Das am 8.September von der Hamburger Polizeibehörde erlassene allgemeine Verbot der nationalisoziali stischen Par- teiunisorm ist jetzt vom Hamburger Senat nachgeprüft worden. Der Senat kam zu der älcber- zeugung. daß auch heute noch die Gefahr von Störungen der öffentlichen Ordnung besteht, wenn den Angehörigen radikaler Parteien das Tragen von Uniformen wieder gestattet wird. Er hat deshalb das Uniformverbot bestätigt.
•
Der Oberpräsident hat den Antrag der NSDAP., gegen den Berliner Oberbürgermeister Boß wegen erst später bekanntgewordener Dienstwidrigkellen ein neues Disziplinarverfahren einzuleiten, ab gelehnt. Die Ermittlungen über die Lorwürfe, die gegen Böß im Untersuchungsausschuß erhoben worden seien, hätten ihn nicht zur Einleitung eines neuen Verfahrens bestimmen können. Da mit dem 1. November die Pensionierung von Böß vollzogen ist, liegt jetzt ein Disziplinaroer- fahren nicht m»hr im Bereich der Möglichkeit.
♦
Vei den M u n i z i P a l w a h l e n in England und Wales zeigt sich aus dem Ergebnis aus rund 80 großen Städten, daß dje Arbeiterpartei beträchtlich verloren hat. Die Konservativen haben 79 Sitze gewonnen und 10 Sitze verloren, dieLiberalen gewannen 9 und verloren 17 Sitze, die Arbeiterpartei gewann 27 und verlor 92 Sitze, die Unabhängigen gewannen 24 und verloren 20 Sitze.
Aus aller Welt.
Aus der Reichslagsbibliokhek gestohlen.
Der Direktor der Reichstagsbibliothek, Dr. Fischer, erklärte über einen sensationellen Einbruch in die Reichstagsbibliothek: Bereits am 24. Oktober, als man das Bildmaterial für ein Werk über den Reichstag zusammenstellen wollte, entdeckten die Bibliothekbeamten, daß aus einem einfachen eisernen Schrank, der durch ein einfaches Schloß gesichert war. das wertvollste Stück der Reichstagsbibliothek, die Berfassungs- urkunde vom 2 8. März 1 8 4 8, entwen - d e t worden war. Wann der Diebstahl ausgeführt ist, läßt sich nicht mehr ermitteln, weil man seit dem November 1929 die Urkunde nicht mehr kontrolliert hatte. Das Dokument stellt ein Unikum aus der deutschen Geschichte dar. Unter dem gedruckten Text der 48er Reichsverfassung befinden sich die Originalunterschriften sämtlicher Abgeordneter der Nationalversammlung der Paulskirche. Die Urkunde ist auf Pergament gedruckt, der Einband besteht aus rotem Leder; auf der Vorderseite befindet sich ein Adler in Silber. Ihr literarischer Sammlerwert läßt sich nur schwer angeben, dürfte ober nicht unter 100000 Mark liegen. Zugleich mit der Berfassungsurkunde hat der Dieb aus dem eisernen Schrank Karikaturen von 1 8 4 8 entwendet, ferner die einzige Reproduktion des wertvollen Verfassungsdokumentes, außerdem ein Exemplar der Sittengeschichte des Weltkrieges von Magnus Hirschfeld und drei Bände „Bilderlexikon der Erotik", herausgegeben vom Institut für Sexualforschung in Wien. Der Schrank ist offenbar mit einem einfachen Dietrich geöffnet und nach vollbrachter Tat säuberlich wieder verschlossen worden.
Eine Tolenstadl
aus der Bronzezeit in Apulien aufgefunden.
Sn der Umgebung von Tarent in Apulien, wo seit einiger Zeit archäologische Ausgrabungen vorgenommen werden, ist in der Gemeinde Chiazzoda eine Totenstatt aus der Bronzezeit gesunden worden. Diese Relropolis, die auf das 7. Sahrhundert v. Ehr. zurückgeführt wird, soll noch dem Urteil Sachverständiger mehrere Sahrhunderte hindurch als Begräbnisstätte gedient haben. Eine große Anzahl keramischer Gefäße sind bei den Arbeiten ans Tageslicht gefördert worden. Man hofft durch die Funde neue Aufschlüsse über die bisher ungeklärte Vorgeschichte von Apulien zu erlangen.
August Tragens
zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt.
Der vom Schwurgericht Neustrelitz zum Tode verurteilte Landarbeiter August Nogens ist auf Beschluß des Staatsministeriums zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. — Nogens ift bekanntlich als Mörder des kleinen Ewald Nogens verurteilt worden.
