den kleinen U-Booten, die z. B. noch im Kriege verwendet wurden, große und kostspielige Schiffe geworden sind wie z. B. der neueste französische U-Bootkreuzer „Surcout", der aufgetaucht 3250 Tons Wasserverdrängung hat. Ein derartiger „Kasten" kann natürlich infolge seiner schweren Bewaffnung und Panzerung unter Wasser kaum noch angreifen, da das Untertauchen im Ernstfälle zu lange dauert, um einen Ueberraschungsangriff zu gestatten, während andererseits ein so großes Schiff selbst in untergetauchtem Zustande sich nur schwer der sorgfältigen Beobachtung zu entziehen vermag. Wenn man derartige große Schiffe noch zum „Unterwasserfahren" baut, 'so geschieht das lediglich, weil das Untertauchen zur Verteidigung zweckmäßig ist. Daß man U-Boote überhaupt noch baut, beruht also vor allen Dingen auf der Tatsache, daß ein aufgetauchtes Boot unter Umständen fast spurlos verschwinden kann und daß alle „Kontrolle der Meere" nicht dazu ausreicht, um auch unter Wasser fabrende Fahrzeuge zu erfassen. Selbst eine große Anzahl von Fahrzeugen, die ein U-Boot verfolgt, hat kaum die Möglichkeit, ein U-Boot aufzuspüren, das, um sich der Verfolgung zu entziehen, größere Tiefen aufsucht. Und obwohl man im Flugzeug und im schnellen Torpedoboot Waffen gefunden hat, die gegen das U-Boot gut einzusetzen sind, reichen diese eben doch nicht aus, um das plötzliche Auftauchen und Verschwinden von U-Booten auszugleichen, Eigenschaften, die immer noch den Hauptwerk des Unterwasserfahrzeugs darstellen.
Es ist daher nur zu verständlich, daß gerade Engländer und Amerikaner mit ihren großen Handelsflotten so scharfe Gegner der U-Boote sind. Denn alle Herrschaft über die „Oberfläche des Meeres" kann eben die Tätigkeit von U-Booten nicht verhindern, die unter dieser Oberfläche operieren. . Alle Beschränkung im Bau von Linienschiffen, gro- |
Gießener Gtadttheater.
Arnold Nidley: „Der Geisterzug".
Dieses Stück ist mit einem kerngesunden Instinkt für geschäftliche Möglichkeiten gemacht. Herr Ridley hat das richtige Organ für volle Häuser; die Aufführungsziffern beweisen es.
Er hat es gleichzeitig auf die Gänsehäute und auf die Zwerchfelle abgesehen. Lind beides gelingt ihm glänzend.
Man kommt sich vor wie jener im Märchen, der da auszog, das Gruseln zu lernen .... und findet sich hernach im Lachkabinett wieder.
Oder, umgekehrt, wie einer, der auf den Iux- platz wollte ... und in eine Schreckenskammer geriet. Oder in ein Hexenhaus oder in einen Wachsfigurensalon oder an sonst einen üblen Ort, wo es nicht geheuer ist.
Der Referent, ganz wider seine sonstigen Gepflogenheiten, ist zu eisigem Schweigen verdonnert. 2m wohlverstandenen Interesse aller, die auch noch hingehen wollen. Es ist wie beim „Hexer", beim „Zinker", beim „Dreizehnten Stuhl", beim „Prozeß Mary Dugan". Llm Himmelswillen die Pointe nicht durch voreilige Geschwätzigkeit verkorksen.
Liebrigens ist das Stück so solid gebaut, daß selbst Leute, die cs schon kannten oder davon gehört hatten, sich abermals aufgeregt haben.
Der Referent erachtet es jedenfalls nicht für Indiskretion, wenn er bekennt, daß er mehrfach heftig zusammengefahren ist. (Wer fährt heute schon im Theater zusammen?)
Er hat sich aber auch ebenso oft erfrischender Heiterkeit hingegeben. Dies ist ja die sozusagen gesunde Diät für den Theaterbesucher: daß er sich immer wieder die Gänsehaut durch Gelächter abschütteln darf. Lind so verbringst du einen kurzen Abend: zwischen Gruseln und Feixen, in nervenstärkender Abwechslung.
