vie Gummi, Zucker, Tee, Zinn usw. sogar zu Ein» chränkungen der Firmen geführt habe, von denen laturgemäß in erster Linie die Nichtholländer und «arunter auch zahlreiche junge Deutsche betroffen Derben.
Die Wirkungen dieser Entwicklung, die wohl nur jum Teil vorübergehenden Charakter trägt, und »ach Ansicht mancher unterrichteter Fachkreise über- iaupt zu einer weiteren Versteifung der iberseeischen Arbeitsmärkte führen oird, zeigen sich auch bereits bei den Zahlen der »eutschen Auswanderung für das erste Halbahr 1930. Nach den vorläufigen Angaben haben in üesem Zeitraum 20 500 Deutsche die Heimat mit iberseeischem Reiseziel verlassen, während es im irften Halbjahr 1929 30 844 waren und in der ent- prechenden Zeit von 1928 sogar 31 466. Die deutsche lluswanderung bleibt im ersten Halbjahr 1930 da- nit hinter dem Durchschnitt der letzten Jahre um I u t ein Drittel zurück. Dieser außerordentlich iroße Rückgang dürfte vor allem auf die Quo- cnregelung der Vereinigten Staaten lurückzuführen fein, die seit dem Juli 1929 besteht tnö neuerdings im wachsenden Umfang durch die Wirtschaftskrise der Rohproduktion s- ä n b e r. Hinzu kommt noch, daß bie Auswande- mngswilligen über immer geringere Geld- »e t r ä g e verfügen, so daß die Uebersiedelung nach ler Uebersee erschwert wird. In diesem Zu- ammenhange zeigt sich ganz deutlich die Tendenz, innerhalb Europas mit Aufwendung ge- ringerer Mittel eine Arbeitsmöglichkeit zu finden.
Oie Llnruhen in Budapest.
Die ungarische Hauptstadt hätte am 1. September >einahe ähnliche Ereignisse verzeichnen können, wie ie sich am 15. Juli 1927 in Wien abspielten und dort nit der Zerstörung des Justizpalastes ihren Höhe- lunkt erreichten. Dem energischen Einareifen der Polizei ist es zu verdanken, daß die von oer Sozialdemokratischen Partei inszenierten Demonstrationen m Keime erstickt werden konnten, und daß sich die n den verschiedenen Stadtteilen von Budapest ab- lespielten Ausschreitungen nicht zu gefährlichen Re- »ölten auszuwachsen vermochten.
Die Urfad>en der llnruhen des 1. September, ■rte ein Todesopfer und zahllose Verwundete ge- iordert habeir, liegen weniger in den politischen Gegensätzen als in der wirtschaftlichen N o t l a g e des Landes begründet, die in Ungarn besonders schwer ins Gewicht fällt, weil durch die Arbeitslosigkeit der größte Teil der städtischen Bevölkerung getroffen ist. Zwar hat die Regierung versucht, durch Rot st andsarb eiten die Erwerbslosen von der Straße fortzubringen, !>as ist ihr aber nicht gelungen. Es war ihr auch nicht möglich, für eine ausreichende Unter» Nutzung der Arbeitslosen zu sorgen, so daß kommunistische Agitatoren ein leichtes Spiel hatten und schließlich auf dem Umweg über die erregte Arbeiterschaft die Sozialdemokratische Partei zwangen, den Schauplatz der Kämpfe mit der Regierung auf die Straße zu verlegen. Besonnene Sozialisten haben sich gegen dieses Verfahren auch verzweifelt gewehrt, sind aber von der Masse überrannt worden, die den wilden Parolen der Kommunisten folgte, was zur Folge hatte, daß die Kundgebung der Arbeiterschaft sehr bald von Ausschreitungen aller Art, Zerstörungen und Plünderungen begleitet war.
Daß die Polizei sofort scharf zupackte, und auch Militär zur Unterstützung herbeiholte, war ihre Pflicht. Sie hat aber vor allem auch deswegen sofort von der Waffe Gebrauch gemacht, weil die Schrecken der Herrschaft Bela Kuns noch immer in aller Erinnerung sind und in Ungarn niemand Lust verspürt, noch einmal die rote Welle über das Land hinweggehen zu lassen. Für die Sozialdemokratische Partei bilden die Vorgänge vom 1. September na- »lürlich einen harten Schlag Sie wird jetzt erleben, Haß man ihr überall noch größere Schwierigkeiten bereitet, als das bisher schon der Fall war und daß man womöglich eines Tages auch daran gehen wird, sie wieder aus dem Parlament zu beseitigen und in die Rolle der Kommunisten zurückzudrücken, die sich offiziell als politische Gruppe nicht betätigen dürfen.
