Ausgabe 
8.1.1930
 
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der Schriftsteller Houston

1832);

1855).

Bornotizen

Untergang 11.53 Uhr.

1908: der Maler und Dichter Wilhelm Busch in Mechtshausen am Harz gestorben (geboren 1832); der Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain in Bayreuth gestorben (geboren

Neue Mitglieder des Gießener Kreistages. Wie der Wahlkommissar für die Gießener Kreistagswahl in der neuesten Bummer des Amt^v:r ünd gunglbsatte^ bekannt­gibt, ist an Stelle des verzogenen Geschäftsfüh­rers Karl D r ö me r in Gießen der Bahnassistent Ludwig Seth in Großen-Linden in den Gie­ßener Kreistag eingetreten. Für den verstorbenen Studienrat Dr. Lenz in Gießen wurde der Landwirt Karl Huber in Großen-Buseck und für den gleichfalls verstorbenen Landwirt und Mchgermcister Heinrich Bausch in Grünberg der Landwirt Heinrich Schon in Lollar in den ©(ebener Kreistag berufen.

** P e r s o n a 1 i e. Der Kreisveterinärarzt, De- terinarrat Dr. K a r l K i ck in Lauterbach, wurde auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Januar 1930 ob in den Ruhestand versetzt.

** Beschränkung f ü r den Lastkraft­wagenverkehr in Gießen. 3m neuesten Amtsverkündigungsblatt wird eine neue Polizer- verordnung über den Kraftfahrzeugverkehr in der Stadt Gießen veröffentlicht. Danach dürfen innerhalb der geschlossenen Ortsteile der Stadt Gießen Kraftfahrzeuge, die nicht mit Luftbe­reifung versehen sind, eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Kilometer in der Stunde nicht überschrei­ten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis 150 Mark oder mit Haft bestraft.

** Vorschriftsmäßige Müllgefäße anschaffen l Im Anzeigenteil unseres gestrigen Blattes gibt das Städtische Tiefbauamt bekannt, daß nach dem 1. Februar unvorschriftsmäßige Müll­gefäße durch die städtische Müllabfuhr nicht mehr geleert werden. Es wird dringend angeraten, sich bis dahin allgemein mit den vorschriftsmäßigen Müllgefäßen zu versehen. Man beachte die Bekannt­machung.

** Zur Wilddiebsaffäre Mortaigne teilt der Polizeibericht mit: Um einen Ueberblick über den Urrtfang der von dem Milchhändler M o r - taigne begangenen Wilddiebereien zu bekommen, werden alle Personen, die im guten Glauben Wild von dem Verhafteten gekauft haben, ersucht, bei der Kriminalabteilung Zimmer 67 vorzusprechen.

Wem gehört das Fahrrad? Der Polizeibericht meldet: Beim Polizeiamt wurde ein Fahrrad, MarkeCorona", das in einer hiesi­gen Wirtschaft als Pfand zurückgelassen wurde, sichergestellt. Der Eigentümer des Fahrrades

Tageskalender für Mittwoch. Diadttheater:Der Beilchenfresser", 19.30 bis 22.15 Uhr. Deutsche Frauenkultur: General­versammlung, 20 Ahr, Cafe Am end. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Der Graf von Monte Eristo". Astoria-Lichtspfele:Nachtbesuch am Geheimtresor" undDa hält die Welt den Atem an!

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute zum letztenmalDer Deilchenfresser", Lustspiel von Gustav Moser. Am Freitag, 10. Januar, findet die Premiere von RidleysDer Geisterzug" statt. Spielleitung: 'Peter Fassot. Das Stück hat in Amerika und England einen Riesenerfolg gehabt. Am Sonn­tag, 12. Januar, 15 Ahr, gehtDas tapfere >2chneiderlein" zum letztenmal in Szene. 18,30 Ahr: OperettenpremiereGräfin Mariza".

