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Nr. 255 Erstes Blati

180. Jahrgang

Mittwoch, 8. Oktober 1950

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General-Anzeiger für Oberheffen

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Thefredakteur.

Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen.

Bruch in derGlaalsparlei - Austritt derLungdeutschen

Das Ende.

Don unterer Berliner Redaktion.

Es ist wohl in der parlamentarischen Geschichte kaum vorgekommen, daß eine Partei wenige Wochen nach ihrer Gründung bereits wieder auSeinandergesprengt wurde. Die Staatspartei war eine Ehe zwischen den Jungdeutschen und den Demokraten, vielleicht eine Vernunft- e h e, in die sich die Demokratische Partei hin- erndrängte, weil sie bei den Reuwahlen zu ver­schwinden drohte, von der aus der anderen Seite die Jungdeutschen einen starken Auftrieb ihrer politischen Aktion erwarteten Beide Teile

Arthur Mahraun.

haben sich bitter getäuscht, so haben die Flitterwochen nicht allzu lange gedauert. Lin- mittelbar nach den Wahlen, als sich herausstellte, daß die neue Partei nicht den Mandatsbestand der Demokraten zu retten vermocht hatte, kamen aus der allgemeinen Enttäuschung heraus die gegenseitigen Dorwürfe, die von Tag zu Tag an Schärfe zunahmen und ihren ersten sichtbaren Ausdruck darin sanden, daß die Demokratische Fraktion des Preußischen Landtags es ablehnte, sich als Fraktion der Staatsportei umzuorgani­sieren. Hinter den Kulissen ist dann fleißig wei­ter verhandelt worden, um noch einen Bruch zu verhindern. Aber die Gegensätze waren schon zu groß geworden.

3n der letzten Sitzung desHaupfakfionsaus- fchusses" am Dienstag ist der offizielle Bruch erfolgt. And zwar von feiten des Jung­deutschen Ordens, der nur bleiben wollte, wenn aus der Parteileitung der preußische Finanz- Minister Höpker-Aschoss und der bisherige Vor- sihende der demokratischen Reichstagsfraktion Dr. Meyer zurückträten, weil beide eine aus­gesprochene Linkspolitik verfochten, während die Jungdeutschen eine Partei deraktiven sozialen amb nationalen Mitte" sein wollten. Als dieser Antrag abgelehnt war, trat Herr Mahraun offi­ziell aus der Staatspartei aus, mit ihm die übrigen Mitglieder des Aktionsausschusses und auch die sechs Abgeordneten, die der Jungdeutsche Orden unter dem Firmenschild der Staatspartei durchzubringen vermochte. Es werden noch Be­mühungen unternommen, um wenigstens die Fraktionsgemeinschaft zu halten, aber zu retten ist wohl nichts mehr.

Eine bittere Erkenntnis für alle die, die um dieser Staatspartei willen andere Pläne zum Zusammenschluß der bürgerlichen Mitte zer­schlagen halfen. Durch die übereilte Gründung der Staatspartei wurde vor den Wahlen der Versuch der Sammlung auf breiter Grundlage sabotiert. Jetzt zeigt sich, w i e übereilt die Grün­dung vorgenommen ist. Die Gr Inder müssen jetzt öffentlich zugeben, daß sie über die einfachsten Punkte des Parteiprogramms verschiedener Meinung gewesen sind. Rur eine weitere Schwä­chung der bürgerlichen Mitte, die gerade in diesem Augenblick stärkster Kraftanspannung politisch von häßlichen Folgen sein kann.

Im Haupiakiionsausschuß.

Keine Verständigung zwischen Volksnationalen und Demokraten.

