Nr. 184 Erstes Blatt
180. Jahrgang
Sreitag, 8. August 1930
metzenerAMger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwonlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; Sr den übrigen Teil Ernst lumschein und für den Anzeigenteil Tlcq Filler, sämtlich in Sieben.
Die Sammlungsbestrebungen der Miiie gescheitert.
Keine Einigung zwischen Vottspariei und den Gruppen der Rechten über einen gemeinsamen Wahlaufruf. - Erfolglose Verhandlungen zwischen Scholz und Höpker-Aschoff.
Berlin, 7. Bug. (121.) Die Sarnmlungsbe- flrcbungen der Dvp. sind am Donnerstag zum Mb- fchlufz gekommen. Sie müssen zumindest vorläufig al» gescheitert angesehen werden. Mm Donnerstag um 16.30 Uhr empfing Dr. Scholz die Jütjrer der konservativen Volksportel, des Landvolkes und der wirtschastspartei, um mit ihnen noch einmal b i e Möglichkeit eine» gemeinsamen Wahlaufrufe» zu erörtern, nachdem bereit» vorher von den anderen Parteien die Sammlung zu einer Einheitspartei abgelehnt worden war. Dr. Scholz machte den Vorschlag, daß der Wahlaufruf unter anderem auch die Notwendigkeit des Zusammengehens der vier Parteien im kommenden Reichstag sowie unter Umständen eine sraktionsmähige Zusammenarbeit oor- sehen solle, von feiten der Landvolkpartei wurde hierzu erklärt, dah das Landvolk in seiner Organisation noch nicht weit genug sei, um sich so weitgehend politisch und parlamentarisch fest le gen zu können. Much der beruf» ständische Charakter de» Landvolkes wurde als ein Hindernis angesehen. Den gleichen Einwand erhob die Wirtschaftspartei für sich, so dah unter diesen Umständen auch die Konservative Volkspartei erklärte, mit der Deutschen Volkspartei allein einen gemeinsamen Wahlaufruf nicht unterzeichnen zu können.
Um 18 Uhr fand dann die Mussprache zwischen Dr. Scholz und dem Verhandlungsführer der Deutschen Staatspartei, dem preuhischen Finanz- Minister Dr. Höpker-Mschoss, statt. Dr. Scholz unterbreitete Dr. Höpker-Mschoff den Vorschlag, d i e Staafsparfei solle in der Deutschen Volkspartei aufgehen unter dem Titel „Deutsche Volkspartei (Siaatspar- t e l)". Dr. Scholz erklärte, dah er bei Mnnahme dieses Vorschlages persönlich auf sede Führung in der Partei verzichte, um für die Sammlung fein Hindernis \u sein. Dr. Scholz unterstrich, dah die Deutsche Volkspartei damit insofern ein erhebliche» Opfer brächte, al» sie damit einen Teil der Grundlage Ihrer eigenen Sammlungsbestrebungen aushebe Gerade deshalb müsse die Deutsche Volkspartei darauf wert legen, dah durch das Muf- gehen der Staatspartei in ihr der Kern der alten Deutschen volkspartel zur Fortsetzung der Sammlungsbemühungen nach rechts aufrecht erhal- I c n werde.
Dr. Höpker-Mschoff erkannte zwar das Mn- gebot Dr. Scholz', von der Führung zurückzutreten, an, glaubte aber, diese Form einer Zusammenlegung der Parteien ablehnen zu müssen, well sie nicht dem Grundsatz der Gleichberechtigung entspreche, der in den bisherigen Vorschlägen von Koch-Weser ausdrücklich unterstrichen worden ist. Muherdem erbat er eine Klärung des Verhältnisses zur Sozialdemokratie. Dr. Scholz antwortete mit dem Hinweis auf die koali- tionsmähige Zusammenarbeit der Deutschen Volkspartei mit der Sozialdemokratie, das fei allerdings noch keineswegs eine Gesinnungsgemeinfchafl. Dr. Höpker-Mschoff unterstrich dann noch seinen Standpunkt, dah die Partei, die aus der Verschmelzung der Staatspartei und der Deutschen Volkspartei hervorgehe, in ihrem Charakter unbedingt alfllTlitfelpartei f e ft gelegt werden mühte. Dr. Scholz lehnte dies nun seinerseits ab, und zwar mit dem Hinweis ans die Notwendigkeit einer späteren, weiteren Verbindung nach recht».
