deutschen Widerstreben noch andere ernste Hindernisse überwunden werden. Es werde zum Beispiel gar nicht leicht sein, das Statut des Internationalen Gerichtshofes im Haag der neuen Rolle anzupassen, die man ihm übertragen wolle, und vor allem die Z u st i m - muug Amerikas zu dieser Aenderung zu erlangen. Auch der Auhenpolitiker des „2ft atin" will eine Annäherung der Thesen in der Sanklions- frage feststellen können. Er berichtet: Bei der Erörterung über die deutsche und französische Roke habe man sich über eine gewisse Anzahl Punkte geeinigt. Man frage sich seht noch, in welcher weise man ohne die Verhandlung: bevollmächtigten im Haag gegenüber der entfesselten Opposition der deutschen Rationalisten zu kompromitieren, Im $aUe einer flagranten Verletzung des Poungplanes d«s Wiede r i n k r a f t t r e t e n des Versailler vcr- träges sichern könne, vielleicht gebe es nur ein Mittel, nämlich zu erklären, dah die S on dergo r a n t i e n, die der Zoungplan Deutschland gebe, hinfällig würden, wenn der plan selbst verschwinden würde.
Panstr Drohungen.
Die angeblicheZwangslage sürTemschland.
Paris, 10. San. (WB.) Man begegnet in den letzten Tagen in der französischen Presse oft der Behauptung, die deutschen Delegierten möchten sich beeilen, da die Londoner Abrüstungskonferenz vor der Tür stehe. Mit dem gleichen Argument operiert auch heute der „Temps", der für den langsamen Verlauf der Konferenz nicht diejenigen verantwortlich zu machen versucht, die sich bemühen, den Llrtext des Voung-Planes abzuändern, sondern die deutschen Delegierten. Das Blatt schreibt: Die diktatorische Taktik des deutschen Wortführers könnte die Herzlichkeit, die bisher die Verhandlungen charakterisierte, gefährden. Die Alliierten sind untereinander vollkommen einig. Sie müssen deshalb den Deutschen begreiflich machen, dah es auf dem Wege des Entgegenkommens und der Konzefsionen eine Grenze gibt, die sie nicht überschreiten werden. Man darf niemals aus dem Auge verlieren, dah Deutschland der Hauptnuhnießer der Ersetzung des Dawes-Planes durch den Vvung-Plan ist, daß es dieAeparationsregelung notwendig braucht, um aus den Schwierigkeiten herauszukommen, mit denen es wegen seiner wenig umsichtigen Finanzpolitik zu kämpfen hat, und schließlich, daß es auch nicht darauf verzichten kann, noch in diesem Jahre die Räumung der 3. Rheinlandzone zu erhalten. Alles das sind zu wichtige Argumente, als dah die deutschen Delegierten die Ergebnisse der geplanten Regelung in Frage stellen könnten, indem sie weiter die Diskussion über einzelne Punkte hinausziehen und Genugtuungen fordern würden, die im Vergleich zu der Gesamtheit der auf dem Spiele stehenden deutschen Interessen wirklich nicht so wichtig, sind. Was würde man in Deutschland sagen, wenn die deutschen Delegierten die Haager Verhandlungen durch ihre Ablehnung des Grundsatzes von Sanktionen zum Scheitern bringen w irden? Sanktionen, die doch nicht in Kraft treten, wenn Deutschland aufrichtig gewillt ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen, und wenn sie nach Berlin zurückkehren würden mit der Aussicht, daß der Dawes-Plan fortbestehen würde und Kollektivsank- tionen in Kraft treten könnten.
Die Gechsmächtesihung.
Finanztechnische Fragen standen zur Erörterung.
