Ausgabe 
8.1.1930
 
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christlich-soziale Bewegung der Gegenwart spra­chen. Die Konferenzteilnehmer begrüßten ein­mütig die Haltung der aus der Deutschnationalen Dolkspartei aukgeschiedenen Abgeordneten und bekannten sich zum christlich-sozia­len Gedanken, an desien Durchsetzung sie nach besten Kräften mitzuhelfen sich bereit er­klärten. Es sei nunmehr für die christlich-soziale Bewegung in Deutschland eine freie Bahn ge­schaffen, wodurch den weitesten evangeli­schen Volkskreisen, besonders auch der Arbeitnehmerschaft, die Möglichkeit zur prak­tischen Mitwirkung im staatsbürgerlichen Leben gegeben werde.

Studentischer Protest gegen das Mensurverbot.

Berlin, 7.Jan. (TU.) Die dem Allge­meinen Deutschen Waffenring ange­schlossenen studentischen Verbände haben eine Ent­schließung gefaßt, in der es u. a. heißt:

Die deutsche Oeffentlichkeit ist von Beschlüssen des S t ra f r e ch t s a u s s ch u s s e s des Reichs­tages überrascht worden, die mit einer bisher ungekannten Einseitigkeit eine Ausnahmege­setzgebung gegen alt überlieferte Ein­richtungen des deutschen Studenten- tu ms einleiten. Es ist beabsichtigt, das studentische Fechtwesen mit mehriährigen Gefängnisstrafen zu belegen, und damit härter zu bestrafen als gemeine Verbrechen. Damit nicht genug, ist als Zusatzstrafe vorgesehen, daß die Betroffenen aus der Be­amt e n l a u f b a h n für immer entfernt werden. Es ist mit den Grundsätzen eines Rechts­staates unvereinbar, weite Kreise von Staatsbürgern unter Mißbrauch staatlicher Machtmittel nicht nur zu gemeinen Verbrechern zu stempeln, sondern sie durch Vernichtung ihrer bürgerlichen Existenz zu nötigen, Ueberzeugungen aufzugeben, die vielleicht nicht überall verstanden werden, bestimmt aber dem ernsten Willen zu Anstand und Sauberkeit ent­springen. Wenn man auch soviel staatsbürgerliche Einsicht voraussetzen sollte, daß die vom Rechtsaus­schuß des Reichstages in erster Lesung gefaßten Beschlüsse nicht in dieser ungeheuerlichen Form Ge­setz werden, so kann andernfalls doch kein Zweifel darüber bestehen, daß das deutsche Studententum mit aller ihm eigenen Kraft und Beharrlichkeit den äußersten Wider st and gegen diese Art der Gesetzgebung leisten wird. Diese Haltung ist der selbstverständliche Ausdruck von Selbstachtung und Rechtsgefühl, auf die jeder Deutsche ein An­recht hat. Dos deutsche Studententum rechnet in diesem ihm aufgezwurgenen Abwehrkampfe auf Ver­ständnis und Unterstützung aller Volkskreise, die davon überzeugt sind, daß es im öffentlichen Leben b e k ä m p f e n s w e r t e r e Erscheinungen gibt als gerade althergebrachte studentische Ge­bräuche.

Nußlandbauern für die Ostsiedlung?

Reichskommissar S t ü ck l e n hat sich nach Königsberg begeben, um an Besprechungen teilzunehmen, in denen über das weitere Schick­sal der deutschen Ruhlandauswanderer beraten werden soll. Bei der Besprechung, an der der Oberpräsident von Ostpreußen und der Reichskommissar Ronneburg teilnehmen wer­den. soll rein informatorisch geprüft werden, ob Flüchtlinge in den menschenarmen Ge­bieten des deutschen Ostens unter­gebracht werden können.

Ein deutscher Firmenvertreter in Rußland verduftet.

Der Bevollmächtigte des deutschen Konsor­tiums für den tranZpersischen Bahnbau, der Sowjetbürger Julius Hessen ist am 3. Januar durch die G.P. 11. verhaftet worden. In dem Konsortium, das Hessen seit etwa zwei Jahren in Moskau vertrat, sind eine Anzahl erster deutscher Firmen zusammen- oefaht, die gegenwärtig an der Rordstrecke der Transpersienbahn arbeiten. Dieses Konsortium hat einen Vertrag mit der Sowjet­regierung abgeschlossen über die Durchfuhr deutscher Materialien für den Dahnbau, wobei die russische Regierung eine Option auf die­jenigen Materialien hat, die sie selbst liefern zu können glaubt. Bei Hessen konzentrierte sich die Abwicklung dieses Vertrages aus der deutschen Seite, soweit es sich um Sowjetruhland handelt.

