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Nr. 287 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheften) Montag, 8. Dezember 1950

Wirtschaft.

Zurückziehung vonWechselsteuermarken

Berlin, 6. Dez. (WTD.) Verordnung über die Zurückziehung von Wechselsteuer- marken vom 3. Dezember 1930 besagt u. a., die in den Ausführungsbestimmungen zum Wechsel- steuergesetz vom 19. September 1923 und in der Fassung des Artikels I Ar. 3 der Verordnung zur Aenderung der Ausführungsbestimmungen zum Wechselsteuergeseh vom 23. Dezember 1924 bezeich­neten. aus Reichsmark und Aeichspfennig lauten­den Wechselsteuermarken dürfen vom 1. 3an. 193 1 a b nicht mehr Entrichtung der Wech­selsteuer verwendet werden. Soweit diese Marken ungebraucht und am 1. 3<muar 1931 noch in den Händen von Steuerpflichtigen, oder sonst im Ver­kehr sind, wird Ersatz geleistet, wenn er s p ä t e- stens bis zum 3 0. 3un i 19 31 bei einem mit der Verwaltung der Wechselsteuer befaßten Finanzamt unter Einreichung der Steuermarken beantragt wird. Aach dem 30.3uni 1931 ein­gehende Anträge sind von der Verücksichligung ausgeschlossen. Wird dec Ersah für größere Mar­kenmengen beantragt, so kann das Finanzamt Der­berlangen, daß die Marken, soweit sie nicht in vollen Dogen überreicht werden, für jede Wertart getrennt zu je 25 Stück auf Papierbogen aufge- klebt, überschiehende Mengen aber lose überreicht werden, ferner, daß jeder Papierbogen mit dem Firmenstempel oder dem Rainen und Wohnort des Antragstellers versehen ist. Der Ersah wird, wenn das Finanzamt festgestellt hat, daß die Mar­ken echt und ungebraucht sind, durch bare Her­auszahlung geleistet. Für den Ersah der Marken wird eine Gebühr nicht erhoben.

Die Zigarettensteuer-Erhöhung.

Künftig 9 Zigaretten statt 10.

Wie der Verband der Deutschen Zigaretten- Industrie mittcilt, wird die durch Verordnung des Reichspräsidenten ob 1. Januar 1931 in Kraft tre­tende Zigaretten st euer-Erhöhung nach dem Beschluß von Industrie und Handel nur in der Höhe der effektiven Reichsabgaben-Erhöhung für den Verbraucher fühlbar werden.

Um zu verhüten, daß in den jetzigen Zeiten weit­gehender Einkommensminderung und Arbeitslosig­keit höhere Beträge für den Einkauf von Zigaret­ten aufgewendet werden müssen, wird die Industrie die Zigaretten zum bisherigen Klein- oerkaufspreise der Packungen liefern unter Fortlassung einer Zigarette in den bisherigen 10-Stück-Packungen.

(minus 1,1 Proz.), industrielle Fertigwaren 144,9 (minus 1,4 Proz.).

Wintersaaten-Stand im Deut- schenAeich Anfang Dezember. Die milde und niederschlagreiche Witterung im Aovember war der Entwicklung der jungen Saaten im all­gemeinen förderlich. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 = gut, 3 = mittel, 4 ge­ring ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende De- gutachtung: Winterroggen 2,7 (Vormonat 2,7), Winterweizen 2,6 (2,6), Winterspelz 2,6 (2,7), Wintergerste 2,6 (2,6).

