Ausgabe 
6.10.1930
 
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Bei der Berufsfeuerwehr zu Befuch

Gießen zum Wirkungskreis der hiesigen Feuer­wehr gehört, der Mannschaft auch zur Obhut anvertraut ist.

Berufsfeuerwehr? Es sind nicht allzuviele außer den mittelbar und unmittelbar Beteilig­ten. die die Derufsfeuerwehr in ihrem Auf­bau, ihrer finnreichen, ausgeklügelten, ausgerech­neten Organisaiton und der Fülle ihres Auf- gabenkreises kennen.

An der Hand eines kundigen Führers wird dem Besucher manches klar, was er sich selbst Wohl kaum im Geiste konstruieren konnte.

Die Gießener Feuerwehr ist in der angenehmen

Lage, über durchaus zeitgemäße Einrichtungen zu verfügen.

Das bezieht sich aber nicht etwa nur auf den Wagenpark, vielmehr trifft dies für das A und O der Feuerwehr, die Meldeeinrichtungrn, zu:

3n der Zentrale, im Gehirn der Feuerwehr, laufen aus allen Stadtteilen -die Drähte von den Feuermeldern her zusammen. Zwei Mann lösen sich im Wachdienst ab, sind bereit, jeden Augen­blick die Mannschaft zu alarmieren. Das geschieht Lurch Glockensignal. Zur Nachtzeit leuchten im gleichen Augenblick, da in irgendeinem Stadt­teil auf den Knopf des Feuermelders gedrückt wird, im Feuerwehrdepot sämtliche Lampen auf. Llnd dann?! Dann haben die 6 Berufsfeuerwehr­leute die Pflicht,

innerhalb VVi Minuten fertig gerüstet

auf dem stets bereitstehenden Wagen nach dem Brandplatz auszurücken. Am Tage muß der Feuerwehrmann in einer Minute bereit sein.

Ebenso sinnreich, wie einfach ist die Art, in der der Ort der Feuermeldung mitgeteilt wird. Der Wachhabende liest vom Morseschreiber die Ziffer der Meldestelle ab, betätigt eine Appa­ratur an der Empfangsanlage und in den Räu­men, in denen die Wagen untergebracht sind, leuchtet auf großem Transparent eine Rüm­mer auf, die gewissermaßen den Weg weist.

An der Brandstelle angekommen, hat ein Mann, der eigens dazu beauftragt ist, dem Depot sofort mitzuteilen, welchen Umfang der gemeldete Brand aufweist. 3e nach dem Stand der Dinge werden dann eventuell Mannschaften der

Freiwilligen Feuerwehr mittels der Ringleitung alarmiert,

an die ungefähr die Wohnungen von 50 Mann angeschlossen sind. Der ganze Alarm ist eine Angelegenheit weniger Minuten. Bis dahin er­fahren die meisten Bürger unserer Stadt kaum etwas von einem Brand, mit dem sich die Berufs­feuerwehr bereits beschäftigt. Rur in Fällen von äußerster Rotwendigkeit werden auch die anderen Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr alar­miert. Und zwar durch diS

Sirenen,

die sich im Dachboden des Hauses Kaminka am Marktplatz und des Realgymnasiums in der Lud- wigstraße befinden. Erst dann ist der Bürgerschaft Gelegenheit gegeben, der Feuerwehr unter Um­ständen im Wege zu sein...

Die gesamte Signalanlage der Feuerwehr ist nur mittelbar vom allgemeinen Elektrizitätsneh abhängig, denn im Depot ist eine genügend große Akkumulatorenbatterie mit der notwen­digen Reservebatterie vorhanden, die eine vor­übergehende Störung im Hauptneh nicht fühlbar werden läßt. Zur Kraftlieferung für die Akku­mulatoren wird natürlich der Strom des Elektri­zitätswerkes herangezogen. Außerhalb der ge­schilderten Signalcinrichtung ist die Feuerwehr

auch telephonifch zu erreichen

unter den Rummcrn 2241 und 2245; im äußer­sten Falle aber unter dem R o t r u f 02, der allerdings erst zu dem Zeitpunkt in Anspruch genommen werden sollte, da man ungefähr die Rotbremse der Eisenbahn in Bewegung sehen würde. Direkte Verbindungen bestehen u. a. von der Feuerwache aus zur Polizei unö zur Sani­tätswache.

