Ausgabe 
10.4.1930
 
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Hge Ergebnis der Veranlagung der Steuerkapi- talien noch nicht feststeht. Die Anteile aus Reichs- steuerüberweisungen sind mit 77000 Mark in An­satz gebracht.

Ohne Debatte wurde darauf der Voranschlag der Hospital- und Armenkasse in der vorgelegten Form genehmigt, wobei der Vorsitzende auf den stets steigenden Zuschuß zu den Armenlasten hin­wies, der namentlich durch die stark anwachsende Zahl der hilfsbedürftigen Minderjährigen ver­ursacht sei.

Alsdann trat man in die Beratung des Vor­anschlags des städtischen Schlacht­hofs für das Rechnungsjahr 1930 ein. Dieser bewegt sich mit 21074 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Eine Anregung, die Schlachthaus­gebühren im Hinblick auf die unzureichenden Abschreibungen für den Betrieb zu erhöhen, wurde vom Vorsitzenden dahin beantwortet, daß ein dahingehender, bereits vor zwei Zähren ge­faßter Beschluß, vom Ministerium des Innern nicht genehmigt worden sei. Der Voranschlag wurde alsdann unverändert angenommen.

Am Schlüsse der Sitzung wurde auf einen sozialdemokratischen Antrag hin beschlossen, die Gewährung einer besonderen Rate der Winterbeihilfe zu Ostern an Erwerbslose, Sozial- und Kleinrentner und sonstige Fürsorge­empfänger auf die Tagesordnung einer noch in dieser Woche stattfindenden, weiteren Stadtvor­standssitzung zu sehen.

Landkreis Gießen.

£ Wieseck, 9. April. Gestern abend fand die diesjährige Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt. Der seitherige Vorstand wurde einstimmig wieder­gewählt und der vorgeschlagene Hebungsplan für 1930 genehmigt. Die Hebungen sollen Mon­tagabends stattfinden. Zur Vervollständigung der Geräte und des Materials sollen verschie­dene Reuanschaffungen bei der Gemeinde be­antragt werden.

8 Alten-Duseck, 5. April. Dieser Tage unternahmen sämtliche Klassen der hiesigen Schule einen gemeinschaftlichen Ausflug nach Münzenberg in zwei Personenkraftwagen. Von Lich aus wurde der Weg bis zum Ziel zu Fuß zurückgelegt und dabei Kloster Arnsburg besich­tigt. Am Abend kehrten die jugendlichen Aus­flügler wohlbehalten in die Heimat zurück. Das sechsjährige Söhnchen des Landwirts Fried­rich Müller machte sich dieser Tage in der elterlichen Scheune an der Häckselmaschine zu schaffen, wobei es mit der rechten Hand in das Zahnradgetriebe geriet Mit schweren Ver­letzungen mußte der Kleine der Klinik in Gießen zugeführt werden.

Alten-Duseck, 9. April. Dieser Tage hat Schulverwalter Diemer nach viermonatiger Tätigkeit an der hiesigen Schule infolge der Ab- baumaßnahmen unseren Ort verlassen, nachdem er sich vorher von seinen Schülern verabschiedet hatte. Schulverwalter Diemer hatte sich während seiner kurzen Tätigkeit nicht nur die Liebe und Anhänglichkeit seiner Schüler, die ihn bei seiner Abreise bis zur Bahnstation begleiteten, sondern auch durch sein freundliches und taktvolles Wesen die Achtung und Beliebtheit der Erwachsenen er­worben. Die besten Wünsche der ganzen Ge­meinde, die ihn nur ungern scheiden sieht, be­gleiten ihn auf seinem weiteren Lebenswege.