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. 9)1., 8. Dez. Tendenz: schwächer. Auch der erste Vormiltagsverkehr der neuen Woche zeigte trotz der Mehrheit für Beibehaltung der Not­verordnung eine schwächere Tendenz. Die diversen Reden Dr. Schachts und der sehr ungünstige Bericht des Instituts für Konjunkturforschung, der von einer Krise von kaum jemals erfolgter Schwere spricht, verstimmten sehr stark. Hinzu kam noch die schwache Haltung der Neuyorker Samstagsbörse. Die Spekulation, die auf eine Auswärtsbewegung der Kurse gehofft hatte, war daher sehr enttäuscht und schritt zu erneuten Abgaben, so daß gegenüber den Schlußnotierungen vom Samstag n e u e R ü ck g ä n g e v o n 1,5 bis 3 v. H. eintraten. Das Geschäft bewegte sich in sehr engen Bahnen, zumal von außen her eher neue Verkaufsaufträge vorgelegen haben. Stark abgeschwächt waren von Kaliwerten Salzdetfurth, die 8 v. H. einbüßten, Westeregeln verloren 3 v. H. Etwas mehr An­gebot bestand am Elektromarkt. Siemens eröffneten 4,25 v. H. niedriger, Schuckert, AEG. und Licht & Kraft gaben bis zu 2 v. H. nach. Am Chemiemarkt lagen I.-G.-Farben 3 v. H. niedriger, nachdem noch im Vormittagsverkehr im selben Ausmaße ein höherer Kurs genannt worden war. Der Montan- markt hatte ebenfalls niedrigere Kurse, doch hielten sich hier die Rückgänge in engen Grenzen. 'Jtifr Har- pener und Rheinstahl waren mit je minus 1,5 o. H. mehr abgeschwächt. Bis zu 1,5 v. H. niedriger er­öffneten noch Deutsche Linoleum und Schifsahrts- aktien; Reichsbahnvorzugsaktien und Daimler konn­ten sich dagegen um 0,5 v. H. erholen. Banken waren nur wenig verändert. An den Rentenmärkten herrschte Geschäftsstille. Im Verlause blieb das Ge­schäft ruhig, und die Kurse waren nur wenig ver­ändert. I.-G.-Farben gaben erneut etwas nach. Pfandbriefe sehr still. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 v. H. weiter angeboten. Am Devisenmarkt lag die Mark weiter leicht befestigt. Am De­

visenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1928, gegen Pfund 20,3625, London gegen Kabel 4,8568, gegen Paris 123,58, gegen Mailand 92,67, gegen Madrid 44, gegen Schweiz 25,0625, gegen Holland 12,0680.

Berliner Börse.

'Berlin, 8. Dez. Obwohl sich die Hoffnungen der Börse hinsichtlich der Reichslagsabstimmung am Samstag zugunsten der Regierung in größe­rem Ausmaße erfüllt haben, als man erwarten konnte, machte sich nach einem stillen, aber eher freundlicheren Dormittagsverkchr schon vor­börslich und zu dem ersten Kurse eine stär­kere Ansicherheit bemerkbar. Einerseits wurde die politische Beruhigung ausgeglichen resp. ausgehoben durch den sehr pessimistisch gehal­tenen Bericht des Instituts sür Konjunkturfor­schung. Die gestrige Rede Dr. Schachts in Mün­chen mahnte zur Zurückhaltung. Anderseits war bekanntgeworden, daß das Ausland in Erwar­tung höherer Kurse mehr Dcrkaufsausträge her- gelcgt hatte. Ob diese Verkäufe nur eine Folge der schwächeren Auslandbörsen sind oder ob die Gerüchte, daß ein größerer Aeuyork-Doston-3n- vestment-Trust in Schwierigkeiten sei, der Wahr­heit entsprechen, soll hierbei nicht untersucht wer­den Die Tatsache, daß Material an den Markt kam, veranlaßte die Spekulation zu Blankoabgaben, zumal es durchaus zweifelhaft er­scheint, ob bei den morgigen Abstimmungen im Reichstage über die Vertagung der außenpoliti­schen Debatte die Regierung in der Mehrheit blei­ben wird. Während Kursverluste bis zu 1,5 Prozent recht häufig waren, verloren Salzdetfurth 4,25 Prozent, Westeregeln 4 Pro­zent, Berger 4,5 Prozent, und nur vereinzelt waren Kursbesserungen sestzustellen. So zogen Brown-Boveri um 2,25 Prozent an, und Reichs­bankanteile um 2 Prozent. Deutsche Anleihen la­gen behauptet. Don Ausländern Mexikaner eher schwächer. Pfandbriefe still, Reichsschuldbuchfor­derungen minimal befestigt. Der Geldmarkt war leichter. Tagesgeld 5 bis 7 Prozent, Monats­geld 6,75 bis 8 Prozent, Warenwechsel 5,5 Pro­zent. Aach den ersten Kursen konnte man er­neut 2- bis 3prozentige Verluste bei vielen Pa­pieren bemerken, da die Spekulation aus den an­fangs schon erwähnten Gründen weitere Abgaben vornahm. Aennenswerte Orders aus dem Reiche fehlten demgegenüber fast ganz, wobei der heu­tige katholische Feiertag zu berücksichtigen ist. Die ^Umsätze waren auch im Verlause nicht übermäßig gdoß. Lebhafteres Geschäft hatten eigentlich nur Farben und Elektro- und Kaliwerte. Die Stim­mung war aber allgemein ausgesprochen schwach.

