Vas Leben der Schiffsmannschaft in höchste Gefahr gebracht. Die Begründung erörtert in längeren Ausführungen, warum eine Verurteilung wegen Menschenraubes nicht möglich gewesen sei. Im Verlaufe dieser Darlegungen wird u. a. auch erklärt, daß die Mannschaft ungefähr ge • mußt haben mußte, worum es sich handelte. Der Koch habe das Schiff verlassen, die anderen hätten das auch gekonnt. Zum Schluß heißt es dann noch einmal ausdrücklich: Juristisch müssen die Angeklagten zwar freigesprochen werden, moralisch sind sie jedoch schwer zu verurteilen. Waffen- lieferungen dieser Art sind immer vom liebel; ganz besonders, wenn sie zur Vorbereitung einer Revolution dienen. Denn dann sind sie ein schweres Verbrechen. Hier waren Gewinnsucht und Habgier die Triebfeder. Moralisch sind die Angeklagten gar nicht schwer genug zu brandmarken. Das Gericht hat den denkbar schlechte st en Eindruck von den Angeklagten.
Der Gtaatsvoranschkag in Hessen.
Annahme im Finanzausschuß.
Darmstadt, 3. Mai. (WTB.) Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages kam am Samstag mit der zweiten Lesung des Staatsvoranschlags zum Abschluß. Von den wichtigeren Beschlüssen seien genannt: Einstimmige Annahme fand ein Koalitionsantrag, der die Regierung ermächtigt, bis zu 130 000 Reichsmark für Zinsverbilligung zu Feld- bereinigungsarbeiten zur Verfügung zu stellen. Ein sozialdemokratischer Antrag, von den akademischen Baubeamtenstellen 25 Prozent auf den Inhaber zu setzen, wurde der Regierung als Material für die große Sparaktion überwiesen. Beim Kapitel Polizei wurde ein Zentrumsantrag gegen die sozialdemokratischen Stimmen angenommen, der die in der ersten Lesung beschlossene In- Haberbewilligung bei zahlreichen Offiziersstellen wieder aufhebt und die volle Ausnutzung des Polizeietats wünscht. Der Innenminister hatte sich gegen diesen Antrag ausgesprochen, da nicht gleichzeitig Konsequenzen für die unteren Beamten vorgesehen seien. Der Ausschuß ersucht die Regie- rung zu prüfen, in welchen Fällen es möglich ist, auch den Gendarmeriebeamten eine Vergütung für das von ihnen gestellte Dienstzimmer entsprechend der Regelung bei vergleichbaren Beamten zu gewähren. — Die durch den Abbau frei werdende Sch u^ polizeikaserne in Darmstadt soll für Wohnungszwecke umgebaut werden, was der Ausschuß einstimmig genehmigt. — Ein Zentrumsantrag, unverzüglich eine Zentralvormerk- ftelle für Versorgungsanwärter aus Reichswehr und Polizei im Innenministerium zu errichten, wurde der Regierung zur Berück- sichtigung überwiesen. Ein demokratischer Antrag, den Amtsärzten und -Tierärzten die Ausübung von Privatpraxis im Wettbewerb mit privaten Aerzten und Tierärzten zu untersagen bis auf einzelne, vom Ministerium genehmigte Fälle, wurde angenommen. — Die in einem demokratischen Antrag geforderte Vereinigung der Hebammenleyranstalt in Mainz mit der Gießener An st alt wurde der Regierung als Material für die große Sparaktion überwiesen. Ein demokratischer Antrag, den für den Heilstättenverein eingesetzten Betrag von 25 000 auf 35 000 Reichsmark zu erhöhen, wurde abgelehnt, ebenso ein Landbundantrag, den Staatszu - . schuß für d i e Straßenunterhaltungs- kosten von 1 auf 1,2 Millionen Mark zu erhöhen. Hierzu ließ die Regierung erklären, daß durch die neue Benzin- und Autosteuer der Betrag von 1,2 Millionen sowieso erreicht werden würde. — Von sozialdemokratischer Seite wurde eine Erklärung abgegeben, daß sie ihre Zustimmung zu der im Etat vorgesehenen Erhöhung der Pflege- geldlätze derHeil - und Pflegean ft alten unter der Voraussetzung gegeben habe, daß geteaent- lich der Behandlung des Gutachtens des Reichsspar- kommifsars ein Lastenausgleich zugunsten schwer betroffener Gemeinden durchgeführt werde. — Ver- schiedene Landbundanträge zu Den Kapiteln Universität und Technische Hochschule wurden der Regierung als Material überwiesen; gleichzeitig ersuchte der Ausschuß die Regierung, in eine sofortige Nachprüfung einzutreten, inwieweit die
Gießener Gtavttheaier.
