Ausgabe 
6.10.1930
 
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Verwaltungszwecke, sofortige Aufhebung ber WohnungSzwangswirtschast, die Ueberhandnahme ber Zuchthausarbeit, Unterstützung der Beamten im Kampfe für die Beibehaltung DeS BcrufS- beamtcntumS.

Weiter wurde einstimmig^ eine <$ n t - schliehung angenommen, in der eS heißt: Die Versammlung nimmt mit Entrüstung davon Kenntnis, daß im LandeSzuchthaus Butz­bach eine mit modernsten Holzbearbeckungs- methoden ausgestattete Gchreinerwerk- stätte besteht und in dem Gefängnis zu D a r m st a d t eine moderne D u ch - Druckerei und Buchbinderei eingerichtet ist. Der Verband wendet sich entschieden gegen eine solche, daS Handwerk schwer schä­digende Konkurrenz seitens st aal- licher Behörden. Besonders befremdlich fin­det es der Verband, dafi eine starke Kunden­werbung seitens dieser StaatSeinrichtungen eingesetzt hat und Dafi sogar Strasanstalts- insassen zu Handwerkern auSgeb il- det und zur Ablegung der Gesellen­prüfung angehalten werden. Der Ver­band beauftragt die Verbandsleitung, gemeinsam mit der Handwerkskammer mit aller Schärfe gegen diese Einrichtungen der StrafanstaltSbehör- 5en und der Justizverwaltung Stellung zu neh­men zum Schutze des Handwerks."

Vachdem unterVerschiedenes" noch .einige Wünsche vorgebracht worden waren, wurde die Tagung geschlossen. Der nächstjährige Verbands- tag soll in Bensheim stattsinden. Gemeinsames Mittagessen, bei dem Vorsitzender Vvhl auf daS hessische Handwerk und Ministerialrat Hech­ler auf weiteres gutes Zusammenarbeiten spra­chen. ferner der Stadt Alsfeld gedankt wurde, sowie Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten Alsselds beschlossen den Derbandstag.

Aus der Provinzialhauptstadi.

Gießen, den 6. Oktober 1930.

Oer Jugend entwachsen.

Das glauben alle, dafi es ein Glück sei, der Zugend entwachsen zu sein. Jedes Kind blickt zu dem Erwachsenen empor mit dem Gedanken: Wenn ich erst so weit sein werde! Vicht rasch genug kann es gehen mit dem Wachsen und Ent­wachsen. Der Schüler möchte dem Einfluß des Lehrers entrückt sein und sieht die Ersüllung seiner grofien Wünsche darin, die erträumte Freiheit zu besitzen. Der Lehrjunge möchte der Zucht des Lehrherrn nicht mehr unterworfen sein: Wenn ich nur erst Gehilfe sein werde! Das junge Mädchen blickt auf die älteren, die größere Freiheiten geniefien: Wenn ich nur erst so alt wäre, dafi ich auch nicht mehr so dem Willen der anderen unterworfen wäre!

UnD noch kaum recht gedacht, ist das schon erreicht. Aber dann nimmt sich daS Erträumte ganz anders aus. Was großer Vorteil schien, ist gar kein Vorteil mehr. Mit der scheinbar größeren Freiheit sind die Pflichten gewachsen, die nicht minder einengen, alS die frühere Un­freiheit. Die Freiheit, die man erreicht zu haben glaubt, ist der eigenen Verantwortung anheim­gegeben und nimmt sich nun gar nicht als Frei­heit aus. Der Zucht des Lehrherrn wollte man entwachsen und sieht sich nun der Forderung eigener Zucht gegenüber, die nicht im gering­sten weniger streng sein darf, wenn man sich im Leben behaupten will. 11 nb läßt man diese Selbstzucht locker, weil man mangels Ginsicht und Erfahrung glaubt, dafi es möglich sei, ihr cnt- taten zu können, so sühlt man an sich selbst die Vachteile, vor Denen man srüher Durch die Für­sorge der andern bewahrt wurde.

