Ausgabe 
2.9.1930
 
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Turnen, Sport und Spiel.

Deutscher Leichtaihletiksieg über Frankreich.

Gillmeister, Deutschland (Mitte), gewann am Sonntag in Hannover die 200 Meter vor Borch - meyer (rechts) und Auvergne (links).

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Zugend-Klubkamps B. f. V. gegen I. T. V.

123:101 Punkte für M. T. V.

Am Sonntag kam auf dem Platz des VfD. der Jugendklub-Rückkampf zwischen dem Verein für Bewegungsspiele und dem Männerturnverein zum Austrag. Der Männerturnverein konnte wider Erwarten mit 22 Punkten Vorsprung das Rennen für sich entscheiden. Eine Zusammen­stellung der einzelnen Klassenleistungen zeigt, daß die -Klasse beider Vereine gleiche Stärke besitzt (27:29 Punkte) und die o-Klasse des VfB. derjenigen des Mtv. um 10 Punkte über­legen war (23:33 Punkte); die OJugend des Mtv. zeigte sich der VfD.-Jugend mit 16 Punk­ten überlegen (36:20 Punkte), außerdem konnte die v-Klasse des Mtv. außer zwei dritten Siegen sämtliche ersten und zweiten Plätze belegen und so mit 18 Punkten vor VfD. landen. Rachstehend

die Ergebnisse:

Jugendklasse A (Jahrgang 1912 und 1913).

10 0 Meter: 1. Kirchheimer, VfB., 11,9 ©cf.; 2. Lindenstruth, Mtv., 12 Sek.: 3. Luh, VfB., 12,2 Sek.: 4. Schütz, Mtv. Kirchheimer kann in­folge besseren Starts trotz der weichen Bahn­verhältnisse in guter Zeit mit Drustbreite vor Lindenstruth siegen.

4 0 0 Meter: 1. Lindenstruth, Mtv., 58,5 Sdk.: 2. Simon, VfB., 59,1 Sek.; 3. Ernst Ploch, Mtv.: 4. Möller, VfB. Lindenstruth stellt durch 'taktisch richtiges Laufen seinen Sieg sicher.

- Hochsprung: 1. Lindenstruth, Mtv., 1,55 Meter: 2. Strack, Mtv., 1,50 Meter; 3. Radon, VfB., 1,45 Meter; 4. Luh. VfB. Die beiden Mtv.er können ohne viel Mühe die beiden ersten Plätze belegen.

Diskuswurf: 1. Luh, VfB., 35,85 Meter; 2. Lindenstruth, Mtv., 32,65 Meter; 3. Mattern, VfB., 29,24 Meter; 4. Schütz, Mtv. Luh zeigt sich seinen Gegnern glatt überlegen.

Kugelstoßen: 1. Luh, VfB., 13,16 Meter; 2. Lindenstruth, Mtv., 12,71 Meter; 3. Schäfer, VfB., 11,53 Meter: 4. Eckhardt, Mtv. Erst mit dem letzten Wurf kann sich Luh vor Linden­struth setzen.

4X100-Meter-Staffel: 1. VfB., 49,9 Sek.: 2. Mtv., 50 Sek. Durch einen verunglück­ten Wechsel muh sich der Mtv. mit Drustbreite geschlagen bekennen.

Jugendklasse B (Jahrgang 1914 und 1915).

100 Meter: 1. Schäfer II., VfB., 12,8 Sek.; 2. Paulus, VfB., 12,9 Sek.; 3. Barth, Mtv., 13,1 Sek.; 4. Wagner, Mtv.

8 0 0 Meter: 1. Simon, VfB., 2:26,1 Min.; 2. Strack, Mtv., 2:28,1 Min.: 3. Wallbott, VfB.; 4. Schmidt, Mtv. Strock läuft zunächst ein schönes Rennen, verausgabt sich durch zu frühen End­spurt jedoch sehr und muh dem routinierteren Simon den Sieg überlassen.

Weitsprung aus dem Stand: 1. Schä­fer I., VfB., 2,49 Meter: 2. Strack, Mtv., 2,49 Meter: 3. Mattern, VfB, 2,49 Meter: 4. Wag­ner, Mtv. Die drei ersten Plätze werden erst durch nochmaligen Stichkampf festgelegt.