Haag, 10. San. (WTD.) Sn der heutigen Sitzung der sechs einladenden Mächte wurden alle wesentlichen Punkte durchgesprochen, die noch nicht erledigt waren, und zwar die Frage der Befugnisse des beratenden Sonderausschusses für den Fall der Erklärung eines deutschen Moratoriums, die Fragen des Zahlungstermines und des negativen Pfandrechtes sowie die Anpa sung der Sonderverträge über die Liquidationen an die allgemeine Haager Schlußakte. Zu der letzten juristischen Aufgabe gehört auch die Behandlung des deutsch-amerikanischen Ab- kommens. Ferner stehen die Fragen des Eisen- bahngesehes und der deutschen Einlage bei der Dank für internationalen Zahlungsausgleich zur Erörterung. Eine neue Sitzung der sechs Mächte ist auf morgen vormittag 10 Llhr anberaumt worden. Reichsfinanzminist:r Dr. Moldenhauer führte heute Einzelbesprechungen mit dem englischen Handelsminister Graham und dem französischen Finanzminister Cheron. Am Montag wird dann der B a n k a us s ch u h zusammentreten, und zwar unter Teilnahme des Reichs- bankprä identen Dr. Schacht. Die Sanktionsfrage ist noch nicht behandelt worden. Sie wird erst nach der Rückkehr des Reichsaußenministers w'.e.er ausgenommen werden können.
Es ist darauf hinzuweisen, dah die bisherigen Verhandlungen in der deutschen Reparationsfrage nicht in dem Ausschuß für die deutschen Reparationen, sondern ausschließlich im Kreis der sechs einladenden Mächte ohne Hinzuziehung der kleinen Mächte ftattqefun- den haben, die an sich in dem deutschen Reparationsausschuh vertreten sind. Die zweite Haager Konferenz hat somit bisher die gleiche Methode wie die erste Haager Konferenz eingeschlagen, die entscheidenden Fragen ausschließlich im engen Kreis der Großmächte und in den ursprünglich hierfür einc^ ->'-ten offiziellen Ausschüssen zu behandeln. Die Hinzuziehung der kleinen Mächte soll ausdrücklich erst dann erfolgen, wenn eine Einigung zwischen Deutschland und den grohest Gläubigern zustande gekommen ist.
Oer Reichetausfchuß zur Antwort des Re chskanz ers.
Berlin, 10. San. (Privat.) Der Reichsaus- schuh für das deutsche Volksbegehren stellt heute in einer Erklärung zu dem Brief des Reichskanzlers fest, dah die Reichsregierung für die Entscheidung über die Rechtslage nach einem verfassungsmäßig zustandegekommenen Volksentscheid nicht zuständig sei und der Reichs- auSschuß werde zu der in dem Schreiben deS
Oer Michsaußenmr'm'ster vor den VölkerbundsjournalLsien.
Am zehnten Jahrestag des Versailler Vertrages. — Deutschlands Stellung im Hcag.
Haag, 10. San. (WTD.) Auf dem Frühstück der Völkerbundsjournalisten hielt der holländische Ministerpräsident Ruys van Deerenbroek eine Ansprache, in der er den Dank für die Einladung namens der holländischen Regierung aussprach und seine Freude darüber zum Ausdruck brachte, dah neben den RcgicrungLlxr.r t rn die große Brüberschast der Presse in der holländischen Hauptstadt zu- sammengckommen sei. D:r Vorsitzende der Genfer Pressevereinigung, der Pole O r y n g, widmete dem verstorbenen Reichpauhenminister Dr. Stresemann warm empfundene Worte der Erinnerung. Der Konferenzvorsitzende S a s p a r (Belgien) sprach den Wunsch au3, daß Rückfälle in die Mentalität des Krieges nicht mehr Vorkommen möchten. Der französische Ministerpräsident T a r d i e u stellte sich, wie Snowden, als Journalist vor. Er setzte sich für die Anerkennung des Völkerbundes als cinri, wichtigen Faktors ein, dem ein VorwärtZkommen Schritt für Schritt zu verdanken fei. Wenn der Haag, wie er sicher glaube, seine Aufgabe erfülle, so werden neue, weitere, humanitäre Ziele, größere Schöpfungen der Zukunft in Angriff genommen werden können.
