich Rudloss mit 168 Stimmen wiedergewählt. Sein Gegen­kandidat, Adolf Berg, erhielt 78 Stimmen.

Preußen.

WSR. Frohnhausen (Dillkreis), 11.Mai. Ein sonderbares Erlebnis hatten zwei Angler aus Frohnhausen, die sich im Anschluß an eine Angelpartie im Dorfgasthof einen gemütlichen Schoppen genehmigten. Sie hatten ihre Angeln vor dem Hause abgestellt, ohne die Reste der Würmer von dem Angelhaken zu entfernen. Ein Huhn, das im Hof der Wirtschaft herum­lief, schnappte nach einem der Würmer und ver­schluckte ihn mitsamt der Angel. Als später die beiden Angler das Lokal verliehen, fanden sie die Henne noch gerade beim letzten Flügelschlag und waren Zeuge, wie sie mit der Angel im Schnabel ihren Geist aufgab.

Sprengart (Reutlingen), 75,5 P. 10X100-Meter- Lagen (W.Pr. der Stadt Stuttgart): 1. Mto. Stutt­gart. 4X100-Meter Brust: 1. Mto. Stuttgart. 100 Meter HüH.: 1. Weinig (Frankfurt 60), 1:22. 200 Meter Rücken: 1. Fecht (Stuttgart), 3:39,8. 100 Meter Seite: 1. Weitmann (Stuttgart), 1:39,2; 40» Meter-Tauchen: 1. Schlienz (Stuttgart), 46,4; 4X100-Meter Brust: 1. Mto. Stuttgart 6:16; 4X50-Meter Lagenschwimmen: 1. Brauner (Stutt­gart), 4:05, 5. 100 Meter Rücken: 1. Fecht 1:37,2.

Aeuer deutscher Schwimmrekord.

Anläßlich eines am gestrigen Sonntag im Leip­ziger Carola-Bad veranstalteten lokalen Schwimmfestes konnte der Leipziger Poseidone Künniger den von Erich Rademacher ge­haltenen deutschen Rekord im 400-Meter-Brust- schwirnrnen von 6:05 auf 6:04,8 verbessern. Der Rekordversuch wurde irn Beisein offizieller Ver­treter unternommen.

kennen auf Der Operbahn in Rüffelsheim.

Zündorf-<« Schnellster!

10 000 Zuschauer hatten sich äu den Bahnrennen am gestrigen Sonntag in Rüsselsheim eingefun­den und bekamen guten Sport zu sehen. Einen bösen Sturz gab es im ersten Rennen, Stern- b e r g e r, Frankfurt, mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die beste Zeit des Tages fuhr der Kölner Z ü n d o r f, der 20 Runden (30 Kilometer) in 12:45,3 zurücklegte und ein Stun­denmittel von 140,5 Kilometer herausholte.

Ergebnisse: 1. Klasse ABC bis 500 ccm (22,5 km): I. Heide, Weidenau (BMW.) 11:5,5 St./km: 121,8). 2. Liz. Fahrer Kl. A bis 250 ccm (22,5 km): 1. Soenius, Köln (Soenius-Spezial) 11:16 (119,8 km). 3. Sport- und Tourenwagen Kl. kl 500 bis 750 ccm (15 km): 1. Glöckler, Frankfurt 12:8,2 (74,1 km); 4. Ausw. Fahrer, Motorräder m. Seitenw. Kl. F bis 600 ccm (18 km): 1. Rheinfurt, Würzburg (Standard) 11:16 (95,8 km). 5. Liz. Fahrer Kl. B bis 350 ccm (22,5 km): 1. Ley, Nürnberg (Triumph) 10:18,2 (131,6 km). 6. Motorräder m. Seitenwagen (Liz. Fahrer) 600 und 1000 ccm: (12 Runden) 1. Döb­ler, Stuttgart (Superior) 9:43,1 (111,1 km). 7. Tourenwagen 750 bis 1100 ccm (30 km): 1. S oenius, Köln (Amilcar-Compr.) 17:20,4 (103,6 km). 8. Motorräder über 500 ccm (Liz. Fahrer, 30 km): 1. Zündorf, Köln (DKW.) 12:45,3 Min. 140,5 St./km: beste Zeit des Tages.

Deutschland-Rundfahrt."

Siegel gewinnt die vierte Etappe.

Die vierte Etappe derDeutschland- Rundfahrt" führte am Sonntag über 250 Kilometer von Erfurt nach Schweinfurt. Reben den erheblichen Steigungen stellte die trostlose Verfassung der Landstraßen infolge des Regenwetters an die Fahrer ganz große An­strengungen. Bis Eisenach blieb das Feld noch geschlossen beisammen. An derHohen Sonne" bildete sich eine 40 Mann starke Spitzengruppe. Geyer (Schweinfurt), Cap (Wien) und Rebe (Leipzig) gaben im weiteren Verlaufe wegen Radschäden bzw. Sturzverlehungen auf. Die Zahl der Ausscheidenden mehrte sich im weiteren Ver­lauf der Fahrt. Im Endspurt gewann der CottbusBerlin-Sieger Siegel dann in9:00:00 dicht vor Tietz, Stüpel und Schön die Etappe. Fünfter wurde Thierbach vor Tomasini, Man- they, Ussät, Ritschke und Busse.

