Ausgabe 
6.6.1930
 
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Krelsausschuh den Antrag stellen. Latz nach Lieser Richtung ein weiteres Verfahren eingeleitet wer­den müsse. Es müsse festgestellt werden, wer ge­fehlt und seine Pflicht nicht erfüllt habe und für den Schaden des Kreises verantwortlich zu machen sei.

Damit war die Aussprache über diesen Punkt der Tagesordnung beendet. Die Stelle eines Rechnungsrevisors wurde, wie bereits berichtet, mit Mehrheit abgelehnt.

Llm die poriotosten.

Bei dem KapitelAllgemeine Verwaltung" wandte sich Abg. S ch u d t, Gietzen (Deutsche Vp.). gegen die nut höheren Beträgen angesetzten Porto- und ^Lelegrammkosten und beantragte Zurückführung dieses Betrages auf den vor­jährigen Stand.

Oberregicrungsrat Ritzel widersprach diesem Anträge und betonte, daß das KreiSamt aus Ersparnisgründen jetzt nur zweimal wöchentlich Post abfchicke, bei der Annahme deS Antrages Schudt die Postabfertigung aber nur einmal wöchentlich möglich sein werde. Dadurch würden die Geschäfte sehr gehindert.

Bei der Abstimmung wurde der Antrag Schudt mit 14 gegen 13 Stimmen abgelehnt.

Oer Baukontrotteui-.

Zu dieser Position bemerkte Oberregierungsrat Ritzel, der Minister für Arbeit und Wirtschaft bestehe daraus, daß dem Gesetz genügt werde durch die umgehende Anstellung von Baukon- trolteuren. Zwecks Kostenersparnis habe der Mi­nister anheimgestellt, daß mehrere Kreise und Städte einen Baukontrolleur gemeinsam anstel­len. Die Kreisverwaltung habe den Anordnun­gen des Ministers natürlich Rechnung zu tragen und deshalb die Mittel von 2000 Mk. im Vor­anschlag vorgesehen. Wenn der Kreistag den Betrag streiche, werde der Minister den Posten aus dem Wege der Zwangsetatisierung vorsehen.

Abg. Klein, Klein-Linden (Landbd.) wandte sich gegen den Posten, der gerade jetzt, in der Zeit des Darniederliegens des Baugewerbes, überflüssig sei. Er- beantragte, wie in den Vor­jahren auch jetzt die Mittel zu streichen und die Baulcntrolle durch die Polizei und Gendarmerie vornehmen zu lassen.

Ein Antrag Klein wurde daraufhin mit 17 Stimmen angenommen und damit die Position gestrichen.

B.lebmg ter Bautätigkeit.

Oberregierungsrat Ritzel bemerkte bei der Beratung über die freiwilligen Leistungen des Kreises, dah die Kreisverwaltung 100 000 Mk. zur Belebung der Bautätigkeit zwecks Hebung des Wirtschaftslebens im Kreise Gietzen ein­gestellt habe. Der Kreis Gietzen sei bei der Bemessung der staatlichen Daudarlehen gegen­über anderen Kreisen viel zu gering berücksich­tigt. 3m Kreise seien etwa 100 Bauten wegen Geldmangels im Rohbau steckengeblieben. Die vorgesehenen Anleihemittel sollten auch mit zur Fertigstellung dieser Bauten verwandt werden.

Abg. Schudt-Gietzen (Deutsche Volksp.) sprach zugleich auch im Ramen des Landbundes und der übrigen bürgerlichen Gruppen seine Zustimmung zu diesem Anträge der Kreisver­waltung aus, der durchaus zu begrüßen sei.

Sodann beantragte er die Einsetzung einer Kom­mission, die neben dem Kreisausschuh bei der Vergebung der Baudarlehen aus diesen An- - leihemitteln mitwirken solle.