*
Vom Inhalt zu reden, wäre roh. Rur zarteste Andeutungen dürfen — allenfalls — dem Leser ins Ohr geflüstert werden. Ein unbedachtes Wort kann schon schaden.
Es spukt. In einem fürchterlich einsamen Wartesaal. Mitten in der Rächt bei Regen und Sturm, weit und breit kein Mensch außer der kleinen, verschüchterten Reisegesellschaft, die dorthin verschlagen wurde, oben in Kanada, an der Grenze.
Das ist eine unheimliche Station. Dor Iahren geschah hier ein Eifenbahnunalück. Seitdem ist es an diesem Ort nicht mehr geheuer. Hier rast um Mitternacht ein Geisterzug vorbei; niemand weih,
ßen Kreuzern und Zerstörern nützt also unter Umständen nichts, wenn ein energischer Gegner U-Boote im Handelskr.eg einsetzt. Hat doch z. B. der Weltkrieg gezeigt, daß sämtliche Kriegsflotten der Welt, die noch dazu auf ein relativ enges Gebiet zusam- mengezogen wurden, nicht ausreichten, um die Tätigkeit der verhältnismäßig schwachen deutschen U-Bootflotte zu verhindern. Gegen das „U-Bootübel", das bis zu einem gewissen Grade die Unterhaltung der großen Flotten zu kompensieren vermag, ist somit vorläufig nur ein Kraut gewachsen: die gänzliche Abschaffung der U-Boote, die die „Herrschaft über die Oberfläche des Meeres" wieder zu einer wirklichen „Herrschaft über das gesamte Meer" gestalten würde. Die Abschaffung der U-Boote würde im übrigen das Schwergewicht der heutigen Flottengroßmächte noch mehr verstärken, so daß voraussichtlich als ernsthafte Flottenmächte nach Abschaffung der U-Boote nur noch England und Amerika übrig blieben.
Deshalb ist auch begreiflich, daß gerade Japan und Frankreich, also der „Gegner Amerikas" und der „Gegner Englands", sich so ausgesprochen für die Beibehaltung der U-Boote als der Waffe des Schwächeren einsetzen. Sie wissen eben, daß diese ihre U-Boote das einzige sind, was noch heute ihre Gegnerschaft zur See irgendwie wirksam und respektabel macht. Der italienische Standpunkt, der angeblich eine Abschaffung der U-Boote zuläßt, ist wohl mit der Ueberlegung zu erklären, daß die Italiener ihren konzilianten Standpunkt für harmlos halten, weil sie genau wissen, daß die Frage „U-Boote oder nicht" längst entschieden ist, und zwar in dem Sinne, daß Frankreich mit Japan eben auf die U-Boote niemals verzichten werden. So kann Italien ein Geschäft machen, das gar nichts kostet.
woher er kommt, wohin er fährt. Llnd wer ihn sieht und hört mit eigenen Augen und Ohren, der muß —
Pscht! Sehe jeder selbst zu, was es damit auf sich hat.
0
Cs wird famos gespielt. Die Regie von F a s s o t t hat die Stimmung der Situation ausgezeichnet erfaßt. Llnd die Stimmung, schwankend und umspringend, die Spannung, der Rerven- kitzel und auch der Humor der nächtlichen Szene teilen sich dem Hause, wie man sofort spüren kann, in der vom Verfasser gewünschten Interr- sität bis zum letzten Augenblick mit.
Auch von den Personen kann aus naheliegenden Gründen nichts Näheres mitgeteilt werden. Die Spieler sind offenbar selbst von der Atmosphäre des Stückes eingefangen, und sie sind allesamt mit Elan und Temperament bei der Sache.
Llnter den Herren tun sich vor allem Hub, Tannert, Wesener und Arzdorf von den Damen Iahn, Iüng ling Heß und Koch sehr, lobenswert hervor. Auf Einzelheiten möchten wir uns diesmal lieber nicht einlassen.
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Sehe jeder selbst zu. Wer's aber schon gesehen hat, der sei nochmals beschworen, nichts zu verraten oder allenfalls ein paar unverbindliche Andeutungen zu murmeln. Murmeln ist Silber, Schweigen ist Gold. Wir haben gemurmelt.