Straßenrennen y/Runfr um Frankfurt".

Zum neunzehnten Male wurde am Sonntag das über 250 Kilometer gehende traditionelle Straßen­rennenRund um Frankfurt" ausgefahren. Das Rennen wurde durch die stark aufgeweichten Straßen für die Fahrer zu einer großen Ge­waltprobe. Sieger der A-Klasse wurde der Er-

Ein weiteres Länderspiel kam in Paris zum Austrag, wo die Tschechen gegen die Fran­zosen mit 3:2 knapp die Oberhand behielten.

In Brüssel standen sich Belgien und Irland gegenüber, wobei die irischen Gäste mit 3:1 die Oberhand behielten.

In Straßburg kam ein Repräsentativspiel zwischen Elsaß und Baden zum Austrag, wobei die Badener mit 5.-0 siegreich bliebear.

Zn Süddeutschland

gab es diesmal neben den Aufstiegspielen nur Freundschaftsspiele in großer Anzahl. Das be­deutendste unter ihnen war die Begegnung zwi­schenKlub" und Bayern, die sich in dieser Saison erstmals gegenüberftanben. Bei den Bayern toirlten die vier Spieler mit, die am Samstag gegen England gespielt hatten, fielen aber nahezu aus. Der Klub gewann das Treffen überraschend hoch mit 5:0.

Das traditionelleRat-Popper-Gedächtnis­spiel" in Hanau zwischenHanau-Land" und Hanau-Staot" wurde von denStädti­schen" mit 5:2 siegreich beendet. In einem Mün­chener Lokalkampf siegte 1860 mit 4:2 über Wacker. Der

süddeutsche Meister Eintracht Frankfurt spielte in Halle gegen Wacker und gewann 4:0, wobei eine neue Sturm auf Stellung erprobt wurde, die sich restlos bewährte.

Bemerkenswert war auch das Vorendspiel um denFrankfurter Fußballpokal", das den (^lßballsportverein mit 13:3 über Olym­pia siegreich sah, wodurch der FSV. jetzt mit der Turn- und Sportgemeinde Höchst das Po­kalendspiel bestreitet.

In Berlin

stand als wichfigstes Ereignis die letzte Zwischen­runde um den Berliner Pokal auf dem Programm, wobei Hertha/DSC. gegdn die Verkehrsgesellschaft mit 7:0 einen hohen Sieg errang, während Tenni s/D orussi a> gegen Minerva mit 0:2 unterlaß.

Zn Norddeutschland

sicherte sich Arminia Hannover burd)einen 3.1-Sieg über Hannov er 96 bie zweitenorb- deutsche Dertreterstelle in den D FD.-Enbspielen.

Zn Westdeutschland

sicherte sich Köln-Sülz durch einen 4:2-Sieg über Fortuna Düsseldorf den dritten westdeutschen Platz in den DFB.-Endspielen.

Georgii-Wettschwin men der DT.

Das Georgii-Wettschwimmen der DT. am Sams­tag und Sonntag in Stuttgart brachte bei Massen- besuch spannende Kämpfe und glänzende Leistun­gen, darunter neue Rekorde. Die Ergeb­nisse:

Turner: 400 Meter Brust: 1. Kluge (Leipzig), 6:44,4; 100 Meter HüH.: 1. Witt Hauer (Isenburg), 1:6,8; 200 Meter Rücken: 1. Wanner (Cannstatt), 2:56,4; 100 Meter Seite: 1. Sommer (Mühlhausen, Thür.). 50-Meter-Tauchei^ 1. Spitz (Köln), 35,4; 400 und 1000 Meter beliebig: 1. Witthauer 5:44,4 bzw. 15:36 (neue Bestzeit); 4X100-Meter-Lagen: 1. Tbd. Cannstatt 6:26,2; 4X100-Meter Sjüf).: 1. Köl­ner S.C. 4:54; 4X50-Meter-Lagen: 1. Mühlhausen 2:56,8. 100 Meter Brust: 1. Kluge 1:23. 100 Meter Mücken 1. Wanner 1:16; 4X100 Meter Brust: 1. Mühlhausen 5:53,2; Hauptspringen: 1. Stork (Frank­furt 60), 134,6 P.; 10X50 Meter Freistil: 1. Kölner S.C.; 10X50 Meter Freistil: 1. Köln 5:25. Mehr­kampf: 1. Iaiser (Cannstatt), 90,5 P.; 10X100-Me- ter-Lagen (Georgii-W.Pr.): 1. Tbd. Cannstatt; 10X100 Meter Brust: 1. Mühlhausen.