Um die Einsetzung einer solchen Kommission entspann sich eine längere Aussprache, in der sich die Abg. Be n n e r - Wieseck (Doz.), Hom­berg e r - Gießen (Soz.) und Deckmann -Gie­ßen (Soz.) dahin aussprachen, daß die Kom­mission unnötig und gesetzlich unzulässig sei, wäh­rend Oberregierungsrat Ritzel gegen eine be­ratende Kommission an sich nichts einzuwenden hatte und Abg. Schudt seinen Antrag wieder­holt verteidigte.

Schließlich wurde gemäß dem Antrag Schudt wie bereits berichtet die Einsetzung der Kommission beschlossen. Weiter wurde die eben­falls schon mitgeteilte Protest-Entschließung an die Regierung über die Bemessung der staat­lichen Baudarlehen angenommen, nachdem in der Aussprache die Abg. Be nn e r - Wieseck (Soz.) und Fenchel-Oberhörgern (Landbd.) sich für diese Erklärung ausgesprochen hatten.

Volkshochschule G cßen.

Die Kreisverwaltung beantragte, den Zuschutz an die Volkshochschule Gießen in Anbetracht chrer sördernswerten Arbeit von 100 auf 500 Mk. jährlich zu erhöhen. Oberregierungsrat Ritzel befürwortete den Antrag.

Abg. Huber, Grotzen-Buseck (Landbd.) wider­sprach diesem Anträge namens des Landbundes und beantragte, eine erhöhte Zuschußleistung an die Volkshochschule abzulehnen. 3n Grohen-Buseck habe sich die Volkshochschule durch ihre Arbeit alle Sympathien verscherzt. Wenn sie weiter so arbeite wie bisher, könne man sie nicht unter­stützen.

Abg. Schudt, Gietzen (D. Vp.), stellte der Gie­ßener Volkshochschule für ihre bisherige Arbeit ein gutes Zeugnis aus. Wenn sie ihre Arbeit dem Aufgabengebiet widme, für das sie da sei, verdiene sie die Unterstützung des Kreistages. Zu fordern fei allerdings, daß bis auf wenige Aus­nahmen die Vortragstätigkeit und Mitarbeit der Helfer der Volkshochschule unentgeltlich ge­leistet werde. Bei dieser Ausgabenbeschränkung werde cs auch der Volkshochschule besser gehen. Er sei für die Annahme des Antrages der Kreis­verwaltung.

Rachdem Oberregierungsrat Ritzel den Aus­führungen des Abg. Schudt zugestimmt halte, wurde der erhöhte Zuschuß an die Volkshochschule mit Mehrheit bewilligt.

Turnen, Sport und Spiel.

V. f. B.

Die Ligamannschaft empfängt an beiden Feiertagen auf dem V. f.B.-Plah Gäste aus dem Maingebiet, und zwar am Pfingstsonntag den F. C.Germania" 94 Frankfurt, am Pfingst­montag die Spielvereinigung 02 Franksurt-Gries- heim.Germania" 94 war schon öfters Gast beim V. f. D. 3hre in letzter Zeit gegen nam­hafte Gegner erzielten Resultate lassen er­kennen, dah sie eine respektable Spielstärke ihr eigen nennen. Der Gastgeber wird in stärkster Aufstellung antreten und sich strecken müssen, wenn er ein günstiges Resultat herausholen will. 3n der Spielvereinigung 02 Griesheim kommt eine Mannschaft, gegen die die V. f. D.-Els kaum Chancen für einen auch nur knappen Sieg haben sollte. Die Gäste haben in zahlreichen Spielen, zumeist gegen Mann- schasten der Dezirksliga, Ergebnisse erzielt, die ihr beachtenswertes Können deutlich unter Beweis stellen. Sie dürften, besonders was Spielkultur anbclangt, dem Gastgeber glatt überlegen sein. Die V.f.D.-Elf kann, wenn sie denselben Eifer und Siegeswillen aufbringt wie im Treffen gegen die Pokalelf des Fußballsportvereins, dafür sorgen, daß die Tordifferenz nicht allzu hoch ausfällt.

Die Ligareserve folgt am zweiten Feier­tag einer Einladuna des Sportvereins Drei- Hausen. Ucber ihr Abschneiden kann nichts vorausgesagt werden, da die Spielstärke des Gegners zu wenig bekannt ist.

