Ausgabe 
9.1.1930
 
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tümer

düng von Wertpapieren zur Umstellung auf Goldbafis in der Regel unterlassen worden ist. Rach der Stabilisierung der Mark hat die Kapi- talnot den Zustand geschaffen, daß sich auf ab­sehbare Zeit in deutschen Danken keine Schätze haben anfammeln können, und Gros)- und Pri­vatbanken sind so vielleicht für Jahrzehnt: der Sorge enthoben, nach verschollenen Koutobe- sitzcrn forschen zu müllen. Wenn es einmal ganz vereinzelt vorkcmmt, das) der Mieter eines Stahl­faches nicht aufzufinden und die M.etsfrist ab- gclaufen ist, läßt die Dankleitung den Tresor öffnen und seinen Inhalt untersuchen. D:i einer solchen Gelegenheit werden heute nur noch in den allerseltenften Fällen nennenswerte Schätze

zurückveichte, und der unzweifelhaft dartat, daß er der Nachkomme der Frau war, die in weiser Voraussicht eines geldbedürftigen Enkels ihre schönen Dollars so nutzbringend angelegt halte. Schließlich wurde aber zu seinem Pech ermittelt, daß Johanna Murphy in Wirklichkeit eine Ne­gerin aus Afrika war, die sich diesen Namen aufs Geratewohl zugelegt hatte.

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Herrenlose Schätze.

Bankkonten, deren Inhaber verschwunden sind. Verschollene Erben auch in Deutschland? Was die Großbanken sagen. Bankdetektive bei -er Arbeit. Der CRomon der Johanna Murphy

Von Ludwig Naurath.

festgestellt.

In Amerika, wo keine Geldentwertung eine so einschneidende Zäsur im Wirtschaf s e-e.i h rller- lassen hat. kommt es naturgemäß häufiger vor, daß der Inhaber eines Bankkontos in Vergessen­heit gerät. Allein im Staate Neuyork belaufen sich diese Guthaben auf zwei Millionen Dollars. Es kommt vor, daß man nach der Einzahlung nie mehr etwas von dem Eigen- hört, daß niemals von Erben Ansprüche Aiiszahlung gestellt werden^ in solchen

oft du doch so alt ihrheit "gesprochen, ut! Wer aber hat M Hast du mir reu, daß du mich deine Wege nicht d-r zehn fach« phnisches Lächeln .1 ich nicht anders -eitere Mi Iah« leblich auf deine Schon längst toarc hatte ich dich nur a du dir aus anr hast, finden wn« . Frau von Rech <vh gefunden, und

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auf Auszahlung gestellt werden: rn solchen Fällen muß das Geld bis zum jüngsten Tag in den Düchern der Dank stehen bleiben. Der Inhaber des Depots sitzt unter älmständen im Gefängnis, vegetiert im Irrenhaus dahin, ist vielleicht unmi telbar nach der Einzahlung einem Verkehrsunglück zum.Opfer gefallen, und niemand kümmert sich um sein Schicksal. Im allgemeinen geht aber die Zahl dieser Fälle dauernd zurück. Dafür sorgen schon die Demühungen der amerika­nischen Danken. Wenn nämlich auf ein Konto im Laufe von fünf Jahren weder Geld eingezahlt noch von ihm abgehoben wird, so muß die staat­liche Danlstelle davon in Kenntnis gesetzt werden. Das Depot gilt dann alsstilles Konto" und wird in der Zeitung als solches angrzcigt. Im selben Augenblick beginnen die Recherchen der Danken, die sich oft jahrelang hinziehen. bis sie zu einem Erfolg führen. Es kommt natürlich auch vor, daß man den Gesuchten nicht findet; im allgemeinen aber gelangen die Daukdetekt.ve selbst in den rätselhaftesten Fällen zum Ziel. So hatte sich in einer Neuhorker Bank folgender <w[ zugetragen: Ein Kontoinhaber hatte eben sein Depot von einer Bank abgehoben und auf eine andere übertragen, als er auf der Straße über­fahren wurde und tot am Platze blieb. Seine Frau wurde wahnsinnig, die Kinder kamen ins Waisenhaus. Einige von ihnen änderten die Schreibweise ihres flamens, andere nannten sich nach Adoptiveltern. Trotzdem fanden sie die Rechercheure der Bank, und nach mehr als fünfzig Jahren erhielten sie das väterliche Erb­teil zurück.