Kunst und Wissenschaft.

Drei Frankfurter Firmen erwerben den Wclfenschatz.

Der Welfenschatz ist von den drei Frank­furter Firmen 2. & S. Goldschmidt, Z. W. Hackenbroch und I. Rosenbaum von dem bisherigen Besitzer, dem Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, erworben worden. Heber die Erwerbung macht der Generaldirektor der Frank­furter Museen, Professor Swarzenski, fol- ?ende Angaben: Der Schatz besteht aus 6 2 W e r- e n überwiegend kirchlicher Kunst des frühen und» hohen Mittelalters. Ganz abgesehen von der einzigartigen historischen und liturgischen Be­deutung des ganzen, befinden sich unter ihnen mehrere Hauptwerke vorromanischer und romanischer Kunst, die den Schah nur mit den bedeutendsten europäischen Kirchen- schätzen vergleichen lassen. Der Schatz befand sich bis nach dem Mittelalter im Braunschwei­ger Dom, dessen Begründer Heinrich der Löwe eine große Zahl von Reliquien 1173 von einer Pilgerfahrt aus Jerusalem und Konstantinopel mitgebracht hatte, doch gehen einige dieser Werke in noch frühere Zeit zurück. Im 17.Jahr­hundert wurde der Schah vom Domkapitel an die hannoversche ßinic des Weifenhauses abgetreten und wurde dann in der Schloßkirche von Hannover bewahrt. 1803 wurde er aus Angst vor den Franzosen nach England gebracht, kam dann in das königliche Archiv in Hannover und 1862 in das soeben gegründete Welfen- museum. Rach den Ereignissen von 1866 nahm ihn der Exkönig Georg mit nach Wien. Der Schah wurde hier im österreichischen Museum für Kunst und Industrie vorübergehend ausgestellt ist aber seit Jahrzehnten der Oeffentlichkeit nicht mehr zugänglich.

Lin Mozart-Fest der Stadt Basel.

In Basel konstituierte sich ein Organisations­komitee für die Durchführung eines großen Mozart-Festes der Stadt Basel vom 10. bis 1 8. M a i d. I. vorgesehen ist die Aufführung der fünf hauptsächlichsten Opernwerke Mo­zart- Im Stadttheater und verschiedene Kon­zert«, zu denen erstklassig« Solisten d«- In-

Oie Hochzeiisseier in Rom.

Italien huldi 3 t seiner zukünftigen Königin. - EinTrachtenzug von 4000Personen.

Rom, 7. Jan. (TU.) Die italienischen Stämme brachten heute ihrer künftigen Königin eine sinn­reiche Huldigung dar. Gegen 4000 Vertreter zogen in ihren farbenfreudigen National- k o st ü m e n an den fürstlichen Zuschauern vorüber, die dem Trachtenzug von ihrer Tribüne auf dem Ouirinal-Platz beiwohnten. Das Schauspiel dauerte zwei Stunden, da der Zug drei Kilometer lang war und mehrere Gruppen besondere Vorführungen dar­brachten. Eine Abteilung berittener Polizei und Trompeter eröffnete die Parade. Dann folgten die Bannerträger der faschistischen Feierabend-Verbände, denen die Vorarbeiten für diese Veranstaltung anver­traut waren. Daran schlossen sich entsprechend ihrer geographischen Lage die Provinzen von Norden nach Süden. Den Schluß bildeten Latium mit Rom, dann Rhodos und die Kolonien. Die Sardinier eröffneten den bunten Reigen mit ihrer Hymne, in der die historischen Beziehungen der Insel zum Hause Savoyen wiederklangen. Dann folgten Piemont, Ligurien und die drei V e n e t i e n. Die W e l s ch- tiroler führten ihre charakterist.schen Tänze auf und zeigten eine Hochzeittgesellschaft in grüngcstriche- nen Schlitten, das Brautpaar in einer Tannenlaube. Auch Zara wiegte sich im Tanz. Inzwischen mar­schierten die Lombardei, Emilia und Tos- c a n a auf. Sänger aus Forli und Lugo lösten die Tänzer ab. Vertreter der adriatifchen Insel L a ° gosta vollführten einen kriegerischen Tanz und schließlich folgten Rhodos, Eritrea und Ly­dien. Wie ein Märchenbild mutete dieser Zug an mit seinen ernsten und fröhlichen Trachten, mit dem

