Ausgabe 
3.11.1930
 
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Kaiserkrönung in Abessinien.

Große Krönungsfeier in Addis Abeba. Oie Abessinier feiern sieben Tage lang auf Kosten ihres neuen Kaisers.

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Ras Tafari, der Regent Abessiniens, bei einem Besuch der deutschen Gesandtschaft in Addis Abeba.

A ddis Abeba, 2. Noo. (WTB.) Mit der Ent- hülluna des Denkmals für Kaiser Menelik II. auf dem Platze vor der St. Georgs-Kathedrale began­nen am Samstag in der abessinischen Hauptstadt die Festlichkeiten ^ur Kaiserkrönung Ras Tasaris. lieber 250 OCX) Angehörige der verschiedensten Stämme Abessiniens sind in der Hauptstadt zu- samme^geströmt. Das am Samstag enthüllte Denk­mal Meneliks ist eine vergoldete Statue des Kaisers auf einem sich bäumenden abessinischen Schlachtrotz. In einem Rahmen, der an Farbeilpracht kaum zu überbieten war, wurde dann am Sonntagvormittag Ras Tafari zum König der Könige und Kaiser von Aethiopien in der eigens boftir erbauten Kirche neben der Kathedrale des Heiligen Georg gekrönt. Noch vor Morgengrauen hatte sich die große zwei Kilometer lange Staatsprozession vor dem vom Kaiser Menelik erbauten Palast versammelt. Abes­sinische Gardetruppen, strahlend im Glanze nagel­neuer europäischer Uniformen, eröffneten den Zug. Hinter den Truppen folgten die Vertreter der fremden Mächte, darunter der Sohn des Königs von England, der Herzog von Gloucester und der Gesandte des deutschen Reiches, Freiherr von Waldhausen. Ras Tafari saß in einem Krö­nungswagen, der aus den Beständen des ehemali­gen kaiserlichen Marstalls in Berlin stammte und von sechs österreichischen Falben gezogen wurde.

Vor der im Innern reich mit Teppichen behängten Kirche erwartete der Erzbischof Cyrill mit den Wür­denträgern der koptischen Kirche die Prozession. Die Priester trugen prächtige Sammetgewänder und darüber Umhänge, die mit Goldstickereien geschmückt waren. Mächtige Chöre setzten ein, als der Erz­bischof und die Geistlichkeit dem kaiserlichen Zuge in die Kirche voranschritten. Ras Tafari betrat die Kirche in einem prächtigen karminroten Gewände, das ebenfalls mit Goldstickereien reich verziert war.

Die Krönung selbst war kurz. Nach dorn Spre­chen der Gebete setzte der Erzoischof die mit 3u» welen beselcke Krone auf das Haupt des Kaisers. Aus die offizielle Krönungszeremonie folgte um 9 Uhr eine religiöse Zeremonie in der Kathedrale. Danach fuhr der Kaiser im Krönungswagen durch die geschmückten Straßen und die Triumph­bögen. die unter seiner persönlichen Aufsicht für die Krönungsfeier errichtet worden waren, zu­rück zum Palast. Er wurde von seinen zu Tausenden aus allen Teilen des Landes herbei­strömten Untertanen begeistert begrüßt. 2km Pa­last nahm er dann die Glückwünsche der Führer der auswärtigen Missionen entgegen. Sieben Tage und Nächte werden das Volk aus Addis Abeba und die Besucher von nah und fern Gäste des Kaisers sein.

Vorbereitung für die europäischen Gäste: Verschönerungsarbeiten am Vorplatz des Bahnhofs in Addis Abeba.

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Kapitän Ehrhardt antwortet Herve.

