Ausgabe 
2.9.1930
 
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Doll, Xb. Älrtn»£*mt>rn, 112 P; 14 EmiltePfann- kuch und Lina Schaumburg. Tv. Aidda, 107 P; 17. Elisabeth 'Ulengt«, Tv Lich. 104 P.; 20 Lina Dender. Tv Ätnf^f'r* .mb (31<e Schmidt. Tv. Lich. 101 P.

Jugenölunurianen.Oberflufe. (Jahrgänge 1915 unb 19163 3tbnfampf. wie oben, mit entsprechender Abstufung. Leiftung»- grenze 134 bit 200 Punkte 46 Teilnehmerin­nen, 44 Siegerinnen. 1. Sieg: örila R ö b m i g. Mtv Giehen, 204 P (4 Ucbeqnmfte); 2. Lieschen Bücking. Tv Alsfeld. 200 P (voll): 3 Gertrud Gvmb^t, $d. Jtroffood, 134 P; 6. Anna Wei­nandt, Tv. Grohen-Linden. 171 P.; 7. Olfe Lein­weber, Tv. 1846 Giehen 169 P; 8. (Elisabeth Bender. Tv. Äroffood, und ßuife Weih, Tv. Grohen-Linden, 167 P: 9. Henni Obmann. Mtv. Giehen. und Oda Fett, Tv Grohen-Linden 166 P., 10. (31,e Beinborn, Tv Grohen-Linden 165 P. 11. Tllli Dcrn, Tv Grohen-Linden 164 P: 12. Johanna Biehl, Tv. Grünberg. 163 P; 14. Marie- chen Sick und ölilabetb Repp. Tv Grünberg. 157 P. 17. ömmi Schupp. Tv 1846 Giehen. 154 P.. 18. Tilla Römer. Tv Grünberg. 152 P . 20. Anni Medenbach. Tv Grohen-Linden. 149 P, 22. Anni Schmidt Tv 1846 Giehen. 146 P: 24 Liselotte Guter. Tv Grünberg. 143 P; 26. Erna Schäfer, Tv. 1846 Giehen. 140 P; 28. Marte Urhahn. Tv. Lich 138 P; 30. Liny Schultheis, Tv. Grohen-Linden. 135 P 31. Berta Böcher. Tv. 1846 Giehen, und Made Zimmer. Tv. Lich 134 P.

> Dugenb-Unledlufe.

Achtkamps. b. L der Zehnkampf der Jugend- Oberstufe in entfprechcmder Abstufung, aber ohne Keulenübung und Ballweitwurs. Jahrgänge 1917 und 1918 Leistungsgrenze 107 bis 160 P. 53 Teilnehmerinnen. 45 Siegerinnen. 1. Sieg. Frieda Henkel, Tv. 1860 Marburg. 147 P.; 2. Äätbt Körner. Mtv Giehen. 146 P: 3. Anne­liese Ruppel T. u. SpB. Buhbach 145 P: 4. Helma Schmieder, Tv. 1846 Giehen. 143 P; 5. Christine Schmidt. Mtv. Giehen. und Emmi Wolf, Tv. Grünberg, 141 P; 6. Hilde Valentin. Tv. Krofdorf. und Gertrud Kesses Tv. Aidda, 140 P; 7. Marie Schmidt, Tv. Lich. und Doris Speck, Tv. Vrohen-Lmden, 137 P : 8 Liselotte Heroen. Tv. 1846 Giehen, und Mna Michel. Tv. Grün» berg. 136 P 12. Martha Menge S, Tv Grohen- Linden. 132 P: 13. Hedwig Pfeffer. Tv. Grün­berg, 131 P; 14. MaNha Lang. Tv. Grünberg, und Maraa Depler, Tv. 1846 Giehen, 128 P.. 15. Thea Walz. Tv Lich. 127 P; 18. Wilma Lei- pold, Tv. 1846 Giehen. 124 P; 20. Slli Stamm. Tv. Grohen-Linden, 120 P : 22 (31,e Becker. Tv. Grohen-Linden, 116 P; 23 Gustel Balzer, Tv. 1846 Giehen, und Marie Funke. Tv. Klein-Linden, 115 P; 24 Erika Wiegandt und Hedwig Schnei­der. Tv. 1846 Giehen, Hilde Weigel. Tv. Klein- Linden, 113 P; 25. Elfe Kompf, Tv. 1846 Giehen, und Gretel Otto, Tv. Grohen-Linden, 111 P; 26. Marte Schäfer, Tv. Grohen-Linden, 110 P.; 27. Lina KloS, Tv. Klein-Linden. 109 P