Vertrauen in die Wirtschaft.

Es wird wieder emsig gespart.

Weiter wird in der Mitteilung darauf hingewie- Jen, daß dem Zigarettengewerbe bereits ab 1. Ja­nuar dieses Jahres eine Steuererhöhung in Höhe von 85 Millionen Reichsmark auferlegt wurde, welche Industrie und Handel, um den Verbraucher nicht zu belasten, selbst übernommen haben. Diese Uebemahme der Tabaksteuer-Erhöhung vom 1. Ja­nuar dieses Jahres belastete den Warenerlös der Industrie und den Handelsnutzen mit 10% v. H. Das Zigarettengewerbe hat somit vor den anderen Branchen die zur Zeit betriebene Preissenkung bereits aus eigener wirtschaftlicher Erkenntnis An­fang dieses Jahres durchgeführt.

Die am 1. Januar 1931 auf Grund der Verord­nung in Kraft tretenden Zigarettensteuer-Erhühung bringt bei einer Mehrbelastung von % Pf. für die einzelne Zigarette ein Mehraufkommen an Ziga­rettensteuer von 160 Millonen Reichsmark im Jahr.

Die beteiligten Fachkreise glauben, durch den «un­geschlagenen Weg die Steuererhöhung so gering wie wöglich fühlbar werden zu lassen.

* Die Indexziffer der Großhan­delspreise. Die auf den Stichtag des 3. De­zember berechnete Großhandelsircdexziffer des Sta­tistischen Reichsamts ist mit 118,6 gegenüber der Vorwoche (119,5) um 0,8 Proz. gesunken. Die Indexziffern für die Hauptgruppen lauten: Agrarstosfe 110,6 (Rückgang 0,5 Proz.), Kolo­nialwaren 106,3 (minus 0,7 Proz.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 111,1 (minus 1,4 Proz.), industrielle Fertigwaren 143,6 (minus 0,3 Proz.). 3m Monatsdurchschnitt Aovember stellte sich der Gesamtindex auf 120,1 gegenüber 120,2 im Vor­monat. Die Indexziffern für die Hauptgruppen lauten: Agrarstosfe 112,0 (gegen Vormonat plus 2,5 Proz.), Kolonialwaren 108,1 (plus 0,1 Proz.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 112,9

3m August 1930 haben die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen die 10 - M i 11 i a r- dengrenze überschritten. 3m Laufe des 3ahres 1930 allein sind bisher 1170 Millionen Mark Sparkapital neu gebildet worden. Diese Tat­sachen haben in der gegenwärtigen Zeit größter wirtschaftlicher Aot mit Recht Erstaunen hervor- gerusen. An der Richtigkeit der Zahlen, die die amtliche Statistik liefert, kann nicht gezweifelt wer­den. Die Einlagen sind auch von den gleichen Sparerkreisen wie in der Vorkriegszeit aufge­bracht. Die Zahl der Erwerbstätigen und damit Sparsähigen ist gegenüber früher um mehrere Millionen gestiegen, so daß selbst bei Berücksich­tigung der Erwerbslosigkeit eine ansehnlich: Spa­rerschicht vorhanden ist. Die Sparleistungen des einzelnen sind, was nicht weiter begründet zu wer­den braucht, klein, sind doch über 15 Millionen Sparer an der 10-Milliardensumme beteiligt. 3st schon an sich

die Spareinlagenentwicklung ein erfreuliches Zeichen,

weil sie nicht nur auf den gesunden Sinn unseres Volkes einen günstigen Rückschluß zulätzt, sondern weil sie auch ebenso willkommene Kapitalquellen der heimischen Wirtschaft erschließt, so ist sie im gegenwärtigen Zeitpunkt noch aus einem anderen psychologischen Grunde beachtenswert. Die stetige Spareinlagenentwicklung, die selbstverständlich we­gen der Wirtschaftskrise hinter den Vorjahren zu­rückbleibt, ist ein Beweis dafür, daß das Sparer­