Gastspiel der Berliner Kammeroper: „Die Gärtnerin aus Liebe".
Die Oper „La finta giardiniera“ („Die Gärtnerin aus Liebe") steUt als erste unter den bis dahin geschaffenen Opern Mozarts Ansätze zur Entwicklung eines eigenen, persönlich ausgeprägten Opernstiles heraus. Der damals noch nicht 19jähinge hatte den Auftrag erhalten, für den Münchener Karneval eine Oper zu schreiben, und in verhältnismäßig recht kurzer Zeit vollendete er die Partitur nach einem Texte, den vor ihm schon A n f o s s i vertont hatte, und der ein Jahr vorher in dieser Form in Rom starken Beifall gefunden hatte.
Ter Erfolg der Münchener Aufführung von Mozarts Oper spiegelt sich am besten in dem Bericht Daniel <3 ch u b a r t s: „Auch eine opera buffa habe ich gehört von dem wunderbaren Genie Mozart; sie heißt „La finta giardiniera“. Genieflammen zucken da und dort, aber es ist noch nicht das ruhige stille Altarfeuer, das in Weihrauchwolken gen Himmel steigt. Wenn Mozart nicht eine im Gewächshaus getriebene Pflanze ist. so muß er einer der größten musikalischen Komponisten werden, die jemals gelebt haben."
Dem Tertbuch liegt eine Handlung zugrunde, die einmal mit ihren Einzelsituationen den Gebräuchen in der Buffooper folgt, zum andern aber dern Moment der Empfindsamkeit, der Rührselig- keit Raum gibt. Das nicht leicht übersichtliche Bühnengeschehen hat der Verbreitung dieses Werkes hindernd entgegengestanden. Es sind daher eine Reihe von Versuchen unternommen worden, dem Werk eine einheitlichere Geschlossenheit zu geben. Aber keiner der bisherigen llm- arbeitungen ist ein dauernder Erfolg beschieden gewesen. Roch dazu ist von der original-italienischen Partitur der erste Akt verlorengegangen; er konnte nur auf Grund einer deutschen Ausgabe des Werkes ergänzt werden, und so waren die in der italienischen Fassung vorhandenen Rezitative des ersten Aktes in Verlust geraten
Sn der für die Gießener Aufführung benutzten Einrichtung haben die Bearbeiter John Got- totot und H. Knapstein sich von der ursprünglichen Duffoopernhandlung gelöst und die Musik mit einem symbolischen Märchengeschehen in Verbindung gebracht und so dem Ganzen ein völlig anderes Milieu untergelegt.
Ausgaben bei den beiden Instituten eingeschränkt werden könnten, eventuell durch Vereinbarungen mit dem Reich und den Ländern durch Vereinfachungen neue Einnahmequellen zu schaffen. — Das Finanzgesetz selbst wurde mit acht gegen zwei Stimmen bei Stimmenthaltung der Volkspartei angenommen. Eine Regierungsvorlage, die 50 000 Mark zur Förderung der Kultur, Wirtschaft und des Verkehrs vorsieht, wurde einstimmig genehmigt. Außerdem wurde die Regierung ermächtigt, in besonderen Härtefällen den Abbau von Volksschullehrern erst im Laufe des n öd) ft en Schuljahres vorzunehmen.