Oer neue Kdtot der Darmstädter Technischen Hochschule.
wsn.^ D a r m st a d t, 1. Rov. Sn Anwesenheit des Staatspräsidenten Dr. Adelung, des Snnenministers L e u s ch n e r und des Oberbürgermeisters Müller fand heute in der Otto- Berndt-Halle die feierliche Rektoratstiber- g a b e an den neuen Vektor der Technischen Hochschule, Prof. Dr. Wöhler, statt.
Die Amtsgerichtsfrage
in Bad-Nauheim und Zriedberg.
WSR. Bad-Rauheim, 1. Rov. Wie zuverlässig mitgeteilt werden kann, wird von der hessischen Regierung an eine Zusammenlegung der Amtsgerichte Bad-Rauheim und Friedberg nicht mehr gedacht. Der Weiterbestand beider Gerichte kann als durchaus gesichert bezeichnet werden.
Bürger- und Biersteuer in Wetzlar und Zulda.
WSR. Wetzlar, 1. Rov. Die hiesige Stadtverordnetenversammlung be'chästigte sich unter dem Vorsitz des 1. Beigeordneten B a n- g e r t mit der Einführung neuer Steuern auf Grund der Rotverordnung. Beigeordneter Dr. Bangert gab dazu eine eingehende Begründung. Die Stadt Wetzlar hat aus dem Sahre 1929 einen Fehlbetrag von 2 5 2 0 0 0 M r., der durch Anleihe gedeckt werden soll. Auch im laufenden Rechnungsjahr wird mit einem Fehlbetrag von 2 5 0 0 0 0 Ri k. gerechnet. Das voraussichtliche Ergebnis der ‘Stieger ft euer in Wetzlar dürfte 45 000 Mk. betragen. Aus der B i erst e u e r werden rund 7000 Ml. erwartet. Die Abstimmung ergab die Annahme der Bürgersteuer, sowie der Diersteuer unter der Voraussetzung. daß es gelingt, mit der Brauereivereinigung einen höheren Pauschalsah zu vereinbaren, der das aus der Biersteuer erwartete Aufkommen ohne einen Bierpreisaufschlag gewährleistet.
WER. Fulda, 1. Rov. Die Stadtoer - vrduetenverjammlung bat die Einfüh
rung der Bürger st euer und die Erhöhung der Biersteuer beschlossen. Die Einführung dieser neuen Steuern war notwendig geworden, um die im Wohlfahrtswesen entstehenden Mehrausgaben $u decken. Die Höhe der Dürger- fteuer soll sich nach den Sätzen der Ausführungsbestimmungen richten, die Preußen zu der Rotverordnung des Reichspräsidenten geben wird. Man erwartet aus der Bürgersteuer ein Aufkommen von 70 000 Mk.,' aus der erhöhten Gemeindebiersteuer ein solches von 20 000 Mk.
Ein Giaaiskommissar für Frankfurt?
WSR. Frankfurt a. M.. 2. Rov. Rach einet Pressemitteilung hat sich Stadtkämmerer A s ch dahin ausgesprochen, daß bei einer Verweigerung der Deckung des vom Magistrat vorgelegten Rachtragsetats durch die Stadtverordnetenversammlung die Ernennung eines Staatskommissars vom Magistrat beim Regierungspräsidenten beantragt werde. Durch diesen werde dann die entsprechende Deckung angeordnet.
Sparverfügung
des Kasseler Oberbürgermeisters.
WSR. Kassel, 1. Rov. Sm Anschluß an seine früheren Sparverfügungen hat der Oberbürgermeister neuerdings angeordnet, daß die städtischen D i e n st st e l l e n im dritten Vierteljahr nur 2 0 Prozent der in den Haushaltsplan für 1 9 30 eingestellten Mittel verwenden dürfen. Eine Hebcr- schreitung der freigegebenen Teilbeträge darf unter keinen Umständen erfolgen. Für das vierte Vierteljahr hat sich der Oberbürgermeister die Verfügung über den freizugebenden Betrag Vorbehalten.
(Starfenburg.
WSR. D a nm st a d t, 2. Rov. Heute abend wurde im Hauptbahnhof in Darmstadt der Oberpostschaffner Ritter aus Groh-Zimmern, der Ende der 40er Sahre steht, beim Passieren eines Gleises von einem Zuge erfaßt und überfahren. Ritter, der anscheinend infolge des Sturmes den herankommenden Zug nicht bemerkt hatte, wurde auf der Stelle getötet.
Kunst und Wissenschaft.
Professor Felix Berber f.
