Ausgabe 
3.12.1930
 
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Käthe KollwIH.

Don Grete Olden.

3m Dorden Berlins, mitten im Herzen der arbeitenden, hastenden Großstadt, wohnt Käthe Kollwitz, die jetzt 63jährige. bedeutendste gra­phische Künstlerin Deutschlands.

1867 In Königsberg geboren, zeichnete sie schon in frühester Kindheit und blieb diesem Ausdrucks- mittel ihrer inneren menschlichen Gestaltungs- kunst bis aus den heutigen Tag treu. Den ersten Mal- und Zeichenunterricht erhielt sie in Königs­berg, wurde dann 1885 Schülerin bei Stausser- Bern in Berlin, kehrte zurück nach Königsberg, um bei dem Diezschuler Reide, dessenLebens­müde" zur damaligen Zeit Aussehen erregten, Unterricht zu nehmen und ging anschließend zu Hetterich nach München. 3m 3ahre 1891 ver­heiratete sie sich mit dem Arzt Dr. Karl Koll- Witz, der sich im Dorden Berlins, der Geburts­stätte ihrer künstlerischen Tätigkeit, als Kassen­arzt niederlieh.

Zu den stärksten Anregungen ihrer Kunst wur­den ihr die Radierungen Max Klingers, als tiefstes geistiges Erlebnis bezeichnet sie selbst die ihr innerlich verwandten Dichter Zola. 3bsen, Arne Gaborg, Tolstoi, Dostojewski, Gorki, Ger­hart Hauptmann, Arno Holz und 3ulius Hart. HauptmannsWeber" gaben ihr die erste große, ihrem Denken und Wesen gemäße, Aufgabe. Es entstand zu diesem Drama eine Folge von Radierungen und Holzschnitten, vor denen wir erschüttert, bis ins Tiefste ergriffen, verstummen. Da steht die Rot, die aussichtslose Arbeit, Hun­ger und Tod der geknebelten, unterdrückten Weber in zerreißender Anklage vor unseren Augen. Da sitzen im Zwielicht mit krassen Lichtern auf hohlen Wangen und verhärmten Gestalten, die Menschen im ärmlichsten Raum, da fällt über Webstuhl, gesenkte Köpfe und verarbeitete Hände durch das Fenster ein Streifen Licht auf das ver­hungerte Kind im schmalen Bett. Da zieht eine Herbe geknechteter Weber, Frauen und Kinder, in der knochigen Hand Sense und Hammer, gegen den Bedrücker, rüttelt anklagend und ge­peinigt an der hohen eisernen Tür, die chn vor der Außenwelt schützt.

Kurze Zeit darauf folgen die BlätterGret­chen", in denen der Tod erlösend und grauenhaft zugleich die Mutter und das uneheliche Kind umschlingt,Aufruhr", das erschütternde wilde Gebet in den Himmel gereckter Arme,Der Taru um die Guillotine", der gespenstige Tanz um Den Tod im engen Häusermeer. Der Tod in allen Schrecken, im ganzen Triumph seiner Herr­schaft geht durch die Zeichnungen der Käthe Koll- wih. Der Tod als Würger, als lodernder Auf­rührer, als erbarmender Erlöser steht hinter Dater und Mutter, beugt sich über die Schar spielender Kinder, sitzt in der Dachkammer, mit dem gedrehten Strick in der Hand, zieht stürmend den Soldaten zur Seite in den Krieg.