vslkotümlicher Vierkamps.

Offen für alle Stufen, die drei volkstümlichen Hebungen des Mehrkampfe-, ergänzt durchKugel- stohen (5 auf 9 Meter), im übrigen die Mähe der Turnerinnen-Oberstufe Leistungsgrenze 54 bis 80 P. 99 Teilnehmerinnen, 70 Siege­rinnen. 1. Sieg: Else Dickelhoupt, Mw. Giehen. 98 P. (18 Ueberpunkte); 2. (Illi Langbein, T. u. SpD Buhbach 96 P. (16 Ueberpunkte)- 3. Srna Althaus, Mtv. Giehen, 92 P. (12 Ueber­punkte): 4. Erika Röhmig, Mtv. Giehen. 90 P. (10 Ueberpunkte): 8. Erna Petermann, Tv. Aidda, 83 P. (3 Ueberpunkte): 9. Ria Philipp. Tv. 1846 Giehen, 81 P. (1 Ueberpunkt >: 10. 3bei Hauck, Tv. 1846 Giehen, 80 P (voll): 13. Mathilde Koch Tv. 1846 Giehen, 74 P. 16. Martha Becker. Tv. 1846 Giehen, 71 P: 18. Käthe Bath. Tv. Heuchel­heim, 67 P.. 19. Martha Seiferth. Mtv. Giehen. Anna Lehmann, Tv. Aidda, Ria Schwan, Mtv. Giehen, Käthi Körner. Mtv. Giehen, und Tilli

Helene Chlodwigs Schuld und Sühne.

Vornan von 3 Schneider-Zoerstl.

Urhcber-Rechtfchuv durch Verlag OSkar Meister. Werdau i. Sa.

2. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Trotz feiner Müdigkeit tat er fast die ganze Aacht kein Auge zu. Die Läden klapperten und machten einen Höllenlärm, der Giehbach schoh mit verzehnfachter Wasserkraft zu Tal und ver­ursachte ein dunkle- Brausen und Dröhnen. Ein ständige- Krachen kam von den Höhen, al- übe ein Generalbah für den Weltuntergang.

Erst gegen Morgen döste er etwa- em, schrak auf und sah die Försterin an seinem Bette stehen: .Der Mamert Döblinger sitzt unten in der Gaststube.

Er besann sich gerade noch und zog die Fühe. die er im Schwünge herau-setzen wollte, unter die Decke zurück. .Frau Gumpert!"

.3a! - Ziehen Sie sich jetzt ganz geruhlich an, Herr Doktor, ich halt' ihn schon auf derzeit Sr trinkt jetzt seine erste Halbe."

Mamert Bödlinger war für 3ust Franke wie eine Heiligenerscheinung. trotzdem et nicht im geringsten mit einer solchen Aehnlichkeit hatte. DaS tiefgebräunte Gesicht war gesund gerötet, die Augen blau und von einer einnehmenden Offenheit. (Heben sich auf der Dank hatte er seinen grünen Hut liegen, auf dem ein mäch­tiger GamSbart spielte.

Die Försterin tat. als wäre e» daS Aatür- lichste von der Welt, dah der Doktor seinen Kaffee auf demselben Tisch serviert befam, auf dem der Dödlinger fein Dier stehen hatte Sie fragte nach dem .Woher und Wohin", ob er von Tegernsee heraufkäme ober in- Tirolische hin­über wolle.