Einführung des neuen Oberpräsidenten von Hessen-Nassau. Kassel, 3. Mai. (TU.) Der neue Oberpräsident der Provinz Hessen-Rassau, der bisherige Beigeordnete der Stadt Köln, Haas, wurde am
Samstag feierlich in sein neues Amt eingeführt. Der preußische Innenminister, Pros. Dr. W a e n- t i g, dankte in herzlichen Worten dem bisherigen Oberpräsidenten Dr. Schwander für seine Tätigkeit und wies auf die großen Aufgaben hin. die der neue Oberpräsident erfüllen müsse. Am Schluß seiner Ansprache führte der Minister aus, daß die Provinz Hessen-Rassau das Bindeglied zwischen dem Rvrden und Süden Deutschlands darstelle. Der neue Oberpräsident solle dahin wirken, daß die früher für Deutschland verhängnisvolle Main- l i n i e gänzlich aus dem deutschen Denken verschwinde. Oberpräsident Haas erwiderte, daß er in allen Fragen die Interessen der Allgemeinheit in den Vordergrund stellen und versuchen werde, auch über die Staatsgrenzen hinaus Verbindungen zu pflegen.
Die Gestaltung der Osthilfe.
Oie Bereitstellung der ersten Mittel. - Auch Handel und Gewerbe werden berücksichtigt. — Beschleunigte Belebung des Baumarkts.
Berlin, 4. Mai. (ERB.) Am Dienstag wird sich die Reichsregierung in erster Linie mit den finanziellen Grundlagen der Osthilfe befassen. Der Reichsfinanzminifier wird inzwischen die notwendigen Erhebungen anstellen; wie in politischen Kreisen verlautet, hat er es möglich gemacht, daß für die Osthilfe zunächst etwa 85 bis 100 Millionen zur Verfügung gestellt werden können, ohne daß im Augenblick Mehrbelastungen für den Steuerzahler eintreten. Man ist sich natürlich darüber klar, daß diese Summe noch keineswegs ausreichen kann, wenn das große Ostprogramm verwirklicht werden soll. Da aber schon allein die Frage der räumlichen Ausdehnung der Hilfe außerordentlich schwierig und umstritten ist, so wird man sich wahrfcheinlich darauf beschränken, die Hilfe zunächst in kleinerem Maßstäbe anzusehen, und zwar räumlich gesehen zuerst von der Grenze aus, um mit der Zeit weiter ins innere Land vor- zuschreiten. 3m Kabinett besteht Einigkeit darüber,- daß die Hilfe in ihren sachlichen Auswirkungen keineswegs auf die Landwirtschaft
beschränkt werden darf, daß es vielmehr daraus ankommt, auch die Rot des Gewerbes und Handels zu bekämpfen, die infolge der Verminderung der Kaufkraft der landwirtschaftlichen Bevölkerung besonders scharf hervortritt. Es schweben auch Erwägungen darüber, wie weit die Osthilfe durch weitere Maßnahmen unterstüht werden kann, die zur Behebung der Rotlage im ganzenRelch ergriffen werden sollen. Dabei denkt man beispielsweise an die energische Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auf dem Baumarkt durch besondere Mittel, weil dadurch nicht nur eine Entlastung des Arbeitsmarktes eintreten, sondern auch eine ganze Reihe mit dem Baumarkt zusammenhängender Industrien gleichzeitig belebt werden würde. In unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß der Entwurf des Osthilfegesehes bis zur dritten Lesung des Reichsetats im Juni fettiggefteilt ist. Es wird allerdings wohl erst im Frühherbst parlamentarisch erledigt werden und vielleicht in einer eingeschobenen Zwischensession des Reichstages.
Reichsreform und deutsche Wirtschaft.
Das Sparprogramm des Reichsfinanzministers Or. Moldenhauer.