Der Jugend entwachsen heißt nicht, etwas gewinnen, sondern etwas verlieren, oder besser, es bedeutet, etwas anderes eintauschen, das noch lange nichts Besseres zu sein braucht. Ob cs besser oder schlechter ist, ob es höher oder niedriger zu bewerten ist, das hat jeder allein zu entschei­den. Einzig darauf kommt es an, daß wir im­stande sind, mit dem Veuen, das an uns heran­tritt, so zu wirtschaften, daß ein Gewinn für uns entsteht.

Wer bereits ein Stück ins Leben hinein­gewandert ist, dem ist es nicht fremd, daß er sich über sein Leben jemals Gedanken gemacht hat. Gr hat immer wieder lernen, umlernen, durch Enttäuschungen und Viederlagen gehen müssen, um dorthin zu finden, wo er heute -steht. Wohl ihm, wenn er bei ernster Prüfung sagen kann: Ich habe bestanden, ich habe mich in meiner Aufgabe bewährt. Vicht alle können so sprechen, denn mancher ist entgleist durch Lei- denschast, durch mangelndes Gleichgewicht, durch Fehlen der Festigkeit des Charakters, die von ihm verlangt wurde. Sie müssen Darum nicht gescheitert sein am Leben: es genügt schon, daß sie schwankenden Boden unter sich haben. Und dem schwankt der Boden, dem nicht klar be­wußt von Ansang an die Grundlage der Er­kenntnis gegeben wurde, daß es nur scheinbare Freiheiten sind, die man gewinnt, wann man Der Äugend entwächst. S-r.

Eröffnung

der ärztlichen Fortbildungskurse.

Wie man uns mitteilt, fand gestern im Stu­dentenheim am Leihgesterner Weg die Eröff­nungssitzung derFortbildungskurse der Medizinischen Fakultät unserer Landesuniversität statt. Etwa 80 Per­sonen aus Hessen und allen Teilen des Reiches nahmen Daran teil.

Notlandung eines französischen Klug zeuges im Vogelsberg.

Am Samstag zwischen 17 und 18 Uhr landete ein französisches Flugzeug auf freiem Felde zwischen VieDer-Ohmen und Mer- I a u. Das Flugzeug war mit einem Piloten und einem Passagier besetzt. Es befand sich auf einem Sonderflug von Ä o ton d nach Paris. Dar Pilot hatte im Vebel die Orientierung ver­loren und suchte den Gießener Flughafen, um hier notzulanden. Da ihm dies nicht gelang, mußte er sich zu der Außenlandung entschließen. Die Flugmafchine blieb unbeschädigt, ebenso tarnen Die beiden Flieger zum Glück unverversehrt davon. Das Flugzeug, das zunächst beschlagnahmt wurde, startete gestern vormittag unter Führung des Piloten nach Dem Gießener Flughafen, wo es gegen 11 Uhr lanDctc. Der Passagier begab sich im Kraft­wagen von VieDer-Ohmen nach Gießen. Vach Er­ledigung Der Formalitäten wurde Die Maschine heute vormittag zum Weiterflug nach Paris wieder freigegeben.

Ausstellung ^Technik im Heim^ in Darmstadt.

(Elnfaufeberahing der Hausfrau.

Die Kunst deS Haushaltens ist in Der Haupt­sache an zwei Voraussetzungen geknüpft: an die Geschicklichkeit, die zur Verfügung stehenden Geldmittel den verschiedenen Bedürfnissen der Wirtschaft entsprechend einzuteilen, und an die Fähigkeit, die PreiSwürdigkeit eines Artikels richtig zu beurteilen. Weitaus den meisten Haus­frauen sind bei Anschaffungen in der Höhe der Ausgaben Grenzen gezogen. Eben deswegen sollte es um so selbstverständlicher sein. Daß unter Den verschiedenen Ausführungen eines HauShalt- gegenstandeS stets nur Die zweckmäßigste gewählt wirD. Bei aller Aufmerksamkeit kommt eS Doch ost vor, Daß sie sich nicht gerade für daS Beste ent­schieden hat.