Der Mamert Dödlinger fand wiederum nicht» bei ihrem Fragen. Er wäre von Rottach-Derg- hof und wollte Umschau halten nach einer Kalb'n. Die seine wäre ihm gestern krepiert. Da muhte er nun Ersatz suchen.

3n Franke schlug der Ueberrnut in Hellen Flammen auf.

.Sell'm schon", sagte der Dödlinger, .fünf­zehn Stück hab'n wir noch, die anderen haben der D'such von der Frau Äammedängcrin fchon ver­speistabg'ficf'U. Aber da» versteht der Herr nicht."

.Kammersängerin?" Franke behielt den Mund zur Hälfte offen.

.3a! 3n der Stadt drin, da spielt S dem Lohen- grin feine Frau und die Ouvertüre."

.Walküre?"

Jündesmeistnschasten des AST. in Remscheid.

Der S. T. D. konnte am Sonntag in Rernlcheid einige sehr schön« Erfolge erringen; 3m Stab- Hochsprung konnte bet Verbanb durch Hardt- Kelsterbach und Stahl- Langen, die beide 3,40 Meter übersprangen, die beiden ersten Plätze belegen. 3m Weitsprung war Sch ieserft «in - LaunSbach nicht aus gewohnter Höhe, konnte trotzdem mit 6.15 Meter den zweiten Platz be­legen. Erster wurde hier mit einem Sprung von 6,55 Meter L e m p k e- Barmen G r ö l z - Staufenberg placierte sich mit der guten Zeit von 4,26 Minuten an dritter Stell« im 1500- Meter-Laus. 3m Kugelstohen kam Verband»- meister K o ch - Aieder-Florstadt mit 11,27 Meter an zweiter Stelle. Während tn den Würfen unb Sprüngen bi« Schwaben dominierten, waren saft sämtliche Läuse eine sichere Deute der Rhein­länder unb Destsalen. Bei den Turnerinnen konnte Marie Koch- Rieder-Florstadt btei DundeSMeisterschaften erringen. Sie wurde Mei­sterin im Hochsprung mit der guten Leistung von 1,45 Meter, im Kugelstohen (4 Kg ) 8 92 Meter unb im Weitsprung mit 4,43 Meter. 3m Geräte-Zehnkampf konnte vorn S. T. B. nur Hardt- Kelsterbach mit 161 Punkcen den vier­ten Platz erringen, während sämtliche ersten Plätze und Einzelmeisterschasten an die Rhein­länder gingen.

Handball im Lahn'Oünsberg»Sau

Io. Dorlar I Io. Caunebad) I 3:2 (0:1).

In der ersten Halbzeit ausgeglichenes Spiel, das vorerst beide Tore abwechselnd in Gefahr brachte, bl» es Launsbach gelang, das erste Tor zu erzielen. Nach Halbzeit ging Dorlar mächtig aus sich heraus und erzielte bald den Ausgleich, dem durch ein weiteres Tor die 2:1-Führuna folgte. Launsbach konnte durch schnelle liorftöße durch ein vom Schiedsrichter Übersehenes Abseitstor den Ausgleich bedlellen. Kurz vor Schluß gelang es Dorlar, durch

einen schaden Schuh den verdienten Sieg sicher­zustellen.

Io. Beuern I Io. wies eck 1 2:7 (1:4).

Nach anfänglich ausgeglichenem Spiel gelang es Dieses in der 15. Minute in Führung zu gehen, die Beuern aber sofort wieder ausalich. Im weiteren verlaufe des Spiele» machte sich Dann eine lieber- legenheit Diefccks bemerkbar, bi« noch vor her Pause zu drei weiteren Toren führte. Nach der Pause konnte Wieseck noch dreimal, Beuern einmal erfolgreich fein.

Io. Steinbach I Io. «Ibach 1 3:6 (2:2).