Dr. Th.
Evang. Kirchengesangverein.
Geistliche Musikanfsührung.
Die musikalische Weihestunde, zu der der evangelische Kirchengesangverein eingeladen hatte, war durchaus dazu angetan, den Blick auf die Werte, die die evangelische Kirchenmusik in sich birgt, zu lenken. Wenn auch in der evangelischen Kirchenmusik die Beziehung zum Verlauf des Gottesdienstes nicht so eng ist, wie etwa in der katholischen Messe, so finden sich doch stets Gelegenheiten, an bedeutsamer Stelle die Musik der Auswirkung des Gottesdienstes dienstbar zu machen.
Religiöses Erleben und geistliche Musik sind eng miteinander verbunden. Llnd daß gerade der musikalisch Schaffende fast immer irgendwelche innere Beziehung zum Religiösen erkennen läßt, dafür zeugt die Tatsache, daß fast alle unsere Komponisten mit toenigen Ausnahmen der mu- sica sacra ihren Tribut gezollt habeir. Die rnusi- kalische Religiosität kann sich sogar über die Enge des Konfessionellen erheben, und so vermochte der katholische Max Reger die Evangelischen um den musikalischen Schatz, den sie in ihren Chorälen besitzen, zu beneiden.
Oekonomierat D e t t w e i l e r forderte die hessischen Züchter aus, alle Mittel zur Hebung und Erhaltung des guten Pferdematerials zu benutzen.
Tierzuchiinspektor Tr. Tenker
von der Hessischen Landwirtschastskammer sprach dann an Hand zahlreicher Lichtbilder übe- „Züchtungs- und ^entabilitätsfra- g en in der Pferdezuch t." Aehntich wie im vorhergehenden Vortrag betonte der Redner d.e Wichtigkeit der Auszucht, besonders der Fütterung, spätes Abgewöhnen der Fohlen, dauernde Kontrolle, nicht zu frühes Einipannen der jungen Tiere, richtige Wahl der Deckhengste. D.e staatliche Zentralstation für die Pferdezucht, das Landesgestüt, dürfe nicht aus falscher Sparsamkeit ausgehoben werden. Die Reit- und Fahrvereine seien für die Erziehung der Iugend, zur Förderung der Pferdezucht und Liebe zum Tier von größter Bedeutung. Polltische Gedanken dürften in ihnen nicht mitsprechen. Der Redner sieht eine langsam ansteigende Preistendenz für Pferdematerial voraus, da der deutsche Bedarf an Motoren und Traktoren für die Landwirtschaft ziemlich gedeckt sei und insbesondere angesichts der gegenwärtigen Geldverhältnisse viele Betriebe zum Pferd zurückkehrten.
Landesoberstallmeister Hertel betonte die Rotwendigkeit der Erhaltung des Landesgestüts. In den beiden letzten Iahren habe die Deckziffer erfreulich zugenommen, sie müsse aber noch höher steigen, damit der Ankauf bester Hengste erleichtert werde.
Rachmittags fand in der Reithalle eine Vorführung der Hengste des Landesgestüts statt, die ausgezeichnetes schönes Pferdematerial mit hervorragenden Eigenschaften zeigte.
Die Tagung des
Landesverbandes der Hessischen Geflügelzuchlvereine
wurde von dem Vorsitzenden Landwirt Veidt, Reichelsheim (Wetterau) eröffnet. Fräulein A l - brecht. Groß-Dieberau, sprach über „M a h - nahmen zur Hebung der Rentabilität der landwirtschaftlichen Geflügel h a l t u n g". Die Rednerin, die Assistentin an der Lehr- und Versuchsanstalt für Geflügelzucht in Halle-Kröllwitz war, gab aus ihrer reichen Erfahrung eine Reihe beachtlicher Ratschläge.
An den Vortrag schloß sich eine längere Aussprache, in der insbesondere eine Verbesserung der Absahverhältnisse gefordert wurde.
Landesverband der
Obst- und GarLenbauvereine Hessens.
