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Len. Dieser Feststellung schloß sich insbesondere auch der Abgeordnete G r z i m e k ' entgegen seinen früheren Informationen nach dem Er­gebnis der Aussprache an. Aeichstagsabgeord- neter L e m m e r machte u. a. Mitteilung über den sozial-republikanischen Kreis innerhalb der Partei, der versuchen will, junge Menschen aus der deutschen Jugendbewegung und der aktiven Iugendgeneration für die programmatische Hal­tung und Zielsetzung der Demokratischen Partei aufzuschließen.

Aach mehrstündiger Aussprache wurde ein­stimmig bei mehreren Stimmenthaltungen fol­gende Entschließung angenommen:Der Parteivorstand der Deutschen Demokratischen Partei billigt das Verhalten der Aeichs- tagsfraktion bei den Abstimmungen im April. Der Parteivorstand hat zu der Aeichstagsfrak- tion und zu dem demokratischen Reichswirt­schaftsminister das Vertrauen, daß sie in der jetzigen Kombination die Grundsätze der Partei wahren und aus deren etwaiger Verletzung mit Entschiedenheit die Folgerungen ziehen werden." Der Parteiausschuh der Demokratischen Partei wird am 25. Mai in Halle zu einer Tagung zusammentreten.

Die Frankfurter Demokraten gegen die Mitarbeit im Kabinett.

Frankfurt a. M., 5. Mai. (WTB.) Der Gesamtvorstand des Frankfurter Demokratischen Vereins hat folgende Entschließung an die Reichs­tagsfraktion und den Reichsparteivorstand der Demokratischen Partei gerichtet:

1. Wir bedauern, daß die demokratische Reichstagsfraktion und das demokratische Ka­binettsmitglied nicht in der Lage gewesen sind, ihren Einfluß gegen die unheilvolle Agrar- und Steuerpolitik sowie andere reaktionäre Schritte der Regierung Brüning gel­tend zu machen, und daß sie. wenn sich dies als unmöglich erwies, nicht den Entschluß gefunden haben, sich alsbald wieder von einer Regie­rungsfront Drüning-Treviranus zu trennen. Wir ersuchen die Reichstagsfrartion, bei der ersten Zumutung, die sich mit demokratisch-repu­blikanischen Grundsätze und einer gesunden Wirtschafts- und Finanzpolitik nicht vereinbaren läßt, diese Trennung von der Regierung Brüning zu vollziehen.

2. Wir sind der Auffassung, daß weder durch eine Fusion der Demokratischen Partei mit der Deutschen Volkspartei, wie sie öffentlich vorgeschlagen worden ist, noch durch ihre Par­lament arif^e Arbeitsgemeinschaft oder irgend welche ähnliche Vereinbarungen eine wirksamere Vertretung demokratischer, sozialer und liberaler Grundsätze geschaffen werden kann. Der Reichsparteivorstand sollte Vorsorge treffen, daß nicht Verhandlungen einzelner Parteimit- ?lieber die selbständige Alt ionsfähig- eit der Partei gefährden.

Gegen den neuen amerikanischen Zolltarif.

Erschwerung des Außenhandels.

. Reuhork. 5. Mai. (WTB.) Die Morgen­blätter bringen sämtlich auf ihrer ersten Seite einen Aufruf, der von über 1000 in Washington versammelten Aationalökon omen unter-

zeichnet ist, die 46 Staaten und 179 Universi­täten und Hochschulen vertreten. Der Aufruf ersucht den Kongreß. die Tarifvorlage ab- z u l e h n e n. bzw. den Präsidenten, die Vorlage nicht zu unterzeichnen, da der Tarif in der vorgesehenen Gestalt weite Kreise der Ver­einigten Staaten schädige, ohne der amerika­nischen Industrie zu helfen. Der Aufruf bezeich­net es ferner als eine Ironie, daß die Regie­rung einerseits die Förderung der Aus­fuhr erstrebe, während sie anderseits den Außenhandel, durch einen Tarif erschwere, der die herrschende Arbeitslosigkeit nicht zu bessern vermöge, dafür aber die amerikanischen Auslandanlagen gefährde und sicherlich Ver­geltungsmaßnahmen des Auslan­des veranlassen werde.