Woran liegt es? Kein Zweifel: sehr vielen Hausfrauen fehlt heute noch Der n tige Blick ge­rade für Die Erfordernisse, die als wesentlich beim Ginkaus zu berücksichtigen sind. Es sehlt noch Der objektive Maßstab, um zu erkennen, waS gut, was besser oder schlechter ist. 3n zahlreichen Fällen kann man hier durch einen allgemeinen Vat Ab­hilfe schassen. Aber nicht immer ist eS mit einer allgemeinen Anweisung getan, weil die Ansorde- rungen verschiedener Haushaltungen an ein Ge­rät, ie nach der Eigenart und den Voraussetzun­gen des Haushaltes verschieden sind.

Immerhin gibt es ein Mittel, Das auf jeden Fall Dazu beitragen WirD, falschen oder schlechten Einkäufen vorzubeugen: Planmäßige Aus- bilDung Der Urteilskraft durch Unter- rjchtung und Aufklärung Der Hausfrau. Ein zeitgemäßer Ratgeber für Den Einkauf

ist die Ausstellung .Technik im Heim", die in der Darmstädter Festhalle biS 19. Oktober gezeigt wird.

Daten für Ticnelag, 7. Oktober.

Sonnenaufgang 6.09 Uhr, Sonnenuntergang 17.26 Uhr: Mondaufgang 5.34 Uhr, Monduntcr- gang 17.26 Uhr.

'1849: der Dichter Edgar Allan Poe in Balti­more gestorben: 1862: der Schriftsteller Otto Emst in Ottensen geboren.

rvornotizen.

T a geskalender für Montag. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Der Greifer". Astoria-Lichtsptelö: ..Rin-Tin-Tin" undBräu­tigam mit 100 P.S".

Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Mit DemSchinderhannes" hat das Gießener Stadttheater seine Winterspielzeit begonnen. Don der Erstausführung unter der Regie des Inten­danten Dr. P r a s ch ging eine starke Wirkung aus. In den fiauproUcn: Jochen Hauer (Buckler) und Elisabeth W i e l a n D c r (Iulchen).

* Straßcnfpcrrun g mitgeteilt vom Ober- hessischen Automobil-Club e. 23. (Ä. v. D.), Gießen. Die Provinzialstraße Pohl-Göns Nieder­kleen wird bis zur Landesgrenze wegen Walz­arbeiten ab 6. Oktober gesperrt. Umleitung erfolgt über Lang-Göns. Die Sperre auf der Provin­zialstraße Schotten Nainrod ist wieder aufgehoben.

* Schneegänse. Am Örytagabcnb nach Son­nenuntergang kreisten einige Schneeganse längere Zeit über dem Trieb, vereinten sich mit etlichen Art­genossen und zogen bann bei hereinbrechender Däm­merung in ber Richtung Wetzlar weiter.

Bezirk Hessen-Hannover.

VfB. Gießen landete auf eigenem Platze im Ver­bandsspiel überGermania" Fulda einen verdienten 3:0-6ica. Die Gäste zeigten nur eine mäßige Lei­stung. Außerdem spielten Spv. Kassel Hcrman- nia Kassel 31; Borrussia Fulda Sport Kassel 3:1; Ockershausen Kurhessen Marburg 4:1; Groß­almerode FC. Krone 3:1; Einbeck 05 Hessen 00 Kassel 3:0 und SC. Kassel 03 SC. Göttingen 09 5:3.

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SpV. 1900 Gießen 1. Mannschaft verlor in Wallau 3:5. Die 2. Mannschaft Der Spieloereiniaung 1900 Gießen entschied bgs fällige Derbandsspiel ge­gen die Reserve des VsB. Gießen vor wenigen Zu- schauern auf dem Sportplatz am Trieb knapp mit 2:1 für sich. Die 3. Mannschaft von 1900 gewann gegen Daubringen 4:0. Die 3. Mannsci)aft des VfB. schlug auf dem Waldspielplatz Die 1. des Sport­vereins Bieber 3:2.

