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Recht auf Freiheit, gleiche Behand­lung und ausreichenden Lebens­raum geltend machen und im Gegensah zur französischen auf Erhaltung der Friedensverträge gerichteten Politik den Grundsatz der allmäh­lichen E n t w i ck l u n g vertreten.

Aus -er Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 7. Oktober 1930.

Gemischter Galat.

Als Hausfrau muh nzan immer zwei Sorten Eier in der Küche haben: Zum eigenen Ge­brauch und zum Verleihen. Die letzteren sind ungestempelt.

Frauen ziehen sich nicht schön an, um Männev zu erfreuen, sondern um andere Frauen zu ärgern.

Die Liebeserklärung eines Mannes ist wie das Telegramm einer Frau: Richt über zehn Worte und jedes Wort überflüssig.

Ein Mann verliebt sich nicht in eine Frau, weil er sie bewundert, oder weil er vieles in ihr zu sehen glaubt, sondern weil er von ihr annimmt, daß sie ihn bewundert und vieles in ihm sieht.

Richt nur Seife und Zigaretten sollen vor dem Kriege besser gewesen sein, sondern der Qualitä^srückgang scheint sich auch aus Ehemänner zu erstrecken, e

Rur unvorsichtige Frauen rufen dem Manne die Zunggesellenzeit in das Gedächtnis zurück.

Wenn du den Wert des Geldes erkennen willst, versuche, dir irgendwo hundert Mark zu leihen.

Diele Männer zahlen die Rechnungen ihres Lebens nur mit Versprechungen: sie selber in­dessen verlangen immer vollwertige Quittungen.

Resignation ist, wenn ein Mädchen mit der Behauptung sparsamer umgeht, niemals einen armen Mann heiraten zu wollen, oder wenn es beginnt, mit warmen Worten von Liebes­heiraten zu sprechen.

Mit fünfzig Jahren ist die Frau entweder Großmutter oder ein kosmetisches Laboratorium.

Den höchsten Grad der sogenannten echten Weiblichkeit erreichte jene Frau, die ihr Gebiß verschluckte und nachher behauptete, sie hätte nicht gewußt, daß ihre Zähne falsch gewesen seien.

Viele, nur allzu viele Frauen gehen zu einem Manne aus Liebe und bleiben bei ihm aus Rot­wendigkeit. M. A.

Theaierwerbung

und Gießener Giadttheater.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns ge­schrieben: Die meisten Städte Deutschlands waren gezwungen, in dieser Spielzeit mit einer ganz intensiven Werbung einzu'etzen. 0a große Bühnen der Provinz schickten sogar die Mitglieder in die Wohnungen ihrer Bürger, um durch persönliche Unterhan hinten für das Abonnement zu werben. Das Gießener Stadt­theater hat von solchen forcierten Mitteln Ab­stand genommen und hat versucht, durch einen künstlerisch umrahmten W e r b e t a g nochmals aus die Erhaltung des Theaters hinzuweisen, das durch den Gemeinsinn der Bürgerschaft" erbaut worden ist. Die Abonnenten^ahl hat trotz­dem noch nicht die Höhe erreicht, die das Fort­bestehen der Bühne unbedingt garantiert. Wenn auch der Tagesbesuch sicher eher -unehmen als abnehmen toiro, so ist der Garantiesonds für ein Theater nur gewährt durch ein st a r k e s A Kön­ne m e n t. Mit diesen Summen kann gearbeitet und das Bestehen der Bühne sich.'rgestellt wer­den Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß immer noch Abonnenten angenommen wer­den. Etwa versäumte Vorstellungen werden na­türlich in Abrechnung gebracht. Auch können auf Wunsch Gutscheine dafür ausgegeben werden.

Oie Obsternte in Oberheffen.