t Treis a. d. Lda., 9. April. Die Ausstel - jlung der im verflossenen Schuljahr angefertigten -Handarbeiten unserer Volksschule fand hier im Saal der ersten Schulklasse statt und war recht zahlreich besucht. Die Arbeiten der Mädchen- fortbildungsschule wurden im Saale des Herrn Will ausgestellt. Der Vorsitzende des Schul­vorstandes ging in längeren Ausführungen auf den hohen Wert der Mädchenfortbildungsschule ein und schloß mit dem Preis der Frauen- tu^enden, worauf die Anwesenden den zweiten V .3 des Deutschlandliedes fangen. Während bej Kaffees führten die Schülerinnen ein flott gespieltes Theaterstück und mehrere lebende Bilder auf, die von ihrer Lehrerin, Frl. Sief er t. gut eingeübt waren. Gegen Schluß der Veran­staltung sprach Bürgermeister M i ch e l im Ramen der Gemeinde Frl. Gielert den Dank für ihr treues Wirken aus. Die Entlassung des ältesten Jahrgangs der Volksschule erfolgte toie alljährlich im Rahmen einer Schulfeier im Schulsaal. Rach einem mehrstimmigen Choral unö einem Vorspruch der Schuler hielt Lehrer Walter eine zu Herzen gehende Ansprache, in der er die Aufgabe der Schule, den Kindern nicht nur einen Schah von Kenntnissen mitzu­geben, sondern auch ifjren Charakter in christ­lichem Sinn zu bilden, darlegte. Seine Worte wurden trefflich ergänzt durch den Vortrag meh­rerer Chöre und Gedichte mit prächtigen Sn-en^r2{j^Jn' 3m Ramen der Eltern sprach Wilhelm Harbach dem Lehrer den Dank für alle den Kindern geleistete Arbeit aus. Die Vorstellung und Prüfung der Konfir­manden (neun Knaben und zehn Mädchen) sand am vergangenen Sonntag statt. Die Kon- sirmatton wird am zweiten Ostertag erfolgen.

t Ollendorf a. d. Ld a., 10. April. Heute uud 4v 2 ah re verflossen, seitdem Herr Christian Rein das Amt des Bürgermei- sters unserer Stadt bekleidet hat. Aus diesem ^lnlaß tritt et in den wohlverdienten Ruhestand. 5>er Beigeordnete wird die Amtsgeschäfte bis zur Wahl eines Rachfolgers führen. Der ein-

c?rt Bürgermeisters Rein entspricht es daß auf fernen Wunsch von allen Feierlich­keiten abgesehen wurde.

. m 8. April. Die Spar»

U1? ° ° r I ub f a f f e zu Kesselbach hielt ihre

oA^lliche Generalversammlung für das 51. Ge- schaftsiahr 0929) bei Mitglied Johannes Höchst

Ersitzende des Aufsichtsrates, fe' ^öffnete die Versammlung, begrüßte die erschienenen Mitglieder und über- Uug den Vorsitz dem Direktor Lehrer Schmidt. Dieser begrüßte besonders die beiden noch leben­den Gründer und Gerichts assessor Pfeifer auä Marburg Er «teilteLchtL Äs Wort tftaHung öeg Jahresberichtes. Dieser wurde ausfichrlich erläutert den Mitgliedern borgetra» ö- As ch daraus hervorzuheben, daß die Linie der Aufwärtsentwicklung trotz afler Hindernisse auch in diesem 3ahr eingehalten wurde Die be­nötigten Betriebskredite für die Mitglieder konn- ten zur D^fÜgung gestellt werden, auch belang- re'5>e langfristige Darlehen. -Letzteres war durch gute Einzahlung auf Spareinlagen möglich. Die Einzahlung überstieg die Rückzahlung mit 70 000 -utart, ]o daß eine Summe von rund 238 000 Mark Spareinlagen besteht, die sich auf 420 Bücher verteilt. Die Geschäftsguthaben vermehrten sich 2Nark und erreichten die Summe von 24 382,60 Mark, die eigenen Reserven stiegen

Oer Sternhimmel im April.

Nachdruck verbotenl

Sonnenaufgang von 5.40 bis 4.35 Hhr, Sonnenuntergang von 18.30 bis 19.20 Hhr.

Lichtge st alten des Mondes: 1. Viertel am 6. um 12 Hhr, Vollmond am 13. um 7 Hhr, letztes Viertel am 23. um 20 Hhr.

mfd. Erst auf den 13. April dieses Jahres fällt der berühmte Frühlingsvollmond, der das Oster»

näherung an den Jupiter setzt sich immer weiter fort. Der Jupiter steht nach wie vor im Stier, indem er sich dessenoberem Horn" nähert.