In der gestern bereits berichteten Sitzung teilte der Vortragende Dr. Strub, Darmstadt, u. a. noch mit, daß gegenwärtig in Hessen fünfzig Obstbau-Genossenschaften mit 3000 Mitgliedern bestehen. Ihre Aufgabe, zwischen Angebot und Rachfrage zugunsten der Erzeuger preis- regelnZ) einzugreifen, indem ein Teil des Lieberangebots eingelagert, ein anderer Teil zu Konserven verarbeitet wird, sei erschwert durch das Fehlen von Qualitätsware, sowie das Bestreben der Mitglieder, ihr bestes Obst vorweg zu höheren Preisen anderweitig abzusehen, um das Obst zweiter und dritter Güte dann der Genossenschaft zu bringen. Ohne restlose Erfassung der vollen Ernte, wie sie an einzelnen Orten bereits bestehe, sei eine gedeihliche Entwicklung des Genossenschaftswesens kaum zu denken, die aber Voraussetzung fein müsse, um die Eigen- brödeleien der obstbautreibenden Bevölkerung zu überwinden. Man werde sich noch lange Zeit mit der Aufgabe zu befassen haben, die darauf gerichtet sei, erstklassiges Obst in viel größeren Mengen und in wenigen Sorten zu erzeugen, ehe mit Rachdruck an die Aufgabe herangetreten werden könne, den fest organisierten Handel mit Auslandsobst überflüssig zu machen.
Musik ist, zumal in der Kirche, von ganz besonders eindringlicher Wirksamkeit. Die Weihe, die den Räumen des Gotteshauses innewohnt, läßt Regungen wach werden, die in der Alltäglichkeit zu verkümmern drohen. Dazu kündet die Kirchenmusik die gleichen religiösen Erlebnisse, die jeder einzelne gehabt hat, und gibt sie gewissermaßen nur in anderer Formung und vertieft und verbreitert damit ihre Auswirkungskraft.
In der kirchlichen Musik bleibt das persönliche menschliche Erlebnis des Schaffenden ausgeschaltet, oder es wird zum mindesten sehr stark zu- rückgedrängt, so daß die Kirchenmusik stets ihre Bedeutung für die Allgemeinheit behält.
Als Träger und Vertreter der Kirchenmusik wird neben dem Organisten stets der Kirchenchor anzusehen sein. Rur einige auserwählte Gemeinden sind in der glücklichen Lage, mit einem festbesoldeten Sängerchor die sonntäglichen Got es- dienste zu bereichern. Meist abet wird der Kirchenchor von solchen gebildet, die sich aus Idealismus und Freude an der Ausübung kirchlicher Musik zur Verfügung stellen. Daher sollte unsere Zeit, die um die Erneuerung, Wiedererweckung und Geltung religiöser Werte ringt, die Kirchengesangvereine als ganz besonders wertvolle Faktoren dabei in Betracht ziehen.
Das Programm der geistli en Mu llauff h. ung griff auf Kulminationspunkte der Kirchenmusik im Barockzeitalter zurück, in deren Werken die Allgemeingültigkeit des religiösen Empfindens zum Ausdruck kommt.
Als Solistin hatte man Anny Ouistorp- W i s s i g, Leipzig, hinzugezogen. Wer Gelegenheit hatte, der Sängerin des öfteren im Konzertsaal zu begegnen, wird nach dem gestrigen Erlebnis ihr Den Kirchengesang als besonderes persönliches Feld zuerkennen. Richt jeder trägt dazu die Fähigkeit in sich; denn im Kirchengesang ist bei allem künstlerischen Können die Echtheit des religiösen Erlebens ausschlaggebend, und selbst die raffinierteste Vortragskunst kann nicht über die Hohlheit des Innern hinwegtäuschen. Anny Quistrop vermag sich in die religiösen Stimmungen der Werke voll zu versenken und mit inniger Hingegebenheit anderen von dem Erlebnis zu künden. Wenn sie singt, eröffnet es sich dem Hörer wie in einer geistig-religiösen Schau. So war sie imstande, durch ihr Rachfühlen den Stimmungsgehalt von Heinrich Schützens geistlichen Konzerten wirksam zu erschließen und diesen Monodien im Stilo oratorio starken Ausdruckswert zu geben. Ihr Organ ist ganz besonders für den Kirchenstil geeignet, weil ihm das sinnlich Reizvolle. Glänzende fehlt; und gerade durch die sachliche Gebundenheit erhebt es sich aber zu starker Kraft auf den Hörer. Rein musikalisch vermochte sie allen Ansprüchen zu genügen; ihre Koloraturen waren Plastisch, ihre
Schluß derKesffchcn LaudumijihaMeu Woche.
