Allgemeines ümformverbol in Bayern.
Zur Vermeidung blutiger Zusammenstöße radikaler Verbände und Wiederherstellung der öffentlichen (Sicherheit.
armee teilte mit, daß in den chinesischen Qtorb* Provinzen infolge Hungersnot über 200 000 Kinder seit 3 anuar dieses Jahres gestorben seien. 80 000 Frauen und Mädchen würden für je zwei oder drei Dollar verkauft, um aus dem Erlös Lebensmittel für die übrigen Familienmitglieder zu kaufen.
Das ltniersuchungsergebnis von Neuhöfen.
Berlin, 6.3uni (CAB.) Wie die „Germania" meldet, ist die Nachprüfung des Grenzzwischenfalls bei Neuhöfen so weit gefördert worden, daß bis Freitagmittag eine gemeinsame Veröffentlichung fertiggestellt werden dürfte, aus der einwandfrei hervorgeht, daß die deutschen Grenzbeamten nichts weiter als ihre Pflicht und Schuldigkeit ge- t a n haben, als sie die polnischen Grenzwärter verhafteten. Aller Voraussicht nach dürfte die ganze Aktion noch ein diplomatisches Nachspiel haben, da die Neichsregierung vor der Absendung ihrer Protestnote nach Warschau lediglich das Ergebnis der LIntersuchungsarbeiten abwarten wollte.
Oer Reparaiionsagent sammelt Orden ein.
Brüssel, 5. 3uni. (WTD.) Parker Gil- bert ist heute in Brüssel eingetroffen, um sich von den Mitgliedern der Negierung und den belgischen Persönlichkeiten, mit denen er während der Zeit seiüer Tätigkeit als Reparationsagent in Beziehungen gestanden hat, zu verabschieden. Parker Gilbert frühstückte bei 3aspar und wurde später von Hymans empfangen, der ihm die Insignien des G r o h o f f i - zierkreuzes des Leopold-Ordens überreichte. — 3n Paris ist dem ehemaligen Reparationsagenten von dem dankbaren Frankreich bekanntlich das Grohkreuz der Ehrenlegion verliehen worden.
Kunst und Wissenschaft.
Der 70. Geburtstag
des Staatsministers D. Dr. Schmidt-Ott.
Zu Ehren des Präsidenten der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft S. Exzellenz des Staatsministers D. Dr. Schmidt-Ott, der sein 70. Lebensjahr vollendet hat, hatte der erste Vizepräsident und der Vorsitzende des Hauptausschusses der Notgemeinschaft, die Geheimen Räte Professoren Dr. W. von D y ck und Dr. Fr. v. Müller, in das Hotel Adlon zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. 3m Verlaufe der Feier überreichte der Reichsminister des Innern Dr. Wirth im Auftrage des Reichspräsidenten den Adlerschild der deutschen Republik.
Die Glückwünsche des Reichstags überbrachte Professor D. Dr. Schreiber. Für die preußische Staatsregierung sprach Kultusminister Grimme. Der badische Gesandte Honold gratulierte im Namen der Hochschuloerwaltungen der deutschen Länder. Professor Tillmann (Bonn), der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Hochschulen übergab die Stiftungsurkunde für eine <5 d) m i b t • D11 * Stiftung von gegenwärtig 1 40000 Mark. Hofrat Professor Dr von Wett st ein, Präsident der Wiener Akademie der Wissenschaften, gab die Ernennung des Jubilars zum Ehrendoktor der Philosophie der Wiener Universität bekannt. Das Vorstandsmitglied des Stifterverbandes der Notgemeinschaft Dr. von Staust überreichte im Namen der Kaiser-Wilhelm- Gesellschaft und sechs anderer Gesellschaften das von Professor Samberger gemalte Porträt des Jubilars. Die Universitäten Gießen und Innsbruck ernannten das Geburtstagskind zu ihrem Ehrensenator.