Freie Turnerschast Gießen.

Auf dem Platz am Trieb spieltedie 1. Mann­schaft der Freien Turnerschaft Gießen und blieb mit 6: 1 Sieger. Vorher verlor die Ib-Mannschaft gegen Vaunheim hoch mit 1:9. Die Iugen.8 spielte gegen Vodiheim Jugend 2:1.

Punktekämpfe in der Gruppe Main.

Das wichtigste Spiel der Gruppe Main war am ersten Oktobersonntag daS Frankfurter »Lo- kaldcrbv" Eintracht- Sportverein. Trotzdem die Eintracht in der Gruppe eine deutlich domi­nierende Stellung cinnimmt und obwohl das Wetter denkbar schlecht war, kamen doch 12 000 Zuschauer. Die Eintracht war zwar Die bessere Mannschaft unD siegte auch verDient 3:1 (1:0), aber Der FSV. kämpfte Doch sehr brav unD zeigte, Daß sich seine Mannschaft wieder auf an- steigender Linie befindet. Eine kleine ilcbct- raschung war Das 2:2, das auf Dem gefähr­lichenBiebcrer Berg" zwischen den Offen­bacher Kickers und Der Anion Viederrad zu- ftanDe kam. Vot-Weifi schlug Den Veulinq Fechenheim erwartungsgemäß sicher 5:1 (2:1). Oie Punktkämpfe in der Gruppe Hessen

In ber Gruppe Hessen fanden nur drei Spiele statt. 623. Wiesbaden und F6V. Mainz pausierten. Alemannia Worms hatte in ber Viktoria Urberach keinen ernsten Gegner und fertigte ben Liganeuling mit 8:1 (3:1) überlegen ab. Isenburg, bas bei 623. 98 Darmftabt weilte, hatte schwer zu kämpfen, um einen 2:1- (1:1-) 6ieg herauszuholen. Der

erbittert burchgeführte Kampf brachte zwei Platzver- weise. Der Darmstädter Geyer mußte wegen Tät- lichkeit, und der Isenburger Engelhardt wegen Schiedsrichterbeleidigung den Platz verlassen. War- matia Worms schlug Langen 4:1 (3:0); allerdings wurde das 6piel als Privatspiel gewertet.

NürnbergFürth 2 : 2.

InVordbayern gab es an Diesem Sonntag eine Veuauslage der immer reizvollen Begeg­nung zwischen Spvg. Fürth und dem 1. FC. Nürn­berg. lieber 20 000 Zuschauer hatten sich im Von- hos versammelt, Die Zeuge eines spannenden Kampfes wurDen. Gehörte Die erste Spielhälste Dem Klub, Der bis Dahin auch mit 2:1 führte, so Dominierten in Der zweiten Halbzeit Die Fürther, Die denn auch mit 2:2 gleichzogen.

Oie Schalter Berufsspieler wollen nach Wien.

Die von Dem Westdeutschen 6picl-23orbanb zu Profis erklärten ehemaligen Spieler von Schalke 04 haben beschlossen da sie nun schon einmal Be­rufsspieler sind als solche Anstellung zu finden. Czepan, Kuzorra und Röthardt befinden sich zur Zeit in Wien, um dort mit Vereinen zu verhandeln.

Städtewettkampf im Fechten OT.

Die Gießener Mannschaft In Front.

Vier Vereine Des TurngaueS Hessen (DT.) trugen gestern in Marburg vor lebhaft inter­essierten Zuschauern einen Mannschafts­kampf im leichten Säbel aus. Sieger wurde verdient die Mannschaft Des Tv. 18 4 6 Gießen (Ludwig Gerhardt, Hergenröther Walter Gerhardt, Die Die Gegner mit 6 Punk­ten schlug (18 Ginzelsiege) und Den spannenden Kampf gewann. Es folgten Tv. Wetzlar mit 4 Punkten (15 Einzelsiege), T. u. Spv. Butzbach und T. u. Spv. Marburg. Die besten Einzel- fechter waren: Maletzke, Butzbach, und W. Gerhardt, Gießen, mit je 8 Siegen, L. Ger­hardt, Dießen, mit 7 Siegen.