blitzenden Schmuck historischer Waffen, Schleiern und Federn, mit Pferden, Esiln, Maultieren, Och,en, Büffeln und Kamelen, stets mit Beifall begrüßt. Der Zug ging aus von dem Roten-Kreuz-Platz, und erst nach Stünden führte seine Spitze wieder von der langen Wanderung durch die von Schaulustigen dicht besetzten Straßen dorthin zurück.

Auf der auf dem P.ah des Quirinals errich- teten Tribüne hatten der König und die K ö n i- g i n von Italien, der König und die K ö n i- g t n voi^ Belgien, die Prinzen und Prinzessin­nen beider Häuser und die anläßlich der Hochzeit in Rom weilenden fremden Fürstlichkeiten Platz genommen, darunter König Doris b o n (Bul­garien mit seinem Bruder Kyril und Prin­zessin Eudoxia von Bulgarien, die Königin von Schweden, das ehemalige Königspaar von Portugal und die Königin-Mutter von Portugal, die ehemalige Königin Sofievon Griechenland, das ehemalige Königspaar Amanullah von Afghanistan, die Großher­zogin von Luxemburg, ferner die Großmutter der Braut, Herzogin Karl Theodor in Bayern, der ehemalige Kronprinz und die Prinzessin Ruprecht von Bayern, Prinz Johann Georg von Sachsen, Prinz und Prinzessin Philipp von Hessen, der Jn- fant Ferdinand von Spanien, Prinz Wil­helm von Schweden, der Herzog von Bork, Prinz und Prinzessin Klementine Na­poleon und der Graf von Paris.

Oer Kampf um die Arbeitszeit auf der Genfer Kohlenkonferenz.

Genf, 7. Jan. (WB.) Bei Fortsetzung der allgemeinen Aussprache über die Arbeitszeit kam in der Kohlenkonferenz hauptsächlich der Standpunkt der Unternehmer zum Ausdruck, die gegen den vom Arbeitsamt vorqelegten Ver­trag s:n w. rs zahlreiche Te <n en geltend ma,t:n.

Der deutsche llnle^n:h:n.roertrct r Dc. Jüngst ging davon aus, daß die Weltkohlenkrise von 1925 bereits stark gemildert sei; die Kohlen­förderung habe, bis auf England, das Aus­maß von 1913 überschritten und auch die Absatzverhältnisse hätten sich gebessert. Auch die Krise für die Arbeiterschaft sei weit­gehend überwunden, die Arbeitszeit überall her­abgesetzt, und auch die Arbeitslosigkeit habe im Kohlenbergbau nachgelassen. Dem Versuch, eine wirtschaftliche Crkrankungserscheinung mit so­zialpolitischen Mitteln durch Kürzung der Arbeitszeit und Vereinheitlichung der Löhne heilen zu wollen, könne er nicht beistimmen. Die Kohlenkrise müsse vielmehr durch eine inter­nationale Kohlender st ändigung ge­heilt werden. In bezug auf die besondere Lage Deutschlands erklärte er: Wir sind völlig im un­gewissen, wie sich der V o u n g p l a n auf unsere Wirtschaft auswirken wird; deshalb können wir uns nicht die Hände binden und auf die Anwendung eines der Mittel, die uns gegebenen­falls die Erfüllung der uns auferlegten Ver­pflichtungen ermöglicht, nämlich die Mehr­arbeit, verzichten. Aus diesem Gesichtspunkte heraus hat das deutsche Unternehmertum dem Washingtoner Abkommen nicht zu- gestimmt. Eine Verkürzung der Arbeitszeit würde einen Leistungsrückgang und Er­höhung der Kohlenpreise und damit Verteue­rung insbesondere in der internationalen Pro­duktion herbeiführen. Eine Folge hiervon wäre die Steigerung des amerikanischen

Wettbewerbes und damit wieder Vermin­derung des europäischen Absatzes und neue Kohlenkrise. Jedenfalls wisse man nichts über die Auswirkung der geplanten Maßnahmen, so daß sie einen Sprung ins Dunkele be­deuten würden. Trotz ihrer Bedenken seien aber die Unternehmer bereit, für die Fertigstellung des vorliegenden Gesehwerkes ihre sachverständige Unterstühung zur Verfügung zu stellen.