Berlin, 7.Okt. (TU.) Der Hauptaktions- ausschuß der Deutschen Staaispartei trat am Dienstags,m Haus der Presse zusammen, um über die zukünftige Organisation der Staats­partei zu beraten und die Meinungsverschieden­heiten zu klären, die sich über einige Fragen in der Partei ergeben haben lieber die Sitzung, die U Stunden dauerte, wurde folgendes gemein­same Communiqus ausgegeben:

3n der Sitzung des hauptaktivnsausschuffes bet Deutschen Staaispartei am Dienstag wurde der Antrag, angesichts der hervvrgetretenen Schwierigkeiten bet Zusammenarbeit die ver­schiedenen politischen Gruppen in ihrer organisatorischen Selb st an- b i g f e i t zunächst innerhalb der Deutschen Staatspartei unberührt zu lassen, a b ge­lehnt. Des weiteren wurde der Antrag, d i e Führung der Partei durch Ausschaltung bestimmter Personen zu ändern, abge­

lehnt. hiernach erklärten Arthur Mah­raun und die Mitglieder der volks­nationalen Reichsvereinigung im Hauptaktionsausschuß ihren Austritt aus der Deutschen Staaispartei, mit der Begründung, daß weltanschauliche Gegensätze ihnen das weitere verbleiben in der Deutschen Staatspartei unmöglich machten."

Der Antrag auf Aenderung der Führung der Partei, von dem in dem CommuniquL gesprochen wird, war von dem jungdeutschen Ordenskanzler Bornemann gestellt worden. Er lautete:

von feiten des Herrn Ministers höpker- Aschoff ist mehrfach erklärt worden, daß et an der Staatspartei niemals mitgearbeitet hätte, wenn er gewußt hätte, daß Christ lich-Sa- z i a l e daran beteiligt seien. Herr Staatssekre­tär Meyer hat erst heute noch erklärt, daß auch er sich nur unter der Bedingung an der Deutschen Staatspartei beteiligte, daß sie eine Linkspartei, d. h. eine Partei der linken Mille sein solle. Damit ist ein weltan­schaulicher Gegensatz gegeben, denn die Gründer haben die Deutsche Staatspartei als eine Partei der aktiven sozialen und nationalen Mitte gewollt. Line Möglichkeit weiterer vertrauensvoller Zusam­menarbeit sehen wir nur in dem Rücktritt der Exponenten dieser Ansicht von der Führung der Fraktion."

Bon den Antragstellern wurde betont, daß sie mit den Wortenchristlich-sozial" in ihrem An­träge nicht die Reichstagsgruppe des Christlich- Sozialen Volksdienstes meinten, sondern die Kräfte, die um die Abgeordneten Baltrusch und Adolph aus den früheren deutschnationalen Kreisen zur Staatsprotei gekommen sind Baltrusch ist in der Leitung der christlich-nationalen Gewerk­schaften, Adolph in der Leitung des Deutschen Be­amtenbundes.

Oie Fungdentschen über die Grunde ihres Austritts.

Mahraun und Bornemann geben der Presse Erklärungen

B e r 11 n, 7. Oft. (251.) Die Führer der Dolks- natlonalen Reichsvereinigung entwickelten am Dienstagnachmittag in einer Pressebesprechung d 1 e Gründe, die zum Ausscheiden der Dolks- nationalen Reichsvereinigung aus der Deutschen Staatspartei geführt haben. Mahraun er­klärte, er und seine Freunde hätten bei der Gründung der Staatspartei das Ziel verfolgt, dem negativen Radikalismus der Rationalsozia- listen eine Front der staatsbejahenden positiven Kräfte entgegenzuschen und in dieser Front alle zu sammeln, die zwischen Marxismus und negativem Rechts- radikalismus stünden. Die bisherigen Er­fahrungen mit der Staatspartei hätten gezeigt, daß mit ihr in ihrer jetzigen Zusam­mensetzung dieses Ziel nicht zu er­reichen fei. Die Trennung habe wegen welt­anschaulicher und organisatorischer Gegensätze er­folgen müssen. Dabei hätten aber keineswegs so kindliche Begriffe wie Antisemitismus oder Anti­kapitalismus eine Rolle gespielt. Der Abge­ordnete Borncmann ergänzte diese Ausfüh- rungen und erklärte, daß in der nächsten Zeit etwa 10 000 Versammlungen in Deutsch­land stattfinden würden, um den Gedanken der Dolksnationalen zu verbreiten. Bornemann teilte noch mit, daß die R e i ch s t a g s s r o k t i o n der Deutschen Staatspartei am Montag eine Sitzung abhalten wolle, in der die Frage ihrer zu­künftigen Zusammensetzung geklärt werden soll. Don der Reichstagsfraktion der Staatspartei gehören der Dolksnationalen Reichsvercinigung die Abgeordneten Abel, Adolph, Dornemann. Baltrusch. Hesse und Dr. Prütz an.

