Tumen, Sport und Spiel.
V. f. B.
D. f. v. schlägt Hanau 93 2:1.
Es war in finanzieller und sportlicher Hinsicht ein gewisses Wagnis, die Liga-Mannschaft des 1. Hanauer Fußball-Clubs 1893 nach hier zu verpflichten. Mm so erfreulicher ist es. feststellen zu können, daß es in jeder Beziehung ein voller Erfolg war. Der sportliche überraschte am meisten, denn selbst die größten Optimisten hatten nicht im entferntesten an einen Sieg der D.f.D.-Liga gedacht. Sn der Freitagsvorschau waren die gegen bekannte süddeutsche Vereine wie Mainz 05, Langen, V.f.R. Mannheim usw. erhielten Erfolge bzw. Resultate Hanaus aufgeführt und es war in Berücksichtigung dessen von einer unvermeidlichen Niederlage der B.f.B.er gesprochen worden, die jedoch alle Berechnungen über den Haufen warfen. Man soll die Bedeutung des Sieges nicht überschätzen, da es ja nur ein Gesellschaftsspiel toar; er ist insofern aber wertvoll, als er beweist, daß die Leistungskurve der Mannschaft weiterhin nach oben geht und die Elf durch derartige Spiele wieder ihr Selbstvertrauen zurückgewinnt. Shre Spielweise ist seit den verlorenen Meisterschaftsspielen gegen Ockershausen eine ganz andere geworden. Während sie damals verkrampft, unzusammenhängend und ideenarm war, zeigte schon das 1:2-Spicl gegen die „Gintracht"-Reserve, mehr aber noch das 2*J2 gegen „Sport"-Kassel hierin eine merkliche Besserung. Das Treffen gegen Hanau 93 hat gezeigt, daß sie auf dem besten Wege ist, ihre frühere Spielstarke wieder zu erlangen. Gewiß gibt es noch viel zu bemängeln, wie z. D. die verkehrte Taktik der im übrigen guten Außenläufer, die viel zu defensiv spielten. Allerdings wurden sie durch das zu weite Aufrücken des rechten Verteidigers gezwungen, hinten auszu- helfen. Sm Sturm klappte es diesmal wesentlich besser als früher, wenngleich cs ihm immer noch stark an der nötigen Schuhkraft fehlt. Sobald diese und noch einige andere nebensächliche Mängel behoben sind, braucht die Spielleitung es nicht mehr als ein Wagnis anzusehen, große Gegner hierher zu verpflichten. Sedenfalls muh man der Leistung der V.f.B.-Elf volle Anerkennung zollen, denn es gehört etwas dazu, einen guten Vertreter süddeutscher Dezirksliga, wie Hanau 93, einwandfrei zu schlagen. Daß es kein Zufallssieg war, beweist u. a. auch das Ecken- verhältnis. das 5:2 für den Gastgeber lautet«, dessen Spiel schneller und rationeller war. dabei aber durchaus nicht technischer Feinheiten entbehrte, nicht mehr und nicht weniger als das der Gäste, die lediglich im Zuspiel Besseres zeigten. Diese hätten das Spiel ebenfalls gewinnen können, verstanden aber nicht, die sich bietenden Chancen in Gestalt von zwei Elfmeter zu verwerten. Hanau trat in der in der Vorschau angekündigten Aufstellung, mit Ausnahme vom Tormann Sonnrein und dem Mittelstürmer Karl, die aber beide, besonders letzterer durch den bekannten, vom Fuhballsportverein Frankfurt zurückgekehrten Stürmer Krebs, gut ersetzt waren. Auch D.f.D. muhte für den Linksaußen Ersatz einstellen, der sich ebenfalls bewährte. Die auf- und abgehenden wechselseitigen Angriffe und die vielen prächtigen Kainpfbilder ergaben einen spannenden Spielverlauf, dec hie zahlreichen Zuschauer vollauf befriedigt haben dürfte. Zunächst wickelt sich das Spiel nur im । Mittelfeld ab. Hanau kommt gut durch, wird ' aber abgestoppt. Gießen vergibt eine sichere - Chance. Feldspiel. Erste Ecke HanauS, die aber nichts einbringt. D.f.D. ist etwas mehr in der Hälfte des Gegners als umgekehrt: auch die Gäste kommen mehrfach in den Strafraum Giehens. verlieren sich aber in Meberkombination. Obgleich Hanau durchaus nicht feldüberlegen ist, hält sich Giehens Läuferreihe zu viel hinten
Die gefiederte Schlange.
