Nr. 104 Erstes Blatt
180. Jahrgang
Montag, 5. Mai 1950
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Dr. Fnedr. Wilh. Gange, verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H. Thyriot; für den übrigen lei! Ernst Blumschein und für ben Anzeigenteil fDlaj FiUe^ sämtlich in Biehen.
Der Reichsetat Md dem Saushaltsausschuß überwiesen.
Rückkehr Or. Schobers nach Wien.
Berlin, 3. Mai. Der Reichstag fetzte in der Samstagssitzung die erste Beratung deS StatS für 1930 fort.
2lbg. v. Shbel (Ehr.-Rat. Dauernp.) erklärt, die Arbeit des IahreS 1930 muffe im Zeichen der ÄuSgabendroffelung stehen In die Semei ndcbe st euerung muffe ein beweglicher Faktor eingefügt werden, um auch die Gemeinden zur Sparsamkeit zu erziehen. Wenn seine Partei diesen überhöhten Etat nicht von vornherein ablehne, so tue sie cs, weil sie zunächst daS Ergebnis der Ausschuhberatungen abwarten und der Regierung Zeit zum Beweise ihres Sparwillens geben wolle. Wir haben kürzlich den Steuergesetzen zugestimmt, weil Ordnung deS Etats auch für die Wirtschaft unerläßlich ist und jede Hilfe für den deutschen Osten sonst unmöglich wäre. Das sollten sich vor allem die Reinsaaer gesagt sein lassen, die neulich auch sogar daS Agrarprogramm aufs schwerste gefährdet haben. Tlnser Standpunkt ist aber kein Freibrief für die Fortführung der bisherigen Ausgabenwirtschaft.
Abg. Meyer- Berlin (Dem.): Manche Vor- gänge während der Osterpause des Reichstags haben uns mit schwerer Besorgnis erfüllt. Die Rate für den Panzerkreuzer B wird die demokratische Fraktion einmütig ablohnen und verlangen, dah der dafür eingesetzte Betrag eingespart wird.
Dir verlangen erneut die Vorlegung eines in sich geschlossenen, mllitärlechnisch begründeten Ersahbauprogramms, das eine Ueberficht über die Forderungen für die Landesverleidigung und ihre finanzielle Tragweite ermöglicht.
Weiter erfüllt uns mit Besorgnis das Verhalten der Reichsregierung gegenüber Thüringen, daS nach außen den Eindruck erweckt, als sei die gegenwärtige Regierung nicht im gleichen Maste wie die frühere entschlossen, die republikanischen Belange gegenüber den Methoden des Herrn Dr. Frick zur Geltung zu bringen. Das Ostprogramm dürfe sich nicht nur auf die Landwirtschaft beschränken, sondern müsse auch auf die vielfach ebenso notleidenden gewerblichen Kreise des Ostens ausgedehnt werden.
Abg Sachsenberg (Wirtsch.) erinnert an die parlamentarische Behandlung des Panzerkreuzers A und meint, die dabei angewandten Methoden hätten den Deutschen Reichstag und die deutsche Regierung vor der Welt lächerlich gemacht Die Wirtschaftspariei habe damals schon ein Marinebauprogramm beantragt, damit alle durch den Versailler Vertrag gebotenen Möglichkeiten ausgcschöpft werden sollten. Diesem Antrag hätten auch die Demokraten zugestimmt, darum sei ihre jetzige Ablehnung des Panzer- kreuzers B nicht verständlich Der Streit wäre freilich vermieden worden, wenn der Reichswehrminister dem Reichstagsoeschlust entsprechend das verlangte allgemeine Bauprogramm vorgelegt hätte. Runmehr müsse endlich dieses Programm vorgelegt werden, damit nicht bei jeder neuen Baurate der Streit neu entbrennt. Solange die Vereinigten Staaten von Europa noch nicht da sind, kann auch Deutschland nicht aus Bewaffnung verzichten. Wir werden diesen Etat fang- und klanglos schlucken. Wir verlangen die schleunig« Vorlegung des Ausgabensenkungsgesetzes und wünschen ein Junktim bei der Verabschiedung dieses Gesetzes und des Etats. Mit der Sparsamkeit muh Ernst gemacht werden, denn Ausgabensenkung bedeutet Steuersenkung. Ein allgemeiner Deamtenabbau in der Verwaltung des Reiches und der Länder sei notwendig. selbst auf die Gefahr hin, dah.die abgebauten Beamten lebenslänglich Wartegeld beziehen mühten.