All dies zeigt uns Käthe Kollwitz in gewaltig­ster Gestaltungskunst, aus tiefstem Erleben heraus in künstlerisch höchster Bollendung. Der soziale Gedanke ihrer Arbeit steht fast bei jedem Bild im Vordergrund und nur zu oft hort man deshalb das falsche Urteil einer gewollten Ten­denz. Falsch weil Tendenz Ankläger und An­geklagten zugleich zur Schau stellt. Käthe Koll­witz zeigt nur den Ankläger, nie den An­geklagten. Sie zeigt nur den hungernden, ver­zweifelten, dem Schicksal ausgelieferten Unter­drückten: nie den Reichen, Prassenden, Satten. Sie zeigt nur die, denen wir helfen können, bringt das Gesicht der Armen in allen Schwächen und Stärken, allen Aengsten und Leiden unserem Herzen nahe, nicht um zu schrecken und anzuklagen. sondern damit wir erkennen, so sind sie Menschen wie wir, in eine andere Gefühlswelt, eine härtere Arbeit, eine dunklere Sprache ge­drängt, Menschen, denen wir unbewußt helfen müssen, weil sie aus derselben Zeit geboren, unverschuldet an ihrem Elend sind. Auch unter ihnen gibt es glückhafte Freude eine Frau, die lächelnd ihr Kind im Arme hält, eine junge Arbeiterin mit kantigem Gesicht, die gerade, klar und stark uns entgegensieht, eine Familie, die rm

Biene schreibt an den Weihnachtsmann.

Don Dorothea Hofer-Oerndurg.

Gestern hat Biene unser Sabinchm den ersten Tarmenzweig angekokelt. Eigentlich soll man nicht kokeln aber es roch so bezaubernd, es gab einen so wunderbaren Duft durch die ganze Woh­nung. Dienens Augen sind ganz weit dabei ge­worden vor Träumerei, und ihr Gesicht stand über der Kerze, vergoldet von Licht und von Rach» denklichkeit.

Biene hat auch schon einen Brief an den Weih­nachtsmann fertig. Sie weih seine Adresse, sogar feine Telephonnummer weiß sie: Bärensprung 99. Eie stand beim Schreibtisch neben der Mutter, mit dem ledernen Mariechen im Arm. und hat zuge- fchaut, wie krikelkrakel eine Zeile nach der andern unter ihren kleinen Fingern entstanden ist. und war stolz. »Lies nun vor", hat sie bann verlangt und sich gewundert, wie schön sie schreiben kann. Die Mutter hat vorgelesen. So hat es geheißen:

An den Weihnachtsmann.

Himmel, Milchstraße (und bann das Telephon).

Lieber Weihnachtsmann!

Seit so gut und bringe mir also folgendes: Er- stensmal einen Puppenwagen, zweitensmal einen Kleiberschrank und da sollen brm sein: ein Kleid­chen und ein Wintermantel und ein warmes, ichwarzes Lackhütchen.

Lieber Weihnachtsmann, ich will Dir mal was 'agen, wenn ich jetzt meine Mutti schicke, mach mir doch Mariechen und das Küken und den Tisch , bald heil. Und schick mit doch ein Städtchen, da sollen kleine Schäfchen drin sein. Und liebet Weih­nachtsmann, mach das doch so aus, daß wir das Ehristkindchrn noch sehen, aber nicht das richtige, sondern das Figurenkindl von der Krippe. Wenn Du es aber mit dem richtigen Christel machen sannst, dann mach es ruhig mit ist es egal. Ober schick den Halllelulija. 'Aber hol mit ja nicht das Weihnachtspaket ab. das ich für Mariechen untern Wa'chtisch gestellt habe.

Run viele Grüße an alle, die mir was schenken Und mach dich vergnügt,

Deine liebe Biene."

Aus dem Reiche der Frau.

Lampenschein zufrieden am brettemen Tisch sitzt. Und immer und immer wieder taucht da zwi- schen den Blättern der wie in Stein gemeißelte Kopf der Käthe Kollwitz auf allein oder mit iijren Söhnen, die 1914 beide in den Krieg jogen. Rur der ältere kehrte zurück, der jün- gere fiel schon im ersten 3ahr als Kriegs­freiwilliger an der flandrischen Front, und aus dem unendlichen Schmerz heraus wuchs das größte Kunstwerk Käthe Kollwitz'Der Krieg" (1920), das aus der Begeisterung, dem unend­lichen Schmerz und Verzicht geboren wurde, und 8um Denkmal aller gefallenen Söhne, aller trauernden Mütter geworden ist.