Der Villa-Romana-Preis für einen Münchener Bildhauer. 4
Der Verein Villa Romana, eine Gründung von Max Klinger und des Verlagsbuchhändlers Dr. Georg H i r z e l, hat in diesem Jahre den Villa-Romana-Preis dem Bildhauer Josef Hensel m a n n aus München auf Vorschlag des Deutschen Künstlerbundes verliehen. Der Preis besteht in der Gewährung von Wohnung und Atelier für die Dauer eines Jahres in der in Florenz gelegenen Villa Romana, sowie einem Darpreis von 2000 Mk.
Aus aller Welt.
Pfingskurlaub des Reichspräsidenlen.
Der Herr Reichspräsident hat Donnerstagabend mit dem fahrplanmäßigen Zuge 7.34 Alpr vom Bahnhof Friedrichstraße Berlin v e r l ass e n und sich nach seinem Besitz N e u * deck, Westpreuhen, begeben, wo er über Pfingsten verweilen wird.
Das Seddiner Kleinluftschiff in der Ostsee untergegangen.
Trotz aller Bemühungen ist es nicht gelungen, das Drddiner Kleinluftschiff, das wegen Motorschadens auf der Ostsee niedergehen muhte, zu bergen. Das Luftschiff ist in den Wellen versunken und dürfte endgültig verloren sein, da das Wasser an der Alnfallstelle sehr tief ist. Die drei Insassen des Luftschiffes konnten von einem deutschen Dampfer gerettet werden.
Tagung
der mittleren Post- und Telegraphenbeamten.
Der Reichsbund der mittleren Post- und Telegraphenbeamten hat in D ü s s e l d or f seinen 17./18. Bundestag abgehalten. Die Einleitung der aus allen Teilen des Reiches besuchten Tagung bildeten Vorträge über die Lage und über die Aufgaben der mittleren Beamten der Deutschen Reichspost sowie über das in Aussicht genommene Aus- aabensenkungsgesetz, an die sich eine mehrstündige Aussprache anschloß, in der die Abg. Fahrenbach, Torgler und Lucke sowie Vertreter anderer Parteien die Lage des Reichs, der Wirtschaft und des deutschen Volkes beleuchteten und den Wünschen der mittleren Beamtenschaft baldige Erfüllung wünschten. Der Bundestag faßte eine Entschließung, in der es u. a. heißt: Der Bundestag gibt der Ansicht Ausdruck, daß zur Befreiung aus der derzeitigen Finanznot des Reiches alle leistungsfähigen Schichten des Volkes herangezogen werden müssen, daß aber die mittlere Beamtenschaft der Deutschen Reichspost zu diesen Schichten nickt gezählt werden könne. Bei der Suche nach Mitteln, der Finanznot des Reiches zu steuern, darf unter keinen Umständen zu Gehaltskürzungen ufro. der Beamten, ganz
München, 5. Juni (TA.) Aus Anlaß der politischen Ausschreitungen der letzten Zeil hat die bayerische Regierung ein verbot von Kundgebungen in Uniformen erlassen. 3n einer amtlichen Mitteilung heißt es, das bayerische Staatsminislerinm des Innern hat mit Anordnung vom 5. Juni mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres für das ganze Land alle diejenigen Versammlungen unter freiem Himmel, insbesondere Aufzüge, Aufmärsche, Propagandamärsche und Kundgebungen verboten, an denen sich Mitglieder von politischen Vereinigungen ober von Schutzeinrichtungen oder Vereinigungen in einheitlicher Art der Kleidung (Uniformen, Bundeskleidung), beteiligen. Den Anlaß zu dieser Anordnung geben die zahlreichen Zusammen st öhe von Angehörigen verschiedener politischer Richtungen, die im Laufe der letzten Monate rote im übrigen Reiche so auch in Bayern vorgekommen sind. Diese bedauerlichen Ausschreitungen haben ihren Grund in den scharfen politischen Meinungsverschiedenheiten. Den äußeren Anstoß dazu bildet aber in der Regel der Umstand, daß die politische Gesinnung durch äußere Anzeichen zum Ausdruck gebracht wird, häufig hat schon die bloße Begegnung uniformierter Gruppen zu Zusammenstößen geführt. Auch bei den besten polizeilichen Vorbereitungen müsse damit gerechnet werden, daß Ausschreitungen erfolgen. Ls bleibt nach den gemachten Erfahrungen nichts übrig, alsdenäuherenAn- la ß zu diesen Vorkommnissen zu beseitigen. Versammlungen unter freiem Himmel, Auszüge und Kundgebungen usw. o h n e die Beteiligung von Uniformierten sind nach rote vor gestattet.
