Nr. 131 Erstes Blatt
180. Jahrgang
Aeitag, 6. Jun! 1930
(Erlittet lüg l,ch, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die 3nu|tricrte
Giehener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Schalle
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Das zweite Deckungsprogramm des Reichskabinetts.
Beitragserhöhung m der Arbei slosenversicherung um 1 Prozent, aber Reform der Krankenversicherung. — Reichshlfe der festbesoldeten Beamten und privatangestellten von 3-4 Prozent der Einkommensteuer. — Sonderbesteuerung der Ledigen.
Berlin, 5. Juni. (Icl.-lln.) Amtlich wird milgeteilt: Das Reichskabiuelt trat unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning heute zu feiner letzten Sitzung vor Pfingsten zusammen. Die mehrwöchigen Beratungen der Reichsregierung über die Arbeitslosen Versicherung und die übrigen mit der schwierigen wirtschasks - und finanzpolitischen Lage zusammenhängenden Fragen wurden in der heutigen fiabi- nettssihung z u Ende geführt. Das Reichskabinett beschloß die Reform der Arbeiks- losenversicherung in weitgehender Anlehnung an die Beschlüsse des Vorstandes der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung jedoch mit der Maßgabe, daß der Beitrag von 3% auf 4% v. k). erhöht wird. Die wesentlichen Aenderungen im Gesetz, darunter die Beitragsfesksehung sind b i s 31. März 1931 begrenzt. Line Entlastung der Wirtschaft soll durch gleichzeitige Vorlage eines Gesetzes über die Reform der Krankenversicherung angeftrebl werden.
Sodann verabschiedete das Kabinett die weiteren Gesetzentwürfe, die den Ausgleich der Ausgaben auf sozialem Gebiete und der Mindereinnahmen des Haushalts zu decken bestimmt sind, nämlich ein Gesetz über die vorübergehende Reichshilfe durch die Fe st besoldeten im öffentlichen Dien st und in der Privatwirtschaft. Das Gesetz sieht auch einen Beitrag aus den Tantiemen der Aussichtsräte vor, ferner einen Sonderbeitrag in höhe von 10 v. h. der Einkommensteuer der Ledigen. Dazu tritt ein durch Kürzung der Steuerfrlsten in der Zigarettenindustrie für das lausende Jahr zu beschaffender Betrag, der mit einer Verlängerung der Kontingentierung für die Zeit bis zum 1. April 1932 verbunden ist. hierdurch wird zusammen mit den durch nochmalige Durchprüfung des Haushalts 1930 herbeizuführenden Ersparnissen ohne neue, die Wirtschaft belastende Steuern eine volle Deckung des Haushalts gefunden werden.
Das Kabinett beschäftigte sich sehr eingehend mit em Kernproblem der gegenwärtigen wirlschafts- und Finanzlage, dem nicht in ausreichendem Tempo stattfindenden Absinken der Arbeitslosigkeit. Es legt entscheidendes Gewicht auf die wieder- einbeziehung von Arbeitslos en in den Wirtschaftsprozeh durch (Einleitung größer er, den wirtschaftlichen Rotwendigkeiten entsprechenden Arbeiten. Die Reichspost wird in der nächsten Zelt eine umfangreiche Auftragserteilung über das bisher vorgesehene Maß hinaus vornehmen. Mit der Reichsbahn werden morgen die eingelcitetcn Verhandlungen mit dem Ziel fortgesetzt, sie gleichfalls in die Lage zur Vergebung dringender Aufträge zu versehen, verschiedene Wege hierzu erscheinen gegeben.
