Ausgabe 
3.3.1930
 
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«Schwere Ausschreitungen in Berlin.

Kommunisten stören die rrauerseier für den Nationalsozialisten «Sessel.

TNB. Berlin. 2. März. Samstag nachmit­tag fand im Elternhause des ermordeten Na­tionalsozialisten Wessel eine kurze T r a u er­frier statt, an der neben den nächsten Fa­milienangehörigen Adolf Hitler sowie- Char­gierte des Kösener S. C. und Angehörige des Berliner und des Wiener Korps teilnahmen, denen der Berstorbene angehört hatte. Hm 4.45 Hhr setzte sich der Zug vom Trauer- auS aus zum Nikolai-Friedhos in der Prenz­lauer Allee in Bewegung. Zu beiden Seiten des Leichenwagens schritten Polizei­beamte. In der Kaiser-Wilhelm-Straße begann die Polizei die Mitläufer in die Nebenstraßen abzudrängen, konnte jedoch nicht verhindern, daß sich schon am Dülow-Platz Tausende von Menschen ansammelten. Hier kam es dann auch zum ersten Male zu Zusammen st ö - h e n zwischen Nationalsozialisten und politisch Andersdenkenden, die den Zug anpöbelten. Die Polizei muhte verschiedentlich eingreifen und die Menge unter Anwendung des Gummiknüppels auseinandertreiben. Bor dem Fried­hof in der Prenzlauer Allee hatten sich ebenfalls mehrere tausend Menschen.zusammengeballt. Auch hier kam es zu Zusammenstößen.

In der Lothringer- Ecke Koblanckstrahe stürzte sich eine Gruppe von etwa 30 jungen Kommunisten a u f einen Trauer- Wagen und versuchte, das Gefährt umzuwer­fen. In diesem Augenblick kam ein Heber- fallauto der Schutzpolizei heran und suchte mit dem Gummiknüppel die jungen Bur­schen abzudrängen. Im nächsten Augenblick wur­den die Beamten von einem Steinhagel empfangen, und aus der Menge wurden drei Schüsse auf die Polizeibeamten abgefeuert, die aber glücklicherweise ihr Ziel verfehlten. Einer der Beamten wurde von vier Kommunisten überfallen und zu Boden geschlagen, wobei ihm Gummiknüppel und Revolver entrissen wurden. Hm den am Boden Liegenden zu befreien, feuerte ein anderer Schupo­wachtmeister zwei Schreckschüsse ab und erreichte dadurch, dah die Angreifer flüchteten. Da die Menge eine drohende Haltung annahm, konnte lediglich einer der Haupträdelsführer festgenom­men und in dem Heberfallauto ins Polizei­präsidium gebracht werden.

Selbst während der Feier auf dem Friedhof spielten sich in den angrenzenden Straßen die skandalösesten Szenen ab. Kommunisten versuch­ten durch Randalieren und Singen die Feier zu stören. Die Geschäfte hatten vorsichtshalber ge­schlossen. Es kam vielfach zu Tumulten, bei denen die Polizei gezwungen war. vom Gummi­knüppel Gebrauch zu machen.

Oie Verwendung der Hauszinssteuer.

Reichsrai gegen Reichstag.

Berlin, 2. März. (VDZ.) Im Wohnungsaus- fchuß des Reichstags wurde der Einspruch des R e i ch s r o t s gegen den Beschluß des Reichstags, der dahin ging, daß bie Rückflüsse der Haus- Jinssteuerdarlehen in vollem Um- ange und lediglich nur für bie Förde- rung bes Wohnungsbaues verwenbet werben bürfen, beraten. Der Reichsrat begrünbete feinen Einspruch bamit, baß bieser Reichstagsbe- schluß in bie Derwenbung von Mitteln einer Steuer eingreife, bie ben ß ä n b e r n zustehe unb über bie das Reich nur bie Rabmengesetzgebung habe. Sie müsse zumal angesicyts ber bebrängten Finanz­lage ber ßänber im Zusammenhang mit ber be- vorstehenben Reform ber Reichssteuergesetze unb bes Finanzausgleichs behanbelt werben.