Was sagen die Demokraten?

vine Erklärung Höpker-Aschoifs.

Berlin, 7. Ott. (TU.) Auch die Demo­kratische Partei veranstaltete am Dienstag­nachmittag eine Pressebesprechung, in der Minister Dr. Höpker-Aschoff u. a. erklärte, es habe sich bei den Dolksnationalen von vornherein das Bestreben gezeigt, diedemokra tisch e R i ch - t u n g innerhalb der Staatspartei zurückzu- d rängen. 51m die entstandenen Unstimmig- leiten zu beseitigen, habe er den Dolksnationalen in der letzten Woche einige Richtlinien vor- geleget. Rach diesen Richtlinien sollte zur Füh­rung der Staatspartei der vom Parteitag zu wählende D o r st a n d berufen sein. Ferner soll­ten die Angriffe auf die demokratische Gruppe aufhören uni) es sollte die Organisation im Lande geregelt werden. Den weiteren Dorschlag. im Interesse einer ersprießlichen Zu­sammenarbeit bis zur Sitzung des Haupt- akllionscrusschusses den Streit ruhen zu lassen, habe Herr Mahraun ab gelehnt. Er habe vielmehr bereits am 3. Oktober ein Rund­schreiben an seine Organisationen hinausgehen lassen, in dem die Staatspartei als ein Zweckverband bezeichnet und feftgeftellt werde, daß die Volksnationale Reichs-

Vereinigung als selbständige Orga­nisation aufrecht erhalten werden solle. Die Dolksnationale Reichsvereinigung werde künf­tig nur Mitglieder für sich selbst werben, nicht aber für die Staatspartei.

Höpker-Aschoff betonte, daß mit diesem Schrei­ben Mahrauns eigentlich schon der Bruch und der Austritt der Dolksnationalen aus der Staatspartei gegeben gewesen seien. Der end­gültige Bruch sei dann am Dienstagvormittag erfolgt, als nach einer Beratungspause die Dolksnationalen mit der ultimativen Forderung des Ausscheidens von Dr. Höpker- Aschoff und Meyer aus dem Dor- stand der Staatspartei gekommen seien. Tatsächlich seien es persönliche Meinungsver­schiedenheiten und das Ringen der Dolksnatio- nakn um die Macht gewesen. Heber die zu­künftige Entwicklung wurde erklärt, daß man heute noch keine Entscheidung darüber treffen könne, ob die Deutsche Staatspartei aufrecht­

erhalten werde oder ob man sich auf die Demo­kratische Partei zurückziehen wolle.

Koch-Weser legi den Vorsitz der Demokratischen Partei nieder.

Berlin, 7. Ott. (TU.) Reichsrninister a. D. Koch-Weser hat den Dorsitz der Deut­schen Demokratischen Partei nieber­ge l e g t unb veröffentlicht folgcnbe Erklärung: Rachdem bie Dolksnationalen zu meiner tiefen Enttäuschung den Austritt aus der Staatspartei vollzogen haben, lege ich mein Amt als Vorsitzender der Deutschen Demokratischen Partei nieder. An dem Ziel einer Sammlung der Kräfte der Mitte, die auf dem Boden des heutigen Staates und der heutigen Wirt­schaftsordnung stehen, und die bereit sind, sie | nach rechts ebenso wie nach links zu verteidigen, halte ich fest. Die Zeit für eine solche Entwicklung ist reif, ja überreif. Möchten die Menschen dazu I reif werden, ehe es zu spät ist."

Die Meinung der presse.