Speerwurf: 1. Strack, Mtv., 41,50 Meter; 2. Mattern. VfB., 36,20 Meter: 3. Barth, Mtv., 35,30 Meter; 4. Schäfer I., VfB. Strack kann überlegen gewinnen.

Kugelstoßen: 1. Schäfer I., VfB., 10,83 Me- ter; 2. Strack, Mtv., 10,71 Meter; 3. Mattern, VfB., 9,63 Meter; 4. Schmidt, Mtv. Strack zeigt eine beständige Leistung, muß sich jedoch durch den letzten Stoß mit nur wenigen Zentimetern ge­schlagen bekennen.

4x1 00-Met. - Staffel : 1. VfB., 50,9 Sek. 2. Mtv. Die DfB.-Mannschaft ist dem Gegner eine Klasse überlegen und gewinnt den Lauf unangefochten.

Jugendklasse C (Jahrgang 1916 und 1917).

50 Meter: 1. Schäfer, Mtv., 7,5 Sek.; 2. Hörder, VfB., 7,6 Sek.: 3. Lehrmund. Mtv.. 7,8 Sek.; 4. Meilinger, VfB.

7 5 Meter: 1. Lehrmund, Mtv., 10,2 Sek.; 2. Schäfer, Mtv., 10,3 Sek.; 3. Laudon, VfB.; 4. Goldschmidt, VfB.

Hochsprung: 1. Huhke, Mtv., 1,20 Meter; 2. Petsch, Mtv., 1,20 Meter; 3. Meilinger, VfB., 1,15 Meter: 4. Goldschmidt, VfB., 1,05 Meter.

Schlagballweitwurf: 1. Huhke, Mtv., 56,50 Meter: 2. Petsch. Mtv., 51,20 Meter; 3. Laudon, VfB., 48,90 Meter. 4. Schreiner, VfB.

Kugelstoßen: 1. Laudon, VfB., 9,02 Meter; 2. Petsch, Mtv., 8,54 Meter; 3. Huhke, Mtv., 8,09 Meter; 4. Schreiner, VfB. Der VfB.er kann erst nach zweimaligem Hebertreten mit dem drit­ten Wurf die gute Leistung erzielen und erster werden.

4x5O-Meter-Staffel: 1. Mtv., 30 Sek. 2. VfB., 30,4 Sek. Die Mtv.er können durch bessere Hebergabe das Rennen für sich entscheiden.

Jugendklasse D (Jahrgang 1918 und jünger).

5 0 Meter: 1. Kley, MTV., 7,5 Sek. 2. Fischer, VfB, 7,6 Sek. 3. Zück, MTV., 7,7 S.

4. Daum, VfD. Ein Brust an Brust-Rennen, daS erst in den letzten Metern entschieden wird: die Zeiten der drei ersten sind genau so gut wie in der OKlasse.

75 Meter: 1. Kleb, MTV., 10,7 Sek. 2. Möckel, ' MTV., 11,1 Sek. 3. Fischer, VfB, 11,2 Sek. 4. Baum, VfB. Eine sichere Sache für Kley, doch verdient die Leistung des noch nicht ganz 10 Jahre alten Möckel besondere Beach­tung.

Weitsprung aus dem Stand: 1. Kley. MTV., 2,14 Meter. 2. Thomas, MTV., 2,01 M. 3. Baum, VfB., 1,91 Met. 4. Fischer, VfB.

Schlagballweitwurf: 1. Zück, MTV., 55,20 Meter. 2. Kley, MTV.. 53,10 Meter. 3. Baum, VfB., 43,40 Met. 4. Wedel, VfB. Die Leistungen der beiden ersten sind sehr gut und kommen den Leistungen der O-Klasse gleich.

Kugelstoßen: 1. Zück, MTV., 7,43 Meter. 2. Daum. VfB., 6,56 Met. 3. Kley, MTV., 6,11 Meter. 4. Wedel, VfB.

4X5O-Meter-Staffel: 1. MTV., 30,2 Sekunden. 2. VfB., 33,3 Sek. Die kleinsten MTVler gewinnen überlegen und hinterlassen durch die schönen Hebergaben einen guten Ein­druck.