Vor drei 3ahren, zum 60. Geburtstag der Käthe Kollwitz, zeigte die Akademie der Künste in Berlin das gesammelte Lebenswerk der Künst­lerin. Entsagung, Erbarmen und ttefes. er­schütterndes Erleben lag über diesem Raum.

Da verstummte der Mund vor der Größe und Weite des Geschauten, vor der eindringlich wer­benden Sprache, getragen von dem menschlichen Mitgefühl dieser großen Künstlerin.

Weihnachtsgeschenke im letzten Augenblick.

Don paula Meffer-plah, Gießen.

Wem ist es nicht schon passiert, daß er im letzten Augenblick vor dem Fest noch ein paar kleine Geschenke anfertigen wollte, nur liebevolle Kleinigkeiten, um jemand mit einem freundlichen Gedenken zu überraschen?

3mmer ist dafür ein guter Ausweg ein Ka­lender. Soll es besonders schnell gehen, so kaufe man eine feine und finnige Künstlerpostkarte, die

Pfefferkuchen- Lebkuchen, Honigkuchen.

Allerlei erprobte weihnachtliche Rezepte.

Pfefferkuchen. Man nimmt 1 Pfund Ho­nig oder Kunsthonig, rührt ihn an warmer Stelle mit 200 Gramm Zucker zusammen und gibt 15 Gramm gestoßenen Zimt, 10 Gramm gestoßene Retten, eine kleine Prise Pfeffer, 150 Gramm ge­stiftelte Mandeln, 75 Gramm gestifteltes Zitro­nat, 3 Eier und 2 gute Messerspitzen in etwas lauer Milch aufgelöste Pottasche hinein. Alles zusammen verrührt man eine Viertelstunde lang nach derselben Richtung mit einem flachen Holz­löffel und arbeitet bann soviel feines Mehl in die Masse, daß ein ziemlich fester, aber doch geschmei­diger Teig entsteht. Mit l1/? Pfund Mehl wird man ungefähr auskommen. Len Teig läßt man zugedeckt und kühl, aber nicht kalt stehen, rollt ihn am nächsten Tage gut messerrückendick aus, schneidet ihn in Stücke der bekannten Pfeffer- kuchengröhe, bestreicht diese mit Eigelb oder ge­schmolzenem Zucker und verziert sie mit halben geschälten Mandeln. Dann schiebt man sie auf einem Blech in den Ofen und läßt sie bei guter Hitze braun baden. An Stelle der Pottasche kann auch ein Päckchen Backpulver dienen.

Weißer Lebkuchen. Zunächst rühre man 8 kleinere oder 6 große Eier mit x[2 Pfund sein­gesiebtem Zucker etwa 20 Minuten, gebe dann 200 Gramm tags zuvor abgezogene gestiftelte und im Ofen bellgelb getrocknete Mandeln, je 50 Gramm feingeschnittene Vomeranzenschale und Zitronat, 10 Gramm gestoßenen Zimt, 5 Gramm gestoßenen Relkenpfeffer, ebensoviel Kardamom und einen Teelöffel voll in lauer Milch gut aufgelöste Pott­asche ober ein Päckchen Backpulver hinzu und verrühre alles zusammen noch ungefähr 10 Minu­ten, ehe man soviel feinstes Mehl hineinarbeitet, daß ein Teig entsteht, der nicht fest genug ist, um ihn auszurollen. Man streicht ihn auf ein gut ge­fettetes Blech, bäckt ihn bei guter Mittelhihe hell, aber gar und schneide ihn noch heiß in hübsche Stücke, oder man streicht ihn auf weihe Oblaten von der Größe der Rürnberger Lebkuchen und bäckt ihn. Es sieht hübsch aus, wenn man die Hälfte von ihnen mit weißer Zucker- und Schoko­ladeglasur bestreicht und mit geschälten Mandel- Hälften ausschniückt.