Es soll zahllose Fälle solcher Art geben amerikanischen Ursprungs wohlgemertt! Man kann den deutschen Bankiers, die man nach ähn­lichen Vorgängen in ihrer Praxis fragt, das milde Lächeln der Skepsis nachsehen, mit dem sie antworten. Die meisten Geschichten dieser Art, so behaupten sie, seien K uder der amerikanischen Phantasie; aber eine der kuriosesten hat doch den Vorzug, durch die Qltten beglaubigt zu sein. Von Johanna Murphy, der Besitzerin eines Anteilscheins der Bank von Manhattan Com­pany, hatte man im Jahre 1824 das letzte Mal etwas gehört; inzwischen hatte sich der Wert des Anteilscheines um 200 Dividendenzahlungen, da­von eine au hundert Prozent, vermehrt. Die Eigentümerrn mußte längst gestorben sein, und die Bank fahndete nach den Erben. Die Be­kanntmachungen in den Zeitungen hatten einen unerwarteten Erfolge mehrere hundert Leute be­haupteten, von jener Johanna Murphy abzu- stammen, und ein besonders hartnäckiger Prä­tendent auf das schöne Guthaben legte sogar einen Stammbamn vor, der Generationen weit

und ließen zwei Schreibmaschinen. ehr Harmo­nium und ein Grammophon an diese Adresse abgehen. Das Erstaunen hier war groß, als die Gegenstände ankamen. Die Bürgermeisterei setzte sich sofort mit eine der Firmen in Verbindung, und so konnte der Schwindel aufgeklärt werden. Der Verdacht lenkte sich auf einen Chauffeur, der früher eine der oberhessischen Autolinien befuhr, aber entlassen war. Er wurde auch als Täter entlarvt und festgenommen. Die Pro­vision hatte er bei Ueberreichung der fingierten Bestellscheine bereits erhalten.

T Glashütten, 8. Jan. Am vorigen Sonn­tag konnte die hiesige Hebamme Elise Böck ihr 40. Dienst jubilä um in bester Gesund­heit begehen. Am Nachmittag nahm der Ge­meinderat am Gottesdienst teil, in dem der Orts-» geistliche in der Predigt und im Gebet der Jubi­larin gedachte. Die Schulkinder fangen zwei schöne Choräle. Sogleich nach dem Gottesdienst begaben ich der Ortsvorstand, sowie der Kirchen- und Schulvorstand in das Haus der Gefeierten. Bür­germeister Dinges überreichte im Namen der Gemeinde einen sehr schönen Sessel. Der Orts- g e i st l i ch e überbrachte dann in einer längeren Ansprache die Glückwünsche des Gemeinde-, sowie des Kirchen- und Schulvorstandes. Als äußeres Zeichen des Dankes für die verantwor lungsvolle Tätigkeit der Jubilarin machte der Kirchenvor­stand in sinnvoller Weise der Jubilarin da« prachtvolle Wandbild von Rudolf SchäferMut­terglück" zum Geschenk. Im Laufe des Nachmit­tags erschienen noch viele Dorffrauen im Haus, um der Jubilarin durch Geschenke ihre Dankbar­keit zu bezeugen. Ebenso hatte es sich die Familie Dr. Lucius (Hirzenhain) nicht nehmen lassen, persönlich Glückwünsche zu Überbringern Auch von dem Kreisgesundheitsamt in Büdingen war ein Glückwunschschreiben eincetroffen, das Ministe­rium des Jnnenr, Abteilung für öffentliche Ge­sundheitspflege, hätte in einem längeren Schreiben der Jubilarin Dank und Anerkennung für ihre wertvolle Dienste ausgesprochen. Frau Elise Böck steht im 62. Lebensjah 'e. Bei den reichen Kennt­nissen, die ihr eigen sind, wäre es sehr zu be­grüßen, wenn sie noch lange Jahre ihres Amtes walten könnte.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

