jedem Etablissement betätigt sich auch ein Graphologe, der den Herrschaften allein auf Grund der Unterschrift allerlei Schmeichelhaftes über ihren Charakter offenbart; aber ich glaube, der gute Mann verläßt sich nicht allzusehr auf seine graphologischen Kenntnisse, er sieht sich seine Kunden gründlich an (sie geben meist gründlich Material zum Ansehen) und hatt es dann nicht schwer, Beruf und Veranlagung anzugeben. Den Damen erzählt er mit Vorliebe kleine Anzüglichkeiten, die jede nach ihrem Geschmack ausdeuten kann.
Sehr beliebt bei alt und jung sind die überall aufgestellten Spiel- und Glücksautomaten, obwohl man bei ihnen letzten Endes nur zusetzt. Man wirft eine bis fünf Tschechenkronen in einen Schlitz und dreht und wartet oder sucht eine Geschicklichkeit zu entfalten, die meist nicht vorhanden ist. Mitunter kriegt einer ein paar Kronen aus dem Spielautomaten wieder heraus, gewissermaßen, um den anderen neuen Mut zuzusprechen. Ich habe Frauen beobachtet, die stundenlang vor so einem Kasten standen und immer wieder Geld hineinwarfen, ohne auch nur einmal Glück zu haben. Aber sie liehen es sich nicht verdrießen. Irgendwie muß doch die Zeit totgeschlagen werden, die andere, weniger Glückliche, und doch vielleicht Glücklichere, bei ihrer harten Berufsarbeit nicht erübrigen können.
Weil wir gerade bei den Frauen sind — da Sing ich mit einem Freunde, einem bekannten Romanschriftsteller und Bühnenautor, der sehr auf Abenteuer aus ist, eines Morgens den Korridor unseres Hotels entlang. Stand da vor einer Zimmertür ein entzückendes Paar winzig kleiner Damenhalbschuhe und daneben ein Buch, das den Titel „Begierde" trug. Was Wunder, daß mein Freund Witterung aufnahm und seine dichterische Phantasie, die so manche schöne Leserin berauschte, spielen ließ. „Was auch der Grund fein mag, daß dieses Buch hier liegt", so sagte er, „vielleicht war es von einer
befreundeten Dame entlehnt und, weil sie zum Brunnen muhte, hier an der Tür niedergelegt worden — vielleicht aber bedeutet der ostentativ zur Schau gestellte Titel, daß die Besitzerin dieser entzückenden Schuhpaare eine starke, unerfüllte Liebe in sich trägt — genug, ich muh sie sehen I Gewiß ist es eine junge, rassige Ausländerin, wie sie hier manchmal an der Seite eines alten, vor dem ersten Schlaganfall stehenden Gatten auf tauchen, unbefriedigt, voll heimlicher Sehnsucht und gärenden Gefühlen." ilnb mit schwärmenden Worten beschrieb er ihre Gestalt, ihren Gang, die Grazie ihrer Bewegungen. Es ist einfach unheimlich, welche Gedanken- und Gefühlskomplexe ein Paar Damenhalbschuhe auf einen Schriftsteller auslösen können!
„Du wirst sehen, daß ich recht habe", sagte er, „wir wollen hier an der Treppe warten, bis sie Herauskommti"
Also schön — wir warteten, fünf Minuten, zehn Minuten, eine Viertelstunde. Endlich tat sich die Zimmertür auf, eine Hand griff nach den Schuhen und nach dem Buche mit dem vielversprechenden Titel. Dann verging wieder eine geraume Weile. Unfere Spannung und Erwartung war grenzenlos. Endlich ging die Tür von neuem auf, und in den winzigen Schuhen, die wir vorher bewundert hatten, trippelte mühsam, auf einen Stock gestützt, ein zusammengefallenes, vielleicht 70 Jahre altes Mütterchen heraus ... Die Enttäuschung meines Freundes war unbeschreiblich. Aber anscheinend — leben Dichter von ihren großen Enttäuschungen. Denn gerade heute verriet er mir, daß diese kleine Episode im Hotelkorridor ihm die Idee zu einer dreiaktigen Komödie eingegeben habe, daß er den Stoff mit dem ebenfalls in Marienbad weilenden Berliner Theaterdirektor T. bereits besprochen und daß dieser sich das Optionsrecht für die Uraufführung gesichert habe. Woraus klipp und klar zu ersehen ist, daß ein Aufenthalt in Marienbad auch den dichterischen Stoffwechsel anregt...
