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düng von Wertpapieren zur Umstellung auf Goldbafis in der Regel unterlassen worden ist. Rach der Stabilisierung der Mark hat die Kapi- talnot den Zustand geschaffen, daß sich auf absehbare Zeit in deutschen Danken keine Schätze haben anfammeln können, und Gros)- und Privatbanken sind so vielleicht für Jahrzehnt: der Sorge enthoben, nach verschollenen Koutobe- sitzcrn forschen zu müllen. Wenn es einmal ganz vereinzelt vorkcmmt, das) der Mieter eines Stahlfaches nicht aufzufinden und die M.etsfrist ab- gclaufen ist, läßt die Dankleitung den Tresor öffnen und seinen Inhalt untersuchen. D:i einer solchen Gelegenheit werden heute nur noch in den allerseltenften Fällen nennenswerte Schätze
zurückveichte, und der unzweifelhaft dartat, daß er der Nachkomme der Frau war, die in weiser Voraussicht eines geldbedürftigen Enkels ihre schönen Dollars so nutzbringend angelegt halte. Schließlich wurde aber zu seinem Pech ermittelt, daß Johanna Murphy in Wirklichkeit eine Negerin aus Afrika war, die sich diesen Namen aufs Geratewohl zugelegt hatte.
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Herrenlose Schätze.
Bankkonten, deren Inhaber verschwunden sind. — Verschollene Erben auch in Deutschland? — Was die Großbanken sagen. — Bankdetektive bei -er Arbeit. Der CRomon der Johanna Murphy
Von Ludwig Naurath.
festgestellt.
In Amerika, wo keine Geldentwertung eine so einschneidende Zäsur im Wirtschaf s e-e.i h rller- lassen hat. kommt es naturgemäß häufiger vor, daß der Inhaber eines Bankkontos in Vergessenheit gerät. Allein im Staate Neuyork belaufen sich diese Guthaben auf zwei Millionen Dollars. Es kommt vor, daß man nach der Einzahlung nie mehr etwas von dem Eigen- • hört, daß niemals von Erben Ansprüche Aiiszahlung gestellt werden^ in solchen
oft du doch so alt ihrheit "gesprochen, ut! Wer aber hat M Hast du mir reu, daß du mich deine Wege nicht d-r zehn fach« phnisches Lächeln .1 ich nicht anders -eitere Mi Iah« leblich auf deine Schon längst toarc hatte ich dich nur a du dir aus anr hast, finden wn« . Frau von Rech <vh gefunden, und
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auf Auszahlung gestellt werden: rn solchen Fällen muß das Geld bis zum jüngsten Tag in den Düchern der Dank stehen bleiben. Der Inhaber des Depots sitzt unter älmständen im Gefängnis, vegetiert im Irrenhaus dahin, ist vielleicht unmi telbar nach der Einzahlung einem Verkehrsunglück zum.Opfer gefallen, und niemand kümmert sich um sein Schicksal. Im allgemeinen geht aber die Zahl dieser Fälle dauernd zurück. Dafür sorgen schon die Demühungen der amerikanischen Danken. Wenn nämlich auf ein Konto im Laufe von fünf Jahren weder Geld eingezahlt noch von ihm abgehoben wird, so muß die staatliche Danlstelle davon in Kenntnis gesetzt werden. Das Depot gilt dann als „stilles Konto" und wird in der Zeitung als solches angrzcigt. Im selben Augenblick beginnen die Recherchen der Danken, die sich oft jahrelang hinziehen. bis sie zu einem Erfolg führen. Es kommt natürlich auch vor, daß man den Gesuchten nicht findet; im allgemeinen aber gelangen die Daukdetekt.ve selbst in den rätselhaftesten Fällen zum Ziel. So hatte sich in einer Neuhorker Bank folgender <w[ zugetragen: Ein Kontoinhaber hatte eben sein Depot von einer Bank abgehoben und auf eine andere übertragen, als er auf der Straße überfahren wurde und tot am Platze blieb. Seine Frau wurde wahnsinnig, die Kinder kamen ins Waisenhaus. Einige von ihnen änderten die Schreibweise ihres flamens, andere nannten sich nach Adoptiveltern. Trotzdem fanden sie die Rechercheure der Bank, und nach mehr als fünfzig Jahren erhielten sie das väterliche Erbteil zurück.