Wie wir auf Anfrage an gut unterrichteter fachmännischer Stelle erfahren ist die dies­jährige Ob st ernte in Oberhessen, ab­gesehen von einigen rein örtlichen Ausnahmen, allenthalben sehr schlecht ausgefallen. Die Ernte an Aepfeln war nur äußerst ge­ring, in einzelnen Dörfern konnten die Besitzer noch nicht einmal ihren Hausbedars völlig decken, andere Obstzüchter, die sonst alljährlich 30 bis 40 Zentner Aepfel aus ihrer Obstanlage zum

Thüringer Siahlhelmer in Gießen

Das große Stahlhclmtrcffen in Koblenz, über dessen Verlauf wir gestern schon berichteten und dem wir heute an anderer Stelle eine weitere Betrachtung widmen, hat auch unserer Stadt geftem abend einen Abglanz der ein­orucksvollen S t a h l h e l m k u n d g e b u n g gebracht.

Stahlhelmer aus dem Gau Saale-Thü­ringen, die sich in 14 großen Kraftomni­bussen auf der Rückfahrt von Koblenz nach ihrer thüringischen Heimat befanden, waren etwa zwei Stunden in Gießen zu Gast. Ihr Besuch ge­staltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung deS nationalen Wehr­willens, wie er im Stahlhelm verkörpert ist. Der Besuch dieser Gäste war für unsere Stadt ein Erlebnis bester Art. Die Einwohnerschaft nahm lebhaften Anteil an allem, was mit diesem Besuch zusammenhing, und die Gießener Orts­gruppe des Stahlhelm war eifrig bemüht, ihren Kameraden den Aufenthalt während der zwei Stunden des Besuches so angenehm wie möglich zu machen.

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Schon lange vor dem Eintreffen der großen Kraftomnibuskolonne standen viele Hunderte von Mitbürgern an den Straßen, die von den Gästen passiert werden sollten. In der Frankfurter Straße, als Einfahrtstrahe aus der Richtung Wetz­lar, herrschte besonders lebhafter Betrieb. Gegen 15;3 Uhr trafen die ersten großen Omnibusse mit den Stahlhelmleuten ein, nachdem schon vorher eine Reihe vollbesetzter Privatautos mit Stahl­helmern die Stadt ohne Aufenthalt passiert hatte: in rascher Folge kamen dann die übrigen großen Kraftwagen an, die Mannschaften stiegen aus und formierten sich zum

Zug durch die Stabt.

Mit entrollten Fahnen, die zu einer prächtigen Gruppe vereinigt waren, ging es unter flottet Marschmusik an den großen Zuschauermengen vor° bei in die Stadt hinein. Die Klänge des Deutsch­landliedes leiteten den in militärischem Schneid durchgeführten Marsch ein. Eine große Schar junger Gießener voraus und begleitet auf beiden Seiten von vielen mitmarschierenden Leuten jeglichen Alters, so schritten die Thüringer Stahlhelmer mit ihrem Trommler- und Pfeiferchor und ihrer Marsch- "musik an der Spitze durch unsere Stadt, dabei ge­führt von der Gruppe der Gießener Stahlhelmer mit Zug ging die Frankfurter Straße herab bis zum Cass Hettler, dann durch die Südanlage, Neuen Bäue, Neuenweg, Seltersweg, Westanlage, Bahn­hofstraße, Kaplansgasse, Kreuzplatz, Sonnenstraße nach deip Brandplatz. Während der etwa 4 0 0 Mann starke Stahlhelmerzug unter den Stangen flotter Marschmusik und von freundlichem Wetter begünstigt durch die Stadt marschierte, über­all freundlich begrüßt von unserer Bürgerschaft, war die große Kraftomnibuskolonne zum Brandplatz vorausgefahren und hatte dort Aufstellung genom­men. Gegen 17 Uhr traf die feldgraue Marschkolonne mit den vielen Fahnen an der Spitze auf dem Brandplatz ein, wo der Zug aufgelöst wurde, da man die Gäste in mehreren Lokalen der Stadt zum Speisen erwartete

Pünktlich wie vorgesehen, um 18 Uhr, rückten dann von allen Seiten die Stahlhelmgruppen wieder an, zum Teil unter dem Gesang von Marschliedern. Dann wurde auf dem Brandplatz

alles zur Weiterfahrl gerüstet.