10. Gau-Zrauenweüumen D.T. in Lanierbach.

v Die Turnerinnen des Hessengaues hielten am Sonntag ihr 10. Jubiläumswett­turnen in Lauterbach ab. Bei der

Begrüßungsfeier am Vorabend

in der Spießturnhalle betonte Regierungsrat Ranz die lebhafte Anteilnahme der Behörden an der Pflege der Leibesübungen, Beigeord­neter Möller sprach im Ramen der Stadt­verwaltung, der 2. Vorsitzende des örtlichen Turnvereins, Fabrikant Franz K a u s, wünschte der Veranstaltung erfolgreiche Durchführung, der 2. Gauvertreter K. Schneider (Butzbach) über­nahm die Leitung mit Worten dankbaren Ge­denkens an den bekannten Lauterbacher Turner­führer Karl Theodor Helfenbein, an dessen Grab der Gauwart für das Frauenturnen Rudolf Paul (Gießen) einen Blumengruß niedergelegt hatte. Dann gaben 14 Abteilungen unter der technischen Leitung des Gauwartes in ab­wechselungsreichen Sondervorführungen ein Bild ihrer Arbeitsweise.

Rach einer Morgenandacht durch Dekan Schlösser begonnen am Sonntag früh

die Einzelwetikämpfe.

Rach einem Werbeumzug folgten auf dem Turnplatz Volkstänze in mehreren Tanz­kreisen, weitere Sondervorführungen von 10 Abteilungen, Faustballspiele, Staf­fe l l a u f und allgemeine Freiübungen als eindrucksvoller Abschluß. Vor der Siegerverkün­digung sprach der Gauwart der Stadt, dem Dru- derverein und den Kampfrichtern Dank aus, dem sich Gau-Oberturnwart Will (Gießen) für den Gauvorstand anschloß. Rachstehend geben wir einen .

Auszug aus der Siegerliste.

Turnerinnen-Oberstufe.

Zehnkampf aus drei Pflichtübungen an Reck, Barren und Pferd, je einer Kürübung an Barren und Pferd, je einer Pflichtfreiübung und einer Pslichtkeulenübung, und aus den drei volkstümlichen Hebungen 75-Meter-Lauf, Weit­sprung und Ballweitwurf. Leistungsgrenzen 134 bis 200 Punkte. 37 Teilnehmerinnen, 36 Siege­rinnen. Ehrensieg: Elli Langbein, T. u. Spv. Butzbach, 194 P. 1. Sieg Jdel Hauck, Tv. 1846 Gießen, 190 P. 2. Ria Schwan, Mtv. Gießen, 186 P. 3. Erna Graf, T. u. Spv. Butzbach, 184 P. 5. Emilie Reuschling. Tv. Heuchelheim, 179 P. 8. Gertrud Bock, Tv. Grünberg, 176 P. 9. Martha Decker, Tv. 1846 Gießen, 175 P.

15. Käthe Dath, Tv. Heuchelheim, 165 P. 16. Emilie Rinn. Tv. Heuchelheim, 164 P. 17. Tilli Hahn, Tv. Klein-Linden, 162 P. 18. Gertrud Zimmer, Tv. Lich>, 160 P. 19. Hanni Hirdes, Tv. Wetzlar-Riedergirmes, 158 P. 21. Helene Zimmer. Tv. Lich, und Else Germer. Tv. Heuchelheim, 156 P. 23. Irmgard Werke, Tv. Ridda, 147 P. 24. Else Eckardt, Tv. Ridda, 146 P. 25. Luise Zoll, Tv. Ridda, 145 P. 26. El­friede Weller, Tv. Klein-Linden, 144 Punkte.

Turnerinnen-Oberstufe.

Siebenkampf: d. i. die Hebungen des Zehn- kampfs ohne die drei volkstümlichen Hebungen Leistungsgrenze 94 bis 140 Punkte 45 Teil­nehmerinnen, 45 Siegerinnen. 1. Sieg: Ria Schwan, Mtv. Gießen, 130 P.; 2. Else Faatz. Tv. 1860 Dad-Rauheim, 124 P.; 3. Else Klemm­rath, Mtv. Gießen, 123 P.; 19. Gretel Spengler, Tv. Klein-Linden, 104 P.; 22. Emilie Gilbert. Tv. Heuchelheim, 101 P.

Turnerlnnen-Unlerstufe.