> Wißmar. 8.Jan. älnfer Volksbil­dungsausschuh, zu dessen Aufgaben die Mitarbeit an den Fragen der Bildung vom Kleinkind bis zum Erwachseireu gehört, hatte schon seit längerer Zeit die Absicht, die schul­entlassenen Mädchen, die infolge Fehlens einer Mädchen- Fortbildungsschule ganz ohne gei­stige Kost sind, zusammenzuschließen. Das ist nun im Herbst 1929 gelungen, weil uns in unserer Lehrerin Frl. Hofmann eine Kraft zur Verfügung steht, die sich mit ganzer Liebe der Aufgabe widmet. Dabei wird sie m der hauswirt­schaftlichen Arbeit von Frau Görnert und Schnorr und Frl. Hedi Lucas unterstützt. Lieber 50 Mädchen von 14 bis 21 Jahren haben sich unter Frl. Hofmanns Führung bereinigt, um allwöchentlich am Mittwochabend in der Schule, weil uns noch ein Jugendheim fehlt, zu nützlichem und geselligem Tun zusammenzu- kommen. Da wird gelesen, gehandarbeitet, ge­sungen und getanzt, gebacken und gespielt. Kürz­lich trat nun du Jungmädchengruppe mit einer eigenen Weihnachtsfeier von ihre Müt­ter, die vollzählig erschienen waren. In der ver­hältnismäßig kurzen Zeit war eine sehr reich­haltige Vortragsfolge entstanden, bei der Ge­dichtvorträge, Neigen, Chorgesang in bunter Folge wechselten. Im Mittelpunkt stand ein hessisches Krippenspiel. In ihrer Ansprache legte die Lei­terin den Müttern Ziel und Aufgabe der Jung- mädchengruppe dar.Freude sei der Leitstern und soll es bleiben!" Die Herren Schnorr und Z i tz- m a n n hatten in dankenswerter Weise die musi­kalische Begleitung übernommen und erfreuten auch in den Pausen durch ihr Spiel. Neben den geistigen Genüssen kam auch der Magen zu seinem Recht. Denn den Schluß der Feier bildete ein gemütliches Kaffeetrinken, wobei junge Mädchen bedienten. Dabei war Gelegenheit, auch das selbst- gebackene Weihnachtsgebäck zu versuchen. Der Vorsitzende des Volksbildungs-Ausschusses stattete im Namen der Gäste den Dank für das Gebotene ab und schloß mit dem Wunsch, die freudige Ge­meinschaftsarbeit möge bei diesem jüngsten Zweig der dörflichen Bildungsarbeit weiter blühen und wachsen. Am nächsten Samstag spricht Lehrer S ch n o r r über die Geschichte oon Wißmar und zeigt dabei eine Anzahl Lichtbilder. Für den 16. Februar ist ein Llnterhaltungsabend vor­gesehen.