Den eigentlichen Grund für die Budapester Ausschreitungen bildet aber die Zertrümmerung Ungarns, dessen Wirtschaft weder leben noch sterben kann, und das dazu verurteilt ist, gewaltige Lasten, die ihm durch den Kriegsausgang ausgebürdet worden sind, zu tragen, ohne daß es Gelegenheit erhält, sich entsprechende Einnahmen zu sichern. Solange die Siegerstaaten sich gegen eine Revision der Friedensverträge sträuben, solange wird auch das wirtschaftliche Elend in Mitteleuropa mit oll seinen unerfreulichen Begleiterscheinungen kein Ende finden.
Oie Gebeine der Andrse-Expedition in Tromsö gelandet.
Der Dampfer „Draatvaag" mit den Gebeinen der Mitglieder der Andröe-Expedition ist in Tromsö eingetroffen und auf der Reede vor Anker gegangen. Die ganze Bevölkerung nimmt den regsten Anteil. Die Wissenschaftler waren schon während der Einfahrt an Bord gegangen. Cs wurden die beiden provisorischen Särge mit den Gebeinen von der Mannschaft des Dampfers an Land getragen, auf einen Leichenwagen gesetzt und zu einem Krankenhause gebracht, wo Professor Ha- dren sie später untersuchen soll. Matrosen des Regierungsdampsers „Michael Sars" stellten eine Ehrenwache. 2m Leichenzuge folgten u. a. die Besatzung der Braatvaag, die wissenschaftlichen Kommissionen, die Aerzte und die Ortsbehörden. Cs bestätigt sich, daß der Kopf Andrees fehlt. Alles deutet darauf hin, daß Andree länger als feine Kameraden gelebt hat. Die Expeditionsteilnehmer scheinen durch Uebermüdung und Kälte den Tod gefunden zu haben.
Das Tagebuch Andrees soll nur ändert- ha l b Seiten umfassen und die Fortsetzung eines anderen, noch nicht gefundenen, darstellen. Die Schrift des Tagebuchs soll völlig unleserlich sein. Aus dem Logbuch geht hervor, daß die Ballonfahrt nur wenige Tage gedauert hat. Dies Buch umfaßt eine Zeit von etwa zwei Monaten. Professor Hedr^n teilte mit, das in dem Telegramm an die schwedische Regierung erwähnte Tagebuch Andröes sei nicht dasjenige, welches von Dr. Horn aufgefun- den wurde. Es handele sich vielmehr um ein Tagebuch, das erst jetzt entdeckt worden sei. Der norwegische Gelehrte Hoel erklärte, das neu entdeckte Tagebuch sei viel ausführlicher als das von Dr. Horn gefundene. Die Schrift sei deutlich, und es scheine möglich zu fein, sie durch ein geeignetes Verfahren lesbar zu machen.
Oer König der Nenyorker Unterwelt in deutschem Polizeigewahrsam. Diamonds Verhaftung in Aachen. - Oer Bankräuber reist unter richtigem Hamen. — Warum er Reuyork verließ. — Oer Auslieferungsantrag.
V
Berlin, 2. Sept. (WTB.) Der in Aachen als der berüchtigte amerikanische Bankräuber Diamond Verhaftete wurde auf feine Identität hin eingehend geprüft. Auf Veranlassung des Berliner Polizeipräsidiums wurden von der Aachener Kriminalpolizei die Fingerabdrücke des Verhafteten angefordert, um anhand der internationalen Verbrecheralben feststellen zu können, ob es sich bei dem Festgenommenen tatsächlich um den Gesuchten handelt. Der Vergleich der Fingerabdrücke mit den daktyloskopischen Auszeichnungen der Berliner Kriminalpolizei hat die Persönlichkeit des in Haft genommenen Diamond einwandfrei f e st gestellt. Es handelt sich tatsächlich um den berüchtigten Neuyorker Verbrecherkönig Jack Diamond.