Ministerialrat W o e l z (Reichsarbeitsministerium) erklärte es auf bie Dauer für unmöglich, baß die Entwicklung bes Wohnungsbaues dadurch be­unruhigt wirb, baß bie für ben Wohnungsbau ge- fetzlicy oorbeftlmmten Mittel auch noch in Gefahr gebracht werben, ihrer Bestimmung ent­zogen zu werben. Die auf Grund ber brüten Steuernotverordnung aufkommenben Beträge soll­ten burch bieses Gesetz für ben Wohnungs­bau sichergestellt werben. Gerabe bie schwie­rigen Verhältnisse ber sonstigen Baufinanzierung im Jahre 1930 machten es notwenbig, auch im Interesse bes Baumarktes eine Gewähr bafür zu schaffen, baß die Hauszins ft euerbeträge wenigstens noch bauernb für ben Wohnungsbau verwenbet werben Eine Milliarde Mark weniger an Wohnungsbaumitteln bebeuten einen Ausfall von 400 bis 600 Millionen Mark an Löhnen allein an ber Baustelle ohne bie Bau- ftoffinbuftrie unb eine saisonmäßige A r - beitslosigkeit von 300 000 bis 400 000 Arbeitern.

Preußischer Finanzminister Dr. Höpker- Aschoff führte aus, Preußen wolle bie Rückflüsse in biefem Notjahr zur Verzinsung unb Tilgung von Anleihen verwenben, bie für ßanbarbeiter- Wohnungen unb Siedlungszwecke, zur Zeit auch für Beamtenwohnungsbau, aus­genommen seien. Diese Teilfrage sollte im Zusam- menhana mit ben großen Fragen bes Finanzaus­gleichs behanbelt werben.

In ber sehr lebhaften Aussprache, an ber sich bie Vertreter aller Parteien beteiligten, würbe ber Stanbpunkt ber ßänberregierungen in ber Haupt- fache nur burch ben Vertreter ber Bayerischen Dolkspartei befürwor­tet.

Angenommen würbe bagegen ein sozialdemokrati- scher Antrag, ber trotz bes Einspruchs bes Reichs- rats an dem Gesetzentwurf festhält. Das Plenum bes Reichstags wirb nun zu entschei­den haben, ob dieser Gesetzentwurf mit Zwei- drittel Mehrheit, bie nach bem Einspruch bes Reichsrats notwenbig ist, angenommen wirb.

Eine Anfrage Severings in Weimar im Kall Sieferi.

Berlin, 2. März. (END.) Reichsinnemnini- stsr Severing hat sich wegen der Amts­enthebung des volksparteilichen Gymnasial- direktors Dr. E i e f e r t in Weimar durch den nationalsozialistischen Dolksbildungsminister Dr. F r i ck an das thüringische Staatsministerium gewandt. Der Reich Innenminister fragte schrift­lich an. ob die Zeitungsmeldungen zutreffen, daß Siefert sich auf Paragraph 26 der staatlichen Schulordnung berufen habe, der den nicht wahlmündigen Schülern die Mit-

Tardieus neues Kabinett.

pari», 2.März. (2DIB.) Das endgültige Sa­bine» larbieu seht sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident und Inneres: larbieu (Mbg.

Linksrepublikaner),

Justiz: Raoul pLret (Mbg. Linksrepublikaner), Auswärtiges: Brianb (Mbg. Sozialrepublikaner). Krieg: TRaginot (Abg. bemokr.-soziale Aktion), Marine: Dumesnil (Abg. Radikal),

Finanzen: paul Reynaud (Abg. Führer der Ma- ginot-Gruppe),

Budget: Germain Martin (Abg. Radikale Linke), OcffentL Unterricht: Marraud (Senator, Radikal), Kolonien: piLtri (Abg. Linksrepublikaner), poft: Mallarms (Abg. Radikale Linke), Volksgesundheit: Dssirs Ferry (Abg. Gruppe

Marin).

handel: FI and in (Abg. Linksrepublikaner), Landwirtschaft: Fernand David (Senator. Radi­kal).

Handelsmarine: R o l l i n (Abg. Linksrepublikaner), Arbeit: pierce Laval,

Oeffentl. Arbeiten: per not (Abg. Republik, de- mokrat. Vgg., Gruppe Marin),

Luftfchiffahrt: Laurent-Eynac (Radik. Linke), Pensionen: Lhampetier de Ribes (Abg.

kath. Demokraten.

