Einzelbild herunterladen

Störungen im Außlandgeschafl.

Unberechtigte Klagen Moskaus.

Berlin, 7. April. Ein Leitartikel der offiziellen, von der russischen Handelsvertretung herausgegebe­nen Zeitschrift byjchäftigt sich mit dem Umfang der deutsch-russischen Geschäftsbeziehungen. Es heißt u.a., daß der Umfang des Geschäftes Rußland bei weitem nicht befriedigt. Die Handelsvertretung mache größte Anstrengungen, um eine Erweiterung des Geschäftes durch einen gesteigerten Absatz der russischen Export- lvaren in Deutschland wie durch eine beschleunigte Realisierung der Einkaufsaufträge zu schaffen. Durch die wirtschafts- und zollpolitischen M a ß n a h m e n der deutschen Regieruna werde das Geschäft in beiden Zweigen bedeutend einge­schränkt. Alle Anstrengungen seitens der Handels­vertretung, das Geschäft zu entwickeln, würden durch diese Maßnahmen paralysiert. Augenscheinlich be­mühen sich die Russen, schon jetzt für die Möglichkeit deutsch-russischer Verhandlungen sich taktische Vor­teile zu verschaffen, in dem sie vollkommen ungerechtfertigte Vorwürfe gegen die deutsche Politik erheben, wenn in dem offiziellen Organ der russischen Handelsvertretung ein Angriff gegen die neuen Agrarzölle und die wei­teren Pläne auf diesem Gebiet geführt wird, wobei die Russen vor allem an der Futtergerste interessiert sind. Auch die Zollerhöhungen für die andern land­wirtschaftlichen Produkte seien für die Sowjetunion direkt verheerend. Die Erhöhung des Benzinzolls wird ebenfalls mit in das Treffen geführt, und an die deutsche Regierung die Frage gerichtet, welche Maßnahmen sie unter diesen Umstanden zur Be­seitigung solcher Hemmungen und für die Weiterentwicklung des deutsch-russischen Ge­schäftes zu ergreifen gedenke. Dabei vergessen die Russen, daß ent schei dend für den Niedergang und die Schwierigkeiten der wirtschaftlichen ^Be­ziehungen zwischen den beiden Ländern die Fülle kleinlicher Handelsschikane und ten­denziöser politischer Eingriffe gewor­den sind, über die sich die betroffenen deutschen Kreise seit langem mit Recht beklagen. Wenn deutsch-russische Wirtschaftsbesprechungen über­haupt einen Erfolg haben sollen, darf nicht von vornherein durch die Taktik Moskaus das eigentliche Verhandlungsobjekt ausgeschaltet werden.

Der Rußlandausschuß der deutschen Wirtschaft.

Berlin. 7. April. (CNB.) Heute fand hier unter dem Vorsitz des Direktors Kraerner eine Sitzung des Ruhlandausschusses der deutschen Wirtschaft statt. Einstimmig wurde eine Ent­schließung angenommen, in der der Ausschuß sein Bedauern darüber ausspricht, daß in offi­ziellen Presseorganen der Sowjetregierung fort­gesetzt Angriffe gegen Personen der deutschen Wirtschaftsführung und gegen deutsche Lieferantenfirmen von Weltrul erfolgt sind, und er weift ins­besondere die j er Grundlage entbehrende Ver­allgemeinerung der russischen Kritik an der Zu­verlässigkeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie zurück. Der Ausschuß beauftragt den Vorstand, diese Auffassung gerade auch mit Rück­sicht auf die bevorstehenden Verhandlungen der Reichsregierung zur Kenntnis zu bringen, und dabei besonders darauf hinzuweisen, daß nicht nur die Förderung des deutschen Exportes nach -Rußland, sondern auch der Binnenhandel und das Transportgewerbe eine ihrer Bedeutung entsprechende Berücksichtigung finden müßten.