Berlin, 7. Ott. (TU.) Zur Spaltung der Staatspartei bemerkt dasBerliner Tage­blatt": Die Scheidung zwischen den Roman­tikern und den Liberalen wird niemand über­raschen, der die immer erstaunlicher werdenden Dorgänge in dieser Partei verfolgt hat. Roch mehr' Sie mußte von denen schon seit längerer Zeit, eigentlich schon seit der Geburtsstunde der Staatspartei, erwartet werden, die gleich uns die Gegensätze nicht nur der Forde­rungen, sondern schon der Formulierungen und der ganzen Vorstellungswelt durchschaut hatten, die hier zu einer rein äußerlichen Ver­bindung gelangt waren. Man wird nur der Hoffnung Ausdruck geben können, daß die Staatspartei nach diesen äußerst trüben Erfah­rungen wenigstens jetzt den Beruf erkennen möge, eine Vertretung des fortschrittlichen Bür­gertums zu sein, an der es ohnehin nachgerade mangelt. DieVossische Zeitung" schreibt unter der UeberschriftUnd doch Zu­sammenschluß": Es liegt kein Grund vor, an dem guten Willen der Ordensmänner zu zwei­feln, der Idee der Zusammenfassung zu dienen. Sie haben aber offenbar bie Widerstände im eigenen Lager unterschätzt. Der Auszug aus der Staatspartei bedeutet einen Rückzug der Führer vor der Gefolgschaft. Der Jungdeutsche Orden, dessen Einsatz Mahraun mit der Rot des Vaterlandes begründet hatte, hat die Probe dieses Einsatzes nicht bestanden. Die Deutsche Staatspartei hat zwanzig Mandate er­zielt. Wäre der Erfolg größer gewesen,

vielleicht hätten sich die Gegensätze, die im Feuer des Wahlkampfes zu schmelzen schienen, allmäh­lich überbrüden lassen. DerBörsen- Courier (dem.) bezeichnet die Grundlagen der Staatspartei als zerstört. Die Sammlung müsse aber jetzt erst recht auf anderer Grundlage mit ganz anderer Beherztheit begonnen werden. Das fortschrittliche Bürger­tum werde aus seinen Fehlern lernen.

DieGermania" (Z.) sieht in dem Zer­brechen dieser politischen Bewegung, die eine Sammlung des Bürgertums fein sollte, zwar innere zwingende Gründe, jedoch fei es nicht ohne eigene Schuld der Beteiligten geschehen. DieDeutsche Allgemeine Zeitung" (Dolksp.) hält es für notwendig, daß man ver­suchen solle, eine noch we i t e r a e he n de Schwächung der Mitte zu verhindern. DieB ö r s e n - Z e i t u n g" (Kons.) nennt das Ausscheiden der Jungdeutschen einen Fehl­schlag Mahraunscher Politik, der nicht der erste ist, aber der handgreiflichste. Die hün­dische Bewegung solle die deutsche Jugend erziehen, ihre Führer sollten die Finger von der Parteipolitik lassen. Auch die Deutsche Tageszeitung" unterstreicht das Interesse der nationalen Erziehung der Ju­gend und begrüßt die Befreiung des I u n g d o von der Umklammerung der Glcmente, die für ihn auf die Dauer nach der weltanschau­lichen wie nach der nationalen Seite hin den Ruin hätte bedeuten müssen.

Die Opfer der Lufischiffkaiastrophe werden nach England übergeführt.

Die Trauerseier in Beauvais.