Der Kleinwohnungsbau an denjenigen Orlen, an denen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ein dringendes Bedürfnis bejaht werden kann und an denen gleichzeitig besonders große Arbeitslosigkeit vorliegt, wird durch zur Verfügungstellung zusätzlicher Mittel gefördert werden. Es ist im laufenden Jahre der weitere Bau von 35000 bis 40000 Wohnungen vorgesehen, welcher bis 150 000 Bauarbeitern Arbeitsgelegenheit verschafft. Das Kabinett Hal die Vorlegung eines Gesetzes beschlossen, das den Reichsarbeitsminister zu allgemeinen Anordnungen ermächtigt, durch welche die zweckmäßige Verwendung der zur Verfügung gestellten Mittel und tragbare Mieten für die minderbemittelte Bevölkerung sichergestellt werden. Diese Grundsätze sollen bereits bei der Vergebung des zusätzlichen Bauprogramms Anwendung finden. Dabei wird der oom Kabinett für die Wirtschaft im ganzen als notwendig angesehene Gesichtspunkt einer herab- fetjung von Kosten und Preisen für das Gebiet der Bauwirtschaft mit Rach- brutf verwirklicht werden. (Ein allgemeines 5 f r a - henbauprogramm, das den notwendigen Ausbau des vorhandenen Rehes vorsieht, ist in Aussicht genommen. Die Beschaffung der Mittel wird vorbereitet.
Das Kabinett trat alsdann in eine Beratung über die Möglichkeit einer allgemeinen Senkung der Produktionskosten und Preise ein. Diese Beratungen werden nach Pfingsten fortgesetzt. Die Sitzung des Kabinetts schloß mit der Prüfung der vom Reichsfinanzminister oorgeleglen Aus- gabenfentungs- und Spargesehe. (Es erklärte sich mit ihren Grundzügen einverstan- den. Line zweite Lesung und Beschlußfasiung über die Einzelheiten wird in einer Sitzung unmittelbar nach Pfingsten stattfinden.
Ein amtlicher Kommentar.
Günstigere Gestaltung der Reichseinnahmen.
Berlin, 5.3uni. (CAD. Eigene Meldung.) 3n Berliner politischen Kreisen bezeichnet man als die beiden wichtigsten Beschlüsse, die das Reichskabinett heute in der Deckungsfrage gefaßt hat, die Heraufsetzung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung um 1 v. H. und die »vorübergehende Reichshilfe" der Festbesoldeten (so lautet letzt der Ausdruck für das sogenannte Rotopfer). Die verhältnismäßig starke Erhöhung des Beitrages für die Arbeitslosenversicherung wird allerdings erheblich ausgeglichen durch die beabsichtigte Herabsetzung der Krankenkassenbeiträge, die nach Ansicht des Reichsfinanzministers, der bekanntlich Spezialist für diese Fragen ist, als durchaus möglich und tragbar erscheint.
Die Reichshllse der Fe st besoldeten wird zunächst für d i e drei zukünstigen Quartale des Ltatsjahres, also vom 1. Juli ab, erhoben werden. Da sie nicht nur die Beamten, sondern auch die privatange- (teilten ersaht, wird sie verhältnismäßig niedrig sein und etwa 3 bis 4 Prozent von der jetzigen Einkommen st euer ausmachen, praktisch gesehen, beträgt die Einkommensteuer für diese Schichten in Zukunft also 10z statt 10 Prozent. Für die Ledigen kommen dazu noch weitere 10 Prozent der Einkommensteuer oder 1 Prozent des steuerpflichtigen Einkommens, so daß der Sah für sie 116 ausmacht. Der Besteuerungszuschlag für Tantiemen von Aussichlsratsmitgliedern soll erheblich hoher liegen.
(interessant ist an den Beschlüssen des Reichskabinetts besonders auch die Feststellung, daß die Erhöhung der Arnsahsteuer, die man erwartet hatte, nicht erfolgt. Dabei ist in der amtlichen Mitteilung ausdrücklich unterstrichen, daß die heutigen Kabinettsbeschlüsse d a s G l e i chge wich t i in H a u s ha l t v o l l - kommen wiederher st eilen. Beachtenswert ist ferner, daß die Balancierung ohne Anleihen oder Veräußerung von Reichs besitz erfolgt. Pläne dieser Art bestehen offenbar nur für die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung durch Belebung des Daumarktes, Ausbau des Straßennetzes usw. Die 'Behandlung dieser Fragen im Kabinett zeigt schon, daß die Reichsregierung auch die Aktion der Llnternehmer und der Gewerkschaften mit sehr starkem (Interesse verfolgt und unterstützt.