0 Kinzenbach, 8. Jan. Die hiesige Orts­gruppe des Kreisbauernvereins veran­staltete am Samstagabend einen Bauern- abend, der durch die Anwesenheit des Reichs- landbundpräsidenten Hepp eine besondere Note erhielt. Mit herzlichen Begrützungsworten des Ortsgruppenvorsihenden Depler wurde die Feier eröffnet. Alsdann kam ein von Herrn Hofmann zu Ehren des Bauernschriftstellers Wilhelm Reuter, Dornholzhausen, verfaßtes Gedicht zum Vortrag. Große Aufmerksamkeit wurde dem Vortrag des Bauernschriftstellers Reuter, DornholAausen, über das Thema: Die Mission des Landvolkes" gewid­met. Der Redner erntete für seinen Vortrag lebhaften Beifall. Reichlandbundpräsident Hepp sprach dann über das ThemaNiedergang und QI u f ft i c g. Mit großem Beifall dankte die Versammlung dem Landbundführer. Nach kurzen Dgruhungsworten der ersten Vorsitzen­den der Bezirksfrauenbauernschaften für Nassau, Frau Overbeck, Wiesbaden, sprach die Ge­schäftsführerin der Bezirksfrauenbauernschaften, Frl. Beige, Limburg, über »Zweck und Ziele der Fr auenb auer n s ch a f te n". Geschäftsführer Droh von der Kreisbauernschaft in Wetzlar wies in kurzen Worten auf die be­sondere Bedeutung der Familienabende hin. Bauernschriftsteller Reuter trug ferner noch Gedichte ernster und heiterer Art vor. Der Ge- langoerinFortuna" verschonte die Feier durch mehrere Gesangsvorträge. Mit Tanz wurde der wohlgelungene Abend beschlossen.

4 Mudersbach, 7. Jan. Gestern abend gegen 8 Uhr ereignete sich hier ein Unglücksfall, der zum Glück noch glimpflich verlief. Ein Herr D e i s aus Eiershausen, der mit einem Bulldogg für ein Ärofdorser Baugeschäft eine Fahrt gemacht hatte, befand sich auf der Heimkehr mit seiner Maschine am Ausgang unseres Dorfes, als unmittelbar hinter der Brücke an der Straßenkreuzung die Steue­rung versagte und das Kraftfahrzeug mit dem i Anhänger die etwa 3 Meter hohe Böschung ' hinunter in den Bach fuhr. Die auf dem Anhänger sitzenden drei Leute kamen mit dem Schrecken davon, der Fahrer selbst erlitt durch das

Kürzlich wurde festgestellt, daß allein im Staate 'Neuyork die 'Bankdepots, deren Besitzer nicht mehr zu ermitteln find, den Betrag von zwei Millionen Dollars errei­chen. älnser Mitarbeiter teilt hier die Ergebnisse einer Umfrage bei den füh­renden deutschen Banken nach ähnlichen Beobachtungen in Deutschland mit.