Honig-Kringel. 125 Gramm Butter und 125 Gramm Honig kocht man auf und mischt bei­des nach dem Abkühlen mit 3 Eidottern, 125 Gramm geriebenen Mandeln und soviel Mehl, daß ein ausrollbarer Teig entsteht. Halbfinger­dick ausgerollt, sticht man mit einer großen run­den Form Platten aus, nimmt mit einer kleineren Rundform die Mitte heraus, bestreicht die so ent­standenen Kringelchen mit Eiweiß, bestreut sie mit grobem Zucker und läßt sie im Ofen goldgelb baden. Die Honig-Kringel halten sich in Blech­büchsen ober Porzellandosen sehr lange.

Ouarkbretzeln: 500 Gramm weißer Käse oder Quark werden durch die Fleischhackmaschine

getrieben. Dann werben 80 Gramm Butter, 50 Gramm Zucker, 250 Gramm Mehl und 15 Gramm Backpulver daruntergemischl. Der Teig wirb fest verknetet, nudelartig ausgedreht und Bretzeln daraus geformt. Sie werben bann, wenn möglich, noch mit Ci bestrichen, auf ein gut eingefettetes Backblech gelegt und bei guter Oberhitze gebacken. Zu beachten ist, daß der weihe Käse gut abgetrod- nct ist und nicht mehr viel Flüssigkeit enthält, sonst wird zu viel Mehl benötigt und die Bretzeln wer­den zu trocken. Falls der weihe Käse noch etwas feucht ist, soll er durch ein Tuch fest auögebrüdt werden.

Mürbeteig: 125 Gramm kaltgestellte Mar­garine, 1 bis 2 Eier, 75100 Gramm Zucker, V? Pädchen Backpulver und 300 Gramm Mehl. Ci, Zuder und zwei Drittel des mit dem Bad­pulver vermischten Mehles verarbeitet man leicht, gibt dann die möglichst kalte, in Stückchen zer- pslückte Margarine dazu und arbeitet mit leichter Hand das übrige Mehl noch dazu in der Weise, daß die Margarine sich nicht zu eng mit dem Mehl verbindet. Der Teig muh mehr stückig als glatt aussehen. Er wird mef(crrücfcnbi(f auSge- rollt und entweder zu kleinen Kuchen ausgestochen, die mit Eiweiß bepinselt und mit Zucker und Man­deln bestreut werden.

Weihnachts-Honigkuchen. 2 Pfund Weizenmehl und 1 Pfd. Roggenmehl werden mit 2 Eßlöffel Kakao, 1 Eßlöffel feinem Zimmt, V- Teelöffel gestoßenem 3ngwer, 150 Gramm grob gehackten süßen Mandeln, 2 ganzen Eiern, Schale und Saft einer Zitrone, 150 Gramm Zitronat und 50 Gramm Orangeschale, beides fein geschnitten, vermischt. 2 Pfund Honig werden mit 750 Gramm Zucker aufgekocht, abgekühlt und das mit den Zu­taten vermischte Mehl darunter gewirkt. 25 Gramm Pottasche löst man in 3 bis 4 Eßlöffeln Wasser auf und knetet die Lösung mit 15 Gramm Hirschhornsalz unter den Teig, der nun eine halbe Stunde gut ourchgearbeitet werden muh. Dann wird er aus gerollt, Figuren ausgestochen und hellbraun gebacken.

Das Aufbewahren des Pfeffer­kuchens und des Wcihnachtsgebäcks ist eine Kunst. Rur, wenn der Kuchen seinen richtigen Platz bekommt, schmeckt er an den Feiertagen aus­gezeichnet. Alle auf Oblaten gebackenen Pfeffer­kuchen, sowie Makronen müssen vor Wärme ge­schützt und an einem trockenen und kühlen Ort aufbewahrt werden. Weder sollen sie im geheizten Zimmer stehen, noch sich an einem feuchten Ort befinden Großen Temperaturschwankungen dür­fen sie nicht unterworfen werden. Braune gla­sierte Pfefferkuchen, Printen und Leckerli behalten ihren knusperigen Charakter, wenn man sie in einer guten Blechdose, sowohl vor Luft als auch vor Feuchtigkeit schützt.

