r.y Zweites Blatt
fton dieses Friedensdiktates kommen. Dieser I »trag hat zugleich auch bcn Völkerbund
i.
Leben gesetzt, der sechs Tage später, am ; 3anuar 1920. die erste Versammlung seines : '.eä abhiclt- In den Kreisen des Völkerbundes 11 cht man davon, er habe jetzt drei Phasen iiner Entwicklung hinter sich: eine Phase der 'Lm drei oder vier Jahre, die des Experimentes
•Wl
r1930
S11w
JWiij
-~^££®orffottb
J-g-fJ
MWW»
Rfoietab
Sabkeidje fluiifl ivird erwaw -DaSSomLik
it dem ganzen Werk, dann eine kritische, in der > Zukunft des Völkerbundes überhaupt un* m er war, und die letzte, in der wir heute seien ii^ die eine ständige Konsolidierung und wach- nLes Vertrauen zum Völkerbunde gebracht habe. !\ti ist nun in bezug auf das letztere etwas
t mistisch, besonders wenn man das Fiasko der ? TÜstungsarbeiten in Genf blickt, And beim i-kblick wird recht deutlich, was der Eintritt 'Aschlands in den Völkerbund tobft bedeutete, -üh<s Opfer Deutschland ihm mit dem Beitritt ö radjt Hot.
iikiuch heute noch ist der Völkerbund überwie- n b europäisch. Brasilien hat ihn verlassen, E^entinien steht tatsächlich draußen, Rußland, Türkei und Mexiko gehören nicht zu ihm.
e Probleme Asiens, Südamerikas und vollends irikas stehen außerhalb eines Bundes, der > Weltvercinigung von seinen Schöpfern gedacht i" und dem vielleicht die Anmöglichkeit einer reichen Entwicklung überhaupt in die Wiege pfrgt wurde, iirdem er ohne jede innere Berech* ^mng mit den Pariser Friedensverträgen Der» fanrten wurde. Der Rückblick auf das erste Jahr- finit kann für ein Deutschland, da cs nun einmal 11a Völkerbunde ist, nur erneut die Rotweitdigkeit uer aktiven, einer aktiveren Dölkevbunds- ti-Lüt als bisher unterstreichen, die immer auf t wesentlichen Fragen dieser Vereinigung hin- piß! und hinarbeitet: Minderheitenfrage, Ab- i! > ungsfrage vor allem und damit zusammen- fam gend Artikel 19, also die Revisionsmöglich- I>it für die Verträge, auch die Verträge von ;°nis.
iXm jetzigen Augenblick findet dieser Gedenktag fagreiflicherweise wenig Aufmerksamkeit, zumal frid) die Völkerbundsratssihung (vom 13. an) toe* Tii Interessantes und Aktuelles enthält. Alles fallt unter dem Zeichen der Haager Konferenz. ÜN»as Abschließendes ist noch nicht zu sagen, ri: eurer Ausnahme, btc den d e u t sch-p o ln i- sh en Vertrag vom 31. Oktober betrifft. Seine ^rvffentlichung war von der deutschen Regie- tmg zugesagt. Geschehen ist darin nichts. Ohne fas, das deutsche Volk den Wortlaut des.03er* hogeS kennt, spielt er eine Rolle in den Haager 2 pcechungen. Man wollte ihn von unserer Seite tortl auch dort nicht weiter erörtern. Da haben -fr: Polen den Vertrag auf den Tisch des Hauses g:!c$]t und eine Situation geschaffen, die doch Männlich ist und durch die Erklärung des Reichs* ichenministers nicht vollständig gebändigt werd', konnte. Offiziös wurde dann noch mitgeteilt, Wch die Poleit nur den Liquidations- ■<i 1 im Haag deponiert hätten, nicht die Der* tinl> arungen über Rückkaufsrecht usw-, die zwar zr b?m Abkommen gehörten, ün Haag aber nicht dihOniert zu werden brauchten. Was soll man Win zu diesem ganzen Durcheinander sagen? Was ü Tas für ein Stil, Lebensfragen der Ration zu behandeln? Hatten die Polen ein Recht, h Vertrag im Haag so auf den Tisch zu legen? £:ltcn sie mit dem Vertragspartner Deutsch* Md» das verabredet? Eine Frage nach der orteten, die zunächst nur das Formale zu be* tulffen scheinen, aber damit zugleich auch fach* B das höchst An'behagliche, das für Deutsch- lloiid» Rachteilige in dieser deutsch-polnischen Si- chatton kennzeichnen.