Oer letzte Frankfurter Renntag.

Helmut gewinnt den Offobcrpreis.

Der feit Samstag mit kurzen Pausen nieder­gehende Regen hatte einen schwachen Besuch des letzten Franksurter Renntages zur Folge. Hohe Quoten wurden jedoch infolge Der schwachen FelDer nicht erzielt. 3n Den beiden Hauptprü- fungen, Dem Oktoberpreis für Zweijäh­rige unD Dem WälDchens-Rennen siegte

Rund um Gießener Sportstätten.

Oer Platz des VfB. ein Idyll.

Ebenso wie auf Dem Sportplatz Der Spielver- > cinigung 1900 werDen zur Zeit auch am Platze des Vereins für Bewegungsspiele Arbeiten Durch- aeführt, Die Der Vervollständigung Der Anlage Dienen. Der Waldspielplah DeS VfB. wird an Der Dem Dereinsheim zunächst gelegenen Ecke um ein nicht unwesentliches Stück erweitert. An jener Stelle soll ein neuer Haupteingang ge­schaffen tocrDen. Der Haupteingang, Der als solcher bisher bestand, Dient nicht mehr seinem eigentlichen Zweck in vollem Maße, Denn Die Straße, Die zu ihm führte, tourDe Durch Den Bau der Wendegeleise Der Straßenbahn nahezu völlig lahmgelegt und Der Verkehr auf Den Waldweg nach Den Militärschießplätzen ver­wiesen. Der Haupteingang besindet sich Demnach in Zukunft am Waldweg. Die Erdbewegungs- arbeiten für Die Erweiterung Des Sportplatzes tocrDen auch in Diesem Falle aus Den für toert- schaffenDe Arbeitsiosenfürsorge bereitstehenden Mitteln bestritten. Wie wir weiter hören, hat Der Verein Die Absicht, Die Auskleideräum- I'. (eiten, Die bisher ihren Zweck noch nicht in iDealer Weise erfüllen konnten, auSzubauen und stabiler zu gestalten. Mit dieser Arbeit soll im kommenden Frühjahr begonnen werden.

Wenn diese Arbeiten Durchgeführt sein werDen, wird man nicht umhin können, die gesamte An­lage als eine Sportstätte zu bezeichnen, wie sie nicht leicht ein Sportverein von der gewiß nicht übermäßigen Größe des VfB. aufzuweisen haben wird.

Was auf dem Waldspielplah geschaffen wurde, ist allerdings nicht an einem Tage erbaut wor­den. Die Sportstätte DeS VfB. ist die Frucht jahrelanger zäher Arbeit. Daß der Waldspielplah in seiner heutigen Form zum großen Teil daS Werk Des rftßrigen VvrstanDS-

mitgliedes Ploch ist, wissen über Den Rahmen deS Vereins hinaus viele. 3m März 1924 wurde mit der Anlage des Platzes begonnen; die Ein­weihung konnte im August 1925 erfolgen. 3m 3ahro 1926 wurde die über 400 Meter lange Aschenbahn ihrer Bestimmung übergeben und 1927 frönte man baß Ganze mit einem ebenso zweckentsprechenden wie schönen Vereins- Heim. Dabei umfaßt der Verein in seinem heutigen Umfang nur wenig mehr als 260 zah­lende Mitglieder, eine Zahl, in der die Jugend­lichen nicht einbegriffen sind. Angenehm berührt Die Tatsache, Daß der VfB. seinen im Weltkriege gefallenen MitglieDern an einer toürDigen Stelle einen schlichten Stein, einen FinDling, als mah­nendes Zeichen aufgestellt hat. Die ganze Platz- anlage macht Den Eindruck Des Gepflegten, DeS sorgfältig Behüteten, ein Eindruck, dem sich der Beschauer kaum entziehen kann.