Bad Eilsen, 4. Mai. (WTB.) Auf der Jahreshauptversammlung des Westsälisch-Lippi- schen Wirtschaftsbundes sprach Reichssinanzmini- ster Dr. Moldenhauer über das Thema „Reichsreform und deutsche Wirtschaft". Aufgabe der Finanzpolitik müsse es sein, den Steuerdruck zu mildern, damit die Kapitalbildung zu ermöglichen, den Kredit zu fördern und die Zinsen zu senken. Erstes Erfordernis sei es, die sch we bende Schuld soweit abzudecken, daß sie die Finanzgebarung nicht mehr ernstlich bedrohe. Möglich sei dies nur durch eine sofortige starke Erhöhung der Steuern. Für diesen Zweck hätten die bereits überspannten direkten Steuern nicht herangezogen werden können, sondern nur die indirekten. Diese Steuererhöhung im Betrage von insgesamt 550 Millionen Mark sei unmittelbar vor Ostern nach harten Kämpfen bewilligt worden. Der Etat für 1930 sei ausgeglichen. Sache des Reichstags sei es, sich dem Dorgehen der Regierung anzuschließen. Die Sanierung der Kassenlage sei die erste und notwendige Etappe auf dem Wege zur Lastensenkung. Er wolle nicht verschweigen, daß dem Etat eine große Gefahr von feiten der Arbeitslosigkeit drohe. Rach den letzten Berichten liege die Zahl der Arbeitslosen um 500 000 über der des vergangenen Jahres. Wir werden, so fuhr der Minister fort, in den nächsten Monaten sehr ernste Maß
nahmen ergreifen müssen, um diese Gefahr für den ©tat, die unter allen Umständen gebannt werden muh, abzuwehren. Ebenso wichtig ist die Durchführung eines großen Agrar- Programms und eine wirkliche Hilfe für den Osten. Wir sind uns bewußt, damit auch produktive Arbeit zu schaffen und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit beizutragen. Dem Reichstag ist ein Ermächtigungsgesetz zugegangen, das die Möglichkeit gewähren soll, die K a p i - talertragssteuer für fe st verzinsliche Werte auszuheben. Die Steuersenkung soll sich nicht nur auf die Kapitalertragssteuer beschränken, es sollen schon jetzt die Gesetze in Angriff genommen werden, die im kommenden Jahre die Steuersenkung bringen, in erster Linie die Senkung der Real steuern, der Grundvermögens-undderGewerbe- steuer.
Auch auf die Frage der Finanzpolitik der Gemeinden muß sich die Finanzreform erstrecken. Wir denken einmal daran, die Kreditgewährung der Gemeinden einheitlich zu regeln, damit nicht durch das gleichzeitige ungeregelte Angehen des Kapitalmarktes von allen Seiten der öffentlichen Hand der Markt wieder verdorben wird, wir denken an den Zwang der Gemeinden zur Rechnungs-
Es würde an dieser Stelle zu weit führen, wenn man die Frage erörtern würde, ob Mozarts feingeistige, der ursprünglichen Situation pointiert angepaßte Musik sich völlig auf einen neuen Hintergrund übertragen ließe, ohne die ursprüngliche Absicht Mozarts zu dein trächtigem Zudem läßt die chinesische Märchenwelt die Situationskomik und die Feinheiten des Bussostiles dem Hörer zweifellos nicht so treffend offenbar werden wir das originale, in westeuropäischen Anschauungen wurzelnde erste Textbuch.
Es mag vielleicht für die jetzigen Bearbeiter der Grund mitgesprochen haben, daß Mozart doch an verschiedenen Stellen der Oper über die Grenzen der italienischen Dusfokunst hinausgeht, indem er die Dühnen-Geschehnisse nicht mit parodierender Art erfaßt, sondern stellenweise persönlich warm empfundene, ja an das Leidenschaftliche herangren^ende Töne findet und so verschiedentlich in spatere Schaffenszeiten vorausgreift. Das Maskenspiel wird ihm zu einem menschlichen Erleben. Don diesem Gesichtspunkte aus kann man also der Reugestaltung beipflichten. Die bunte Dielfältigkeit des originalen Textes bot den Bearbeitern ganz besondere Schwierigkeiten. Sicherlich erscheint das Dühnenspiel in der vorliegenden Form vereinfacht, wenn auch nicht immer streng zwingend in seinen Kausalzusammenhängen. Es wäre für das Verständnis des Werkes durch die Hörer sicherlich von großem Vorteil gewesen, wenn auch hier in Gießen dem Programm eine Inhaltsangabe beigefügt worden wäre, wie es an anderen Orten geschehen ist; denn der mit dem ursprünglichen Text vertraute Hörer wird zunächst genau so Mühe gehabt haben, der Dühnenhandlung näherzukommen, wie derjenige, der dem Werke zum ersten Male gegenüberstand. Denn durchweg war die textliche Behandlung der Rezitative, die ja namentlid) über das Geichehen Aufschluß gaben, durchaus nicht immer so deutlich sprachlich ausgeprägt, daß man ihren Sinn eindeutig erfassen konnte.