Publikum gegenüber den verschiedenen beunruhi­genden Momenten aus der wirtschaftlichen und politischen Sphäre klaren Kopf und gesun­den Optimismus bewahrt hat. Während Börse und Kapitalistenpublikum aus einer Be­fürchtung in die andere fielen und eine allge­meine Aervosität um sich zu greisen drohte, haben die Sparer die Dinge wesentlich nüchterner ange­sehen und ihr Vertrauen in die gesunde Grundlage der deutschen Wirtschaft praktisch bekundet. Wohl nicht zuletzt wirkten sich dabei die Erfahrungen der Maikrise des vorigen 3ahres aus, die im Anschluß an die Pariser Reparationsverhandlun­gen entftanö. Die im Vergleich zur Vorkriegszeit wesentlich unruhigere Wirtschaftsgestaltung kann und dies erkennt heute jeder leicht vorüber­gehende Gefahrenmomente zur Folge haben, die aber durch tatkräftiges Eingreifen aller beteiligten Stellen bald gebannt sind. 3n solchen Lagen bringt eine

ruhige, abwartende Haltung des Publikums wesentliche älnterstühung. Darum ist das Ver­dienst, das sich der Sparer durch seine vernünf­tige Einstellung zur Wirtschastsentwicklung erwor­ben hat, nicht hoch genug zu veranschlagen. Es bleibt zu hoffen, daß das Finanzprogramm der Regierung in der gleichen psychologischen Rich­tung sich auswirkt und damit unserem gesamten öffentlichen Leben wieder die ruhige Grund­lage gegeben wird, auf dec die Sparkapital­bildung in früherem Umfang vor sich gehen kann.

Frankfurter Lchlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M.. 8. Dez. Auftrieb: 1341 Stück Rinder, darunter 255 Ochsen, 124 Dullen, 503 Kühe, 418 Färsen, 506 Kälber, 152 Schafe. 5175 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen, vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts, jüngere 53 bis 56, ältere 48 bis 52. sonstige vollfl. längere 42 bis 47: Dullen, jüngere vollst, höchsten Schlachtwerts 50 bis 53, sonstige vollfl. oder aus­gemästete 45 bis 49; Kühe, jüngere vollfl. höchsten Schlachtwerts 42 bis 45. sonstige vollfl. oder aus- gcmäftclc 35 bis 41. fleischige 30 bis 34. gering genährte 25 bis 29; Färsen (Kalbinnen, 3ung- rinder, vollsl. ausgemästete höchsten Schlachtwerts 53 bis 55, vollst. 48 bis 52, fleischige 42 bis 47. Kälber: Doppelender bester Mast 69 bis 73, beste Mast- und Saugkälber 62 bis 68, geringe Kälber 55 bis 61. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast 46 bis 49, mitt­lere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut ge­nährte Schafe 40 bis 45. Schweine: Vollst. Schweine von zirka 240 bis 300 Psd. Lebend­gewicht 59 bis 61, von zirka 160 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 60 bis 62, fleischige von zirka 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 58 bis 60. Markt­verlauf: Rinder und Schafe mittelmäßig, ausver­kauft. Schweine ruhig, geräumt.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. TI., 8. Dez. Auch heute bewegte sich die Umsatztätigkeit am Frankfurter Produkten­markt in engen Grenzen. Anregungen lagen nicht vor. Die schwächeren Auslandnotierungen und das etwas zunehmende Angebot verstimmte und ver­größerte die Zurückhaltung. Roggen unterlag stär­kerem Druck und gab 3,50 Mark nach. Weizen konnte sich dagegen bei einiger Nachfrage etwa be­haupten. Das Mehlgeschäft war schleppend. Weizen­mehl war um 0,25 Mark und Roggenmehl um 0,50 Mark ermäßigt. Hafer still. Lebhafter war das Interesse für Sommergerste bei sofortigem Abruf für Brauzwecke. Das Angebot war nicht groß, was zu einer Steigerung um 5 bis 7 v. H. beitrug. Auch Futtermittel weiterhin fest. Tendenz: stetig. Es wurden notiert: Weizen (Hessen und Provinz Hes­sen-Nassau), Hektolitergewicht von 74 kg 264 bis 265 Mk.; Roggen (Hessen, Provinz Hessen-Nassau und Unterfranken) 172,50 bis 171,50; Sommergerste für Brauzwecke 215 bis 220; Hafer (inländischer) 155 bis 160; Weizenmehl (süddeutsches Spezial 0) 40,50 bis 41,75; Roggenmehl 26,50 bis 27,50; Wei- zenkleie 9,60 bis 9,75; Roggenkleie 8,90 bis 9,00; Erbsen 26 bis 33; Linsen 32 bi$ 60; Heu 6,00 bis 6,50; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 2,75 bis 3,60; Weizen- und Roggenstroh (gebündelt) 2,50 bis 2,75; Treber (getrocknet) 10,25 bis 10,75 Mark.