Für den Schuh des Eigentums der Gießener Bürger vor Feuergefahr stehen auch

technische Hilfsmittel in ausreichendem Maße tzur Verfügung. Die Berufsfeuerwehr verfügt über eine Motorleiter, die bis zur Höhe von 24 Meter emporgetrieben werden kann und selbst bei einem Neigungswinkel von 75 Grad noch stabil bleibt.

Reben*der Derufsfeuerwehr verfügt die Frei­willige Feuerwehr zusammen mit der Gailschen Feuerwehr über drei weitere große Leitern. Zugleich mit der Gründung der Derufsfeuer­wehr im 3ahre 1914 wurde eine

Motorspritze

mit der eminenten Höchstleistung von 2000 Liter pro Minute beschafft. Der Wagen trägt außer der Motorpumpe noch einen Wasserbehälter, der allein 390 Liter Wasser faßt und die Feuerwehr für kritische kurze Zeit von äußerer Wasser­zufuhr unabhängig macht. Ueberflüssig zu schil­dern, daß der Wagen mit noch vielerlei Geräten, einer großen Leiter, Hängeleitern, Sprungtuch, Rauchmasken für die Mannschaft, Pickel, Deil, Sägen, Seilen, Winden und noch manchem ande­ren ausgerüstet ist. Königs Rauchhelm ist eben­falls vorhanden, er hat sich allerdings in der Praxis nicht als ideales Hilfsmittel erwiesen. Universeller noch als die Motorspritze ist der

Rettungswagen

eingerichtet. Von der jedermann bekannten Hebe­vorrichtung für gestürzte Pferde bis zum mo­dernsten Schaumlöschapparat ist alles vorhanden. Der Schaumlöschapparat hatte be­kanntlich seine Eignungsprüfung, die auf dem Platz an Oswaldsgarten stattfand, mitsehr gut" bestanden. Der Rettungswagen ist für die Feuer­wehr, die ja dasMädchen für alles" ist, wenn sich die übrige Menschheit nicht mehr* zu helfen weiß, ein außerordentlich nützliches 3nstrument. Reben diesem Wagen verfügt die Feuerwehr noch über einen

Sanitätswagen.

3m Depot steht außerdem noch eine Motorspritze von 700 Liter Minutenleistung, die dem Kreis Gießen gehört, aber, da auch der Landkreis

Weit auseinander gehen die Meinungen über die Tätigkeit der Derufsfeuerwehr während der ruhigen Zeit. Völlig irrig ist die Ansicht, daß die Feuerwehrleute nichts anderes zu tun hätten, als aus Alarm zu warten. Die Gießener Feuerwehr seht sich vielmehr aus Handwerkern zusammen: Schlosser, Wagner, Schmied usw., die tagsüber in den Werkstätten, die im Depot eingerichtet worden sind, Werkzeuge und Geräte anfertigen und reparieren für das Tief- und Hochbauamt und die diesen Aemtern angeglieder­ten Unterabteilungen. Es wird also von der Feuerwehr

nicht nur werterhaltende, sondern auch wert- schaffende Arbeit

geleistet. 3n Anbetracht dessen ist es Pflicht, dem Feuerwehrmann, der manchmal sein Leben einseht für seiner Mitmenschen Gut und Eigen­tum, jene Hochachtung entgegenzubringen, die er wohl verdient. Außerdem dazu beizutragen, ihn vor dem Mutwillenerwachsener Kinder" und bösartiger Zeitgenossen zu beschützen, die ihn oft genug aus purem Unfug aus wohlver­dienter Ruhe reißen, ist Selbstverständlichkeit.