Präsident Smith erklärte in seiner Eigenschaft als englischer Regierungsvertreter, die englische Regierung stehe vollkommen zu ihrer Initiative in der letzten Dölkerbundsversammlung. Ihre Verwirklichung würde für die ganze europäische Wirtschaft Vorteile mit sich bringen. Die Regie­rungsvertreter Polens und der Tschecho­slowakei machten dagegen weitgehende Vor­behalte gegen jede Einmengung in ihre Wett- bewcrbfähigkeit auf dem internationalen Kohlen­markt und im Interesse ihrer nationalen Kohlen- wirsichasi geltend. Die Arbeitergruppe wandte sich mit besonderer Schärfe gegen die von der Untern hme:gruppe vorgebrachten Qlrgun.en:« und trat lebhaft für die Sonderoehandlung der Bergleute ein. die wegen der beschwerlichen und gefährlichen Arbeit in den Gruben schon vor dem Kriege besonderen Arbeitsschutz genossen. Der deutsche Arbeitervertreter er­innerte dabei besonders an die hohen Unfall» ziffern im Bergbau, die in Deutschland nur noch von denen der Schiffahrt übertroffen werden. Im Jahre 1927/28 seien 80 v. H. der gesamten Belegschaft in Deutschland wie auch in anderen kohlenproduzierenden Ländern krank gewesen. Diese außerordentlich hohen Unfall- und Krank­heitszahlen bewiesen schon allein die Rotwendig­keit einer Verkürzung der Arbeitszeit im Berg­bau.

und Auslandes gewonnen werden sollen. Zum Präsidenten des Organisationskomitees ist Dr. P. Speiser-Thurneyfen, zum Präsiden­ten des Musikkomitees Dr. Felix v. Wein­gartner gewählt worden.

Aus aller Welt.

Polizei und Landstraßenschuh.

Verschiedene deutsche Länderpolizeistationen sind dazu übergegangen, Verkehrs st reifen auf den Landstraßen einzurichten, die die Aus­gabe haben, Tag und Rächt unterwegs zu sein, um die Landstraßenbenutzer verkehrstechnisch zu erziehen. Sie haben weiter die Aufgabe, alle auftauchenden Derkehrsschäden zu beseitigen, bei Unfällen Hilfe zu leisten, die Strahenoberfläche zu beobachten und verkehrstechnische Verbesse­rungen vorzuschlagen. Die Anregung für diese Reueinrichtung ist von der Berliner Polizei aus­gegangen, die für die Polizei beamten der Länder ständig Kurse zur Ausbildung solcher Verkehrs st reifen abhält. Die Derkehrs- streifen, die direkt von den Regierungspräsidenten und den obersten Landesbehörden eingesetzt wer­den, haben zunächst probeweise ihren Dienst in Berlin und Köln aüfgenommen, und die in der kurzen Zeit ihres Bestehens gemachten Er­fahrungen finden von allen Wegebenuhern weit­gehendste Zustimmung, so daß damit zu rechnen ist, daß das System in Zukunft weiter für das gesamte deutsche Straßennetz ausgebaut wird.

Großfeuer in einer Mineralölsabrik.

Bei Mährisch-Ostrau brach In der Paraffin­abteilung der Oderfurter Mineralölfabrik ein Brand aus. Das Feuer griff rasch um sich und hatte fünf Gebäude der drei Fabrikobjekte, in denen in zwölf hydraulischen Pressen Paraffin verarbeitet wird, ergriffen. Das in den zum größten Teil unterirdisch angelegten Behältern eingelagerte Paraffin kam durch das Feuer zum Schmelzen und bildete um die brennenden Ge­bäude einen Feuersee. Hierbei erfolgten zahlreiche Explosionen mit mächtigen Seuerfaulen. Aus dem ersten in Flammen stehenden Gebäude wurden zwei Arbeiter mit schweren Brandwunden geborgen. Es verlautet daß ein Arbeiter vermißt wird In un­mittelbarer Rähe der bringenden Gebäude von denen kaum etwas zu retten fein wird, befindet sich eine Petroleumrasfin rie der Gesellschaft und das Hauptreservoir von Oderfurt. Glücklicher­welse weht der Wind in entgegengesetzter Rich­tung, so daß es der Feuerwehr gelingen dürfte, dle Petroleumraffinerie zu retten.