Damit bleibt nur noch die Feststellung übrig, dah Vie Verhandlungen im Mugenblkf gescheitert sind. Sowohl die Staatspartei, als auch die Deutsche Volkspartei werden den Wahlkampf für sich allein führen. Bei der Führung der Deutschen Volkspartei gibt man die hosnung noch nicht auf, dah eines Tage» doch noch die von Dr. Scholz angestrebte Sammlung auf breiterer Grundlage zustande kommt. 3m Augenblick läht sich aber nur feststellen, dah alle Verhandlungen um ein Zu- sammengehen der Mitte gescheitert sind. Dies gilt sowohl für den ursprünglichen Gedanken von Dr. Schot; al» auch für den Zusammenschluh von Staatspartei und Deutscher Volkspartei.
Die Darstellung der Ml Partei
Berlin. 7. Qlug. (WTB.) Die National- liberale Korrespondenz teilt folgendes mit: 3m Verlaufe der Auseinandersetzung zwischen der Deutschen Dolkspartei und der neuen Staatspartei hatte Dr. Scholz aus Anlaß des bekannten Brieses des Herrn Koch eine Unter- redung mit diesem vereinbart. Nachdem Herr Koch sich unter Hinweis auf eine ihm ärztlich verordnete Kur entschuldigt hatte, war auf Einladung des Herrn Scholz Herr H ö p k e r - Aschoff zu der im Reichstag vorgesehenen Aussprache erschienen. Hierbei betonte Minister Dr. Scholz, dah die grundsätzliche Derschieden-
heit in der Austastung der Deutschen Dolkspartei und der Staatspartei darin bestünde, dah die Deutsche Dolkspartei, auch wenn sich zur Zeit noch unüberwindliche Schwierigkeiten in den Weg stellten, beharrlich festhalte an einer Sammlung von links nach rechts, während die Staatspartei, insbesondere Herr Höpker-Aschoff in feinem bekannten Aufsatz in der „Kölnischen Zeitung", ausdrücklich die Bindung an ein solches Programm abgelehnt habe zugunsten der Bildung einer neuen liberalen Par - t e i. Die Deutsche Dolkspartei habe niemals grundsätzlich ein Zusammengehen mit der Sozialdemokratie abgelehnt; Wohl aber halte sie es jetzt für unerläßlich, der s ozialdemokrati - schen Dorherrschast im Interesse einer Gesundung von Staat und Wirtschaft einen verstärkten bürgerlichen Einfluß zur Durchführung des Hindenburg-PrvgrammeS entgegenzustellen.
Jeden Schritt, der diese Entwicklung fördere, werde die Deutsche Dolkspartei mitmachen. Jeder Schritt, der davon wegführe, sei für sie unannehmbar. Würde die Deutsche Dolkspartei sich der Staatspartei anschließen, so wäre damit infolge der erfolgten Festlegung der Staatspartei die Drücke nach rechts abgebrochen. Um aber auch die letzten für die Deutsche Dolkspartei im Sinne ihrer allgemeinen Einigungsbestrebungen bestehenden Möglichkeiten auSzu- schöpfen, machte Dr. Scholz für sich persön- l i ch ohne vorherige Befragung irgendeiner Parteiinstanz folgenden Dorschlag
1. Die neue Deutsche Staatspartei, die schon erklärt hat, daß es ihr nicht auf die Form, sondern auf den Zweck ankomme, geht in der Deutschen Dolkspartei auf. Die neue Partei trägt den Namen „Deutsche Dolkspartei (Deutsche Staatspartei)".
2. Um alle persönlichen Schwierigkeiten auS dem Wege zu räumen, verzichte ich auf die Führung.
Herr Höpker-Aschoff erkannte zwar die Loyalität des zweiten Dorschlages an, erklärte aber mit aller Bestimmtheit, daß der Gesamtvorschlag sowohl nach der programmatischen wie nach der organisatorischen Seite für die Staatspartei unannehmbar sei. Bei Fortsetzung der Aussprache stellte svch heraus, daß weitere Verhandlungen vor den Wahlen zweck- l o S sind
Das Kommunique der Staatspariei.