Don Zeit zu Zeit weiß die amerikanische Presse vonverlorenen Schätzen" zu berichten, von Bankguthaben, deren rechtmäßige Besitzer nicht mehr zu ermitteln und seit Jahrzehnten verschollen find. Solche Fälle, in denen Danken und Sparkassen sich vergeblich bemühen muhten, den Inhaber eines Depots festzustellen, der nach Niederlegung einer Geldsumme oder von Wertpapieren am Bankschalter nicht mehr ge­sehen wurde, waren früher auch in Deutschland keine Seltenheit. Vor dem Krieg erh'.e ll manche Bank oder Depositenkasse im Reich von irgend­einem ihr nicht näher bekannten Kunden Geld oder Wertpapiere zur Ausbewahrung und Ver­waltung. Meldete sich der betreffende Bankkunde nicht nach einem gewissen Zeitraum, um die Herausgabe seines Guthabens zu fordern, dann versuchte die Bank durch öffentliche Bekannt­machung die Rechtsnachfolger des verschollenen Bankkunden zu ermitteln. Diese bei allen deut­schen Banken und Privatbankiers übliche Praxis hat sich seit dem Krieg völlig verändert. Ein bis dahin unbekanntes und in seinen Auswir­kungen nie vorgeahntes Ereignis löschte mit einem Strich alle in deutschen Bankbüchern ver­zeichneten Werte verschollener Bankkunden: die alle deutschen Geld- und Börsenwerte auflösende Inflation. QNs im Herbst 1923 die Milli­arden- und Billivnenkvnten im Dankverkehr nichts Angewöhnliches mef)r waren, hatte sich auch der letzte Rest der nicht abgehobenen Bank- Mthaben. die Jahre und Jahrzehnte in den Stahlfächern deponiert gewesen waren, in ein Nichts aufgelöst. Ein Fall, wie er sich in Wien ereignet hat, wo ein kleiner Handwerker auf dem Höhepunkt der österreichischen Inflation ein im Jahre 1912 einem Wiener Bankhaus anver­trautes Guthaben in Höhe von 10 000 Kronen in Gold ausgezahlt erhielt, weil er auch aus­bedungen hatte, daß diese Einzahlung der 10000 Kronen, die in Goldstücken geschehen war, auf der Depotquittung ausdrücklich vermerkt wurde ein solcher Fall weiser Voraussicht hat sich, wie die Archivare der großen Bankhäuser in der Reichshauptstadt übereinstimmend betonen, in Deutschland nicht zugetragen. Die Nachgiebig­keit jenes Bankbeamten, der dem kleinen Hand­werker auf der Quittung bestätigt hatte, daß die 10000 Kronen in Gold eingezahlt worden waren, und daß der Depotinhaber berechtigt sei. die Rückzahlung auch in Gold zu verlangen, hatte im Jahre 1912, wo niemand an eine Inflation dachte, nichts Besonderes auf sich; nun aber sah sich die Dank in eine recht schwie­rige Lage verseht, denn der Handwerker erzwang nach langwierigen Prozessen die Rückzahlung seines Geldes in Gold, und dies zu einer Zeit, in der die Inflation Milliardenwerte der öster­reichischen Bankkunden längst vernichtet hatte. Der hartnäckige Glaube an das Gold und das Mißtrauen gegenüber Kassenscheinen machten'den kleinen Mann in schlimmster Notzeit zum mehr­fachen Hausbesitzer.

Herrenlose Schätze bei deutschen Banken wurden von den ermittelten Rechtsnachfolgern ober Erb­berechtigten nur dann gehoben, wenn verschollene oder verstorbene Bankkunden ihren Besitz in aus­ländischen Werten, in mexikanischen oder amerika­nischen Börsenwerten angelegt und der Bank zur Verwaltung übergeben hallen. Doch sind das ganz vereinzelte Fälle, die bei der Zusammenzäh- Ding aller durch die Inflation vemichtet.m Mark­guthaben verschollener oder verstorbener Bank­kunde kaum ins Gewicht fallen. Die Zeiten, in denen die Erbberechtigten^ines jahrzehntelang verschollenen Kunden von cmer Bank aufgefordert werden, ihre Rechtsansprüche geltend zu machen, sind längst vorbei. Auch die Ansprüche von Erben an eine Dank, die etwa von einem nicht mehr auffindbaren Kunden vor Kriegsende erstklassige Börsenpapiere zur Verwaltung erhalten hatte, haben keine rechtliche Grundlage, da die nach der Stabilisierung der Mark erforderliche Arnnel-

ger, während 4 Raummeter Eichenknüppel mit 23 bis 27 Mk. bezahlt wurden. Eschenknüppel kosteten 7 Mk., Kirschbaum knüppel durchschnitt­lich 6 bis 8 Mk.. Lärchenknüppel etwa denselben Preis, Fichtenknüppel 4 bis 6 Mk.. Eichenreisig Holz 1. Klasse (Knüppelreisig), Reisigholz 2. Kl. (Stammreisig) kamen 6 Raummeter 18 bis 20 Mk., Reisigholz 3. Kl. (Astreisig) kam der Haufen von 8 Raummeter auf 9 bis 13 Mk. Verhältnismäßig hoch im Preis standen Buchenstöcke 1. Kl. Der Doppelraummeter kostete 15 bis 17 Mk., solche 2. Kl. waren um 2 bis 3 Mk. billiger, und Eichen­stöcke lagen im Preise etwa auf gleicher Höhe. Bei der vorhergehenden Nuhholzverstei- gerung waren die Preise gedrückt, so daß auf einzelne Ausgebote gar fein ober nur ein sehr niedriger Preis geboten würbe. Eichenstammholz 2. Kl. N wurde mit etwa 20 Mk. im Durchschnitts­preis gesteigert. Fichtenderbstangen kosteten je nach Stärke 1 Mk. bis 1,50 Mk.. Fichtenreis- ftangen 4. und 5. Klasse wurden im Haufen von 80 Stück mit 32 bis 35 Mk. zugeschlagen. Bohnen­stangen, gebrauchsfertig zugespiht, kostete der Haufen von 100 Stück 10 bis 11 Mk., Eichennuh- knüppel, 2,5 Meter lang, kosteten 8 bis 9 Mk. je Raummeter.