Biene fand diesen Brief sehr schön, erstaunlich schön. Dann ist sie unter den Waschtisch geschlüpft und hat nachgefehen, wie es mit dem Paket für Mariechen steht. Gott sei Dank, es ist noch da. Kern Weihnachtsmann hat es abgeholt, und es könnte doch leicht verwech'elt werden! Biene hat solch: Mühe gehabt, es zu ammenzustellen, sie hat sich die Schokolade am Munde abgespart, und das Packen war auch keine Kleinigkeit. Biene hat überhaupt so viel zu tun vor Weihnachten. Sie muß Handarbeiten machen für die Grohmutter und für allerlei Leute: denn das gehört sich so. Cs ist etwas Eigentümliches um Weihnachten, wenn man noch klein ist. Man schreibt an den Weihnachtsmann und er wohnt so weit im Himmel irgendwo. Dabei gibt es hier unten in allen Läden so viel zu kaufen, daß man es nicht recht begreift, wozu so einWeihrachtsmann eigent­lich nötig ist. Sehr merkwürdig ist das.

Wenn Biene über alles nachbenkt, alles Wun­derbare, dann hat sie so ein Gefühl im Kopf, als sei sie seekrank. Es schwankt ein wenig in ihr. Weihnachtsmann undalte die mir das schenken" sind das nun zweierlei oder nicht? Diene ist eine glühende Anhängerin des Glauöens an alle geheimen Mächte, andererseits...? Ach, es ist schwierig! Einstweilen macht sie Handarbeiten. Das ist so mühsam. Die Finger sind so klein und die 3deen so großartig: denn Diene erfindet ihre Handarbeiten selbst. Sie macht ein Radelkissen mit Blumen und Perlen und einen Aufhänger bar an; aber es gehört wirklich eine Gebrauchsanweisung dazu. Diene muß noch einen Brief dazu schreiben.

Liebe Großmama", diktiert sie,id> hab Dir eine Karte geschickt und dabei ist ein Radelkissen. Und Du mußt darauf sehr aufpassen, daß Du die Tautröpschni siehst. Mitunter sind die Tautröpf- chen unter den Blumen: und das Radelkissen habe ich gemacht. Du mußt ach geben und die Blätter dabei hochheben und dabei eine Brille aufsetzen. Manc^nal kann man es aber auch ohne Drille sehen.

Liebe Großmama, ich gratuliere Dir zu Deinem herzlichen Weihnachten! Und denke an alle Glück­wünsche, die ich Dir geschenkt habe. Wenn Du sie schon lange hast, so beide, baß Du sie von mir hast, und das Radelkiksen hat einen goldenen Rand.

Deine liebe Diene.

Biele Grüße zu Deinem Weihnachtsglück!

Dille Glückwünsche an Deine Weihnachtsfeier!"

Wie die Erwachsenen setzt sie ein richtiges Post­skriptum dahinter, damit das Wichttgste nicht ver­gessen bleibt So viele Glückwünsche! So viel Glück! So viel Wünsche!

Und Dirne geht zu dem Adventsbäumchen. Sie möchte wieder diesen wunderfeinen Dust spüren und in das weiße Licht starren, aber die Stube ist dunkel und Diene darf nicht allein das Däum­chen anzünden. Sie seufzt und seht sich schweigend in eine Ecke auf dem Sofa mitten im großen, dunklen Zimmer, ganz allein mit sich, mit ihren Wünschen, mit ihren Hoffnungen, und nicht einmal fingen mag sie in all der Feierlichkeit, die um sie gezaubert steht.

Draußen rauscht es vor dem Fenster in den hohen Kiefern, wie der Weihnachtswald, und die Scheiben sind bedeckt von tau'end feinen Ae sichen und Dlumen und Sternen, die das Christkind in den Abendstunden aus weißem Kristall dorthin malt. Diene kann auf ihrem weichen dunllrn Plätz­chen sehen, wie sie vor dem goldenen Licht der Laternen draußen zu blühen anfangen. Es ist, als atmeten sie.