Bereit» in den ersten Minuten ging Llbach in Führung, der kurze Zeit darauf ein zweite» Tor folgte. Steinbad) konnte bis zur Pause gletcdziehen. Nach Halbzeit ntad)ien sich bei beiden Mannschaften Lrmudung»erschcinungen bemerkbar, die von Albach am besten durchstanden der Mannschaft vier weitere Tore, Steinbach nur noch einen Erfolg bracht«

Io. Staufenberg I Io. Londorf II 15:2 (9:0).

Ein Spiel, welches von Staufenberg nach Be­lieben gewonnen wurde Kondors konnte nur durch einige Durchbrüche gefährlich werden und erzielte aus diese Weise auch seine zwei Erfolge.

Io. Atzbach 1 Io. Waldgirmes 1 4:3 (2:0).

Trotz ausgeglichenem Spiel In der edlen Hälfte konnte Ätzbach zu zwei (Erfolgen kommen, denen Waldgirmes nichts entgegenzufegen vermochte. Nach der Pause machte sich eine Ueberlegenl)tit Atzbachs bemerkbar, die durch zwei Straswürse zu zwei wei­teren Toren kommen Starke» Nachlassen Atzbach» nützte Woldgirme» geschickt au» und erzielte in kur­zer Zeit drei schöne (Erfolge; zum Ausgleich reichte es nicht tnehr.

Weitere Ergebnisse: To Erda I To Garben- heim I 1:7. Jugend: To. Dorlar I Tv Wieleck I 13:1; To. Kinzenbach 1 Io. Garbenteich I 2:2.

Hahn, Tv. Klein-Lindcn. 65 P; 20. Margot Katz, Mtv. Giehen. 64 P: 21. Helmi Stock, Tv. 1846 Giehen, 63 P.; 22 Gertrud Dock, Tv. Grünberg.

62 P; 23. Lhristtne Schmidt. Mtv. Giehen. und Anna Süh. Tv. Aidda. 61 P; 24. Gertrud Zim­mer. Tv. Lich und Luis« Zoll, Tv. Aidda, 60 P: 25. Hedwig Fleischer. Tv Aidda, 59 P.; 26. Helene Zimmer Tv Lich. 58 P; 27. Slsriede Weller, Tv. Klein-Linden, und ®ma Diehler, Tv. Aidda. 56 P; 28. Smmi Malinowski, Tv Klein-Linden, und Emma Lein, Tv. Cbrünberg, 54 P.

Sondervorführungen.

1. Rang: Tv. 1846 Giehen, Kürturrren am Darren, gut; Tv. 1846 Giehen. Kürturnen am Leitpserd. gut; Tv. Grünberg, Keulen- und Frei­übungen, gut; Tv. Krosdod. Leitpserd, gut; Tv. Klein-Linden. Tanzreigen, gut; Tv. Lich, Sprung- fei (Übungen, gut, bt- sehr gut; Tv. Aidda, Turnen an zwei Darren, gut. 2. 21 an g: Tv. Grvhen- Lindcnr Reigen, genügend bi- gut; Tv. Heuchel­heim, Keulenübungen, gut bi- genügend

Staffellauf.

(4x75-Meter-Pendelstaffel): 1. Sieg: Tgde. Fried­berg 44.9; 2. Mtv. Giehen 45.4; 3. Tv. 2ll»feld46,l.

OT.-Jechtmeisterschasten.

heim (Offenbach) Jlordfmelfter.

Die Sndkärnpfe um die Florettmeister*- schast der DT.. die am SamStag abgebrochen werden muhten, konnten am Sonntagvormittag beendet werden. Der Titelverteidiger Jakov (Tv. 60 Frankfurt) konnte sich nur al- Fünfter placieren. Aeuer DT.-Meister wurde der Offenbacher Heim mit 10 Siegen vor Schu­bert (Leipzig 67) mit 8 Siegen 31 erhaltenen Treffern.