Paris, 7. Okt. (TU.) In Beauvais fand am Dienstag bie feierliche Ueberführung der 47 Todes­opfer der Luftschiffkatastrophe nach. Boulogne für Mer statt. Schon in den frühen Morgenstunden hatten die Bewohner der Stadt vor dem Rat­haus Aufstellung genommen, wo die 47 Särge seit Montag abend im großen Saal aufgebahrt waren. Kurz nach 11 Uhr erschien Ministerpräsident T a r - d i e u in Begleitung des französischen Luftfahrt­ministers unb je eines Vertreters des französischen Kriegs- unb Marineministeriums. Sämtliche Gebäude der Stadt hatten halbmast geflaggt. Zwei franzö­sische Flugzeuggeschwader aus Le Bour-' get zogen ihre Kreise über der Stadt, um den Toten die letzte Ehrung zu erweisen Truppen bildeten bis zum Bahnhof Spalier, als kurz nach zwölf Uhr der lange Trauerzug das Rathaus verließ. Militär­musikkapellen spielten den Trauermarsch von Cho­pin. Hinter den Särgen schritten die drei weniger verletzten Mitglieder der Besatzung, die die sterblichen Ueberrefte ihrer Kameraden nach England begleiten. Dann folgten die französischen und englischen Behörden und schließlich der unüber­sehbare Zug der Bevölkerung, lieber eine Stunde zog sich der Trauerzug durch die Stadt, gegen 14 Uhr fand die Ueberführung der Särge in den Sonderzug am Bahnhof stall.

Oie Ueberführung nach London.

Im Sturm über den Kanal

London, 8. Oft. (WTB. Funkspruch.) Die Ueberführung der 47 Opfer vonR. 101" voll­zog sich nicht ohne Hindernis. Einer der beiden ausgesandten Zerstörer beschädigte im Husen von Boulogne eine seiner Schrauben und mußte die Särge aus sein SchwesterschiffTem- p e st" überführen, das dann den Hafen ohne Begleitung verlieh und durch Rächt unb Sturm nach Dover dampfte. Die Trauer­zeremonie im Hafen von Dover war einfach und würdig. Der Bürgermeister, der Sohn des Pre­mierministers Macdonald als Dertreter seines

Vaters, Soldaten, Seeleute und Flieger hul­digten den Toten, während die blumengeschmück­ten Särge vermittels eines Kranes geländet und durch Fliegersoldaten in den bereifstehenden Sonderzug getragen wurden. Dann ertönte ein Trompetcnsignal. Die Ehrenwache präsentierte das Gewehr, und der Zug rollte langsam davon. Auf der Endstation " in London hatten sich schon zwei Stunden vor Eintreffen des Zuges eine nach Tausenden zählende Menschenmenge an­gesammelt, die trotz des einsetzenden Regens immer mehr anschwoll. Auf dem Bahnsteig stand eine Ehrenwache der Fliegertrup- p e n. Unter den zahlreichen offiziellen Persönlich­keiten waren viele Offiziere und Beamte, auch der Premiermini st er war mit seiner Toch­ter erschienen. Um 1.25 Uhr fuhr der Zug lang­sam in die große Halle ein. Rur der erste Wagen, in dem sich drei Ueberlebende der Katastrophe befanden, war erleuchtet. Während die Wache ihre Ehrenbezeugung leistete, wurden die 47 mit der Rationalflagge bedeckten Särge auf 25 Mo­tortendern niedergeseht. Dann bewegte sich der lange Zug zum Bahnhof hinaus, durch die spa­lierbildende Menschenmenge nach der in eine Leichenhalle verwandelten Kapelle, wo sie vor­läufig aufgebahrt wurden, um bann später in die vom König zur Verfügung gestellte Westmin­ster h a 11 c übergeführt zu werben.

Oie Lintersuchung.

Noch keine einheitliche Auffassung über die Ursachen der Katastrophe

Paris, 7.Okt. (TU.) Die Untersuchungen des Gemischten englisch-französischen Ausschusses am Montag haben wesentlich zur Klärung der furchtbaren Katastrophe des englischen 2uft» schiffesR. 101 beigetragen. Ingenieur Leech hat zunächst seine früheren Erklärungen toieber­holt unb besonders unterstrichen, daß nach seiner Auffassung bereits ein Teil der Steue­rung Schaden erlitten habe, bevor das Schiff gegen die Böschung gestoßen sei. Er be­tonte, daß vielleicht ein Teil dieser Steuerung bie Hülle durchschlagen habe unb daß bann die ausströmenden Gase durch die durch die ektrische Uebertragung der Steuerung ent*"