Ausgabe 
11.12.1930
 
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Die Verteilung -er Nobelpreise

Sie Detterlaqe

Hessischer Landtag

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natürlich froh, wenn 8 r i a n d die Regierungsbii- dung übernehmen wollte; aber der offiziösePetit Parisien" kündigt an, daß Briand sie aus gesund­heitlichen Rücksichten bereits abgelehnt habe. Das Blatt glaubt an die Möglichkeit der Betrauung Painleo 4 s

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Das Ergebnis von Genf.

Pariser Echo. Ausaminenrücken der Entente.

Paris. 11. De). (WTV. Funkspruch.) verschie­dene Blätter nehmen zum Abschluß der Genfer Abrüstungsnrbcitcn Stellung. Sie heben, wieEcho de Paris", besonders hervor, dah Amerika und England sich dem französischen Stand­punkt genähert haben, nicht etwa, um Frank­reich einen Gefallen zu erweisen, sondern einmal, um Frankreich für das englisch- amerika­nische Flottenabkommen zu gewin- n e n, und zweitens, weil auch sie in der Bil­dung eines deutsch - russisch - italieni­schen Blocks eine drohende Gefahr er­blickten. Typisch für die allgemeine Beurteilung ist das. was der Auhenpolitiker desJournal" schreibt; er erklärt, das glückliche Ergebnis müsse man in der Tatsache suchen, dah England und die vereinigten Staaten ausgehört hätten, sich der Auffassung Frank­reichs, der Kleinen Entente und Polen zu wider- sehen. Die entscheidende Wandlung in der Haltung Englands und Amerikas sei durch die Erkenntnis der Gefahr veranlaßt worden, die sich a u s den

Oie Preissenkungspläne der Reichspost.

Entscheidende Zarificnkungcn bleiben aus.

-Berlin, 11. Dez (ERB.) Trotz der ungün­stigen Finanzlage der Reichspost, die im abge­laufenen Teil des Geschäfts ahres Mindereinnah­men von 71 Millionen Mark verzeichnet und für das ganze Jahr mit 120 Millionen Mark Min­dereinnahmen rechnet, hat sich die Reichspost ent­schlossen, die Preissenkungsaktion der Reichsre­gierung durch eine Gebührensenkung zu unter- stützen. 11. o. sollen d i e Gebühren für D r u ck s a ch e n von 5 Pf. auf 4 Pf. und in ähn­lichem Ausmaß die Gebühren fürWurs- sen düngen gesenkt werden. Starke Herab- fetzungen sind geplant für die Paketgcbüh- r e n i n d e r 2. und 3. Zone, und ermäßigt werden schließlich auch die Telegramm- und F e r n s p r e ch gebühren, wobei insbesondere die Gebühren für dringende Ge­spräche vom Dreifachen auf das Zweifache der normalen Gespräche herabgesetzt werden.

Vorläufig keine weiteren Zollerhöhungen

Beschlüsse des Meichskabinetts.

Berlin, 10. Dez. (ERD.) Wie wir erfahren, hat das Reichskabinett sich in seiner Rachtsitzung mit der Frage befaßt, ob der gegenwärtige Zoll­schuh - z. B. für Butter unter dem stärker werdenden Druck des Auslandes ausreicht. Der ReichsernährungZminister hatte offenbar den Wunsch, daß das Kabinett sich vom Reichstag die Ermächtigung geben lassen sollte, die Zölle je nach den Schwankungen der Weltlage zu variieren. Rach diesem System wird die französische Zoll­politik praktisch gehandhabt. Die Dis.ussion im Kabinett hat aber ergeben, daß die Reichsregie- rrrng es nicht für zweckmäßig hält, sich jetzt kurz vor dem Auseinandergehen des Reichstags noch um eine solche Ermächtigung zu bemühen. Daoei wurde auch darauf hingcwiesen, daß wei­tere Zollheraufsehungen nur schwer mit einer Politik vereinbart werden formen, die auf die Herabsetzung der P r e i s e u n d Löhne hinwirken will. Man be° beut teilt zu: em die Lage der Can wir schaf. dahin, daß eine Reihe von Symptomen dafür sprechen, daß die Agrarkrise nun doch allmäh- tj ch ö u_m Stillstand komm t. So wickelt sich die Rückzahlung der Düngemittel­kredite, für die man recht schwarz sah, jetzt viel glatter ab als in früheren Jahren, lähließ- l.ch sieht man z. B. in der Tatsach. daß der Wei- ze np reis im Hamburger Freihafen 6,20 Mark und in Berlin 12,30 Mark betrüg*, einen Beweis dafür, wie unabhängig ein Teil der Agrar­produkte preismäßig bereits von der Weltlage geworden ist, die eine stündig sinkende Preis­tendenz zeigt Man sieht hierin ein wesent- lic^s Verdienst des Reichsernährungsministers Schiele, der sich übrigens selbst dm Argumen­ten rnch: verschlossen hat. die für den Augenblick gegen weitere Zollerhebungen sprechen.