Reichsaußenm nister Dr. CurtiuS, mit besonders starkem Beifall empfangen, ließ gegenüber den stark optimistisch klingenden Ausführungen der Vorredner und gegenüber dem festlichen Anlaß eines zehnjährigen Bestehens der Völkerbundöfahung die ernste Rote erklingen, die sich für Deutschland aus der Tatsache ergibt, dah es sich gleichzeitig um den zehnten Sahrestag des Inkrafttretens des Versailler Vertrages handelt und dah die sehr schwere und verantwortungsreiche Arbeit im Haag bisher keineswegs abgeschlossen ist: „Sie lieben Offenheit, verachten Hinterhältigkeit," so führte er aus, „nun, ich hatte Zweifel, ob wir in der rechten Fe st es st immun g uns an diesem Tisch niederlassen könnten, Zweifel, ob bei der Lage der Konferenz überhaupt unsere Teil
nahme möglich sein würde. Im Sommer hat, dank dem eng.ischen Schatzkanzler Snowden, jener gute Brauch P.ay gegriffen, Krisen a n den Anfang der Konferenzen zu legen; ich hatte Grund zu der Befürchtung, daß wir zu dem alten Brauch zurückkchren würden, Krisen in die Mitte der Konferenz zu legen, uird daß der heutige Freitag ein schwarzer sein könnte. Ich habe mich dennoch der Macht der Presse gebeugt und bin gekommen. Ein o'tes Wort sagt, daß die Menschen nicht von den Dingen, sondern von den Meinungen über die Dinge beherrscht werden, und diese Meinungen werden gerade von der Presse gemacht. Ich freue mich deshalb, gekommen zu sein, nachdem ich die Einladung mit Rücksicht auf die Bedeutung der Presse begrüßt hatte, und ich freue mich, die Reden gehört zu haben, die hier gehalten wurden. Als dem Rachfolger meines verstorbenen Freundes Dr. Stresemann fällt mir die Aufgabe zu, die Politik, die er im Völkerbunde trieb fortzusehen.
Ich danke dem Präsidenten für die Worte die er für meinen toten Freund gefunden hat. Schwere Arbeiten liegen mir als seinem Rachfolger auch im Völkerbund ob. Ich will nach Genf fahren, um diese Arbeiten dort in Angriff zu nehmen, um an dem Werk des Friedens mit- zuarbeiten. Daneben will ich es mir zur Aufgabe machen, seine guten Beziehungen zur Presse fortzusehen, und ich glaube, daß ich auch bisher schon selbst solche guten Beziehungen zu ihr gehabt habe, aber ich will sie ausbauen, wie Dr. Stresemann das getan hat. Ich freue mich deshalb, heute zum erstenmal unter der internationalen Presse in ihrem großen Kreise weilen zu dürfen und leere mein Glas auf deren Wohl.
Rach dem Reichsaußenminister sprachen noch kurz der italienische Finanzminister Moseoni, der japanische Delegierte Adatschi und der belgische Außenminister Hymans. Die Reden wurden sämtlich in französischer Sprache gehalten, mit Aus^ nähme der Dr. Curtius', die in deutscher, und Snowdens, die in englischer Sprache vorgetragen und dann übersetzt wurden.
Reichskanzlers ausgesprochenen Auffassung zu gegebener Zeit weitere Stellung nehmen.
Gegen d.'e Wohnungszwangs- wrrtschaft.