Personalwechsel im C saß.

Berlin, 6. Mai. (Priv.-Tel.) Die französi­sche Regierung hat ganz plötzlich die beiden Prä­fekten von Straßburg und Colmar ab- berufen, so plötzlich, daß einer von ihnen seine Absägung erst aus der Zeitung erfuhr. Im ganzen Lande zerbricht man sich den Kopf dar­über, was diese Maßregel zu bedeuten hat. Die Vermutung eines Kurswechsels läge nahe, da die beiden abgebauten Präfekten stramm i m nationalistischen Fahrwasser segelten. Aber derartige Vermutungen haben unter dem Kabinett Tardieu sehr wenig Wahrscheinlichkeit für sich. Viel eher ist anzunehme^ >ah die Pa- rrser Regierung über die Mißer > ihrer bis­herigen Vertreter siehe das Anwachsen der autonomistischen Bewegung und den mißglückten Colmarer Prozeß entsetzt ist und nun mit neuen Männern das gleiche Ziel ver- folgen ttnlL Womit sie freilich kein Glück haben mirfte. Der Augenblick, wo Frankreich Elsaß- ^ottzrcnyen hatte gewinnen können, ist durch Llngeschick und Plumpheit verpaßt.

Gin neues Programm der elsässischen Autonomisten.

Daris 5. Mai. (WTB.) Die in Straßburg ^^^Ä?^Mche ElsH.Lothringer ZeS söffenMcht einen Bericht über die erste ®%8ierten beider autonomistischen ^Richtung Roos und der Richtung Zahlet, die vor fünf Monaten ein ge rutzelle!^ ssA r t" n s p r o g r a m m auf- batten, lieber dieses Pro- ®tnt9Un9 erzielt worden. In der gestern angenommenen Entschließung heißt es ^nerfennung der Mutter- Amnestierung und L°8pd11ung der Opfer Polin- r n toleranz, noch immer sehr un­vollkommen durchgeführt seien. Beide auta. nomistischen Richtungen würden des^^gsich d e n K amp f f or tsetze n , um ten elfafi-totS ^gischen Volk die Freiheit zu verscÄK, A die Sieger deS letzter Krieges alsGrmMm^ d^ neuen Völkerrecht bezeichneten, SfrlE ^^Ureichen Ländern verwirklicht wo^ Autonomie sei an die Spitze sämtlicher Forderungen zu stellen. 9 96

Die nächsten Aufgaben des Aeichskabinelis

Reichskanzler Or. Brüning entwickelt sein

Dortmund, 5. Mai (WTB.) Auf dem Pro­vinzialparteitag der westfälischen Zentrumspartei führte Reichskanzler Dr. Brüning u. a. aus: Das Kassensanierungsprogramm ist angenommen; doch werden wir in kürzester Frist uns immer wieder in der Regierung den Kopf zerbrechen müssen, wie wir die Sanierung der Arbeitslosen­versicherung durchfuhren.

Ich glaube im übrigen, daß man im deutschen Volke doch in sehr starkem Maße einsieht, daß nach der Demission des Kabinetts Müller die Zeit zum handeln endlich gekommen sein muh und nicht zum ewigen verhandeln, da über dem Verhandeln der Kredit Deutschlands nach der finanziellen und politischen Seite unter­miniert worden wäre. Das Parlament, wenn es Sinn hak. ist nicht dazu da. Agitationspolitik der Parteien zu treiben, sondern das Parlament ist dazu da. Verantwortung zu übernehmen für das ganze Volk, für feine Zukunft.