Der Verbrecherkönig ist offenbar das Opfer seines eigenen allzu großen Selbstvertrauens geworden. Er war noch vorsichtig genug gewesen, die Nachricht von seiner Ankunft mit einem anderen Zuge in die Welt zu setzen. Dann aber fühlte er sich so sicher, daß er auf die ihm gewiß reichlich zur Verfügung stehenden falschen Ausweise verzichtete und unter seinem wirklichen Namen in einem Abteil erster Klasse reiste. Als die Aachener Kriminalpolizei die Nachricht von seiner Ankunft erhielt, hatte der Pullmanexpreß,
in dem man ihn vermutete, Aachen schon verlassen. Trotzdem kontrollierte sie auch die noch folgenden Züge und fand dabei den Gesuchten, der offenbar nicht mit seiner Verhaftung gerechnet hatte. Diamond b e ft r e i t e t übrigens, daß e i n Haftbefehl gegen ihn vorliege. Zur Flucht oder Gegenwehr sand er gar keine Gelegenheit. Die Polizei betont, daß bie Beschreibung des Verbrechers in der Presse die Festnahme sehr erleichtert habe. Angeblich wollte Diamond zu einer Kur. Man geht aber wohl nicht fehl in der Annahme, daß ihm sein Rivale aus Chi- f a g o , Al Capone, der von Diamonds Anhängern in Neuyork schon eine bedenkliche Zahl aus dem Wege geräumt hat, den Boden in Neuyork zu heiß machte. Diamond wird als schlanker Mann von elegantem Aussehen geschildert, er soll 1,76 Meter groß und 34 Jahre alt sein.
Was geschieht mit Diamond?
Als lästiger Ausländer nach den Bereinigten Staaten abgeschobcn.
CB e r I in, 2. Sept. (ERB.) Die Verhaftung des amerikanischen Bankräubers 2ad Diamond ist auf eine Anzeige der amerikan isch en Botschaft zurückzuführen. Auf die Meldung, daß Jack Diamond in Antwerpen von Bord gegangen fei und auf einem Pah mit deutschem Visum reise — als Reiseziel war Magdeburg angegeben — ließ der amerikanische Botschafter den deutschen Behörden mitteilen, daß er ein Auslief e- rungsgefuch an die deutschen Behörden vorbereite. Die Auslieferung wird wegen der ErmordungeinesReuhorkerKafsen- boten begehrt. Heber die weitere Behandlung des Falles Diamond erfahren wir, dah, da der Auslieferungsvertrag mit Amerika noch nid) t ratifiziert ist, nur die Möglichkeit gegeben ist, den Bankräuber als lästigen Ausländer auszuweifen. Er kann aber nur an ein Land ausgewiefen werden, das bereit ist, ihn aufzunehmen. Da dies von allen Ländern, bis auf fein Heimatland, ab- gelehnt werden dürfte, fo ist zu erwarten, dah der Bankräuber schließlich nach den Vereinigten Staaten ausgewiefen wird. Die Verhandlungen mit den preußischen Polizeibehörden führt das amerikanische Konsulat in Köln. Zuständig für die Ausweisung eines lästigen Ausländers ist der Regierungspräsident.
Frankreich weist den amerikanischen Zeitungskönig Hearst aus Paris aus.