I Außenpolitische Mschau.
M Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. TR.
2m 10. Januar sind es zehn Jahre, daß der > c r f a i 11 c r Vertrag in Kraft ist. Aber •m Frieden, dem man trauen und auf den man ch. verlassen könnte, den hat dieses Vertrags- ,t ürument nicht gebracht. Rach wie vor bleibt ber erste Gedanke des Deutschen, der über die rtchenpolitik seines Vaterlandes nachdenkt, muß
'ein erster Gedanke sein, wie wir zu der Re-
Anacapri.
Von Albert H. tausch.
.3*» war spät nachts von der apulischen Küste über Foggia und Benevent in Reapel an- ftdc nmen. Es war um die Mitte des Rovember. OCiitoerer Scirokko wehte seit Tagen. Die Lust "’fc’.t schwül und süß zugleich. Sie quälte und W.lichelte in einem. Eigentlich hatte schon wie-
Vorfrühling begonnen. Unter den Oelbäu- sproßte junge Saat. An den Rainen blühten KBirJeblumen. Die ausgelockerte Scholle verströmte 1 IflttCm, die. Jahreszeit forttäuschenden Ruch... Abnuar? Doch cs fehlte der Atom der Veil* >cchn„ an dessen Stelle der Duft der Respelblüten >cms hohen Wipfeln niederhing.
Zchon hinter Ariano di Puglia hatte sich der tummel ausgelichtet. Q}or Benevent drang der ■3oiri> aus weichem, hinwehendem Gewölk, und 13c ller Einfahrt nach Reapel lagen Berge, Meer mirt Häuser in blauseidenem Glanz. Sterne iitml'cn, bis tief hinunter an bcn Saum der Flut. 03.1 'vehte. Mild, mild, aus lauen Mulden. Zum datiert nah lag Capri, hingestreckt im Süden des d3lff:s. Ein Etwas aus grauglühendem Flor. 1 Wenige spätwachende Laternen b.inkten in diesem ;Zngrhaiichten. Deutlich verriet ein hellerer Schein jjrtic Flanke, auf der sich die Weißen Häuser von •2h ac a £ri hinziehen, die flachen, getünchten c iirb.schen Würfel.
.Anacapri! Du lange, nie gewandelte, nie ge- nkHndarte Liebe meines Lebens. Anacapri: fei* Iwtiz, nie entzaubertes und darum nie enttäu- nchirbes Land. In einer halben Stunde zu Fuß ewi dem geschändeten Capri aus zu erreichen — uurt dennoch nie begangen von der Meute, welche 8»ii göttliche Insel im Frühling, im Sommer und iiw Frühherbst anfällt. Wer einem dort oben be* 6Beirut, mit dem darf man den stummen Gruß imschen, mit dem darf man auch ein Stück Weges dfloiemfam gehen. Er wird keine Dinge sagen, die nicht hören mag, er wird nicht mit billigem LDitzwätz an ein Leben erinnern, dem man ent* leinen wollte, als man hierher kam: denn auch er u'ON ja, um zu vergessen, was dem Aether und oNei großen Bergwinden feindlich ist. Feindlich unbeirrten Ruhe der endlosen Oelbaumwäl- öto, die bis zum Saum der hafenlosen Küsten ri»Hersteigen.
J ’M, [ ÄS
WrnMM MtlikSDD
2050 U&r »D
■i
AmTamötag, bti io. cinnutit, ünbei um 16.30 Ubr. nemäj SledeiSabuligelldic
Mitzliedtt' Serlonwitai deSDerbandeSzi»
Fördrkllng des 'Äolksivorlrt inHciscliu.Naiiai le, iß.) in (Stein (SciclIldiaftiDereir, Lonnenilr. sla, MD Jir y»r>l!nrii
Stadttheate rvmnaa.12.JalU, oon lä bis W tet Äbonnemcr.!
SinbeiöOTftelluiii (itmmie'ßuiit.
Zum letzten ’iolt
MIM
SMItoU
Znubeimärchen in 5 Silbern aonjllütl iitaidi, Shnit ö* 1 Mao v. Ronin.