Der Fixsternhimmel wird nun sehr schnell sommerlich. Der Orion ist etwa nur noch eine Woche lang zu sehen, länger sichtbar bleibt der Stier, an den sich die übrigen Tierkreisbilder

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STERNBILDER:

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Der die 24 Stundenzahlen von Mitter- nacht bis Mitternacht eines Tages ent­haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest­stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil gewissermaßen dem Zei­ger der Himmelsuhr in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sicht­baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo­natsmitte. Will man eu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Be­obachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin­eingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo­natsmitte ist der gerade Pfeil 1/3 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monats­mitte * */s Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellun­gen ein, wenn er die angedeutete Licht­gestalt zeigt.

fest am darauffolgenden Sonntag nach sich zieht. Auch der Himmel scheint auf diesen Vollmond besonderes Gewicht zu legen, denn er ist von einer Mondfinsternis begleitet, die freilich bei uns nicht sichtbar, auch an sich ziemlich unbe­deutend ist. Auch die Sonnenfinsternis vierzehn Tage später ist bei uns nicht sichtbar. Dafür ist jedoch über die anderen Wandelsterne mancherlei zu bemerken. Der Merkur ist her­vorragend günstig in der zweiten Hälfte des Monats am westlichen Abendhimmel zu beobach­ten. Bald nach feinem Auftauchen nähert er sich der Venus, der er am 22. sehr nahe kommt; am 27. holt sie ihn svieder ein. Die Rähe der Venus erleichtert seine Auffindung. Diese selbst ist gegen Monatsende schon länger als der Mer­kur, nämlich als Abendstern sichtbar. 3hre An­

anschließen: Die Zwillinge, der Lowe und die Jungfrau, in der der Herbstpunkt liegt, der wegen der Rähe der 3ungfraufteme leichter aufgefunden werden kann als der Frühlings- Punkt, und alsdann die Waage. 3m Osten be­reiten sich der Arctur und die Wega auf die ihnen im Sommer zufallende Herrschaft über den Fixsternhimmel langsam vor. Zwischen ihnen er­blickt man das große, freilich keinen besonders hellen Stern enthaltende Sternbild des Herkules. Sein links unten stehender Stern bildet den Hebergang zu dem Bilde des Schlangenträgers. Drei seiner Sterne bilden mit dem erwähnten Stern des Herkules ein Trapez, dessen Form man sich sehr leicht einprägt, wenn man es auch nur einmal am Himmel gesehen hat.

Ku st ermann.

pel Hielt einen Vortrag über die Geschichte HI» richsteins. Er brachte eine Reihe interessanter Begebenheiten auf Grund von Quellen, die bisher teilweise noch unveröffeutticyt sind. Eine rege Diskussion schloß sich an, in der Dr. Bruch- Häuser als Vorsitzender des Gesamtvereins dem lebhaften Wunsch Ausdruck gab, daß die Sitte der monatlichen Zusammenkünfte, mit der ein verheißungsvoller Anfang gemacht sei, sich künf­tig gut einbürgern möge. Der nächste Monats­abend wird in den ersten Maitagen abgehalten werden.

§ Bobenhausen li, 9. April. Der hiesige Männerchor hielt dieser Tage im Kellerschen Saal ein wohlgelungenes Abendkonzert ab, das sich eines guten Besuches erfreute. Unter der bewährten Leitung des langjährigen Diri­genten, Lehrers Müller, Kölzenhain, wur­den vier Morgenlieder und vi^x Abendlieder trefflich zu Gehör gebracht. Ferner kckM der Wal­zerQln der schönen blauen Donau", von Leh­rer Fenchel (Hockersdo'f) und Wilh. Dau- pert (Ulrichstein) mit Klavier bzw. Violine be­gleitet, zum Vortrag. Die Darbietungen stan­den durchweg auf beachtlicher Höhe, die Zu­hörer gaben ihrem Dank für den in unserem abgelegenen Ort immerhin seltenen musikalischen Genuß durch reichen Beifall Ausdruck.

Ulfa, 9. April. Am 17. und 18. Mai d.3. findet die Bannerweihe des hiesigen Aad - fahrervereins statt, mit welcher Veran­staltung das Gaufest des Gaues 1 des Ober- hessischen Radfahrerbundes und ein Straßen­rennen verbunden sind. Da die Gemeinde und sämtliche Vereine des Dorfes hinter dem Unter­nehmen des Radfahrervereins stehen, verspricht das Fest allen Besuchern einige genußreiche Stunden in den Mauern Ulfas.

Gedern, 9. April. Zu dem gestrigen Schweinemarkt waren 551 Tiere aufge­trieben. Für fünf Wochen alte Ferkel wurden 28 bis 33 Mk., für sechs bis acht Wochen alte 36 bis 40 Mk. und für Läufer je nach Qualität 60 bis 70 Mk. pro ©tüi gezahlt. Der Handel ging flott, doch blieb ein, geringer Heberstand.