Aus Paris kommt die sensationelle Meldung, daß der amerikanische Zeitungsmagnat H e a r st aus der französischen Hauptstadt aus gewiesen worden ist. Hearst befand sich nach einer Kur in Bad- Nauheim auf der Rückreise vorübergehend in Paris, wo ihm am Montagnachmittag ein Agent der französischen Polizei den Ausweisungsbefehl zustellte. Hearst ist daraufhin noch am Montagabend nach London abgefahren. Die Pariser Polizei gibt als Grund für oiese aufsehenerregende Maßnahme die Tatsache an, daß Hearst es seinerzeit war, der seine Hand bei dem sog. „Fall H o r a n" im Spiele hatte. Der Hearst- Korrespondent Horan hatte, offenbar durch Bestechung einiger sranzöschen Beamten der Presse seines Auftragsgebers im Jahre 1928 das englisch - französische Flottenabkommen zugänglicy gemacht, dessen Veröffentlichung seinerzeit ungeheures Aufsehen erregte, weil aus ihm her- vorging, daß England und Frankreich im Begriffe waren, sich über ihre gegenseitige Flottenstärke zu einigen, um so auf der in Aussicht genommenen internationalen Flottenkonferenz gegen Amerika ihre Trümpfe ausspielen zu können Hearst hat durch diesen Akt der Geheimdiplomatie einen dicken Strich gezogen, sich aber auch gleichzeitig der Rachsucht Frankreichs ausgesetzt, das schon 1928 den Pariser Hearstvertreter des Landes verwies. In politischen Kreisen aber nimmt man an, daß die Erinnerung an diesen peinlichen Vorfall nicht der Hauptgrund für die jetzt erfolgte Ausweisung des amerikanischen Zeitungskönigs ist, sondern daß dieser Grund mehr in der allgemeinen politischen Stellungnahme Hearsts gesucht werden muß. Hearst hat nämlich seit längerer Zeit den Standpunkt vertreten, daß die Friedensverträge im Inter- esse der Aufrechterhaltung des Friedens geändert werden müßten. Er wird jetzt in den Vereinigten Staaten einen großen gegen Frankreich gerichteten Pressefeldzug einleiten, der nicht ohne Erfolg bleiben wird, zumal längst viele namhafte Amerikaner eingesehen haben, daß sie während des Krieges auf der falschen Seite gekämpft haben.
Hearst macht sich lustig.
London, 2. Sept. (TU ) Hearst gab hier über feine Ausweisung folgende Erklärung ab:
„Ich habe mich nicht zu beklagen. Die amtlichen Stellen waren äußerst höflich. Sie erklärten, dah ich ein Feind Frankreichs fei und eine Gefahr in ihrer Mitte. Ich kam mir dabei ganz wichtig vor. Sie erklärten, ich könne noch ein wenig bleiben, wenn ich wollte. Sie würden sich mit dem Risiko einer eventuellen Katastrophe der Republik abfinden. Aber ich sagte ihnen, daß ich nicht die Verantwortung für eine Gefährdung der großen französischen Ration tragen wolle Amerika habe sie schon einmal während des Krieges gerettet und ich würde sie noch einmal retten, indem ich ihr Land verlasse.
Weiterhin befand ich mich etwa in der Lage des Mannes, dem gesagt wurde, dah er blind werde, und der daraus antwortete, es fei ihm einerlei, denn er habe sowieso schon alles gesehen. 2n ähnlicher Weise habe ich schon alles in Frankreich gesehen einschließlich einiger sehr interessanter Darbietungen der Regierung. Daraus bat ich den Abgesandten des Herrn Tardieu, ihm meine außerordentliche Bewunderung auszudrücken über feine erstaunliche Wachsamkeit beim Schuhe Frankreichs vor den Schrecken einer 2nvasion, und wir schieden mit zeremoniellster Höflichkeit. Es war e i n bißchen dumm, aber sehr französisch.
Es muh gleichfalls eine leichte Verärgerung vorgelegen haben über die gelegentlichen Andeutungen unserer Zeitungen, daß Frankreich, als nunmehr eines der reichsten Länder der Welt, einen Teil des deutschen Tributes dazu verwenden könnte, um seine jährliche Schuld an Amerika abzuzahlen. Denn ohne Amerika würde Frankreich jetzt Tribute bezahlen müssen, statt solche zu erhalten.
LostesmddellonlenachUebcrqiieruiigdesSzeMS Miklich in SnrWeld gelandet
Neuyork, 2. Sept. (HJIB.) Das Flugzeug „Fragezeichen" der französischen Ozeanflieger (Sofies und Bellonle erschien in Begleitung einer großen Anzahl von Utilitär- und Zivilflugzeugen um 7.08 Uhr abends (Sommerzeit) über dem Flugplatz Lurtißfield, zog mehrere Schleifen und landete unter dem 3ubel der Tausenden von Zuschauern glatt um 7.12 Uhr, d. h. genau37 Stunden 8,5 Minuten nach dem Start in Paris. Aus dem Flugplatz hielt Losies vor dem Mikrophon folgende Ansprache: Wir sind sehr glücklich, daß wir diese Reise beendet haben, auf die wir uns feil langem vorbereiteten. Trotz der Schwierigkeiten, die wir antrafen, haben b 1 e g u t e n Wettermeldungen unsere Reise sehr erleichl- lert. wir hatten sehr günstigen wind, wir sind über die Aufnahme, die uns das amerikanische Volk bereitet Hal, sehr glücklich. Bellonle erklärte vor dem Mikrophon: wir hatten etwas Rebel und etwas schlechtes Welter über Reuschottland. Daher trafen wir verspätet ein.