Berlin. 10. Ian. (V.D. Z.) Der Wohnungsausschuß des Preußischen Landtags beriet am Freitag Anträge der Wirtschaftspartei auf Aufhebung der Gesetze über die W o hnungszw a n gsw irisch a f t, nämlich des Wo^nungsmangelgesetzes, des Reichsmieten- und des Mieterschutzgesehes. Ferner wurde in den Anträgen eine Enquete über die Kosten der Wohnungsäm- ter und über die tatsächliche Wirksamkeit dieser Aemter verlangt. Schließlich lag ein kommunistischer Antrag vor, der die völlige Sozialisierung des Wohnungsbaues forderte. Die Deutsche Volkspar- t e i hatte beantragt, die Wohnungsgesehe zeitgemäß zu reformieren. Außer den Antragstellern traten auch die D e u t s ch n a t i o n a I e n für die wirtschaftsparteilichen Anträge ein. Die Volkspartei vertrat die Auffassung, dah die Wohnungsämter nicht in der Lage seien, nach objektiven Gesichtspunkten den vorhandenen Wohnraum zu verteilen. Die Erfahrung lehre, daß nur diejenigen Wohnungen erhielten, die über Beziehungen und Geldmittel verfügten. Von den Regierungsparteien wurde dargelegt, daß es wegen des noch überaus knappen neuen Wohnraumes und der für Reubauwohnun- gen noch immer geforderten außerordentlich hohen Mieten zur Zeit nicht möglich fei, die Wohnungsschutzgesehgebung zu beseitigen. Ein Vertreter des Wohlfahrtsministeriums begründete die Auffassung, daß die Wohnungsämter noch nicht entbehrt werden könnten, und meinte, Beschwerdefälle gegen die Tätigkeit dieser Aemter lägen nur in Ausnahme f ä l l en vor. Schließlich wurden alle Anträge abgelehnt.
Schwere ErweMosenkrawalle in Leipzig.
Leipzig, 11. Ian. (TU.) Im Anschluß an eine Erwerb^losenkundgebung in Leipzig kam es am Freitag gegen 21 Uhr in der Gegend um das Leipziger Rathaus, das durch die Po.izei abgesperrt war, zu schweren Ausschreitungen. Die Demonstranten, die durch die Polizei von den Zugängen zum Rathaus zurückgehalten wurden, suchten sich mit Gewalt den Weg zu öffnen. Plötzlich ging ein Hagel von Steinen und Eisen st ücken auf die Polizeibeamten nieder und die Demonstranten stürmten, mit großen Lattenstücken bewaffnet, auf die Polizei los. Berittene Polizei mußte mit blanker Waffe eingreifen. Die Demonstranten wurden zerstreut und in die Altstadt zurückgetrieben. Bei den Unruhen wurde eine ganze Anzahl von Schaufenstern großer Geschäfte zertrümmert, so unter anderen die große Auslage der „Leipziger Reuesten Rach- richten" in ihrem Zentralgeschäftshaus. Die Polizei ist inzwischen abgezogen, doch befürchtet man, daß die Ruhe noch nicht in vollem Umfange wieder hcrgestellt worden ist, weil erregte Gruppen in den schlecht beleuchteten Vierteln der Altstadt noch herumstehen, die sich noch einmal zusammenrotten könnten.
Angestelltenabbau bei den Berliner Behörden.
Berlin, 11. San. Beim preußischen Statistischen Landesamt sollen bei einer Gesamtbelegschaft von 722 Angestellten 230 Kündigungen ausgesprochen werden. Das Statische Reichsamt, das Ende Rovember schon 200 seiner Angestellten entlassen hat. will weiteren 300 bis 400 Angestellten das Dienstverhältnis kündigen. — Auch der D e r-
liner Magistrat beabsichtigt, zahlreiche Kündigungen von Angestellten vorzunehmen und hat diese Absicht zum Teil schon durchgeführt. — Die Liquidationsbehörden bringen ebenfalls weitere 300 bis 400 Angestellte zur Entlassung. Snsgefamt werden, wie der Ecwerkschaftsbund der Angestellten mitteilt, von den verschiedenen Berliner Behörden weit über 1000 Entlassungen vorgenommen.
Ausdehnung der Voruntersuchung im Fall Sllarek.
Berlin, 10. San. (WB.) Auf Antrag der Staatsanwaltschaft! hat der Untersuchungsrichter die Voruntersuchung gegen Sllarek und Genossen auf den Stadtrat Wilhelm Benecke unö den Bücherrevisor Roderich L u d i n g ausgedehnt. Beide werden angeschuldigt, dah sie sich von den Gebrüdern Sllarek haben bestechen lassen. Denecke soll die Gebrüder Sllarek in pflichtwidriger Weise wirtschaftlich, insbesondere bei Abfluß der Verträge vom 2. Dezember 1927 und vom 4. April 19-9 begünstigt haben, Lu- ding in seiner Eigenschaft als Buchprüfer des Finanzamts Mitte bei Buchprüfungen absichtlich die nötigen Rachforschungen in den Büchern der Firma Sllarek unterlassen sowie die Prüfungsberichte bewußt falsch erstattet haben.
