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Ludwig Pfarrer

fominiffion m Trier. Am 1. Oktober 1919 erfolgte

wirkte er bei -er Interalliierten Feldeisenbahn­

legion verliehen worden.

D. Red.

lsdirektor und

e i ß erklärt

Von -er Buhbach-LicherEisenbahn

kleidete er bis Ende Juli 1925. Seit dieser Zeit war er Präsident der Reichsbahndirektion Berlin.

rufen, wo er hauptsächlich mit Verkehr-- und

Tariffragen beschäftigt war. Anfangs 1912 kam I seine Ernennung zum Präsidenten der Reichs- er als Vortragender Rat in das Ministerium bahndirektion Frankfurt a. M. Diesen Posten be- der öffentlichen Arbeiten. Bon 1918 bis 1919

Wien einzuberufen, an dem die Vertreter von 21 Staaten Europas, Asiens^ Afrikas und Amerikas tcilnahmen. Von diesem Kongreß wurde als stän­diges Organ die Internationale Krimi­nalpolizeikommission eingesetzt, die als Keimzelle für die weitere Zusammenarbeit der Polizeibehörden aller Länder betrachtet werden kann.

wegung.

Bald darauf wurde Schober in Wien vor eine Aufgabe gestellt, um die er nicht zu beneiden war. Im Juli 1927 brachen Unruhen aus, der Justiz- Palast wurde niedergebrannt. In jenen Tagen hat ich Schober bei der Wiener Arbeiterbevölkerung ehr verhaßt gemacht. Aber er konnte für sich an- ühren, daß an den österreichischen Grenzen inter- ventionsbereite Truppen der verschiedensten Länder warteten, in diesem kritischen Augenblick im Trüben zu fischen. Als im Herbst v. I. die Gegensätze inner­halb Oesterreichs wieder einmal zu blutigen Aus- einandersctzungen zu führen schienen, bat man Scho­ber, nochmals die Bundeskanzlerschaft zu überneh- men, um zu verhindern, daß die Heimwehrcn und die Arbeiterorganisationen in offenen Krieg ge­rieten. Er hat es verhindert und sich dabei wieder als der geschmeidige Staatsmann erwiesen, als der glänzende Verhandlungsführer, den man wegen fei­nes diplomatischen Talentes auf vielen Kongressen bewundern konnte.

Bundeskanzler Schober.

Oer Werdegang des erfolgreichen österreichischen Staatsmannes.

Äon Legatus.

Bundeskanzler Schober hat im Laufe eines halben Jahres Oesterreich von der Reparationspflicht befreit, den deutsch-öster- reichischen Handelsvertrag abgeschlossen und freundschaftliche Beziehungen zu Italien und Frankreich hergestellt. Ihm ist soeben das Großkreuz der französischen Ehren-

Entwurs des neuen Fahrplanes oorgelegt werden konnte. Dieser Fahrplan ist die Folge der angeblich vorhandenen Rot. An dem vorgelegten Fahrplan merkt man sofort die Absicht der Be- triebsleitung der Bugbach-Licher Eisenbahn, die sie schon Jahre lang hotte, die sie aber früher wegen des einmütiaen Zusammenhaltens der Gemeinden und der energischen und verständnisvollen Unterstützung, die diese bei den staatlichen Aufsichtsbehörden ge­funden hatten, zurückstellen mußte. Nach langen Kämpfen war es erreicht worden, daß seit Jahren ein Fahrplan dem Verkehr zugrunde lag, der den Bedingungen der Konzession's urkun- den von 1904 und 1909 für den Bahnbau einiger­maßen entsprach. Den anliegenden Gemeinden kam es darauf an, Früh - und Spätverbindun- g e n $u haben. So hatte man di« Zeit über mor­gens tn Grünberg ankommende Züge um 7 Uhr und Spätzüge nach 21 Uhr. Dem wirklichen Reife- bedürfnis war damit Rechnung getragen, und die obere Strecke der Bahn (GrünoergLich) begnügte sich auch mit drei Zugpaaren. Durch die teilweise Verkraftung der Strecke soll nun täglich nur noch ein Zug von Lich nach Grünberg und zurück laufen. Dieser Zug soll zu gleicher Zeit den ganzen Güterverkehr der totrede bewältigen, an der u. a. mehrere Steinbruchwerke liegen. Nach der fahrplanmäßigen Zeit, die für diesen Zug fest- gesetzt ist, kommt er zur Beförderung von Personen, die Anschluß an die Staalsbahn fin­den wollen, nicht in Betracht, da in Grünberg nur eine Uebergangszeit von 12 Minuten vorgesehen ist. Der Frühzug wird ab 15. Mai nach dem neuen Fahrplan als Auto gefahren, ebenso ein Nachmittagszug, der in Lich gegen 15 Uhr abfährt und 15.40 Uhr in Grünberg eintrifft. Die Rückfahrt von Grünberg erfolgt 18.25 Uhr An einem einzi- gen Tage (Dienstags) ist eine Auto-Spätverbindung Lich ab 19.35 Uhr, Grünberg an 20.25 Uhr, Grün- berg ab 20.50 Uhr, Lich an 21.40 Uhr vorgesehen. Wenn dieser Fahrplan Gültigkeit bekäme, wären alle Abendoerbindungen außer Diens­tags gefallen. Der Reisende von der Strecke