Das neugebildete Kabinett Tardieu fetzt sich zusammen aus 34 Ministern und Hnterstaats- sekretären. Bon den fünf Senatoren gehören drei der Fraktton der demokratischen Linken, also der Radikalen Senatsfraktion an, einer der demokratischen und radi­kalen Bereinigung. Die dem neuen Ka­binett angehörenden Abgeordneten verteilen sich auf die einzelnen Fraktionen wie folgt: Acht Linksrepublikaner (darunter Tardieu), sechs Abgeordnete der Radikalen Linken, zwei der sozialen und radikalen Lin­ken (Fraktion Franklin-Bouillon), drei der de­mokratischen und sozialen Aktion, ein Sozialrepublikaner (Driand), zwei der unabhängigen Linken, zwei Radikale, ein katholischer Demokrat, vier der d e - mokratischen Bereinigung (Fraktion Marin), einer ist bei keiner Gruppe ein­geschrieben (Pierre Laval).

Tardieu hat Sonntagvormittag dem Präsi­denten der Republik die Dekrete für die Ernennung der neuen Minister zur Hnter-

fchrift vorgelegt. Im Anschluß daran fand ein erster M i n i st e r r a t statt, nach dessen Beendi­gung Tardieu mitteilte, daß die Regierung am Mittwoch vor das Parlament treten werde. Für Dienstagvormittag ist ein Kabi­nettsrat und für Mittwochvormittag ein neuer Ministerrat anberaumt worden. Die französische Delegation für die Londoner See- abrüstungskonferenz wird mit Ausnahme von Tardieu wahrscheinlich am Donnerstag nach London abreisen.

Erste preffestimmeu.

Paris 2. März. (WTD.) Die Stellung­nahme'der Presse zum neuen Ministerium Tar­dieu entspricht im umgekehrten Sinne der Stel­lungnahme der Presse zum gestürzten Kabinett Chautemps: 5>ie -na^ri^Lnpre.fe un) die Rechts­presse billigt das Verhalten Tardieus, die Links­stehenden lehnen seine Kombination ab. Petit Parisien ist der Ansicht, daß das ßani> das Verhalten der Radikalen Partei, die die Vildung eines Burgsriedensministeriums ver­hindert habe, lebhaft bedauern werde. Das nationalistische Blatt L 'Ordre ist zufrieden damit, daß Tardieu die Partie ge­wonnen habe. Tardieu habe um seine Per­son eine Konzentration geschaffen und gerade die flöße den Radikalen Abscheu ein. E ch o de Paris wirft den Radikalen vor, daß sie auf das Argument vom nationalen Interesse nicht hören wollten. Sie hätten auf das Ange­bot Tardieus mit einer Ablehnung geantwortet, die verlegen, ungeschickt und brual zugleich sei. und die Empörung des Landes Hervorrufen werde. Petit Iournal bezeichnet als Stühe der neuen Kombination die Tatsache, daß 'Brianb für das neue Kabinett endgültig gewonnen sei, was Frankreich hinsichtlich der Außenpolitik eine Beruhigung gebe. Die Re- pub l i q u e. das Organ Daladiers, sagt, dah die Radikalen wohl für einen Waffenstillstand seien, aber nicht für eine Abdankung. Tardieu werde der Gefangene der klerikalen und reaktionären Richtung werden. Sämtliche Radikalen könnten ihr Bekenntnis, daß sie kampfbereit seien, nur wiederholen. Oeuvre nennt Tardieu nicht qualifiziert, ein Kabinett der republikanischen Versöhnung zu bilden. Ere Rouvelle macht Tardieu zum Vorwurf, daß er seine Person habe durchsetzen wollen, anstatt dem großen Staatsmann den Platz zu überlassen.

gliedschaft in politischen Vereini­gungen unte rsagt. Es wird weiter um Mitteilung gebeten, ob der BundAdler und Falken" der Reichsverfassung zuwider- laufente Ziele verfolge und ob und welche Schritte das thüringische Staatsministerium in dieser Angelegenheit zu unternehmen gedenke.

Ium Rücktritt Grzesinskis.

Grützners Brief an den preußischen Ministerpräsidenten.