Turnerinnen: 4X100-Meter-Lagen: 1. Mto. Stuttgart, 6:42; 400 Meter Brust: 1. Erna Kunz« (Stuttgart), 7:35,8 (neue Bestzeit). 100 Meter Brust: 1. Kappler (Stuttgart), 1:38,8. Hauptspringen: 1.

Damen von tadellosem Wuchs vor ihm stand.

Der junge Herr kam jetzt auf ihn zu, grüßte und sagte mit vertraulichem Lächeln:

Guten Tag, Herr Emmerstorff."

Gothar stutzte.

Darf ich/ Ihnen einen Tip anbieten, Herr Emmerstorff?" fragte der junge Herr.

Ich weiß im Moment nicht, mit wem

Der andere zog abermals den Hut und ver­beugte sich:

Gudwig Warburg! Ich war vor etwa zwei Jahren als Buchhalter bei Ihnen."

Ah!" Eine Erleuchtung ging über Emmer­storffs Züge.Jetzt kenne ich Sie wieder. Wie geht es Ihnen, Herr Warburg?"

Danke, schlecht!" antwortete der Gefragte und machte ein Gesicht, als schmecke er etwas Saures. Ich bin ohne Stellung."

Das tut mir leib! Wäre es nicht möglich"

Ludwig Warburg ließ Emmerstorff nicht aus­reden.Rein", sagte er ,bie Arbeitslosigkeit im Deutschen Reiche ist noch im Steigen begriffen"

Lothar Emmerstorffs Blicke schweiften zu den beiden Begleiterinnen Warburgs. Der andere folgte dem Blick und bot sogleich eine Erklä­rung:

Fräulein Julia Koromihky und Fräulein Lilly von dem Hofe."

Welch hochtrabende Ramen?" dachte Emmer­storff und konnte sich eines Lächelns nicht er­wehren.

Die Damen sind beide Filmschauspielerinnen", erklärte Warburg weiter.Talentvoll, sage ich Ihnen, Herr Emmerstorff. Julia verspricht übri­gens ein Star zu werden. Die Regisseure haben ihr das alle prophezeit."

Lothar Emmerstorff schaute noch immer hinüber zu den Damen. Sie hatten bereits bemerkt, daß von ihnen die Rede war. Die große, schlanke, die Warburg mitJulia" bezeichnet hatte, fiel ihm besonders auf. Sie trug ihren Hut in der Hand. Wohl weniger, weil ihr zu warm war. sondern, damit jedermann ihr auffallend rotes Haar bewundern konnte.

Dieses Haar ist eine Flamme", dachte Lothar und wünschte sich plötzlich nichts sehnlicher, als sich die Hand an diesem Haar zu verbrennen.

Ist diese Dame Irländerin? Dieses Haar findet man in solcher Farbe nur bei Irlände­rinnen."

Irländerin ist sie nicht. Sie stammt au8 Thüringen und ist eine echte Deutsche."

Lothar fühlte sich ernüchtert. Richt, weil sie eine Deutsche war, sondern weil der Ton in der Stimme dieses jungen Mannes soeben etwas gezeigt hatte. Es war Leidenschaft gewesen, viel­leicht Liebe zu diesem rothaarigen Mädchen.

Jetzt tönte vom Totalisator her der Klang de« Gongglocke.

(Fortsetzung folgt.)

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D-r Ausweis der « gÄÄ sich, verglichen rnll d.r auf ungefähr 235 M rückläufigen Kon/unllui kenntlich will die Aeiche neuenErmahigun anbelangt, die weiteren Dizkontlcnkungswellc a einer neuen Äahnahnn gründ für die abwarte bank ist die Diskrepan ziellen deutschen Dislon Zinssätzen besteht. M ben Aeichsbanlausweir der Feststellung lomir mit ihrer Reservepvlr hat. Ein besonderer D anfäufe, bzw. erhebst/ dem vorliegenden Re' bar geworden, so daß Ermäßigung des Di vorgenonnnen zu wc scheint es allerdings den gegenwärtigen Di Anbetracht der starke: mck. die ihr die Heri zum vssenen Gelömark Dauer nicht wird dui gesichts der testen Hal Ausland die Wöglichkei in greifbare Mhe gerät

Allzulange wird sich dm Einfluß der intei und dm Geldverslussig der neuerdings eingetn und da die derzeitige ! jQaft ßntlaftung auf , E quf dm der Zin. me Anpassung des d den neuerlichere interne zu begrüßen sein. & JWbanf den vvrlie Grundlage für eine E frage nimmt, sonder Me Goldbestände cir Wen Die Reichst, h^ende Politik wre deutsche Geldn Mach auf dem H fer ßnttoirfiung ift 5;

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