Uebrigens, nicht jede Stadt verfügt über eine so ausgerüstete und so ausgebildete Feuerwehr, daß sie selbst kritischen Fällen gewachsen sein wird. Daraus aber soll man noch lange nicht die Forderung ableiten wollen, die Feuerwehr müsse schon an Ort und Stelle sein, bevor es überhaupt zu brennen begonnen hat ...

Wirtschast.

Ermäßigung der p°eise für Kartoffelflocken.

Der Reichsminister für Ernährung und Land­wirtschaft hat den Abgabepreis sowohl von gekennzeichnetem Roggen, als auch von Kartoffelflocken, deren Bezug zur Einfuhr von Futtergerste zu dem ermäßigten Zollsatz von 6 Mk. für einen Doppelzentner berechtigt, von 200 Mk. auf 170 Mk. pro Tonne er­mäßigt. Auf Grund vielfacher Wünsche aus landwirtschaftlichen Kreisen ist ferner durch Ver­ordnung vom Samstag bestimmt worden, daß die Deutsche Getreidehandelsgesellschaft mit den Beziehern auf deren Antrag vereinbaren kann, das gekennzeichneter Roggen und Kartoffelflocken in einem anderen als dem bisher geregelten Ver­hältnis (bisher 75 Prozent gekennzeichneter Doggen und 25 Prozent Kartoffelflocken) zu liefern find. 3n besonderen Fällen kann die Deutsche Getreidehandelsgesellschaft auf Antrag des Beziehers ausschließlich gekennzeichneten Roggen oder Kartoffelflocken abgeben.

Verbotene Streckung von Futtermitteln

Die Reichsregisterftelle für Futtermittel teilt mit: Cs ist bekannt geworden, daß in einer Reihe von Fällen Abfälle aller Art (Leinfaatrückstände, Erdnuhhülsen, Müllereiabfälle usw.) von Mühlen aufgekauft werden, um damit Futtermittel zu strecken. Ein derartiges Vorgehen, das als Futtermittelverfälschung angesprochen werden muß, wird nach § 12 des Gesetzes über den Ver­kehr mit Futtermitteln vom 22. Dezember 1926 mit empfindlichen Strafen bedroht.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M, 6. Oft. Tendenz: lust- los. Zu Beginn der neuen Woche kam das Geschäft am Effektenmarkt nur sehr schwer in Gang. Die allgemeine Zurückhaltung und Geschäftslosigkeit, die schon im Verlaufe der Samstagsbörse in Erscheinung trat, hatte sich noch verstärkt, da man die wei­tere, noch ganz ungewisse Entwicklung der inner­politischen Lage abwarten will. Geschäftshem­mend wirkte sich ferner die schwache Haltung der Reuyorker Wochenschlußbörse aus. Bei minimalen Umsätzen überwogen die Abgaben. Die ersten Rotierungen lagen überwiegend 1 bis 2 Prozent schwächer. Elektrowerte waren etwas stärker angeboten. Gesfürel. büßten 3 Prozent, Schuckert 2,25 Prozent, AEG. 1,5 Proz. und Siemens 1 Proz. ein. Farben eröffneten 1,25 Prozent niedriger. Riedriger setzten außerdem ein: Hapag (minus 2 Proz.), Deutsche Lino­leum (minus 2,5 Proz), Aku. (minus 1), Daim­