Abg. Dr. Pfleger (Bay. Vp.) macht den Sozialdemokraten den Vorwurf, sie hätten bewußt und gewollt den Sturz des Kabinetts Müller herbeigeführt. Die Sozialdemokratie habe di« bequemere Stellung der reinen Agitationspartei einnehmen wollen. 2m alten Kabinett waren die Sozialdemokraten für die Biersteuererhöhung : als sie aber aus der Regierung ausgeschieden waren, schickte die sozialdemokratische Fraktion ihre trinkfestesten bayerischen Mitglieder in den Ausschuß zur Opposition gegen die Diersteuer. (Heiterkeit!) Die Bayerische Dolkspartei hat seinerzeit den Ausschlag gegeben fur die Rominierung und Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten. Linser Der trauen zum Reichspräsidenten hat sich in keiner Weise vermindert. Trotzdem bedauern wir, daß in der letzten Zett die Person des Reichspräsidenten zu stark in den politischen Kampf hineingezo- gen worden ist. Hoffentlich bestätigt sich nicht das Gerücht, dah die Verwertung des Reich s e i g en tums im früher besetzten Gebiet einem Finanzkonsortium übertragen werden soll. Es wäre wohl für alle Parteien unerträglich, wenn zu den Leuten, die wir amnestieren muhten, noch eine Gruppe von Besatzungsgewinnlern käme.
Reichsfinanzminister Or. Moldenhauer erwidert auf verschiedene Angriffe der sozialdemokratischen Presse, er habe keineswegs einen Abbau der Leistungen der Arbeitslosenversicherung gefordert. Ein Leistungsabbau ’ würde ja nur die Gemeinden mehr belasten. Wir wollen nur erreichen, dah überflüssige und entbehrliche Ausgaben vermieden werden, ohne dah auf der anderen Sette die Etats der Gemeinden belastet werde». Durch die
Einstellung der ersten Daurate für den Panzerkreuzer B hat sich in der Ausgabeseite des Etats nichts verändert. Wir sind auch bereit, den Reichswirtfchaftsrat um ein Gutachten darüber anzugehen, ob die in Oesterreich eingeführte Phasen-Pauschalierung der Umsatzsteuer auch bei uns durchführbar wäre. Wir mühten zu dem System des englischen Parlaments kommen, dah ohne Zustimmung des Finanzmini- sters keine Ausgaben bewilligt werden können, die die Ansätze des Etats überschreiten. (Abg. Bernhard (Dem.): „Dazu braucht der Finanzminister nur stark zu sein!") Ob das geschieht durch Verwaltungsmahnahmen oder dadurch, dah die Regierung für solche Fälle den Rücktritt androht, oder durch gesetzliche Festlegung, das ist eine Frage, die wir im einzelnen prüfen werden. Wir würden aber ohne weiteres den englischen Zustand haben, wenn die Regierungsparteien die Vereinbarung treffen, dah keine von ihnen solche über den Etat hinausgehenden Ausgaben ohne Zustimmung des Finanz
ministers beantragt und dah alle Anträge dieser Art abgelehnt werden. Das Osthilsepro« gramm soll nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch das Gewerbe umfassen. In den notleidenden Bezirken wollen wir jene Senkungen der Real steuern vorwegnehmen, die für das ganze Reich 1931 kommen sollen Die Regierung sieht ihre Ausgabe darin, mit allem Rachdruck die angekündigte Steuersenkung durchzuführen. Das Ausgabensenkungsgesetz wird dem Reichstag so rechtzeitig zugehen, daß das vom Abgeordneten Eachsenberg gewünschte Iunkttm mit dem Etat praktisch vorhanden sein wird. Die R e i ch s r e f o r m ist dringend notwendig. Wir richten an den Reichstag die Ditte, die Verabschiedung des Etats möglichst zu beschleunigen und bei der Beratung die Ausgabefreudigkeit zu dämpfen.