Da das Unternehmen der Berliner Kamme r o p e r besonders auch Opernaufführungen an solchen Orten beabsichtigt, die nicht immer über die szenischen Einrichtungen für eine derartige Darbietung verfügen, hatte man sich in i>er Ausstattung der Szene auf das Aeuherste beschränkt und sich mit stilisierenden Andeutun- gen begnügt. Andererseits erschien es erstaunlich, wie die Spielleitung (John Gottowt) angesichts der beschränkten Dekorationsmittel und
Ausstattungsmöglichkeiten es dennoch verstand, den Anforderungen der Handlung geschickt gerecht zu werden. Vielleicht wurde das zeitlos Phantastische der Bearbeitung so besonders wirksam. Die Kostüme entsprachen der Märchenwelt. Sie waren malerisch gewählt, nur hätte man sich hier und da noch eine individuellere Ausprägung wünschen mögen. Die szenische Gestaltung durch die einzelnen Darsteller war sorgfältig erwogen und lebhaft erfaßt nach den Erfordernissen des Duffospieles. Ueberall war eine theaterkundige Führung unverkennbar. Die Finales waren von stärkster dramatischer Durchschlagskraft und dem überaus charakteristischen musikalischen Geschehen organisch eingeordnet.
Im einzelnen zeigten die beteiligten Kräfte in gesanglich-musikalischer Hinsicht nicht ausnahmslos das hohe Maß von Können, wie wir es in den letzten Aufführungen der Darmstädter und Mainzer Oper erfreulicherweise beobachten konnten. Sehr trefflich wurde die Rolle des Ta-ro°mi (ein junger Ritter) durch Hella Storck verkörpert. Ihr sympathisch voll innerer Wärme strömender Alt gab ihr das rechte Mittel zur Ausschöpfung und Kundgebung menschlich verinnerlichter Töne; z. D. in der Arie im zweiten Akt. Gertrud Buß gab sich als verkleidete Gärtnerin (Li-o-fe) in vornehmer Art; im Spiel war sie von zu starker Zurückhaltung: gesanglich traf sie den Mozartstil mit feinsinniger musikalischer Auffassung. In der Laubenarie und auch im Schlußduett zeigte sie besondere Höhepunkte. Lo°pei°lü, ein Edelfräulein (Else Oste r), hatte nicht immer die klanglich-stimmliche Ausgeprägtheit, wie sie Mozarts noch völlig unter dem Ideal des belcanto stehende Musik erfordert. Li-re-ta, ein Mädchen für alles (JuliaLührs), war eine in Spiel und Gesang wohlversierte Opernsoubrette. Josef H a 11 e m e r (Huang- tschao, ein Edler, früher Verehrer Li-o-fes) bewies wohl durch fein Organ von Ratur aus stimmliche Frische und auch sympathische Färbung; nach seiner technischen Durchbildung kann man ihn allerdings noch nicht als einen idealen Mozartsänger ansprechen- Darstellerisch sehr charakteristisch war Sen-jen-wei (ein Mandarin und Zauberer) von Alex H e l f m a n n; besonderen Erfolg hatte er mit der Arie im ersten Akt, in der die einzelnen Instrumente mit ihren Klängen sich als Symbole für fein Handeln Sen. San-hao, der Wächter des Gartens der
e (Henry A l f), vermochte feinem Organ nicht jenes Duffohaftc und die textliche Leichtig
le g u n g gegenüber einer von den Gemeinden unabhängigen Stelle und schließlich daran, eine Bürgerabgabe ober einen ähnlichen beweglichen Sfeuerfattor einzuführen und diesen in eine Relation zur Gewerbesteuer zu bringen. Aber wir werden hier nur weiter kommen, wenn in den Ländern und Gemeinden der starke Wille zur Senkung der Ausgaben vorhanden ist. Ein systematisches Sparen seht gesetzgeberische Eingriffe voraus. Dazu soll ein Aus- gabensenkungsgeseh, für das die Vorarbeiten in meinem Amt abgeschlossen sind, die Voraussetzungen liefern.