Berlin, l.Nov. (TU.) Arnold Rech berg hat an Kapitän Ehrhardt folgendes Tele­gramm gerichtet:

Gustave H e r v 6 depeschiert mir soeben wie folgt: Nachdem ich von Herrn Hitler und von dem Stahlhelm keine präzise Antwort er­halten habe, bitte ich Sie, den Kapitän Ehr­hardt über meine Vorschläge zu befragen. Ich weiß, daß sich der Kapitän Ehrhardt, einer der ausgeprägtesten Führer des deutschen Nationalis- mus, bereits früher für eine deutsch-französische Einigung unter der Voraussetzung ausgesprochen hat, datz sie'der nationalen Ehre Deutschlands und seinen Lebensinteressen im weitesten Maße gerecht werde. Ich wäre 2khnen sehr verbunden, wenn Sie den Kapitän Ehrhardt, von dem ich an­nehmen muß. daß er seine prinzipielle Einstel- lung trotz der Schwankungen der Tagespolitik Nicht geändert hat, zu einer Aeußerung an mich veranlassen könnten. Unterschrift: Gustave Herve. 2kch bitte um Ihre Aeußerung zwecks Weiter­gabe an Hervel gez. Arnold Rechberg."

Kapitän Ehrhardt hat Arnold Rechberg folgendermaßen geantwortet, bitte Hervä zu antworten:

Ich bin mir der Tragweite einer öffentlichen Erörterung, die zur deutsch-französischen Einigung beitragen kann, voll bewußt. Ich scheue mich auch keineswegs, klipp und klar zu den Vorschlägen Hervös Stellung zu nehmen, ganz gleich, welche tPeTle Aern-5 in Frankreich sp::'i Wefenll '. ip, daß die Fra

bleibt. Da ich mit meiner persönlichen zustim­menden Meinung zur deutsch-französischen Eini­gung bereits hervorgetreten bin, so halte ich es nunmehr für erforderlich, eine breitere Ba­sis zu schaffen. Ich werde daher meine poli- tischen Freunde, von denen viele ihre Arbeits­kraft den größeren nationalen Verbänden und Parteien gewidmet haben, befragen, wie der einfache deutsche Frontsoldat über die endgültige Beilegung des Jahrhunderte alten Streites zwischen Deutschland und Frankreich, für den beide Nationen ihr wertvollstes Blut ver­gossen haben, denkt. gez. Kapitän Ehrhardt.

General von der Lippe zur Gtahihelmaniwort.

Berlin, 1. Nov. (TU.) Arnold Rechberg übergibt der Oesfentlichleit folgende Erklärung des Generalleutnants a. D. von der Lippe:

Die vock dem Stahlhelm-Bundcs an-ler, Herrn Major a. D. Wagner, unterzeichnete Antwort aus die Vorschläge Gustave Heroes, in der jede Diskussion des Stahlhelin mit Franzosen über die Revision des Versailler Vertrages zugunsten Deutschlands und über eine deutsch-französische Einigung grundsätzlich von der vorherigen Bereinigung der Kriegsschuldfrage abhängig gemacht wird, hat mich tief bestürzt. Damit wird die für die Zukunft unseres Vater­landes vielleicht entscheidende Erörterung a u f ein totes Gleis geschoben. Ebensowenig wie irgendein patriotischer Deutscher jemals eine -negsschuld Deutschlands zugeben wird, ebenso- 1rtifl Wird eine patriotischer Franzose die Kriegs- ' ' '' > auf Frankreich übernehmen Einigen sich

dagegen Deutschland und Frankreich auf der Grundlage von Bedingungen, welche der natio­nalen Ehre und den Lebensinteressen auch Deutsch­lands gerecht werden, dann wird damit zugleich die Kriegsschuldfrage bereinigt werden.

Ich kann mich der schweren Befürchtung nicht verschließen, daß von verkappten Partei­gängern des Bolschewismus versucht wird, auf die Stahlhelm-Bundesleitung zugunsten eines Zusammengehens des nationalen Deutsch­land mit Sowjetrußland gegen Frankreich und gegen die Westmächte einzuwirken. Jeder Ver­such, derartige Pläne zu verwirklichen, wäre gleichbedeutend mit dem Ende Deutschlands. Moskau will Deutschland durch die Hoffnung auf die Waffenhilfe der Roten Armee die in Wirklichkeit jeder Kampfkraft ermangelt, zum Krieg provozieren, damit unser Vater­land von überlegen bewaffneten Gegnern noch­mals vernichtend geschlagen, zur leichten Deute des Bolschewismus werde. Darum fürchtet Mos­kau die Einigung zwischen Deutschland und Frank­reich und versucht sie zu vereiteln. Ich halte mich vor Gott und vor meinem Gewissen für verpflichtet, nicht länger zu schweigen."