Vornan von Edgar Wallace.
20 Fortletzung Nachdruck verboten.
13.
Das Arbeitszimmer von Mr. Gregory Beale war ein großer Raum im Erdgeschoß, dessen Wände mit Büchern bedeckt waren. Alle Teile der Wand außerhalb der Schränke waren bis zur Decke hinauf mit dunklem Eichenholz getäfelt. Dieser schön eingerichtete Roum war zu gleicher Zeit auch das Wohnzimmer des Gelehrten.
Er hatte Daphne einen kleinen Raum angewiesen, der am Ende des ersten Treppenlaufes lag. Aber die ersten Tage brachte sie hauptsächlich in seiner Bibliothek zu, die in mancher Beziehung einen angenehmen Aufenthalt bot. Durch ein großes Schiebefenster hatte man Aussicht auf einen kleinen, gutgepflegten Garten. Das war etwas Meberraschendes in einer so belebten Gegend Londons, wo der Baugrund äußerst wertvoll war so daß man nirgends einen freien Platz finden konnte. Es war alles schon mit Häusern und Garagen bebaut. Der Garten war nicht groß, .aber er wurde von hohen, roten Ziegelmauern eingefaßt. Das Haus war ein Eckgrundstück, und eine 11m- fassungsmauer grenzte an die Straße. Bevor Mr. Deale das Gebäude gekauft hatte, wurde der kleine Zugang durch die Gartenmauer von Händlern und Lieferanten benützt, aber dieser Eingang wurde später aufgegeben und zugemauert. Auf die ernsten Vorstellungen der Polizei hin hatte er ganz gegen seinen Willen die Mauer oben mit zerbrochenem Glas und Scherben versehen lassen, um von dieser Seite aus gegen Einbrüche geschützt zu sein.
Von der Glastür aus führten mehrere Stufen zu dem unregelmäßigen Steinpflaster, das die Dlumenbeete in zwei Hälften teilte: dort blühten noch späte, üppige Chrysanthemen, und Mr. Deale machte sich ein Vergnügen daraus, täglich eine halbe Stunde lang die Wege aus und ab zu gehen, ab und zu stehen zu bleiben und die schönen Dlumen zu bewundern. Manchmal zupfte er auch die verwelkten Dlätter ab, die sich von Tag zu Tag in immer größeren Mengen zeigten.
Eigentümlicherweise duldete er keine Gardinen oder Vorhänge in seinem Hause. Auch die Sa- lousien an den Fenstern wurden nie herunter- gelassen, sobald er im Haus« war (er erzählte dies Daphne gleich am ersten Tag nach ihrem Eintritt).
auf. Erster Eckball für Gießen, der abgewehrt wird. Einen placierten Schuß hält der Tormann Hanaus, der einige Zeit stark beschäftigt wird, gerade noch. Giehens Stürmer stehen abseits. Der Linksaußen der Platzmannschaft schießt aus vollem Lauf zum Führungstor ein, verpaßt kurz darauf aber eine weitere günstige Gelegenheit. Flüssiges Spiel, gute Ballbehandlung und präzise Kombination beiderseits: ein Spiel, wie man es lange nicht mehr gesehen hat. Handspiel im Strafraum Giehens. Der Elfmeter wird scharf und placiert geschossen, aber in feiner Manier gehalten. Hanau führt das bessere Zuspiel vor. Gießen zeigt sich schuhunsicher. Die Gäste liegen int Angriff: nach mehrmaliger Abwehr muh der am Doden liegende V.f.D.-Tormann den Dall passieren lassen. Hanau hat ausgeglichen. 1:1. Pause. — Die Einheimischen haben jetzt die Sonne im Rücken. CBom An st oh weg kommen sie vor das Tor der Gäfteelf, Halblinks köpft daneben. Gießen ist die angreifende Partei und klar im Vorteil. Einige sichere Sachen werden ausgelassen. Lediglich eine Ecke wird erzwungen. Der Gegner kommt auf und liegt seinerseits einige Zeit im Angriff, ohne aber einen zählbaren Erfolg buchen zu können. Kampf um den Ball im Mittelfeld. Wechselseitige Angriffe und beiderseits Torchancen, die aber, bei Gießen zweimal durch „Abseits", nicht verwertet werden können. Gin Mißverständnis zwischen zwei Gießenern bringt das V.f.B.-Tor in Gefahr. Auf der Gegenseite dritte Ecke für D.f.B. Hanau schießt beim Gegenangriff an die Latte. Die Gästeelf ist im Vorteil und vermag zu drücken. Sie läßt eine sichere Gelegenheit aus, indem ein wegen Hakens zugcsprochener Elfmeter an die Latte getreten wird. Rach kurzem Hin und Her wird der Ball aus Abseitsstellung eingeschossen. Das Tor kann natürlich nicht gewertet tverdcn. Gießen überrascht durch seinen Endspurt. Während der letzten zehn Minuten gibt es den Ton an. Ein zweites und damit das Siegestor (durch Halbrechts) sowie zwei Ecken sind der Erfolg des Endspurts. 2:1 lautete der Sieg der V.f.D.er über die sympathischen Gäste. Wenn die Platzmannschaft in den nächsten Spielen denselben Geist aufbringt und die gleichen Leistungen zeigt, wird sie diesem Erfolg weiter« anreihen.