Seit Bekanntwerden der Landung werden die Flieger mit Glückwunschtelegrammen überschüttet. So haben u.a. solche gesandt der Präsident der Republik Doumcrgue, der Cuft- fahrtminisler, der amerikanische Botschafter in Paris. Unter den Glückwunschkundgebungen findet sich im „Journal" eine solche von Dr. Eckener, in der es heißt: „Dieser Flug ist eine ungeheuere Leistung, auf die die Franzosen stolz fein können, und der Beweis, dah es möglich ist, bei ruhigem Weller den Atlantischen Ozean mit einem Flugzeug zu überqueren, wenn das Material ebenso auf der höhe ist, wie die Mannschaft. Ich bewundere den Mut und die Geschicklichkeit der Piloten und teile voll und ganz die große Freude der öffentlichen Meinung in Frankreich." — Auch Lind- bergt) war bei der Landung anwesend, der die französischen Flieger zu ihrem Erfolge mit warmen Worten beglückwünschte. Losies und Bellonle haben zu dem gefahrvolleren Westflug über den Ozean knapp vier Stunden mehr gebraucht, als
seinerzeit Lindbergh zu seinem Atlantikfluge nach Osten. *
3ubet in Paris.
Paris, 2. Sept. (WTV.) Paris wartete fieberhaft auf die Rachrichten über den Verlauf des Fluges Paris—Reuyork. Der Flug bildet allenthalben das Hauptgesprächsthema. Die Redaktionen der großen Rachrichtenagenturen und der großen Blätter wurden förmlich belagert. Auf den offenen Plätzen der Stadt wartete eine vieltausendköpfige erregte Menge, besonders die Place de la Concorde war mit Menschen übersät. Flugzeuge kreisten über ihm und gaben durch Leuchtschrift die letzten Meldungen bekannt. Beim Bekanntwerden der Rachricht von dem Gelingen des Fluges bemächtigte sich der harrenden Menge eine unbeschreibliche Begeisterung. Der Flug wird als Gegenleistung zum Fluge Lindberghs und gleichsam als Gegenbesuch angesehen. Man betont, daß das Unternehmen von Costes und Dellonte einen Markstein in der Geschichte der Weltluftfahrt darstelle und daß dieser Erfolg die Früchte einer geduldigen langjährigen Vorbereitung darstellt. Cs ist das zwölfte Mal, daß der Rord- atlantik durch Flugzeuge bezwungen-Lürd, und das erste Mal in Richtung Ost-West auf einer so weiten Strecke ohne Zwischenlandung. 19 Versuche sind tragisch ausgegangen und hatten den Tod von 28 Personen zur Folge. 18 Versuche sind, ohne dah Menschenverluste zu beklagen waren, gescheitert.
Oie französischen Ozeanflieger
Dieudonnä Costes steht im Alter von 37 Fahren. Er diente während des Krieges bei der Fliegertruppe und trat nach seiner Demobilisierung zur Handelsflotte über. Sein erster größerer Flugversuch ging 1925 tragisch aus. Mit feinem Begleiter Thierry stürzte er über dem Schwarzwald ab; Thierry kam ums Leben, Costes wurde leicht verletzt und von den deutschen Behörden wegen Verstoßes gegen die Bestimmungen über die ileberftiegung deutschen Gebietes einige Zeit in Gewahrsam gehalten. Bekannter ist Costes geworden durch feine gemeinsam mit Le Drix im 2ahre 1927 ausgeführte Ueberqtierung des Südatlantifchen Oze ans und seinen anschließenden Flug über den amerikanischen Äontinent nach Reuyork und die von Tokio aus vorgenom- mene Rückkehr in mehreren Etappen nach Frankreich. Gin weiterer Flug führte ihn 1928 vonLe Dourge t nach derMandschurei und zurück nach Paris. Sein Versuch, eine > direkte Flugverbindung Paris—Reuyork herzu- stellen, mußte aufgegeben werden. Bei den Azoren stieß Costes, begleitet von Dellonte, im 2ahre 1929 auf widrige Winde. Dellonte ist 34 2ahre alt; er hat bereits mehrere erfolgreiche Flüge mit Costes gemeinsam unternommen.