Da- Sracbni-: Zlorett-Einzelfechten: 1. Heim (Offenbach» 10 S; 2. Schubert (Leipzig 67) 8.31; 3. Thompson (Offenbach) 8.34; 4 Dcrt- hold (Tv. Lhemnitz) 7.35; 5. 3akob (60 Frank­furt) 7.37; 6. H. Schöndube (FE. Aümberg) 6 S.; 7. Dr. Schöndube (Tgd. Eintracht Frank­furt) 5.37; 8. Dr. Hoops (Tib) 5.42, 9. Postel (Lhemnitz) 5.44; 10. Gcilich (Ulm) 3 S.; 11. Dauer (Frankfurt) 2 S.; 12. Müller (Köln) adgereist.

Frau Geifer# (Offenbad)) Alorettmeisterin.

Del den Florett -Meifterfchaftender Damen konnte die Titelverteidigerin Frau Olga OelkerS (Offenbach) mit 6 Siegen 1 Aicderlagc die Meisterschaft erneut an sich bringen. Wit fünf Siegen folgt an zweiter Stell« Henny Wolf (Dre-den). Die weiteren Pla- ctcrungen waren: 3. Trude 3akob (Offenbach) 4,24 Tr.; 4. Hanni 3üngst (Offenbach) 4 27; 5. Hedwig Hah (Offenbach- 3 24; 6. Liefe! Hof» mann (Tib) 3/26; 7. Minna Freudenberger (Dürgel) 2 S.; 8. Lott« Leonhardt (Offenbach) 1 S.

Handball im Turnverein 1860 Lich.

Io. Lich I Io. Grohen-Linden I 2:4 (1:4).

Iv. Lich Jugend Io. Grohen-Linden Jugend 1:0.

Am vorigen Sonntag trafen sich die Ersten und di« Iugendmannschaften der Turnvereine Grohen- Linden unb Lich zu fälligen Rückspielen auf dem Licher Platz. Die Ersten Grohen-Lindens konnten In gleichen Abständen nacheinander 3 Tore erzielen. Bis zum Ende der ersten Halbzeit war beiderseits noch je ein Sieg zu verzeichnen. Durch Umstellung der Licher zugunsten ihrer Hintermannschaft war es dieser in der zweiten Halbzeit möglich, alle An-

griffe de» gegnerischen Sturme» abzuschlagen, wäh­rend e» dem Licher Mittelstürmer gelang, noch einen Sieg zu erzielen. Da» Spiel zeigte, im vergleich mit der 4:ll-9tiebedoge Im 33odpleL eine welent- liche Besserung der Ltcher Mannschaft in technischer Beziehung.

Die Licher Jugend konnte einen wohlverdienten l:0-Sieg erringen. Auch sie ist im Ausstieg begriffen, wenn man die 1:5-Riederlage im Vorspiel betrachtet. Handball im T. V Hronbaulen (VT.)

Fronhausen- erste Mannschaft trat mit acht Mann an. Aach wenigen Minuten führt« Aieder- walgern mit 2 0. Aach und nach vervollständigt« sich Fronhauscn; bi- zur Pause stand da- Spiel 2 2. Wenige Minuten nach Halbheit fübrtt Frvn- hausen 4 2, bi- für* vor vchluh Aiederwalgern noch zu einem unerpofften Tore kam.

Die Jugend ^ronbaulen konnte gegen die ver­stärkte 3ugenb Aiederwalgern- nicht auftommen und verlor mit 2 0 Toren.

Leichtathletik der Sp.'Dg. 1900.

Schöne Erfolge In Dortmund und Jdebbcrg.

ö. Die Kampfspiele de» Dortmunder Sportflub# 1895 hatten mit 250 Teilnehmern, darunter zahl­reichen westdeutschen Spitzenkönnern, «ine alänzende Besetzung gesunden Die 1900er hatten daher einen Sicherst schweren Stand, schlugen sich aber aus­gezeichnet

3m 8U0-Tlet«r-Cauf, der ein au»geglichenes Feld aufrote», belegte Peter», 1900, in 2:03,3 Minu­ten den zweiten Platz.