Die Ligareserve war beim Sportverein „Vik- toria"-Ridda zu Gast, dem sie das fällige Rückspiel lieferte. Auch hier glaubte man mit einer Niederlage rechnen zu müssen, wurde aber ebenfalls angenehm enttäuscht. Nach anfänglich gleichwertigem, später überlegenem Spiel, gewann sie gegen den spielstarken Gegner verdient mit 2:1.
Die vierte Mannschaft gewann ihr letztes Dcr- bandsspiel gegen Steinbachs zweite trotz zahlen- mähigcr Unterlegenheit mit 2:0 und errang damit die Meisterschaft ihrer Gruppe.
Das Spiel der A.H. kam wegen der Absage Heuchelheims nicht zum Austrag.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
1. <£. Langen (süddeutsche Oberliga)
gegen Gießen 1900 (Kreisliga) 4:2 (Halbzeit 1:1).
ö. Die Gießener zogen sich in Langen besser aus der Asfärc, als man im voraus annahm. Bei besseren Leistungen des Torwarts hätte cs leicht zu einem knappen Sieg kommen können, denn er verschuldete in erster Linie die Niederlage. 1900 hatte vor dem Wechsel mehr vom Spiel. Die Mannschaft zeigte einen sehr schönen technischen Spielaufbau, konnte sich aber vor dem gegnerischen Tore nicht so recht mit dem hohen ungewohnten Sandboden abfinden. Dies war auch der Anlaß, daß die Gießener im Verlaufe der zweiten Spielhälfte merklich in ihren Kräften nachliehen. Der Sand hatte sie vorzeitig ermüden lassen. Der bestehende Klassenunterschied war im Spiel kaum wahrnehmbar, das
Er sprach begeistert von den gesunden Wirkungen der Sonnenstrahlen und schwärmte sehr für frische Luft. Er konnte es sich auch gestatten, auf Gardinen und Fensterläden zu verzichten, denn von keine Seite aus konnte man in sein Arbeitszimmer schauen, und er war in dieser Hinsicht vollkommen unbehelligt. Er hatte aber auch noch andere kleine Liebhabereien. Keiner seiner Diener betrat jemals fein Zimmer, wenn er nicht nach ihm klingelte. Wenn cs notwendig war, verständigte sich der Hausmeister durch das Telephon mit ihm. Ein kleiner Apparat war in der Nähe der Bibliothekstür angebracht. Daphne wurde feierlich in all diese Gebräuche ein geweiht.
„Nicht, daß ich etwas dagegen hätte, daß Sie zu mir kommen," sagte er lächelnd. „Sie sind wirtlich wie ein Sonnenstrahl, wenn Sie mir diese plumpe Schmeichelei verzeihen wollen. Aber ich habe einen großen Abscheu davor, bei der Arbeit unterbrochen zu werden. Deshalb habe ich meinen Raum auch mit Doppeltüren versehen lassen."