Der Ausschuß empfiehlt den am Ruhland­geschäft interessierten deutschen Wirtschaftskreisen, evtl, vorzunehmende Abschlüsse jeweils unter Anpassung an die Finanzkraft und die Finanzierungsmöglichkeiten der einzelnen Firmen weiter zu pflegen, in der bestimmten Erwartung, daß, wie dies bisher leider wiederholt festgestellt werden mußte, deut­schen Firmen keine ungünstigeren Be­dingungen angeboten werden als den ßiefe* * ranten anderer Länder.

Oie Aufbahrung der Königin von Schweden.

Rom, 7. April. (TA.) Der Leichnam der- gin von Schweden, der von dem Leibarzt 'unthe einbalsamiert worden ist, ruht in der

Gießener Gta-ttheater.

Curt Götz-Gastspiel:

Ter Lügner und die Nonne."

Es wird hoffentlich niemand von uns erwarten, daß wir etwa erzählen, was in diesem Theater­stück mit einem Vorspiel und drei Akten sich er­eignet; es wäre aussichtslos. Etliche haben den schwächlichen Versuch dazu gemacht, wir ver­sprechen uns wenig davon, selbst wenn es uns glückte.

Richt nur, daß man viele der hübschesten Einzel­heiten schon auf dem Heimweg vergessen hat: dies läßt sich keinesfaUs erzählen. Es sei denn auf der Bühne, und von Götz und seinen Leuten selbst. Wer nicht da war, hat es sich selber zu- .uschreiberr. Wer nicht da war, dem ist nun, )a es vorbei ist, nicht mehr zu helfen.

Dieses Gastspiel abgesehen vom Stück ist in Phänomen. Cs ist das Gastspiel einer Truppe, ie eines der wahrhaftig seltenen, rentablen, -utgehenden, ausgezeichnet gehenden Theater- . Unternehmungen im heutigen Deutschland sein dürfte. Eine Wandertruppe, die ihresgleichen acht. Wir wissen nicht, wie lange sie in Berlin gespielt hat. And es ist nicht abzusehen, wie ange sie noch, mit diesem Stück, in Deutschland mherreisen wird. Zu Ostern sind sie, wenn wir nicht irren, in Stuttgart. Wer weiß, wo sie zu Pfingsten sind ... mit diesem Stück.Das müht' ein schieches Lustspiel sein ..."

An der Spitze Der wandernden Komödianten marschiert C u r t G ö h. Er ist die Seele des Unternehmens. Sein Rame läuft ihm voraus und lockt die Leute an. Er hat das neue Stück geschrieben, er hat es in Szene gesetzt, er spielt die drei wichtigsten Rollen darin. ...

Er ist der Lügner. Er ist der Wann ohne Charakter und fühlt sich trokdem wohl dabei. Er ist der Mann, der ebendeshalb und aus ver­stocktem Prinzip wissentlich die Unwahrheit sagt ... und unwissentlich die Wahrheit. Dies ist das Besondere an ihm. Seine Phantasie ist ein bißchen aus den Fugen gegangen, sie über-

Villa Svecia unter den Farben ihres Landes in einem mit weißer Seide ausgeschlagenen Sarg. Auf dem Sargdeckel hat der König eine schlichte Tafel mit der Aufschrift:Drottning Vic­toria 18 6 2 1930 anbringen lassen. Der Pfarrer der deutschen evangelischen Gemeinde von Kaltenborn-Stachau hielt im Sterbezimmer der Königin im Beisein der Fa­milie der Verstorbenen eine Totenandacht. Am

Mittwoch wird der aus Paris herbeigerufene schwedische Pfarrer in der deutschen Kirche im Beisein der schwedischen und der italienischen Königsfamilie, des Prinzen Philipp von Hessen und des Prinzen Christoph von Griechenland sowie Mussolinis ein Totenamt halten, worauf die Leiche nach Swinemünde übergeführt wird. Der König von Italien hat eine zwei­wöchige Hoftrauer angeordnet.

Verkehrs- und WirWastsnot im Westen.