s. Inheiden, 8. Jan. Es wird hier je län- ger je mehr als großer Ucbelftand empfun­den, daß unser Ort nicht auch an den großen P o.stbez i r k ..Friedberg Land" ange­schlossen ist. Da das Postauto zwischen Bellers- beim und Trais-Horloff in einer Entfernung von nur zehn Minuten an unserem Dorf vorbeifährt, liehe sich die Eingliederung mit nur sehr gerin­gem Zeitverlust ermöglichen, so daß man auch hier den Vorteil der täglich zweimaligen Post, sowie der Sonntagsbeftellung hätte. Auch für den Paket» und Geld verkehr brächte die Anglie- berung große Erleichterungen mit sich, ganz be­sonders aber auch für die Rentenempfänger aller Art, die jetzt jedesmal nach Hungen gehen müs­sen. Hoffentlich gelingt die Einbeziehung noch

nachträglich, zumal nach der Umstellung für uns auch nicht mehr die Möglichkeit besteht, eilige Post den Friedberger Zügen mitzugeben, da diese jetzt pvstlos sind.

Kreis Friedberg.

WSN. Friedberg, 8. Jan. Dem Beispiel anderer Städte folgend, hat sich auch im neu- gewählten Friedberger Stad trat eine Arbeitsgemeinschaft der Mitte gebil­det. Diese Arbeitsgemeinschaft besteht aus den Fraktionen der Demokraten, der Deutschen Volks­partei, des Zentrums, sowie einigen Stadträten, die auf der unpolitischen Liste standen.

Kreis Büdingen.

Bübingen, 8. Jan. Die Genossenschaft Oberhessische Ob ft werke in Bübin­gen wurde bekanntlich vor einigen Wochen von der Landesgenossenschaftsbank zu Darmstadt über­nommen. Das schlechte Obstjahr 1928 hatte sie in finanzielle Schwierigkeiten gebracht, da abge­schlossene Lieferungsverträge auf Apfelmarme- lade nur unter Verwendung teuren ausländischen Obstes eingehalten werden konnten. Zur Ab­deckung der dadurch entstandenen erhöhten Ab­gaben haben die seitherigen Genossen zu ihrem Geschäftsanteil von ursprünglich 100 Mark jetzt noch die im März 1929 beschlossene Erhöhung des Geschäftsanteiles um 400 Mark unverzüglich zuzuzahlen. Don einer Ausschöpfung der Haftsumme soll dafür abgesehen werden. Für viele Keine Geschäftsleute, kleine Landwirte und Arbeiter, die seinerzeit aus ge­schäftlichen Gründen Anteilscheine erwarben, be­deutet diese Mehrinanspruchnahme eine schwere Last.

Kreis Schotten.