O.'e Weizen- und Roggenzölle.
Berlin, 11. San. Der Reichsernährungsminister hat die Reichsregierung ersucht, den Zoll auf Weizen und Spelz möglichst sofort auf 9,50 Mk. je Doppelzentner, den für Roggen auf 9 Mk. festzufetzen, da die Preise vom 1. September bis 31. Dezember 1929 nur eine Durchfchnittshöhe von 229 Mk. für Weizen und 173 Mk. für Roggen erreichten. Das Kabinett wird in den nächsten Tagen zu diesem Antrag Stellung nehmen.
Aus aller Wett.
Furchtbare Folgen der Käiiew ille in China
halb China vom Vanglselal nordw"rls wird von einer f a ft arktischen Kältewelle heim- gesucht, der bereits Tausende von Menschen erlegen sind. Ls wird amtlich mitgeteilt, daß 2 0 8 Bettler in den Strafen von JJeiping seit dem 1. Januar erfroren sind. 1500 Menschen, die in Rord-Schansi an Hungersnot litten, sind infolge der Entbehrungen gestorben. Hunderte von Dschunkenleuten und ihre Familien ertranken in hankau als wenigstens 500 Dschunken infolge des starken Eises auf den hanfluh zerdrückt wurden. Aus hankau wird gemeldet, daß dort die Leichen von 700 früheren Rikschakulis, die zum Kriegsdienst in honan von der Regierung elngezogen waren, und bei Schnee- stürmen dort ums Leben kamen, eintrafen. Es werden in den Ortschaften Gongs geschlagen, und bewaffnete Soldaten befassen sich damit, die Toten mit Hilfe der verwandten usw. zu identifizieren. Es wird geschäht, daß ungefähr eine halbe Million Armer im Gebiete von Teiplng ante r ff ü f) t werden müssen, wenn sie den Dinker überleben sollen.
Zwei schwere Jungen wieder festgenommen.
Die Berliner Kriminalpolizei entdeckte dieser Tage in der Sauer-Straße in Charlotten- burg einen unterirdischen Stollen, der von dem alten Friedhof der Lou.sengemeinde unter der Friedhofsmauer hindurch zu einem abgelegenen Teil des Schulhofes des Kaiserin- Augusta-Ghmnasiurns führte und sich dort in eine Art Kessel öffnete, der etwa 3V$ Meter hoch und einige 20 Meter breit ist. Sn dem Höhlenkessel wurden u. a. auch mehrere Einbruchswerkzeuge gesunden. Sn der Rächt zum Freitag, als Die Beamten sich wieder aus ihrem DeobachtungSposten in einem Toten
gräberhäuschen befanden, tauchten zwei Männer auf, Die sie als die Gebrüder Franz und Erich Saß erkannten, die seinerzeit unter dem Verdacht, Den großen Einbruch in die Tresorräume der Discontogesellschaft in der Kleist- ftrafje verübt zu haben, verhaftet, aber aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen worden waren. Den Gebrüdern Sah, die die Kriminalbeamten durch einen Spalt in der Tür des Totengräberhäuschens erkannt hatten, gelang es zu flüchten. Die Beamten suchten sofort die Wohnung der Gebrüder Sah auf, und als diese nach etwa drei Viertelstunden erschienen, wurden sie fe ft genommen. Sie verweigern jede Antwort, leugnen zwar nicht, auf dem Friedhof gewesen zu sein, geben es aber auch nicht zu. Ob sie einen neuen Streich geplant haben, der vielleicht dem nahegelegenen Hauptzollamt Charlottenburg galt, ist noch nicht geklärt.
Stürmische Begrüßung von Henny Porten.