Oberpräsideni Fuchs auf dem rheinischen provinziallanviag. Eine Mahnung Horions an die Beniner Adresse.

Düsseldorf, 7. April. (ERD.) Der 77. Rheinische Provinziallandtag wurde heute mit­tag mit einer Ansprache des Oberpräsiden­ten der Rheinprovinz, Dr. h. c. Fuchs, eröff­net. Der Redner führte u. a. aus, die wachsende Belastung aus den von der Provinz aufgenom­menen Anleihen, durch welche die Dorkriegs­schuld bald um das Doppelte über­stiegen werden dürfte, lasse es kaum noch zu, die Beschaffung von Mitteln auf dem Anleihe­wege fortzusetzen. Von den Schulden und Aus­gaben der Provinz entfielen 50 Millionen auf den Straßenbau, und im vorliegenden Haus­haltspläne würden für Straßenbau und Straßen- unterhaltung wieder 34 MMionen Mark bean­sprucht. Zum Rachteil der Rheinprovinz greife immer mehr die Auffassung um sich, sie sei wieder eine wohlhabende Provinz. Man scheine schon jetzt zu vergessen, was sie in der Nach­kriegszeit an Sonderlasten getragen habe. Welche Rot sei allein in dem Heere der 3400 000 Arbeitsuchenden der Rheinprovinz ver­körpert! Die im Reichshaushalt für 1930 ein­gesetzten 20 Millionen für das sogenannte West - Programm könnten nur dann ihren Zweck erfüllen, wenn sie als ständig wieder­kehrender Posten für eine Reihe von Iahren im Haushalt gesetzlich festgelegt würden. Reben der Hilfe von Reich und Staat sei Selbsthilfe zu üben, so z. B. mit Auf­trägen an d ie rheinische Dtein- in d u st r ie, mit dem Verzicht auf den amerikan ischen Weizen usw. Ein so ver­armtes Volk w'.e das deutsche müsse in erster Linie an die unmittelbare Aufrechterhaltung seiner eigenen Wirtschaft denken. Die Pro­vinz freue sich, daß bald der letzte De- sahungssoldat deutschen Boden Der» lasse, womit ein großer Schritt auf dem Wege zur Liquidierung des Weltkrieges getan sei, die aber leider noch lange nicht beendet sei. Die fi* n anziel len Lasten, die uns für Generationen! auferlegt seien, würden uns nach der Befreiung von der Besatzung noch stärker zum Bewußtsein

kommen. Der Redner schloß mit dem Hinweis auf die Worte Hindenburgs, die man nicht nur an die Mauern heften, sondern sich tief in die Herzen graben solle:Wir müssen wieder eins werden in dem Gedanken: Deutsch­land über alles!

Der Landeshauptmann der Rheinprovinz Dr. h. c. horlon

betonte, gerade die beiden äußersten Enden Rheinprovinz und Ostpreußen sollten und müßten zusammenhalten, und der Stärkere müsse dem Schwachen helfen. Es müsse aber die Frage geprüft werden, in welchem Maße es an­gängig sei, die Mittel des Westens nach dem Osten zu überführen. Es dürfe neben der Durchführung des Ostprogramms nicht die Rotlage des Westens übersehen werden. Wenn neuerdings auch die Stadt Berlin eine Aenderung der Steuerverteilung a u f Kosten der Provinzen fordere, dann müsse diesen Bestrebungen entgegengetreten werden. Berlin würde allmählich aussterben, wenn nicht das übrige Deutschland für dje Reichshauptstadt ständig Menschen grohzoge, ernährte und aus­bildete, aber noch mehr lebe Berlin wirtschaft­lich von der Provinz. Die Konzentration der Verwaltung des Reiches und Preu­ßens und die Konzentration der Verwaltung großer industrieller und finanzieller Unterneh­mungen in Berlin bringe eine Steuerkraft, die aus dem übrigen Deutschland ge­speist werde. Es würde daher der Gerechtigkeit durchaus entsprechen, wenn die Steuereinnah­men Berlins zu einem großen Teil dem übri­gen Deutschland zugute kämen. Wenn bei dieser Sachlage die Stadt Berlin aber noch besondere Berücksichtigung ihrer Steuereinnah­men, etwa aus der Kraftfahrzeugsteuer, verlange, oder Berücksichtigung bei der Verteilung von Staatsdotationen, so könnten solche Ansprüche, die auf Kosten der übrigen Provinzen gehen würden, nicht scharf genug zurückge­wiesen werden.