In der heutigen Sitzung kamen übrigens auch die Schätzungen der Reichseinnahmen wieder zur Sprache, die erfreulicherweise sehr viel günstiger laufen, als man erwartet hatte. Ebenfalls rechnet man damit, daß die Mindereinnahme im letzten Monat das 47-Millionen- Dcfijif vom April nicht erreicht. Auch die Ein- nahmen der Reichspost haben sich wesentlich gebessert.
Die parlamentarische Erledigung der heutigen Kabinettsbeschlüsse wird natürlich noch einige Schwierigkeiten machen. Sie werden in unterrichteten Kreisen aber nicht als so schwerwiegend angesehen, daß daraus für das Kabinett irgendwelche Konsequenzen entstehen. Den Grund dafür sieht man vor allem darin, daß die Beschlüsse des Kabinetts keine neuen Steuern über die bisherigen Projekte hinaus enthalten, und daß die vorübergehende Reichshilfe nicht einseitig auf die Beamt n beschränkt bleibt. Mit der Erledigung dieser Fragen durch das Kabinett beginnt politisch die eigentliche Pfingstpause. Der Reichskanzler wird am Freitag zu einem kurzen Erholungsurlaub nach Mitteldeutschland reisen.
K'üik der presse.
Wo bleiben die Maßnahmen zur Aus« gabendrosielung?
Berlin, 6. 3uni. ($11.) Zum neuen Deckungsprogramm, das in der Donnerstagssitzung oes Reichskabinetts verabschiedet wurde, nehmen nur wenige Blätter Stellung. Die „D. A. Z." sagt, wer vom Standpunkt der 3dee einer durchgreifenden Reform des öffentlichen Ausgabenwesens das sogenannte Deckungsprogramm unter die Lupe nehme, werde feststellen müssen, daß nicht einmal der erste Schritt getan werde, der eine grundlegende Aenderung herbeiführen könnte. Ob der Etat durch die vorgeschlagenen Maßregeln notdürftig balanciert werden könne, hänge weniger von der schwankenden Finanzpolitik ab als von der Frage, ob sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in ihren Besprechungen zur Behebung der Wirtschaftskrise einigen könnten. — Der „Vorwärts" bezweifelt, ob sich für die Deckungsvorschläge eine Mehrheit finden werde. — Von einigen Blättern wird besonders darauf hingewiesen, daß in der amtlichen Mitteilung an einigen wichtigen Punkten, die für die Gesamtbeurteilung wichttg sind, die entsprechenden näheren Zahlenangaben fehlen. Rach der ,.B ö rs e nz ei tung" verlautet, daß sich die Höhe des Rotopfers bzw. der „Reichshilfe" auf etwa 3 bis 4 Prozent des Einkommensteuerbettages belaufe. Die in der amtlichen Mitteilung erwartete volle Deckung des Haushalts- fehlbettages durch das Programm beruhe dem Vernehmen nach u. a. auf den inzwischen wesentlich günstiger sich gestaltenden Steuereingängen und Po st einnahmen, die im Monat Mai beinahe die geschätzte Höhe erreicht haben sollen. — Rach dem „Loka l- a n z e i g e r" verlautet, daß die „Reichshllse" bis 8ur Sanierung der Arbeitslose n- vers icherung erhoben werden soll. — Wenn das zuttäse, dann würde cs sich nach Auffassung des „Lokalanzeigers" praktisch nicht um eine vorübergehende, sondern um eine dauernde Sonderbelastung eines Teiles des Mittelstandes zugunsten der Arbeitslosen handeln.