Allerdings bereitet das eigentliche Spielfeld Dem Verein immer wieder Kummer. Zur trocke­nen 3ahreSzeit befindet sich Der Platz in an­sprechender Verfassung. Wehe aber, wenn an­haltende feuchte Witterung ihre Wirkung au«- übt. Der Letteboden. der dem Wasser keine Mög­lichkeit gibt, einzusickern, hält alle Feuchtigkeit an Der Oberfläche. Daß es für Mannschaften, die Dann auf Dem aufgeweichten Dpiel­fe l d e Punkte erringen müssen oder sollen, kein Vergnügen ist, zu kämpfen, ist verständlich. Mit dem toenig angenehmen Umstand wird sich Der Verein aber wohl für immer abfinden müssen.

Zusammengefaßt: Der Waldspielplah Des VfB. ist, von dem eben geschilderten Vachteil abge­sehen. ein 3dyll, an das sich die 3ugendlichen, die sich jetzt auf ihm tummeln können, zu späterer Zeit wohl oft erinnern werden.

der Trainer Dutzke. Helmut gewann den Oktober­preis mit viel Glück, Da Die Opelsche Frivole im Dogen behindert wurde und Dann nur noch (u HalSlänge auflaufen konnte, während Die Weinbergsche Makrele schon am Start viel Ter­rain verlor. 3m WäldchenS-Rennen hatte Det Dreijährige MajorDomuS De8 Stalles Weinberg vom Start abgeführt, war aber in Der Distanz Dem Speed-Angriff von Silberstreif nicht mehr lewachsen. 3n DaS einleitende Rennen, Den PräsiDenten-PreiS, hatten sich Mtenhof unD Moeve deS Dr F. Merck geteilt. 3m A b chieDs-Au «gleich gab es eine große Ueberraschung, da Ebbo alle Form weit überbot Erst kurz vor dem Ziel konnte Der Opelsche Eisen- Hagel Den weit enteilten Mohrenpeter im Ver- losungS-Rennen erreichen, der auch noch Vonne passieren lassen mußte.

Die beiden sehr schönen 3agbrenncn wur­den Durch ausgezeichnete Ritte entschieden. 3m Feist Gabinet-3agDrcnncn gewann Herrn v. Moß- ners Kabalia gegbn 3ohannisfeuer und Ori­ginal. Das 4500 Meter lange Königstein-Jagd­rennen wurde in schärfster Fahrt gelaufen. Die beiden Pferde des Stalles Schmitt führten ab­wechselnd vor Porto Flip, der der zu schlagende Gegner war. 3m letzten Bogen empfahl sich Montagne Russe, doch kam Porto Flip nochmals stark auf und gefährdete einen Augenblick die Siegerin, die feßarf nach Hause geritten werden mußte.

Magdeburgs Schwimmerinnen erneut besiegt.

Die Mannschaft des 1. Magdeburger Damen« 6C. trug aus ihrer Reise durch Westdeutsch- land nm Freitag einen Klubkamps gegen Dort­mund 06 aus und mußte llch erneut geschlagen be­kennen. Von den sieben Wettbewerben gewannen die Gäste nur das 1. und 2. Brustschwimmen und die Lagenstaffel, so daß der 6ieg mit 8:6 Punkten an Dortmund siel.

OaS Meraner Tennisturnier.

Das internationale Tennis-Turnier in Meran nahm am Sonntag bei gutem Besuch seinen An­fang. 3n den Einzelspielen wurden die Deutschen Schwenker (Berlin), Dr. Veutter (München) und Fräulein Kollrneyer (Berlin) schon in der ersten Runde auSgcschaltet. Dagegen konnte Dr. L a n fe­rn ann den 3talicner 3atta 6:2, 3: h, 7:5 unfe Dr. Kupsch den Prager Lohka 6:8, 6:4, 6:4 abfertigen.

Jrau Friedleben in Varese geschlagen.