England will keine neuen Bindungen.

Das Parlament verlangt Aujklärung.

London, 7. April. (TA.) Das Anterhaus unterbrach am Spätabend seine Verhandlungen, um den Antrag des rechskonservativen Ab­geordneten Locker Lampson zu behandeln. Der Antrag lautet:Das Anterhaus vertagt sich, um sich mit der Möglichkeit eines Abkom­mens zwischen der britischen Regie­rung und einer anderen ausländi­schen Macht hinsichtlich der Auslegung des Artikels 16 des Völkerbundsstatuts vhne vorherige Befragung des Dölkerbundsrates zu beraten, wodurch Mißtrauen hervorgerufen wird und die guten Beziehungen mit anderen Rationen ohne die Zustimmung des Parlaments gefährdet werden. Locker Lampson begründete seine Entschließung ausführ­lich mit einer kürzlichen Erklärung Macdonalds, die den Rückschluß zulasse, daß die britische Re­gierung im Begriff sei, neue wichtige Bin­dungen einzugehen, gegen die er sich mit Rach­druck wende.

Macdonald erklärte: Soweit der Antrag dar­aus hinausläust, daß die Regierung in keine Erörterung über die Auslegung des Artikels 16

eintreten kann, ohne vorher den Völkerbunös- rat zu befragen, lehnt die Regierung ihn ab, ebenso wie der Antragsteller sich bisher nie zu einer derartigen Auffassung bekannt hat. Alles, was wir sagen können, ist, daß wir, soweit das menschenmöglich erscheint, die Einstellung des Landes und des Parlaments ^u erforschen ge­sucht haben und daß die Regierung in den Ver­handlungen sich diese Einstellung von Land und Parlament stets vor Augen hielt und sie in keinem Stadium der Besprechungen vergessen hat. Es können jedoch im Verlaufe der Konferenzver­handlungen Punkte auftauchen, wo es ange­messen erscheinen könnte, daß die Führer der beiden Oppositionsparteien den Wunsch haben könnten, von mir weitere Infor­mationen zu erhalten. Ich werde stets gern mit ihnen die Zweckmäßigkeit weiterer Informa­tionen vor der Oefsentlichkeit erörtern. Das ist heute der Fall. Er würde ihnen den genauen Stand der Angelegenheiten bereitwilligst aus­einandersehen. Dies würde keinen der beiden anderen Parteiführer verpflichten, ihn zu unter­stützen, aber sie würden beide verstehen, mit welchen Schwierigkeiten er zu rechnen habe.

schlägt sich und treibt die wunderlichsten Blasen. Seine Geschichte ist so unwahrscheinlich, daß sie nicht mehr grotesk, sondern schon beinahe wieder romantisch anmutet. Deshalb hat Götz gleich­sam als Entschuldigung für alles, was etwa im Laufe des Abends sich noch ereignen könnte ein Vorspiel geschrieben.

*

Da sitzt er selbst, ein herrlich sächsisch reden­der Dichter, am Ufer eines Alpensees und in Erwartung jener himmlischen Erleuchtung, aus welcher ein Theaterstück geboren zu werden pflegt. Statt dessen weissagt ihm ein zufällig anwesen­der Hellseher aus der Hand, was das für ein Stück werden wird: kein Zeitstück, kein Tendenz­stück, nicht einmal ein literarisches Stück, sondern ein wahrhaft romantisches, worin sogar ein Kloster vorkommt und eine junge Rönne eine be­deutende Rolle spielt...