Die preis- »nd LohnsenkunMiion bet Mrischafi
Günstiger Stand der Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften
Berlin, 6. Juni. (TA.) Zu den Verhandlungen, die in letzter Zeit zwischen den Unternehmern und den Gewerkschaften slattgesunden haben, wird dem „vorwärts" aus Kreisen der Freien Gewerkschaften erklärt, gegenwärtig werde sowohl im Lager der Arbeitgeber wie innerhalb der Spihen- organifalionen der Gewerkschaften über neue Vorschläge verhandelt. Ob diese Vorschläge aber nach p f i n g st e n zu neuen Verhandlungen zwischen beiden Wirlschaftsgruppen führten oder ob jede Gruppe mit ihren Vorschlägen gesondert an die gesetzgebenden Körperschaften heranttelen werde, sei noch eine offene Frage.
Diese Erklärung der Gewerkschaften scheint etwas überholt zu sein. Der vom Reichsoerband der Industrie und der Vereinigung der Arbeitgeberverbände eingesetzte Ausschuß hat sich inzwischen auf ein Programm zur Preissenkung geeinigt Die gemeinsamen Beratungen mit den Gewerkschaften sind daher wieder möglich geworden. Ueber den Inhalt der Vorschläge wird von beteiligter Seite SlillfPweigen bewahrt. Es wird aber betont, daß das (Ergebnis außerordentlich erfreulich fei und auf einen erfolgreichen Abfchluß der Verhandlungen mit den Gewerkschaften hoffen lasse. Die Arbeitgeber haben die Führer der Gewerkschaften für 3reifagoormittag 11 Uhr zu einer neuen Besprechung gebeten. Die Gewerkschaftsführer, soweit |
ste nicht von Berlin abwesend find, haben diesem Zeitpunkt zugestimml. Diese Beschleunigung roirÖ als ein Beweis für den Ernst der Bemühungen gewertet, die solidarische Aktion der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zur Ueberwindung der Wirtschafts- und Arbeitslosenkrise so schnell wie möglich wirksam zu machen.
Weiler fordert der handel, der an den bisherigen (Erörterungen nicht beteiligt war, jetzt seine Einschaltung in die Besprechungen. Die hauptgemeinschafl des Deutschen Einzelhandels Hal dem Reichsverband der Deutschen Industrie mifgefeilf, daß sie eine Teilnahme des Einzelhandels an den Maßnahmen zur Lohn- und Preisregelung für unbedingt geboten erachte.
Mansfeld endgültig stillgelegt
Berlin, 5.3uni. (Priv.-Tel.) Die Mans - selber Bergbau AS., das einzige deutsche Kupferbauunternchmen. hat seine Belegschaft von 14000 Mann entlassen müssen. Der Stilllegung dieses Unternehmens, die durch den Sturz des Weltkupferpreises erzwungen worden ist, gingen längere Verhandlungen zwischen den Betriebsräten und der Betriebsleitung voraus. Da der Lohnanteil wie die Mansfeld-Verwaltung mitteilt, 75 Prozent des Gesamterlöses beträgt, war an eine Sanierung ohne Herabsetzung der Löhne
nicht zu denken. Rachdem anfänglich die Bettiebsräte bereit waren, in eine 15prozen- tige Lohnsenkung zu willigen, sch.ug die Stimmung nach dem Eingreifen der Gewerkschaften um. So mußte es geschehen, daß im Eislebener Bezirk einschließlich der Familienmitglieder und der kleinen Gewerbetreibenden, die von der Bergbaubevölkcrung leben, ungefähr 70 000 Menschen in Rot geraten. Es handell sich hier um ein Schulbeispiel, wie die deutsche Wirtschaft, die unter internationalenDeprcssions- erscheinungen leidet, durch ein starres Lohnsh st em allmählich zugrunde gerichtet wird. Der Fall Mansfeld ist für die wettere Entwicklung ein Menetekel. Hoffentlich ist aus allen Seiten, sowohl bei der Lohn-, als auch bei der Preisfrage die Erkenntnis vorhanden, daß so mit den Werten der deutschen Wirtschaft nicht weiter verfahren werden darf.
Der Arbeitsminister entscheidet über den Schiedet pruch Nordwest.