Rindvieh- und pserdezuchtfragen.
WSR. D a r m st a d t, 10. Ian. Am lehtenTage des 23. Vortragskursus' der Hessischen Landwirtschaftlichen Woche sprach der frühere Tierzucht- inspcktor in Hessen,
Geh. Oekonomierat
Prof. Dr. Tctrweiler-Heidclbcrg
über „Tag es fragen aus der hessischen Rindviehzucht". Der Landwirt und besonders Der Züchter dürften sich nicht in Rasse- oder Einzeltiere verlieben. Grundlage zur Rentabilität der Viehzucht in der heutigen Zeit sei angesichts der ausländischen Konkurrenz ein Viehschlag von gut durchwachsenem, zartem Fleisch, das nur von frühreifen Tieren geliefert werde. Bei richtiger Züchtung werde es auch süddeutschen Schlägen gelingen, den Ansprüchen der Abmelkereien in der Bähe der milchfordernden Großstädte zu entsprechen. Der Grundsatz der Leistungszucht müsse noch weiter praktisch ausgedehnt werden. Anzustreben sei eine gute Durchschnittsleistung, die auch im Sinne der naturgesetzlichen Tierver- anl'agung liege. Der Redner betonte als wichtig für die Aufzucht, dem Kalb in den ersten drei Monaten unbedingt Vollmilch zu geben zur Erreichung eines guten Rachmagens, also einer guten Futterausnutzung. Dis zum neunten Monat sei die Beigabe von Kraftfutter notwendig. Im nächsten halben Iahre, der Zeit der Geschlechtsreife (9. bis 15. Monat), fresse das Tier zu viel, was allein dem Fettansatz diene, aber gleichzeitig die Aufnahmefähigkeit der Tiere und die Milchanlagen herabmindere. Empfehlenswert sei die Weide. Ebenso erfolgversprechend sei das Tüdem, d. h. Anpflocken oder Angewichtelegen der Tiere auf Weide- oder Kleestücken, wo jedoch Trinkgelegenheit zwischen den Tieren zu schaffen sei. Zur Rentabilität gehöre die Herav- drückung der Aufzuchtkosten, die durch Weiden
um 200 Mk. herabgesetzt werden können. Für Rheinhessen sei die Schaffung einer großen Tierzucht kaum durchzusetzen, wegen der Unmöglichkeit der Weidebeschaffung. In Oberhessen sei in den letzten 40 Iahren ein Fortschritt erzielt worden, wo man seinerzeit zu weit zurückgegangen sei auf zu kleine einfarbige „hungergewohnte" Tiere. Der Redner gab zum Schluß eine Reihe von Einzelratschlägen und empfahl zur Kostenersparung die Anschaffung von Melkapparaten.
In der Aussprache wurden die guten Erfolge des Tüderns auf kleinparzelliertem Gelände unterstrichen. Auch in Oberhessen stoße man sich nicht mehr bei guten Leistungstieren an Färb- flecken. Mehrere junge Bullen möge man nicht zusammen auf die Weide schicken, sondern an Tüder legen. Zur Rentabilität gehöre unbedingt die Schaffung der genügenden Grundfutterbasis.
Präsident Hensel
wies in seinem Schlußwort darauf hin, daß sich viele Landwirte mit der Einführung der Ab- melkwirtschaft Weh getan haben, weil sie sich durch einige vor den Städten gelegene rentierende Großbetriebe dazu verleiten ließen.
Tagung desLandes-Pfer-ezuchlvsreins
Anschließend sand die Hauptversammlung des Landes-Pferdezuchtvereins statt. Aus der Erledigung der Vereinsangelegenheiten ging hervor, daß neben 363 Einzelmitgliedern in den 14 Pferdezuchtvereinen 5.0 Mitglieder zu'ammen- geschlosfen sind. Der abgehaltene Pferdemarkt brachte besten Erfolg. Auch im neuen Voranschlag sind Beträge für Weilegeldzuschüsse, Aussteö lungsprämien und für Lotterien enthalten.