Mit einer sehr deachten»werten Leistung wartet» 1900s Stabhochspringer Jung auf. Wenn «r auch an den bekannten Dortmunder Balte», der sich mit 3.60 Meter den Sieg sicherte, nicht heranreichte, so übersprang er doch mit Zwiza (TuS Bochum) zusammen die Hohe von 3,30 Meter Beim Losen um die Plätze hatte der Spieloereinigung»mann kein Glück; er muhte mit dem dritten oortteb nehmen.

Mit besonderem Interesse sah man dem Abschnei- den der Jugend, insbesondere der 4X100« Meter-Staffel, entgegen. E» stellte sich her­aus. dah die 1900er Jugendlichen der besten west­deutschen Klasse gleichwertig sind. Den Stasselvorlaus gewannen sie spielend leicht. Am Stad waren zwölf Mannschaften. darunter Preuhen Kreseld, Schalk« 96, Schalke 04,Borussia" München-Gladoach, Düsseldors 99, Dortmund 95 usw. Durch ihren Start­mann Hey mann lagen die 1900er zunächst an zweiter Stelle. Felsing aus Nr. 2 buhle jedoch eine Kleinigkeit ein. Guthardt hielt sich wieder sehr tapfer. Durch zu frühe» Abgehen de» Schluß- manne» Schickedanz wurde jedoch erst an vier­ter Stelle gewechselt. Der Letztgenannt« ging aber dann an seinen (Regnern vorbei, und im Ziel trennte ihn nur noch Brustbreite von den im vori­gen unb auch diesem Jahre noch ungeschlagenen streseldcr Preuhen. Gezeltet wurden: 1. Preuhen Krefeld 46,5 Sek.; 2. SpDg. 1900 Giehen 46,6 Sek; 3. Dortmund 95 46,7 Sekunden.

Bei den Einzelkonkurrenzen lieh sich Schicke­danz beim 100 Meter-Dorlauf nach zahlreichen Fehlstart, seiner Kontrahenten zu allzu groher Vor­sicht verleiten und blieb am Stad sitzen.

Heymann hatte den Weitsprung belegt. Knapp hinter dem Dritten kam er mit 6,01 Meter auf den vierten Platz.

Der Start der 1900er beim Polizeisportfesh in Friedberg war vom Pech DtdolgL Geist und Hopsen rnüller muhten ablagen. Die 100 Meter wurden daher von Völker. Guhot und Schwab bestritten, die sich auch für den Zwischenlauf qualifizierten; Schwab trat aber hier schon nicht an, da sich eine Zerrung bemerk­bar machte. Deim Zwischenlauf ereilte auch Völ­ker da- Schicksal. Er kam beim Au-laus et hatte al- Erster da- Ziel passiert zu Fall und trug eine erhebliche Knieverletzung davon. Aun war Guhot Favorit für den Gndlauf. Der 1900er hatte scheinbar nicht die nötige Härte

.So kann- auch heihen", gab Dödlinger au, 3etzt hat- ein bisserl einen Katarrh. Und Die Kalb'n war auch krank, da i- ein paar Wochen rau- kommen. 3- ein ganz manierliche- Sraucn- Aimmer. Die MannSleut sind närrisch hinter ihr her. Aber sie halt sie sich hübsch vom Leib. Ich möcht zahl'n, Frau Försterin."

.Dad ich für Sie begleichen?" sagte Franke.

Der Mamert Dödlinger lachte über da» garrze Gesicht. .Wann» woll'n! Da sag ich not nein.

.3st eS angängig der Frau Kammersängerin einen kurzen Desuch zu machen?"

.Warum nicht, Herr? Kommen so alle Tage etliche zehn oder zwanzig. Da geht'- auf einen nimmer zarn."

»Kann ich vielleicht gleich mit 3hnen kommen, Herr Dödlinger?

,3st mir auch recht. Aber das .Herr" lastens weg. 3ch bin's nicht g'wöhnt. Sag'ns .Mamert zu mir oder .Dödlinger"."