*

Diese Rönne also... jetzt geht es eigentlich los... aber eine solche Geschichte wie diese hier ist nur auf dem Theater möglich, und nur in einer sehr guten Aufführung,... im Feuilleton, in einer Rezension wirkt sie umständlich und langweilig, und kein Mensch würde hinterher begreifen, daß sich die Leute im Theater so gut amüsiert und so laut gelacht und so heftig ge­klatscht haben,... zumal ja das Wesen der Wirkung gar nicht so sehr im Gegenstände selbst wie in seiner Darstellung begründet ist. In einer durchschnittlichen oder gar mittelmäßigen Auffüh­rung würde es vielleicht eine Enttäuschung oder ein Versager sein; zumal dieses Stück nicht so sprühend und spritzig gemacht ist, wie damals der Hokuspokus", auf den man sich allemal verlassen konnte, weil er das Publikum vom Fleck weg überrumpelte...

Es wäre also wenig oder gar nichts damit gesagt, wenn man berichten würde, daß sich hier eine Rönne aus ihrem Zellenfenster in einen tiefen und reihenden Fluh stürzt und alsbald von einem jungen Mann, der baden ging, ge­rettet wird...

Daß an der Schwelle des nämlichen Klosters, wo das geschah, ein Wickelkind ausgesetzt wurde, und daß dieses hilflose Baby auf eine unwahr­

scheinliche Weise den Fenstersturz der jungen Rönne verschuldete...

Daß ferner dieses unmündige Wesen dem jungen Menschen, welcher die Rönne errettete, nicht unähnlich sieht, daß der junge Mensch sich in die Rönne verliebt, daß die auf so unge­wöhnliche Weise entwichene Rönne jedoch gesucht, aufgespürt und ins Kloster zurückgebracht wird, wo man Gericht über sie hält...

Daß schließlich der Kardinal, welcher die An- tersuchung leitet, wiederum mit dem kühnen Schwimmer in einen merkwürdigen Zusammen­hang gebracht ist schon dadurch, daß beide den gleichen Namen tragen...

Hiermit und das ist längst nicht alles wäre wenig vorgebracht.

Iedenfalls besagt es nichts gegen die erstaun­liche Feststellung, daß sowohl der Dichter im Vorspiel wie der junge Mann, der die An­wahrheit spricht, wie auch der würdige Kardinal in roter Seide hintereinander und sozusagen in einem Atem von einem Schauspieler dargestellt werden (welcher Curt Götz heißt)...

Dreimal Curt Götz, immer ein anderer und immer er selbst. Der wahre Kommödiant, er lebt von der Verwandlung, er tauscht die Maske und das Kostüm und saht dennoch die dreifache Aus­strahlung seiner wechselnden Gestaltung in der Wurzel ihres ... und seines Wesens zur inne­ren Einheit zusammen.

*

Er ist einer der liebenswürdigsten, unterhalt­samsten, amüsantesten Schauspieler, die man sich vorstellen kann. Er verfügt über Geist... und Gefühl. Er besitzt Humor... nicht ohne Grazie; und er kann schrecklich ironisch werden... ohne sich selbst von dieser Betrachtungsweise auszu­nehmen.

Er erzählt haarsträubende Räubergeschichten, er lügt das Blaue vom Himmel, er lacht kaum, er lächelt selten, er ist fast immer ernst, er plau­dert weltmännisch und er spielt sogar zwischen­durch eine kleine, entzückende Liebesszene, er nusselt und brummelt so vor sich hin, daß man Mühe hat, ihn zu verstehen, aber wenn man ihn verstanden hat, muh man lachen, dieweil er

Der ehemalige Staatssekretär für das Flug­wesen, Hoare, erklärte, der Vorschlag, den der Premierminister gemacht habe, sei gut. Er werde Baldwin, der nicht anwesend sei, darüber unterrichten, und wenn Baldwin zustimme, so könne die Konferenz zwischen den drei Parteiführern vereinbart werden.