München geht mit gutem Beispiel voran.
Mit diesem Alniforrnverbot des bayerischen Innenministeriums ist der Versuch unternommen worden, eine Frage zu lösen, die in der Oeffentlichkeit viel erörtert worden ist. Immer wieder kam es bei den Aufmärschen und Kundgebungen besonders der radikalen Verbände zu Zusammenstößen, die zahlreiche Blutopfer gefordert haben. Es fragt sich nun,
WHP. Darmstadt, 5. Juni. In der Donnerstagssitzung des Hessischen Landtags wird die Aussprache zum Polizeietat fortgesetzt.
Abg. Reiber (Dem.) wünscht auch Sparsamkeit im Kleinen bei der Polizei. Der Abbau könnte um 40 Stellen verringert werden, wenn die reinen Verwaltungsstellen nicht mit Polizeibeamten oder Angestellten beseht werden. Die Altersgrenze für Majore und höhere Offiziere könnte ruhig auf 60 Jahre, bei Oberleutnanten und Hauptleuten auf 55 Jahre erhöht werden. Beim Landeskriminalamt ist die Arbeitseinteilung mit der Kriminalpolizei bei der Staatsanwaltschaft immer noch nicht durchgeführt. Ein Polizeirat ist da außerdem zu viel. Wir haben den Eindruck, daß es bei der Landespolizeischule an der praktischen Revierausbildung noch mangelt. Alm schlagkräftig zu fein, muß die Polizei so stark wie mög- l i ch gehalten werden, und der einheitliche Staatsgedanke muh vom untersten bis zum höchsten Beamten gehen. Nationalsozialisten und Kommunisten haben in der Polizei nichts verloren.
Abg. Kunkel (D. V.) dankt der Regierung für das seinerzeitige Eingreifen bei den Wormser Alnruhen. Für Worms, das in einer unruhegefährdeten Gegend liege, genüge nach der Räumung das Tlebersallkommando nicht. Sämtliche Kriminalbeamte, die im Jahre 1924 die Kriminalsekretärprüfungen abgelegt haben, müssen endlich den Beamten des unbesetzten Gebietes gleichgestellt werden.
Innenni Nister Leuschner
stellt fest, daß angesichts der bestehenden Vereinbarungen mit der Entente den Wünschen des besetzten Gebietes nicht entsprochen werden könne. Einer weiteren Verminderung der Personenzahl oder Schwächung der maschinellen Einrichtungen der Polizei werde ich unter keinen Umständen zustimmen. 3n Preußen betragen die sachlichen Ausgaben der Polizei 25 Prozent bei 75 Prozent Personalausgaben, in Hessen 10 Prozent bei 90 Prozent Personalausgaben. Unter keinen Almständen kann daher noch mehr gespart werden, ohne die Schlagkraft zu gefährden. Die Laufbahnrichtlinien dürften bald herauskommen. Das Landeskriminalpolizeiamt hat sich vorzüglich bewährt. Die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft wird neu geregelt werden. Der Sonderdienst ist nötig, weil auf die körperliche und sportliche Ausbildung der Polizei nicht verzichtet werden kann. Aus die kriminalistische Ausbildung der Gendarmerie wird größter Wert gelegt. Die Alni - sormschneiderwerkstatte haben wir aus ganz bestimmten Erwägungen eingerichtet. Die Alniformen sind billiger, weil mit Spezialarbeitern gearbeitet wird. Jedenfalls muß es uns überlassen bleiben, im Einzelfalle aus Zweckmäßigkeitsgründen einmal eine andere Regelung, als sie das Handwerk wünscht, zu treffen.