Vor ein paar Jahren prägte der Rotterdamer Polizeipräsident S i r k s in seiner witzigen Art auf einer internationalen kriminalpolizeilichen Veran­staltung den luftigen Satz:Schober klebt, l e i m t u n d k i t l e t a 11 e s!" Tatsächlich wirkt der jetzige österreichische Bundeskanzler und frühere Wiener Polizeipräsident wie ein Bindemittel, das die widerstrebendsten Persönlichkeiten aneinander zu fetten versteht. Geschmeidig wie ein guter Diplomat der alten Schule, formvollendet in der Redeweise, glatt und nie verletzend ist dieser Politiker, der in der kurzen Zeit seiner Bundeskanzlerschaft von einem europäischen Staat zum anderen gereift ist, um für Oesterreich um gutes Wetter und wenn es sich gerade machen ließ um Anleihen zu bitten. Noch not wenigen Wochen war man in Frankreich schlecht auf ihn zu sprechen; man nahm es ihm übel, daß er in Rom zu enge Freundschaft mit Mussolini geschlossen hatte. Der Verdacht, daß ge- Heime Abkommen zwischen Italien und Oesterreich bei dieser Gelegenheit getroffen feien, konnte nicht unterdrückt werden. Jetzt hat ihm Frankreichs Präsi- deut Doumergue das Großkreuz der Ehrenlegion verliehen. Man hat in Paris für den österreichischen Bundeskanzler Bankette und Galavorstellungen veranstaltet, man hat ihn wie das Oberhaupt einer befreundeten Großmacht gefeiert, und natürlich hat es sich der berühmte Pariser Polizeipräfekt C h i a p p e nicht nehmen lassen, fei­nem früheren Kollegen vom Donaustrand besonders aufmerksam zu begegnen. In Deutschland weiß man, welchen Preis die Franzosen dafür fordern, daß Oesterreich von ihnen politisch und wirtschaftlich ge­stützt werden soll: Verzicht aus den An- s ch 1 u ß!

Es ist nicht au leugnen, daß Schober außen- politisch der erfolgreichste Staatsmann ist, den Oesterreich seit vielen Jahren aehabt hat. Ihm ist es auf der zweiten Haager Konferenz gelungen, fein Land von der drückenden Reparationspflicht zu befreien, eine Leistung, die man ihm nicht vergißt. Er hat dafür gesorgt, daß endlich der deutsch- österreichische Handelsver­trag unterzeichnet worden ist, an dem die Dele­gierten der beiden Völker, die eigentlich eins find, jahrelang laboriert haben, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Ihm scheint es jetzt endlich geglückt zu sein, für Oesterreich gute Beziehungen zu den beiden Machtgruppen herzustellen, die im mittleren und südlichen Europa um die Hegemonie ringen, zu Italien und zu Frankreich. Dies alles ist Ät einem reichlichen halben Jahr erfolgt, denn das Kabinett seines Vorgängers Streeruwitz ist erst am Abend des 25. September 1929 zurückgetreten. Wer ist dieser Mann, der ein entwaffnetes und von miß- trauifchen Nachbarn umgebenes Land so erfolgreich durch die Klippen der Politik zu steuern verstanden hat?

Johann Schober ist ungefähr 56 Jahre alt. Er wurde am 4. November 1874 in Berg in Ober­österreich geboren, lieber seine Jugend ist nicht viel zu sagen. Er studierte in Wien Jura und National­ökonomie und trat im Jahre 1908 in das Wiener Polizeipräsidium ein. Dort blieb er nur ein Jahr; dann wurde er dem österreichischen Innenministe­rium zugeteilt, bis er kurz vor dem Krieg, im Jahre 1913, in das Polizeipräsidium zurückkehrte. Schon damals betraute man ihn mit Aufgaben, die nur halb auf polizeilichem, dagegen halb auf diplomati­schem Gebiet lagen. Wenn König Eduard VII. von England nach Marienbad reiste, um dort eine Kur 3u machen das geschah in vier aufeinanderfolgen­den Jabren so wurde Schober dem britischen Monarchen als österreichischer Beamter zugeteilt, der darüber zu wachen hatte, daß die Verwaltung in jeder Beziehung für die Sicherheit und das Wohl- befinden des englischen Staatsoberhauptes sorgte.