Berlin, 1. März. (TH.) Wie bereits ge­meldet, hat zum Rücktritt des preußischen Innen­ministers G r z e s i n s k i ein Dries des sozial­demokratischen Senatspräsidenten am Obersten Derwaltungsgerichts, Grützner, an den Mi­nisterpräsidenten Dr. Braun beigetragen. Heber den Inhalt dieses Briefes weih dieB. Z. am Wittag" u. a. noch zu berichten:Er Grütz- «er fühle sich verpflichtet, den Ministerpräsi­denten auf das unerhörte E h e l e b e n des In­nenministers hinzuweisen. Es habe bei Beamten und Politikern Anstoß erregt, dah der Minister sich bei offiziellen Gelegenheiten mit seiner gegenwärtigenLebensgefährtinge- zeigt haoe. Er führt dann mehrere einzelne Ereignisse an, u. a. ein Polizeifest, dort hab« der Minister erst in der amtlichen Ehrenloge gesessen, sei aber dann nach einer Weile in eine andere Loge zu seiner jetzigen Lebens­gefährtin gegangen. Grützner stellt die Behaup­tung auf, dah dieses Verhalten des Ministers gegen bie preuhis «he und deutsche Deamtenzucht verstoße und durch das Verhalten des Ministers des Institut derMai- tresse du Titre (das war der Name der offiziellen Königsfreundin im Hofzeremoniell) in der Republikfröhliche Hrständ" feiere. Schließlich forderte Grützner den Minister­präsidenten auf, er solle gegen Grzesinski e in g r e i f en und erbittet eine Antwort auf sein Schreiben. Dieses Schreiben hat Grützner nicht nur dem preußischen Ministerpräsidenten zugesandt, er hat es auch anderen Personen be­kanntgegeben und den Fraktionen des Landtags abschriftlich mitgeteilt."

Die scharfe Attacke, die die sozialdemokrattsche Fraktion des Landtages und das sozialdemo­kratische Zentralorgan, derVorwärts", gegen Grützner reitet, findet Verständnis bei derVos- fischen Zeitung". Anderer Meinung ist schon die Germania", die schreibt: Soweit die Person Grützners in Frage kommt, mögen die Sozial­demokraten diese interne Angelegenheit austra­gen, wie sie wollen. Das Verhalten eines Mi­nisters ist Angelegenheit öffentlichen Interesses. Wir halten es für unfruchtbar, mit der Sozial-? demokratie über moralische Begriffe zu rechten. Der Rücktritt Grzesinskis konnte nur die ein­zige Antwort auf die gegen ihn erhobenen Angriffe fein, sofern er sie nicht entkräften konnte.

Mssenflucht russischer Bauern.

Die Folgen bolschewistischer Agrarpolitik.

Warschau, l.März. (ERD.) Ein Teil der polnischen Presse bringt Alarmnachrichten über massenhafte Grenzüberschreitungen von weißrussischen Bauern aus Sowjet- ruhland nach Polen. Die Bauern flüch- teten aus ihrer Heimat wegen der von den Sowjetbehörden durchgeführten Kollektivierung landwirtschaftlicher Betriebe. Die Sowjetgrenz­wachen seien auf das dreifache verstärkt worden, um Grenzüberschreitungen zu verhindern. Wer bei einem solchen Versuch ergriffen werde, würde von den Sowjetwachen unbarmherzig nieberge- schossen. In Polen rechnet man damit, daß die Zahl ber Flüchtlinge weiter ansteigen werbe.

In polnischen Regierungskreisen wirb angesichts I ber schweren Wirtschaftslage ber Plan erwogen, | ein Konzentrationslager für bie Flücht­linge zu schaffen. Heberbies foll auch bit Nansen-

Kommission für biese Flüchtlinge interessiert wer­ben. Die Wojwoben für biese Grenzbezirke sinb übrigens von ber Regierung angewiesen worben, Delegierte an bie Grenze zu entsenden, um ge­nauere Informationen einzuhvlen. Die polnischen Grenzbehörden wüßten nicht, was sie mit den russischen Flüchtlingen anfangen sollten. Der Wache werde es sehr schwer, die Flüchtlinge zu­rückzuweisen, da diese vollkommen ausge­hungert seien und lieber sterben als nach Ruß­land zurückkehren wollten. Die Dauern bäten dar­um, ihnen entweder Schuh zu gewähren oder sie zu erschießen. Einzelne Dauernsamilien berich­teten, daß ihre Dörfer dem Erdboden gleichgemacht worden feien. Nur wenige Einwohner hätten sich retten können, während die Mehrzahl den Tod gefunden habe. Im Lande herrsche eine immer mehr um sich grei­fende Garung, bie durch den Hunger wesentlich verstärkt werde.