Als sie an diesem Morgen zu ihm kam, traf sie ihn bei seinem Spaziergang im Garten. Er hielt ein Veilchen zwischen den Lippen und hatte die Hände auf dem Rücken zusammengelegt. Niemals rauchte oder trank er. Die erste Frage, die er an sie richtete, betraf zu ihrer Verwunderung Peter Dewin. Sie stand im Augenblick mit Peter nicht gut, was zwar absolut nicht notwendig war, wie sie sich selbst eingestand. Sie konnte sich aber nicht genug tun, ihn Mr. Beale gegenüber zu loben, denn Frauen sind in ihrem Eifer nun einmal so paradox.
„Sa, ich bin auch davon überzeugt, daß er klug ist," sagte Gregory Beale belustigt. „Er ist ein sehr hübscher, junger Mann — ich verstehe nur wenig von der Presse und kann infolgedessen seine Begabung für seinen Beruf nicht beurteilen, selbst wenn ich mir Mühe gebe. Er ist wohl Shr Bräutigam?"
Sie errötete tief bei dieser Frage.
„Gott im Himmel, nein, Mr. Beale — ich kenne ihn erst seit etwas mehr als einer Woche!"
Er schaute sie verschmitzt von der Seite an und las in ihrem geröteten Gesicht mehr, als sie ihm zu zeigen wünschte.
„Man trifft Leute und hat sie auf den ersten Blick gern oder fühlt sich abgestoßen. Sch habe mit schon oft überlegt, daß unglückliche Ehen meistens durch eine lange Verlobungszeit verursacht werden. Die jungen Leute müssen sich zu sehr beherrschen und stets anders geben, als sie eigentlich sind — dann kommt mit der Ehe der Rückschlag. Shr alter Charakter bricht wieder durch, und das ist für sie keine angenehme Erfahrung."
Eie fand es sonderbar, daß er Betrachtungen über die Ehe cmstellte, und muhte lachen.
stellt den Dlauweihen erneut ein gutes Zeugnis aus. Man kann mit den Leistungen der Gießener Elf zur Zeit vollauf zufrieden sein. Der Mannschaft fehlt nur die Härte. Darin hätten sie vom Gastgeber Langen viel lernen können, der immer energischer am Ball war, allerdings auch weit mehr Regelwidrigkeiten verursachte. Die Gießener Angriffsreihe trieb zu viel Snnenspiel. Die beiden Flügelstürmer wurden sehr vernachlässigt, hatten jedoch auch beide keinen besonders guten Tag. Das Fehlen von Katz hatte eine Ilmstellung der Mannschaft bedingt. Der Mannschaftsaufstellung in Weidenau mit Adelberger im Snnen- sturrn muß man den Vorzug geben. Sie dürfte zur Zeit die beste Vertretung 1900s fein, lleber- ragend spielte Hohmann in der Verteidigung. Besonders gefallen konnte sein weiter befreiender Schlag. Zum Spielverlauf: Unter leichter Feldüberlegenheit der Gießener wogte der Kampf auf und ab. 1900 bietet sich die erste klare Torchance, wie es keine zweite im Spiel mehr gab. Der Halbrechte Z e i l e r hatte nach Umspielen mehrerer Gegner alles hinter sich gelassen und stand nur noch dem gegnerischen Hüter gegenüber. Das Mißgeschick lieh ihn aber den Ball, den er in die linke Ecke schieben wollte, dicht am Tor vorbei ins Aus lenken. Dann kam der Gastgeber Langen unverhofft bei einem Durchbruch durch Fernschuh zum Führungstreffer. Heilmann schaffte aber bald auf Vorlage von Adelberger den Ausgleich, und so wechselte man die Seiten, gerade als 1900 aussichtsreich im Angriff lag. Nach Wiederbeginn einige Zeit Feldspiel. Ein Freistoß führte zum erneuten Führungstreffer für Langen, da Sack im Gießener Tor zur Verwunderung aller den Ball durch die Beine gleiten ließ. Dann lief der Gießener Hüter nicht rechtzeitig heraus, und Langen führte 3:1. Durch Verwandeln eines Handelfmeters stellt Adelberger das Spiel auf 3:2. Drei Minuten vor Schluß bekommt auch Langen einen Elfmeter zugesprochen, der, obwohl schlecht placiert, ebenfalls im Gießener Netz landet, damit das Endresultat herstellend. Bei Schluß des Spieles wehrte der Langcner Torwart einen Prachtschuh des Gießener Rechtsaußen hervorragend zur Ecke, die im Schlußpfiff des Schiedsrichters endete. Beim Gastgeber spielten Torwart, Verteidiger, sowie Mittelstürmer und besonders Halblinks ausgezeichnet. Die Flügelstürmer schufen ständig gefährliche Situationen. Dem Spiel wohnten 5—600 Zuschauer bei.