Berliner Börse.
Berlin, 7. Aug. Die Kursrückgänge der letzten Tage hotten heute beim Publikum nicht in dem befürchteten Umfange Abgaben ausgelöst. Es kam zwar immer noch Ware heraus, die aber teilweise wohl von den Banken kompensiert wurde, so daß stärkere Abschlägenichteintra- t e n. Gegenüber dem schwachen Vormittagsverkehr zeigten die ersten Votierungen der heutigen Börse sogar zum Teil mehrprozentige Erholungen und waren im Vergleich zu den gestrigen Mittag-Schlußkursen als ziemlich widerstandsfähig zu bezeichnen. Gerüchte, nach denen die Großbanken in einer Vormittagsbesprechung sich über eine Interventionstätigkeit geeinigt hätten, bestätigten sich zwar nicht, dennoch war unverkennbar, daß die interessierten Stellen bei der Kursfestsetzung eingriffen. Die Spekulation sah sich daraufhin zu Deckungen veranlaßt, was, besonders im Verlaufe, zu einer kleinen Geschäft s b e l e b u n g und ein- bis zweiprozentigen Kursgewinnen führte. Anderseits gingen die Kursverluste nur ganz vereinzelt über 2 Prozent hinaus. Reichsbank, Hoesch Eisen, RWE. und Julius Berger zogen bis 2,10 Prozent an, dagegen verloren Maximilians-Hütte und Stolberger Zink, Westeregeln, Bergmann, Deutsche Eisenhandel und Aschaffenburger Zellstoff bis 4,5 Prozent. I.-G.-Farben hatten auf die ungünstigen Auslassungen in der Stickstoffindustrie zu leiden und verloren 2,90 Prozent. Deutsche Anleihen neigten zur Schwäche. Auch Ausländer bröckelten überwiegend im Kurse ab. Pfandbriefe zeigten ziemlich behauptete Tendenz. Reichsschuldbuchforderungen konnten sogar eher etwas anziehen. Die Geldsätze erfuhren eine weitere Erleichterung. Tagesgeld ging auf 3,25 bis 5,25 Prozent zurück, Monatsgeld und Warenwechsel blieben dagegen mit 4,5 bis 5,5 und 3,75 Prozent unverändert. Auch im Verlaufe der Börse hielt die Interventionstätigkeit der Banken an. Das Geschäft wurde zwar, nachdem die Deckungen der Spekulation etwas nachließen, wieder ruhiger, die ein- bis zweiprozentigen Erholungen kannten sich aber ziemlich behaupten. Holzmann lagen angesichts der Meldungen über den guten Geschäftsstand im ersten Halbjahr 1930 nach 1 Prozent schwächerem Beginn um 2 Prozent erholt. Polyphon, Siemens, Salzdetfurth, Schubert & Salzer zogen um etwa 3 Prozent an.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 7. Aug. Austrieb: 94 Rinder, 818 Kälber, 221 Schafe, 365 Schweine. Es kosteten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 74 bis 79 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 69 bis 73; geringe Kälber 62 bis 68. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 48 bis 51 Mk.; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 42 bis 47. Schweine: nicht notiert. Marktverlauf: Kälber und Schafe mäßig rege, ausverkauft. Schweine rege, ausverkauft.
Aus aller Welt.
Die Vorgeschichte der Ledigensteuer.
Die jetzt aller Wahrscheinlichkeit nach in die Rotverordnung aufgenommene Ledigensteuer verfügt über eine reiche und sehr weit zurück- gehende Vorgeschichte. Bereits die alten Römer kannten die Steuer, die dort vor nahezu 2000 Jahren erhoben wurde, allerdings nicht so sehr, um die Kassen Roms zu füllen, sondern um die durch viele Kriege dezimierte Bevölkerung wieder auf den Stand einer Weltmacht zu bringen. Fast immer bis auf den heutigen Tag hat die Ledigensteuer diese Funktion erfüllen sollen, ohne daß aber Beweise vorliegen, die wirklich eine Devölkerungsverrneh- rung erkennen lassen. Frankreich hat wiederholt zu diesem Zweck eine Ledigensteuer eingeführt. Eine besondere Rolle spielte um die Wende des 17. zum 18. Jahrhundert die Ledigensteuer in England, wo sie nur für Adlige höheren Grades eingeführt war, um deren Vermehrung es dem englischen Herrscher zu tun war.