Meine Girafkammer Gießen.

* G i e ß e n, 5. Dez. Ein Viehhändler von Fried­berg kaufte in Derstadt Vieh für mehrere hundert Mark. Da der Landwirt Darzahlung forderte und er kein Geld hatte, bewog er einen im Orte woh­nenden Verwandten feiner Frau, für ihn zu bür­gen. Es sei eine reine Formsache, er habe nur irt Friedberg sein Portemonnaie liegen lassen, in zwei Tagen sei die Sache erledigt. Der Verwandte, ein armer Handwerker, ließ sich täuschen und stellte den gewünschten Bürgschein über 300 Mark aus. Sein Geld sah er nie wieder, und als er klagte, erwies sein Schuldner sich als pfandlos. Vom Amtsgericht Friedberg wegen Betrugs zu achtzig Mark Geldstrafe verurteilt, ver­folgte der Angeklagte (Berufung. Ec hatte mit ihr keinen Erfolg. Auf den Antrag der Staatsanwalt­schaft aber, Vie ebenfalls Berufung verfolgte, wurde die S t r<rs e au f z w eihun der tM a r f erhöht.

Zu achtzig Mark Geldstrafe war vom Amtsgericht Alsfeld ein junger Kaufmann von dort verurteilt worden, weil er beim Kartenspiel einem Kameraden das Portemonnaie gestohlen hatte. Seine Berufung dagegen hatte keinen Er­folg. 3m Gegensatz zu den zwei anderen Mit­spielenden hatte er nach der Entdeckung des Ver­lustes die Durchsuchung bei sich vereitelt, sich aber später, um der Anzeige zu entgehen, zur Er­stattung des Geldes bereiterklärt. Hiernach und nach seinem gesamten weiteren Verhalten hatte das Gericht keinen Zweifel an feiner Schuld.

Sprechstunden der ytcoaition.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bi» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 v H., Lombardzinsfuß 6 o. H.

Frankfurt a. DI.

Berlin

Schluß» I 1-ithr» hird 1 Äur4

Echiuß- fur.«

Anfang- Kurs

Datum

6 12.

8 12

6 12

8 12

6% Deutsche Reichranleihe

86,5

99

51,8

6

88,5

49,5

49,13

98,5

92

86,3

100

97

97

95

26,5

22,8

1,55

2,9

3,1

3,1

12,5

6,65

i- H mm H i:

86,65

99,5

51,6

5,95

88,5

50

100

97

97

22,6

1,5

3

3

3

12,6

6,65

1 I | | | | 1 | | | | | || | | | | | | n | | |

7% Deutsche Reichkanleihe

Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit Auslos.-Rechten ...

DeSgi. ohne Auiios.-Rechte . . . 8% Hess. SolHfiaat von 1929 (rüdiablb 102%)

Lverheilen Provinz Anleihe mit Auelol.-Rcchten......

Deuilche Komm. SammelabL

Anleihe Serie 1 ....

6% Frantz. Hyp.-Bank Goldvse XIII unkündbar bis 1934 . .

7% ßranl|. e>np.-BanI Soldpse unkündbar bis 1932 . . .

<%% Rheinische Pvv.-Bank

8% Pr. eanbeipfantbrlefanttali, Ptandbrieke R. i» .

8% Pr 8an6ejriancbrtefanltaU, Nomm.-cbl.Si. 20.....