Dom Konzertverein wird uns ge­schrieben: Die erste Serie der dieswinterlichen Konzerte des Konzertvereins wird am Sonntag, 12. Januar, beendet mit einem Diolinabend der ausgezeichneten Geigerin Alma Woodie,, welche den Gießener Konzertbesuchern keine Fremde ist, stzielte sie doch schon im 3ahre 1913 als vierzehnjähriges Mädchen zum ersten Male hier und war auch in späteren Jahren Gast des KonzertvereinS. Erregte sie schon in ihrer jüng- Herr 3ugend Aufsehen in der musikalischen Welt,

so zählt sie jetzt zu den allerersten ©eigenfünft- lern. Die in- und ausländische Kritik rühmt übereinstimmend ihre ausgezeichneten musikali­schen und geigerischen Qualitäten. 3hr Programm bringt vorwiegend moderne Musik (nicht mo­dernste), die schon zum klassischen Bestandteil der Musikliteratur gehört. Eine Violin-Klavier» sonate von Psihner, die große Solo-Diolinsonate von Reger in O-Moll, die ein Prüfstein für reifstes Können ist. Dann einespanische Suite de Fallas", des populärsten spanischen Ton­dichters, und zum Schluß drei Stücke von Hän­del. Die Begleitung der Werke hat Dr. W. Stechow (Berlin-Göttingen) übernommen, dem der Ruf eines außerordentlich feinsinnigen und musikalischen Klavierspielers vorausgeht. Inter­essenten seien auf die Deranstaltung, die am 12. Januar, 17 Ahr, in der Aniversitätsaula stattfindet, aufmerksam gemacht. Näheres in den Anzeigen.

Frauengestalten der Romantik. Aeber dieses Thema spricht am 13. Januar, abents 8 Ahr, in der Reuen Aula der Ani- versität, der durch seine feinsinnigen Goethe- Studien bekannte Kirchenrat Professor D. Dr. Robert Zilchert aus Prag. Der Gelehrte, der zum engeren Freundeskreis Scherers gehört und einer der Bannerträger des Deutschtums in Böhmen ist, wird als einer der formvollendet­sten Redner angesprochen, dessen packenden, geist­vollen Ausführungen den Zuhörer in Bann hal­ten. Der Besuch des interessanten Vortragsabends kann nur empfohlen werden. Räheres ist aus den Anzeigen zu entnehmen.

Das Gastspiel Sylvester Schäf­fers im hiesigen Lichtspielhaus dauert vorn morgigen Donnerstag bis zum kommenden Sonn­tag einschließlich. Sylvester Schäffer, der als König der Artisten als der größte Dariete- künstler der Welt bezeichnet wird, genießt auf dem Gebiete seines künstlerischen Faches in der Tat einen außerordentlichen Ruf. Sein Rame allein bedeutet schon ein artistisches Programm, das auch hochgespannten Erwartungen gerecht werden kann. Das Auftreten dieses Künstlers in Gießen darf als ein Ereignis für unsere Stadt bezeichnet werden, das man nicht unbeachtet und ungenutzt vorübergehen lassen sollte. Wer sich einige Stunden aufrichtiger Freude an hervor­ragenden artistischen Leistungen bereiten will, gehe zu Sylvester Schäffer I Räheres ist aus der heutigen Anzeige des Lichtspielhauses ersichtlich.

Aus der prvvinzialbaüptsladt

Gießen, den 8.Januar 1930.

Prof. Dr. Iesionek 60 Zahre alt.

Am morgigen 9. Januar vollendet der Dircltor der Gießener Aniversitätsllinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Prof. Dr. Iesionek, fein 6 0. Lebensjahr. Prof. Dr. Ieswnek wurde am 9. Januar 1870 in Lindau i. D. ge­boren. Er studierte in München, Kiel und Tu- Ennoen und promovierte im Jahre 1894 bei der niedizinischen Falu tät der Aniversität München. 3om Februar 1894 bis März 1906 war er als Assistent und Oberarzt am Städtischen Kranken­haus in München und an der dermatho'ogtschen Klinik zu München tätig. Im Jahre 1601 habllr- tierte er sich für Dermathologie und vhphilito- logie an der Aniversität München. Am 1. April 1503 kam er als außcrordcnll.ch r Professor für das Fach der Haut- und Geschfechtskrankhellen an die Hautklinik der Aniversität Gießen, deren Leitung er seit jenem Tage innehat. Am 1. April L92O wurde er zum ordentlichen Pro,essor er­nannt. ,