Es soll zahllose Fälle solcher Art geben — amerikanischen Ursprungs wohlgemertt! Man kann den deutschen Bankiers, die man nach ähnlichen Vorgängen in ihrer Praxis fragt, das milde Lächeln der Skepsis nachsehen, mit dem sie antworten. Die meisten Geschichten dieser Art, so behaupten sie, seien K uder der amerikanischen Phantasie; aber eine der kuriosesten hat doch den Vorzug, durch die Qltten beglaubigt zu sein. Von Johanna Murphy, der Besitzerin eines Anteilscheins der Bank von Manhattan Company, hatte man im Jahre 1824 das letzte Mal etwas gehört; inzwischen hatte sich der Wert des Anteilscheines um 200 Dividendenzahlungen, davon eine au hundert Prozent, vermehrt. Die Eigentümerrn mußte längst gestorben sein, und die Bank fahndete nach den Erben. Die Bekanntmachungen in den Zeitungen hatten einen unerwarteten Erfolge mehrere hundert Leute behaupteten, von jener Johanna Murphy abzu- stammen, und ein besonders hartnäckiger Prätendent auf das schöne Guthaben legte sogar einen Stammbamn vor, der Generationen weit
und ließen zwei Schreibmaschinen. ehr Harmonium und ein Grammophon an diese Adresse abgehen. Das Erstaunen hier war groß, als die Gegenstände ankamen. Die Bürgermeisterei setzte sich sofort mit eine der Firmen in Verbindung, und so konnte der Schwindel aufgeklärt werden. Der Verdacht lenkte sich auf einen Chauffeur, der früher eine der oberhessischen Autolinien befuhr, aber entlassen war. Er wurde auch als Täter entlarvt und festgenommen. Die Provision hatte er bei Ueberreichung der fingierten Bestellscheine bereits erhalten.
T Glashütten, 8. Jan. Am vorigen Sonntag konnte die hiesige Hebamme Elise Böck ihr 40. Dienst jubilä um in bester Gesundheit begehen. Am Nachmittag nahm der Gemeinderat am Gottesdienst teil, in dem der Orts-» geistliche in der Predigt und im Gebet der Jubilarin gedachte. Die Schulkinder fangen zwei schöne Choräle. Sogleich nach dem Gottesdienst begaben ich der Ortsvorstand, sowie der Kirchen- und Schulvorstand in das Haus der Gefeierten. Bürgermeister Dinges überreichte im Namen der Gemeinde einen sehr schönen Sessel. Der Orts- g e i st l i ch e überbrachte dann in einer längeren Ansprache die Glückwünsche des Gemeinde-, sowie des Kirchen- und Schulvorstandes. Als äußeres Zeichen des Dankes für die verantwor lungsvolle Tätigkeit der Jubilarin machte der Kirchenvorstand in sinnvoller Weise der Jubilarin da« prachtvolle Wandbild von Rudolf Schäfer „Mutterglück" zum Geschenk. Im Laufe des Nachmittags erschienen noch viele Dorffrauen im Haus, um der Jubilarin durch Geschenke ihre Dankbarkeit zu bezeugen. Ebenso hatte es sich die Familie Dr. Lucius (Hirzenhain) nicht nehmen lassen, persönlich Glückwünsche zu Überbringern Auch von dem