Kreis Alsfeld.

Ruppertenrod, 9. April. Auf Betreiben unseres sehr regsamen Baumwartes O. Sann hielt hier kürzlich Obstbauinspektor Enkler von der Landwirtschaftskammer einen Lichtbil­dervortrag. Es wurde das gesamte Gebiet des Obstbaues behandelt, insbesondere die Schäd­lingsbekämpfung in den Vordergrund gestellt. Es wurde weiterhin das falsche und richtige Pflanzen der Stämmchen gezeigt. Der Vortra- genbe sprach dann noch von den für die hiesige Gegend geeignetsten Sorten. 3m Riedesel- schen Revier Eisenkaute herrscht eben reges Leben. Dort ist ein großer Fichtenbestand abgetrieben worden, im ganzen über 1300 Fest­meter. Eine holländische Firma hat die Stämme er­worben.

von rund 8400 auf 11 000 Mark. An Hypotheken sind insgesamt 137 000 Mark ausgeliehen, auf Schuldscheine 40 000 Mark. 3m Kontokorrent 241 800 Mark. Die Bilanzsumme hat sich gegen­über dem Vorjahre um 77 000 Mark vermehrt und schloß mit 629 660,84 Mark ab. Von dem Rein­gewinn wurden 10 Prozent Dividende an die Mitglieder vergütet, 2000 Mark den Reserven überwiesen und der Rest auf neue Rechnung vorgetragen. Die weiteren geschäftlichen Belange wurden in zwölf Sitzungen des Aufsichtsrats und des Vorstandes erledigt. Der Bericht schloß zusammenfassend, daß sich die in 1924 aus­gesprochenen Hoffnungen erfüllt hätten. Die wei­teren Punkte der Tagesordnung fanden ihre ge* chäftsmähige Erledigung. Mitglied Gerichts- assessor Pfeifer, Marburg, sprach noch er­läuternd über die Bilanz, betonte, daß der Vor­land in schwerer Zeit seine Arbeit im Dienste der Genossenschaft treu und gewissenhaft er­füllt hat. Er stattete den Dank der Mitglieder an den Vorstand ab. Rach Verlesung des Proto­kolls schloß der Direktor die Versammlung.

0 Kesselbach, 8. April. In der letzten G e - meinderatssitzung wurde u. a. beschlossen, die Ortsstraßen für den Auto-Durchgangsverkehr zu perren. Ein weiterer Antrag auf Errichtung einer Freibadeanstalt wurde zur Kenntnis genom­men; demnächst soll eine Besichtigung des in Ans­icht genommenen Platzes stattfinden. Durch frei­willige Arbeitsleistungen gedenkt man, die Aus­gaben für die Gemeinde auf ein sehr bescheidenes Maß herunterzudrücken, so daß der Ausführung keine Schwierigkeiten im Wege stehen.

* Linden st ruth, 8. April. Frau Johannes Keil Witwe, geb. Zikan, in Lindenstruth feiert am 10. April ihren 8 0. Geburtstag. Die Jubi­larin ist noch geistig und körperlich sehr rüstig, so daß sie ohne Brille noch lesen und schreiben kann. In dem umfangreichen landwirtschaftlichen Betrieb ihres Sohnes ist sie bei der Wartung des Klein­viehes noch sehr rege tätig und hilft auch täglich bei der Gartenarbeit mit.

6 Saasen, 7. April. Missionar Schmoll, Hersfeld, hielt dieser Tage in der Kirche Veits- berg einen Lichtbildervortrag über das Missionswerk in China. Der Vortragende, der elbst in China in der Missionsarbeit gestanden hat, verstand es, das Herz der Missionsfreunde ür die Aufgaben an der Heidenwelt in China warm zu machen.

ton. Weickartshain, 9. April. Heute nach­mittag gegen 16 Hhr ereignete sich auf dem hie- igen Bergwerk der Gewerkschaft Luise" ein schwerer Hnglücksfall. Der etwa 36 3ahre alte, verheiratete Bergmann Otto Melchior war mit dem Ausbau eines Schachtes in etwa 10 bis 12 Meter Tiefe beschäf­tigt und füllte die bei diesen Arbeiten gelöste Erde in einen Förderkorb, der durch einen so­genannten Haspelbetrieb nach der Erdoberfläche gezogen wurde. Aus bis jetzt noch unbekannter Hrsache löste sich plötzlich der Haken des Förder* orbes von dem Drahtseil los. 3nfolgedessen turzte der Behälter in den Schacht hinab. Da dieser sehr schmal ist, konnte der bedauernswerte Mann nicht ausweichen, so daß der schwere Be- tzalter von oben her a u f ihn stürzte ind ihn zu Boden drückte, wobei et ^toere innere Verletzungen erlitt. Rach erster arjtluber Hilfeleistung wurde der Verunglückte nach dem Krankenhaus in Laubäch überführt, wo

n ernstem Zustande bamieberiiegt.

