Wirble ins Leben!
Roman von Anna Hink.
Urheber-Rechtsschutz durch Qkrlag Oskar Meister. Werdau, D.-A.
14. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Noch eine Bitte habe ich, meine Freunde", sagte Much, als beide vor ihm standen, um sich zu verabschieden, „ich möchte auf keinen Fall, daft die Geschichte irgendwie bekannt wird. Sprechen Sie zu niemand im rüber. Für mich gibt es nun mal nichts Fürchterliches als Klatsch und Skandal in Verbindung mit meinem Namen. Sie versprechen es mir, nicht wahr?"
„Aber das bedarf doch keiner Erwähnung. Wir werden schweigen wie ein Grab!"
„Ich danke Ihnen", sagte Much bewegt und driickte beider Hände. „Jetzt entschuldigen Sie mich, ich muh mit mir allein fein. Kommen Sie recht bald, einmal wieder."
Sie schüttelten sich die Hände, und Much zog Frau von dem Bergs gepflegtes Händchen galant an die Lippen.
„Wenn ich mir Frau Barbara so vorstelle, kann ich mir's gar nicht denken, das) sie ihren Mann derartig hintergeht", meinte Herr von dein Berg nachdenklich, als sie zusammen aus dem Haus traten. „Vielleicht hast du dich doch etwas getäuscht."
„Ich täusche mich nie in . solchen Dingen", gab seine Frau sehr selbstbewußt zurück. „Und im. übrigen könntest du gern etwas mehr Form und Korrektheit im Verkehr mit deiner Gattin auf- wenden. Herr Much ist dir darin entschieden bei weitem über."
Das letztere kam so spitz und anzüglich heraus, daß Herr von dem Berg es vorzog, keine weiteren Betrachtungen über Barbara Muchs Unschuld anzustellen. —
Bernhard Much las den letzten Bericht, den ihm Reginald Contius zugesandt hatte, ein paarmal sorgfältig durch.
Drei Tage war es erst her, das) Reginald fort» gefahren war, um Barbara zu suchen. Jeden Tag hatte er einen kurzen Brief an Much gesandt. Und immer war das Ergebnis seiner eifrigen Nachforschungen erfolglos gewesen.
Reginalds briefliche Berichte waren stets ganz fachlich und nüchtern gewesen, und trotzdem hatte es Much immer geschienen, als lese er zwischen
den Zeilen von dem tiefen Ku,inner, von 6er großen Niedergeschlagenheit Reginalds, da all sein Suchen zu keinem Erfolge geführt habe.
„Ich habe alle Behörden in weitem Umkreis in Kenntnis gesetzt von dem Verschwinden Frau Barbaras, aber es ist, als habe sie der Erdboden verschlungen", hieß es in Reginalds letztem Bries.
Much grübelte nach und runzelte die Stirn.
„Ist es denn überhaupt möglich, daß ein Mensch so spurlos verschwinden kann? Wir leben doch schließlich in einem geordneten Staate und nicht im finsteren Mittelalter", dachte Much mißtrauisch.
Und ihm fiel alles ein, was seine Bekannten ihm vorhin erzählt hatten. Ob sie doch recht hatten?
Dann vergegenwärtigte er sich Contius' ehrliches Gesicht, vor allem seine klaren, offenen Augen, und eine innere Stimme flüsterte ihm zu, daß ein Betrüger nicht so aussehen könne.
Gr griff nach Barbaras Bild, das immer aus einem Tischchen neben ihm stand, und betrachtete es aufmerksam und eingehend.
Es war eine gute Momentausnahme. Besser konnte man Barbaras bewegtes Gesicht nicht fest- halteu. Heiter und strahleiid schaute sie drein, ein kleines eigensinniges Lächeln um den feinen Mund. Und das schien zu sagen: Ihr kennt mich ja doch alle nicht recht.
Much vertiefte sich immer mehr in die Photographie.
Plötzlich klopfte es an der Tür.
Er stellte das Bild mit einem Seufzer auf feinen Platz zurück und rief: „HereinI"
Die Tür tat sich auf und Schwester Irene trat ein, wie immer liebenswürdig und offenbar in ihrer strahlendsten Laune.
„Darf ich Ihnen etwas Wein bringen?“ fragte sie Much und sah ihn besorgt an. „Sie gefallen mir gar nicht, Herr Much. So blaß und angegriffen waren Sie ja feit Tagen nicht."
Much konnte einen schmerzlichen Seufzer nicht unterdrücken.
Die Schwester war sofort bei ihm, rückte ihm, die Kissen zurecht und holte, ohne seine Zustimmung abzuwarten, ein Glas Wein.
Much machte eine müde, abwehrende Hand* bewegung.
„Das nützt auch nichts, liebe Schwester."
„Sie haben Sorge um Ihre Frau Gemahlin?" fragte sie scheinbar harmlos und teilnehmend.
„Wenn eS das allein wäre", entfuhr es Much, halb gegen feinen Willen.
„Wollen Die fich nicht lieber wieder legen, Herr Much?" fragte die Schwester und tat, als ob sie feine Bemerkung nicht gehört hätte.
Er trank hastig ein wenig von dem dargereich- ten Wein.