Als Henny Porten in H annove r eintraf, um der Erstausführung eines Films beizuwoh.ren, wurde ihr ein so stürmischer Empfang auf dem Bahnhof bereitet, dah die Scheiben der Verkaufs stände in der Vorhalle DeS Bahnhofes in Trümmer gingen und.mehrere Frauen in Ohnmacht fielen. Rur mit Mühe gelang es der Polizei, allmählich in das lebensgesähr l iche Gedränge Ordnung und Ruhe zu bringen.
Tagung des Deutschen Studentenverbandes.
Sn Berlin hält zur Zeit derDeutscheStu- dentenverband feinen diesjährigen Studententag ab. Cand. jur. Kurt Derlowitz begrüßte die Reichsinnenminister S e v e r i n g unö Vertreter verschiedener republikanischer Verbände. Ministerialdireltor Prof. Dr. Richter überbrachte die Grüße des preußischen Kultusministeriums. Den Geschä tsbericht des Vorstandes erstattete cand. rer. pol. Felix Raddatz. Rach Feststellung der Ausschüsse sind etwa 25 000 inner- und auherdeut che Studenten im Deutschen Studentenverband Berthen. De: Lei ec des AÜS- landsarntes des Verbandes wies daraus hin, daß sich der Verband genötigt gesehen habe, seins Beziehungen zum Internationalen Studentenverband (CIE.) zu lösen, da dessen häufig chauvinistische Einstellung der Vertretung des grohdeut- schen Gedankens hinderlich im Wege gestanden habe.
Der Kilimandscharo überflogen.
Dem Piloten Walter Mittelholzer ist c8 am Donnerstag als erstem gelungen, den 6200 Meter hohen Kilimandscharo zu überfliegen. Mittelholzer, der sich bekanntlich - aus einem Iagd-Expeditionsausflug in Ostafrika befindet, hat in der letzten Woche bereits das 5500 Meter hohe Kenyagebirge überquert.
Oie Wetterlage.
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Aeußerst rasch hat sich die neue Atlantikstörung zu einem ausgedehnten Fallgebiet entwickelt, deren Kern heute morgen mit Barometerständen von unter 710 mm über dem Nordmeer lag. Der Ucbcrgang zu unbeständigem Wetter vollzieht sich bereits, denn auffrischende Südwestwinde an der Vorderseite der Störung bringen über Deutschland vor, wirken sich auf die Temperaturen aus und bringen Bewölkung mit sich. Die Temperaturen steigen zunächst im De» reiche der Warmluft etwas an, auch treten stärkere Bewölkung und Niederschläge auf, die sich in höhe« ren Lagen in Form von Schnee bemerkbar machen. Der Warmluft folgt sehr rasch kühlere ozeanische, die wieder Temperaturrückgang verursacht. Die allgemeine Westwetterlage wird dadurch eingeleitet ui.d kennzeichnet sich durch den veränderlichen Witterungscharakter.
Wettervoraussage für Sonntag: Unbeständiges, wechselnd wolllges Wetter mit vereinzelten Riederschlägen, in den Bergen als Schnee,- Zuerst etwas milder, dann wieder Temperaturrückgang, von Südwesten über West drehende Winde.
Witterungsausfichten fürMontag: Weiterhin unbeständiges Wetter.
Lufttemperaturen am 10. Januar: mittag» 2 Grad Eelsius, abends 0,6 Grad: am 11. Januar: morgens 0,8 Grad. Maximum 2 2 Grad. Minimum 0.4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 10. Januar: abends 0,2 Grad: am 11. Januar: morgens 0.6 Grad Celsius. — Son- nenscheindauer 2 Stunden.
Amtliche Dlntersporlnachrlchten.
Schwarwald. Feldberg: Klar, mlnufl 2 Grad, 30 Zentimeter Schnee (gekörnt), Ski und Rodel gut — Furtwangen: Klar, minus 6 Grad, 5 Zentimeter Schnee, Ski und Rodel stellenweise möglich.
Alpen. Berchtesgaden: Klar, mlnuS 1 Grad, 13 Zentimeter Schnee, vereist, Ski und Rodel mäßig.