ffiie verlautet, ist der Brand darauf zurückzu- führen, daß ein Arbeiter entgegen der Vorschrift

in der Paraffinabteilung ein Kleidungsstück mitBenzin reinigte und ein zweiter Arbeiter versehentlich einen brennenden Zigaretten- r e ft in das Benzingefäß warf. Beide Arbeiter er­litten schwere Brandwunden.

Eisenbahnkakastrophe in Tunis.

Der Zug Tunis-Algier ist im Departement Constantine verunglückt. Die Lokomotive ent­gleiste auf einer Brücke. Die Brücke stürzte ein. Bei den Aufräumungsarbeiten sind bisher 17 Tote geborgen worden. Die beiden Lokomotiven des Zuges find den Abhang hinuntergestürzt; die beiden Packwagen entgleisten und ein Wagen 3. und ein Wagen 1. und 2. Klasse schoben sich ineinander.

Samarilerdienst im Flugzeug.

Einer der bemerkenswertesten Fuige in der Geschichte des südafrikanischen Flugwesens ist von Leutnant King ausgeführt worden, der heute auf dem Flugfeld Baragwanath landete, nachdem er mit seinem Flugzeug nahezu 10 000 Kilometer zurückgelegt hatte, um einen Vor­rat von Serum gegen die Hundswut nach Malango im nördlichen Angola zu bringen, wo die Frau eines Missionars von einem toll­wütigen Hund gebissen worden war und sich in Lebensge.a^r befand. King hatte auf seinem Fluge große Schwierigkeiten zu überwinden. Ein­mal war er infolge Benzinmangels gezwungen, in der Dämmerung mitten im Urwald auf einer kleinen sandigen Lichtung eine Zwischenlandung vorzunehmen.

Aus ü&r zweiwöchiger Seenot gerettet.

Ein deutscher Schleppdampfer traf den däni­schen SchonerOlga", der sich in höchster Seenot befand, in der Räh,' der norwegischen Küste und schleppte ihn in den Hafen von Aale- f u n d. DieOlga" hatte eine furchtbare Fahrt hinter sich. Sie trieb feit über zwei Wochen auf der Fahrt von den Shetland-Inseln nach Rorwegen hilflos auf den Wellen. Der Kapitän war bereits am 23. Dezember, nachdem er vier Rächte nicht geschlafen hatte, völlig erschöpft über Bord gespült worden und ertrunken. Das Schiff hatte Bauholz ge­laden und hielt sich auf der Ladung schwimmend über Wasser. Seine Kabinen waren, als man es auffand, vollständig zertrümmert.

Bildlelegraphle LondonBerlin.

Der neue Bildtelegraphendienst zwischen Lon­don und Berlin wurde in Anwesenheit zahlrei­cher geladener Gäste vom Generalpostmeister feierlich eröffnet. Während gleichzeitig von Ber­lin und London die Bilder des Reichsvostmini- sters Dr. Schätzt und des Generalpostmeisters Lee Smith sowie ihrer Botschaften telegraphisch übermittelt wurden, gab der Generalpostmeister

der Presse einen lleberblick über den neuen Dienst, der in der Hauptsache zunächst von der Presse und dem K r i m i n a l c r le n nungsdrenjt, später auch von der breiten Oeffentlichkeit In weitestgehendem Maße benutzt werden soll. Der Grneralpostmeister hatte seine Ausführungen kaum beendet, als auch schon die Hebermittlung der Photographien des deutschen Reichspostministers und seiner Botschaft an den Generalpostmeister beendet war. Das außer­ordentlich klar übermittelte Telegramm des Reichspostministers enthält folgende Botschaft an den britischen Generalpostmeister:Ser Bild- telcgrap) fördere und vertiefe die Verkehrsbe- ziehungen zwischen unseren Ländern! Ihnen und Ihrer Verwaltung freundlichsten Gruß!" Sie Hebermittlung, zu der Siemens-Telefunken- Apparatur verwendet wird, ging mit bewun­dernswürdiger Glätte vonstatten.

fiatl Michael von Mecklenburg-Strelih kommt nach Deutschland.