Dos Handwerk hat mit einem unserer Aufträge für Stuhllieferungen an die Polizei unerhörten Mißbrauch getrieben. Die Stühle, die die Polizei geliefert bekam, sind nicht in Hessen, nicht einmal in Deutschland hergestellt wor-
besonders der völlig unzulänglich besoldeten mittleren Post- und lelegraphenbeamten, geschritten werden: Das Besoldungsgesetz von 1927 wird vor allem von den Assistenten mit ihrem Endgehalt von 2700 Mark als eine unverdiente und völlig unverständliche Alngerechtigkeit empfunden und hat in ihren Reihen wirtschaftliche Not und Verschuldung zur Folge gehabt. Der Bundestag erwartet mit aller Bestimmtheit, daß alsbald
ob die übrigen LLnderregierungen bereit sein werden, den von der Regierung in München eingeschlagenen Weg zu beschreiten. Wir glauben nicht, daß die Handlungsweise der Bayern überall Sympathien auslösen wird. Es wäre jetzt an Preußen, den bayerischen Feldzug zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung wirkungsvoll zu unterstützen. In Berlin wird man aber wohl kaum große Lust verspüren, ebenfalls mit einem Dernonstrations- oder Alniforrnverbot zu arbeiten, nachdem man sich nach dem Rücktritt des Kabinetts Müller beeilt hatte, die Almzugs- sreiheit wiederherzustellen. Das Alniforrnverbot läßt sich aber nicht umgehen, wenn man ernsthaft die öffentliche Sicherheit wiederherstellen will, weil sich immer wieder ergeben hat, daß die meisten Zusammenstöße nur dann erfolgten, wenn uniformierte Gruppen sich trafen. Mag man auch über die „bayerische Ordnungszelle spotten soviel man will, der Erlaß der bayerischen Regierung hat jedenfalls gezeigt, daß sie auch vor unpopulären Maßnahmen nicht zurück- schrickt, wenn es gilt, erträgliche Zustände im Lande zu schaffen.
Blutige Kommunisteu- demonstration in Berlin.
Schießerei am Friedrichshain.
Berlin, 5. Juni. (CNB.) Eine von den Kommunisten einberufene „Elendedemonstra- t i o n" hat zunächst leichtere Reibereien und später etwa gegen 20 Uhr ernstere Zusammen- stöße mit der Polizei zur Folge gehabt. Die Kundgebung selbst, die um Val Uhr an der Schloßfreiheit abgehalten wurde, verlief unter geringer Beteiligung ruhig. Die ersten Reibereien erfolgten bei dem Abzug der Demonstranten, als die Polizei einen Teilnehmer des Zuges festnehmen wollte. Es entwickelte sich ein Handgemenge. Die Demonstranten versuchten die Polizeikette zu durchbrechen, was ihnen nicht gelang. Sie zogen sich daraus in den Friedrichshain zurück, wo es zu erneuten Zwischenfällen kam. Die Polizeibeamten wurden von den Demonstranten mit Steinen beworfen und mit Stöcken geschlagen. Die Beamten griffen zum Gummiknüppel und mußten, als aus einem Gebüsch plötzlich zwei Schüsse abgefeuert wurden, von der Schußwaffe Gebrauch machen. Insgesamt sind zehn Personen ins Krankenhaus eingeliefert worden, davon sind zwei durch Schüsse schwer verletzt.
den, sondern in Estland und Finnland und haben nur einer Schröpfung der Staatskasse durch die betreffenden Alnternehmer gedient. Für die AI n t e r b r i n g u n g der Versorgungsanwärter werden Erleichterungen angestrebt. Selbstverständlich werde ich nicht zu- lassen, daß in der Polizei kommunistische oder nationalfoziallstifche Agitation getrieben wird. Ich werde jeden, der einen solchen Versuch macht, entfernen und ihm einen entsprechenden Denkzettel geben. Denn die Polizei soll so bleiben wie sie ist, gut und schlagfertig und allen Aufgaben gewachsen. Bei dem immer stärker hervortretenden politischen Rowdytum hat die Polizei es sehr schwer. Sie hat aber ihre Aufgabe gut gelöst und in besonders schwierigen Fällen, wie Worms und Rüsselsheim ihren Mann gestanden. Es drängt mich, der Polizeibeamtenschaft dafür meinen herzlichen Dank auszusprechen.