Lin Hundefriedhof wird vergrößert.
Der erste und größte Hundefriedhof Deutschlands, der in Stahnsdorf bei Berlin liegt, soll nach einer Mitteilung des Deutschen Tierschutzvereins in der nächsten Zeit erheblich vergrößert werden. Ein Tierliebhaber hat dem Hundefriedhof einen angrenzenden großen Komplex zur Verfügung gestellt, auf dem behördlich anerkannte Blindenhunde kostenlos beerdigt werden sollen. Die Pflege und Wartung dieses Hundefriedhofes liegt dem Deutschen Tierschutzverein ob.
Wirtschaft.
t Der Saaten st and im Deutschen Reich Anfang August. Das anfangs trockene und heiße Iuliwetter hat die Reife des Getreides so sehr beschleunigt, daß mit den Erntearbeiten schon frühzeitig begonnen werden konnte. Bei der Schnellreife des Getreides sind die Körner allerdings nicht immer ergiebig, wodurch der Körnerertrag .beeinträchtigt wurde. Im zweiten Juli-Drittel ist die Durchführung der Getreideernte durch heftige und langanhaltende Regengüsse empfindlich gestört worden. Richt selten ift Auswachsen und Ausfallen der Körner zu befürchten. Das Wachstum der Hackfrüchte ist durch die Riederschläge fast überall gefördert worden. Rur bei den Frühkartoffeln, die in ihrer Entwicklung weiter fortgeschritten sind, wurde keine Besserung mehr erzielt. Im allgemeinen sind die Aussichten für die kommende Hackfruchternte nicht ungünstig. Auch auf den Wiesen und Weiden, die unter der langen Trockenheit sehr gelitten hatten, zeigt sich nach den Regenfällen wieder ein reges Wachstum, so daß nunmehr mit einem befriedigenden zweiten Schnitt gerechnet werden kann. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten zwei gleich gut, drei gleich mittel, vier gleich gering, ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende Begutachtung: Winterroggen 2,9 (Vormonat 2,6), Winterweizen 2,7 (2.4), Winterspelz 2,4 (2,3), Wintergerste 2,7 (2,5), Sommerroggen 3,3 (3,0), Sommerweizen 2,9 (2,7), Sommergerste 3,0 (2,8), Hafer 3,3 (3,0), Frühkartoffeln 3,2 (2,9), Spätkartoffeln i;8 (2.9), Zuckerrüben 2,7 (2,8), Runkelrüben 2,7 (2,9), Klee 3,0 (2,7), Luzerne 2,5 (2,4), Dewässe- rüngswiesen 2,4 (2,3), andere Wiesen 3,0 (2,7).
* 80 Millionen Mark Passiva bei der F a v a g. 2,75 Millionen Mark Liquida- tionskosten. In der gestrigen Gläubigerausschußsitzung der Frankfurter Allgemeinen wurde der Status per 31. Mai 1930 oorgeleat. Danach belaufen sich die Aktiven auf 16 771000 Mark, die Passiven auf 80 Millionen Mark. Die Kosten der Liquidation werden mit 2,75 Millionen Mark angegeben. Der Status wurde von dem Gläubigerausschuß ein» stimmig genehmigt.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M.. 7. 2Iug. Tendenz: uneinheitlich. — Der gestrige starke Kurseinbruch hatte zu Beginn der heutigen Börse eine stärkere Unsicherheit zurückgelassen. Das jetzt erst ängstlich
gewordene Publikum kam erneut mit Material an den Markt, so daß auch heute die Mehrzahl der Papiere weiter nach geben mußte. In Dörsenkreisen selbst hatte sich jedoch eine gewisse Beruhigung geltend gemacht, da die Danken bestrebt sind, das herauskommende Material nach Möglichkeit aufzunehmen, um so eine weitere Verschlechterung der Börsensituation zu vermeiden. Die Kulisse blieb reserviert. Das Angebot war jedoch nicht mehr so dringend, so daß sich im Grundton gegenüber der gestrigen Abendbörse eine gewisse Widerstandsfähigkeit bemerkbar machte, auf der anderen Seite bei ziemlich großem Interesse ein Anziehen des Kurses zur Folge hatte. Am Chemiemarkt eröffneten I.-G.