ler (minus 1 Proz.), Westeregeln (minus 1,5 Prozent). Montanwerte lagen fast vollkommen geschäftslos, so daß Rotierungen zunächst nicht zustande kamen. Auch Banken hatten kein Ge­schäft bei meist behaupteten Kursen. Am Markte der Bauunternehmungen blieben Wayß & Freh- tag behauptet, Zement Heidelberg waren auf eine größere Verkaufsorder jedoch F Prozent ab- geschwächt. Am Anleihemarkt wurden Altbesih nach der mehrtägigen Unterbrechung infolge der Ziehung erstmalig wieder mit 57 Prozent fest­gesetzt. Reubesihanleihe gaben leicht nach. Aus­ländische Renten waren still. Am Pfandbrief­markt war das Geschäft ebenfalls gering. 3m Verlaufe hielt die Geschäftsstille an, die Kurse bröckelten meist weiter etwas a b. Siemens waren etwas stärker gedrückt. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 3,5 Prozent ge­sucht. Am Devisenmarkt nannte man Mark ge­gen Dollar 4,2015, gegen Pfund 20,42, London gegen Kabel 4,86, gegen Paris 123,83, gegen Mailand 92,81, gegen Madrid 47,00, gegen Schweiz 25,0325, gegen Holland 12,05.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 6. Oft. Auftrieb: 1369 Ristder, 380 Ochsen, 144 Bullen, 418 Kühe. 427 Färsen, 482 Kälber, 110 Schafe, 5719 Schweine. Es notierten: Rinder. Ochsen: voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 58 bis 60 Mark, do. (ältere) 53 bis 57, sonstige vollfleischige (jüngere) 48 bis 52; Bullen: jüngere, vollsleischige, höchstens Schlacht­werts 54 bis 57, sonstige vollsleischige oder aus­gemästete 49 bis 53; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 48 bis 50, sonstige voll- fleischige oder ausgemästete 43 bis 47, fleischige 38 bis 42, gering genährte 33 bis 37; Färsen (Kalbinnen, 3ungrinder): vollsleischige. aus- gemästete. höchsten Schlachtwerts 59 bis 61, voll- fleischige 55 bis 58, fleischige 50 bis 54; Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 78, bis 81, mittlere Mast« und Saugkälber 73 bis 77, geringe Kälber 66 bis 72; Schweine. Vollsleischige Schweine von etwa 160 bis 300 Pfund Lebendgewicht 57 bis 59, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 56 bis 58. Markt­verkauf: Rinder: ruhig, nahezu ausverkauft. Schweine: ruhig, ausverkauft. Kälber: ruhig. Schafe: rege, geräumt.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 6. Oft. Zum Wochen­beginn war die Haltung am hiesigen Produkten- marft eher etwas freundlicher, so daß das Ge­schäft größeren Umfang annehmen konnte. Bei weiter ziemlich geringem Angebot bestand 3nter-

effe für Brotgetreide. Außerdem waren Futter­mittel im Gegensatz zu den letzten Wochen leb­haft gefragt. Bereits am Freitag und Samstag voriger Woche sollen Futtermittel in größeren Mengen umgesetzt worden fein. Am Mehlmarkt war das Geschäft still; es konnten sich aber auch hier Preiserholungen durchsetzen. Es wurden no­tiert (Getreide je Tonne, die übrigen Waren je 100 Kilogramm): Weizen (Hektolitergewicht von 75 Kilogramm) 250, Roggen 165. Hafer, inländ. 155 bis 160, Weizenmehl, südd. Spezial 0 40 bis 40,75, Roggenmehl 26,50 bis 27,25, Weizenkleie 6,50, Roggenkleie 6,75 bis 7, Erbsen 28 bis 35, Linsen 32 bis 60, Heu 5,50 bis 6,00, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht 2,25 bis 2,50, ge­bündelt 2, Treber, getrocknet 10 bis 10,75. Tendenz fester.

Frankfurter Eiermarkt.

Sranffur t a. M, 4. Oft. Marktlage: Bei unveränderten Preisen ist die Stimmung weiterhin fester, doch hat das Geschäft einen größeren Rückgang erfahren, da der Kon­sum die hohen Preise nicht bewilligt und sich vorwiegend auf die billigeren Qualitäten be­schränkt. Das schon etwas stärkere Angebot von Kühlhauseiern trug ebenfalls leicht zu dem Ab- sahrückgang bei. Auch gegen Ende der Woche konnte eine Geschäftsbelebung nicht eintreten. Cs notierten in Pfennig per Stück: Holländer 12,50 bis 15; Bulgaren 11,50 bis 11,75; Dänen 12,50 bis 14,50; Jugoslawen 11,25 bis 11,75; Belgier 13,50 bis 14,50; Rumänen 10,75 bis 11; Schlesier 11,50 bis 12,50; Polen 9 bis 9.25; Bayern 11,50 bis 11,75, Chinesen 9,75 bis 10,50; Norddeutsche 11,50 bis 13,50. Auslandeier unverzollt ab Grenz­station, 3nlandeier ab Station.