KundgebungderdkulschenAerzte- schast gegen d e Notverordnung.

Die Vertretung der deutschen Aerzteschoft. der Geschästsausschuß des deutschen Aerztevereins- bundes, und der Vorstand des Verbandes der Aerzte Deutschlands sowie die medizinischen Fa­kultäten und Iungärzteschait veranstalteten im Reichswirtschaftsrat eine Kundgebung gegen die Rotverordnung. Rach einer Reihe von An- " sprachen nahm die Versammlung eine Entschlie­ßung an, in der es heißt: Sowohl die am 26. Juli als auch die am 11. Dezember 1930 erlassene Rot- verordnung ist über die Bedenken und Wünsche der Aerzteschaft hinweggegangen. Bisher war der Arzt in seiner beruflichen Tätigkeit im we­sentlichen den Krankenkassen und sich selbst ver­antwortlich und unterstand in erster Linie der Aufsicht seiner kassenärztlichen Organisation. Künftighin soll der Kassenarzt ber Kontrolle durch em neugeschaffenes Organ von Beamten, namentlich von Ver­trauensärzten der Krankenkassen >nE^t^orsen fein. Durch weitere Eingriffe der Behörden in die vertraglichen Beziehungen kann der arztliche R a ch w u ch s für unab­sehbare Zeit von der kassenärztlichen Tätigkeit serngehalten und zur Erwerbslosigkeit v e r u r teilt werden. Voller Empörung über die Zurücksetzung ihrer in den Lebensrechten des De- russstandcs begründeten Vorschläge hält die Deutsche Aerzteschaft die durch die Rotverordnung herbeigesuhrte weitere Einschränkung der ärztlichen Berufs-, Vertrags- und Wirt- fchaftssrelheit für u n a n n e h m b a r. Bleiben die Verordnungen bestehen, zwingen sie die Deutsche Aerztoschatt zur Opposition gegen das heutige System der Krankenver- sicher u n g , dessen Aenderung der Stand mit allen zulässigen Mitteln erkämpfen wird.

Auch Laval au -er Kabinetts­bildung gescheitert.

Rätselraten um den neuen Kandidaten.

Paris, 10. De;. (WTB.) Pierre Laval Hal heute mit mehreren politischen Persönlichkeiten, namentlich mit Briand und herriot weiter verhandelt. Letzteren forderte er nochmals offiziell auf, dem Eintritt der Radikalen in das kabi- nett die Wege zu ebnen. Er gab gleichzeitig die Portefeuilles bekannt, die er ihnen Vorbehalten wolle. Die Radikalen sollen das Angebot mit der Begründung abgelefjnl haben, daß sie gegen den Eintritt Tardieus und eines Ver­treters der Gruppe Warin in das kabi- nett seien. Sie sollen sich aber geneigt gezeigt haben, dem Kabinett gegenüber wohlwollende Reu- tralität zu üben, wenn ihm weder Tordieu noch ein Mitglied der Gruppe Marin angehöre, selbst wenn kein Radikaler in der Kombi­nation vertreten wäre. Laval hat darauf auf die Kabinettsbildung verzichtet

Die meisten Blätter rechnen damit, dah ein r a - dikoler Senator, in erster Linie Steeg, mit der Bildung der Regierung betraut werden könnte. Auch Louis B a r I h o u wird wieder genannt, und vomEcho de Paris" Laval trotz feines Schei­terns wieder auf den Schild erhoben. Man wäre

Oie Friedenspreise für Kellogg und Söderblom.