Die dritte Mannschaft hat sich für den Pfingstsonntag der dritten des VfB.Kur - Hessen" Marburg zu einem Gesellschafts­spiel verpflichtet. Die Gießener V. f. B.-Elf wird gut tun, in stärkster Besetzung zu fahren, andern­falls sie dem Gastgeber den Sieg überlassen muh.

Die A. - H. - E l f steht noch in Unterhandlung mit der gleichen Dillenburgs, um evtl, an einem der beiden Feiertage auf dortigem Platz das Rückspiel auszutragen.

Recht viel borgenommen hat sich die erste Iugendmannschaft. Am ersten Feiertag steht sie in Frankfurt der Ila-Iugend des Fuß- ballvereins gegenüber. Da sie wahrscheinlich mit Ersah antreten muh, wird sie gegen den spiel­starken Gegner einen schweren Stand haben. Am zweiten Feiertag ist sie beim Fuhballverein Frankfurt-Eschersheim zu Gast, um dessen erster 3ugendelf ein fälliges Rückspiel zu liefern. Das Vorspiel endete mit einem 3:1-Sieg der VfB.er. Wenn sie vom Vortage nicht allzusehr ermüdet sind, sollte ihnen wenig­stens ein Unentschieden gelingen.

Die dritte Jugend fährt ins Dilltal. Wäh­rend sie am ersten Feiertag gegen die erste. Jugend von Sinn antritt, mißt sie am zweiten Festtage ihre Kräfte mit der Jugend des Bur­ger Sportvereins. 3n beiden Spielen wird es ihr schwerfallen, gegen die spielstarken Gast­geber aufzukommen.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

o. Die zweite Mannschaft trägt am ersten Feiertag das Rückspiel gegen Grün- bergs erste Elf aus. Die Begegnung findet in Grünberg statt, und ist es dabei sehr frag­lich, ob die Giehener das Dorspielresultat (Un­entschieden 1:1) wiederholen können, da die Dlauwcihen zur Zeit nicht in bester Verfassung sind und ihnen der mangelhafte Grünberger Platz sicher mehr zu schaffen macht, als dem Gastgeber.

Die dritte Mannschaft spielt am ersten Feiertag auf dem I900-Sportplah gegen die erste Elf des FuhballvereinsTeutonia" Elnhausen bei Marburg. Die Spielstärke der Gäste ist hier vollständig unbekannt, so daß über den Spielverlauf nichts im voraus zu sagen ist.

Cbensalls zu einem Rückspiel nach Grün- berg fährt am zweiten Feiertag 1900s dritte E l f. Gegner ist Grünbergs zweite Mannschaft. Auch hier endete das Vorspiel in Gießen un­entschieden (1:1). Für dieses Spiel gilt dasselbe, wie für das Treffen vom ersten Feiertag.

Fußball in Steinbach.

Am ersten Feiertag empfängt die erste Mann­schaft des Fußballsportvereins 1926 Steinbach die ßtga des Spiel- und Sportvereins Ehrings­hausen. Ob es den Einheimischen gelingt, die im Vorspiel erlittene 3:1-Schlappe wieder wett­zumachen, erscheint fraglich.

Am zweiten Feiertag hat Steinbach die Liga- reserve der Gießener Spielvereinigung 1900 zu Gast, die durch einige Ligaspieler verstärkt an­treten wird. Daß die Einheimischen in diesem Spiel keine Siegesaussichten haben, dürfte in An­betracht der derzeitigen bekannten Spielstärke der Blau-Weißen ohne weiteres im Bereich den Möglichkeit liegen. Für Steinbach gilt es nur, ein Werbespiel zu veranstalten.

Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.