Llohd George begrüßte ebenfalls den Vor­schlag Macdonalds. Auch er sei der Ansicht, daß die äußere Politik der Regierung nicht zum Gegenstand parteipolitischer Auseinandersetzun­gen gemacht werden sollte. Es sei sehr wün­schenswert, daß man genau wisse, wozu man verpflichtet werde. Eine derartige Verpflichtung sei eine Frage von Frieden oder Krieg. Es bestehe eine beträchtliche Meinungs­verschiedenheit darüber, ob England im Iahre 1914 verpflichtet gewesen sei oder nicht. Ieden- falls fei die Verpflichtung nicht sehr definitiv gewesen. Es sei eher eine moralische Verpflichtung gewesen, aber, ob nun eine Verpflichtung bestand oder nicht, jedenfalls hätten die Zweifel-.-h ierüber anderen zum Vorteil gereicht. Wir wollen nicht, daß ein Derartiger Zustand wie­der eintritt. Wir wollen keine Bindun­gen, aus denen die Franzosen entnehmen wür­den, daß wir gewisse Verpflichtungen übernommen haben, die wir nicht zu überneh­men beabsichtigen. Auf Grund dieser Er­klärungen zog Locker Lampson schließlich feinen Antrag zurück.

Aus aller Wett.

Tragischer Tod eines mutigen Retters.

Bei dem mutigen Versuch, ein durchgehen­des Gespann aufzuhalten, ist im Berliner Vor­ort Wittenau der 26jährige Arbeiter Willy Klemp tödlich verunglückt. Stlemp befqnd sich auf dem Heimwege, als er durch laute Rufe von Pas­santen auf ein durchgehendes Pferdegespann auf­merksam gemacht wurde. Kurz entschlossen warf sich Klemp den scheuen Tieren in die Zügel, wurde aber ein Stück mitgeschleift und dann als ihn seins Kräfte verließen, von dem Wagen überfahren. Er trug so schwere Verletzungen davon, daß der Tod auf der Stelle eintrat.

Das deutsche rNittelmecktgeschwader in Vigo.

Das deutsche Geschwader, das sich auf einer Kreuzerfahrt nach dem Mittelmeer befindet, hat Vigo an der Nordwestküste Spaniens angelaufen. Mit dem spanischen Flaggschiff wurde ein Ehren­salut ausgetauscht.

Post- und Telegraphenwissenschaftliche Woche.

Zn der Berliner Universität wurde die 13. Post- und Telegraphenwissenschaftliche Woche der Ver­waltungsakademie Berlin eröffnet. Staats­sekretär Dr. Feyerabend führte aus, daß die Deutsche Reichspost die Aufgabe der Post- und Tele­graphenwissenschaftlichen Woche vor allem darin er­blicke, die Beamten anhand wissenschafllich-prak- tischer Ergebnisse über die Probleme des Verkehrswesens, besonders der Post und Telegraphie, aus berufenem Munde zu unterrichten. Durch Besichtigung bemerkenswerter Betriebe der Reichspost, anderer Verkehsunternehmen und industrieller Werke werde außerdem Gele­genbeit geboten, den Blick für neuzeilliche Arbeits­weisen zu schärfen und zu vertiefen. Exzellenz Schiffer als Präsident der Verwaltungsakademie ging auf einige Fragen des Verhältnisses zwischen Beamten und Staat sowie der Vor- und Ausbildung und der fachwissenschaftlichen Fortbildung der Be­amten ein. Danach begannen die Vorlesungen der Postwoche, die Universitätsprofessor Dr. Peters mit einem Vortrag überGrundsätze der Staatsver­waltung" eröffnete.

Strafanträge

im Iakubowski-Nogens-prozeß.