Oslo, 10. Dez. (WTB.) Die Aeberrenyung der Röbel-Friedenspreise an den früheren amerika­nischen Staatssekretär Kellogg und den schwe­dischen protestantischen Erzbischof Söderblom fand heute mittag in Gegenwart des Königs und des Kronprinzen im Robel-Jlnstitut statt.

Premierminister Mo winkel hob in einer Ansprache die Verdienste Kelloggs und Erzbischof Söderbloms hervor. Aus der Mitarbeit Briands und Kelloggs entstand der heutige Weltpakt, der sozusagen alle Kultumationcn bindet. Unser Ziel muß sein, den Völkern begreiflich zu machen, daß es nicht genügt, den Krieg als Verbrechen zu brandmarken, sondern daß es möglich ist, mit allen Gefühlen und allen Sinnen zu erkennen, daß die Ermordung Tausender von Menschen zur Regelung eines internationalen Konflikts nicht entschuldbarer ist, als die Er­mordung eines einzelnen zur Regelung einer Privatangelegenheit. Es ist das große Verdienst Rathan Söderbloms. die geistige Macht zu­gunsten des Kampfes für den Frieden ver­wendet zu haben. Als einer der größten Kir­chenmänner hat er den ungeheuren Einfluß ver­standen, den gerade die Kirche in diesem Kampfe haben kann.

Kellogg betonte in seiner Dankrede, er habe das Vertrauen zu der Menschheit, dah alle Schwierigkeiten mit friedlichen Mitteln gelöst werden würden. Die Hauptsache sei, die Menschen darüber auszuklären, daß es bessere Mittel zur Beilegung von Streitigkeiten gebe, als das Mittel

sozialisten angenommen. Einstimmige An­nahme findet die Auf r ückun gs sperre bis 31. März 1932. Auf Landbundantrag wird die Regierung ersucht. ,innerhalb kürzester Frist ein 0 ldungsgesetz vorzulegen". Der vcyluß des Landbundantrages mit Einzelanregun- gen wird der Regierung als Material überwie­sen Die Eingaben des Reichsbundes der höheren Beamten und der Derwaltungs- und 3u- stlzbureau-Beamten werden durch die Beschlüsse für erledigt erklärt. Die Regierung soll außer­dem auf Gemeinden und Gemeindever- bande emwirken. die gleichen Kürzun- 9en der Dl enstbezüge vorzunehmen und eventuell Maßnahmen gegen ablehnende Körper­schaften ergreifen.

Oie Verkaufssonntage vor Weihnachten.

Abg. Wesp (3entr.) begründet den Antrag, nur noch zwei Verkaufssonntage (iii- ferner und goldener) vor Weihnachten frei­zugeben weim auch in den benachbarten Bezirken die gleichen Maßnahmen getroffen sind. ^r£c,t8?Vniftcr Morell erilärt. Hessen habe die m e i st en geschlossenen Sonn- a g e und Preußen möge erst einmal das nach.

in x f gegenwärtigen Rotzeit wollen wir dem Handel und Gewerbe keine weitere E i n s ch r a n k u n g d e r V e r k a u f s m ö g l i ch - " öumuten, wenn nicht auch Preußen ein

^Ik6L habe sogar' beim Reichs geäußert, am Heilig- abend die Wirtichaiten um 19 Uhr zu schließen.

^'s chaß des Reichstages hat heute viesen Be.a-luß ge,aht.)

Der Antrag wird für e r l e d i g t erklärt.

Kampagnen für die Revision der Ver­träge ergebe.

Ein weißer Rabe.

Verständnis für Deutschlands Haltung in der Abrüstungsfragc.