Prof. Iesionek hat sich durch seine lang- jährige Tätigkeit als Direktor der Amversrtats- Hautklinik und als Leiter der Lupusheilstatte des Hessischen Heilstätten-Bereins um unsere Landes- «niversität, insbesondere aber um seine Klinik »ntz die Lupusheilstätte große Verdienste ertoor- Een. Anter seiner ärztlichen Leitung ist das An- ssehen der beiden Institute in der Fachwelt in Hohem Maße gesteigert worden. An den Erwei­terungen der Hautklinik, wie auch der Lupus- lleilstätte und an deren neuzeitlicher Ausgestal- Cung hat Prof. Iesionek in entscheidender Weise giim Ruhen der Institute und zum Besten der Kranken mitgewirkt. Dadurch hat er sich sowohl bei der ärztlichen Fachwelt, der Gießener KU- nikerschaft, wie auch in der Bürgerschaft und bei seinen Kranken hohe Wertschätzung erworben. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten hat er sich vornehmlich Fragen der Tuberkuloseforchung ge­widmet. Seine Publikationen über Lrchtbwlog.« und mehr noch seine Biologie der gesunden und kranken Haut sind grundlegende und von der engeren Fachwissenschaft weitgehendst anerkannte Arbeiten. Prof. Iesionek hat es besonders ver­standen, die Ergebnisse seiner ärztlichen Tätig- f eit breiten medizinischen Kreisen zugänglich zu wachen. SeinePraktischen Ergebnisse auf dem Gebiete der Haut- und Geschlechtskrankheiten", eine Arbeit, die in den letzten Jahren vor dem Kriege entstanden ist, ist zu einem vielgebrauchten Handbuch der dermathologischen Praxis getoor- btn. - , . ,

Sein liebenswürdiges Wesen und seine be­scheidene Art. die ihn auch veranlaßte, sich allen Ehrungen anläßlich seines 60. Geburtstages durch eine Reise zu entziehen, verschafften auch dem Menschen Iesionek die Sympathie weiter Kreise unserer Bürgerschaft.

Talen für Donnerstag. 9 Januar.

Sonnenaufgang 8.03 Ahr, Sonnenuntergang 16.11 Ahr. .Mondaufgang 1.30 Ahr, Mond-

Gesuche bis spätestens zum 15. Ja­nuar bei dem zuständigen Kreis- oder Stadt­schulamt einzureichen.

** Das A eber springen von Klassen in den höheren Schulen. Auf Anregung deS Hessischen Landesamtes für das BildungS- wesen wird seit 1926 in den höheren Schulen dem bis dahin nur selten geübten Aeberspringen von Klassen erhöhte Aufmerksamkeit zugewendet. Als Springer" können nur solche Schüler in Frage kommen, die durch außergewöhnliche Begabung und Leistungsfähigkeit eine so rasche Entwicklung nehmen, daß für sie ein Verbleiben im Alters- verbände unzweckmäßig und als ein Hemmnis er­scheint. Die Entscheidung über das Springen eines Schülers hat der Klassenlehrerrat, doch ist auch schriftliches Einverständnis der Erziehungsberech­tigten erforderlich. Aeber die beim Aeberspringen von Klassen gesammelten Erfahrungen ist erst­mals im letzten Sommer berichtet worden. Rach den Berichten hat sich das Springen durchaus bewahrt; die Springer haben sich in den neuen Klassen rasch eingewöhnt und zählen durchweg auch hier zu den besseren Schülern. Seit der An­regung der Schulbehörde im Herbst 1926 haben bis Ostern 1929 18 Schüler springen dürfen. In 9 Fällen hat das Springen während des Schul­jahres stattgefunden, in 9 zu Ostern; 11 Springer sind Schüler von Anter-, 2 von Mittel- und 5 von Oberklassen.

RDV. Moderne Personenwagen für die Reichsbahn. Die im Bau befindlichen neuen Personenwagen der Reichsbahn werden aus Stahl konstruiert. Sie bestehen aus einem festvernieteten Stahlgerippe, das mit Blech über­zogen und nur innen mit Holz verkleidet ist. Es werden zur Zeit Versuche unternommen, um auch die Holzverkleidung durch einen nicht brennbaren und nicht splitternden Kunststoff (zerfasertes Holz!) zu ersetzen.