-Farben gehalten, während Goldschmidt mit minus 3 Prozent stärker gedrückt eröffneten. Rütgerswerke verloren 1,5 Prozent. Für die gestern stark nachlassende Siemens-Aktie machte sich Rückdeckungsbedürfnis geltend; dieses Papier gewann 1,5 Prozent. Bis zu 1 Prozent fester eröffneten noch Gesfürel und AEG., dagegen waren Felten und Berger mit je minus 3 Prozent erneut stark ab geschwächt. Licht L Kraft, Elektrische Lieferungen, Lahmeyer und Rheinische Elektrizität lagen bis zu 1,5 Prozent niedriger. Für Deutsche Linoleum machte sich RaHfrage bemerkbar, plus 3 Prozent. Die Auslassungen der Verwaltung über den Geschäftsstand, der dem vorjährigen gleichkommt und auch in Zukunft von einer größeren Depression nicht besonders berührt werden dürfte, gaben hier eine Anregung. Don Kunstseide werten büßten Aku 2 Prozent ein, während Obernberg gut behauptet blieben. Stärker unter Druck standen noch am Kalimarkt Westeregeln minus 4 Prozent und Aschersleben minus 2 Prozent, während Salzdetfurth gehalten waren. Schiffahrtspapiere wenig verändert. DerMontan- martt hatte mit einigen Ausnahmen nur kleine Kursrückgänge zu verzeichnen. Von Renten waren Deutsche Anleihen leicht nachgebend. Das Geschäft hatte im Verlaufe wieder nachgelassen, doch konnten sich die Kurse gegen Anfang um b i s zu 1,5 Prozent bessern. Arn Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 Prozent weiter etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1845, gegen Pfund 20,3860, London gegen Kabel 4,8720, gegen Paris 123,82, gegen Mailand 93,00, gegen Schweiz 25,0490, gegen Madrid 43,65, gegen Holland 12,0860.
Düchertisch.
— Hermann Krehan, „Von der Spree zum Manzanares". Mit 55 PS, drei Objektiven, einer Frau und 10 Koffern von (Berlin nach Madrid (157 Abbildungen nach Handzeichnungen und photographischen Aufnahmen des Verfassers), Verlag Dietrich Reimer, Berlin SW 48, Preis 5,50 Mk. (200). — Das ist ein höchst amüsantes Buch besonders für den, der diese Reise selbst einmal, wenn auch auf bequemere Weise, gemacht hat. Mit Bleistift und Kamera hat der Verfasser die Kleinigkeiten vom Wege aufgefangen, die Land und Volk oft schärfer charakterisieren als Ergebnisse strenger wissenschaftlicher Forschung. Das Rhonetal von Lyon über Orange, Avignon, Rimes, Taroscon und Arles nach Spanien hinein, durch die kleinen Mittelmeerstädte mit ihrem bunten Volksleben, durch Barcelona, der stets revolutionären, kühn aufstrebenden Hauptstadt der Katalanen weiter nach Madrid, dem ganz anderen Spanien der weiten kastilischen Hochevene, wirtschaftlich rückständig, aber heute noch originell wie zur Zeit Don Quichottes und Sancho Pansas und schließlich zurück durch die wildromantischen Gebirgstäler und Felsschluchten der Pyrenäen.
— Arthur Feiler: Das Experiment des Bolschewismus. Frankfurter Socic- tätsdruckerei G. m. b. H. Frankfurt am Main. Preis broschiert 5,00 Mk. (190). — Dem Journalisten Arthur Feiler verdanken wir ein sehr klares Buch über Amerika. Das Problem Sowjetrußland lag erheblich schwieriger, und es ist ein Beweis für das große Einfühlungsvermögen des Autors, daß sein neues Buch, „Das Experiment des Bolschewismus" uns namentlich nach der wirtschaftspolitischen Seite hin trotz der bereits vorhandenen zahlreichen Rußlandliteratur wesentliche und interessante Aufschlüsse gibt. Es liegt auf der Hand, daß der „Fünfjahresplan" in den Mittelpunkt gerückt ist. Der Aufbau der Industrie, das merkwürdige Rebeneinander kommunistischer Planwirtschaft und hochkapitalifti- scher Konzessionen kommt in der Darstellung Feilers sehr prägnant heraus. Auch was er über die bolschewistische Agrarpolitik sagt und über die Stellung des Bauern zum kommunistischen Staat ist klar. Entsetzlich die Eindrücke von der wirtschaftlichen Rot des Volkes, die die bolschewistische Lehre, nach der Sozialismus Reichtum ist, in ihr Gegenteil verkehren. Von hohem Interesse ist auch Feilers Schilderung der neuen Gesellschaft, der Erziehung zum Maschinenzeitalter und zum kollektiven Menschen. Hier liegt vielleicht das psychologische Grundproblem des Bolschewismus, aus dem sich auch die Aufgabe Europa in der Abwehr der bolschewistischen Gefahr über den Weg zum sozialen Recht zur menschlichen Freiheit und Würde mit dem Ziel der Vollendung des Persönlichkeitsrechts und des Persönlichkeitswerts des Individuums ergibt.