Lonnlag.U.J". von 18 btß22Ufa Suber übonnemiK 3-reDibenDonteliuq
Heu etnstud n:
MhiWQ
Coeicne ml IM u.^mmentö^ilntai Tiensiag-UE von 20 t>16 i5,$ieD6ioo-N? loBiosnnrtrti
Dramatlklbe Legende oon M
Hein» Ortner, ZnSMtlE
. T«
je®;
-,se» 5ÄS»t
“äsK
: aSSS- lc
■
' AuberÄon-el»"
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Samstag, ss. Zanuar 1950
Wenigstens das Gute hat es gehabt, daß nun auch aus dem Coger der Regierungsparteien in Deutschland erklärt wird, eine Annahme des Vertrages sei nur noch Annahme erheblicher Verbesserungen möglich. Das war von vornherein unsere Ansicht. Wir- fragen aber, w i e nach der bisherigen Anlage des Ganzen überhaupt noch Verbesserungen erzielt werden sollen oder können. Run, damit wächst wenigstens die Aussicht, daß Voungplanvertrag und Polenabkommen voneinander getrennt im Reichstag behandelt und erledigt werden, was zugleich bedeutet, daß die Aussichten für den Polenvertrag noch unsicherer werden, als sie schon waren. Immer mehr wird auf Regierungs- feite die Einsicht zunehmen, daß der Vertrag, so wie er Hals über Kops zustande gebracht und wie er dann behandelt wurde, namentlich emem Gegner wie Polen gegenüber alles andere ist als Meisterstück der deutschen Politik. Die Stimmung für diesen Polenvertrag wurde nicht dadurch erhöht, daß auf der deutschen Seite d i c Geheimhaltung bis zum Aeußersten getrieben wurde und der Reichstag vor vollendete Tatsachen gestellt werden soll, und daß nun mit dem Vorgehen Polens im Haag eine derartig fatale, unangenehme Situation für Deutschland entstanden ist. Und noch einmal: mit ihrer Deponierung im Haag will natürlich die polnische Regierung sagen, daß sie Öen Inhalt s o will, wie er bisher festgelegt wurde, und daß sie durchaus nicht daran denkt, irgendwie den deutschen Einwänden gegen den Vertrag Rechnung zu tragen. Wie sollen aber die Verbesserungen, die heute auch die Regierungsparteien wünschen, dann überhaupt noch diplomatisch zustande gebracht werden?
Aus dem deutsch-amerikanischen S ch u l d e n a b k o ni m e n vorn 28. Dezember ist gegenüber der Sanktionserörterung im Haag, die dort einen wesentlichen Punkt bildete, der Satz interessant und hervorzuheben: „Die Vereinigten Staaten stimmen zu, Deutschlands Treu und Glauben und Kredit als einzige Sicherheit und Garantie für die Erfüllung der Verpflichtungen Deutschlands gemäß diesem Abkommen anzunehmen." Amerika verzichtet also glatthin auf Sanktionsmöglichkeiten. Es betrachtet Deutschland genau so, wie es seinen anderen Schuldner nach den bekannten Schuldenabkommen mit ihnen betrachtet. Das sollte man sich im Haag zum Muster nehmen und die ganze schädliche Sanktionserörterung im Keim ersticken. Amerika hat auch, wie bekannt, die Frage des deutschen Eigentums, das während des Krieges beschlagnahmt worden ist, geordnet. Hoovers Botschaft an den Kongreß vom 3. Dezember 1929 stellte in Aussicht, daß die Durchführung „mit ziemlicher Beschleunigung" erfolgen werde. Don den beschlagnahmten Werten (im ganzen 625 Millionen Dollar) sei alles bis auf die 111,5 Millionen zurückgegeben. Der größte Teil dieses Restes soll im Laufe von 1930 erstattet werden. Hoffentlich wird diese Zusage der Hooverschen Botschaft nun auch mit Schnelligkeit erfüllt, damit endlich auch das letzte im Verhältnis zu Amerika beseitigt wäre und endlich die Eigentümer über ihr Geld verfügen können. Die Verluste bleiben so wie so schon riesenhaft genug, die das deutsche Eigentum im Auslande durch diese von England eingeleitete Beschlagnahmung des deutschen Privateigentums erfahren hat.