ö. An Pfingsten (1. Feiertag) hat der Sport­vereinViktoria" Altendiez zu Rationalen Wett­kämpfen eingeladen. Da von den Kräften der Sp.°Vgg. 1900 an diesem Tage nur ein Teil zur Verfügung steht, wird man feine allzu großen Erwartungen hinsichtlich des Abschneidens der Spielvercinigungsvertretung hegen dürfen. 1900s Hauptstütze werden wieder die Mittelstreckler Bepperling und Peters fein. Daneben geht 3ung im Stabhochsprung Klasse III nicht ohne Chancen in den Kampf. Welche von den drei alsoffen ausgeschriebenen Staffeln (3 mal 1000 Meter, Olympische, Schwedenstaf.el) von den 1900cm bestritten werden, stand bei der Rieher- schrift dieser Zeilen noch nicht fest.

A.f.B. Leichtathletik.

Am ersten Pfingstfeiertag nimmt der VfB. an den Rationalen Wettkämpfen des Sportvereins Viktoria" 1911 Altendiez teil. Mohl bestreitet das Kugelstoßen und Diskuswerfen der 1. Klasse. Sein Abschneiden ist diesmal für ihn besonders bedeutungsvoll; wenn er die entsprechende Lei­stung aufbringt, wird er vom Westdeutschen Spielverband für den demnächst stattfindenden Vierverbandskampf im Kugelstoßen aufgestellt. Während Büttner über die 400 Meter der 2. Klasse geht, hat 3akob den Hochsprung der 2. Klasse belegt. Koch läuft 100 Meter und stößt Kugel in der 3. Klasse.

Der zweite diesjährige Iugendklubkampf findet am Pfingstmontag auf dem Waldfportplatz statt. Gegner der VfB.-Jugend ist die Ju­gend des VfL. Wetzlar. Schon im Vorjahre standen sich die 3ugendabteilungen beider Ver­eine zweimal gegenüber. VfB. verlor beide Klub­kämpfe.

Handball der Sp.-Vg. 1900.

6. Es ist der Spielvereinigung 1900 gelungen, für Pfingstmontag die Iunioren-Mannschast des S. C.Germania" Magdeburg hierher zu verpflichten. 1900 stellt den Gästen seine Iung- mannschast entgegen. Den Magdeburgern geht der beste Rus voraus. Die Spielvereinigungs­leute werden um eine Riederlage nicht herurn- kornrnen, man darf aber wohl Voraussagen, daß das Spiel nicht einseitig verlaufen wird. Dafür hat die Gießener Elf in ihrer Eigenschaft als erste Iugendrnannschast seither zu gute und auch konstante Leistungen gezeigt.

Handball im Turnverein 1846 Gießen.

Die 1. Iugendmannschaf t empfängt am ersten Feiertag die gleiche der Turngesell­schaft Offenbach. Die Gäste haben eine beachtliche Spielstärke und werden aller Vor­aussicht nach den Sieg mit nach Hause nehmen. Handball im Männerturnverein (O.T).

Am ersten Feiertag stehen auf dem Mtv.- Platz der ersten Mannschaft und der ersten Ju­gend des Männcrtumvereins die gleichen Mann­schaften des Turnvereins 1861 Reu-Isenburg gegenüber. Die Isenburger Mannschaft ist als spielstarker Gegner der Meisterklafse in der Frankfurter Gegend bestens bekannt. Die Gie- tzener Jugend kann, komplette Aufstellung vor­ausgesetzt, das Spiel unter älmständen mit einem knappen Resultat für sich entscheiden.

Radklub Germania 1899 Gießen.

Die 6er-Rasen-Radballmannschaft trägt am zweiten Feiertag vor dem Spiel der Ligamann­schaft des V. f. B. ein Gesellschaftsspiel gegen die 1. Mannschaft des Radklubs Teutonia Krofdorf aus.

Arbeiter Turn- und Sportbund.

Am Pfingstsamstagabend hat Wieseck! die erste Mannschaft Siegens zu einem Freund­schaftsspiel zu Gast. Die Gäste stellen eine flinke Mannschaft ins Feld. Wieseck wird sich an- strengen müssen, wenn es gewinnen will.

Wieseck! hat am ersten Feiertag die erste Mannschaft Steinaus in einem Freundschafts­spiel zu Gast. Auch dieser Mannschaft geht ein guter Ruf voraus.