Ohne harte Eingriffe wird es dabei nicht abgehen. Ich bin mir bewußt, daß eine volle Auswirkung erst dann eintreten kann, wenn wir das große Problem der Reiche »j.o r m ernsthaft anpacken. Wenn wir uns auf uns selbst besinnen, dem großen Beispiel unseres hochverehrten Reichspräsidenten von Hindenburg folgen und uns zu gemeinsamer Arbeit die Hände reichen, dann können und müssen die Schwierigkeiten überwunden werden. Dann wird Deutschland wirklich seinem Ausstieg entgegengehen.
Der Vorstand des Weftfälisch-Lippeschen Wirtschaftsbundes nahm dann eine Entschließung an, in der es für dringend erforderlich erklärt wird, an alle privatwirtschaftlich eingestellten Kreise des deutschen Volkes die ernste Mahnung zu richten, der unheilvollen Zersplitterung des deutschen Parteiwesens alsbald entgegenzuwirken. Die bürgerlichen Parteien sollten — ungeachtet sonstiger verschiedener Auffassung in rein politischen, kulturellen und weltanschaulichen Fragen — mehr als bisher Wege suchen und beschreiten, die zu einer wirtschaftspolitischen Verbindung führen mit dem Ziele einer planmäßigen Zusammenarbeit im Kampfe für die Erhaltung der feit Jahren in gesteigertem Maße bedrohten Indi- vidualitätswirtschaft. Zweck der Gemeinschaftsarbeit sollte auch eine geschlossene Abwehr gegenüber der sozialistischen und kommunistischen Ideenwelt fein. In einer Aussprache des Vorstandes mit Vertretern der bürgerlichen Parteien erklärten sich alle Anwesenden zu weiterer gemeinsamer Arbeit mit dem Wirtschaftsbund auf dem in der Entschließung gezeigten Wege bereit.
Waffenfunde bei Berlin.
Berlin, 3. Mai. (WTB.) Die an den Boots« siegen des Nachtklubs am Stoßen-See liegenden Boote des Deutschen Marinesportklubs und die Wohnung des in Berlin-Dahlem wohnen, den Leiters dieses Sportklubs, des Regierungsrates beim Reichspatentamt Dr. Lübben, wurden einer Durchsuchung nach Waffen und Munition unterzogen. Es wurde eine beträchtliche Menge Waffen und Munition gefunden. So u. a. ein Gewehr (Modell 98), sieben schwere Pistolen, drei Trommel- revoloer, fünf Handgranaten, 416 8-Patronen und eine erhebliche Menge sonstiger Munition. Ferner wurden zahlreiche Zubehörteile für Waffen, darunter Zubehörteile für Maschinenpistolen, außerdem 600 Erhardt-Abzeichen gesunden. Lübben war früher Mitglied des Wiking-Bundes und will jetzt der Deutschnationalen Volkspartei angehören. Verschiedene Mitglieder des Deutschen Marinesporttlubs haben sich ebenfalls mit der Beschaffung von Waffen befaßt. Gegen sämtliche Beteiligte ist ein Strafverfahren eingeleitet.
Bisher haben sowohl Dr. Lübben wie die beiden anderen Vereinsmitglieder, die mit ihm fest genommen wurden, bei den Vernehmungen bestritten, daß die gefundenen Waffen mit der dazu gehörigen Munition irgendwelchen hochverräterischen Zwecken dienen sollten. Die Polizei vertritt vorläufig den Standpunkt, daß es sich um Uebungs- waffen handelt, zumal die Gewehre und Revolver sich in ausgezeichnetem Zustande befanden, fachmännisch gereinigt und eingefettet waren. Da der Marinesportklub in der Hauptsache jüngere Mitglieder, zum Teil sogar jugendliche hatte, liegt der Verdacht nahe, daß die in dem Verein tätigen ehemali- gen Offiziere mit diesen Waffen und dem übrigen
feit der Rezitative abzugewinnen, die den Ansprüchen des Komponisten angemessen gewesen wären.