Wir haben ein Interesse an der Konsolidierung der Dinge auf lange Sicht. Wir werden uns bemühen, ein Programm aufzustellen und unter allen Umstün­den zur Annahme zu bringen, das die Grundlage für die Wiederaufwärtsentwicklung des deutschen Volkes in den nächsten fünf Jahren bringen muß.

Die Versuche in den Produktionsländern der neuen Welt, unter allen Umständen, wie wir be­fürchten mit staatlicher Unterstützung, in nächster Zeit um jeden Preis Getreidemengen nach Europa zu bringen, zwingen Deutschland zu außerordent- lichen Maßnahmen. Was wir gemacht haben in der Zollpolitik, sind Schutzmaßnahmen gegen Ucberraschungen. Was der Landwirtschaft not tut, ist nicht die Hoffnung auf übermäßige Preise, son­dern die Erwartung auf stabile Preise auf lange Sicht. Das ist das wichtigste Moment! Es ist nicht so, als ob die Maßnahmen der Reichs­regierung etwa eine einseitige Bevorzugung des Großgrundbesitzes ober des- östlichen Grundbesitzes bezwecken. Wir stehen vor der Tatsache, daß die Kaufkraft der Landwirtschaft sinkt, und das Ar­beitslosenproblem wegen der Gefährdung der Exi- stenz der Landarbeiter nicht nur nicht gemildert, sondern sogar verschärft wirb.

wir müssen helfen im Rahmen eines weil aus- schauenden und konstrukkiven Programms. |

Programm.

nicht etwa durch ausschließliche Subvention von den Teilen des Grohgrundbesihes. der wirt- schaftlich nicht gehalten werden kann, sondern auch durch die Vergrößerung von kleinbäuerlichen und mittleren Betrieben und durch Förderung der neuen Ansiedlungen, wir haben das größte Interesse daran, daß in den meist menschenarmen Gegenden des Ostens durch eine verantwortungsvolle Gesamtpolitik eine gesunde Siedlungspolitik für die Zukunst gesichert wird.

Linser Programm gilt nicht einseitig für den Osten. Was wir wollen, ist, durch ein langfristi­ges Programm die Wirtschaft schrittweise zur Erholung zu bringen, um dem Problem der Arbeitslosigkeit aus den innerpolitischen und wirtschaftlichen Verhältnissen heraus Herr zu werden. Schulden dürfen in Zukunft von den öffentlichen Körperschaften nicht mehr so wie in der Vergangenheit gemacht werden. Daß wir in dem entscheidensten Augenblick unserer Geschichte nach Paris gehen mußten zu Ver­handlungen über den Dawesplan, in einem Augenblick, wo unsere Schuldenlast 6 bis 8 Mil­liarden Mark betrug, und damit die Möglichkeit geschaffen war, jeden Tag in Deutschland die größte wirtschaftliche finanzielle Katastrophe her­beizuführen. darin liegt die Schuld der Ver­gangenheit. Es ist besser, den Mut zu haben, im entscheidenden Augenblick auch etwas LIn- populäres zu tun, als die Dinge aufzuschieben und schließlich zur Katastrophe treiben zu lassen. Die Regierung muh den Reichstag vor neue Auf­gaben stellen. Die Regierung muß füh­ren, muß für die Vorlagen kämpfen und sich dafür einsetzen. Man behauptete, als ich Frak­tionsführer wurde, ich sei Iungkonservativ. Dazu muß ich sagen, daß ich überzeugter An­hänger eines guten Parlamentarischen Systems auch schon vor der Revolution gewesen bin und mich mit diesen Dingen eingehend beschäftigt habe. Wenn aber die Parteien nicht in ihrer Mehrheit bereit sind, die Konsequenzen dieser verfassungsmäßig -verankerten Demokratie zu ziehen und die Verantwortung, die eine solche Demokratie jedem einzelnen auferlegt, wirklich zu tragen, so ist das für ein Land gefährlich.