1900s Ligareserve lieh sich von ihrem Gast, Weilburgs erster Elf, überraschend 4:1 (Halbzeit 2:1) schlagen.
Der dritten Mannschaft gelang die Revanche gegen Bieber mit 8:2 Toren gründlich. 1900 lieh dabei noch zwei Elfmeter aus. Bei Halbzeit stand das Spiel 4:2.
Spiele bet Jugend.
Die 1. Sugend konnte das Rückspiel gegen die 1. Sagend des Sportklubs Lollar auf hiesigem Platz nach durchweg überlegenem Spiel mit 4:1 (Halbzeit 3:0) für sich buchen. Bereits in der 1. Halbzeit zeigte 1900, daß es technisch dem Gegner weit im Voraus war und dieser muhte sich bis auf gelegentliche Durchbruche ein Spiel in seiner Hälfte gefallen lassen. Des Gegners Torhüter muhte viel arbeiten, bis auf drei Tore meistert« er aber alle Bäll«. Der blau- weiße Sturm war vor dem Tore oft so zerfahren und so nervös, dah totsichere Sachen aus nächster Näh« darüber oder daneben geschossen wurden, zudem fehlte oft das nötig« Verständnis untereinander, wodurch sich die Spieler gegenseitig die schönsten -Chancen verdarben. Hier muh im Training noch viel gelernt werden. Sn der 2. Hälfte, namentlich als 'Gießen nur noch mit 10 Mann svielte, kam Lollar besser auf und erzielte nach schönem Durchspiel sein Ehrentor. Bei richtiger Stellung der Verteidigung und des Tormannes hätte dies Tor nermieöen werden können. Bald darauf standen 3 Lollarer vor dem
leeren Tor, im Eifer wurde der DaN weit neben das Tor ins Aus getreten. Kurz vor Schluß erzielt 1900 sein 4. Tor, das vom rechten Läufer aus 25 Meter unter die Latte gesetzt wurde. Ein Schiedsrichter war nicht erschienen, so dah der Platzverein einen aktiven Spieler dazu bestimmte. Er hatte ein leichtes Amt.
Die 2. Sagend weilte in Leun und konnte gegen ihren Gastgeber, die Sagend der Turngemeinde Leun, nach schönem Spiel einen 4:0-Sieg erringen.
/ Zechten im Turngau Hessen (O. T.)
Ausscheidungsfechlen für die Allmannen-Klasfe.
Gute Leistungen der Fechterinnen.
- Bad-Naaheim, 6.Avril. Die Fechterschaft des Turngaues Hessen oeranftaltete unter Leitung von Gaufechtwart Kühn (Friedbergi heute in der Turnhalle des Turnvereins 1860 ihr Ausscheidungsfechten für die Altmannen- bzm. Alt-Fechterinnen- Klasse. Im Florett waren 18 Jungmannen an= getreten; zum erstenmal seit langen Jahren wurde wieder auf zwei Kampfbahnen gefdchk-n, was zur Folge hatte, daß sich die Stümpfe außerordentlich gut und reibungslos abwickelten. Die Schlußrunde, zu der 6 Fechter antreten konnten, stand auf recht beachtlicher Stufe. Sm Säbel blieb die Teilnehmerzahl hinter früheren Jahren zurück. Die Lei- ftungen zeigten aber ein Plus. Von den 8 Bewerbern tarnen 4 in die spannende Endrunde.
Lebhaftem Interesse begegneten die Wettkämpfe der Fechterinnen, für die erstmalig ein Ausscheidungskampf im Gau Hessen stattfand. 15 Fechterinnen waren angetreten, von denen 8 in die Schlußrunde tarnen. Die Leistungen der Fechterinnen wurden von den lebhaft interessierten zahl- reichen Zuschauern sehr beifällig aufgenommen. Der Gesamteindruck des Fechtertags läßt sich dahin zu-- sammenfasfen, daß das Turnerfechten im Gau erfreuliche Fortschritte gemacht hat.
Aus der S i e g e r 11 ft c bringen wir jeweils die Teilnehmer der Endrunde und von den weiteren Siegern noch diejenigen aus Gießen.
Fechter.