Die Fahnen und die Musikinstrumente wurden auf den Wagen verstaut, eine kurze Verständigung der Führer untereinander folgte, und dann bestiegen die Männer im feldgrauen Rock wieder ihre Fahrzeuge. Gegen 18.15 Uhr setzte sich die große Reisekolomw unter herzlichen Abschiedskundgebungen der zahlreich auf dem Brandplatz versammelten Einwohnerschaft in Bewegung^ Die Fahrt ging durch die Senden» berystraße, Moltkestraße, Kaiserallee in Richtung Grünberg.

Der Stahlhelmaufmarsch zeigte unserer Bürger­schaft eine glänzend disziplinierte Vereinigung von Männern, die durch ihr vorbildliches Auf­treten den denkbar besten Eindruck machten. Be­sonders bemerkenswert war dabei auch die Tat­sache, daß der weitaus größte Teil der Gäste im feldgrauen Rock dem Lebensalter nach un­verkennbar nur aus ehemaligen Frontsoldaten bestand. An diesem Beispiel war ersichtlich, daß die Träger des Gedankens, der im Stahlhelm gepflegt wird, nicht etwa nur der Jugend ent­stammen, sondern auch viele gereifte Männer, ^im Teil schon ergraut, sind. Daß sich gerade zene Männer, die nicht zu den Jüngsten an Jah­ren zählen, den großen Strapazen einer solchen Tagungsfahrt begeistert unterziehen, verdient be­sonders hervorgehoben zu werden. Weiter ist als anerkennenswertes Beispiel die Tatsache zu bewerten, daß die Teilnahme an einer solchen Kundgebung auch in starkem Maße materielle Opferfreudigkeit für eine große Sache erfordert. Uni) schließlich verdient ter bei tem gestrigen Besuch allenthalben in ter Stahlhelmmannschaft zu beobachtende ausgezeichnete Frontsoldatengeist, her sich in guter Kameradschaft und straffer Disziplin äußerte, besonders warme Anerkennung, Die Stahlhelmgäste aus dem schönen Thüringer Land und von dem Hellen Strande ter Saale konnten jedenfalls als ideellen Gewinn ihres Gießener Besuches die Tatsache verbuchen, daß man ihnen dank ihrer ausgezeichneten Haltung hier warme Sympathie entgegenbrachte und an ihren Besuch immer gerne zurückdenken wird.

So vorbildlich das Verhalten der Stahlhelmer in allen Teilen der Kundgebung war, so un­erfreulich benahmen sich sechs junge Burschen im Alter von etwa 20 Jahren, meist Kommu­nisten, die glaubten, durch provokatorisches Be­nehmen den Gästen und tex ruhig denkenden Bürgerschaft imponieren zu können. Die Polizei verwarnte die radaulustigen Jünglinge zunächst mehrmals, als diese aber noch vor dem An­marsch des Stahlhelmzuges sich besonders ungebärdig zeigten, machten die Polizeibeamten kurzen Prozeß und nahmen die sechs Jünglinge in Haft. In sicherem Gewahrsam im Haftlokal des Polizeiamts hatten sie bis heute vormittag Gelegenheit, über ihr törichtes Benehmen nach­zudenken.

Verkauf stellen können, besitzen in diesem Jahre nur gerade oder knapp den Hausbedarf. Daß unter diesen Umständen natürlich auch die Preis­entwicklung sehr ungünstig für die Konsumenten ist, liegt aus der Hand. Die Ernte an Birnen ist gering bis mittel ausgefallen: an guten Bir­nen war der Ernteertrag nur gering, an Wirt- schastsbimen tarn er etwa an die Mittellinie heran. Als Beispiel für den Ausfall ter Ernte in diesen beiden Obstsorten sei erwähnt, daß man in der Gemeinde Bellersheim (Kreis Gießen) auch in diesem schlechten Obstjahre ein günstiges Resultat zu verzeichnen hatte, da man dort unter der Leitung von Bürgermeister Müller in der Schädlingsbekämpfung hervor­ragende Arbeit leistete. Dieses lehrreiche Bei­spiel möge anderen Gemeinden Anlaß zur Rach- eiferung fein. In Zwetschen und Pflau­men konnte eine mittelmäßige Ernte einge­bracht werden, in Kirschen war die Ernte gut bis sehr gut, wobei besonders die Haupt­orte der Kirschenzucht (Ockstadt, Oter-Rosbach, Friedberg, Ober-Mörlen) geradezu eine Rekord­ernte hatten.