Siegerwalds sozialpolitisches Programm.

Oie Bekämpfung der Arbeitslosigkeit das dringendste Problem.

D o r t m u n d, 5. Mai. (WTB.) Reichsarbeits- nunifter Dr. Stegerwald führte auf dem westfälischen Provinzialparteitag des Zentrums u. a. aus: Lieber die Finanzpolitik von Reich, Landern und Gemeinden herrscht in Deutsch­land nur wenig Klarheit, die Steuerpolitik hängt in Deutschland enger als in anderen Ländern mit der allgemeinen Wirtschaftspolitik und der Ar- beitslosenfrage zusammen. Wir sind zunächst ein kapitalarmes Land geworden, früher hat­ten wir innerhalb Deutschlands Steueroasen. Diese Stellen sind beseitigt. Dafür haben wir aber heute sehr viel schlimmere Steueroasen in Europa. Daneben entstehen in der Schweiz in Holland, in Dänemark Dachgesellschaften, t>0^ *2° aus großzügig deutsche Llnternehmungen und Konzerne geleitet und selbstverständlich auch versteuert werden. Mit deutschen Gesetzen ist diesen Erscheinungen nicht beizukommen. Inter­nationale Steuervereinbarungen kommen nicht zu- stande, weil ihnen die begünstigten Staaten nicht ^ustimmen. Bei solcher Gesamtlage bedeutet die Beibehaltung oder gar eine weitere Erhöhung der Einkommens- und Vermögenssteuer eine v e r stä rkte Kapitalabwanderung von Deutschland und damit eine Vermehrung der Arbeitslosigkeit. Daher ist gegenwärtig einer sozialeren Gestaltung des Steuerwesens von der Einnahmenseite her nicht beizukommen. Das ist nur möglich durch Verringerung der Ausgaben. Die letzten Steuern haben teil­weise größere Llnzufriedenheit ausgelöst. Trotz­dem konnten sie im wesentlichen nicht anders gestaltet werden.

Auf dem Gebiete der Sozialpolitik haben wir uns in Deutschland, insbesondere in der nächsten Zeit, mit den zwei Fragen zu beschäftigen, wie verringern wir die Zahl der Arbeitslosen und wie versorgen wir jene, die wir nicht in den Produktionsprozeß einbeziehen können. Das Iahr 1930 wird neben 1926 das größte Arbeitslosenjahr werden, das Deutsch- and je gehabt hat. 1929 hatten wir durchschnitt­lich 1,275 Millionen Arbeitslose, 1930 werden %lr, uns auf 1,5 Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt einrichten müssen. Die Poli- tik des Iahres 1930 wird sich erst stärker 1931 auszuwirken beginnen. Die Sanierung der Ar­beitslosenversicherung muß noch vor den

Sommerferien erfolgen, wenn nicht die müh­sam in Ordnung gebrachten Etats und damit die deutsche Wirtschafts- und Kreditpolitik erneut völlig durcheinander gebracht werden sollen. Im ganzen spitzt sich die Frage der Sozialversiche­rung dahin zu, wieviel wollen die im Produk­tionsprozeß stehenden Arbeiter von ihrem Lohn an jene abgeben, die vorübergehend oder dauernd aus dem Produktionsprozeß ausscheiden? Dar­über muß in absehbarer Zeit im politischen Leben zwischen Arbeitgeber und Arbeiter eine Ver- standigung möglich sein. Mit dem Iahre 1931 durfte ein wesentlicher Rückgang der Ar­beitslosigkeit und damit eine Erleichterung der Wirtschaft zu erwarten sein.