Aus der gleichen Botschaft Hoovers vom 3. Dezember sei aber noch etwas anderes gerade im Hinblick auf die Verhandlungen über den Voung- plan herausgehoben. Das Schuldenabkommen zwischen Frankreich und Amerika ist von Frankreich ratifiziert und kommt nun zur Ratifikation vor den Kongreß. Mit Deutschland ist die entsprechende Regelung getroffen. Die einzigen Schulden, sagt Hoovers Botschaft, die noch nicht geregelt sind, sind die von Rußland und Armenien. Die Botschaft gibt den Gesamtbetrag der Schulden der übrigen Staaten gegen Amerika (natürlich ohne Deutschland) an auf IP/e Milliarden Dollar — über 48 Milliarden Mark! Die Zinsen betragen für 1930 239 Millionen Dollar — über 1 Milliarde! Mit diesen gigantischen Zahlen sind die Lasten be-
Wie es mich zu sich hinüberzog, in jener funkelnd grünen, lavendclblauen Frühlingk-Rovam- bemacht, Anacapri, das phönikisch hellenische... Wie es mir befahl, zurückzukehren in seine lebenspendende Einsamkeit, als ich langsam, langsam in einem kleinen Wagen auf der ewigen Hferftraße dicht am Wasser dahlnfuhr, dem langvertrauten heimatlichen Haus am Anfang des Pofilippo entgegen.
Lange stand ich noch auf dem Balkon in jener Aacht, mein ganzes Leben ablegend an die schimmernde Inselflanle. Glück und älnglück, Traum und Sünde, Kampf und Irrtum ... O Reinigung von allem Werk des Blutes . .. O heiligende Kraft der Landschaft, die wir lieben, weil sie ein niemals auszudeutendes Sinnbild unseres heimlichsten Daseins ist... O weiterzeugende Kraft solcher blühenden Stunde, aus der uns ungeahnter Mut fließt, in den Riedrigkeiten auszuharren und weiterzuschreiten, zu denen wir heute alle verdammt sind: alle — sofern wir nicht schon lange zum toten Gestell erstarrten, das sich nur regt, wie ein hündisch gemeiner Sammel-Wille es ihm befiehlt. Seliges Inselgebirge, dort drüben, glänzend über untergelagertem, glänzend unter übergelagertem Glanze: daß es mir vergönnt war, Jahr um Jahr deiner teilhaftig zu fein, daß es mir abermals vergönnt ist, morgen, übermorgen, tagelang vielleicht deiner teilhaftig zu werden, läßt mich hinausflüstern in die Rächt: „alle Rot des Lebens ist aufgelöst durch deinen Gesang in mir, alle Trübnis ist dahin vo« deinem Licht in meinem Auge."
Licht im Auge. Licht im Blute... Licht, Licht ... älnd es war doch Rovember... Rein, nein: es war ein Monat, der keinen Ramen hat im Kalender der Seele... Cs waren ein paar Tage, die ein paar Monate waren ... und sie waren alles, das groß und rein und zeitlos ist. Es gab gewaltige Stürme des Rachts, vom Meer herauf in die Felsenschlüste hinein. Don den Graten herüber an die Hänge, die Hänge hinunter auf die schmale Hochfläche, welche die Häuser trägt, durch die Ga sen an die Brüstung des Gestades, wühlend tm Oelbaumwald... und wieder hinab in die engen Schluchten, wo die unsichtbaren Harfen meerwärts aufgestellt sind. Die Saiten dröhnten und schluchzten zwischen
zeichnet, die auf den europäischen Siegern ruhen, zu denen nun noch die Derpflichtungen Deutschlands gegen Amerika kommen. Man kann sich schlechterdings nicht denken, daß ein ganzer Kontinent, Europa, zwei Menschenalter eine derartige Last tragen wird und kann. Die ganze Konsolidierung der Schulden der Sieger an Amerika und die ganze Reuordnung des Poung- Plans, die damit, wie immer wieher hervorzuheben ist, in enger Verbindung steht, können nur einen Sinn haben, toeim danach mit allem Ernst an die Revision, auf deutsch gesagt, an den Rachlaß und Erlaß dieser weltwirtschaftlich ja unproduktiven Lasten gegangen wird. Aber welche Arbeit ist dafür in den Bereinigten Staaten und in der öffentlichen Meinung des amerikanischen Volkes noch zu tun!