7% Pr. £ anbei i'ianöbrtefmftalt, Pfandbriefe R. 81......

A.L.S. abg. Bor.ncg»-Obligatio-

4% Oektcrreichtiche (Bolbrt-nte . . 4,20% Oekierrelchiiche Sllbcrrente 4% Oesterreich!!che Einheitliche

Rente .....

4% Ungarilche Soldrente ....

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

4H% deSgl. von 1913

4% Ungarische Sronenrente . .

4% Dürkische Zollanleide von 1911

4% Türkische Vagdadbahn-Anl, Serie 1 .

4% btigl. Serie ll......

6% Rumänische Verein!). Rente von 1903 ......

4S% Rumänische verein h. Rente ton 1913 ..........

% Rumänische vereinh. Starte .

Frankfurt a. M

Berlin

«Schluß-s für« |

l-m>r. Kur«

Schluß«: für« |

Anfang« flur<

Votum

6. 12

8 12

6 12.

8. 12

Hamburg-Amerika Pakei . . . <

Hamburg-Südam. Dampsichiff. 8

70

69.5

70

158

Hanio Dampfschiff .... 10

Norddeutscher Lloyd.....6

71.13

70,4

71

71

Allgemeine Deutsche LredUansl. 10

98,5

99.5

99,5

Barmer Bankverein .... 10

101

101

101

101

Berliner Handelsgesellschaft . 12

125

124,25

124,25

Commerz- und Privai-Bank. 11

112

111.9

112.5

111.9

Darmstädter und Ranonalöank 12

Deutsche Bank und

153,25

152

150,25

TiSconto,Gesellschaft, ... 10

110.25

110

110

Dresdner Bank......10

110.5

110.75

110.75

Reichsbant........12

227

224

226

ALG......, . , . . o

106

103,25

105,25

105

124

Bergmann.........9

Elekkr. Lieferung-gelelllchaft. 10

111

Licht und JTtaft......10

121

121,5

120.5

Reiten & Guilleaume . . . IV* Gesellschaft sür Elektrische

92

92,5

92

Unternehmungen .... 10

Hamburger Elektrizitäts-Werke 10

110,5

112,25

110,75

106.4

105.75

Rheinische Elektrizität .... 9

116

115.5

116

Schlcsiiche Elektrizität. ... 10

111

110

Schütten L Eo. ...... 11

124

-

122,25

123.25

Siemens Halske ..... 16

166

161,75

164,25

164,25

Transravio . ........ t

128

51,5

-

128,75

125,25

Buderus..... .... 6

Deutsche ErdSI ..... 6

64

64,25

62,75

Eiiener Steinkohle ...... 8

Gelsenkirchener ....... 8

86.5

85.5

86,5

86,25

Harpcner

Hvcich Eilen. ....... 6*6

81.5

80,25

81,5

80

74

72,9

Ilse Bergbau .. 10

169.5

168

69

70,5

«öln-Ncuellen..... .

>

81,5

ManneSmann-Röbr« 7

69,25

68

DlanSsclder Bergbau . .... 7

39

38

37,4

Oberschles Eisendevarl . . . . 6

Oberschles Sokswerke. .... 7

69,9

70,4

Phönir Bergbau . . . . 6¥i

Rheinische Braunkohl« . . 10

62

155

61,75

153,5

62

152

-ihr in stahl ..6

74,25

73

74,25

74

Frankfurt a. M

Serkin

Schluß«: htrd |

l«Uhr« Rnre

Schluß«! turi |

Anfang« Rur«

Datum

6 12

8 12

6 12

8 12

Bereinigte Stahlwerke

64,75 |

65,25

64

Ltavt Minen ...

. . 16'/,

33,25

33,75

33,25

Kaliwerke Aschersleben

. . . 10

151,5

152.25

Kaliwerke Westeregeln

. . . 10

153 !

150

154

150

Kaliwerke Salzdetfurth

. . . 16

235 :

227

.233,25

229

G. Farber.-Industrie

. . . 12

134

131

132.9

133

. . . . 6

63,4

62,6

. . . . 8

Goldschmidt ....

. . . . 6

44,25

44

44,13

44

RütgerSwerke ....

. . . . 6

46.5

46.75

46,25

Metollgelellichaft. . .

. . . . 8

83

83

83,25

Philivv Hol,mann . .