Bei der Krankenversicherung wird durch Zuruckbrangung ber Bagatellsachen und durch Neu- orbnung ber Arztfrage und des Arzneiwesens D e r- b l l l i g u n g herbeizuführen versucht werben. Bei ber Unfallversicherung wirb den Arbeitern eine verstärkte Mitwirkung bei Erlaß ber Unfalloer­hutungsvorschriften unb bei ber Uebn'wachung ihrer Durchführung einzuräumen sein. DieJnvaliben- oerslcherung steht im Jahre 1933 vor einer Krise. Dann wird ihre Ausgabe höher als bie Ein­nahmen. Auch werben in absehbarer Zeit Beiträge und Leistungen für bie besser bezahlten Qualitäten arbeiter denen ber Angestelltenoersicherung ange­glichen werben müssen, wie auch für bie älteren Ar­beiter, bie nicht mehr bem Probuktionsprozeß ange- gliedert werben können, Erleichterungen zum Bezug ber Altersrente geschaffen werben müssen. Die bafür benötigten Mehraufwenbungen müssen in der Haupt- fache durch Ersparnisse in anberen Der- slcherungszweigen unb durch eine Der- einfadjte unb verbilligte Verwaltung gewannen werben. Im übrigen sehe ich in den näch­st?" fahren in ber Sozialversicherung nicht bas Kernstück ber Sozialpolitik, sonbern in folgendem:

1. Es muß alles aufgeboten werden, um bie Ar- gliebern" Wlel)er bPU Produktionsprozeß einzu-

2. Es sind durch eine entsprechende Wirtschafts­und Steuerpolitik die Voraussetzungen für eine aktive Reallohnpolitik zu schaffen.

. 3- ®9. -st das Arbeitsrecht vorwärtszubringen, insbefonbere das Arbeitsvertraqs- und Tarifver- tragsrecht. '

Gdingen bedroht Danzig

Polens Wirtschaftspolitik im Kampf gegen den deutschen Osten.

Berlin 5. Mai. (Priv.-Tel.) Es ist 6e- tannt, daß die Absichten der polnischen Wirt­schaftspolitik seit langem darauf hinausgehen den Seeverkehr über den Hafen von Gdingen zu leiten, den Polen mit einem Riesenaufwand an Kosten trotz der Llngunst

Lage ausbaut. Die alteHanse- stUdt Ranzig hat hierdurch trotz des scheinbaren Aufschwunges ihres Umschlagsverkehrs bereits getoaltigen Schaden erlitten, weil näm­lich der Wert der Danzig passierenden Waren gegenüber den früheren Iahren und der Vor- lt gewaltig gesunken ist. Bis M liegen, die Dinge noch so, daß beide Häfen Lnhmn polnische Wirtschaft eine besondere Be­lieben? ^ben, Swnal Danzig betriebswirtschaft- ttch und technisch Gdmgen stark überlegen ist. h8 nur eine Frage der Zeit, daß Polen dazu übergehen wird. Gdingen in einen ?emäß^a?/e7n^ ^lneinzuführen, der sich natur- a Hein gegen Danzig richten wird rnLL6 wirtschaftlichen Mitteln versucht staates XÄnaIe Selbständigkeit des grei- n öu unterhöhlen.

21 u^fAm J?1 bat Edingen einen unerhörten S J.n 9 genommen. Im Iahre 1924 trat 8 iUm erstenmal als Llmschlagshafen in Erschei­

nung. Während des englischen Grubenarbeiter­streikes stiegen seine Handelsziffern sprunghaft an. Die Ausfuhr über Gdingen, die im Iahre 1924 nur 9000 Tonnen betragen hatte, belief sich 1926 bereits auf 400 000, 1927 auf 900 000, 1928 auf 1 765 000 und 1929 auf fast 2,5 Millionen Tonnen. Gdingen hat damit etwa ein Drit­tel des jetzigen LImsatzes von Danzig erreicht (wobei die Einfuhr dieses polnischen Hafens eine verhältnismäßig geringere Rolle spielt), aber es hat Königsberg und Stockholm und eine ganze Reihe anderer Ostseehäfen bereits bei weitem überschritten. Die ersten Monate des Iahres 1930 lassen erraten, daß sich der Llmschlag in Gdingen gegenüber dem Iahre 1929 ungefähr nochmals verdoppeln wird.