Kreisgesundheitsamt in Büdingen war ein Glückwunschschreiben eincetroffen, das Ministerium des Jnnenr, Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, hätte in einem längeren Schreiben der Jubilarin Dank und Anerkennung für ihre wertvolle Dienste ausgesprochen. Frau Elise Böck steht im 62. Lebensjah 'e. Bei den reichen Kenntnissen, die ihr eigen sind, wäre es sehr zu begrüßen, wenn sie noch lange Jahre ihres Amtes walten könnte.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
> Wißmar. 8.Jan. älnfer Volksbildungsausschuh, zu dessen Aufgaben die Mitarbeit an den Fragen der Bildung vom Kleinkind bis zum Erwachseireu gehört, hatte schon seit längerer Zeit die Absicht, die schulentlassenen Mädchen, die infolge Fehlens einer Mädchen- Fortbildungsschule ganz ohne geistige Kost sind, zusammenzuschließen. Das ist nun im Herbst 1929 gelungen, weil uns in unserer Lehrerin Frl. Hofmann eine Kraft zur Verfügung steht, die sich mit ganzer Liebe der Aufgabe widmet. Dabei wird sie m der hauswirtschaftlichen Arbeit von Frau Görnert und Schnorr und Frl. Hedi Lucas unterstützt. Lieber 50 Mädchen von 14 bis 21 Jahren haben sich unter Frl. Hofmanns Führung bereinigt, um allwöchentlich am Mittwochabend in der Schule, weil uns noch ein Jugendheim fehlt, zu nützlichem und geselligem Tun zusammenzu- kommen. Da wird gelesen, gehandarbeitet, gesungen und getanzt, gebacken und gespielt. Kürzlich trat nun du Jungmädchengruppe mit einer eigenen Weihnachtsfeier von ihre Mütter, die vollzählig erschienen waren. In der verhältnismäßig kurzen Zeit war eine sehr reichhaltige Vortragsfolge entstanden, bei der Gedichtvorträge, Neigen, Chorgesang in bunter Folge wechselten. Im Mittelpunkt stand ein hessisches Krippenspiel. In ihrer Ansprache legte die Leiterin den Müttern Ziel und Aufgabe der Jung- mädchengruppe dar. „Freude sei der Leitstern und soll es bleiben!" Die Herren Schnorr und Z i tz- m a n n hatten in dankenswerter Weise die musikalische Begleitung übernommen und erfreuten auch in den Pausen durch ihr Spiel. Neben den geistigen Genüssen kam auch der Magen zu seinem Recht. Denn den Schluß der Feier bildete ein gemütliches Kaffeetrinken, wobei junge Mädchen bedienten. Dabei war Gelegenheit, auch das selbst- gebackene Weihnachtsgebäck zu versuchen. Der Vorsitzende des Volksbildungs-Ausschusses stattete im Namen der Gäste den Dank für das Gebotene ab und schloß mit dem Wunsch, die freudige Gemeinschaftsarbeit möge bei diesem jüngsten Zweig der dörflichen Bildungsarbeit weiter blühen und wachsen. — Am nächsten Samstag spricht Lehrer S ch n o r r über die Geschichte oon Wißmar und zeigt dabei eine Anzahl Lichtbilder. — Für den 16. Februar ist ein Llnterhaltungsabend vorgesehen.