Zunächst auch steht der amerikanischen Politik im Vordergrund öic Abrüstungskonfe- renz, die in London über acht Tagen beginnt Schon die Zusammensetzung der amerikanischen Kommission zeigt, welche außerordentliche Bedeutung Präsident Hoover dieser Konferenz beilegt. Geführt wird sie von dem Staatssekretär Stimson. Zu ihr gehören, -Wei der allerersten Senatoren (der Einfluß des Senats auf die Außenpolitik ist bekannt), nämlich Reed und Robinson. Dabei ist ferner der Marineminister, und nicht weniger als drei Botschafter: Dawes, der Bruder des Generals, der Amerka in London vertritt, der Brüsseler Botschafter Gibson, der
Die Waffe des
Von unserem l-'
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! London, Januar 1930.
In den vielen, vielen Zeitungsartikeln, die sich mit der bevorstehenden Londoner Flottenkon- f er en 3 befassen, ist sehr viel von der Größe und der Bestückung der Kreuzer die Rede gewesen, meist aber nur wenig vom U-Boot, das als Seekriegswaffe auf der Londoner Flotienkonserenz doch auch eine sehr bedeutende Nolle spielen dürfte. Schon jetzt haben Engländer und Amerikaner die Abschaffung des U-Bo'otes als wünschenswert bezeichnet, und Italien soll angeblich bereit fein, auf U-Boote zu verzichten, wahrend Frankreich und Japan sich für das U-Boot eingesetzt und seine Abschaffung für unmöglich erklärt haben. Dos verspricht also recht bemerkenswerte Gegensätze und Kämpfe, da ja schließlich die Abschaffung des U-Bootes und das Verbot des U-Bootkrieges nicht zu den bedeutungslosen Fragen auf der Flottenkonferenz gehören dürften. Haben doch heute noch alle Seemächte U-Boote in Gebrauch und Besitz (bis auf Deutschland, dem man in Versailles das Halten von U-Booten verbot), so daß schon aus diesem Grunde ein Beschluß der Londoner Flottenkonferenz über das U-Boot weit über das Programm der Londoner Flottenkonferenz hinaus von Bedeutung fein würde.
Der Laie, der von den technischen Details der Flottenabrüstungsfrage nichts versteht, hat meist nicht die rechte Vorstellung, welche Bedeutung die U-Boot-Wafse heute hat. Der Pazifist lehnt die U-Boot-Waffe und den U-Bootkrieg als „feige, meuchelmörderisch, hinterhältig" usw. ab, während der laienhafte U-Bootfreund meist eine ganz übertriebene Ansicht von den Wirkungsmöglichkeiten dieser Waffe hat. Das berühmte Schlagwort von der „Waffe des Schwächeren", das das U-Böot angeblich darftellen soll, begeistert noch heute Leute, die irrigerweise glauben, daß man mit einer geringen Anzahl von U-Booten ernsthaft auch einer Flotte von größten und schwersten Panzerschiffen entgegentreten könne, und daß man außerdem nur mit dem U-Boot eine wirkungsvolle Handelsblockade durchführen könne.
Tatsächlich treffen jedoch beide Ansichten kaum mehr zu. Es gibt heute U-Boote für Sie verschiedensten Zwecke, U-Boote für große Fahrten, die wochenlang auf hoher See zu kreuzen vermögen und kaum mehr als U-Boote bezeichnet werden können, sondern eher als Taucherkreuzer. Es gibt sog. kleine Küsten-U-Boote, die lediglich die Aufgabe haben, Küstenbefestigungen zu unterstützen. Und man muß feststellen, daß die Technik der Ver
den jagenden Wassern und den jagenden Hün* mein ... Plötzlich sangen sie ... fangen, daß der Kopf aus den Kissen hochfuhr, und mit der Seele das Auge lauschte in das tränengefüllte Dunkel ... And schwiegen dann ... And durch den Spalt der ßäoen sickerte Mond-Silber, das die Hände auf der weißen Bettdecke fingen, bis es zerging, bis es zerging ...