Hierbei ist besonders bemerkenswert, bah die Steigerung der polnischen Einfuhr über Gdingen sehr stark heraufging, obwohl die Gesamteinfuhr des polnischen Staates sich infolge der wirtschaftspolitischen Maßnahmen im Anfang des Iahres 1929 erheblich senkte. Daraus geht hervor, wie stark sich das Schwergewicht des polnischen Handels von Danzig auf Gdingen I Aehnlich liegen die Dinge übrigens

hinsichtlich der Ausfuhr. 2lbsolut gesehen ist I äUxic dir Ausfuhr über Danzig im letzten Iahre

auch gestiegen, aber in einem viel geringeren Maße als die über Gdingen. Die polnische Wirtschaftspolitik tut auch alles, um die Spesen für den Handel über Gdingen möglichst niedrig zu halten, um diesen rein polnischen Hafenplatz gegenüber dem deutschen Danzig in jeder Weise zu begünstigen. Lim so höher ist der nationale Abwehrwille der Danziger einzuschätzen, die diesen schweren Kampf in dem vollen Bewußtsein führen, daß sie einen Posten des deutschen Volkstums im Osten zu verteidigen haben. Deshalb dürfen auch die Blicke aller Deutschen, wenn sie sich jetzt auf die besondere Rotlage des Ostens richten, nicht an Danzig vorüberschwei­fen, das im schweren wirtschaftlichen und natio­nalen Abwehrkampf gegen die polnische Lleber- fremdungsgefahr und gegen die wirtschaftlichen Drosselungsabsichten der polnischen Politik steht.

polens Millionen für Aus­landspropaganda.

Berlin, 5. Mai. (Priv.-Tel.) Dem polni­schen Außenminister Zaleski ist ein kleines, aber recht unangenehmes Mißgeschick passiert: der polnische Sejm hat ihm nicht nur die hübsche Summe von zwei Millionen Zloty von seinem Fonds für die Auslandspropaganda des Polentums, in deren Mittelpunkt selbst­verständlich Deutschland steht, gestrichen, sondern im Zusammenhang mit dieser Aktion sind auch in der polnischen Presse, die Herren Za- leski nicht geneigt ist, interessante Ausstellungen über die Hohe der aufgewandten Geldmittel zum Zweck der polnischen Auslandspropaganda ver­öffentlicht worden. Daraus ergibt sich, daß der polnische Außenminister ursprünglich z w ö l f M illionenZloty für seine polnische Auslandspropaganda verlangt hatte, die unter dem harmlosen TitelFürsorge für die kulturellen Bedürfnisse der Aus­landpolen" zum größeren Teile versteckt sind. Ein anderer Fonds, dessen Titel ebenfalls den eigentlichen Zweck der Gelder verschleiert, ist der dem Minister zur Verfügung stehende p e r - jönliche Dispositionsfonds von 4,2 Millionen. Im Kampf um die Streichungen hat Zaleski übrigens die interessante Mitteilung gemacht, daß er nach der Kürzung um zwm Millionen, um den dringendsten Bedürfnissen abzuhelfen, einen Teil seines Repräsentations- fonk^ den Auslandpolen zur Verfügung stellen wurde, womit auch von ihm die eigentliche Zweck­bestimmung des Fonds eingestanden ist. Rach der Streichung durch den Sejm verbleibt zum Zweck der amtlichen polnischen Auslandspro­paganda auf Grund polnischer Feststellungen im- uoch die beträchtliche Summe von 9 bis 9,5 Millionen Zloty. Während die Polen so große Summen amtlicher Gelder für ihre Aus- landpolen bereitstellen, wird jede Gelegenheit benutzt, um das Deutschtum in Polen des un­gerechtfertigten Verdachts zu bezichtigen, es er­halte amtliche Gelder heimlich von deutscher S eitel

Das deutsche Geschwader in Syrakus.