0 Kinzenbach, 8. Jan. Die hiesige Ortsgruppe des Kreisbauernvereins veranstaltete am Samstagabend einen Bauern- abend, der durch die Anwesenheit des Reichs- landbundpräsidenten Hepp eine besondere Note erhielt. Mit herzlichen Begrützungsworten des Ortsgruppenvorsihenden Depler wurde die Feier eröffnet. Alsdann kam ein von Herrn Hofmann zu Ehren des Bauernschriftstellers Wilhelm Reuter, Dornholzhausen, verfaßtes Gedicht zum Vortrag. Große Aufmerksamkeit wurde dem Vortrag des Bauernschriftstellers Reuter, DornholAausen, über das Thema: „Die Mission des Landvolkes" gewidmet. Der Redner erntete für seinen Vortrag lebhaften Beifall. Reichlandbundpräsident Hepp sprach dann über das Thema „Niedergang und QI u f ft i c g.“ Mit großem Beifall dankte die Versammlung dem Landbundführer. Nach kurzen Dgruhungsworten der ersten Vorsitzenden der Bezirksfrauenbauernschaften für Nassau, Frau Overbeck, Wiesbaden, sprach die Geschäftsführerin der Bezirksfrauenbauernschaften, Frl. Beige, Limburg, über »Zweck und Ziele der Fr auenb auer n s ch a f te n". Geschäftsführer Droh von der Kreisbauernschaft in Wetzlar wies in kurzen Worten auf die besondere Bedeutung der Familienabende hin. Bauernschriftsteller Reuter trug ferner noch Gedichte ernster und heiterer Art vor. Der Ge- langoerin „Fortuna" verschonte die Feier durch mehrere Gesangsvorträge. Mit Tanz wurde der wohlgelungene Abend beschlossen.
4 Mudersbach, 7. Jan. Gestern abend gegen 8 Uhr ereignete sich hier ein Unglücksfall, der zum Glück noch glimpflich verlief. Ein Herr D e i s aus Eiershausen, der mit einem Bulldogg für ein Ärofdorser Baugeschäft eine Fahrt gemacht hatte, befand sich auf der Heimkehr mit seiner Maschine am Ausgang unseres Dorfes, als unmittelbar hinter der Brücke an der Straßenkreuzung die Steuerung versagte und das Kraftfahrzeug mit dem i Anhänger die etwa 3 Meter hohe Böschung ' hinunter in den Bach fuhr. Die auf dem ■ Anhänger sitzenden drei Leute kamen mit dem Schrecken davon, der Fahrer selbst erlitt durch das
Kürzlich wurde festgestellt, daß allein im Staate 'Neuyork die 'Bankdepots, deren Besitzer nicht mehr zu ermitteln find, den Betrag von zwei Millionen Dollars erreichen. älnser Mitarbeiter teilt hier die Ergebnisse einer Umfrage bei den führenden deutschen Banken nach ähnlichen Beobachtungen in Deutschland mit.
Don Zeit zu Zeit weiß die amerikanische Presse von „verlorenen Schätzen" zu berichten, von Bankguthaben, deren rechtmäßige Besitzer nicht mehr zu ermitteln und seit Jahrzehnten verschollen find. Solche Fälle, in denen Danken und Sparkassen sich vergeblich bemühen muhten, den Inhaber eines Depots festzustellen, der nach Niederlegung einer Geldsumme oder von Wertpapieren am Bankschalter nicht mehr gesehen wurde, waren früher auch in Deutschland keine Seltenheit. Vor dem Krieg erh'.e ll manche Bank oder Depositenkasse im Reich von irgendeinem ihr nicht näher bekannten Kunden Geld oder Wertpapiere zur Ausbewahrung und Verwaltung. Meldete sich der betreffende Bankkunde nicht nach einem gewissen Zeitraum, um die Herausgabe seines Guthabens zu fordern, dann versuchte die Bank durch öffentliche Bekanntmachung die Rechtsnachfolger des verschollenen Bankkunden zu ermitteln. Diese bei allen deutschen Banken und Privatbankiers übliche Praxis hat sich seit dem Krieg völlig verändert. Ein bis dahin unbekanntes und in seinen Auswirkungen nie vorgeahntes Ereignis löschte mit einem Strich alle in deutschen Bankbüchern verzeichneten Werte verschollener Bankkunden: die alle deutschen Geld- und Börsenwerte auflösende Inflation. QNs im Herbst 1923 die Milliarden- und Billivnenkvnten im Dankverkehr nichts