Der Etat wird dem Haushaltsausschuh überwiesen. Gegen 14 Uhr vertagt sich das Haus auf Donnerstag, 15. Mai. Aus der Tagesordnung .steht die zweite Beratung des Etats.
Gandhi wird ans dem Zuge heraus verhaftet.
Bombay, 5. Mai. (DTB. Funkspruch.) Gandhi ist mit den ihn begleitenden Polizeibeamten in Bociöli in der Nähe von Bombay eingetroffen, wo er den Zug verlassen muhte und unter militärischer Bedeckung mit unbekannter Bestimmung abtransportiert wurde. — (Eine Spätausgabe der „Times" meldet aus Bombay über die Verhaftung Gandhis, dah dieser mit dem Zuge nach Boriott, an der Bombay— Baroba-Cinle, und von dort per Kraft- wagen nach Puna gebracht wurde, wo er unter der durch Verordnung 25 vom Jahre 1927 bestehenden Vollmacht in haft gehalten werden wird.
Oie Gärung schreitet fort.
< esorgte Berichte über die Unruhen in Peschawar.
London. 5. Mai. (DTB. Funkspruch.) wie „Daily Telegraph" feststellt, ist nach wie vor die Lage in Indien geeignet, b i e größten Be- foegniffe zu erregen. Das gelte besonders für den Norden, wo eine gewisse Unruhe unter den Grenz st ämmen festgestellt worden ist. Der Sonderkorrespondent des Blattes meldet au» Bombay: L» bestätigt sich, dah sich bei den Unruhen In Peschawar Truppeneine» Regimentsvon der Menge entwaffnen liehen. Unter den Verlusten der (Eingeborenen wurden mindesten» 20 dadurch verursacht, dah Panzerwagen über Leute
fuhren, die sich auf den Boden geworfen hatten, in der Hoffnung, sie aufzuhalten. Der Korrespondent weist darauf hin, dah allmählich ein prominenter Führer nach dem anderen verhaftet wird. Hunderte von Blättern haben da» Erscheinen e i n g c ft e 111, und es ist jetzt schwierig zu flnben, was oorgeht.
„Daily Mall" beschäftigt sich eingehend mit einem Schreiben, dah der Ausschuß de» europäischen Verbandes von Bombay an den Gouverneur Sir Frederick Syke gerichtet hat. Vas Schreiben ersucht die Behörden bei der Aufrechterhaltung von Gesetz und Ordnung fester aufzutreten. Alle Personen, von denen da» Volk aufgeheht werde, die Gesetze zu verletzen, seien zu verhaften. Die augenblickliche Politik der Regierung könne nur al» Schwäche a u » g e l e g t werden.
In Bombay erscheinen zur Zeit nur noch zwei indische Zeitungen, während alle anderen al» Protest gegen die Einführung der Pressezensur ihr Erscheinen eingestellt haben. Zwischen dem v i z e k ö n i g von Indien und einigen der gemäßigteren indischen Führern hat eine Zusammenkunft stattgefunden, in der der Vizekönig erneut auf den Ausgleichwillen der britischen Verwaltung hinwies und den willen der Regierung zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung unterstrich. In London ist am Samstag ein einfluß- reicher indischer Führer der gemäßigten Richtung eingetroffen, der mit dem Staatssekretär für Indien eine Aussprache hatte.
Ser Wechsel in der deutschen Diplomatie.