Der frühere russische Artilleriegeneral und Generaladjutant des Zaren, Herzog Karl Michael von Mecklenburg, ter sich seit 1919 ständig in Kopenhagen aufhielt, verläßt Kopenhagen, um sich nach seinem Schloß R e m p- lin in Mecklenburg zu begeben, wo et- ft änM g Aufenthalt zu nehmen gedenkt. Karl Michael ist dadurch in der Oeffentlichkeit bekannt ge­worden, daß er als deutscher Prinz, während sein Vaterland gegen Rußland kämpfte, am 7. August 1914 die russische Staatsange­hörigkeit erwarb. Rach dem tragischen Tode des letzten Großherzogs von Mecklenburg-Stre­lih, Adolf Friedrich VI., folgte ihm nicht Karl Michael als letzter Prinz seines Hauses, sondern die Regierung wurde vom Großherzog von Mecklenburg-Schwerin übernommen.

Verhaftung

eines deutschen Betrügers in Kopenhagen.

Der von der Hamburger Polizei wegen Unter­schlagung von 230 000 Mark verfolgte deutsche Kauf- mann Friedrich E g g a n a wurde in Kopenhagen verhaftet. Er gab zu, mit 18 M o n a t e n Zuchthaus vorbestraft zu sein. Seinen Aufenthalt in Kopenhagen hatte er dazu benutzt, in der Handelsbank ein Telegramm aus Neuyork zu präsentieren, in dem es hieß, die Bank könne K Hinterlegung eines größeren Aktienpostens

bringet 300 000 Dollar auszahlen. Da der Bank bekannt war, daß Eggana gesucht wurde, benachrichtigte sie die Polizei, die ihn vor­läufig in Haft nahm. Er wird demnächst den deut­schen Behörden ausgeliefert werden.

Lehrgang für höhere Justiz- und Verwaltungsbeamte.

Die Deutsche Vereinigung für st a a t s w i ss en s cha f t l iche Fortbildung (Vorsitzender Staatsminister a. D. Dr. Saemisch) veranstaltet unter Leitung des Professors Dr. Harrns_ (Kiel) ihren diesjährigen Frühjahrslehr­gang für höhere Justiz- und Verwaltungsbeamte in der Zeit vom 3. bis 22. März in Berlin. Die Vorlesungen und Vorträge des Lehrganges be­handeln Gegenwartsaufgaben der deutschen Wirt­schafts- und Sozialpolitik. Besichtigungen in­dustrieller Betriebe und öffentlicher Einrichtun­gen sind vorgesehen.

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Wettervoraussage.

Mit dem Weiterzug der jetzigen nördlichen Störung in der Ai-jtung ihrer Vorläuferin dehnt sich abermals ihre Südseite mit über Deutschland aus, die vorübergehend auch in un­serem Bezirk Temperaturanstieg, leichten Rebel und Sprühregen bringen wird. In der bann folgenden Westluft tritt wieder Abkühlung ein und die Rebel- und Wolkendecke geht zurück.

Wettervoraussage für Donners- t a g. Zunächst milder, nebelig-wolkig mit . ver­einzelten leichten Riederschlägen, dann wechselnd« Bewölkung mit Temperaturrückgang

. Witterungsaussichten für Frei­tag. Wolkig, auch zeitweise aufklarend Tempe­raturen nachts um den Gefrierpunkt, meist trocken.

Lufttemperaturen am 7. Januar: mittags 8 Grav Cesirus, abends 4,2 Grad; am 8. Januar: morgens0,2 Grad. Maximum 6,5 Grad, Mini­mum 0,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm ^tefe am 7. Januar: abends 3,3 Grad; am 8. Ja­nuar: morgens 1,4 Grad Celsius.

Amtliche Dintersportnachrlchtea. .^Schwarzwald. Feldberg: Heiter. 0 Grad, 25 Zentimeter Schnee, gekörnt, 6H unb A°oel gut. Ruhr st ein: Heiter, 1 Grad, 1 ,r\en^metcr Schnee, verharscht, Ski gut, Rodel mäßig.

Derch teSgaden: Heiter, 1 Grad, Aentuneter Schnee, verharscht. Oft und Rodel mäßig.