Kunst und Wissenschaft.
Ein neuer Deutscher Almanach für 1931 erscheint soeben im Verlag Reclam. Er setzt sich zur ♦ Aufgabe, einen Querschnitt durch das geistige Leben der Zeit zu bieten. Der 3 0. Todestag Nietzsches gibt ihm zu einem wesentlichen Teile seine Signatur. Eröffnet wird er durch einen grundlegenden Aufsatz von Alfred Baeumler über „Die Liebe im Leben Nietzsches".
Aus aller Welt.
54 Millionen Bücher in deutschen Bibliotheken.
Rach einer in diesen Tagen erschienenen Statistik der Büchereibestände deutscher Städte besitzen Berlin, München und Leipzig die meisten Bücher in Deutschland. Berlin hält mit 9,36 Millionen Bänden bei weitem den Rekord. München folgt mit 4,26 Millionen Bänden und Leipzig hat es dank des raschen Wachstums der Deutschen Bücherei, die von den deutschen Verlegern Pflichtexemplare aller Reuerscheinungen erhält, bereits auf 3,13 Millionen Bände gebracht. Hinter Dresden mit 1,89 Millionen Bänden stehen Hamburg, Stuttgart, Frankfurt a. M., und Breslau mit Beständen, die die erste Million erheblich überschreiten. 2m Verhältnis zur Bevölkerung' schne.del München mit 6,2 Bänden aus einen Einwohner am besten ab. Leipzig folgt mit 4,6, Stuttgart mit 4 und Dresden mit 3,1 Bänden 2nsgesamt wurden in Deutschland 54_ Millionen Büchereibestände ermittelt, so dah auf jeden Einwohner etwa 0,9 Bände entfallen.
40-Iahr-Feirr von Windhuk.
2m Herbst begeht die Stadt Windhuk die Feier ihres 40jährigen Bestehens als Hauptstadt des ehemaligen Deutsch-Süd- westafrika. Am 18. Oktober verlegte Hauptmann von Francois das Hauptquartier der deutschen Schuhtruppe nach Windhuk und legte damit den Grundstein zur Hauptstadt der deutschen Kolonie, die sich rasch entwickelte. Heute ist Windhuk eine moderne Stadt, deren Leben und Verkehr im Verhältnis zur Bevölkerungsziffer größer ist als in mancher europäischen Großstadt. Unter dem Protektorat der jetzigen Mandatsherren ist Windhuk allerdings nicht im gleichen Maße emporgewachsen wie unter der Führung der deutschen Verwaltung. Aus Anlaß des 40jährigen Bestehens ist von den deutschen Kolonialverbänden eine besondere Feier in der Reichshauptstadt vorgesehen.
Der Gordon-Bennelt wettflug.
2m Gordon-Bennett-Wettfliegen hat nach der Revision der von den einzelnen Ballons zurückgelegten Flugstrecken der amerikanische Freiballon „Goodyear VIII" mit 550 Meilen auch diesmal den Wettflug gewonnen, es folgt an zweiter Stelle der Ballon „D e l g i c a“ mit 435 Meilen und an dritter Stelle der deutsche Ballon „Barmen" mit 425 Meilen. Die „City of Detroit" folgt dann mit 400 Meilen, „City of Cleveland" mit 350 Meilen, „Pierre Fisbach" mit 160 Meilen. — Die beiden deutschen Ballonführer Kaulen und Götze berichten über den Flug, dah sie in der Rähe von Buffalo in einen furchtbaren Gewitter sturm gerieten, der sie zwang, alles über Bord zu werfen, selbst die überflüssige Kleidung, so daß der Ballon dann 3000 Meter Höhe und später sogar 6 0 0 0 Meter erreichte, wobei sie stark unter der intensiven Kälte zu leiden hatten. Bei dem Versuch, geringere Höhen zu erreichen, muhten sie dann landen.
(Eigenartiges Flugzeugunglück.
2n der Rähe von Amsterdam stürzte ein Marinewasserflugzeug auf den Sprungturm einer Dadean ft alt. Ein Flieger-
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