Roland oonKö st er, bisher Gesandter in Oslo, soll als Ehef der Personalabteilung ins Auswärtige Amt berufen werden.
Bernhard von Bulow soll als Nachfolger Dr. von Schuberts den Posten des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt übernehmen.
Oie Wellausstellung in Lüttich
Lüttich, 3. Wai. (WTB.) Heute nachmittag wurde in Anwefenheitdes Königs, der Königin und der Prinzen des königlichen Hauses die internationale Ausstellung der Großindustrie und der angewandten Wissenschaften eröffnet. Eine Abteilung der Ausstellung ist der alten wallonischen Kunst gewidmet. Der Arbettsmini- stcr Heyman führte bei der Eröffnungsfeier aus, die Eröffnung der Weltausstellung sei für das belgische Volk der Anfang der Festlichkeiten, die an ein Jahrhundert der Wohlfahrt gedenken sollen. Der König sagte, diese großen Beran» ftaltungen der industriellen Arbeit zeigten die Rotwendigkeit, die materielle Lage des Volkes stets zu bessern und besonders die moralischen Kräfte zu stärken, die das wahre Leben einer Ration darstellten. Er hob die Bedeutung der Lütticher Industrie und der wallonische» Kunst
hervor, und dankte den Vertretern der Länder, die an der Ausstelllmg teilnehmen.
3n Brügge wurde am Sonntag der 100. Geburtstag des 1899 gestorbenen großen flämischen Priesterdichters Guido Gazelle festlich begangen. Am Vormittag fand im Rathaus eine akademische Feier statt, bei der mehrere Reden von flämischen, wallonischen, südafrikanischen und holländischen Schriftstellern und von flämischen und französischen Abgeordneten gehalten wurden. Rachmittags wurde ein Denkmal für Gazelle enthüllt. Dabei ergriffen der Präsident der flämischen Akademie, der Minister des 3rmern, der Bürgermeister von Brügge und der König der Belgier das Wort un6 huldigten dem Dichter. Das Königspaar legte am Denkmal einen Kranz nieder. Dann zogen unter den Klängen der belgischen und flämischen Rational- hhmne die Vereine am Denkmal vorüber,
Der Pundcokanzler ift befriedigt.
Wien, 4.Mai. (WTB.) Bundeskanzler Schober ist heute nachmittag 6.30 Uhr aus London wieder in Wien eingetroffen. Der Bundeskanzler erklärte nach seiner Ankunft Ver- tretern der Presse: „3ch muß daran sesthalten, daß der Besuch in Paris und London vor allem ein Akt der Höflichkeit war. Wenn der Besuch in Som der Wiederherstellung guter Beziehungen mit unserem mächtigen südlichen Rachbar und der Besiegelung cinefl Freundschaftsverhältnisses, zugleich aber auch meiner Danksagung für die Unterstützung durch 3talien im Haag gegolten hat und wenn die Reise nach Berlin, abgesehen von der Beschleunigung der Handelsvertragsverhandlungen, dem selbstverständlichen Bedürfnis eines deutschen Ministers im deutschen Oesterreich, den deutschen Bruder im Reich zu besuchen, entsprochen hat, so gaben die liebenswürdigen Einladungen nach Paris und London mir die willkommene Gelegenheit, nicht nur meinen Dank für die auf der Haager Konferenz durch die Regierungen Frankreichs und Englands den österreichischen Bemühungen großzügig, gewährte Unterstützung auszudrücken, sondern auch über die innerpolitische und wirtschaftliche Entwicklung des neuen Oesterreich ausklärend zu wirken, das Vertrauen in unser Land zu stärken und die wohlwollende Förderung unserer Bestrebungen seitens dieser nicht nur für unser Mitteleuropa, sondern für ganz Europa wichtigen Machtfaktoren sicherzustellen. All' dies, glaube ich, ist in den persönlichen Aussprachen gelungen."
Heimwehren und Schutzbund
Zusammenstöße in St. Pölten vermieden.