Letzte Nachrichten.

Schwere Flugzeugkaiastrophe in der Dresdener Heide.

Dresden, 6. Off. (WTB. Funkspruch.) Das Flugzeug D 1 9 3 0, das sich auf dem Fluge Berlin Wien befand und fahrplanmäßig um 9.15 Uhr in Dresden landen sollte, ist heute vor­mittag über einem Reichsmehrschießstand in der Dresdener Heide abgestürzt. Ls mar mit einem Piloten, einem Monteur und 6 Passagieren beseht. Sieben Personen waren sofort tot, die achte ist auf dem Transport nach dem Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Es handelt sich bei der Maschine um eine Messer- schmidt N 20, die für 15 Personen zugelassen ist; der Typ ist bei der deutschen Lufthansa seit langem im Dienst. Ueber die Ursache laßt sich noch nichts sagen. Die Maschine ist von dem Ausprall vollkommen z e r ft ö r t, sie ist jedoch nicht verbrannt. Das Flug­zeug war im Begriff, die übliche Schleife vor dec Landung zu ziehen, um den Windverhältnissen ent­sprechend von Ost bis Südost sich dem Boden zu nähern. Augenzeugen haben gesehen, daß sie in der Schleife hinter den Bäumen eines Hügels verschwand. 3n dem Wetter kann die Ursache nicht zu suchen fein, da die Sicht 10 Kilometer und die Wolkenhöhe 600 Meter betrug.

4paffagierezuvielanBord öe^RlOl?

B eauvaiß, 6. Oft (WTB. Funkspruch.) Die Ueberlebenben der Luftschiffkatastrophe erklären mit aller Bestimmtheit, daß sich im Augenblick des Un­glückes 58 Personen an Bord des Luft­schiffes befanden, obwohl der Luftfahrtminister erklärt hätte, daß nur 54 Personen an Bord seien. Einer der Ueberlebenben des Unglücks ist heute früh g e st o r b e n. 3mEcho de Paris" erklärt ein Offizier des französischen Luftschiffahrtwesens. der seinerzeit an Bord desGraf Zeppelin" die Fahrt von Luers nach Friedrichshafen milgemacht hat: Das englische Luftschiff hatte kein Benzin an Bord. Die Motoren arbeiteten mit Schweröl. Die Explosion ist, wie das der Augenschein ergibt, in dem Augenblick erfolgt, als das Luftschiff den Boden berührte. Unter dem Aufprall ist das Luft­schiff offenbar zerbrochen, die elektrischen Lei­tungsdrähte zerrissen und dabei dürfte ein elektrischer Funke übergesprun­gen sein. Das Luftschiff war mit w a s s e r st o f s- g a s gefüllt Das Gas war in etwa 40 Zellen enthalten; aber es war unvermeidlich, daß es un­dichte Stellen gab. Der Funke genügte, um eine Explosion hervorzurufen, und das bedeutete sofort Brand.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. h., Lombardzinsfuß 5 o. h.

$ranffurt a. Dl.

Berlin

Schluß«! kurs |

1-Uhr- Hure

Schluß«! kurs |

Anfang- Kurs

'Datum

4 10

6 10.

4 10

6 10

6% Deutsche RetchSanIeihe von 1927 ..........

7% Deutsche Reichsanleihe

88

88

von 1929 ..........

Deutsche AnI.-Wlös^SchuId mit

99,25

99,5

Auslos.-Rechten.......

57

_

57

6,7

Desgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 6% Heii. Bolksstaat von 1929

6,9

6,8

6,75

(rüdialjlb. 102%)......

Oberhesicn Provinz Anleihe mit

89,5

89,4

Austos.-Rechten.......

_

Deutsche Komm. Sammelabl.

Anleihe Serie 1.......