(1914 und früher geboren) Zehnkampf, Z>. t Turnerinnen-Oberstufe mit entsprechender Ab­stufung. Leistungsgrenze 134 bis 200 P. 78 Teilnehmerinnen, 73 Siegerinnen. 1. Sieg: Ria Philipp, Tv. 1846 Gießen. 199 P.; 2. Ria Herrenbrodt, T. u. SpD. Dutzbach, 198 P.; 3. Mariechen Weller, Tv. Lauterbach, 193 P.; 4. Mathilde Koch, Tv. 1846 Gießen, 191 P.; 5. Klara Amend und HÜde Sühkind, Tv. Krofdorf, 186 P.; 6. Erna Petermann, Tv. Ridda, 185 P.; 8. Helmi Stork, Tv. 1846 Gießen, 182 P.; 13. Sofie Dolk- heimer, Tv. Ridda, 173 P.; 16. Anna Lehmann, Tv. Ridda, Marie Löber. Tv. Heuchelheim. Hilda Schmidt, Tv. Krofdorf, und Else Davidson, Tv. 1846 Gießen. 168 P.; 17. Emma Lein. Tv. Grün­berg, 167 P.; 18. Emmi Malinowski. Tv. Klein- Linoen. 166 P.; 20. Herta Wilhelm, Mtv. Gießen, und Aenne Süß, Tv. Ridda, 164 P.; 22. Lina Löber, Tv. Heuchelheim, 162 P.; 25. Johanna Wolf, Tv. Ridda. 156 P.; 28. Dora Läufer, Tv. Krofdorf. 153 P.; 29. Käthe Preiß. Tv. 1846 Gießen, und Kunigunde Dellof, Tv. Lich, 151 P.; 30. Gusti Repp, Tv. Grünberg, 150 P.; 31. Käthe Stauf, Tv. Grünberg, und Hermine Walz. Tv. Lich, 149 P.; 36. Marie Herr. Tv. Heuchelheim, 141 P.; 38. Marie Schäfer, Tv. Lich, 136 P.

Turnerinnen-Unlerstufe.

Siebenkampf wie oben. 102 Teilnehmerin­nen, 89 Siegerinnen. 1. Sieg: Ria Philipp, Tv. 1846 Gießen, 122 P.; 2. Lisel Holzknecht. T. u. SpD. 1860 Marburg. 120 P.; 3. Ria Herren­brodt, T. u. SpD. Dutzbach, 119 P.; 9. Frieda

OerGroßeBasar in Giambul.

Von Friedrich Wattisch.

Die Stelle, an der sich die Wunderlichkeiten des orientalischen Lebens in engem Raume tref­fen, an der die Schlauheit und Habgier, die Be­harrlichkeit und der Witz des mohammedanischen Händlers so üppig in die Halme schießen wie nirgends sonst das ist der Große Basar inj Stombul. Wer ihn nicht besucht hat, kennt Kon­stantinopel nicht. Wer ihn besucht, der lernt ein gut Teil Orient kennen.

Geht man in Stambul hinter dem stillen Prunk der Bajesidmoschee durch die engen Winkelgassen, so gelangt man ganz allmählich ins Getriebe des Großen Basars. In den Gäßchen drängen sich die kleinen Kaufläden aneinander, und man muß ?;ut aufmerken, will man den Augenblick er» ennen, in dem man aus dem Schatten der Häuser in die verdeckten Hallen gelangt ist. Ein Gewirr von Straßenzeilen durchzieht den Basar, aus matten HaÜenfenstern fällt ebenso­viel und ebensowenig Licht herein wie in die Gassen vor den Toren.

Gs ist weiß Gott nicht leicht, in Ruhe ein Bild des Basars, seiner Anordnung und Ausdehnung zu gewinnen. Ein Schwarm von Verkäufern um» drängt uns. Junge Männer, zumeist Türken, auch Griechen und Spaniolen, nicht anders ge» kleidet als Verkäufer in irgendeinem europäischen Warenhaus, aber ihr Benehmen, ihre Art, Kun­den zu gewinnen, da lieber Himmel, wieviel Geduld und Energie gehört baxu, sich diese Leute halbwegs vom Halse zu halten! Sie streiten, wie es angeblich ich hab's Gott sei Dank nie erlebt! hungrige Wölfe tun, die ein Opfer Sefunöen haben. Versteht man auch nicht die Borte, die sie einander zuschreien, so ist doch das Spiel der Mienen und der Hände deutlich genug, um den Sinn ihrer erregten Ausein­andersetzungen begreifen zu machen:

Er gehört mir!" brüllt der eine.Ich hab' den Fremden zuerst gesehen."