Zum Landesmissionsfest.
Don Dekan Widmann-Gedern.
r Wir haben allenthalben Trübsal, aber wir ängsten uns nicht; uns ist bange, : ■ aber wir verzagen nicht.
2. Korinther Kap. 4, Vers 8.
Die Feier des diesjährigen Landesmission s f e st e s am morgigen 12. Ianuar steht fraglos im Zeichen dieses Pauluswortes. Denn trotz schöner Erfolge, die die deutsch-evangelische Heidenmission im vergangenen Iahre auf fast allen Arbeitsfeldern aufzuweisen hatte, war ihr Weg, wie das ja in der Ratur der Sache liegt, ein Kreuzesweg. Zahllose Hemmungen und Schwierigkeiten, allerlei Röte und Gefahren für die Träger der Missionsarbeit, aber auch heftiger Kampf daheim und draußen, der teils in haßerfüllter, widerchristlicher Gesinnung, teils in Llnverstand und Llnkenntnis seine Wurzel hat, alles das zeigt aufs deutlichste, daß die Mission der Gegenwart mitten drin steht in einem heißen Ringen. Auch sie spürt mehr wie je das gewaltige Geistesbeben, das eben die ganze VÄt und alle Völker erzittern läßt in den tiefsten Tiefen, und wobei es sich vor allein handelt um die beiden miteinander kämpfenden Anschauungen: für Christus, gegen Christus! Aber trotz dieser Tatsache oder gerade wegen ihr geht die Mission ihren Weg, getreu dem Befehl ihres groben Meisters, der das Wort sprach von der einen Herde unter dem einen Hirten, ruhig und fest, voll tapferen und getroffen Glaubens und unermüdlich in ihrer barmherzigen Liebe 5U_ den Menschen aller Zonen, Sprachen und Völker, getragen einzig und allein von dem großen Gedanken: Gott will es! Diese Zielweisung läßt sie niemals verzagen und erfüllt sie immer wieder in allen ihren Trübsalen mit ungebrochener Hoffnung.
Unter den vielen deutsch-evangelischen Mis- sionsgesellschasten, die fern von der Heimat den geistigen Entscheidungskampf mit durchzufechten haben, erweckt die seit über 100 Iahren in Hes- sen bodenständig gewordene BaslerMission besonderes Interesse. Auch sie schaut zurück auf ein sehr erstes Iahr voll Kampf, 2Rü;e und Arbeit, und berichtet in ihren hochinteressanten Veröffentlichungen von einer Erschwerung der Missionslage auf allen ihren fünf DetätigungSgebieten. Die Umgestaltung der Weltlage, die in vollem Gange ist und sich mit keinem Mittel aufhalten läßt, hat ihre Arbeit merllich in Mitleidenschaft gezogen.
Aus Afrika wird von der fast stürmisch fortschreitenden und namentlich in Kamerun spürbaren Industrialisierung mit ihren nachteiligen Folgen berichtet. Da sich besonders in den Küstengebieten gewaltige Menschenmassen anhäufen, werden die von ihren heimatlichen Bindungen losgelösten Eingeborenen rasch ein Opfer der überstürzten Kultivierung Afrikas, so daß die alten Sitten zerfallen und — was sehr bedenklich ist — dos Familienleben sich auflöst. Hinzu kommt, daß die Frage nach dem Recht der Eingeborenen für die Mission und ihre Arbeitsmethoden ein ungeheuer ernstes Problem bedeutet.
In In di en ist eine die Zukunft der Missionsarbeit und der indischen Missionskirche sehr erschwerende Steigerung des Rationalismus, ber- funben mit der Renaissance des Hinduismus, zu beobachten. Mehr als alles andere beschäftig auch in den heidenchristlichen Gemeinden die nationalistischen Fragen die Gemüter und halten den Siegeslauf des Evangeliums auf.