Im Alter oon 59 Jahren ft a r b am Sonntag in München an den Folgen einer schweren Angino- erfranfung Akademieprofessor Felix Berber, der als Geiger einen Weltruf genoß. Bereits mit neun Jahren trat er zum ersten Male öffentlich auf und erregte schon damals die Aufmerksamkeit der Musikwelt. Berber war insbesondere ein überragender Beethooen-Spieler. Zahlreiche moderne Komponisten haben ihm ihre Werke gewidmet, so Psitzner Sil- cher und Schillings. Er brachte auch zahlreiche Uraufführungen mit großem Erfolg heraus. Er war der erste Geiger, der u. a. für Reger eingetreten ist. Professor Berber galt unbestritten für einen der bedeutendsten Geiger seiner Zeit überhaupt. Noch vor 14 Tagen hatte er ein Beethooen-Konzert gegeben und ungeheuren Erfolg geerntet. Er starb nach neuntägigem Krankenlager.
Die Wetterlage.
L
(toP "TL
•e1. e 10 Wfcny 7*7
IT ^Tr^nKf. " <^5_40«
Z11
M--
riaQxuni
x
L
■s©:
n Wolkenlos, »neuer (>naiD oeoecKL ®woikig_eoedecki •Rrflen, * Schnee & Graupeln e fietiei K Gewitter ©windstille.-O sehr leichter Ost y massioer Südsüdwest stürmischer «ordwesl Oie Piene fliegen mit dem winde Oie ©eigen Stationen stenenden Zahlen gehen die Temperatur an Pie Linien eeromden Orte mit gleichem- auf neeresniVeau umgerechneten Luftdruck
Wettervoraussage
Die gestern westlich der britischen Inseln gelegene Störung Hat sich infolge stärkerer Temperaturgegensätze zu einem Sturmwirbel mit starkem Barometergefälle entwickelt, dessen Kern übet der Nordsee Luftdruck oon unter 730 mm zeigt. Die Witterung ganz Deutschlands wird von ihm beherrscht, d. h. windiges, zum Teil stürmisches Wetter mit Niederschlägen herrscht vor. Sehr rasch werden die Winde von r-üdwesten über Westen nach Nordwesten um- drehen und entsprechend der Luftzufuhr aus höheren Breiten Temperaturrückgang bringen. Dabei führt der Kaltlufteinbruch vorerst zu unbeständigem, jedoch schon aufklarendem Wetter. Mit den vorüberziehenden Böenwolken treten Schauer auf. Ebenso rasch wie der Luftdruckfall eingesetzt hat, wird das Barometer wieder steigend Tendenz zeigen und mit dem höheren Druck eine Beruhigung bringen, wenn auch kein beständiges Wetter vorauszusehen ift.
Aussichten für Dienstag. Bei anfänglich lebhafter, später abflauender nordwestlicher Luftbewegung, wechselnde Bewölkung mit Aufklaren, kühler, zunächst noch Regenschauer.
Aussichtenftir Mittwoch. Regnerisches, aber noch kein beständiges Wetter wahrscheinlich.
Lufttemperaturen am 2. November: mittags 10,5 Grad Celsius, abends 10,6 ®raö; am 3. November: morgens 9,5 Grad. Maximum 12,4 Grad, Minimum 9,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. November, abends 9,6 Grad: am 3. November: morgens 8,4 Grad Celsius. — Niederschläge: 4,4 mm.
SonnenjcheinLauer eine Stunde.
»<
1 t
4» ..
W»
'■*' ™ Orient
Wir zeigen Ihnen heute kein Bild aus unseren deutschen Fabriken. Diese Anlage steht vielmehr fern im Orient; denn unser Kampf gegen den Tabakstaub beginnt schon im Heimatland der Haus Neuerburg - Zigaretten. — In den Ausfuhrhäfen des kostbaren Macedonentabaks : Cavalla, Saloniki und Piräus, haben wir unseren Manipulationshäusern neuerdings ganz moderne Entstaubungs-Anlagen gegeben, die den Tabakstaub entfernen, bevor die Fermentation der Blätter beginnt. Gerade von dieser Vorsorge— bei dem wichtigen Gärungs- Prozeß des Tabaks—erhoffen wir eine noch nie dagewesene Steigerung der Qualität unserer Zigaretten. Jetzt sind erstmalig die so behandelten Ballen in unseren Fabriken verarbeitet worden. Handelt es sich zunächst auch nur um Teilmengen, so wird Ihnen eine Rauchprobe doch schon bestätigen, was die gründliche Entstaubung desTabaks für Ihre Zigarette bedeutet.
IBfiflÜÄ llEUERBm
OVERSTOLZ
5 PF.
RAVENKLAUi
6 PF.
staubfrei
— schmecken niemals bitter!
Q
kJie können unsere Angaben nachprüfen: Wenn Sie durch eine HAUS NEUERBURG- Zigarette blasen - ehe sie brennt so werden Sie keine Spur von Staub bemerken.