Im Krieg leitete Johann Schober die österreichische Staatspolizei. Er ist also schon unter dem alten Re-

ginie zu höchsten Aemtern emporgestiegen, und es spricht für seine Anpassungsfähigkeit, daß er nach dem Umsturz nichtabgebaut" wurde, sondern im Gegenteil noch weiter aufrückte. Im Dezember 1918 wurde er Polizeipräsident von Wien und stand als solcher vor der schwierigen Aufgabe, die öster­reichische Hauptstadt in unruhigster Zeit vor Blut­vergießen zu bewahren. Die Truppen fluteten zurück, die Demobilmachung wurde durchgeführt, ohne daß die entlassenen Soldaten Arbeit fanden, die sozialen Gegensätze vertieften sich, zwischen dem städtischen Wien und der ländlichen Bevölkerung ringsum tat sich eine kaum zu überbrückende Kluft auf. In Un­garn kam Bela Kun ans Ruder, Bayern wurde Räterepublik, und das kleine, hungernde Oesterreich lag nun zwischen zwei kommunistischen Staaten. Die österreichische Polizei stand damit vor den größ­ten Schwierigkeiten aber Schober hat sie über­wunden

Während kleinere Aufstandsbewegungen zu un­terwürfen waren, dachte der Wiener Polizeipräsident über Dinge nach, die eigentlich nur von den Polizei- gewaltigen großer Länder verwirklicht werden konn- ten Er empfand es als einen großen Mißstand, daß die Polizeibehörden der verschiedenen Staaten nicht genügend zusammenwirkten, und er plante eine internationale Rechtshilfe zur Anhal­tung der flüchtigen Verbrecher, zur Sicherstellung des Diebesgutes und zur Auslieferung der liebel- täter. Im Jahre 1919 sprach er über diese Pläne mit dem führenden holländischen Polizeibeamten van Houten und regte an, von dem neutralen Hol- land aus einen Versuch in dieser Richtung zu unter­nehmen. Er setzte sich ferner mit dem Brüsseler Kri­minalisten Keffer in Verbindung und gewann auch den Neuyvrker Polizeifachmann Richard En right für seine Absichten. Schließlich ließ er sich von der Regierung Seipel ermächtigen, einen internationalen Polizeikongreh nach

Seine Tätigkeit als Wiener Polizeipräsident wurde nur dadurch unterbrochen, daß er etwa zwei Jahre als Bundeskanzler die Sorge für das Wohl des österreichischen Staates auf sich nahm. Nach feinem Rücktritt vom Bundeskanzleramt wurde Schober sofort wieder Polizeipräsident. Man hatte diesen Posten für ihn freigehalten, weil man wußte, daß fein entsprechender Nachfolger zu finden war. Wiederum widmete er sich der Forderung aller Be- ftrebungen, die die internationale Zusammenarbeit der Polizeibehörden vertiefen konnten, und es ist be- zeichnend, daß man den Weltpolizeikon- g r e ß, der im Jahre 1926 in Berlin zusammentrat, in Fachkreisen kurz denS ch o b e r k o n g r e ß" nannte. Wie der damalige Regierungsl' jetzige Berliner Polizeipräsident Dr. W hat, wollte man ursprünglich damit nur den Ber­liner Kongreß von der gleichzeitig tagendenAll- gemeinen Polizeikonferenz" unterscheiden. Aber die Polizeifachleute waren sich auch darüber klar, daß die BezeichnungSchoberkongreß" noch eine andere, tiefere Bedeutung hatte. Schober war nicht nur der Präsident, sondern darüber hinaus die Seele der ganzen internationalen kriminalpolizeilichen Be-