Angewöhnliches mef)r waren, hatte sich auch der letzte Rest der nicht abgehobenen Bank- Mthaben. die Jahre und Jahrzehnte in den Stahlfächern deponiert gewesen waren, in ein Nichts aufgelöst. Ein Fall, wie er sich in Wien ereignet hat, wo ein kleiner Handwerker auf dem Höhepunkt der österreichischen Inflation ein im Jahre 1912 einem Wiener Bankhaus anvertrautes Guthaben in Höhe von 10 000 Kronen in Gold ausgezahlt erhielt, weil er auch ausbedungen hatte, daß diese Einzahlung der 10000 Kronen, die in Goldstücken geschehen war, auf der Depotquittung ausdrücklich vermerkt wurde — ein solcher Fall weiser Voraussicht hat sich, wie die Archivare der großen Bankhäuser in der Reichshauptstadt übereinstimmend betonen, in Deutschland nicht zugetragen. Die Nachgiebigkeit jenes Bankbeamten, der dem kleinen Handwerker auf der Quittung bestätigt hatte, daß die 10000 Kronen in Gold eingezahlt worden waren, und daß der Depotinhaber berechtigt sei. die Rückzahlung auch in Gold zu verlangen, hatte im Jahre 1912, wo niemand an eine Inflation dachte, nichts Besonderes auf sich; nun aber sah sich die Dank in eine recht schwierige Lage verseht, denn der Handwerker erzwang nach langwierigen Prozessen die Rückzahlung seines Geldes in Gold, und dies zu einer Zeit, in der die Inflation Milliardenwerte der österreichischen Bankkunden längst vernichtet hatte. Der hartnäckige Glaube an das Gold und das Mißtrauen gegenüber Kassenscheinen machten'den kleinen Mann in schlimmster Notzeit zum mehrfachen Hausbesitzer.
Herrenlose Schätze bei deutschen Banken wurden von den ermittelten Rechtsnachfolgern ober Erbberechtigten nur dann gehoben, wenn verschollene oder verstorbene Bankkunden ihren Besitz in ausländischen Werten, in mexikanischen oder amerikanischen Börsenwerten angelegt und der Bank zur Verwaltung übergeben hallen. Doch sind das ganz vereinzelte Fälle, die bei der Zusammenzäh- Ding aller durch die Inflation vemichtet.m Markguthaben verschollener oder verstorbener Bankkunde kaum ins Gewicht fallen. Die Zeiten, in denen die Erbberechtigten^ines jahrzehntelang verschollenen Kunden von cmer Bank aufgefordert werden, ihre Rechtsansprüche geltend zu machen, sind längst vorbei. Auch die Ansprüche von Erben an eine Dank, die etwa von einem nicht mehr auffindbaren Kunden vor Kriegsende erstklassige Börsenpapiere zur Verwaltung erhalten hatte, haben keine rechtliche Grundlage, da die nach der Stabilisierung der Mark erforderliche Arnnel-
ger, während 4 Raummeter Eichenknüppel mit 23 bis 27 Mk. bezahlt wurden. Eschenknüppel kosteten 7 Mk., Kirschbaum knüppel durchschnittlich 6 bis 8 Mk.. Lärchenknüppel etwa denselben Preis, Fichtenknüppel 4 bis 6 Mk.. Eichenreisig Holz 1. Klasse (Knüppelreisig), Reisigholz 2. Kl. (Stammreisig) kamen 6 Raummeter 18 bis 20 Mk., Reisigholz 3. Kl. (Astreisig) kam der Haufen von 8 Raummeter auf 9 bis 13 Mk. Verhältnismäßig hoch im Preis standen Buchenstöcke 1. Kl. Der Doppelraummeter kostete 15 bis 17 Mk., solche 2. Kl. waren um 2 bis 3 Mk. billiger, und Eichenstöcke lagen im Preise etwa auf gleicher Höhe. Bei der vorhergehenden Nuhholzverstei- gerung waren die Preise gedrückt, so daß auf einzelne Ausgebote gar fein ober nur ein sehr niedriger Preis geboten würbe. Eichenstammholz 2. Kl. N wurde mit etwa 20 Mk. im Durchschnittspreis gesteigert. Fichtenderbstangen kosteten je nach Stärke 1 Mk. bis 1,50 Mk.. Fichtenreis- ftangen 4. und 5. Klasse wurden im Haufen von 80 Stück mit 32 bis 35 Mk. zugeschlagen. Bohnenstangen, gebrauchsfertig zugespiht, kostete der Haufen von 100 Stück 10 bis 11 Mk., Eichennuh- knüppel, 2,5 Meter lang, kosteten 8 bis 9 Mk. je Raummeter.