8% Franks. Hvp.-Bank Goldpse

56,5

56,6

XIII unkündbar bis 1934 . . . 7% Franks. Hhp.-Bank Goldpse

100

unkündbar bla 1932 .....

4y2% Rheinische Hhp.-Bonk

94,5

£tqu. Goldpse........

86

8% Pr. Landespsondbricfanstal

Psandbriese R. l S.....

8% Pr. Landespianobriefanstal

101

101

Komm.-Obl. R. 20.....

7% Pr. Landevvlandbriesanstal

98

Psandbriese R. 21.....

97

A E G. abg. Bottnegs-Obligatio

nen, rückzahlbar 1932 ....

94,5

4% Oesterreichische Golbrente .

27,5

4,20% Oesterreichische Silberren

4% Oesterreichische Einheitlich

2,3

Rente..........

4% Ungarische Goldrente . . .

_

24^25

4% Ungarische Staalsrente V. 191

_

24,4

*Vi% desgl. von 1913 ....

_

19,4

4% Ungarische Kronenrente . .

1,95

_

1,95

5,1

4% Türkische Zollanleche von 191

4% Türkische Bagdadbahn-Anl

5

5,05

Serie 1..........

5,05

5,05

5,1

4% desgl. Serie II......

5% Rumänische vereinh. Reni

5,1

5,05

von 1903 .........

9,2

-

9,4

4y*% Rumänische vereinh. Ren

von 1913 .........

15

15

4% Rumänische vereinh. Rente .

7,11

7.7

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß«!

Iure 1

1-Uhr- Kurs

Schluß­kurs

Anfang« Kurs

Datum

4 10

6 10

4 10

6. 10.

Hamburg-Amerika Paket . .

79,5

77,5

79,25

78

Hamburg-Südam. Dampsschiff

. 8

Hansa Tampsschiss .....

10

Rorddeutscher Llohd ....

. 8

80,5

80,13

78,75

Allgemeine TeutscheCreditanst. 10

102,25

102

102,13

Barmer Bankverein ....

10

108

108,5

108,25

Berliner Handelsgesellschaft .

12

131

133,5

133,5

Commerz- und Privat-Bank .

11

119

118,9

119.25

118,9

DarmsHdter und Nationalbank

12

162,5

161,5

161,5

Deutsche Bank und

DiLconto-GeseUschaft, . . .

10

117,75

117,25

117

Dresdner Bank......

10

116,5

116

116,5

116

ReichSbant ........

12

226

222,65

221

A.E.G...........

123

121,5

122

122,25

Bergmann........

. 9

150

Elektr. Lieferungsgesellschaft.

10

120

118,25

116,75

Licht und Straft......

10

125,5

125,65

123,25

Felten & Guilleaume . . .

lYi

97,5

98

97,25

Gesellschaft für Elektrische

Unternehmungen ....

10

126

123

124,75

123,75

Hamburger ElektriziiätS-Werke

10

120,5

Rheinische Elektrizität . . .

. 9

125

_

Schlesische Elektrizität. . . .

10

121,5

121

Schuckert & ISo.......

11

138,5

136.4

137,25

137,25

Siemens & Halske .....

16

182

181

181,5

182

Lransradio........

. 8

194

Labmeher & Co.......

10

145,5

146

Buderus.........

. 5

52

_

53

51,5

Deutsche Erdöl......

. 6

67

66,5

66,5

66

Essener Steinkohle .....

. 8

Gelsenkirchener......

. 8

100,5

99,5

98,5

Harpener.........

. 0

88

88,5

86,75

Hocsch Eisen........

6 V,

79,75

Ilse Bergbau.......

10

202

202,5

203,5

Klöckncrwerke .......

. 7

73

_

73

70,75

Köln-Rcucssen..... .

. 7

81

80

ManneSmunn-Röhren ...

. 7

_

/ 3,75

72.75

Mansselder Bergbau ....

. 7

47

_

46

45.6

Oberschles. Eisenbedars ...

. 5

_

Oberschlcs. Kolswerke....