Solche Rächte gab es... und waren gefolgt von windstillen Sommertagen, an denen nur Leuchten und Blühen war und blaues StiUe- stehn... And Wanderungen hin und her, end* lose Wanderungen, am frühen Morgen beginnend. verweilend im angehaltenen Seioenzelt des Mittags, endend in dunkelroten Dämmerungen, die aus dem Gewölk um Ischia einbrachen in Anacapris letztes Tag-Gold. Wanderungen wohin? Ganz hinauf, bis zum Solaro, der den Golf von Salerno enthüllt, der den Golf von Reapel enthüllt, das Meer hinunter nach Sizilien, das Meer bis zu den nie betceteneni Ponza-Inseln westwärts, die manchmal leuchten, aufleuchten, Gärten der Hesperiden... And Wanderungen auf halber Höhe durch abgeerntete Traubengehege, bis zur Migliera, die über roten Buchten träumt, in denen das Meer um lorbeergrüne Spiegel brandet, leise brandet, über abgedämpften Saiten, immer gleich, immer gleich, weihen Schaumes im Halbbogen anlaufend, zögernd zurückgleitend und wieder anlaufend, um abgrundtiefe, funkelnde, lorbeergrüne Spiegel... And Wanderungen am Rande des steilen Rordgesta- des, mit Ischia, Misen, Pozzuoli, Posilipp, Reapel und Vesuv im Auge nach der Torre Damieuta zu, hoch über der Einfahrt zur Grotte... Immer durch Oelbaumfilber, durch, Gelände voll blühender Alpenveilchen lyiö duftender Stachelkräuter, über Gestein und Geröll... And wieder andere Wanderungen, die ich nicht nenne, weil ich eifersüchtig bin mit dem Wissen um ihr Geheimnis. Wer sie nicht selber findet, braucht sie nicht zu kennen. Es gibt Wege, deren Sinn es ist, gesucht zu werden, gewittert zu werden... und dann enthüllt dem dreifach gesteigerten Gefühl... O Trauinwege von Anacapri: chr frühen, vor allen anderen, ihr frühen, die im Mittag enden.. In langer, langer Rast bei fiibergrauem Ge* mauer, bei fiibergrauem Wegstein... Wie drängt der Rücken gegen heiße Wand... Im Grase — dem goldengrünen des Rovemberfrühlings —
Amerikas Sachverständiger in den Sceabrü* stungsverhandlungen ist, und. was am interessantesten ist, Amerikas Botschafter in Mexiko, Morrow. Das ist der Schwiegervater des bekannten Lindbergh, ein Mann von nahen Beziehungen zu dcm Bankier Morgan und von diplomatischen Fähigkeiten, wie er auf dem sehr schwierigen Posten in Mexiko gezeigt hat. Offenbar ist das ein kommender Mann, der auf diese Weise für eine Botschafterstellung in Europa vorbereitet werden würde. Das wieder ist nicht nur ein 'Beweis für die Bedeutung der Londoner Konferenz, fonöem es wäre auch sonst wichtig, weil bisher Hoovers euroräische Botschaftcrernen- nungen, für Paris und für Berlin, in gewissem Sinne auch für London, stark von Gesichtspunkten der innerainerikanischen Politik^ der Politik der republikanischen Partei bestimmt waren und so Mäimer auswählten, die mit den europäischen Verhältnissen nicht besonders vertraut sind. Daß die Londoner Konferenz zu einem Erfolg führe, möchten wir vor allem deshaV giau- den, weil sowohl Macdonald wie Hoover daran sehr gelegen ist. Beide wollen einen Erfolg und sie brauchen auch beide einen solchen außenpolitischen Erfolg. Macdonalds innenpolitische Schwierigkeiten sind bekannt. Aber auch Hoover hat dergleichen. Denn er beendet das erste Jahr seiner Tätigkeit als Präsident, innenpolitisch eigentlich in keiner Weise mit Erfolgen oder gar als Sieger!
Schwächeren.
Berichterstatter.
wendung des U-Bootes sich gegen früher stark geändert hat.