Die deutsche Tennisspielerin Frau Friedleben. Die zur Zeit an einem Turnier in Varese tcil- nimmt, mußte im Einzelspiel gegen Die Französin Veuseld mit 5:7, 3:6 Den Kürzeren ziehen. Da­gegen konnte die Franksurterin mit Dem Engländer HugheS als Partner im Mi red über Frl. Valerio-Bans ielfe 7: 5, 6: 4 erfolgreich bleiben und im Damen-Doppel siegte sie zusammen mit Frl. Valerio über Frl. Veufeld/Adamoff 6:4, 6:2.

PelherS ^500-Meter-Weltrekord geschlagen.

Der Franzose Ladoumegue schlug am Sonntag in Daris PelherS 1500-Mcter-Weltrekord um 1,8 Sekunden und stellte mit 3:49,2 einen neuen Weltrekord auf.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

* Kleiy-Ltnden, 6. Okt. Zu dem am Freitag berichteten Unglücksfall des Elektromeisters Karl Faber aus Holzheim, der in der Nähe unseres Ortes auf der abendlichen Heimfahrt mit seinem Mo- törrad mit mehreren Radfahrern kolli­dierte und dabei durch Sturz erheblich verletzt wurde, wird uns von einem Radfahrer mitgetcllt, daß die Näder der drei Radler beleuchtet ge­wesen seien und auch N ü ck st r a h 1 e r hätten. Die Nadsahrer hätten sich sojort um den Verunglückten gekümmert und selbst ärztliche Hilfeleistung ver­anlaßt.

ck. Heuchelheim, 5. Okt. Gestern abend geriet daS Motorrad des Schmiedemeisters Hartmann aus Atzbach hier beim Tanken auf noch unaufgeklärte Weise in Brand. Der Benzintank explodierte und daS Motorrad ver­brannte bis auf die Gisenteile.

KreiS Friedberg.

WSN. Friedberg, 4. Okt. Gestern nachmittag wurde im benachbarten Dorheim ein drei­jähriger Junge von einem Lieferwagen überfahren und getötet. Der Junge war aus einer Schar spielender Kinder plötzlich vor den Wagen gelaufen, so daß der Chauffeur das Unglück nicht mehr abwenden konnte.

KrctS Schotten.

x Schotten, 4. Okt. Am 2. Oktober wurde seinerzeit das auf Dem Altenburgskopf befind liche Denkmal für Die gefallenen hes­sischen Forstleute eingeweiht. Aus diesem Anlaß wurde von Den hessischen Forstleuten eine Weihe st unDe am Denkmal abgehalten. Dazu sanden sich etwa 80 Forstleute ein. Va- mens des Hess. ObersorsterverbandeS sprach Forst­meister Rausch, namens des Försterverbandes Förster Kolb, namens des Verbände- Der Forstsekretäre Forstsekretär Degen, Die Wald­kränze mit ehrenden Worten am Denkmal nieder­legten.

0 Hcrchcnhain, 5. Okt. Die Organisation des Rettungsdienstes bei der Segel­fliegerei auf Der Herchenhainer Hohe wurde in Der Weise geregelt, Daß sich die nächst erreich­baren Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz in die Bereitschaft teilten. CS stellten; sich zur Verfügung die Sanitätskolonnen von Gedern, Lauterbach und Schotten. Der Hessische Landesverein vom Roten Kreuz hat in dankens­werter Weise für Den Rettungsdienst eine Trag­bahre und einen Verbandkasten zur Verfügung gestellt, Die im Vater-Bender- Heim aufbewahrt und stets 'im Notfälle zur Hand sind.

Haftentlassung in Wehlar.

WSN. Wetzlar, 4.Okt. Der im Zusammen­hang mit den Vorkommnissen bei der Stadtverwal­tung vor kurzem wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft genommene Stadtbauinspektor Hepp ist wieder aus der Haft entlassen worden.

Starkenburg.

WSN. Darmstadt, 5.Okt. Nach Verhand« hingen mit den Vertretern der Landwirtschaft und des Handels wird ob kommenden Montag Der Milchpreis Der Stadt Darmstadt auf 32 Pf.

pro Liter festgesetzt.