Eine Erklärung deutscher Freimaurer.

Berlin, 2. Nov. (TU.) Pfarrer Habicht, der National Großmeister der Großen National- Mu11erloge zu den drei Weltkugeln gibt im Auftrage von acht deutschen Großmeistern folgende Erklärung ab:

Wie Ende August bekannt wurde, haben Mit­glieder des Ober st en Rats des alten und angenommenen schottischen Ritus der 91 i e ö e r ( a n b e u n b berSchweiz am 18. April bieses Jahres einen Obersten Rat gleicher Art für Deutfchlanb eingesetzt. Dieser neue Oberste Rat hat sich bann im Sommer angemaßt, a ch t neue be u t s ch e Logen zu grünben, bereu Regularität er anerkannt wissen will. Die Mitglieber biefer Logen stammen fast ausnahmslos aus ben Winkel­

logen des FreimaurerbunbesZur aufgehenden Sonne". Um anerkannt zu werben, haben sie sich nicht gescheut, sich vor ber Grünbung ber genannten Logen burch auslanbische Logen auf­nehmen zu lassen. Die acht Logen haben sich in­zwischen, wie es von Anfang an geplant gewesen zu sein scheint, zursymbolischen Großloge" zusammengeschlossen. Weber bestaub- in Deutfchlanb bisher ein Oberster Rat, noch hatten bie beutschen Großlogen und Logen irgendwelche Be­ziehungen zu ben Obersten Räten bes Auslanbes. Die deutschen Großlogen erheben feierlich Ein­spruch gegen diese undeutschen Gründungen, die sie auf das entschiedenste ablehueu. Ihre freimaure­rische Anerkennung ist wie für die Gegenwart, so auch für die Zukunft ausgeschlossen. Da aber die deutschen Großlogen und Logen gesetzlich nicht in der Lage sind, diesen Organisationen und ihren Mitglie­dern die Bezeichnung als Oberster Rat, Großloge, Loge und Freimaurer zu verbieten, so legen sie Wert darauf, die Oesfeutlichkeit davon zu unter­richten, daß weder der Ober st e 9i a t in Deutschland, noch d i e neuesymbolifche G r o ß l o g e, wie die von ihr gegründeten bestehen­den oder späteren Logen mit ben alten b e u t = schenLoaen verwechselt werben bürfen, und baß beren Mitglieber als beutsche Freimaurer nicht angesehen werden können. Ihre Aeußerungen, ihre Handlungen, ihr Wesen hat mit der alten deutschen Freimaurerei nichts zu tun. Nach dem freimaureri­schen Recht und der freimaurerischen Gepflogenheit steht die Gründung oder Billigung neuer Logen in Deutschland neben der Großen Landesloge der Frei­maurer von Deutschland nur den unterzeichneten acht Grohlogen zu.

Große National-Mutkerloge zu ben 3 Weltkugeln, Berlin. Große Loge von Hamburg, Hamburg.

Große Freimaurerloge Zur Eintracht, D a r m st a b t. Große Lanbesloge von Sachsen,

Dresben. Große Loge von Preußen, genanntZur Jreunbschask", Berlin. GroßlogeZur Sonne", Bay­reuth. Große Mutterloge bes Eklektischen Frei­maurerbunbes, Frankfurt a.M. Großloge Deutsche Bruberkette, Leipzig.

OeutscheVerwahrunginWarschau

Mit einem Stvßseuszer der Befriedigung wird die deutsche Oeffentlichkeit davon Kenntnis neh­men, daß jetzt sogar dem Auswärtigen Amt der schier unendliche Faden der Geduld gerissen ist und der deutsche Gesandte den Auf­trag erhalten hat, bei der polnischen Regierung wegen der fortgesetzten Angriffe in der polni­schen Presse gegen alles, was deutsch ist, energisch Verwahrung ei nz ulegen. Das hätte schon längst geschehen müssen. Ein Teil der polnischen Presse betreibt ja das Verleumder- Handwerk seit Jahr und Tag geradezu gewerbs­mäßig, und seit dem Beginn des Wahlkampfes sind eigentlich auch die letzten Hemmungen noch gefallen, die bisher gelegentlich beobachtet wur­den. Man soll gewiß nicht jedes Wort, das im politischen Kampfe fällt, auf die Goldwaage le­gen. Aber gewisse Grenzen müssen nun doch ein­mal gewahrt werden.