Grenzübertritt einer Abteilung der CRofen Armee.

Warschau, 1. März. (WTB.) WieExpreß Poranny" meldet, hat gestern Nacht bei ßuniniec eine aus zwanzig Soldaten bestehende Abteilung der Sowjetgrenzwache un­ter Führung ihres Kommandanten die Grenze überschritten unb sich beim polnischen Polizei­kommando in ßuniniec gemeldet. Die russischen Soldaten erklärten dort, daß sie sich schon seit län­gerer Zeit mit der Absicht getragen hätten, die Reihen der Roten Armee zu verlassen. Die Soldaten würden in Sowjetrußland völlig ungenü­gend ernährt. Ueberdies hotte man sie neuer- dings gegen bie Bauern geführt, die sich gegen die Enteignungen verteidigen wollten. Da die Soldaten daraufhin zum Teil Den Gehorsam oerroelger te n und nicht gegen die Bauern kämpfen wollten, habe man die Disziplin derart verschärft, daß sie zu Sklaven herabgewürdigt wür­den.

Ultimatum Ghandis an -en Vizekönig.

Ahmedabad, 2. März. (Reuter. Funk­spruch.) Ghandi übergab heute abend nach dem Gebet den Brief mit seinem HItlmatum einem Engländer namens Reginald Reynolds mit dem Ersuchen, ihn dem B i z e k ö n i g zu über­geben. Reynolds, bet feit einiger Zeit in Ghandis Umgebung lebt, wirb unverzüglich nach Delhi abreifen. Man glaubt, baß bas Ultimatum eine achttägige Frist gibt. Einzelheiten über ben Feldzugsplan soll der Brief nicht enthalten. Es wird erwartet, dah es Ghandi selbst entscheiden wird, wo dieVerweigerung des bür­gerlichen Gehorsams" beginnen foll.

Kleine politische Nachrichten.

Reichspräsident von Hindenburg hat anläßlich des zehnjährigen Regierungsjubi- läums des ungarischen Reichsverwesers Admiral Hort Hy folgendes Glückwunschtelegramm ge­sandt:Anläßlich der zehnjährigen Wiederkehr des Tages, an dem Euer Durchlaucht Ihr Amt als Reichsverweser des Königreichs Ungarn an­getreten haben, bitte ich, meine herzlichsten Glückwünsche entgegenzunehmen. Möge Un­garn unter Euer Durchlaucht Führung Gedeihen und Wohlfahrt beschieden fein."

*

Nachdem Dberregterungsrat Tapolfki bereits vor etwa zwei Wochen die Voruntersuchung im Difzi- plinaro er fahren gegen Oberbürger­meister Böß abgeschlosien und die Akten dem Oberpräsidenten unterbreitet hatte, hat dieser einen Beamten des Oberpräsidiums beauftragt, als Staatsanwalt die Anklageschrift gegen Böß anzufertigen. Die Verhandlung wird in erster Instanz vom Bezirksausschuß durchgeführt.

Der Prinz von Wales ist vorzellig von einet Iagdexpedltion in Drllisch-Ostafrrka zurück­

gekehrt, da er an einem Anfall von Malaria leidet. Das Fieber nimmt einen normalen Ver­lauf, und man erwartet, daß der Prinz in wenigen Tagen wieder hergestellt fein wird.

Die Präsldents chaftswahl in Brasi­lien ist ruhig verlaufen. Nach den ersten Ergeb­nissen haben der konservative Kandidat Julio Pre- st es als Präsident der Republik und Vital Son- res als Vizepräsident die Mehrheit erhalten.

Aus aller Welt.

Der Kanal-Tunnel.