Florett. Endrunde: 1. Sieg Hans Leonhardt, Tv. 1846 Gießen; 2. R. Maletzki, T. u. Spv. Butzbach; 3. Hans Kipp, T. u. Spv. Marburg; 4. W. Fink, T. u. Spv. Marburg; 5. Erich Rojahn, Tgm. Friedberg; 6. W. Chateau, T. u. Spv. Mar- bürg; weitere Sieger: 7. Hugo Baumann, Mtv. Gießen; 9. Karl Koch, Mtv. Gießen; 10. Kurt Enßlin, Tv. 1846 Gießen. Die ersten vier Sieger treten zur Altmannen-Klasse über.
Säbel. Endrunde: 1. Kart Enßlin, Tv. 1846 Gießen; 2. Kurt Gissel, Tv. Wetzlar; 3. Richard Weber, Tv. 1846 Gießen; 4. Kurt Hovels, Tv. Wetzlar. Der 1. und 2. Sieger werden Altmannen.
Fechterinnen.
Florett. Endrunde: 1. Lotte Mohr, Tv. 1846 Gießen; 2. Lore Sirronlomb, Tv. Wetzlar; 3. Grete Lang, Mtv. Gießen; 4. Frau Kutscher, Tv. 1860 Bad-Nauheim; 5. Hilde Panse, Tv. Wetzlar; 6. Gretel Otto, Mtv. Gießen; 7. Betti Blum, Mtv. Gießen; 8. Liselotte Krick, Tv. 1860 Bad-Nauheim; weitere Siegerinnen: 10. Marie Kretschmar, Mtv. Gießen und Paula Hofmann, Mtv. Gießen. In die Klass« der Ast-Fechterinnen treten die ersten vier Siegerinnen über.
Joustbott im T. V. 1846.
Als Auftakt zur diesjährigen Spielzeit hatte die Spielleitung einige Vereine aus der näheren Llmgebung zu einem Faustballtreffen eingeladc-^ Einerseits find derartige Spiele die beste Vorbereitung für die im Mai beginnenden Ver- bandsspielc, anderseits soll damit für das immer sehr beliebte Turnspiel geworben und den neu beginnenden Vereinen Möglichkeit zum Weiterbilden gegeben werden. Außer den beiden Mannschaften des T v. 1 8 4 6 war der Bezirksmeister der A-ÄIaffe Lützellinden und die Mannschaften der Turnvereine Hochelheim und A l l e n d o r f (Lahn) erschienen. Der Spielstärke
„Die Frage, ob Mr. Dewin and ich ans heiraten sollten, ist noch nicht aufgetaucht." Dann fügte sie ein wenig übermütig hinzu: „Sie sprechen, als ob Sie eine Aatorität auf diesem Gebiete wären, Mr. Beale."
Er zuckte die Schaltern.
„Der Himmel weih, dah ich das nicht bin," sagte er. Shr war, als ob ein Schatten von Llnmat auf seinem Gesicht tag. „Sch war früher einmal verheiratet — aber es war keine glückliche Zeit für mich."
Selbst seit ihrer kurzen Bekanntschaft hatte sie herausgefunden, dah er ein Mann von umfassender Bildung war. Seine Kenntnisse erstreckten sich sogar auf das Gebiet der Hüttenchemie. Er besah eine wertvolle Sammlung von metallhaltigen Quarzen, und als sie den ersten Tag bei ihm war, zeigte er ihr ein Experiment. Sn einem Mörser zerstieß er einen Stein und schmolz mit Hilfe eines elektrischen Tiegels ein kleines Stückchen Silber daraus. Als sie seine Akten ordnete, fand sie ein halbvollendetes Manuskript eines Buches, das in seiner zierlichen, mikroskopisch kleinen Handschrift geschrieben war. Sie las eine Seite, um den Snhalt festzustellen. Es war eine Abhandlung über die Wirtschaftlichkeit kleinster Haushalte, und enthielt Tabellen über Löhne in ihrem Verhältnis zum Lebensunterhalt. Sehr erstaunt war sie, als er ihr Öen Auftrag gab, es zu verbrennen.
„Sn den letzten Sahren sind alle dies« Prinzipien umgestohen worden. Zehn Sabre alt« Lehrsätze sind heutzutage meistens überholt."