Berlin. 5. 3uni. (TA.) Wie die Telegra- Phen-Anion erfährt, sind die Rachverhandlungen zum Zwecke der Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches für die nordwestdeutsche Eisenindustrie nach fünfstündiger Beratung am Donnerstagabend ergebnislos abgebrochen worden. Die Entscheidung liegt jetzt beim Reichsarbeitsmini st er, der darüber befinden wird, ob der Schieds- spruch für verbindlich erklärt wird. Eine amtliche Verlautbarung über die Verhandlungen ist für Freitag in Aussicht gestellt.
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,Gras Zeppelin^ auf dem Heimweg nach Deutschland.
M a b r i b, 5. Juni. (WTB.) Das Luftschiff „Gros Zeppelin" ist nach glücklicher Fahri über ben Ozean heule nachmittag 17.05 Uhr (18.15 MEZ.) in 5 e- oillaglattgelanbet. Der Aufenthalt von nur 20 Minuten diente ber Aebernahme ber Passagiere unb ber Post. Um 17.25 Uhr ist bas Luftschiff zur weiterfahrt unb Rückkehrnach Deutfdjlanb wieder gestartet.
Beim Luftschiffbau ging folgenber Funkspruch bcs „Graf Zeppelin" ein: 2t uf flieg Sevilla 17.25 Uhr MEZ., Gibraltar st raße passiert. Sehr starker Sübwinb. Regen. Jehl klar. Leichter Sübost. Stanborf 21 Uhr MEZ. 0,4 Grab 38 Minuten West, 35 Grab 57 Minuten Rorb. ft u r s 0 ft. Graf Zeppelin.
(Ein späterer Funkspruch besagt: 2 Uhr MEZ.: Oeftlid) von (Earfagena.
Heue Kämpfe bei Peschawar.
Aufstand ber Afridis.
London, B. Juni. (WTD.) Der Times meldet aus Peschawar: (Eine aus mindestens 7000 bis 14 UDO Mann bestehende Streitmacht der Afridis befindet sich im Anmarsch auf das 11 Kilometer südwestlich von Peschawar gelegene Fort Sara. Es handelt sich meist um junge Krieger, die rote und schwarze Fahnen mit sich führen. Die Langsamkeit ihres Vorrückens scheint darauf hin^udeuten, daß sie sich über ihr endgültige« Ziel noch nicht klar sind. 3ndessen ist diese Bewegung unter den Afridis, die sich bisher an den Anruhen im Bohmand-Gebiet nicht beteiligt haben, beunruhigend. Die Behörden haben bereits Maßnahmen ergriffen, um ein weiteres Dorrücken der Abteilung zu verhindern.
Spät abends bewarfen britische Militärflieger das Lager der Afridis mit Bomben, während Kavallerie, 3nfanterie und Artillerie die Straße nach Bara hielt. Eine Kavalleriebrigade ist zur Verstärkung der Truppen aus Risalpur herangezogen worden. „Times" schreibt, es sei jedoch nutzlos, die Tatsache zu verheimlichen, daß der Vormarsch auf Peschawar ein v o ll- kommen neuesStadium darstelle, das voller Möglichkeiten sei.
Bürgerkrieg in China.
Schwere Hungersnot in den Nordprovinzen
London, 6. 3unt (WTB. Funkspruch.) .Daily Telegraph" berichtet aus Peiping (Pe- nng): 3n Tsinansu, der Hauptstadt der Provinz Schantung, wo 1928 die Riedermetzelung der 3apaner statttand, herrscht Panik. Die Stadt wird jetzt von den Truppen der Rcrn- krnger Regierung gegen die Heere i r olrchen Verbündeten gehal- t en. Die Verteidiger haben die Brücke übet teilweise zerstört. Aber eD ttt den Angreifern gelungen, an einer änderest ©teile überzusetzen. Die auswärtigen Ge- ^udtschaf ten in Peiping haben von bet- • $arteien Schutz für ihre Lands leute rn Tsinanfu gefordert. Die 3apaner bringen chre Staatsangehörigen in Tsinansu zu ihrem Schutz rn Konzentrationslager. Ein in Australien aus China eurgettoffener Beamter der Hells-