— Enrico Corradini: „Die politische Reformation in Europ a“. Aus dem Italienischen übersetzt von Adalbert Bauer. (Verlag Scherl, Berlin.) Geheftet 2 Mk., Ganzleinen 3,50 Mk. (63.) — Der Historiker und Geschichtsphilosoph der faszistischen Weltanschauung gibt eine Darstellung des Werdens, der historischen Bedingtheit der Ideenwelt des Faszismus. Der innere Aufbau im Faszismus, die Regelung des Verhältnisses zwischen Staat und Individuum wird durch biologische Gedankenketten erläutert, der Begriff der „Freiheit" im parlamentarischen und faszistischen Staat gegenübergestellt.
— Miguel de Unamuno: Die Höhle des Schweigens. Vier Erzählungen. Mit einem Nachwort von Otto B u e k. Reclams Universal- Bibliothek Nr. 7060. Geh. 40 Pf., geb. 80 Pf. (138.) — Spaniens größter Erzähler und Philosoph, Miguel de Unamuno, kehrte nach jahrelanger politischer Verbannung in die Heimat zurück. Unamuno verfügt über die Gabe formvollendeter Erzählungskunst, die ihm in ganz Europa einen großen Leserkreis gewann. Der vorliegende Novellenband vereinigt die verschiedenen Seiten seines Schaffens und gibt ein geschlossenes Bild seiner reichen Persönlichkeit. Zwei von den Novellen erscheinen hier erstmals in deutscher Sprache.
Kirchliche Nachrichten.
Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 9. August 1930. Freitag abend 7.20 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.45. Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 7 Uhr.
Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H.
Frankfurt a. 2)1.
Berlin
Schluß« fürs
t-Uhr- Ko es
Schluß- furd
Anfang- Kurs
Datum
6. 8.
7. 8.
6. 8.
7. 8.
t>% Deunche »teicgtameiye von 1927 .........
7% Deutsch« ReichSanIeihe
87,75
—
88
—
von 1929 .........
102
—
102
—
Leu,Ich« atti.-Oblöl.-Sdiulb ml!
60
7,8
59,95
7,7
60,1
7,8
60
7,6
DeSgl. ohne AuSws.-Rechte . .
8% Heg. BolkSstaal von 1929
trückzahlb. 102%)......
Oberhellen Provinz • Anleihe ml:
Aurlos^Rechten......
59
—
—
—
Deutsche Komm. Sammelabl.
Anleihe Serie 1......
8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe
59,25
—
60
—
XIII unkündbar 613 1934 . . .
101,75
_
_
7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe unkündbar bi- 1932 .....
96
<K% Rheinische Hyp.-Bank
Ligu. Goldpfe.........
87
8% Pr. LandeSpfandbriesanstalt,
Pfandbriefe R. 17......
8% Pr. Laudespsandbriefanstalt
101,25
—
101,25
_
Komm^Lbl. R. 20......
98
_
98
7% Pr. Landespfandbriesanstalt.
Psandbriese 8i 10 . ...
97
lll.E.G. abg. Bortriegi-Obligatio
97
—
92
—
4% Oesterreichtsche Goldrente . .
96 6
4,20% Oetterreichische Sllberrenlc
4% Oesterreichtsche Einheitliche
—
—
3,13
3,05
Rente..........
—
_
2,1
4% Ungarische Goldrente ....
24,13
• —
24,2
_
4% Ungarische Staaiirenie v. 1910
—
—
19,5
4y,% desgl. von 1913.....
20,5
——
20,75
20,5
4% Ungarische Kronenrente . .
2,1
—
2,05
1,95
4% Türkische Zollanleibe von 1911
4% Türkische Bagdadbahn-Anl
1.9
4,9
5
5
Serie 1...........