Zu Kapitel 39 (Aerztlicher Dienst) fordert Abg. D o n a t (Dem.) Abkehr von dem System der Gemeindeapotheken. Er wünscht ferner Durchführung der demokratischen Anträge zu Kapitel 40 (Tierärztlicher Dienst) und zu Kapitel 41 (Hebammen-Lehranstalt in Mainz), die mit dem Gießener Institut bereinigt werden solle.
Abg. Glaser (Landb.) wünscht Verbot der Privatpraxis der Amtsärzte und Herausnahme der Hausschlachtungen aus der beabsichtigten obligatorischen Trichinenschau.
Abg. Eckler (Zentr.) wünscht Auskunft über die geplanten Maßnahmen zur Bekämpfung der Tuberkulose.
Ministerialdirektor Reitz teilt mit, daß demnächst Konzessionen für zwei bis drei Apotheken erteilt werden. Die bisherige Art der Nebenbeschäftigung der Amtsärzte habe zu keinen Klagen geführt. Nebenverdienst über 1500 Mark fliehe in die Staatskasse.
In der Abstimmung werden die Ausschußbeschlüsse zu Kapitel 31 (Provinzial- und Kreisverwaltung) mit der Ermächtigung zur Einleitung der Kreisreform, Kapitil 33 (Polizei und Gendarmerie) bestätigt.
Abgelehnt wird die Erhöhung der Altersgrenze der Verwaltungsoffizere der Polizei, ebenso die Aufhebung der staatlichen Schneiderwerkstätte für die Bereitschaftspolizei. Kapitel 34, 37, 39 bis 41 finden Annahme.
Zu Kapitel43 (Alic e°S t ist) protestiert Abg. Reiber (Dem.) dagegen, daß die Regierung entgegen dem Beschluß des Finanzausschusses die Leitung der Anstalt einem Derwaltunasbeamten und keinem Pädagogen übertragen hat. Abg. Winter (Z.) und Abg. Birnbaum (DD.) schließen sich dem Vorredner an. Innenminister Leuschner weist darauf hin, daß dort der Lehrer nur während der Schulzeit anwesend ist und es sich um eine Pflegeanstalt handelt. Die getroffene Regelung ist durchaus zweckmäßig, da die ärztliche Leitung dem Amtsarzt übertragen wurde. Zu der Frage sprechen noch die Abg. Werner (Rats.), Reiber (Dem.), Axt (VRP.), Hammann (Komm.) und Frau Heraeus (Dntl.). Innenminister Leuschner erklärt, daß in der Anstalt der Achsstundentag eingeführt sei.
Beratung auf Freitag 10 Uhr vertagt.
die Besoldung der Assistenten zum mindesten derjenigen der preußischen Assistenten angegli- chen wird.
Maschinengewehre für den Kaiser von Abessinien?
Mit einer eigentümlichen Angelegenheit beschäftigt sich im Augenblick die an der f r anzö- sisch-schweizerischen Grenze gelegene Zollstation von S t. L o u i s, die am Dienstag
Der Wheielat im Hessischen Landtag angenommen
ein von Basel kommendes Auto zu verzollen hatte, das als Luxuswagen verzollt: und von einer Baseler Expeditionsfirma über Antwerpen an den Kaiser von Abessinien expediert werden sollte. Als man dia Kiste öffnete, fand man Wohl ein Auto darin^ das mit einem Luxuswagen aber nur die öiett Räder gemeinsam hatte. In Wirklichkeit handelte es sich um einen schweren Lastwagen, der für die Aufmontierung von Kanonen kleinen Kalibers sowie Maschinengewehren eingerichtet ist. 3n einigen Kisten, als deren Inhalt auf der Liste Ersatzteile angegeben waren, fand man. Schnellfeuergewehre, die übrigen Kisten sollen erst im Beisein eines Angestellten der Baseler 5trma geöffnet werden.