Berlin, 7. Aug. (WTB.) Der Demokratische Zeitungsdienst gibt in einem Kommunique folgende Darstellung der Unterredung zwischen Herrn Reichsminister a. D. Dr. Scholz und Herrn Minister Dr. Höpker-Aschoff im Reichstage:
Höpker-Aschoff wies einleitend darauf hin, daß es das Gebot der Stunde fei, eine Partei der staatsbürgerlichen Mitte zu schaffen, und daß dabei die Grenzen sowohl nach rechts sowie nach links gewahrt werden müßten, daß insbesondere nach seiner Auffassung auch der Trennungsstrich gegen die konservativen Gruppen der Landvolkpartei und der Konservativen Volkspartei gezogen werden müssen, dah anderseits ebenso wie diese konservativen Gruppen auch die So - ?ialdemokratische Partei als eine taatsbejahende Partei anerkannt werden müsse, unbeschadet dessen, dah man im bevorstehenden Wahlkampf diese bekämpfe und für die Regierung Brüning-Dietrich eintrete. Höpker-Aschoff machte dann im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister Dietrich Herrn Minister Scholz folgendes Angebot: Die Staatspartei und die Dolkspartei schließen sich a u s gleichberechtigter Grundlage zu einer Partei zusammen. Herr Geheimrat Kahl, der sowohl das CBettrauen der in der Etaatspartei vereinigten Elemente wie der Volkspartei besitzt, übernimmt bis zur endgültigen Konstituierung der neuen Partei, die nach den Wahlen erfolgen soll, die Führung.
Herr Minister Scholz lehnte dieses Angebot ab und machte dafür folgendes Angebot: Die Deutsche Staatspartei geht in der Deutschen Dolkspartei auf. Minister Scholz gibt in diesem Falle die Führung ab.
Minister Höpker-Aschoff erwiderte, daß dieses Angebot dem Grundgedanken aller bisherigen Bemühungen, aus dem Gehäuse der alten Partei h e r a u s z u k o m m e n und die für die Gründung einer neuen Parte' der staatsbürgerlichen Mitte in Betracht kommenden freiheitlichen Kräfte auf einer neuen Grundlage zu sammeln, widerspreche. Er Dämmere sich nicht an den neuen Namen Staats- Partei, allen aber müsse eine innere Umma n b l u n g zugunsten der neuen Partei zu- gemutet werden. Ein Aufgehen der Staatspartei in der Dolkspartei bedeute lediglich eine Sammlung auf dem Boden der Dolkspartei und könne der Etaatspartei nicht zugemutet werden.
Minister Scholz erwiderte darauf, dah er mit feinem Angebot biS an die Grenze deS Möglichen gegangen fei. Die Dolks
partei fei nun einmal die stärkere Partei und der Wahlkamps müsse lehren, was überhaupt hinter der volksnationalen Bewegung stehe. Ein weitere- Entgegenkommen al- da- der Aufgabe der Parteiführung sei chm unmöglich.
Aus die Frage deS Ministers Höpker-Aschoff, ob nicht am Freitagmorgen eine Aussprache mit Herrn Kommerzienrat Röchling flattfinben könne, ber beiden Teilen seine Vermittlung angeboten habe und am morgen in Berlin anwesend fei. erwi! nister Scholz, dah er diese Unterredung für zwecklos halte. Seine Partei bestehe darauf, bah nunmehr die Parole zu selbständigem D o r g e h e n auSgegeben werde, und er werde diese Parole jetzt auSgeben.
Ein schwarzer Tag des Bürgertums.
Erstes Echo der Presse.