Bismarck hat einmal das Wort geprägt von den Fensterscheiben, die außenpolitisch sehr leicht durch die Presse eingeworfen werden können. Was auf diesem Gebiet möglich ist, hat die pol­nische Presse längst fertiggebracht, zu verderben ist gewiß nichts mehr. Aber gerade weil Deutsch­land sich scheinbar alles gefallen lieh, weil unsere Diplomatie nie über vertrauliche Winke hinaus­ging, glaubte die polnische Presse, nachgerade einen Freibrief für Beleidigungen gegen Deutschland zu besitzen. Es kann nut nützlich wirken, wenn ihr jetzt einmal nach­drücklich zu Gemüte geführt wird, daß sie unter Umständen die Kosten dieser Fensterscheiben nach­träglich selbst bezahlen muh, denn auch in Warschau kann es nicht verborgen geblieben sein, daß das europäische Gleichgewicht sich doch in den letzten Jahren etwas verschoben hat; nicht positiv zum Vorteil Deutschlands, jedoch min­destens negativ zum Nachteil Volens.

In Versailles war den Polen die Rolle eineS französischen Schutzmannes an der deutschen Ost­grenze zugedacht, und auf dieses Mandat hin haben sie gesündigt. Sie haben die Deutschen im eigenen Lande alsSkaatsbürgerzweiter Klasse behandelt, haben ihre finanzielle Sanierung und ihre Agrarreform im wesentlichen auf Kosten Deutschlands auf gezogen; immer unter französischem Beifall. Und auch außenpolitisch war die Taktik der Presse darauf gerichtet, durch einen Feldzug gegen Deutschland die nationale Leiden­schaft wachzuhalten. P i 1 s u d s k i hat in seinen Anfängen freilich begriffen, daß Polen im Augen­blick, wo ihm die westliche Unterstützung fehlt, unter Umständen sch r ec in e ne de u t s ch - r u s s i- s ch e Zange geraten kann. Er war deshalb An­hänger des Versuchs einer Verständigung mit Deutschland. Aber davon ist er längst a b g e - k o m m e n. Heute braucht er die antideutsche Hetze, um seinen Wahlkampf auch gegen die polnische Opposition durchführen zu können. Ec spekuliert darauf, daß die deutsch-russische Zange ja doch nicht mehr zupacken kann, was vermutlich ja auch richtig ist.

Aber wir haben auch noch andere Mittel, uns zu wehren. Bei den letzten Verhandlungen im Völkerbundsrat hat Polen gerade keine glück­liche Rolle gespielt, und daß Frankreich sich in den letzten Jahren geweigert hat, neue Anleihen nach Warschau zu legen, konnte die polnischen Machthaber doch auch immerhin nachdenklich stimmen. Ganz abgesehen von den Möglichkeiten, die uns unmittelbar gegeben sind, um uns vor Beleidigungen zu schuhen. Wir können daher einstweilen annehmen, daß eine solche kalte Dusche genygt, um den Größenwahnsinn der polnischen Nationalisten abzukühlen. Sollten wir uns darin täuschen, dann wird hoffentlich die erfreuliche Aktivität, die aus der Demarche spricht, nicht sofort wieder einschlafen, dann werden wir eben zu schärferen Mitteln greifen müssen, um uns Genugtuung zu verschaffen.

Der oberschlesische Woiwode verweigert eine Audienz.

Neue Terrorakte.