OS a ö e n b o rn. Steinberg, 8. April. 3n einer Sitzung des Schulvorstandes wurde einstimmig beschlossen, das dritte F o r t b i ld u n gs sch u l j a h r für Mädchen zu errichten. Es wurde beantragt, daß die Ge- melnde den Rathaussaal zu diesem Zweck zur Verfugui^ stellt. Für den Stundenplan des dritten Schuljahres der MädchensortbildungS-

schule sind Handarbeit, Bügeln, Kochen und 14tägig zwei wissenschaftliche Stunden vorgesehen. Wie alljährlich veranstaltete auch dieses 3ahr unsere Schule eine Schulentlassungs- feier. Hierzu hatte die oberste Klasse der Volksschule die Einwohnerschaft am Freitagabend in den Saal derGastwirtschaft zum Goldenen Löwen" eingeladen. Außer den Eltern der Schüler hatten sich eine große Anzahl Freunde der Schule eingefunden. Das Mundharmonika­orchester der obersten Klasse, unter Leitung von Lehrer Bender, eröffnete die Feier. Dann begrüßte Lehrer Bender die Erschienenen und entwarf ein Bild der Arbeitsweise in seiner Schulklasfe, die auf den neuzeitlichen Hnterrichts- betrieb der Arbeitsschule eingestellt ist. Es folgten in bunter Reihenfolge Chöre, Gedichte und Spiele, denen das MottoHeimat und Eltern­haus" zugrunde lag. -Der zweite Teil der Feier, der unter dem LeitspruchScheidestunde" stand, brachte Lieder und Dichterworte zum Abschied von der Schule zum Vortrag. Daran schlossen sich im dritten Teil zwei Theaterstücke an, die allgemeine Heiterkeit auslösten. Mit einem Schluhlied fand die in allen Teilen wohlgelun­gene Feier ihr Ende. Mit dem Erlös der Ver­anstaltung wird ein Ausflug nach Bad-Rauheim finanziert.

------- Watzenborn-Steinberg, 9. April. Der Turngau Wetterau veranstaltete am ver­gangenen Sonntag in Rieder-Florstadt seinen Frühjahrsgauwaldlauf. Von dem hie­sigen TurnvereinGut Heil" beteiligten sich hieran sechs Mitglieder. Es errangen in der L-Klasse (6,8 Kilometer): 1. Preis Otto Wehrum, 7. Preis Otto Sommer II., 9. Preis O. Som­mer I. G-Klasse (4,8 Kilometer): 6. Preis Rud. Möckel, 9. Preis Otto Dem, 10. Preis Karl. Harnisch.

r- Lang-Göns, 8. April. Am letzten Sonn- tag fand hier in der früheren Kleinkinderschule eine Ausstellung von Handarbeiten und Erzeug­nissen der Kochkunst unserer Fortbildungsschüle­rinnen statt. Es fanden sich zahlreiche Besucher ein. Allgemein war man überrascht über die ausgestellten Gegenstände, die an Schönheit und an Appetitkich- keit nichts zu wünschen übrig ließen. Die Ausstellung unter Leitung von Frl. Sief ert (Gießen), die hier den Fortbildungsschulunterricht erteilt, zeigte jedem Besucher besonders viele Frauen und Mädchen hatten sich eingefunden, welcher Wert der länd­lichen Fortbildungsschule zukommt.

* Rieder-Bessingen, 7. April. Gestern wurde gelegentlich der Besichtigung unserer Feuerwehr dem Mitglied Wilhelm Walther das ihm von der Regierung verliehene Eh­renzeichen für 25;ährige Dienstzeit durch Kreisfeuerwehrinspektor D i d o r e überreicht.

Kreis Schotten.