Mr. Deale war in der Archäologie Süd- und Mittelamerikas eine Autorität, obgleich er niemals eine Zeile darüber geschrieben hatte. Gr zeigte ihr Kopien wertvoller Handschriften, die teils in Maya, teils in Altspanisch geschrieben waren und von dem Aberglauben in dem Königreich Quiche handelten.
„Hierin würden Sie eine Menge über gefieberte Schlangen finden," sagte er in guter Laune. „Lesen Sie Spanisch? — Das ist schade. Die Gesinnung der Menschen hat sich in den letzten vierhundert Sahren nicht wesentlich geändert. Die Menschen sind im Innersten ihres Herzens häufig noch Kinder, sie lieben kindliche Vergnügungen und Pomp. Di« komplizierten Zeremonien, di« bei den aztekischen Opfern eingehalten werden muhten, sind nicht verwickelter als die Aufnahmcgebräuche fast aller Geheimgesellschaften der Setztzeit, nur haben di« Götter ihre Namen geändert?
Als sie diesen Morgen in der Bibliothek arbeitete, entdeckte sie, dah etwas Neues dort auf- geftellt worden war, was gerade nicht zur Verschönerung des Raumes beitrug. Sine alte, eichene Tür mit rostigen Angeln lehnte an der Wand, dem Fenster gegenüber. Daphne bemerkte, daß
eine Seite mit Stahl oder E'sen beschlagen war, und er erzählte ihr, daß er sie draußen im Schuppen gefunden und hereingebracht habe. Früher diente sie einmal als Gartentür, jetzt war dieser Zugang aber jugemauert, und er wollte, wie er sagte, auf dieser verwitterten Oberfläche eine barbarische aztekische Zeichnung anbringen. Das war wieder so eine neue Laune von ihm.
Die Zeit verrann schnell bei feiner interessanten Gesellschaft und ihrer neuartigen Tätigkeit. Als Mr. Beale auf seine Ähr sah, und sie fragte, ob sie denn die ganze Nacht hier arbeiten wolle, erkannte sie erst, daß der Tag schon wieder vor- über war.
Peter lieh nichts von sich hören. Gr schickte weder einen Brief noch eine Botschaft, und auch zu Hause fand sie keine Nachricht von ihm vor.
Ella Creed hatte in ihrem Dries nicht erwähnt, in welcher Kleidung sie kommen sollte, sie hatte sie nur zum Abendessen eingelaöen. Nun konnte es sein, oah sie allein mit ihr in ihrer Wohnung speiste ober in einem der Nachtklubs. Daphne überlegte unb wurde beiden Möglichkeiten gerecht, indem sie ein einfaches, schwarzes Abendkleid anzog und einen dunklen italienischen Seidenschal Umnahm. Dieser war einer der wenigen wertvollen Gegenstände, die sie von ihrer verstorbenen Mutter geerbt hatte. Es-toyr allerdings ein wenig geeigneter Umhang, tore sie bemerkte, als sie in den falten Wagen stieg. Der Nordwind blies rauh, unb ber Regen strömte vom Himmel herab.
Sie war gerade nicht sehr begeifert, baß sls den Abend mit ber Schauspielerin verbringen sollte. Shre ^Begegnungen waren nür kurz und ziemlich gespannt verlaufen, denn CUa war eine Frau, die die ganze Menschheit in ktoei Klassen einteilte: in Abhängige und in ^fnab gängige. Daphne hatte bisher zu den ersterem gehört unb war auch so von ihr behandelt toprben. Aber jetzt hätte sie keinen großartigeren Gmpfang erwarten können, auch wenn sie elrye Königliche Hoheit gewesen wäre. Ein Portier' empfing sie unterwürfig unten an der Dühnenttzlr und brachte sie persönlich zu Miß Creed.
Ella schloß sie buchstäblich in bife Arme.
„Meine Liebe, wie liebenätoürjbig von Shnen, daß Sie gekommen sind! Geben (Sie Miß Olroyb den bequemen Sessel, Selfie. iSie haben doch nichts dagegen, wenn ich mich 'umziehe?... Sst dies Shr erster Besuch hinte r den Kulissen? Sch werde Shnen in einer Dhinute die Bühne und alles zeigen."
Daphne war in ber Pause zwischen zwei Akten angekommen, berfelben Pause, die Peter Dewin in der vergangenen Nacht &u feinen Nachforschungen benützt hatte. -
(Fortsetzung
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