Kattowitz, 1. Nov. (TU.) Am Freitag­vormittag wollte der Führer der deut­schen Wahlgemeinschaft, dem sich die Vertreter der deutschen und polnischen Sozialisten angeschlossen hatten, beim Woiwoden vorsprechen, um ihn auf die blutigen Ter­rorakte der Aufständischen gegen harmlose und wehrlose deutsche Bürger aufmerksam zu machen und um entsprechenden Schuh durch die Polizei zu bitten. Nach einstündigem Warten wurde der Llbordnung mitgeteilt, daß der Woiwode einen Empfang der Abordnung in dieser An­gelegenheit ab 1 ehne. Dem Führer der Ab­ordnung, den früheren Abgeordneten Franz, wurde empfohlen, die Beschwerde schriftlich einzureichen. Die Herren mußten darauf ergebnis­los das Woiwodschaftsgebäude verlassfen. Be­merkenswert ist, daß kurze Zeit vorher deck Woiwode den Vertreter des Aufständischen­verbandes und einige führende Abgeordnete der Regierungspartei empfangen hatte.

Inzwischen werden neue Ueberfälle aus verschiedenen Ortschaften der Woiwodschaft Schlesien gemeldet. In Siemianowih wurden am Hellen Tage Austrägerinnen deutscher Zeitungen von sechs Aufständischen belästigt, so daß sie flüchten mußten. Aus der Dorfstraße wurde ein deutschsprechender junger Mann gcofjrfeigt Einer Zeitungsträgerin, die ihren von Ausstän-« dischen übersällenen Mann verteidigen wollte, wurde die linke Hand gebrochen. Der Zeitungsstand wurde zerstört und die Zei­tungen vernichtet. Am Freitag sind die deut­schen ZeitungenOberschlesischer Kurier" und Kattowiher Zeitung", die sich mit den Vor­fällen und Terrorakten beschäftigten, wieder von der Polizei beschlagnahmt worden.

Die Wünsche Gochsens.

Tie Besprechung des Reichskanzlers in Dresden.

Dresden. l.Nov. (CNB.) Die Besprechung zwischen der Reichsregierung und der sächsischen Regierung wurde dadurch eingeleitet, daß Mi­nisterpräsident S ch i e ck eingehend die sächsi­schen Schwierigkeiten und Nöte Darlegte. Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsfinanz­minister Dietrich führten aus, daß es nach der Gesamtlage darauf ankomme, das Ver­trauen zur deutschen Wirtschaft und Finanzpolitik zu befestigen. In diesem Sinne sei der Wirtschafts- und Finanzplan der Reichsregierung als einheitliches Gan­zes zu würdigen. Beschlüsse wurden nicht gefaßt, vielmehr diente die Aussprache einem vertrau­lichen Gedankenaustausch über die wichtigsten Probleme dieses Reformplanes, dessen Einzel­beratung im Reichsrat bekanntlich bevorsteht. Selbstverständlich wurde hierbei auch das Re­parationsproblem besprochen. Dabei trug Ministerpräsident Schieck unter Bezugnahme aus den unlängst ergangenen Beschluß des Sächsischen Landtages den Wunsch vor, lobülb wie möglich zu einer Revision der deut­schen Reparationbvcrpslichtungcn zu gelangen.

Kleine politische Nachrichten.

Die Staatsanwaltschaft batgegenbasUrtefl im Bombenlegerprozeß R e v,i s i o n ein­gelegt. Ein Revisionsantrag ber Verteibigung ist bis Samstag nicht eingegangen. Rechtsanwalt Dr. tiuetgebrune soll auf Befragen erroibert haben, es sei noch unentschieben, ob Revision eingelegt werbe. Die Verurteilten lehnten bieses Rechtsmittel grunb- sätzlich ab, aber bie Verteibigung trete bafiir ein; bie Frist zur Anmeldung laufe noch bis zum 7. No­vember.

Generalmajor Freiherr von Hammer­stein Equord, Chef ber Heeresleitung, ist mit Wirkung vorn 1. November z u m General der Infanterie befördert worden.

Das Reichsinnenministerium hat in feinem Haushaltsplan für 1931 100 000 Mark zurVor­bereitung der Wahl desReichsprä- s i d e n t e n" angefordert. Die Amtsdauer des Reichspräsidenten läuft im Mai 1932 ab. Ein Teil der Wahlvorbereitungen und auch der Ausgaben fällt daher in das Rechnungsjahr, dessen Haushalt jetzt fertigaestellt werden muß. Bei der letzten Wahl des Reichspräsidenten betrugen die auf das Icich entfallenden Kosten insgesamt 2,4 Mill. Mk.