. 7

74,5

74,5

Phönix Bergbau......

6'/,

69,5

_

69,5

68,75

Rheinische Braunkohlen . .

10

180

_

181

180

Rhein stahl........

. 6

76

76

75,5

Rtebeck Montan ......

7,2

Frankfurt a. Ul.

Berlin

Schluß­kurs

l«Ubr» Kurs

Echluß- kurs

Anfang- Kurs

Datum

4 10

6 10

4 10

6. 10.

Bereinigte Stahlwerke .

71,5

71,4

70

Otavl Minen.....

16'/.

29 9

30,5

Kaliwerke Aschersleben .

. 10

197

197,75

195

Kaliwerke Westeregeln .

. 10

199,5

198

199

Kaliwerke Salzdetfurth .

. 15

282

281,75

279,25

F. G. Farben-Jndustrie. Tvnamit Nobel ....

-

. 12

139

137,75

138

138,5

. . 6

64,5

Scheideanstalt.....

. . 9

135,5

Goldschmidt . . . . .

. . 5

43,5

44

43

42,75

Rütgcrswerke.....

. . 6

51

50,6

50,5

Metallgesellschasi. . . .

. . 8

98,5

98,5

98,5

Philipp Holzmann . . .

. . 7

75,65

_

76

Zementwerk Heidelberg

. 10

99,5

Cemcntwcrk Karlstadt. .

. 10

_

Wahb & Freytag . . .

. . 8

52

52

51

Schultheis Patzenhofer .

. 15

_

189,13

191

Ostwerke.......

. 12

151,75

151

Alu.........

. 18

64

63

63,5

63,5

Bem berg.......

. 14

73,9

72,25

Zellstoss Waldbos . . .

e

137.

122

122

122,25

Zellstoff Aschafsenburg .

e

. 12

86,5

Charlottenburger Wasser

e

. . 8

-

84

84

Dessauer Gas.....

. . 9

117,5

117,5

Daimler Motoren . . .

. . 0

26.25

25,5

25,75

26,13

Deutsche Linoleum . .

159,5

156

156,75

Rat. Automobil . . . .

. . 0

12,13

12,13

Orenslein & Koppel . .

. . 6

48

48

Leonhard Tietz ....

. 10

120

120,25

Svenska..... .

300

300

300

Frankfurter Maschinen .

. . 4

20

_

20

Griyner.......

. . 6

_

29,5

_

Hehligenstaedt . . . .

. . 0

Iunghans.

. . 6

29,5

30

Lechwerke.......

. . 8

93

-

_

Mainkraftwerke Höchst a. M.

. . 8

_

Altag.........

. 10

78

_

Gcbr. Roeder.....

. 10

95

_

Boigt & Haeffner . . . Süddeutsche Zucker . .

e

. . S . 10

150

132,25

133

150

133,5

Banknoten.

Berlin, 4. Oktober

Geld

Brief

Amerikanische Roten.....

Belgische Roten .......

Dänische Roten .......

Englische Roten ........ Französische Noten.......

Holländische Noten.......

Italienische Noten........

Norwegische Noten.......

Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten.......

Schwedische Noten.......

Schweizer Noten........

Spanische Noten........

Tschechoslowakische Noten.....

Ungarische Noten .....

Devifctimarfl Berlin

4,205

58,33

112,15

20,39

16,45

169,09

22,01

112,13

59,13

2,47

112,62

81,49

43,21

12,42

73,22

- Frankfurt

4,225 58,57

112,59 20,47 16,51

169,77 22,09

112,57 59,37

2,49 113,06

81,76 43,39 12,48 73,52

Q. M

4- Oktober

6 Oktober

Amilian Geld

Xo'ierung

Brie«

Amlilche Geld

Notierung Brie

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169,26 1,479

58,55

112,30

112,35

112,73

10,56

21,98

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0,448

59,21

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7,439

73,415 , 3,042

18.84 81784

1,784

5,435

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20,91

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10,58 22,02

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20,95

169,27 1,480

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169,61

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59,33 12,479

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