Ulfa. 8. Jan. Auf einen plumpen Schw indel fielen vor einigen Tagen zwei auswärtige Firmen herein. Sie empfingen ge­fälschte B e st e l l s ch e i n e, die die Unter- schrift der hiesigen Bürgermeisterei trugen,

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crftelTt und bezogen. Für die Stabt wurde eine neue Kläranlage nach dem neuzeitlichen Emscher-Brunnen-System erbaut. An gewerb­lichen Betrieben ist der Neubau und btc In­betriebnahme einer kleinen W e b e r e i zu nennen. Durch das lleberlandwerk Oberhessen wurde cm neue« Schalthaus errichtet, wodurch in der Stromversorgung des Kreises Lauterbach eine bedeutsame Verbesserung zu verzeichnen ut. AuS dieser kurz zusammengefahten älebersicht. bei der alles nur in großer Linie registriert ist. kann man ersehen, daß die Bautätigkeit erfreulicher­weise wieder stark war. Die Handwerker und Arbeiter waren dadurch in die glückliche Lage verseht, bis zum Spätherbst hinein Arbeit zu haben.

Landkreis Gießen.

$ Saubringen, 8. Jan. Mit Beginn des neuen Jahres ist unser Polizeidiener Karl Schäfer in den wohlverdienten Ruhest an d getreten. Ein Menschenalter 45 Jahre hm- durch bat er sein Amt zur vollsten Zufriedenheit nicht nur der Gemeindeverwaltung, sondern der Gemeinde überhaupt geführt. Der Gemeinderat beschloß deshalb in seiner letzten Sitzung, dem seitherigen Polizeidiener eine laufende monat­liche Beihilfe zu gewähren. 3m Laufe des ver­flossenen Jahres war die Polizeidienerstelle in­nerhalb der Gemeinde bereits zur öffentlichen Bewerbung ausgeschrieben. Daß sie sehr begeh­renswert war, zeigt die hohe Zahl der Bewerber. Der Gemeinderat wählte von den 16 Meldungen den Kriegsbeschädigten und seitherigen Hütten­arbeiter Heinrich Mohr zum neuen Pollzei- biener. der seine ©teile bereits angetreten hat. Wit seinem Amte ist neuerdings auch der Nacht­wächterposten verbunden- .

s.Beuern. 8. Jan. Dieser Tage wurde die älteste Einwohnerin unssres Dorfes, die Witwe Susanne Fiedler aus der Krebs- mühle. zu Grabe getragen. Sie hatte das hohe Alter von über 88 Jahren erreicht. Sie war eine Verwandte des früheren Gießener Pfarrers Schwabe. Nachdem im vergangenen Jahr auch unsere zweitälteste Einwohnerin Marie D»et- rich verstarb, stehen nun unsre ältesten N(it- bütger im Anfang der Achtziger, u. a. auch der einzige noch lebende Kriegsveteran Heinrich Sornmerlad.