s. Inheiden, 8. Jan. Es wird hier je län- ger je mehr als großer Ucbelftand empfunden, daß unser Ort nicht auch an den großen P o.stbez i r k ..Friedberg Land" angeschlossen ist. Da das Postauto zwischen Bellers- beim und Trais-Horloff in einer Entfernung von nur zehn Minuten an unserem Dorf vorbeifährt, liehe sich die Eingliederung mit nur sehr geringem Zeitverlust ermöglichen, so daß man auch hier den Vorteil der täglich zweimaligen Post, sowie der Sonntagsbeftellung hätte. Auch für den Paket» und Geld verkehr brächte die Anglie- berung große Erleichterungen mit sich, ganz besonders aber auch für die Rentenempfänger aller Art, die jetzt jedesmal nach Hungen gehen müssen. Hoffentlich gelingt die Einbeziehung noch
nachträglich, zumal nach der Umstellung für uns auch nicht mehr die Möglichkeit besteht, eilige Post den Friedberger Zügen mitzugeben, da diese jetzt pvstlos sind.
Kreis Friedberg.
WSN. Friedberg, 8. Jan. Dem Beispiel anderer Städte folgend, hat sich auch im neu- gewählten Friedberger Stad trat eine Arbeitsgemeinschaft der Mitte gebildet. Diese Arbeitsgemeinschaft besteht aus den Fraktionen der Demokraten, der Deutschen Volkspartei, des Zentrums, sowie einigen Stadträten, die auf der unpolitischen Liste standen.
Kreis Büdingen.
Bübingen, 8. Jan. Die Genossenschaft Oberhessische Ob ft werke in Bübingen wurde bekanntlich vor einigen Wochen von der Landesgenossenschaftsbank zu Darmstadt übernommen. Das schlechte Obstjahr 1928 hatte sie in finanzielle Schwierigkeiten gebracht, da abgeschlossene Lieferungsverträge auf Apfelmarme- lade nur unter Verwendung teuren ausländischen Obstes eingehalten werden konnten. Zur Abdeckung der dadurch entstandenen erhöhten Abgaben haben die seitherigen Genossen zu ihrem Geschäftsanteil von ursprünglich 100 Mark jetzt noch die im März 1929 beschlossene Erhöhung des Geschäftsanteiles um 400 Mark unverzüglich zuzuzahlen. Don einer Ausschöpfung der Haftsumme soll dafür abgesehen werden. Für viele Keine Geschäftsleute, kleine Landwirte und Arbeiter, die seinerzeit aus geschäftlichen Gründen Anteilscheine erwarben, bedeutet diese Mehrinanspruchnahme eine schwere Last.
Kreis Schotten.