„Nein, nein", sagte er zerstreut, „ich bin wicht so müde, wie Sie denken. Kommen Sie, Schwester, holen Sie sich ein Glas und leisten Sie mir ein wenig Gesellschaft."
Bescheiden wehrte sie ab.
„Danke sehr, Herr Much. Ich glaube wirklich, es ist besser, Sie gehen ins Bett, damit das Fieber nicht wieder kommt." Und sie legte ihm besorgt ihre weiße gepflegte Hand auf die Stirn.
Much schloß einen Moment die Augen und überlief) sich dem seltsamen Reiz, der von dieser Hand ausging, er war einschläfernd und erregend zu gleicher Zeit.
Dann richtete er sich plötzlich auf, daß der Schwester Hand von seiner Stirn herabglitt, und sah. sie so forschend an, daß sie leicht errötete.
„Hören Sie, Schwester", begann Bernhard Much mit einem plötzlichen Entschluß, „ich möchte Sie gern etwas fragen. Ditte, sehen Sie sich hier in meine Nähe." Er wies auf einen Sessel, der etwas schräg vor feinem Lehnstuhl stand.
Die Schwester ließ sich wortlos auf dem bezeichneten Sessel nieder. Sie hatte die Hände in den Schoß gelegt und schien sie mit Hingabe zu studieren.
„Sehen Sie", begann Much mit leicht geröteter Stirn, „ich habe keinen Menschen, mit dem ich zur Zeit offen und — tote soll ich sagen -r- objektiv und nüchtern über eine bestimmte Angelegenheit sprechen kann. Sie haben mich so selbstlos und aufmerksam gepflegt — darf ich Sie mit einigen Fragen behelligen?"
Sie nickte nur zustimmend, und er fuhr fort:
„Sie wissen, daß meine Frau seit einigen Tagen spurlos verschwunden ist. Da ich selber noch krank war, bat ich Herrn Contius, der mir wirklich nahegekommen war, nach Barbara zu suchen."
Schwester Irene murmelte etwas wie „den Dock zum Gärtner bestellen", aber Much hatte in seiner Unruhe nicht genau hingehört.
„Wie meinten Sie?" fragte er höflich.
„Oh, gar nichts weiter", sagte die Schwester mit ihrem unschuldigsten Lächeln von der Welt. „Ich meinte nur, daß das vielleicht etwas uwvorsichtig war."
„Wieso?" fragte Much betroffen.
„Ich glaube, Herr Much, Sie erregen sich un
nötig. Es war nur eine dumme Bemerkung von mir", beteuerte Irene scheinheilig.
— ®ic me*ntcn etwas ganz Bestimmtes!" rief Much mißtrauisch.
„Ach, Herr Much, hätte ich doch lieber nichts Wecker gefaßt.“ Schwester Irene verstand es großartig, eine unschuldsvoll bekümmerte Miene aufzusehen. „Es war wahrscheinlich gar nicht so bös gemeint, wie es sich ausnahm", fuhr sie, fort und sah wieder vor sich hin.
„Ich will aber wissen, was Sie meinen", beharrte Much eigensinnig.
„Für mich als unbeteiligte Dritte ist diese ganze! Angelegenheit denkbar peinlich", murmelte die Schwester. „Erlassen Sie mir doch die Einzelheiten, die Sie nur unnötig aufregen und an. der unerfreulichen Sache nun doch nichts mehr ändern."
„Hören Sie, Schwester, ich sehe, Sie wissen, mehr als wir alle. Haben Sie Erbarmen und sagen Sie alles, was Sie wissen. Mit diesen! Andeutungen quälen Sie mich mehr, als Sic> mich zu schonen glauben!“ sagte Much mit großer Bestimmtheit. „Sie brauchen nicht zu befürchten, daß Sie selbst dadurch in ein schiefes Licht fom- men“, fuhr er eindringlich fort, als die Schwester eine abwehrende Gebärde machte. „Ich schätze Sie sehr und achte Sie hoch. DdS-sollten Sis doch wirklich wissen."
„Nun gut", begann sie zögernd. „Da Sie, Herr Much, es ausdrücklich wünschen, will ich darüber sprechen, obgleich es nicht meine Absicht war."
Sie machte eine kurze Pause.
Much sah sie erwartungsvoll an.
„Es war vor ein paar Tagen", fuhr sie fort. «Sie schliefen, und ich wollte in mein Zimmer hinaufgehen, um mir eine Handarbeit zu holen. Ich kam gerade an Herrn Contius Zimmer vorbei, als ich leises Lachen daraus hörte. Sie wissen, ich bin wirklich nicht neugierig, Herr Much. 3d) hätte wahrscheinlich auch nichts bemerkt, wenn mich der Ruf Frau Muchs: .Nein, nein, Reginald, das darfst du nicht', aufmerksam gemacht hätte. Die Tür war leicht angelernt, und ein kurzer Blick genügte, um zu sehen, was da vorging. Reginald hielt Frau Much auf den Knien und küßte sie, und sie schien auch trotz ihres vorherigen Ausrufes nichts dagegen zu haben, denn sie ließ es nicht nur geschehen, sondern erwiderte seine Küsse mit Hingabe."
Schwester Irene schwieg und beobachtete die> Wirkung ihrer Erzählung. Sie konnte zufrieden sein.
(Fortsetzung folgt.)
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