5 Lich 8. Jan. An der ersten Sitzung des neuen Gerne inderats nahmen neben dem Bürgermeister und dem Beigeordneten sämt­liche 12 Gemeinderatsmitglisder teil. 'Bürger­meister Geil eröffnete die Versammlung, an der auch Zuhörer in größerer Zahl teilnahmen, mit Worten herzlicher Begrüßung. Er führte u. a. aus. daß oberster Grundsatz aller Tätigkeit eines Gemeinderatsmitgliedes das Wohl der Stadt und ihrer Bevölkerung sein und bleiben müsse. Mit der Wahl seien die Gemeinderatsmitglieder nicht mehr Vertreter einzelner Wirlschaftsgruppen und Parteien, die sie aufgestellt und gewählt hätten, sondern Vertreter der gesamten Bürgerschaft. Den Gemeinden sei in der Nachkriegszeit ein bedeu­tend vergrößerter Aufgabenkreis zugefallen, dessen finanzieller Auswirkung keine entsprechen­den Einnahmen gegenüberftünden. Den richtigen Weg zu finden, die Entwicklung der Stadt stetig weiter zu fördern, vor dringenden Aufgaben nicht zurückzuschrecken und einen gerechten Lastenaus­gleich herbeizufühven. um die schwer um ipix Existenz kämpfende Wirtschaft nicht übermäßig weiter zu belasten, das sei in der Hauptsache die Ausgabe, die von dem Gemeinderat zu lösen sei. Wer an verantwortungsvoller Stelle stehe, könne es nicht jedem recht machen. Kritik zu üben sei ja bekairntermahen immer leichter, als etwas selbst zu machen. Wenn aber die Arbeit unter dem Leitstern der Gerechtigkeit, älnparteilichkeit und des gegenseitigen Vertrauens, lediglich aus Sorge für das Gemeinwohl geleistet würde, dann könnten die Gemeinderatsmitglieder ruhig jeder Kritik cntgegensehen. Durch Handschlag wurden darauf die vier neu in den Gemeinderat eintre- tenden Herren Heinrich Schmidt WIL. Karl Ludwig Insel. Heinrich Vater und Johann Lang durch den Bürgermeister verpflichtet und die übrigen Herren auf ihre bei ihrer früheren Amtseinführung erfolgte Verpflichtung hinge­wiesen. Sodann wurde die Wahl der Deputa­tionen und Kommissionen vorgenommen. 3u bil­den waren 1. als Deputationen: der städt. Wohlfahrtsausschuß und die städt. Wohnungs- öeputation. 2. als Kommissionen: die Fi- nanzkommission, die Baukommission, der Schul­vorstand. die Landwirtschaftlichr Kommission, zu­gleich auch Faselvieh- und Grunderwerbkom­mission. die Wassergeldkommission, die Markt­kommission. die Holzverwertungskommission und der Wiesenvorstand Die 'Besetzung sämtlicher Kommissionen und Deputationen ging reibungs­los vonstatten. da man sich bei der Verteilung der Sitze unter Berücksichtigung des Stärkeverhält­nisses der Wirtschaftsgruppen und Parteien nach dem Grundsatz Der Loyalität zu einigen verstand. Als Kontrolleur wurde das seitherige Mitglied Ludwig Wolf II. wiedergewählt. Im Anschluß hieran stimmte der Gemeinderat dem freihändigen Verkauf des überwiegenden Telles des Anfalles non ReUftangen aus der diesjährigen Holzernte an einen Interessenten zum Preise von 10 Pf- pro Stück zu. beschloß weiterhin, die inneren Ausbauarbeiten einer Wohnung im Dachgeschoß des Mietpostgebäudes im lokalen öffentlichen 'Wettbewerb zu tiergeben und genehmigte die Krediterweiterung deä als Zuschuß der Stadt zur Bestreitung der Bedürsirisse der städt. Wohl- sahrtskasse für das Rechnungsjahr 1927 vor­gesehenen Betrags von 9000 Mk. auf 9500 Mk.

* Lich, 8. Jan. Zur Zeit ist man dabei, einem dringenden Wunsche der Anlieger der vorderen Hintergasse Rechnung zu tragen, indem man die letzten Reste der leidigen Kanal- um Wechselung dadurch beseitigt, daß der Graben Pflasterung erhält und alle Hinder» niftc beseitigt werden.

Langd, 8. Jan. Gestern wurde hier im Saale von Ronthaler die erste Breynholz- v ersteigern ng aus Staatswalddistrikten ab- gehalten, zu der sich eine außerordentlich große Zahl von Kaufliebhabem (über 300) aus den um- liegenden Ortschaften und bis weit in die Wet­terau hinein eingefunden hatte. Die Preise lagen durchschnittlich um 2 bis 3 Mk. unter den vor­jährigen. Dies hat seinen Grund in dem seit­herigen milden Winter und in der Umkehr zur Kohlenheizung. Es kamen im ganzen 1155 Raum­meter Harthcstz und 750 Raummeter Reisig zum Ausgebot. Es wurden bezahlt für den Doppel­raummeter Duchenscheitholz 1. Klasse 26 bis 28 Mk.. 2. Klasse 19 bis 21 Mk., Eichenscheitholz rund 18 bis 20 MI Der Doppelraummeter Buchenknüppel stellte sich auf 19 bis 21 Mk., Hainbuchenknüppel waren um ein geringes billi-