Daß das Ganze dennoch als eine nahezu ein* heitliche musikalische Leistung anzusprechen war, muh als ein besonderes Verdienst des Dirigenten, des Generalmusikdirektors H. K n a p st e i n, gelten. In durchaus fein nachgehender Art wußte er das Geistvolle und das mit Mozartscher Wärme Erfüllte der Partitur wirksam zu erschließen und die vielen instrumentalen Feinheiten plastisch herauszustellen und in das rechte Licht zu sehen. Wenn nicht a lles in voller Geschlossenheit erstand und gelang, so lag das an den einzelnen Kräften im Orchester, die nicht immer allen Anforderungen voll zu entsprechen vermochten.
Immerhin wurden durch die Ausführung Einblicke in eine Schaffensperiode Mozarts gewährt, die manches Reizvolle und Interessante gaben, und die den Blick der Hörer auf den jungen Mozart, als den werdenden dramatischen Musiker, lenkten. Dr. H.
Entgegenkommen.
Diese Geschichte,' die zudem Len Vorzug hat, wahr zu sein, beginnt mit der Ankunft des Morgenpostflugzeuges in Andir in Riederlän- disch-Indien. Dem Flugzeug entsteigt ein einziger behäbiger Passagier. Selbstbewußt schaut er um sich und vertritt sich dann in der jungen Morgensonne ein wenig die steif gewordenen Füße. Schließlich beginnt er mit dem Flughafenbeamten ein Gespräch über dieses und jenes und läßt sich endlich zu einem guten Hotel bringen, allwo er nun durch ein solennes Morgenfrühstück den inwendigen Menschen zu stärken hoffte. Ich sage: hoffte, denn soweit kam er nicht so schnell. Zu seinem maßlosen Schrecken mußte er nämlich feststellen, daß er sein Gepäck und damit auch fein Geld zu Hause gelassen hatte. Was tun? Vorsichtshalber fragt er also beim Flughafen nach seinem Gepäck. Rein, es ist nicht liegengeblieben. Auch auf dem Flughafen seiner Heimatstadt mich es zu Hause liegen. Und nun geschah das fast Unglaubliche. Der Beamte setzt em besonderes Flugzeug ein, läßt das Gepäck von Haufe holen und wenige Stunden später hat unser Reisender sein schmerzlich vermißtes Gepäck in seinen Händen. Und das alles, ohng dafür noch etwas zu bezahlen. Ist daS nicht entgegenkommend?
habe"
d#-3 2 -b-i 'S verbot s.«®« Mi*1’
Snlaren* Ml'
»r N"”1*
B 6*1 l’1 Milchen Seele! Mer W Welt von Tc i,Mischen Reich Angehöri! tti bei.
Steine P «S yiittalfilifl SÄ*' 8#8«»“s
$n Syrakus äis» s» fang und begab Mgers 5 königliche" M Tnianuel er
U den am
Florida" erste mb drill amerikanischen Suropa'Ae mit mitieilt, t Häsen auch 1
Der PrW Svumergr Verlause bei rin Wgesank dition gemäß, Verwerfung ütt Sesch« ch in der 6t iM abgeftiei AmttGhrei
w
Einen fragil vor zahlreich tag. Sie Hm SaWjinMblp Mi L 2< feien, 18. M Verlassen bei chirm vrdnur die Zuschauei keine Der schirm Hatz lassend, zur lichr, der in massen auf tot. Di« dah der §a Karabine Tragriemen i
Zwei J| Durchejg ® heutigen M ein Herr y Sfjemn JJ Nugplah fe» Muß eines W wieder
anhiei Wn nach bl '"eerla gossen Ü* genani 6‘Ä
und t o. „Nid
4'ft
NÄ L«
ft'le
ZW
Li ®t06e Ne SN, Siu ( NÄ^teiliv 20 flnNn
8'Ä