Ulfa. 8. Jan. Auf einen plumpen Schw indel fielen vor einigen Tagen zwei auswärtige Firmen herein. Sie empfingen gefälschte B e st e l l s ch e i n e, die die Unter- schrift der hiesigen Bürgermeisterei trugen,
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crftelTt und bezogen. Für die Stabt wurde eine neue Kläranlage nach dem neuzeitlichen Emscher-Brunnen-System erbaut. An gewerblichen Betrieben ist der Neubau und btc Inbetriebnahme einer kleinen W e b e r e i zu nennen. Durch das lleberlandwerk Oberhessen wurde cm neue« Schalthaus errichtet, wodurch in der Stromversorgung des Kreises Lauterbach eine bedeutsame Verbesserung zu verzeichnen ut. AuS dieser kurz zusammengefahten älebersicht. bei der alles nur in großer Linie registriert ist. kann man ersehen, daß die Bautätigkeit erfreulicherweise wieder stark war. Die Handwerker und Arbeiter waren dadurch in die glückliche Lage verseht, bis zum Spätherbst hinein Arbeit zu haben.
Landkreis Gießen.
$ Saubringen, 8. Jan. Mit Beginn des neuen Jahres ist unser Polizeidiener Karl Schäfer in den wohlverdienten Ruhest an d getreten. Ein Menschenalter — 45 Jahre — hm- durch bat er sein Amt zur vollsten Zufriedenheit nicht nur der Gemeindeverwaltung, sondern der Gemeinde überhaupt geführt. Der Gemeinderat beschloß deshalb in seiner letzten Sitzung, dem seitherigen Polizeidiener eine laufende monatliche Beihilfe zu gewähren. 3m Laufe des verflossenen Jahres war die Polizeidienerstelle innerhalb der Gemeinde bereits zur öffentlichen Bewerbung ausgeschrieben. Daß sie sehr begehrenswert war, zeigt die hohe Zahl der Bewerber. Der Gemeinderat wählte von den 16 Meldungen den Kriegsbeschädigten und seitherigen Hüttenarbeiter Heinrich Mohr zum neuen Pollzei- biener. der seine ©teile bereits angetreten hat. Wit seinem Amte ist neuerdings auch der Nachtwächterposten verbunden- .
s.Beuern. 8. Jan. Dieser Tage wurde die älteste Einwohnerin unssres Dorfes, die Witwe Susanne Fiedler aus der Krebs- mühle. zu Grabe getragen. Sie hatte das hohe Alter von über 88 Jahren erreicht. Sie war eine Verwandte des früheren Gießener Pfarrers Schwabe. Nachdem im vergangenen Jahr auch unsere zweitälteste Einwohnerin Marie D»et- rich verstarb, stehen nun unsre ältesten N(it- bütger im Anfang der Achtziger, u. a. auch der einzige noch lebende Kriegsveteran Heinrich Sornmerlad.
5 Lich 8. Jan. An der ersten Sitzung des neuen Gerne inderats nahmen neben dem Bürgermeister und dem Beigeordneten sämtliche 12 Gemeinderatsmitglisder teil. 'Bürgermeister Geil eröffnete die Versammlung, an der auch Zuhörer in größerer Zahl teilnahmen, mit Worten herzlicher Begrüßung. Er führte u. a. aus. daß oberster Grundsatz aller Tätigkeit eines Gemeinderatsmitgliedes das Wohl der Stadt und ihrer Bevölkerung sein und bleiben müsse. Mit der Wahl seien die Gemeinderatsmitglieder nicht mehr Vertreter einzelner Wirlschaftsgruppen und Parteien, die sie aufgestellt und gewählt hätten, sondern Vertreter der gesamten Bürgerschaft. Den Gemeinden sei in der Nachkriegszeit ein bedeutend vergrößerter Aufgabenkreis zugefallen, dessen finanzieller Auswirkung keine entsprechenden Einnahmen gegenüberftünden. Den richtigen Weg zu finden, die Entwicklung der Stadt stetig weiter zu fördern, vor dringenden Aufgaben nicht zurückzuschrecken und einen gerechten Lastenausgleich