Gemeindeverein der LukaSge- m e i n d e. Bei dem Familienabend, den der Ge­meindeverein der Lukasgemeinde am vorigen Sonntag veranstaltete, hielt Fräulein Helene Krüger einen Vortrag über eineTouristen­fahrt nach Spitzbergen". Die Vortragende hat im letzten Sommer diese Reise gemacht und er­läuterte sie in interessanter Weise durch viele Lichtbilder. Den musikalischen Teil der Veranstal­tung hatte Fräulein Amalie Holzapfel übernommen, die mit ihren Schülern, den Ge­schwistern Dayersdorf und Fraulein Erler. verschiedene Stücke klassischer Musik vortrug. Fräulein Horn und Fräulein Säubert wirk­ten durch Gesangsvorträge mit. Der Familien­abend wurde von dem Vorsitzenden des Ge­meindevereins der Lukasgemeinde, Kirchenvor­steher Juwelier Roll, durch Worte der Be­grüßung eingeleitet und durch Worte deS DankeS geschlossen. Der Saal war, wie immer in solchen Fällen, überfüllt.

* Weihnachtsfeier der Kriegs­blinden. Man berichtet uns:Der Bund er­blindeter Krieger, Untergruppe Gießen, hielt wie alljährlich seine Weihnachtsfeier ab; sie fand im Katholischen Dereinshaus statt. Zu ihr hatten sich von den 41 Kriegsblinden, die zur Unter­gruppe gehören, 33 eingefunden. Außerdem waren erschienen Vertreter der Stadtverwaltung, der Fürsorgeämter, des VersorgungSamtes, der verschiedenen mit der Kriegsblinden-Organisation in mehr oder weniger enger Fühlung stehenden Organisationen und Vereine, und die passiven Mitglieder der Untergruppe. Zum Gelingen der Veranstaltung hatten sich in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt die hiesige Militärkapelle, der GesangvereinConcordia , eine Theater­gruppe unter Leitung von Herrn Adam und zwei Sänger. An Stelle des verhinderten ersten Vorsitzenden begrüßte der zweite Vorsitzende Dr. ® umbel die Erschienenen. Er p>ie8 auf die Bedeutung der Weihnachtsfeier für die Kriegs­blinden hin, die alljährlich aus der weitver­zweigten Untergruppe herbeieilten, um im Kreise der schicksalsverbundenen Kameraden einige frohe Stunden zu verleben. In eindrucksvollen, warm- empfundenen Worten feierte Bürgermeister Dr. Seid von der Stadtverwaltung Gießen daS stille Heldentum der Kriegsblinden. Unter der Leitung des sehenden Beisitzers der Untergruppe, Herrn Vogel, und der liebenswürdigen Mit­wirkung der Fürsorgeschwestern wickelte sich das Programm zu aller Zufriedenheit ab. Es sei hier­mit allen Spendern, die auch in diesem Jahre dazu beigetragen haben, daß jedem kriegsblin­den Kameraden ein Weihnachtsgeschenk überreicht werden konnte, herzlichst gedankt."-

wird ersucht, sich bei der hiesigen Kriminalpolizei, Zimmer 27, zu melden.

Verhaftung des Bankier- Bach­mann. Gestern vormittag wurde der Bankier Wilhelm Dachmann in Gießen, Inhaber der Firma Bachmann & Schäfer in der Westanlage, auf Anordnung des Untersuchungsrichters beim Landgericht der Provinz Oberhessen verhaftet und dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Bach­mann wird der Untreue und der Unterschlagung von Wertpapieren, die ihm von Kunden zur Durchführung der Auswertung zu treuen Händen übergeben worden waren, beschuldigt. Eine ganze Reihe von Personen aus Gießen und Umgegend ist durch die strafbaren Machenschaften Bach­manns geschädigt worden. Geschäftsbücher und Akten der Firma wurden im Auftrage der Unter- fuchung^behörde von der Polizei als Beweis­mittel beschlagnahmt.