WieseckIb tritt vor diesem Spiel gegen die erste Mannschaft Kinzenbachs in einem rück­ständigen Serienspiel an. Wieseck wird sich mäch­tig anftrengen müssen, wenn es gegen die Gäste, die in ihren letzten Spielen gute Leistungen zeigten, nicht unterliegen, und zwei wertvolle Punkte verlieren will.

Gießen Ib hat Kassel-Lichtenau zu Gast und wird alles hergeben müssen, wenn eS nicht unterliegen will.

Am zweiten Feiertag wird Steinau in Gießen weilen und gegen die hiesige erste Mann­schaft zu einem Freundschaftsspiel antreten. Die Einheimischen werden in diesem Spiel wohl ein kleines Plus haben.

Oer Kreiszuschuß zum Gießener Stadttheater.

Die Fraktion des Landbundes legte einen An­trag vor, nach dem der Antrag der Kreisver­waltung auf Gewährung eines einmaligen Zu­schusses von 3000 Mk. an das Gießener Stadt- theater abgelehnt werden solle.

Oberregierungsrat Ritzel bat um Ablehnung des Landbund-Antrags und wies darauf hin, daß das Gießener Stadttheater bei weitem nicht einen Zuschuß in dem Ausmaße erfordere wie anders Theater. Der gute Wille des Gießener Stadt-

theaters, seine Tätigkeit auch auf die Landorte auszudehnen, liege vor, damit auch die breite Bevölkerung im Kreise Gießen mehr von den Leistungen des Theaters habe. Der Zuschuß solle dazu dienen, den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Theaters im Hinblick auf die geplante Aus­dehnung seiner schauspielerischen Tätigkeit auf das Land eine bessere Grundlage zu bieten. Bei aller Sparsamkeitsverpflichtung müsse doch gesagt werden, daß der Kreis Gießen nicht so arm sei, daß er für das Gießener Stadttheater den er­betenen Zuschuß nicht aufbringen könne.

Abg. Sch u d t - Gießen (Deutsche Volksp.) un­terstrich mit voller Zustimmung den Standpunkt

deS Oberregierungsrats Ritzel. Er zog bann etrfe Parallele zwischen den Zuwendungen aus öffent­lichen Mitteln, die dem sog. Hessischen Landes- thcater in Darmstadt und dem Gießener Stadt- theater gewährt werden und der darstellerischen Tätigkeit dieser beiden Theater für Oberhessen, insbesondere für den Kreis Gießen. Er kam da­bei zu dem Schluß, dah eine finanzielle Beihilfe des Kreises Gießen zu dem Gießener Stadt­theater für den Kreistag durchaus vertretbar fei. Das Gießener Stadttheater sei auch ein außerordentlich billiges Kulturinstitut, bei dem man anerkennen müsse, daß es mit recht be­scheidenem Aufwand an Mitteln von dem neuen Intendanten Dr. Prasch auf ein sehr hohes künstlerisches Riveau gebracht worden sei. Das Gießener Stadttheater genieße im Reiche und darüber hinaus heute sehr großes. Ansehen. Auch gegen die Auswahl der Stücke sei bisher nichts einzuwenden gewesen. Der Redn?r -«wähnte in diesem Zusammenhänge den Zwischenfall in Als­feld bei der Aufführung des SchauspielsDie heilige Flamme" und betonte, dah dieses Stück ganz einwandfrei fei und eine ernste und gute Wirkung habe; die Kundgebung in Alsfeld hätte sich nur gegen eine jüdische Schauspielerin ge­richtet. Bei dem Schauspielbetrieb des Gießener Theaters werde in einer Weise sparsam Der- sahren, daß jedes Wort der Kritik sich erübrige. Ferner sei zu beachten, dah die älniversitäts- stadt Gießen doch auch ein Teil des Kreises Gießen sei und dah die Landbevölkerung doch auch Verpflichtungen gegenüber der Stadt habe. Das Giehener Stadttheater werde ja auch erfreulicherweise von zahlreichen Land­bewohnern gerne besucht, und jetzt sei die Thea­terleitung bereit, der Landbevölkerung auch in­soweit entgegenzukommen, dah sie plane, in eini­gen Städten des Kreises mit geeigneten Sälen Vorstellungen zu geben. -Sinter diesen älmständen sei es dringend notwendig und gerechtfertigt, dah auch der Kreis finanziell etwas für daS Giehener Stadttheater tue und ein entsprechen­der Betrag in den Voranschlag eingestellt sei. DerGiehener Anzeiger" habe die Anregung ge­geben, doch von der Einmaligkeit des Kreisen- schusses an das Giehener Stadttheater abzusehen und auch für die weiteren Jahre eine Beihilfe für diesen Zweck ins Auge zu fassen. Er (Red­ner) könne sich im Hinblick darauf, dah das Gie- hener Stadttheater in weitgehendem Mähe schon mit der Kreisbevölkerung verbunden sei, der erwähnten Anregung nur anschliehen, und er beantrage daher, das Worteinmalig" bei der Beschlußfassung über den Zuschuh wegzulassen. Bei den Voranschlagsberatungen der nächsten Jahre könne man ja immer noch prüfen, wieweit es möglich sei, auch vom Kreise dem Gießener Stadttheater eine Beihilfe zu gewähren.