Am ernstesten ist die Lage in China, dem Lande der großen Gärungen, wo die polillsche Lage immer verworrener wird und das Räuberunwesen immer bedrohlichere Formen annimmt. Der chinesische Kommunismus mit seiner wütenden Feindschaft gegen das Christentum hat besonders in £>er Kanton-Provinz in der letzten Zeit die Baseler Missionsarbeit und die Christen-
Akzente stark. Weichen Stimmungen wußte sie durch die Modulationsfähigkeit ihrer Stimme Klangwerdung zu geben.
Musikalisch wie auch im Gestalten wirkte sich Heinrich Landzettel, Darmstadt, erfolgreich aus. Leider ist seine Stimme in der Höhe stark eingeengt und so in der Entfaltung gehemmt; in der Mittellage war sie nachgiebiger und auch ausgeprägt in der Koloratur wie am Anfang der Arie „Linser Mund und Ton der Saiten... Heinz Simon (Daß), Gießen, fügte sich mit seinem Rezitativ dem Ganzen ein. — Mit der Ausführung des Diolinsolos in der Bach-Arie „Iesus soll mein erstes Wort..." bestätigte Frau Dr. Spohr das Llrteil, was früher schon einmal an gleicher Stelle über sie gesagt werden konnte. Ihr Spiel ist von starkem musikalischen Wollen getragen; ihr voluminöser, modulationsfähiger Ton, ihre ausgeglichene Dogentechnifl ihre stilvolle Art der Phrasierung ermöglichten musikalisch sachliches Erleben ohne jedes Suchen nach Effekt. — Musikdirektor Dr. Wissig, Oldenburg, eröffnete die Aufführung mit einer Passacaglia van Buxtehude, dem größten nordischen Orgclmeister vor Dach. — Die einzelnen Abfolgen dieses Werkes schattierte er klanglich recht geschickt ab. Rur wäre dem Ganzen ebenso wie beim Vortrage von Bachs Toccata und Fuge in b)-Moll eine größere innere Geschlossenheit zu wünschen gewesen. Die Phrasierung, die er der Dachschen Thematik zeitweilig gab, wich stellenweise von der üblichen Tradition ab, das Pafsagenw'rk hätte ein» dmtlichere Artikulation angebracht sein lassen. Als Begleiter । gab er den Solisten wirksamen Halt. Ebenso war Frau Dr. Fischer am Flügel dem Klangkörper eine sichere Stütze.
2oh. Seb. Bachs Choralkantate „Wie schön ! leuchtet der Morgenstern" faßte alle beteiligte« Kräfte zusammen. Der Eingangssatz, eine schönsten Choralinterpretationen des MeistM, lieh im Chor eine gute Besetzung der Damtn- stimmen erkennen, in den Männerstimmen wär« verschiedentlich mehr Fülle am Platz? gewesen. ®aö Orchester (Mitglieder des Gießener Orchestervereins) war, zumal in den H^l'bläsern, gut
• Streichkörper könnte für solche Falle
vielleicht verstärkt werden. Der Leiter der Aufführung (im Programm nicht benannt) war dem Ganzen ein umsichtiger Führer; eine straffere Zusammenfassung und abtönender Ausgleich der Klangmassen wäre dem Werk sicher von Vorteil gewesen.
Wöge der Veranstaltung ein doppelter Erfolg beschieden sein: einmal die Ausbringung der Mittel für die Bezahlung der Orgel in der Kapelle des Alten Friedhofs; zum andern möge sich die Reihe der Befähigten stattlich vergrößern, | die sich in den Dienst der musica sacra stellen wollen. Dr. H.
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•Heben mit oer Wie in der 2 Kreisstadt die «chlachth- frr Gemeinsct «riedberg di ßung. Das lei größeren Leslehe jeder; ineinschastslo bcn. Die Sta glk’s tun, un Schulen zu feite sich ein. 11 ‘liefen Leh Lcdernahmc Staat auf i frlltc, was 1 frciitcte, toüti fMnliche Laste f<julc ausertk |i diese Sun fragt notwen Landtag meh Erfahrung hä Nüsse geleitet re r Spars. It re Crho' Reibungslos livn Beifall c Diirgermeistcn und Qcputi ttifcn lief), frei ben fommunißil (p Ww, arbeite
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