** E i n eigenartiger Eisenbahnun­fall ereignete sich am Montag gegen 17.30 Uhr unmittelbar vor dem Gießener Bahnhof bei der Einfahrt eines Gäterzuaes aus der Richtung Geln- | Haufen. An einem auf der Grube Trais-Horloff beladenen Kesselwagen mit Teeröl hatte sich während der Fahrt des Zuges zwischen Schiffenberg und Gießen das Ablaßventil aus bisher noch nicht er­mittelter Ursache geöffnet, so daß ein starker Strahl des flüssigen Brauntohlenteers seitwärts aus dem Wagen herausspritzte. Hierdurch wurden an der Eilenbahnüberführung bei der Ludwigstraße und am sog. Essiggäßchen, sowie an den Bahnübergängen in der Liebigstraße und der Frankfurter Straße eine ganze Anzahl Passanten an ihren Kleidern und im Gesicht erheblich beschmutzt. Die Bahnübergänge an der Liebigstraße und der Frankfurter Straße waren durch die ausgespritzte Masse so glatt ge­worden, daß Radfahrer und Motorradler zu Fall kamen. Eine weitere unangenehme Folgeerschei- nung des eigenartigen Unglücksfalles war, daß die Anwohner des Riegelpfaoes unter dem außer- ordentlich üblen Geruch zu leiden hatten. Von den in Mitleidenschaft gezogenen Straßenpassanten sind bereits Schadenersatzansprüche geltend gemacht wor­den. Wen die Verantwortung für dieses Malheur und damit auch die Haftung für den Schaden trifft, die Reichsbahn oder die Verwaltung der Grube Trais-Horloff, unterliegt zur Zeit noch der Nach­prüfung.

** Keine Gelder der hessischen Kriegs­blinden . Lotterie unterschlagen. Von dem Bund erblindeter Krieger, Untergruppe Gießen, wird uns mitgeteilt, daß es sich bei den Unterschla­gungen von Kriegsblinden-Geldern durch Rschtsan- wall Dr. S ch l i n k, Gießen, nicht um Gelder der im vorigen Jahre veranstalteten Hessischen Kriegs- blinben-ßotterie handelt. Die Lotteriegelder sind bei der Dezirkssparkasse Mathildenstift Friedberg an­gelegt. Ihre bestimmungsgemäße Verwendung wird durch das Hessische Kreisamt Friedberg überwacht.

Die Fußball-Mannschaft der Hesse n". Gestern morgen ist die 1. Fußball­mannschaft des LinienschiffesHessen" nach Kiel abgereist. War der Empfang am Freitagabend schon ein sehr freundlicher, so muß der Abschied der trotz ungewöhnlicher Stunde zahlreich er­schienenen Mitglieder des Dereins für Bewe­gungsspiele und des Gießener Marinevereins von denHessen"-Leuten als ein überaus herz­licher bezeichnet werden; ein Beweis, welch großer Sympathien sich dieHessen" in Gießen erfreuen, was bei dem vorzüglichen Eindruck, den sie über­all durch ihr tadelloses Auftreten hinterließen, nicht wundernehmen kann. Der pietätvolle Akt der Gefallenenehrung und Kranzniederlegung durch den Führer der Abteilung, Leutnant zur See Wittich, fei deshalb an dieser Stelle nochmals erwähnt, weil es die erste derartige Ehrung seitens einer fremden Mannschaft war, die gezeigt hat, daß die freundschaftlichen Be­ziehungen zwischen dem LinienschiffHessen" und dem D. f. D. über die Grenzen des Spielfeldes hinausgehen, und die Zeugnis ablegte von dem echten kameradschaftlichen Geist der Gäste. Trotz­dem ihnen das Glück im Fußball-Wettspiel nicht hold war, dürsten ihnen doch, dank der Fülle der vom Marineverein und V. f. B. arrangierten gesellschaftlichen Veranstaltungen in den Club­häusern beider Vereine, die Tage ihres Hierseins in steter Erinnerung bleiben.

Aebergang in öie höhere Schule nach dreijährigem Besuch der Grund­schule zu Ostern 1930. Nochmals fei darauf hingewiesen, daß zu Ostern 1930 infolge der ge­stiegenen Schülerzahl damit zu rechnen ist, daß wesentlich mehr Schüler als bisher in die höheren Schulen eintreten wollen. Am die dadurch schwie­rig werdende Klasseneinteilung rechtzeitig durch­führen zu können, ist es notwendig, daß die An­meldung der Schiller frühzeitig erfolgt. Für Schü­ler, die bereits nach breijäprigem Besuch der Grundschule in die höheren Schufen übertreten sollen, sind nach einem Ausschreiben des Mini­steriums für Kultus und Bildungswesen die

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