Schon seit einiger Zeit hat die Oesfentlichkeit sich wieder mit der ButzbachLicher Eisenbahn beschäftigen müssen, nachdem jahrelang keine Klagen über den Betrieb die­ser Bahn zu hören waren. So vernahm man vor einigen Wochen, daß die Bahn aus wirt­schaftlichen Gründen eine Betriebsumstel- l u n g plane, die dahin gehen soll, daß eine An­zahl von Zügen ausfallen und durch Autofahr­ten erseht werden sollten. Als Grundlage für diese Aenderung des Verkehrs gab man die prekäre finanzielle Lage des Unternehmens an. Tatsache ist ja auch, daß die Aktiengesellschaft schon längere Zeit mit der Zahlung ihrer Ge­meindesteuer in Rückstand geblieben war und ver­schiedene Gemeinden ihre Forderungen auf zwangsmäßigem Wege einzutreiben suchten. Es steht aber auch fest, daß man in weiten Kreisen der Bevölkerung Rentabilitätsangaben der Butz­bachLicher-Eisenbahn-Aktiengesellschaft miß­trauisch gegenüberstand, was sich aus den Er­eignissen der Vergangenheit erfiärt und wohl auch daher kommt, daß die ButzbachLicher Eisenbahn in der letzten Zeit Jahre guten Ver­dienens und sogar Reingewinnes hatte. Die an­geblich schlechte Lage der Eisenbahn sollte Ge­genstand der Prüfung durch eine Kommission sein, die aber bis jetzt noch nicht zu ihrer Arbeit zu- sammentreten konnte, weil ihr die Eisenbahnge­sellschaft noch keine Unterlagen zur Nachprüfung ihrer Angaben übermittelt hat. Die angeblich schlechte Lage des Unternehmens sollte dann auch weiterhin der Grund dafür fein, im Betriebe möglichst große Einsparungen zu machen und zu diesem Zwecke den Fahrplan au ändern bzw. eine teilweise Verkraftung desselben an Stelle der Züge eintreten zu lassen.

Während, wie gesagt, Angaben für die Prüfung der finanziellen Lag« bis jetzt nicht gegeben wurden, bat die Betriebsleitung der Butzbach-Licher Eisen­bahn in der Fahrplansache sehr schnell gearbeitet, so daß einer Sitzung, die gestern im Regierungsgebäude zu Gießen stattfand, der

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75. Geburtstag Oskar v. MllerS

Oskar von Miller derVater der Museen^ Schöpfer des Deutschen Museums in München und der bayerischen Walchenseewerke, ein Pionier der elektrischen Kraftversorgung und -Übertragung, be­geht am 7. Mai seinen 75. Geburtstag.

LichGrünberg müßte aus Gießen spätestens 17.35 Uhr abfahren, um noch nach Haufe zu kommen. Sie letzte Autooerbindung von Lich ist schon nachmittags um 15 Uhr. Daß das kein Ersatz ist für die aus-, gefallene Spätverbindung und ferner allen wirt­schaftlichen Interessen der anliegenden Gemeinden widerspricht, ist ganz offenbar. Deshalb hat die gestrige Kommissionssitzung vorgeschlagen, daß auch auf der Strecke LichGrünberg mindestens eine viermalige Spätverbinduna wöchentlich in dem Fahrplan vorzusehen sei, wie sie als selbst­verständlich den unteren Streckengemeinden Lich--» Butzbach bzw. LichBad-Nauheim von der %et triebsleitung gewährt wurde.

Die obere Strecke (L i ch Grünberg)» die Jahre lang durch ihrey Frachtver* kehr das Rückgrat der Bahn gewesen war, darf nicht schlechter behandelt werden, als die Konze s s ionsurkunds es vorschreibt. Das ist das Gefährliche bei der ganzen Fahrplanumgestaltung, daß die Konzes^ s i o n s u r k u n d e, die einzige Waffe, die die Ge­meinden gegenüber der Bahn haben, bei Geneh­migung dieses Fahrplans automatisch außer Wirksamkeit gesetzt wird. Hier muß die Staats­regierung gebeten werden, Sicherheit dafür zu schaf­fen, daß die betroffenen Gemeinden nicht der wirt­schaftlichen Willkür ausgeliefert werden. Die Regie­rung muß sich die Zeit nehmen und manchmal hat es den Eindruck gemacht, als ob Verhandlungen im Interesse der Gemeinden für Zeitverlust gehal­ten würden d i e berechtigten Wünsche der Gemeinden zu prüfen und zu för­dern. Denn die Gemeinden sehen in der Regie- > rung nicht einen Anwalt rein wirtschaftlicher Inter­essen, sondern die Stelle, die sich des Schutzes der Interessen der Bevölkerung anzunehmen hat. Es ist auch zu bedenken, daß die Betriebseinschränkungen notwendiger Weise zu Personalabbau füh- ren müssen, und man darf von dem sozialen Der- ständnis der Regierung hoffen, daß sie auch diesen Punkt berücksichtigt. Zum mindesten aber fordern die Gemeinden an der Strecke LichGrünberg, daß auch bei der Verkraftung des Fahrplans ihre Eisenbahnverbindungen am frühen Mor­gen und späten Abend bestehen bleiben.

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