Betrug ohne ZRiftfo?

In dem geldarmen Deutschland blüht zur Zeit ter Darlehensschwindel. Der Schwindler erläßt eine Annonce, in der er bei diskreter Behandlung Geldbeträge in jeder Höhe zu mäßi­gen Zinsen, ohne Hypotheken und Sicherstellung verspricht. Den sich massenhaft meldenden Opfern wird mit vertrauenerweckend klingenden, bei näherer Betrachtung (die aber nicht angestellt wird) leeren Redensarten die Vermittlung eines Darlehens gegen Zahlung einer einmaligen Gebühr von 50 Marck

in Aussicht gestellt. Die Gebühr wird bezahlt «und damit ist die Sache zu Ente. Daß der Geldgeber" im letzten Augenblick sich wegen Kreditunwürdigkeit" des Opfers zur Gewährung des Darlehens nicht entschließen rann, dazu kann terVermittler" doch nichts.

Im Einzelfall wird der Schwindler tatsächlich nicht zu fassen sein, da man ihm die zum Be­trug erforderliche Schädigungsabsicht, die schon beim Abschluß des Geschäfts vorhanden fein muß, nicht nachweisen kann. Im Augenblick aber, wo der Schwindel größeren Umfang an­nimmt, ändert sich das Bild. Die , Frage, ob in solchem Falle nicht die Detrugsabsicht nachweisbar ist, wird Gegenstand der Er­örterung in einem Prozeß sein, ter vor dem Dezirksschösfengericht Gießen am 7. Rovernber beginnt und voraussichtlich mehrere Wochen dauern wird, denn es werden etwa 150 Zeugen zu vernehmen sein. Qlngeflagt ist ter Inhaber einerKreditschutzvereini­gung Kreveawa" mit tem Sih in Wieseck, die angeblich mit einer erstklassigen Bank in Wien in Verbindung stand. Wer Darlehen suchte, mußte zunächst Mitglied dieser Schutzvereinigung werten, und das wurde er gegen Zahlung einer an den Inhaber zu leistenden Gebühr von 60 Mark, die auf keinen Fall zurückzubezahlen waren: das Darlehen erhielt das Mitglied so­zusagen nie.

Sollte die Strafverhandlung ergeben, daß hier tatsächlich ein fortgesetzter Betrug vor­liegt geschädigt sollen etwa 200Mitglieder" fein, so wäre die Meinung, daß hier eine durch Reufassung oder Ergänzung tes Betrugs­paragraphen zu schließende Lücke im Gesetz vor­liegt, hinfällig. Auch in Berlin läuft zur Zeit

ein großer Prozeß gleichen Inhalts, trtt6 et scheint also, daß die Strafverfolgungsbehörden entschlossen sind, tem Darlehensschwindel mit den gesetzlichen Mitteln zu Leibe zu gehen.

Gictzener Wochcnmarttpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 130 an; Butter 160 bis 170; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 5 bis 8; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15 bis 20; Bohnen 15 bis 20; Unter-Kohlrabi 6 bis 8; Rosenkohl 45 bis 50; Feldsalat 100; Tomaten 15 bis 20; Zwiebeln 10 bis 12; Meerrettich 50 bis 70; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kürbis 8 bis 10; Kartoffeln 3,5 bis 4; Falläpfel 8 bis 10; Aepfel 20 bis 35; Dirnen 15 bis 30; Dörrobst 30 bis 35; Zwetschen 20 bis 25; Honig 40 bis 50; Preihelbeeren 45 bis 50; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 110; Rüsse 40 bis 60; das Stück: Tauben 50 bis 70; Eier 14 bis 15; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10 bis 15; Salatgurken 10 bis 30; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 6 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pfennig; der Zent­ner: Kartoffeln 2,50 bis 2,80; Weißkraut 3,00; Wirsing 4,00, Rotkraut 5,00 Mark.