Abg. Schmidt, Giehen (Wirtsch. Vgg.), be­grüßte gleichfalls die Anregung, von der Ein­maligkeit des Zuschusses abzusehen, _ und gab der Hoffnung Ausdruck, dah es möglich sein werde, auch weiterhin dem Giehener Stadtthea­ter eine Beihilfe gewähren zu können.

Abg. Bommersheim, Langsdorf (Land- bund) trat nachdrücklich für den Llblehnungsan- trag seiner Fraktion ein und erklärte, die Land­bevölkerung habe für Theatervorstellungen nur wenig Bedürfnis. Wegen Mangel an Mitteln und an Zeit könne das bäuerliche Landvolk das Theater nicht besuchen. Seine Fraktion könne den von der Kreisverwaltung beantragten Zu­schuß nicht bewilligen, denn sonst würde sie d e größten Vorwürse ton ihrer Wählerschaft be­kommen. Zwar schätze das Landvolk bie ©egmnvei der höchsten Kulturgüter, es bedauere aber das Versinken des grohen Kulturgutes der Kirche, und es könne auch aus diesem Grunde keine öffentlichen Gelder als Theaterzuschuh bewilligen. Aus diesen Erwägungen fei seine Fraktion gegen den Antrag.

Abg. Müller, Bellersheim (Landbund) unterstrich diese Ausführungen noch besonders und führte als weitere Erklärung für das man­gelnde Theaterinteresse der Landbevölkerung noch an, daß vielfach schlechte Bahnverbindungen den Besuch des Theaters von auswärts un­möglich machen.

Abg. Denner, Wieseck (Soz.) trat mit Rach- druck für die Bewilligung des Kreiszuschustes an das Giehener Stadttheater ein und wies darauf hin, dah die Vorstellungen des Giehener Thea­ters, insbesondere an Sonntagen, in sehr weit­gehendem Mähe von der Landbevölkerung besucht würden; in manchen Sonntagsnachmittagsvorstel­lungen bestehe die Besucherschaft zu zwei Drit­teln aus Angehörigen der Landbevölkerung.

Im weiteren Verlaufe der Debatte, der wesent­liche neue Gesichtspunkte nicht mehr ergab, traten Oberregierungsrat Ritzel und die Abgeordneten Schudt-Giehen (D.Dp.) und Hornberger Giehen (Soz.) für den Antrag der Kreisverwal- tung unter Fortlassung des Worteseinmalig" ein, während die Abgeordneten Bommers­heim - Langsdorf (Ldod.) und Fenchel-Ober- Hörgern (Ldbd.) mit Entschiedenheit den Land- bund-Antrag vertraten.

Bei der Abstimmung wurde bann, wie bereits berichtet, der Antrag der Kreisverwaltung auf Gewätznung eines Zuschusses von 3000 Mark an das Giehener Stadttheater für das Jahr 1930 an­genommen und dabei das Worteinmalig" ge­strichen.

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