.Also dann aehen wir, lieber Dödlinger.

Franke war starr, al- er, vor die HauStüre tre­tend. einen Mercedes stehen sah.

.Er hat eine Reparatur braucht", erklärte der junge Mensch, .da hab ich ihn gleich rüber- fl'fahr'n. Sonst steuert ihn die Frau Kammer- ängerin selber." Er öffnete die Türe zum Fond und wostte Franke einsteigen lasten, aber dieser wehrte ganz entschieden.

.Wenn schon, dann setze ich mich zu Ihnen. 3ch möchte nicht"

.Ah wo! unterbrach ihn Dödlinger und lachte über da- ganze Gesicht. .Schimpfen, da- gibt» bei der Gnädigen nicht, außer e- schütt ihr einer da» Kraut au» mit lauter dumm' Daher­reden. Müssens halt sparsam sein mit die Wort', dann brauchen'» keine Angst hab'n.

Franke stieg trotzdem mit gemischten Gefühlen neben den jungen Menschen. Er empfand e» plötzlich als großen Mangel, weder Smoking noch Eutaway bei sich zu haben. Mit einer Kammersängerin hatte er nicht gerechnet. Deinahe war er in Deduchung, wieder auszusteigen, nach München zurückzufahren und feine Toilette zu ergänzen.

Aber der Mamert Dödlinger hatte schon den Motor in Gang gesetzt und die Försterin nickte ihm ermunternd zu. 2m Grunde genommen, hatte er ^ich» redlich verdient. Mehr als die Hälfte feine» Urlaubs hatte er auf der Luche nach ihr vertragen. Da war es nicht mehr al» bistig, dah er auch in kurzem Wich» und Lodenjoppe Gnad« vor ihren Augen fand.

Der Wagen flitzte gegen Tegernsee, rannte da» glänzende Dasterband entlang und bog dann seitwädS ein.

.Aoch weit? sagte Franke und lieh den Dlick auf den verstreut liegenden Hofen ruhen.

Dödlinger nahm die eine Hand vom Steuer und zeigte nach der Höhe, wo, einem Schwal­bennest ähnlich rotes Ziegeldach durch Wald- und Obstbestände leuchtete. Der Mercede» über­wand die Steigung mit Leichtigkeit und schraubte sich mit selbstverständlicher Eleganz den Berg hinauf. .Da gehen jetzt unsere Felder an", sagte Mamert stolz, .der Wald dort drüben gehört auch noch dazu, die Wiesen auch."

.So groß?" verwunderte sich Franke.

.Achtzig Tagwerk!

Am Waldrand wehte ein helle» Tuch. Ein glockenreiner Jodler stieg in die blaue Luft de» Iunivvrmittag».

.Die Gnädige", sagte Mamert. .Jetzt muh ich halt'n. Am End' gehn» ihr ein Stückerl ent­gegen. S» ist schlecht zu gehen über die Schol­len. Und in den Dach brühen, da i» schon ein­mal neinpurzelt, weil» den Anlauf zu kurz g nomm n hat.

Sonst hörte Franke nicht- mehr. Sr war vom Trittbrett gesprungen und liest seine Schwer- genagelten über den braunen Acker stapfen Trotz de» schlechten Terrains vermochte er noch zu laufen, sah nicht», al» das wehende Dirndlkleid mit dem luftigen Rosenmuster darin und da- Helle Tuch, da- noch immer in der erhobenen Linken flatterte.

Al» er vor ihr stand, keuchte er. .Gnädige grau!

.Ah! Herr Franke! Ihre Hand streckte sich ihm impulsiv entgegen.

»3ch suche feit zwölf Tagen nach Ihnen, brachte er hervor.

»Wirklich? Die Kalb'n ist kaput gegangen, Herr Franke.