Wien, 4.Wai. (WTB.) 3n St.Pölten fand ein großer Heimwehraufmarsch statt, dem gegenüber der sozialdemokratische Schutzbund mit etwa 10 000 Mann aus Wien berett- gestern ebenfalls in St. Pölten Gegenkundgebungen veranstaltete. 3m Einvernehmen mit den Führern beider Parteien hatten die Behörden genaue Abmachungen getroffen, um Zusammenstöße zwischen Schutzbund und Heimwehr zu verhindern. Trotzdem die Gefahr von Zusammenstößen nicht gegeben erschien, wurden die in St.Polten zusammengezogenen Aufgebote von Gendarmerie und Militär durch Abteilungen des Dundesheeres noch verstärkt. Den heutigen Heimwehraufmarsch versuchten einige Trupps des Schutzbundes zu stören. Daraufhin riegelte die Gendarmerie den Schutzbund auf dem Trabrennplah außerhalb St. Pöltens gegen die Innere Stadt trotz des Protestes der Schutzbundlettung bis zum Abtransport der Heimwehr ab, der sich nun nachmittags reibungslos vollzog. Der Abtransport des Schutzbundes nach Wien erfolgte in den Abendstunden.
Einschränkung deSÄoggenanbauS
UmftcllungSmatznahmen in Preußen.
Berlin, 3. Mai. (WTB.) (2lmtl.) Der preußische Landwirtschaftsminister hat am 2. Mar mit den Vorsitzenden der Landwirtschaftskammern das Roggenproblem erörtert Hierbei ergab sich übereinstimmend, daß zur Ergänzung der handelspolitischen und sonsttgen Maßnahmen zur Hebung des RoggenpreiseS eine Eins chr ä n- kung des Roggenbaues erforderlich ist, um die Roggenernten, soweit möglich, dem Roggenbedarf anzupassen. Es ist notwendig, daß die Roggenanbaufläche, soweit die mit Roggen bestellten Böden auch für andere Fruchtarten, insbesondere für Weizen oder gut* terPfl anzen geeignet sind, zugunsten dieser Fruchtarten eingeschränkt wird. Hierbei werden sich westlich der Elbe größere älmstesilungsmöglichkeiten als im Osten ergeben. 3m Interesse dieser Umstellung soll im Einvernehmen mit dem Reiche eine Reihe von einzelnen Maßnahmen durchgesührt werden, die eingehend besprochen worden sind.
Freispruch im „Falke"-Prozeß.
Aber schwere moralische Verurteilung der Angeklagten.
Hamburg, 3. Mai. (WTB.) Heute nachmittag wurde in dem seit dem 9. April vor dem Hamburger Schwurgericht verhandelten „Falke".Prozeß da» Urteil gesprochen. Kurz nach 13 Uhr betrat der Gerichtshof den bis auf den letzten Platz besetzten und mit begreiflicher Spannung erfüllten Schwur, gerichtssaal. Der Vorsitzende Landgerichtdirektor Steinike verkündete folgendes Urteil: Die Angeklagten werden frei gesprochen.
In der Begründung, die außerordentlich umfangreich ist, wird u. a. ausgeführt: Das Gericht ist za einem Freispruch gekommen, aber die Angeklagten dürfen sich nicht etwa einbilben, daß sie nun mit dreister Geste und hocherhobenen Hauptes aus dem Saale gehen können. Das Gericht stellt ausdrücklich fest, daß der Erwerbsinn der Angeklagten so stark ausgeprägt ist, daß sie auch vor anrüchigen Geschäften nicht zurückschreckten. Festgestellt ist weiter, daß sich die Angeklagten zu einem hochverräterischen Unternehmen gegen das uns befreundete Venezuela zusammengetan haben. Aber da kein diesbezüglicher Strafantrag vorliegt, kann deswegen auch teint Strafverfolgung eintreten. Die Angeklagten haben