herbeizufühven. um die schwer um ipix Existenz kämpfende Wirtschaft nicht übermäßig weiter zu belasten, das sei in der Hauptsache die Ausgabe, die von dem Gemeinderat zu lösen sei. Wer an verantwortungsvoller Stelle stehe, könne es nicht jedem recht machen. Kritik zu üben sei ja bekairntermahen immer leichter, als etwas selbst zu machen. Wenn aber die Arbeit unter dem Leitstern der Gerechtigkeit, älnparteilichkeit und des gegenseitigen Vertrauens, lediglich aus Sorge für das Gemeinwohl geleistet würde, dann könnten die Gemeinderatsmitglieder ruhig jeder Kritik cntgegensehen. Durch Handschlag wurden darauf die vier neu in den Gemeinderat eintre- tenden Herren Heinrich Schmidt WIL. Karl Ludwig Insel. Heinrich Vater und Johann Lang durch den Bürgermeister verpflichtet und die übrigen Herren auf ihre bei ihrer früheren Amtseinführung erfolgte Verpflichtung hingewiesen. Sodann wurde die Wahl der Deputationen und Kommissionen vorgenommen. 3u bilden waren 1. als Deputationen: der städt. Wohlfahrtsausschuß und die städt. Wohnungs- öeputation. 2. als Kommissionen: die Fi- nanzkommission, die Baukommission, der Schulvorstand. die Landwirtschaftlichr Kommission, zugleich auch Faselvieh- und Grunderwerbkommission. die Wassergeldkommission, die Marktkommission. die Holzverwertungskommission und der Wiesenvorstand Die 'Besetzung sämtlicher Kommissionen und Deputationen ging reibungslos vonstatten. da man sich bei der Verteilung der Sitze unter Berücksichtigung des Stärkeverhältnisses der Wirtschaftsgruppen und Parteien nach dem Grundsatz Der Loyalität zu einigen verstand. Als Kontrolleur wurde das seitherige Mitglied Ludwig Wolf II. wiedergewählt. Im Anschluß hieran stimmte der Gemeinderat dem freihändigen Verkauf des überwiegenden Telles des Anfalles non ReUftangen aus der diesjährigen Holzernte an einen Interessenten zum Preise von 10 Pf- pro Stück zu. beschloß weiterhin, die inneren Ausbauarbeiten einer Wohnung im Dachgeschoß des Mietpostgebäudes im lokalen öffentlichen 'Wettbewerb zu tiergeben und genehmigte die Krediterweiterung deä als Zuschuß der Stadt zur Bestreitung der Bedürsirisse der städt. Wohl- sahrtskasse für das Rechnungsjahr 1927 vorgesehenen Betrags von 9000 Mk. auf 9500 Mk.
* Lich, 8. Jan. Zur Zeit ist man dabei, einem dringenden Wunsche der Anlieger der vorderen Hintergasse Rechnung zu tragen, indem man die letzten Reste der leidigen Kanal- um Wechselung dadurch beseitigt, daß der Graben Pflasterung erhält und alle Hinder» niftc beseitigt werden.
Langd, 8. Jan. Gestern wurde hier im Saale von Ronthaler die erste Breynholz- v ersteigern ng aus Staatswalddistrikten ab- gehalten, zu der sich eine außerordentlich große Zahl von Kaufliebhabem (über 300) aus den um- liegenden Ortschaften und bis weit in die Wetterau hinein eingefunden hatte. Die Preise lagen durchschnittlich um 2 bis 3 Mk. unter den vorjährigen. Dies hat seinen Grund in dem seitherigen milden Winter und in der Umkehr zur Kohlenheizung. Es kamen im ganzen 1155 Raummeter Harthcstz und 750 Raummeter Reisig zum Ausgebot. Es wurden bezahlt für den Doppelraummeter Duchenscheitholz 1. Klasse 26 bis 28 Mk.. 2. Klasse 19 bis 21 Mk., Eichenscheitholz rund 18 bis 20 MI Der Doppelraummeter Buchenknüppel stellte sich auf 19 bis 21 Mk., Hainbuchenknüppel waren um ein geringes billi-