.Der Mamert hat mir» gesagt. Es wird Sdah dafür geben. Dad ich Sie zum Auto binüberlragenr1

.Tragen/ Der Dödlinger würde andere Augen machen. Derlei Galanterie ist hier nicht üblich, mein Herr. Sie al» eingesessener Land­wirt sollten da» schon wissen."

Er erglühte bi» unter das Stirnhaar. Der Herrgott mochte wisien. wie er sich da au» der Schlinge, pje cr sich selbst gelegt hatte, helfen konnte. Dodäufig wollte er sich die Freude des Wiededehen» nicht vergällen lassen.

Deim Sprung über den Dach fing er sie mit beiden Armen auf und hielt sie für Sekunden­länge gegen sich gedrückt. .Ich weih nicht einmal Ihren Rainen.

.Helene Ehlodwig.

Es kam ihm gar nicht zum Dewuhtsein. wie abwesend er sie anstarrte. Da er sehr selten in die Oper ging, kannte cr sie nur au» der Flut der Kritiken und der Degeisterung feine» Bekannten­kreise». Al» er sah, wie Dödlinger irgend etwa»

am Auto au»zubessern schien, beugte er sich rasch über ihre Hand. Sie lächelte und gab seinem Dlicke die Ruhe und die Desonnenheit wieder, dah er sogar sein vernünftige» Denken wiederfand.

.Wo haben Sie sich häuslich niedergelassen, Herr Franke?"'

.Auf Valepp, gnäNgc grau.

.Schon lange?"

»Seit zwölf Tagen.

.Ich dachte -

.Ich habe Sie belogen kam er ibr zuvor. .Din praktischer Arzt und Etzirurg

.München, Land»huter Allee 143", sie lachte verschmitzt zu ihm auf.

»Gnädige Frau!"

.Ss war nicht schwer herau-zufinden. Da» An- Hängeschild an Ihrem Rucksack war sehr gut leser­lich geschrieben.^

.Ich möchte mich verkriechen", dachte er und beneidete eine Mau», die fluchtartig tn eine» der aufgeworfenen Löcher schlüpfte.

Dödlinger wartete, auf dem Trittbrett de» Wagen» fitzend, und zog mit einem Lachen den Hut. .Jetzt lauft er wieder, wie g'schmiert, Frau Äammedängcrin. Zwei Schrauben find halbwcg» abg'wes'n, und am Getriebe hat S g fehlt, ich hab mir alle» zeigen lassen in Tegernsee unten; jetzt kann ich alle» selber mach'n, wann wieder wa» au» dem Vchanier geht. Is gar net viel dabei und kost gleich einen solchen Haufen Geld."

Da» ist wirklich brav von Ihnen. lobte Helene Ehlodwig,dah Sie fo auf mein Geld I(foauen. Steigen Sie ein, Doktor Ich fahre felbst, Mamert.

Franke sah mit zufammengeschobenen Dräuen. 2r glaubte sich in feinem ganzen Leben noch nicht fo lehr geschämt zu haben wie eben jetzt. Di« wuhte von seiner Lüge und dann er hatte sie nicht einmal gefragt, ob e» ihr auch angenehm war. wenn er ihr so ohne jegliche Anmeldung in» Hau» fiel.

Er benahm sich wie einer, der ein halbe» Jahrhundert von jeglicher Zivilisation fern ge­wesen war. Wenn er nach Valepp hinunterkam, würde er packen und das Weite suchen. Er hatte sich selbst jegliche Ehanee verpaht, eine 3rau. rote Helene Ehlodwig wartete nicht erst, bi- so ein Bauerndoktor die Hand nach ihr streckte. Und hätte doch alle» gariz ander» sein können! Ganz ander»!Helene!

Sie denken zu laut, lieber Dvkwr! Da» Frauengesicht wandte sich halb nach ihm zurück, blickte wieder geradeaus und wandte kein Auge mehr von der Straße, bi» die letzte Steigung genommen und Roitach-Derghof in einem Kranz von Obstbäumen vor ihren Augen lag.

(Fortsetzurrg folgt.)