3a, jeden willst du zuerst haben!" höhnt ein zweiter.Gestern waren die Amerikaner zuerst bei dir, und bei mir wollten sie dann nichts mehr kaufen."

Dein Kram hat ihnen eben nicht gefallen."

Rein, nein, ich lasse mir nicht die Kunden vor der Rase wegfischen!"

Während ihr euch streitet", ruft ein dritter, .hat Hassan den Fremden schon eingefangen. Ich

werd euch lehren, Dummheiten zu machen. Marsch fort, Hassan, dein Laden ist nicht hier! Hier hab ich zu reden!" Hnd schon stürzt er sich, mit Ellbogen kämpfend, auf den Fremden. Die Sprachkenntnis funkelt:Lome in, Sir! Entrez Monsieur!" Hnd deutsch:Bitte, eintreten, mein Herr!"

Er bemerkt, daß wir miteinander Deutsch spre­chen. Der höchste Trumpf wird ausgespielt:

Anhaun kostet niks!"

Ja, aber da ist beileibe nicht nur einer, der so viel Deutsch kann. Dieser' und jener, jeder zweite fast, ruft mit höflichem Grinsen:Anhaun kostet niks!"

Weiter geht's mit der deutschen Sprache nur selten. Aber Französisch können hier manche rade­brechen. Hnd sie drängen sich an uns heran, so nahe, daß man instinktiv die Brieftasche (die im teueren Konstantinopel leider immer voll sein muß) fest an die Brust drückt. Sie ver­richten ungebeten Fremdenführerdienste.Hier, in dieser Zeile, bekommt man nur Teppiche, hier finden Sie Haushaltungsgegenstände, hier wieder sehen Sie, wie die Goldstickerei verfertigt wird, alles mit der Hand, eine sehr mühsame Arbeit, echtes Gold, hier sind alte Waffen zu verkaufen und hier, hier ist mein Laden. Entrez sil vous plait, Monsieur! Anhaun kostet niks."

Wir betreten seinen Laden. Taburetts werden herangerückt, eine dicke Dame zaubert einige Schälchen mit dampfendem Kaffee ä la Turca her­bei. Man trifft alle Vorbereitungen, uns stunden­lang festzuhalten. Hnd nun werden die Herrlich­keiten ousgekramt. Eine ganze Familie ist emsig beschäftigt, das Warenlager vorzuführen, Deck­chen und Kissen, alttürkische, gestickte Kleider, kleine rote Saffianschuhe, silbereingelegte Ziga­rettenspitzen, hunderterlei Krimskram, Schönes und Geschmackloses, Echtes und Falsches, Brauch­bares und Hnbrauchbares.

Schließlich und endlich bleibt nichts anderes übrig, als etwas zu kaufen. Wir sind bereits durch die Schule des orientalischen Geschäfts­betriebes gegangen und wissen, wie wir uns zu verhalten haben. Rur keine Begehrlichkeit zei­gen, kein Interesse! Hnd ich frage gleichgültig: Was kostet das?"

Rur zehn Pfund. In Galata bekommen Die es nicht um dreißig Pfund."

Was fällt Ihnen ein", sage ich von oben herab.Ich gebe ein Pfund."

Lächeln der Verzweiflung in den Mienen der Handlerfamilie,

Fünf Minuten später habe ich das Stück um ztvei Pfund erstanden. Die Verkäufer verheh­len nicht ihre Befriedigung über das abge­schlossene Geschäft und bedanken sich höflich mit dem gezirptenMerci", das jeder Händler und Kutscher Konstantinopels in seinem Sprachschatz hat.

Man soll noch hunderterlei andere Dachen ansehen, nuranhaun"! Aber man kehrt un­erbittlich unter die Schar der übrigen Händ­ler zurück, die vor dem Laden bereits unge­duldig warten.

Das wilde Treiben geht weiter. Die Ver­käufer überbieten sich in Lockungen, und nur Energie und schließlich auch ein tüchtiges Maß an Grobheit hält sie uns vom Leib, wenn sie in ihrem Eifer uns am Arm fassen und ihre Einladungen durch Handgreiflichkeiten unter­stützen wollen.