Syrakus, 5. Mai. (WTV.) Admiral Ol- b«rop die Offiziere seines Stabes und einige hundert Seeleute des deutschen Geschwaders wohnten im altgriechischen Theater einer Aus- fuhrung des Agamemnon bei. Aach der Vorstellung begab sich ein deutscher Osfizier aus die Buhne und überreichte den Künstlern einen Korb nut Rosen. Diese ritterliche Handlung ^urde von den Anwesenden mit begeistertem Beifall ausgenommen. Admiral Oldekop machte dem Abgeordneten Pace, Vorsitzenden des Or- ganisationsinstitutes für die Schauspiele, eine das Flaggschiff darstellende Radierung mit einer Wid- mung zum Geschenk. Daraus fand zu Ehren der putschen Gaste ein von der Provinz und der Stadt veranstalteter Empfang statt, an dem Vertreter aller Behörden teilnahmen. Die Ver- austaltung trug einen überaus herzlichen Cha-

u-

Der Stand der Volksgesundheit.

Das Reichsgesundheitsamt hat soeben eine ^mmenfteUung über bie natürliche Bewegung Yer unb mehr11ff nmnhnbCUt^eT?-f?e,neinben mit 15 000 2Q mÄnin $fn veröffentlicht, in ber etwa

Anwohner, also beinahe bie h 0 VJ?(,r ®efamtbeDöIferung bes Rei° bicfcr aufammenMung wird ub bc" Gesundheitszustand des deutschen Sf 6,e9e^n?er nach den Feststellungen de- " «nVA ? '°Htert *>Qf- Besonders hielt _.^w°ch>en ber Ärebs-unbäer*. =Inhr» -V V- n Ols Tabesursache im vergangenen ?°b°i if-d7° Znhl S rnnkh-ttenL^

d°" Todesursachen bie gölten® taÄ die T ° u»«°l°n«sch oerschiechtert. So sind r. 2falle an Klnderkrankbetteu stark gestiegen. An erster Stelle stehen habet

Aus alter Welt.

Reichsausschuß für Krebsbekämpfung.

s toitWen. iH am 1. April unter Führung ^relchslnnenminlsteriums ein Reichsausschuh uc Krebsbekämpfung ins Leben gerufen worden, Dec inzwischen feine Arbeiten ausgenommen hat. uy, endgültige Zusammensetzung dieses steht jedoch im Augenblick noch da noch einige besondere Beratungen 3toif®en hen Beteiligten ftattfinöen müssen. Der Ave? dieses Reichsausschusses besteht darin, zu­nächst mit allen Stellen im Reiche die Verbindung aufzunehmen, die bereits die praktische und or­ganisatorische Arbeit der Krebsbekämpfung lei­sten. Von beteiligter Seite wird ferner mit- geteilt, daß der Reichsausschuß in engstem Ein­vernehmen mit dem seit 30 Iahren bestehenden Zentralkomitee zur Erforschung und Bekämpfung der K r e b s k r a n k h e i t e n arbeitet, und zwar insofern, als dem Zentral- komitee die wifsenschaftlichmiedizinische Aufgabe zufallt und ihm die Erforschung der üt- r Dämpfung sm öglich-

feiten beä Krebses Vorbehalten bleibt, während der neu gegründete Reichsausschuß sich mit den organisatorischen Aufgaben der Fürsorge der Schaffung von Einrichtungen und der Zusammen- arbeit aller in Betracht kommenden Stellen zum Zweck der 2-handlung der Krebskranken zu be^ fassen haben wird Das Ziel hierbei soll das Der- 1mh6SriiMCn6lMat0ttoenSisteit bcr Frühdiagnose uni> Frühbehandlung Wecken. Die endgültige Zu- S" *« des AeichsauSschuffes dürfte vor- S tomm?* iH Mem Ab.