* Laubach, 9. April. Rachdem erst vor we­nigen Tagen Graf Friedrich-Emst zu Solms- Laubach zu Grabe getragen worden ist, hat jetzt der Tod wieder ein Opfer aus dem Familien­kreise des Gräflichen Hauses gefordert. 3n Groß-Krausche bei Bunzlau starb die 1862 in Laubach geborene Gräfin Elisabeth, äl­teste Schwester des genannten Grafen Friedrich- CrTqt und des 1904 verstorbenen Grafen Otto zu Solms-Laubach. Sie war vermählt mit dem be­reits 1911 ihr im Tode vorausgegangenen Prin- zen HeinrichXXV. Deuh, jngere Linie.

§ M l r ich stein, 9. April. Der hiesige Zweig» verein des V. H. C. hat entsprechend einem fürg- Itd) gefaßten Beschluß die früher, in der Zeit bor dem Krieg geübte Sitte wieder ausgenom­men, Monatsabende in Form geselliger Zusam­menkünfte abzuhalten. Dieser Tage fand der erste dieser Monatsabende statt und wies erfreulicherweise einen sehr guten Besuch, auch £>on Richtnntgliedem, auf. Bürgermeister Ap-

Ober-Ohmen, 9. April. Die jahrelang umstrittene Aenderung der Zuchtrich­tung ist nun in unserem Dorfe Wirklichkeit ge­worden. Für den dritten Simmentaler Bullen ist ein zum Preise von 840 Mark auf der Zuchtvieh­auktion in Wetzlar aus dem dortigen Züchter­gebiet erstandenes Vatertter eingestellt worden.

Kreis Lauterbach.

£. Lauterbach, 9. April. An einem Neubau in der Vaitsbergstraße Hierselbst ereignete sich ge­stern nachmittag ein schwerer Unglücksfall. Ein in der Höhe des Daches angebrachtes Gerüst, auf dem der Spenglermeister G ö lz von hier und dessen Lehrjunge standen, um die Dachrinne anzu­bringen, löste sich plötzlich aus seiner Befe­stigung, so daß der Meister und sein Lehrling zwei Stockwerke tief h^rabstürzten. Während dem Lehrling bei dem Sturz aus etwa neun Meter Höhe, abgesehen von einer Verstauchung der Hand, wunderbarerweise nichts weiter passierte, mußte der Meister mit schweren Verletzun­gen vom Platze getragen werden.

Erweitertes Vezirksschöffengericht Gießen.

. * G i e ß e n, 9. April. Ein Polizeiwachttneister in Butzbach hat in der Weihnachtsnacht durch einen Betrunkenheitsstreich einen andern erheb­lich verletzt, und sich selbst in schwere Hngelegen- beiten gebracht. Rach einer Feier, bei der 1er biel alkoholische Getränke durcheinander getmnken hatte, ging er durch die. Straßen der Stadt er war außer Dienst und in Zivil, rempelte Bekannte an und drohte, wenn einer ihm zu dumm komme, würde er ihn über den Haufen schießen. Dabei hatte er die Hand in der rechten Tasche an einer schußbereiten Selbstladepistole. Als einer der Angerempelten, gegen den er tätlich wurde, ihn zurückstieß und selber die rechte Hand zum Schlag erhob, zog der Angeklagte blitzschnell die Pistole aus der Tasche und schoß ihm, aus so kurzer Entfernung, daß der Handteller ver­sengt wurde, eine Kugel durch die Hand. Ev behauptete, die Pistole müsse ihm in der Tasche losgegangen sein. Der Rock wies aber kein Schuh­loch auf. Der Vorgang wurde durch drei Zeugen übereinstimmend bekundet. Von sinnloser Be­trunkenheit konnte nach der Beweisaufnahme nicht die Rede sein. Schlimme Folgen sind für den- Verletzten nicht entstanden: die Wunde ist glatt und ohne döeitemngen verheilt. Die Strafe lautete auf zwei Monate Gefängnis, an deren Stelle eine Geldstrafe von 300 Mk tritt.

Freigesprochen wurde ein Gefangener der Zellenstrafanstalt, der einen Beamten in einer schriftlichen Eingabe gröblich beleidigt hatte. Rach irrenärztlichem Gutachten ist er ein viel­fach vorbestrafter, haltloser Psychopath, für das h^mnungslose Geschimpfe nicht verantwortlich zu Ebenfalls fr ei gesprochen mangels aus- reichenden Beweises wurde ein Hilfsarbeiter aus Mwel, dem vorgeworfen wurde, sich an feiner klemen Pflegetochter vergangen zu haben. Ein ausreichender Beweis war nicht zu erbringen. As-LÄt'M, j°nS untct AMch-uh

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