5
—
5,2
5
4% de4gl. Serie ll . .... -
6% Rumänische vereinh. Rente
5
9,4
—
5,05
5,95
von 1903 ... .......
—
9,65
—
<y,% Rumänische vereinh. Rente
15,9
von 1913 ..........
15,6
16
16,1
4% Rumänische vereinh. Rente
7,45
—
7,45
7,4
Frankfurt a. Dl.
Berlin
Schluß-
1-Uhr.
Schluß«
Anfang«
fürs
Kurs
lurs
Kurs
Datum
6. 8.
7. 8.
6. 8.
7. 8.
vambutfl.’Zimetifa Batet . .
85,25
85,6
86
86
Hamburg-Südam. Dampsschiss
. 8
—
—
146
145
Hansa Dampsschiss.....
10
—
—
121
121,5
Norddeutscher Lloyd ....
. 8
—
85,25
85,75
85,25
Allgemeine Deutsche Creditanst. 10
106
—
106,25
108,25
Barmer Bankverein ....
10
113,75
113
113,75
113
Berliner HandelSgesellschast .
12
—
140
140
Commerz- und Privat-Bank.
11
128,75
128
128,75
128
Darmstädter und Nakionalbanl
12
181
178
180
178,5
Deutsche Bank und
Di-conto-Gesclischast, . . .
10
124
123,4
124,25
123,75
Dresdner Bank......
10
124,5
124
124,25
124
Reichtbank........
12
—
—
232
235
A.E.G...........
. 8
135,25
135,75
136,6
135,5
Bergmann........
. 9
—
165,25
168,26
166
Elektr. LieserungSgesellschaft.
10
—
119
120,5
119,25
Licht und Krast......
10
—
125,13
126
124,75
Felten & Guilleaume . . . Gesellschaft für Elektrische
7'/i
—
89,5
92
90,4
Unternehmungen ....
Hamburger ElektrtzitätS-Werle
10
128
128,75
128,75
127,6
10
—
—
128,25
127,75
Rheinische Elektrizität . . .
. 9
123
122
124
Schlesische Elektrizität. ...
10
122,25
121,25
edjudert L Co.......
11
—
142,5
143,5
142
Siemens 8 Halske .....
IC
180
181,5
183
181
Lransradio ........
. 8
105
103,5
Lahmeyer & (Jo...... .
10
150
148.5
143
147,5
Buderus.........
. 6
—
55,5
55
Deutsche Erdül......
. 6
68,25
—-
68,75
68
Essener Steinkohle.....
. t-
—
—
—
Gelsenkirchener......
. 8
01,5
—
100,75
101
Harpener ......
. 0
—
——
90
92
Hoesch Eisen..... . .
bVl
—
—
80
77,5
Ilse Bergbau .......
10
—
—
220
Klücknerwerke..... •
—
—
79
77,75
—
—
77,5
74,25
ManneSmann-Röhren ...
• <
81
81
81,4
81
—
—
53
53,5
Lberschles. Eisenbedars . • .
. b
—
—
48
Oberschles. Kokswerke....
7
—
81,13
81
Phönir Bergbau......
V'/r
75,13
75
75,25
75,75
Rheinische Braunkohlen . .
IC
202,5
—
204
201
Rhetnstahl........
. 6
84
82,25
84
82,5
Riebeck Montan......
7,2
Frankfurt o. D\ |
Berlin
Schluß« lurs
1-Uhr- Kurs
Schlußkurs
Anfang- Kurs
Datum
6. 8.
7. 8.
6. 8.
7. 8.
Bereinigte Srohlwerte .
75,5
—
75,25
75,25
Olavi Mnen.....
•
16'/.
—
39
38,6
Kaliwerke Aschersleben .
•
. 10
173
174
176
174
Kaliwerke Westeregeln .
•
. 10
177
180
184
180,25
Kaliwerke Salzdetfurth .
>
. 15
298
298
299
298
I. G. Farben-Industrie .
. 12
141,5
141,25
143,75
141,13
Dynamit Nobel.. . . .
. . 6
—
—
—
67
Ccheideansialt.....
. . 9
—
133
—
—
Goldschmidt.....
. . 5
53,5
50,2
53
52
Rütgerswerke.....
. . 6
46,5
44,75
45,25
45,25
Metallgesellschaft. . . .