Berlin, 8. Aug. (TU.) Sin Teil der Der- liner Blätter nimmt zu den bürgerlichen Eini- gungsverhandlungen am Donnerstag ausführlich Stellung Die .D. A. Z." (Dolksp.) bezeichnet den Donnerstag als einen schwarzen Tag de S Bürgertums, da sämtliche Dersuche, das Bürgertum zu einen, gescheitert seien Das Blatt begrüht es, dah wenigsten- zwischen der DDP. und den recht- von ihr stehenden Gruppen eine 21 r t D u rgsrieden vereinbart worden sei. Die ,B ö r senge i t u n g“ (kons.) bedauert unter Hinweis auf die Verhandlungen zwischen der DDP. und den recht- von ihr stehenden Gruppen, dah es im gegenwärtigen Stadium noch nicht möglich gewesen sei, die ganz großen gemeinsamen nationalen Gesichtspunkte über Sonder- Interessen zu stellen 3m neu gewählten Reichstag müsse dann die praktische Annäherung und Zusammenschließung in irgendeiner greifbaren Form kommen — 5>te .Germania"
(Zentr.) lagt, die Hammelbestrebungen de» Herrn Dr. Scholz hätten aus der ganzen ßlnle miteinem Mißerfolg geendet. Die konservativen und die liberalen politischen .«träft» ließen sich nicht zu einer homogenen Gruppe zu- fammenfügen. Der „Börfen-Lourier" (dem.) bedauert, dah Dr. Scholz weitere Der- handlungen zwis. e.i Dc.1 S. ar ei und ^t_atJ« Partei über Zusammengehen bciber Parteien, wie etwa Listenverbinduna, nicht zu führen gedenken Gerechterweile dürfe man die schwierige innere Lage ber DDP. nicht überleben, deren überwiegende Mehrheit einem einseitigen Zusammenschluh mit der Staatspartei nach dem strikten .Nein" der Rechten unbedingt widerstrebe. — DaS »Der t Tage bl." (bem.) schreibt, die unmögliche Haltung tag volksparteilichen Führers gebe unzweifelhaft der StaatS- partei gute Aussichten Dr. Scholz habe sich zu Dar inS Unrecht gesetzt. — De .Voss. Zeitung" (dem.) stellt fest, daß Dr. Scholz z w i - schen allen Stühlen sitze. — Der .Lokal- anjeiger" (Hugenberg) hebt hervor, dah durch das Scheitern der • Verhandlungen über bie Sammlung der Mittelparteien Dr. Scholz völlig isoliert fei — De .Köln Z t g." (StaatS- partei) schreibt unter der ITeberschrist .Der letzt» Versuch" na.: »Nachdem nun auch die Sammelpolitik des Herrn D. Scholz in einem Maße zusammengebrochen ist, wie kaum jemals die Politik eines Parteiführers, sollte der Weg endlich frei fein für eine betnünftige Tat. Hm so weniger ist eS zu verstehen, daß D. Scholz den weitherzigen Dorschlag von Höpker-Aschoff ab* gelehnt hat. De Deinbärgerliche Angst vor SPD. kann unmöglich entscheidend gewesen sein, denn der Zusammenschluh der staatsbürgerlichen Mitte würde ja gerade einen erfolgreichen Abwehrkampf nach allen Seiten ermöglichen. Was trotzdem das Scheitern ber Verhandlungen notwendig gemacht haben soll, bleibt da- GeheimniS des Herrn Dr. Scholz."
Ein
neuer Handelsvertrag mit Finnland.
Günstiger Stand der Verhandlungen. - Keine Zollbindung für Butter.
Berlin, 8. Mug. (CNB.) Die „vosf. Zig." gibt mil allem Vorbehalt eine Meldung wieder, in der es heißt: Die deutsch . finnischen Wirt- schaftsoerhandlungen sind soweit gefördert worden, dah man mit ihrem Mbschluh in diesen Tagen rechnet. Ls besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, daß dieser Mbschluh die im beider- (eiligen Einvernehmen oorgenommene kündi- gung des bestehenden Handelsvertrages sein wird. Mls Ziel der Verhandlungen hat sich immer mehr ergeben, schon seht eine Grundlage herauszubilden, auf der während der Kündigungsfrist der neue Vertrag ausgearbeitet werden kann. Die Kündigung wurde am 1. September zum 1. Januar 1931 erfolgen, so dah mit zu den ersten Mufgaben des neuen Deutschen Reichstags die Ratifizierung eines neuen Handelsabkommens gehören wurde.
Der neue vertrag (oll so gedacht sein, dah er eine Zollbindung für die jetzt strittigen Landwirtschaftserzeugnisse, also für Butter, Käse usw^ überhaupt nicht enthalten würde. Es könnte dann ganz allgemein der autonome deutsche Zollsatz für Butter in höhe von 50 ZHarf in Kraft treten. Ein Entgegenkommen gegenüber Finnland Dürfte auf dem Gebiete der „Privat vertrüge" liegen, durch die die Mb- nahme bestimmter Wengen von Butter, Quarf und Weichkäse gegenüber Finnland garantiert wird.