London, 11. Dez. (WTB. Funkspruch.) Zur Beendigung der Arbeit der vorbereitenden Ab- rüstungskommission schreibt 3. A. Spenzer im ..Rews Chronicle": Die russische Rote Armee wirst ihren Schatten auf Ost-Europa und gibt den Rationen, die sich dadurch bedroht fühlen, einen Vorwand, bewaffnet zu bleiben. Weiter nach Westen ist die scaüzösisch - italienisch-jugoslawische Lage eine ständige Quelle der Unruhe, die als Hindernis für die Abrüstung erklärt wird. Wie aber die Gründe oder Entschuldigungen auch lauten mögen die anderen Rationen müssen im Auge behalten, daß es unmöglich sein wird, Deutschland die Abrüstung auf die Dauer aufzuzwingen. Es handelt sich nicht lediglich um die Frage von Rüstungen, es ist auch eine Frage des nationalen Stolzes und der nationalen Stel­lung. Sogar die deutschen Pazifisten sind der Meinung, daß die Wiederbewaffnung ihres Lan­des zwar nicht wünschenswert ist, daß aber das Erdulden einer erzwungenen Entwaffnung bei voller Rüstungsfreiheit für die anderen Ra­tionen eine Demütigung bedeutet, die n i ch t für immer fortbauern kann. Graf Bern- storffs Methode in Genf, an diese Tatsache zu erinnern, mag ermüdend und lästig fein, aber sie dient einem guten Zweck.

Aus aller Well.

Dav Schicksal von Wegeners Grönlandexpedition.

Mit dem dänischen DampferDisk o" ist soeben dngenteur Schiss aus Grönland in Kopenhagen ixr ber Kamarujuk auf Grönland die Vivtorschlltten montiert hat, die Professor Wege- n e r auf feiner Expedition benutzt. Schiss erklärte, er glaube nicht, daß man Grund zur Besorgnis wegen Wegener habe. Wegener sei ein sehr erfahre- ner Mann und kenne die grönländischen u altnisse so gut, daß ihm kaum etwas zu- gestoßen fern durfte. Er wäre wahrscheinlich längst nach Kamarujuk zuruckgekehrt von seiner Fahrt auf Dao Grönländers, wo er Dr. Georgi zu Hilfe körn' men wollte. Wenn man bisher noch nichts von We­gener gehört habe, so komme das einfach daher daß es ihm wegen d e r a t m o s p h ä r i f ch e n Ver­hältnisse bisher noch nicht möglich gewesen fei öie Funkverbindung zwischen Kama-

des Krieges. Erzbischof Söderblom betonte m seiner Rede, er habe die Empfindung, das; der Friedenspreis ihm als dem Vertreter der ökumenischen Bewegung für die größere Einig­keit der christlichen Kirchen verliehen worden sei, und widmete dem Andenken Alfred Röbels herz­liche Worte.

Oie Robelprrisfeier in Stockholm.

Stockholm, 10. Dez. (WTB.) Die heutige Verteilung der Nobelpreise erhielt einen be­sonders feierlichen Charakter durch das ver­hältnismäßig seltene vollzählige Erschei­nen der Preisträger. Der feierliche Akt, der nun zum dreißigsten Male heute, am Todes­tage des Stifters, vorgenommen wurde, vollzog sich in dem traditionellen Rahmen des Konzert- Palastes. Die Mitglieder der Regierung, des diplomatischen Korps und die hervorragendsten Pcr önlichkeiten des schwedischen Kulturlebens waren erschienen. Rach der Ankunft des Königs und der königlichen Familie wurde die Feier durch eine Begrüßungsansprache des Prä­sidenten der Robel-Stiftung, Gouverneur Ham» marskjöld, eröffnet. Von berufenen Gelehr­ten wurden die Verdienste der einzelnen Preis­träger hervorgehoben. Der König überreichte sodann den Preisträgern Professor Venkata- Raman (Kalkutta), Professor Hans Fischer (München), dem Oesterreicher Professor Land- st e l n e r vom Rockefeller-Institut in Reuyork und dem amerikanischen Schriftsteller Sinclair Lewis die Preise nebst Urkunden und Me- daillen.

Oie Rotariaisgebuhren.

Darmfiabt, 10. Dez. Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10.15 Uhr bei schlecht besetztem Haus. Zur Beratung stehen die beiden Vorlagen zur A e n- berung des Notariatsgesetzes. Die Ge­setzentwürfe sehen eine ftärfere ^Beteiligung Des Staates an den Gebühren vor. Der Staat erhält ab 1.3anuar 1931 von den gemein­schaftlichen Gebühren bis 300 RM 5 v. H., von dem Mehrbetrag bis 800 RM 15 v.H., bis 1000 NM 25 v.H., bis 1200 RM. 35 o.H., bis 1600 RM. 45 v.H., bis 2000 RM. 55 v.H., bis 3000 RM. 65 o. H. und von dem Mehrbetrag 75 v.H. Eine geringere als die gesetzliche Gebühr kann der Notar nur mit Zustimmung des Justizministers verein­baren.