Zn Neu-Strelitz wird soeben der neue Prozeß zu Ende geführt, der den Anteil der Gebrüder N o g e n s an der Ermordung des kleinen Ewald Kaehler, unehelichen Sohns des auf Grund eines Urteils des Neu-Strelitzer Scywurgerichts Hingerich­teten russischen Schnitters Jakubowski klarstellen soll. Der Oberstaatsanwalt hielt am Montag sein Plä­doyer gegen die Angeklagten. Er schilderte den Her­gang der Tat, das Auffinden der Leiche und dis früheren Geständnisse der jetzt Angeklagten, wonach Frau Kaehler, die Großmutter des ermordeten Ewald, von der Absicht der Ermordung gewußt habe und daraufhin am Mordtage verreist sei, ferner, wie 21 u g u ft Nogens, was durch zahl-

schon wieder ein Stückchen weiter ist und eine neue Bosheit, Frechheit, Anzüglichkeit und An­wahrscheinlichkeit von sich gibt...

*

Das ist alles so unwiderstehlich in der Wir­kung, so faszinierend in der Technik, daß man sich nicht einmal sehr wundern würde, toerm er zum Schluß, die dritte Rolle des Stückes spielend und den Träger der zweiten, die er auch spielt, erwartend... wenn er also plötzlich noch einmal hereinkäme, doppelt vorhanden wäre und sich selbst lächelnd, Aug in Aug, gegenüberstünde.

Von der Regie ist in diesem Falle wenig zu sagen; sie fällt hier mit der Arheberschast des Ganzen so eng zusammen, daß beides kaum noch zu trennen ist, zumal in diesem Stadium nicht mehr, wo die Aufführung schon gewissermaßen eine feststehende Existenz gewonnen hat; sie ist eine prächtig geölte, tadellos funktionierende Maschinerie, sie ist da, wird angekurbelt und läuft von selbst.

*

Im Ensemble reicht man sich die Hände, wie ein Räderwerk ineinandergreift; man wirft sich die Stichworte zu wie leichte, bunte DäUe und« macht Konversation und Dialog wie bei einem Gesellschaftsspiel.

Natürlich ist Valerie von Martens wieder da, Gemahlin, Kameradin und Partnerin: sie spricht bewundernswert das gaumige Schwyzer­dütsch der sturen, geistlos-mundfertigen Kellne­rin am Seegestade; und sie findet auch unnach­ahmlich den Ton der scheuen, dennoch beharr­lichen und völlig entwaffnenden Naivität der romantischen Nonue Angela.

»

Die Chargen: Olga Engi, Ernst Gronau, Franz Schafheitlin, Max Kaufmann, Leontine 6 ag an.

Das gut besuchte, aber leider nicht ausvev- kaufte Haus verbrachte einen höchst vergnügtem Abend und spendete reichen Beifall. hth.

17 1 *11

T js |

i <7- Ä

fiwrf jffö*

!7Wst auW y rraS

fahrens. ,4

ihrer Gestandm Spannung fiel kr am öchluh befolgenden ötr Lvzens die To

Aberkennung auf Weit, geg Wt Zuchth bt und Wem

Lkrsuchungshast ti, gegen 3t sefängniö ine ikine.it) uniet 3ugenbgeti$teg0

Aus-erpi

s

Är? teiltet

I, Mer "aus I bis o.-> dis 1 j

ft-1 - MUkoh i? bis ! Hat j? big 2; $ K120

1 lob1!?*

' ? biS 4o JO big Äie in

Sie!

Dem die ersten die Sonne wohlig i kurz, Denn der a bann ertixii)t in Soang in die Fei Wunsch noch Leist dem. die, Dom & feit Den, Iwm ochusM um i Malers - den t Welfen, Lanzvr leiten - ouszuruh allmählich träge g 0ige Wandern W von den zu befreien. Dm reichen Mm f kräftiger Drume sich durchaus yüle befördern, Leber Dermtiae Äir° Deutschland eine

Der Vorzug ei fann zu sehen | Jie Kurorte nicht M Eo als Zab Aecheit, und j( WererMrt W werden. Ge J01 willen Ej r1 aus einer fti ^taufentijalteg b 4ber mich aH

m der Hei schen Spuren ÄL ÄKS, binnM. "len Äs;

im $