WarniesWollenes für denMnier

3n diesem Winter hat die Mode aufWolle­nes" c n ganz besonderes Gewicht gelegt, und neben dem wollenen Taglleid, das heißt dem traglichcm einfachen Kleid, das nicht mehr den Sportcharakter betont wie vor zwei, drei Saisons das 3umperlleid, sondern so recht für jeden Weg und jede Deschäfttgung geeignet ist, die wir am Werktag unternehmen und auch im Zimmer durchaus am Platze ist, aus geschmack­voll gemusterten Wollstoffen in unzähliger Va­riation, spielt Gewebtes und Gestricktes eine große Rolle.

Der Pullover oder 3umper weicht in feinen Mustern vom überstarken Wiener Einfluß etwas ab. Wan hat sich an zuviel Farben etwas müde gesehen und will sich auf höchstens zwei Farbtöne, wenn nicht auf einen nur, be­schränken. Ein zweiter Farbton aber gilt in den neuesten Mustern nicht als müßige Garnitur, sondern er wird ein Teil des Ganzen, tritt

auf einen festeren Karton geklebt wird. Unten befestige man einen kleinen Kalend^rblock. oben ein seidenes Dändchen, und fertig ist die hübsche und praktische Uebcrraschung. AIS doppelten Dries kann man einen solchen Kalender in dis weite Well hinaus fliegen lassen. Wie mancher Deutsche, der draußen kämpft und darbt, wäre froh und dankbar über solch ein Deihnachts- getejden aus bet deutschen Heimat.

Wo bie Zeit nicht gar so knapp ist zur Her­stellung, und wo man mit einem kleinen aber ganz persönlichen Geschenk seine Liebe zeigen möchte, ba kleoe man ein hübsches farbiges Dill), etwa von doppelter Postkartengröße, aus einen Karton. Die farbigen Reproduktionen in den heutigen illustrierten Zeitschriften eignen sich aus­gezeichnet dafür. Ein größerer Kalenderblock wird unten befestigt. 3m Dlock selbst überklebt man jedes Dlättchen, das für einen Sonn lag bestimmt ist, oder auf den etwa ein Familienfest, ein Ge­burtstag ober sonst ein gemeinsamer Gedenktag fällt. Auf dieses weihe Dlatt schreibt man einen passenden Spruch oder Vers, oder verziert ihn mit einem kleinen Scherenschnitt, einer Zeichnung, einem luftigen Ausschnitt aus Duntpapier. Der Phantasie sind keine Grenzen gesteckt, und nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder vermögen hier reizende Dinge hervorzuzaubern. Solch ein Kalender gibt einen Zusammenhalt zwischen Schenkendem und Deschenktem das ganze 3ahr über, und ist das nicht bie schönste Eigenschaft eines Geschenkes?

Besonders für Herren geeignet ist folgende Kleinigkeit. Man nähe einen Rest schönes Seiden­band etwa 5 Zentimeter breit und 20 Zenti­meter lang an einer Schmalseite und an der Längsseite zu und drehe es bann auf die recht« Sette. Man fülle biefe kleine Seidenwurst mit Schrotkörnern, nähe auch bie -weite Schmalseite zu und verziere bie Schmalseiten entweder mit farbigen Stichen, Perlen ober Quasten. Diese niedliche Kleinigkett ist ein recht praktischer De- schwcrer auf Ducholättern beim Lesen, oder auf offene Bücher und Akten, bie man flum Arbeiten neben sich liegen hat unb die sich bei solcher Desc^verung nicht umblätlecn können. Wer seine Gabe besonders erfreulich machen will, der hänge statt dcr Perlquaste ein Marzipanschwein daran. Auch ein Schokoladenherz soll als zarte Stzmbol- sprache recht beliebt fein.

Kinder beschäftigen sich.

Von Paul Eipper.

Während ich den Titel niederschreibe, melden sich Bedenken. 3st der Ausdruck .Beschäftigung- richtig? 3ft er nicht zu schwer, zu gewichtig für das Tun und Treiben des Leinen Kindes, zu positiv und bewußt?