. . . . 7

75

72

75

_

Zementwerk Heidelberg

. . 10

72

Eementwerk Karlstadt.

. . . 10

Wavb & Frevtag . .

. . . . 8

46,5

46

Cchulthets Pahenhofer

. . . 15

_

174

172

Lttwerke......

. . . 12

138

Aku........

. . . 18

64

63,25

62,4

Bemberg......

. . . 14

64

.

64

64,5

Zellstoff Waldbos . .

. . 13'/,

104,5

105

104

Zellstoff Aschaffenburg

... 12

75

72.25

Charlottenburger Wasser ... 8

82

81 ,5

Dessauer Gas ...

. . . . 9

111,75

109

Daimler Mowren . .

. . . . O

24,5

25

25

25

Deutsche Linoleum .

e e e .

109,25

107,75

109.5

109

Maschinenbau 2L-9.

. . . . 0

32

Rat. Automobil, . .

. . 0

Orenstein & Koppel

. . . . 6

45,75

45,75

Leonbaid Tieg . . .

... 10

115

114.75

113

Soenska .....

.....

287,5

287

288

Frankfurter Malchin«

e e e 4

12,5

12,25

Gritzner......

.... 6

24

Hevligenkctedl

. . . 0

-

Yung Hans. .

. . . . 6

28

-

29,5

Lechwerke......

.... 8

78,5

Mainkraftwerke Höchst a. SR.. . 8

Miag ......

... K

Gebt. Roeder . . .

... 10

83

Botgt & Haeffner . .

. . . . 9

150

Süddeutsche Zucker

... 10

138

138

Banknoten.

Serlin, 6- Otzember

Geld

Dries

Smertkaniiche Roten . .

4.177

4,197

58.32

58,56

Dänische Roten . . . . .

111.78

112,22

Englische Roten . . . .

M M M

20,325

20.405

Französische Roten . . . .

16,44

16,50

Holländische Roten . . .

168.36

169,04

Italienische Roten.....

21,91

21,99

Htorwegtlche Roten . . . .

. . .

111,73

112,17

Deutsch-Oesierreich, i 100 Schilling

58,78

59.02

Rumänische Roten . . . .

1 « -

2.477

2.497

Schwedische Roten . . . .

112.18

112.62

Schmetter Roten.....

80.95

81.27

Spanische Roten . . . .

46.06

46.24

Tschechoslowakische Roten.

2.385

12.445

Ungarische Roten . . .

73,05

73,35

Deoifenmarfl Berlin

Frankfurt a. M.

6 Dezember

8 Dezember

Amtliche

Kotierung

Amtliche -houtrung

Geld

»ne

Geld

ZJne

ilmfl.« Non.

168,61

168.95

168.56

168.90

Buen.-Aires

1,432

1.436

1,430

1.434

Brsi.-3lntw

58.465

58.585

58,46

58.58

Christiania.

112.00

112,22

112,00

112,22

Koprndagrn

112.03

112.25

112,04

112,26

Stockholm .

112.37

112.59

112,35

112.57

Helsingsors-

10.541

10.561

10,533

10.558

Italien. . .

21.95

21,99

21,94

21,98

London. . .

20.341

20,381

20.339

20,379

Reuvork . .

4,189

4,197

4,1875

4.1955

Paris....

16,457

16.497

16,446

16.486

Schwei; ..

81,145

81.305

81.145

81,305

Spanien.

46,45

46,55

46.30

46.40

Japan . . .

2,076

2,080

2,076

2,080

'Mio de Jan Dien in

0,396

0,398

0,396

0,398

Ceft abgett

58,955

59,075

58.92

59,04

ö ö ii So

12,425

12,445

12,422

12,442

7.409

7,423

7,409

7.423

Dndavetz.

73,23

73.37

73,23

73.37

Buliarieo

3,036

3.042

3,035

3,041

Lissabon

18.81

18.85

18.83

18,87

Tanrig. . lÄonfUntitt.

81,35

81.51

81.33

81,49

1,784

1.789

1.784

1,789

I Alben. .

5,427

5,437

5,427

5,437

1 Canada -

4.189

4,197

4,188

4,196

| Uro nach.

3,267

3,273

3,237

3,243

1 Tatro

20,86

20,90

20,86

20,90