Ursprünglich war bas U-Boot ein unter Wasser fahrendes Torpedoboot, war also als Waffe gedacht, die gegen Panzerschiffe eingesetzt werden sollte, und zwar aus der Deckung der Tiefe heraus. Tatsächlich ist das U-Boot jedoch im Weltkriege gegen überlegene größere Schiffe nur verhältnismäßig selten eingesetzt worden. Nach den Anfangserfolgen einiger deutscher U-Boote ist es in den späteren Kriegsjahren kaum mehr oorgekommen, daß größere Kriegsschiffe durch Ueberraschungsan- griffe von unter Wasser her U-Booten zum Opfer fielen. Statt dessen wurde das U-Boot immer mehr für den Handelskrieg verwendet. Und hier stellte es sich sehr bald heraus, daß die Verwendung der Torpedowaffe durch das U-Boot nicht nur unzweckmäßig, sondern auch viel zu unsicher war. Die Bedingungen, unter denen ein U-Boot einen Torpedoschuß abgeben kann, stellen sich eben im Seekrieg gar zu selten ein, und der Schuß selbst ist bann nicht nur sehr teuer, sondern auch im Erfolg überaus unsicher. Ganz davon zu schweigen, daß es bei einem Unterwafserangriff natürlich auch vorkommen kann, daß der Unrechte torpediert wird. Man ging deshalb schon während des, Krieges fast allgemein dazu über, die U-Boote mit Kanonen zu versehen und im Handelskriege jedenfalls nicht mehr zu torpedieren, sondern das mit Geschützen bewaffnete U-Boot ähnlich einzufetzen, wie das mit einem Kreuzer der Fall gewesen wäre. D. h„ das Geschütz des U-Bootes diente in der Hauptsache dazu, das betroffene Handelsfahrzeug zum Stoppen zu bringen, um dann die erforderliche Untersuchung und vielleicht die Versenkung des Fahrzeuges durch ein Sprengkommando vornehmen zu lassen, ivobei es allerdings auch häufig genug vorkam, daß das Handelsfahrzeug, das ja im Kriege ebenfalls bewaffnet war, mit dem Geschütz niedergekämpft werden mußte. Auf diese Weise hat sich ein neuer U-Boot-Typ entwickelt, der zwar noch immer Torpedorohre führt, dessen Verwendbarkeit aber nicht auf der Anzahl dieser Torpedorohre beruht, fonbem auf den dem U-Boot mitgegebenen Geschützen, die auf einzelnen der heutigen U-Boote bis zu 21 an Kaliber haben.
Damit ist das U-Boot, so wie es heute verwendet werden kann, in der Hauptsache zu einem In ftrument des Handelskrieges geworden, bas nur gelegentlich ernsthaft gegen Kriegsschiffe eingesetzt werden durfte. Die Erfordernisse des Handelskrieges haben es nun aber mit sich gebracht, daß aus
spielt die verträumte Haick)... aus heißen Kräutern. Übersüßen, qulllt Rauch in das Geäst der schlummernden Oliven... Zitronenfalter schaukeln meerwärts, den schmalen, heißen Pfad hinunter, wo still und groß, in neuen Oelbaumwipfeln. dunkelblau und steigend*steil. das Meer herüber- blaut, das Weiße, heiße Meer herüberblaut...
Hochschulnachnchten.
Der Ordinarius für mittlere und neuere Geschichte und Direktor des Historischen Seminars. Abteilung Sozial- und Wirtschastsgefchichte, an der Aniversität Marburg, Professor Dr. Rudolf Häpke. ist im Alter von 45 Jahren gestorben. Hä Pies S'>ezialgcbiet war Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Geschichte brr deutschen Hanse, Karl V. und seine Zeit. Schüler von Dietrich Schäfer. Gustav Schmoller und Otto Hintze, erhielt Häpke 1914 die venia legendi in Berlin und war zugleich Bibliothekar des Historischen Seminars ebenda. Hier erhielt er einen Lehrauftrag für allgemeine Wirtschaftsgeschichte und 1922 die Dienstbezeichnung außerordentlicher Professor. 1923 erfolgte seine Ernennung zum Ordinarius in Marburg. Prof. Häpke war Herausgeber der Hansischen Geschichtsblätter.
— Versetzt wurde der Ordinarius Dr. Franz Beherle von der Aniv:rsltät Gr ei fs- w a I d in gleicher Eigenschaft an die rechts- wissenschast.'iche Fakultät der Anivers'tlt Fr anI- furt a. M.. wo er den Lehrstuhl des deutschen bürgerlichen Rechts als Rachfolger von Geheimrat K. Burchard übernimmt. — Der ordentliche Professor der Botanik an der Aniversität Erlangen Dr. Kurt R 0 ack ist vom 1. April 1930 an auf fein Ansuchen unter Anerkennung seiner vorzüglichen Dienstleistung aus dem Bayerischen Staatsdienst entlassen toorben. Prof. Roack folgt einem Rufe an die Aniversität Halle als Rachfolger von Prof. G. Carsten. — Der Professor an der Kunstschule in Karlsruhe Otto Fiederling hat einen Ruf auf bcn Lehrstuhl der Architektur an der Technischen Hochschule in Hannover angenommen und bereits seine Ernennung zum ordentlichen Professor in Hannover erhalten.