Was gibt es da nicht alles für Tricks, die Fremden in den Laden zu locken!

Verzeihen Sie, Monsieur", sagt ein Jüng­ling in auffallend bescheidenem Ton.Wieviel haben Sie für die Kette da gezahlt?"

Ich habe eineinhalb Pfund gezahlt, sage aber in Erwartung der Dinge, die da kommen wer­den, nur:Sechzig Piaster!"

Die bekommen Die bei mir um zwanzig Piaster."

Da kann man nicht widerstehen. Wir folgen ihm willig in seinen Verschlag. Hnd er be­ginnt, uns goldgewirkte Tischdecken zu zeigen, Karamanien, Gebetteppiche, und allerlei an­deres. Ich aber wiederhole immer nur:Wo ist die Kette um zwanzig Piaster?"

Dis er schließlich mit dein Lächeln eines un­schuldigen Kindes erklärt:Die gibt es nicht. Ich hob Ihnen das nur gesagt, damit Sie in meinen Laden kommen."

Andere gehen in ihren Anstrengungen, den Fremden in ihren Laden zu locken, noch weiter. Sie verkaufen ihm eine Kleinigkeit wirklich sehr billig, um ihm bei dieser Gelegenheit andere Dinge anhangen zu können.

Dieser Große Dasar ist wahrhaftig ein Laby­rinth. Es ist für den Fremden ganz unmöglich, sich hier zurechkufinden. Man geht und geht, denkt, Gott weih wie weit gekommen zu fein, und steht plötzlich wieder vor demselben Laden, vor demselben grinsenden Händler, dem man glücklich und auf Rimmerwiedersehen entronnen zu fein meint.

An die hohen Mauern der Hallen sind die kleinen Geschäftsläden angebaut, davor türmt

sich die Schaustellung derAuslagestücke". An einer Stelle gibt es nur Teppiche zu kaufen, an einer anderen nur Stickereien oder nur Seiden­waren, dann wieder Kleider und Schuhe, Bett­zeug usw. Die Abwechslung ist nicht so groß wie man im ersten Augenblick vermuten möchte. Manche Läden sind mit einer Werkstatt ver­bunden. Der Käufer soll sehen, dah er hier nicht billige Fabrikware bekommt, sondern Hand­arbeit,echte Ware".

Es gibt da auch Sonderlinge unter den Han­delsleuten, solche, die den brutalen Kundenfang verschmähen und mit jener stoischen Ruhe, die ebenso wie die lärmend übersprudelnde Ge­schäftigkeit in der Seele des Orientalen wohnt, still und gottergeben darauf warten, bis die Schönheit der ausgestellten Ware einen Kunden anlockt.

3n einer windigen Koje haust da ein solcher Stoiker, ein bollbärtiger, stiller Greis, der alte Türkenwaffen und kleine byzantinische Aus­grabungsstücke verkauft. Selten verirrt sich ein Fremder in diesen fast verborgenen Miniatur­laden. Hnd man muß den' Alten erst durch Fragen ermutigen, seine Ware anzupreisen. Leise, wie beschämt, erklärt er Bedeutung und Wert der wunderlichen Dinge. Dann aber holt er ein Paar kleine Oelgemälde hervor, Veduten aus der Stadt und ihrer Umgebung, und sagt schüch­tern und ängstlich in gebrochenem Französisch: Von mir gemalt, bitte.

Ein Künstler, der sich enttäuscht in einen dunklen Winkel des lärmenden Basars zurück­gezogen hat, um von dem Getriebe, das diesen großen Warenmarkt erfüllt, für feinen Lebens­unterhalt ein bescheidenes Restchen zu erhaschen.

Sochschulnachrichten.

Für das Amtsjahr 15. Oktober 1930 bis 15. Df- löber 1931 ist der Professor der allgemeinen Pa­thologie und pathologischen Anatomie und Direktor des Pathologischen Instituts Dr. med. Max Berss zum Nektar der Universität Marburg gewählt worden. Die Wahl ist vom Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung bestätigt.

D. Dr.Wilhelm Stählin in Münster hat die Annahme der Berufung nach Heidelberg zurückgezogen und bleibt in Münster. Professor Stählin sollte in Heidelberg den Lehrstuhl der praktischen Theologie als Rachfolger des cmerit. Geheimen Kirchenrates Joh. Dauer übernehme».

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