Bornotizen. *

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater:Schinderhannes", 19.30 bis 22.30 Uhr. Gießener Konzertverein: Sonderkonzert, 20 Uhr, in ter Universitätsaula. Lichtspiel­haus Bahnhofstraße:Der Greifer". Astoria- lichtspiele:Rin-Tin-Tin".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute Abend geht Zuck- mayersSchinderhannes" im Dienstag-Abonne­ment über die Bretter. Die Besetzung ist dieselbe wie in der Eröffnungsvorstellung. Den Schinder­hannes spielt Jochen Hauer, das Iulchen Eli­sabeth Wielander. In den übrigen Rollen ist das gesamte Solopersonal beschäftigt. Die Regie führt Intendant Dr. P r a s ch Am Sonntag, 12. Oktober, Gastspiel des Deutschen Künstlertheaters mit Leopvldine Konstantin in Maughams KomödieWasserscheu".

Der Goethe-Bund eröffnet, wie man uns schreibt, am kommenden Sonntag seine Vor­tragstätigkeit 1930/31, die eine künstlerisch und kulturell bedeutsame Reihe von Darbietungen zu volkstümlichen Eintrittspreisen bringen soll. Zu dem ersten Vortrag ist Prof. Dr. Bastian Schmid aus München, wohl ter bedeutendste deutsche Tierpsychologe, gewönnen worden. Unter dem TitelSprache und Spiele ter Tiere" wird der Forscher an Hand interessanter Lichtbildauf­nahmen über seine jahrzehntelangen mühseligen Forschungsarbeiten berichten. (Räheres in ter heutigen Anzeige.

Die Deutsche Friedensgesell­schaft, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am nächsten Donnerstag, 20 Uhr im Cas6 Leib eine Versammlung, in der Generalmajor a. D. Dr. h. c. Freiherr v. Schoenaich sprechen wird. Rä­heres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

" Die städtischen Wohnhäuser im verlängerten Asterweg, die zur Linderung der Kleinwohnungsnot errichtet wurden, sind in den letzten Wochen außen verputzt worden bzw. wird der zur Zeit in der Fertigstellung begriffene west­liche Bau gegenwärtig damit versehen. Das Bild der Häuser hat sich dadurch wesentlich zum Vorteil ver­ändert.

** Eine Vergiftung mit Kohleü- oxy dgas ereignete sich tn der Rächt zum Sonntag in einem Hause der Sonnenstraße. Dort war in der Wohnung im ersten Stock ein neuer Ofen aufgestellt und am Samstagnachmittag an­gebrannt worden. Anscheinend hatte man ober infolge mangelnder Kenntnis ter Ofeneinrichtung nicht den nötigen Abzug für die Kohlengase ge­schaffen, so daß sich über Rächt die Kohlenoxhd- gafe in den Räumen und auch in den beiden darüberliegenden Wohnungen ausbreiten tonnten. Am Sonntagmorgen wurde, zum Glück noch zur rechten Zeit, der Unfall entdeckt, so daß die teil­weise schon bewußtlos in den Betten liegenden Personen durch Sauerstoffzuführung gerettet wer­den konnten. Der schnellen ärztlichen Hilfe und dem tatkräftigen Eingreifen ter Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, vor allem aber auch dem kurz entschlossenen Handeln ter von dem Unglücksfall nicht betroffenen Haus­bewohner, haben die Verunglückten die Erhal­tung ihres Lebens zu danken.

** Verlorenes im Fundbureau. Das Verzeichnis über die im Monat September gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an ter Anschlagtafel im Flur tes Polizeiamts, Landgraf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Eine große Anzahl von Gegenstän­den ist im Zirkus Qarraf ant gefun­den worden. Die Empfangsberechtigten müssen ihre Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fund­bureau geltend machen.

dtrbeltsplahbeleuchtunq darfnicht blendens 'Blendung setgt die dBrbeltshldung herab.

Das Licht darf nicht blenden, es muß reichlich und gut sein, dann werden die Augen geschont, und die Arbeit geht schneller vonstaften. Gutes Licht hilft Unfälle vermeiden. Sparen Sie nicht an LichtI

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