Abg. Best (VRP.) beantragt eine weit ft ä r » fere Heranziehung ber Notariats- geb u h r e n und Offenlegung der Neben- einkünfte der Rechtsanwaltnotare Den Amtsgerichten solle ein Teil der Notariats- geschäste wieder übertragen werden

Abg. Dr. Werner (Rats.) ist erfreut, daß die Koalition jetzt die seit Jahren von der Opposition geforderte stärkere Heranziehung der Notariats- gebuhren mitmache. Der Staat hätte hier schon lahrelang M i l lionenbeträgc herein- holen können.

Abg.Riepoth (DVP.) hält an der Ansicht per Reformbedürftigkeit des Notariats fest, lehnt jedoch den Antrag Best als in seiner gegenwär­tigen Fassung undurchführbar ab.

QTbg. Dr. v. Hetmo11 (Ldbd.) widerspricht ebenfalls dem Antrag Best. Eine Herabset­zung der Gebühren sei notwendig.

Staatsrat v. E i f f lehnt die Vorschläge des Abg. Best ab, da sie eine Beseitigung des hessischen Rotariats zum Ziele hätten. DieR uhe- gehalts- und Hinterb l i ebenenaus- gaben stehen in keinem Verhältnis zu den Ein­nahmen aus dem Rotariat. Die jetzige Vorlage erbringe 200 000 Mark Mehreinna hmen.

Rach Repliken der Abg. Lux (S ), Dr. Werner (RS.), Dr. Best (VRP.) und des Staatsrats von E,ff werden die Gesetzesänderungen einstimmig g e n e h m i g t. Der Gesetzentwurf, der den Justiz- Minister ermächtigt, die Gewährung des be - dingten Strafaufschubs den Gerichten zu übertragen, wird einstimmig verabschiedet.

O e Aenderungen der Besoldungsordnung.

der Abstimmung über die Aenderun- gen der Desoldungsordnung werden die Vorlagen mit den Anträgen der Koalitionspar- teien gegen die Stimmen der Deutschen Volks- Partei, der Volksrechtspartei, der Deutschnatio- nalen, des Landbundes und der Rational-

Qwoikenlos. ©heiter. (jnaib dmcckl ® woiKig. DfutcMReflex * Sehnet a Q'aupeln. b Neoei K Gewitter.® Windstille. O. sehr eientei Ost russige» SüdsüdwestS stürmischer Nordwesl Oie Pleite tiiegen mit dem Winde. Die oeiden Stationen stehenden Zah­len geben die Temperatur an. Die Linien vereinten Orte mit gleichen» auf Meeresniveau umoerrchneieB Luftdruck

r^etrervoraussagc.

Der hohe Druck über Frankreich hat sich nach dem südlichen Deutschland und der Schweiz ausgebreitet. Diesiges und nebliges Wetter mit Temperaturen um Null und darunter herrschen in ihm. Der zu erwar­tende Witterungsumschlag, welcher ja gestern schon über Irland zu erkennen war, hat rasch weitere Fortschritte gemacht. Im Raume zwischen Island und Irland ist ein kräftiges Fallgebiet erschienen, von dessen Rückseite sich Ausläufer bereits über Frankreich erstrecken. Die Warmluftwelle und das an sie gebundene Regengebiet wird unseren Bezirk überqueren und vorübergehend wieder Temperatur- anstieg bringen. Mit dem raschen Drehen der Winde nach Westen zu gelangt jedoch alsbald maritime fubjere Lust zum Vorschub, welche unbeständiges Wetter verurwcht. Dabei sinken die Temperaturen erneut, die Wolkendecke wird durchbrochen und wnroolten, in deren Begleitung Schauer auftreten, . "Lachten lür Freitag: Rach stär­kerer Eintrübung mit Riederschlägen und Erwär- mung wieder wechselnd wolkig, kühler, lebhafte südliche, dann nach Westen drehende Winde.