Verhinderte Zroangsvollslreckung.
In Nindorf bei Lamstedt (Kreis "Nerchaus a. d. Oste) wurde durch die bäuerliche Bevölkerung die Durchführung einer Zwangsvollstreckung verhindert. Als zwei Vollstreckungsbeamte mit zwei Landjägern in einem Kraftwagen erschienen, u m Vieh und Landwirtschaftsgerät, das gepfändet worden war, abzuholen, und nach Stade zu bringen, sanden sie die Strahe vor Nindorf aufgerissen. Außerdem war ein Hindernis errichtet. Dahinter standen die Nindorfer Bauern mit Ackergerätschaften in drohender Haltung. Ein zweiter nach Nindorf führender Weg war gleichfalls gesperrt. Die Beamten konnten die Abholung daher nicht durchführen und muhten u m k e h r e n. Die Pfändungen waren seinerzeit erfolgt, weil die Nindorfer Landwirte sich ge». weigert hatten, Abgaben an einen Entw äs s e- rungsverband zu leisten, von dem sie nur Nachteile gehabt zu haben behaupteten.
Wahlbeslechung.
In der Gemeinde Erkenschwick bei Reckling-, Hausen war vor einigen Monaten der K o m munist Weinert zum Gemeind e Vorst eher gewählt, aber von der Aufsichtsbehörde wegen seiner zahlreichen Vorstrafen nicht bestätigt worden. Bei der einige Wochen später erfolgten Wiederholung der Wahl wurde zum allgemeinen Erstaunen der Zentrumskandidat mit elf Stimmen gewählt, trotzdem die Bürgerlichen nur über zehn Stimmen gegenüber elf Stimmen der Linken verfügten. Es stellte sich heraus, daß der kommunistische Gemeindevertreter Weinert seine Stimme verkauft und sich dafür von dem Milchhändler Pieper 1 0 0 0 Mark hatte zahlen lassen. Vor dem Recklinghäuser Erweiterten Schöffengericht wurden nun Weinert und Pieper wegen aktiver bzw. passiver Wahl- bestechung zu je drei Monaten Ge - s ä n g n i s unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren verurteilt. Nach Dekanntwerden des Airteils hat der damals gewählte Gemeindevorsteher Rektor H ö p p e, der mit der Bestechung nichts zu tun hatte, in einem Schreiben an den Landrat aus Reinlichkeitsgründen seinen Rücktritt an» gezeigt.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Der Luftdruck ist zwar infolge der kräftigen Erwärmung allgemein etwas gefallen, jedoch bleibt die Witterung Deutschlands vorerst unter dem Einfluß hohen Druckes. Der Kern des Hochdruckgebietes hat sich etwas südöstlich verlagert. Durch die aus ihm ausfliehenden Luftmassen ist in Deutschland die trockene kontinentale Ost- luftzufuhr erhalten geblieben, was auch zunächst die Fortdauer des schönen Wetters bedingt.
Wettervorhersage für Samstag: Meist heiteres, tagsüber heißes und trockenes Wetter.
Witterungsaussichiten für Sonntag: Außer vorübergehender Gewitterneigung noch keine wesentliche Aenderung.
Lufttemperaturen am 5. Juni: mittags 21,7 Grad Celsius, abends 14,4 Grad: am 6. Juni: morgens 17,5 Grad. Maximum 23,8 Grad, Minimum 7,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm* Tiefe am 5. Juni: abends 25 Grad, am 6. Juni: morgens 16,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 15 Stunden.
Resseroeklerdlenst.
G armisch - Partenkirchen. 10 Grad, gestern warmer Tag, Südwestwind, halb bis ganz bedeckt, gestern teils heiter, teils wolkig.
Baden-Baden: 15 Grad, gestern warmer Tag, Ostwind, Witterung heute morgen» heiter bis halb bedeckt, gestern meist heiter.
Westerland auf Sylt: 15 Grad, gestern warmer Tag, Südwestwind, heute heiter bis halb bedeckt, Witterung seit gestern teils heiter, teils wolkiK.