. . 8
101
100
101,5
100,25
Philivv Holzmann . . . Zementwerk Heidelberg
. . 7
71
69,5
70
69
. 10
101
100,5
Eementwcrk Karlstadt. .
. 10
—
—
—
—
Wayß & Freytag . . .
. . 8
67
67,5
68
—
Schultheis Payenhoser .
ei
. 16
—-
248,5
248,5
Lstwerke.......
. 12
—>
——
196
196,25
Aku.........
. 18
84,5
82,5
84,5
82,5
Bemberg.......
. 1-!
86
86
87
86,5
117,6
Zellstoff Waldhos . . .
o
13'/.
—
—
118
Zellstoff Aschaffenburg .
•
. 12
89
89,75
88
84
Eharlottenburger Wasser
•
. . 8
90
89
Dessauer Gas.....
. . 9
—-
—
122,5
121,13
Daimler Motoren . . .
• . o
25
24,75
25,25
25,25
Deutsche Linoleum . .
172
175
175
176
. . 0
—
—
40,75
39
Rat. Automobil . . . .
. . 0
—
—
10,25
9,9
Orenstein & Koppel . .
•
. . 6
—
-
54,5
55,25
Leonbard Tietz ....
. 10
—
-
129
127
Svenska.......
—*
-
301
299
Frankfurter Maschine» .
. . 4
22,25
—
21,75
—
Gritzner.......
. . 6
30,5
—
30
—
Heyltgenftaedt . . . .
. . 0
—
—
—
—
Iungyan«.......
•
. . 6
30
—
30,5
—
Lechwerke.......
. . 8
92
92
——
—
Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 8
—
—
—
Miag.........
. 10
86
—
86
85
®e6t. Roeder.....
. 10
'.9,5
—
—
—
Botgt & Haessner . . .
. . 9
156
—
154
——
Süddeutsche Zucker . .
e
. 10
148,5
147,5
148,25
--
Banknoten.
Derlln, 6- August
Geld
Bries
Amerikanische Noten......
4,164
4,184
Belgische Noten .......
58,43
58,72
Dänische Noten ........
111,85
112,29
20,322
20,402
Französische Noten.......
16,43
16,49
Holländische Noten .......
168,17
168,85
Italienische Noten........
21,96
22,04
Norwegische Noten.......
111,80
112,24
Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling
59,13
59,37
Rumänische Noten.......
2,465
2,485
Schwedische Noten.......
112,26
112,70
Schweizer Noten ........
81,39
81,71
Spanische Noten . . ......
46,06
46,24
Tichechostowakische Noten. ....
12,37
12,43
Ungarische Noten .......
73,15
73,45
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M.
6. August
7. August
Amtliche
Notierung
Amtliche Notierung
Geld
»riet
Geld
Brie.
Amst-Nott.
168,43
168,77
168,49
168,82
Buen-AireS
1,518
1,522
1,525
1,532
Brss.-Antw.
38,495
58,615
58,51
58,63
Cbristiania.
112,05
112,27
112,08
112,30
Koprnbag.'n
112,10
112,32
112.13
112,35
Stockholm .
112,44
112,66
112,46
112,68
Helsingrors.
10,519
10,539
10,522
10,542
Italien. . .
21,895
21,935
21,90
21,94
London. . .
20.362
20,402
20,366
20,406
Neuyork . .
4,179
4,187
4,1805
4,1885
tpnrbi ....
16,44
16,48
16,445
16,485
Schweiz . .
1,265
81,425
81,325
81,485
Spanien .
46,45
46,55
46,50
46,60
Japan . . .
2,066
2,070
2,068
2,072
'stio de Jan
0.430
0.432
0,427
0,429
Wien in D--
Ctft.abgest
39,095
59,215
59,115
59,235
Prag ...
12.391
12,414
12,401
12,421
Pel irad . .
7,417
7.432
7,421
7.435
Dndavrst. .
73,30
73,44
73,315
73,455
Bulgarien .
3,032
3,038
3,032
3,038
Lissabon .
18,79
18,83
18,79
18,83
Danzig. . .
81,40
81,56
81,42
81.58
Konstantin.
1,784
1,789
1,784
1,789
Athen. . .
5,44
5.45
5,435
5,445
Canada
4,185
4,193
4,185
4,193
llru uat) . .
3,437
3,453
3,437
3,443
Kairo . • >
20,87
20,91
20,87
20,91