Aber dann sehe ich dem kleinen 3imgen zu, der knapp 14 Monate alt seinen Gummielefan­ten mit allen zehn Fingern umkrampft und durch­aus ernsthaft damit beschäftigt i.t, den Rüssel deS Spieltieres auszureißen. Da Hube 1 wir also schon wieder den Ausdruck .beschädigt" ange­wandt, und er muh wohl doch richtig fein. 3a, es ist noch die Unterstreichung .ernsthaft" hinzu- gekommen, und wenn ich mir in der Erinnerung viele Beobachtungen an Kindern vor Augen halte, so eint sie in der Tat alle: der Ernst, man könnte fast sagen, die 3nnbrunst, mit der sich gerade die Kinder befdjäftigm, 3ährlinge ebenso wie bie schon fast Schulpflichtigen.

3ch verbrachte kürzlich den Sonntag auf einem englischen Landsitz. Meine Freunde waren wie fast alle Londoner am Samstag auS ihrer Stadt­wohnung weggefahren, und wir spazierten, kaum daß der Rebel aufstieg, durch Wiesen und Felder, verbrachten den ganzen Sonntagvormittag in der frischen Luft. Auf dem Heimweg begegneten wir der Schwiegertochter, die an diesem Sonntag auch die Enkllin meines Gastgebers zum Lunch mit» brachte. Das vielleicht zweijährige Mädelchen sprang lebhaft durch die große Halle des Land­hauses, wurde zum Mittelpunkt der Gesellschaft, von allen Anwesenden verzärtelt und bestaunt.

Das haben Kinder nicht sehr gern, wenigsten« nicht auf lange Zeit. So wunderte ich mich nicht.

etwa als Unterärmel auf und wiederholt sich am Saum und breiten Stoß etwa so, daß viel­leicht flu einem braunen Rock ein brauner Güttel- stoh gestrickt ist ober gewebt, der vorn blusigen Ansatz in ein Beige ober einen Lindenton über­geht, dann bann glatt nach oben geführt ist bi« flut Schulter und zum kragenlosen Hals, Achseln und Arme hinunterläust^ bis kurz über den Ellenbogen, von wo aus dcr braune Farbton das Beige oder Linde wieder ablöst und im sonst ganz glatten Unterärmel weiterläuft bis zur Hand. Eine andere, ebenso aparte Wirkung kann umgekehrt erziell werden: Unten hell, oben dunkel, über der Brust beginnend. 3mmer in großer ununterbrochener Fläche, sowohl das bunfle wie das helle Teil, die nur vielleicht in wuchtigen Zacken ober Bogenmuster ineinanber über geh en. So schwarz und weiß, schwarz und grau, beige und dunkelblau, schöner jedoch je­weils dieselbe Farbe in dunklem unb hellerem Ton zum passenden dunkleren Wollrock.

Auch sehr viel ganz einfarbige 3umper und Westen überraschen durch ihre außerordent­lich gute Wirkung. Ganz glatt gestrickt, so daß die rechte Masche immer oben hegt, in ziemlich großen Maschen, alfb dünne Wolle mit dicken Radeln gearoeitet. Hauptsächlich in Beige unb Grau flum Winter. Sehr praktisch ist da eine Gar­nitur entweder aus einem Jumper mit ärmel­loser Weste ober einer losen Sweaberjacke mit ärmellosem Pullover, der als Zwischending über einer Waschweibenen Hemdbluse getragen wird.

Für sehr empfindliche Damen zeigt man schon seit eingen 3ahren handgestrickte W 0 llunter­wüsche, entzückende Kombinationen in einem ober Hemdchen in Zartrosa ober Hellblau, auch in Lila oder ganz feiner Angorawolle.

Em Dettjäckchen mtt langem Aermel und kleinem Kragen gehört zu den liebsten Geburts­tags- und Weihnachtsgeschenken, feit unsere Da­men hauchdünne Rachtkleidchen tragen. Auch bet ärmellose^ Schlafanzug verträgt noch eine wär­men be Hülle, unb da gibt es sowohl in dünnet wie in dvchttger Wolle ganz entzückende und noch dazu sehr kleidsame Dettjäckchen in allen garten Farben bis zu einem satten Violett, mit dem sich die Großmama schmückt.

Margret.