ßautDaily Mail" befindet sich setzt der Bericht des Kanal-Tunnel-Ausschusses in Händen des Pre­mierministers. Darin wird die wirtschaftliche Seite der Frage behandelt. Der R e i ch s v e r ° leidig ungsausschuß muß sich jetzt mit der militärischen Seite des Problems beschäftigen. Für den Tunnel sei Macdonold, desgleichen Thomas unb feine Kollegen, namentlich im Hinblick auf die jetzige Arbeitslosigkeit. Es wird nämlich geschätzt, daß der Bau des Tunnels etwa vier Jahre be­anspruchen wird, und daß abgesehen von einer gro­ßen Zahl erwerbsloser Bergarbeiter 2 4 000 Ar­beit c r dadurch Erwerb erhalten werden. Im Un­terhaus sei eine Mehrheit für den Bau. Frankreich begünstige ebenfalls diesen Plan.

Das große Los gezogen.

Das große Los der Staatlichen Lotterie fiel auf die Nummer 217 188. Das Los wird in der Ab­teilung i in 3ena gespielt, während die Ab­teilung II eine Lotteriekollekte in Bremen ver­geben hat.

36 Personen ertrunken.

In Swiencianh im Wilnaer Gebiet ereignete sich ein furchtbares Hnglück. Eine Hochzeits­gesellschaft, die aus 36 Personen bestand, befand sich in stark angeheitertem Zustand a u s dem Heimweg. Um den Weg abzukürzen, nahm die Gesellschaft, die in zwei Dauernfuhr­werken Platz genommen hatte, den Weg über einen zugefrore ne nSee. Als die Wagen sich gerade in der Mitte des Sees befanden, brach die Eisdecke und die vollbesetzten Fahrzeuge stürzten ins Wasser. Alle 36 Personen tarnen ums Leben.

Schweres Schadenfeuer auf einem Gulshof.

Auf der mecklenburgischen Domäne Klein- M e m e r o w entstand in dem strohgedeckten Viehhause des Gutes ein Brand, der sich mit rasender Schnelligkeit über das ganze Gebäude ausbreitete. Trotz der sofort von allein Setten herbeieilenden Hilfsmannschaften war es nicht möglich, alles in den Ställen stehende Vieh zu retten; es gelang nur, 42 Stück Iungvieh und Kälber zu bergen. 82 Stück Rindvieh, wertvolle Milchkühe und einige Dullen, fielen den Flammen zum Op- f e r. Außerdem sind erhebliche Futtervorräte und auch landwirtschaftliche Mafchinen verbrannt. Als Entstehungsursache des Feuers wird (Branb ft iftung vermutet.

Oie Wetterlage.

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Sonntag, 2. Marz, 1930,8"mgs.

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rrZetterooraussage.

Der Einfluß des Hochs geht zurück, von Westen her nähert sich eine neue Störung dem Festlande. Somit werden die Wmde allmählich nach Süden zu drehen, Bewölkung und Nebelbildung aufkommen und die Temperaturen besonders nachts ansteigen.

Wettervoraussage für Dienstag: Dunstig und nebelig, tagsüber bewölkt, teils aufhei« ternd, trocken, Temperaturen allmählich nachts an­steigend, jedoch noch etwas über Null.

Witterungsaussichten für Mittwoch: Wolkiges und nebeliges Wetter, Temperaturen nachts über Null, aufkommende Niederschlags­neigung.

Lufttemperaturen am 2. März: mittags 10 Grad Celsius, abends 3,2 Grad; am 3. März: morgens 3 Grad Celsius. Maximum 10,1 Grad, Minimum 3,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tieft am 2. März: abends 4 Grad; am 3. März: morgens 1,2 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 8% Stun­den.

Amtliche Mntersportnachrlchten.

Vogelsberg. Hoherodskops: Heiter, minus 1 Grad, feine Schneedecke und t.lne Sport- möglichkeit vorhanden. Herckenhainer Höhe. Heiter, 0 Grad, keine Schneedecke und keine Sportmöglichkeit vorhanden.

Schwarzwald. Feldberg:Heiter,3®rab. 78 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut.

Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Heller, 4 Grad, geringe Schneedecke, Sportmög- lichkell für Ski und Rodel gut

Harz. Schierke: Heller,3 Grad, geringe Schneedecke, Pulverschnee. Sportmöglichkät nxu stellenweise vorhanden.

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