Aussichten für Samstag: Kälteres und wechselhaftes Wetter mit vereinzelten Regen-, in höheren Lagern Schnecschauern.

Lufttemperaturen am 10. Dezember: mittags 3Z Grad Celsius, abends 0,6 Grad, am 11. Dezember: morgens 1,1 Grad. Maximum 4,1 Grad, Minimum - 0,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm liefe: am 10. Dezember: abends 0,8 Grad; am 11. Dezem­ber: morgens 0,8 Grad Celsius. Niederschläge 0,1 mm.

rujuf und Godhavn herzustellen. Es fei wohl möglich, daß aus diesem Grunde der ganze Winter vergehe, ehe man etwas von Wege­ner hören werde. Ingenieur Schiff sagte bann wei­ter, zuletzt habe er Professor Wegener ungefähr am 27. September 45 Kilometer von der Küste getrof­fen, als Wegener mit seinen Eskimos und einigen Hundeschlitten sich auf dem Marsch zu D r. Georgi befand. Am 5. Oktober habe Schiff selber Kamarujuk verlassen, um sich an Bord desDisko" einzufchisfen. Erst auf der Reise nach Dänemark habe er erfahren, daß man sich in Berlin Sorge um das Schicksal Wegeners mache. Er selber, Schiff, habe einen außerordentlich schweren Schnee sturm erlebt, denselben Schneesturm, den auch Wegener vermutlich habe durchmachen müssen. Damals befand sich Schiff bereits auf dem Wege nach der Küste mit dem Motorschlitten, den er unterwegs probiert hatte. Der Wetterumschlag sei ganz plötzlich gekommen und habe eine außer- orbent l i d> e Kälte mit sich gebracht. Tage­lang seien Himmel lind Erde ineinandergeflossen ge­wesen. Es sei ein furchtbares Wetter gewesen. Er habe dieses Wetter überstanden, und er hoffe zuver­sichtlich, von Wegener das gleiche.

Schwere Verfehlungen bei der Breslauer Ortskrankenkasse.

Zn der Verwaltung der Breslauer Allgemeinen Ortskrankenkasse sind schwere Verfehlungen auf­gedeckt worden, die jahrelang zurück­reichen und dem Reich einen Schaden von etwa 2 0 0 0 0 0 Mark verursacht haben. Es handelt sich um Mehrberechnungen, die Zwei Abteilungsleiter der Krankenkasse dem Hauptversorgungsamt gegenüber gemacht haben, durch die dem Versorgungsamt eine Mehr­belastung von etwa 40 000 Mk. jährlich und ins­gesamt 200 000 Mk. in den letzten fünf Jahren erwuchsen. Der Vorstand der Krankenkasse hat gegen die schuldigen Beamten ein Dienstverfahren eröffnet und Strafmaßnahmen beantragt. Um die Angelegenheit restlos aufzuklären, hat die Or skrankcnkasse eine Generalrevision durch eine Berliner Treuhandgesellschaft angeordnet, die auch den übrigen Betrieb genau prüfen fotL Gerichtliches Rachspiel zur Leningrader Verkehrs­katastrophe.

Wegen der Leningrader Verkehrskatastrophe, bei der infolge des Zusammenstoßes einer Straßenbahn mit einem Eisen- bahnzug 28 Personen getötet und 19 verletzt wurden, hatten sich?16 Angestellte, die dia Schuld an dem älnglück tragen sollen, vor dem Leningrader Gerich-shof zu verantworten. Der Prozeß endete mit der Verurteilung fämt- licherAngeklagten, und zwar erhielten die acht Hauptangeklagte', darun er der Sla.ionschef und der Straßenbahnsührer, eine Gefängnis­strafe von je 10 wahren; die übrigen acht Angeklagten wurden zu Gefängnisstrafen von einem Hahr bis zu fünf Jahren verurteilt.

Schweres BauungUitf in Reuyork.

Sn der Höhe des 10. Stockwerkes eines Reu­baues brach das Gerüst zusammen. Fünf Maurer stürzten in die Tiefe und wurden auf der Stelle getötet. Acht andere vermochten sich an herabhängenden Seilen festzuhaiten und konn­ten durch die Fenster in das Haus gezogen werden.

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