Dänische Forderungen.
Tie MeiftbegunstigungSklausel. — Gegen vcterinärpolizciliche Maßnahmen.
Kopenhagen, 7. August. (ERB) 3m dänischen Außenministerium ward, eine Sitzung abge- halten, an der Vertreter des Landwirtschastsrats und anderer interessierten Erwerbskveise sowie der Landwirtschaftsminister und der Außenminister teilnahmen. Die Minister machten Mitteilungen über die hinsichtlich der deutsch-finnischen Deichandlungen und der deutschen Sperrmaßnah- men vorliegenden Berichte und über die aus diesem Anlaß unternommenen Schritte. Die Teil- nehmer der Sitzung waren darin einig, daß, falls die deutsch-finnischen Verhandlungen zu Abmachungen der angekündigten Art führen sollten, diese als mit den Meistbegünstigungs- vereinbarungen nicht übereinstimmend betrachtet werden müßten und daß man sich in einem solchen Falle die Forderung nach entsprechenden Begünstigungen für Dänemark Vorbehalten müsse, wie sie Finnland gewährt würden. Auf der Sitzung herrschte des weiteren Einigkeit darüber, daß die letzten deutschen Sperrmaßnahmen an
der dänisch-schleswigschen Grenze nicht mit Recht als durch die in Dänemark vvrgekommenen Fälle von Maul- und Klauenseuche begründet angesehen werden könnten, und daß man daher danach streben müsse, Derhandlungen zwischen Sachverständigen beider ßänber über eine Aen- berung der Bestimmungen zustandezubrinaen. Ferner wurden praktische Maßnahmen zu einet 2N i 1 de ru n g der Folgen der Sperrmaßnahmen erörtert
Polen gegen Die deutschen Zollerhöhungen.
Polens Antrag aus Ausgleick sver» Handlungen abgelehnt.
Berlin, 7. Aua. (WTB.) De deutsche Gesandtschaft in Warschau hat der polnischen Regierung am 4. d. M. eine Note übergeben, worin daS polnische Ersuchen um Ausgleichsverhandlungen wegen der deutschen Agrarzollerhöhungen a b g e 1 e h n t worden ist. De deutsche Note weist darauf hin, dah die deutschen landwirtschaftlichen Zollerhöhungen als eine unabweisbare Notwendigkeit sich aus der Krise der Landwirtschaft ergeben hätten, die wegen einer Reihe von Gründen in Deutschland einen noch bedrohlicheren Umfang angenommen hat als in anderen Ländern, die sich ebenfalls zu Zollerhöhungen genötigt sahen. 3n dem Genfer Handelsabkommen vom 24. März 1930 ist den vertragschließenden Teilen ausdrücklich das Recht Vorbehalten, in dringenden Fällen Zollerhöhungen vorzunehmen, auch ohne dah die dadurch getroffenen anderen DertragSstaaten deswegen Verhandlungen verlangen könnten.
SS ist deshalb unrichtig, dah die deutschen Zollmahnahmen unb die deutsche Ablehnung bei Polnischen Verlangens nach Ausgleichsverhandlungen den Grundsätzen des Genfer Handelsabkommen- zuwiderlaufen, wie es die Polen behaupten. 3m übrigen ist daraus hinzuweifen, dah
0 4 nn kürzlich mit Wirkung vom
1930 umfangreiche landwirtschaftlich« Zollerhöhungen borgenommen hat
Steuererleichterungen für ernte« geschädigte Landwirte in Hessen.
Darmstadt, 7. Aug. Dem Landtag ist u. a. etn ZentrumSantrag zugegangen, mit Rücksicht auf bie durch das andauernde Regen- ? * r herabgedrückten Ernte aussich^n ber der Reichsregierung schon jetzt vorstelllg zu werden, dah die Richtzahlen für Sinko m men - und Hmsatzsteuer für nicht buchführende Landwirte entsprechend herabgesetzt toerben. Außerdem soll die Regierung eine


