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2.5.1930
 
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stelliger Hypotheken sein. Die Bank arbeitet unter Reichsaufsicht. Die Dank kann Schahan­weisungen (Ablösungsscheine) unter Reichsgaran­tie ausgeben. Die Abgabe soll nur im Wege der Ämschuldung an die bisherigen Gläubiger er­folgen. Sonstige Schuldverschreibungen sind bis zum zehnfachen Betrage des Stammkapitals zu­lässig.

4. Das dritte Abänderungsgeseh zum Gesetz über die Errichtung der Rentenbankkredilanstalt regelt die Beseitigung der bisherigen Beschränkung des P e r s o n a l k r e d i t- geschäfts der Rentenba n k kreditan­statt, gibt ihr die Möglichkeit zur Beteiligung an der Preußenkasse und die Möglichkeit zur Aufnahme auf Schuldverschreibungen.

5. Das Gesetz über die L a st e n s e n k u n g gibt der Aeichsregierung die Möglichkeit, in den Iahren 1930 bis 1934 einen Teil der Kommunal­zuschläge zur Grundvermögenssteuer und zur Ge­werbesteuer auf das Reich zu übernehmen.

6. Rach dem Gesetz zur Förderung be­sonderer wirtschaftlicher sowie ge­sund h »i t l ich e r , sozialer und son­stiger Zwecke sind für das Ostgebiet zu ge­währende Frachterleichterungen aus Reichsmit­teln zu übernehmen. Für den Landarbeiterwoh­nungsbau und die Instandsetzung verfallender Altwohnungen in Stadt und Land sollen beson­dere Haushaltsmittel eingesetzt werden.

7. Rach dem Gesetz über die D e r b e s j e - rung der Verkehrswege sollen 1930 bis 1939 aus dem Haushalt oder aus besonderen Anleihen auf Grund eines besonderen Gesches Mittel für den Straßenbau, den Wasserstraßen­bau, den Kleinbahnbau und den Bau bzw. Aus­bau von Häfen bereitgestellt werden.

8. Das Gesetz über den Bau von Eisen- bahnen behandelt nach Maßgabe der bereits in dem ordentlichen Etattitel vorgesehenen Ein­zelheiten nicht nur den Bau von Dahnen im Osten, sondern auch im westlichen Grenzgebiet. Das Reich gibt an die Reichsbahngesellschaft ein Darlehen von 130 Millionen Mark. Dafür sol­len in Ostpreußen zwei Strecken, in Oberschlesien zwei Strecken, in Riederschlesien zwei Strecken, in der Grenzmark Posen-Westpreußen und Ostbran- denburg drei Strecken und im westlichen Grenz­gebiet zwei Strecken gebaut werden.

9. Das letzte der in dem Rahmengesetz zu- sammengefaßten Einzelgesetze behandelt die De» schaffung besonderer Mittel. Zum Teil sind die erforderlichen Mittel in den Haushalts­plänen vorzusehen. Außerdem soll der reichs­eigene Grundbesitz im besetzten Gebiet veräußert werden. Dazu kommen die Rechtsmittel der Dank für Industrieobligationen. Aus der Aufbrin­gungsumlage sind 1931 mindestens 50 Millionen, dann bis 1935 höhere, jährlich anwachsende Be­träge für die Landwirtschaftliche Ämschuldung ^zur Verfügung zu stellen.

Zu diesen neun Entwürfen kommt noch die Vor­lage über ein Moratorium. Cs handelt sich nicht um ein Generalmoratorium, auch nicht, wie es ursprünglich beabsichtigt war, um eine allgemeine Stundung der öffentlichen Abgaben, sondern lediglich um ein zeitlich und sachlich eng begrenztes Moratorium. Bei einer Befristung auf drei Monate würde im wesentlichen die Möglichkeit der Durchführung von Zwangs­maßnahmen während des Vierteljahres unter­bunden. Die Amtsgerichte hätten also gegebenen­falls an die in den Ausführungsbestimmungen - näher zu bestimmenden Stellen Mitteilung zu machen, damit zum Ablauf der Moratoriums­frist ein Vergleich, notfalls zwangsweise, her­beigeführt werden kann.

Die Sitzung des Wests p- Flügels.

Berlin, 1. Mai. ERD. Heute abend fand in einem Raum des Restaurants Mitscher die Zu­sammenkunft statt, zu der Graf Westarp die Mitglieder der Reichstagsfraktion der Deutsch­nationalen Dolkspartei eingeladen hat, die bei der letzten Reichstagsabstimmung für die Vor­lagen des Kabinetts Brüning gestimmt hatten. Die Besprechung, an der 25 Abgeordnete teil- nahmen, begann um 20 Ähr und dauerte bis nach 24 Ähr. Sie endete mit dem Beschluß, ein Schreiben an den Parteiführer und den Frak- tionsvorsihenden zu richten, in dem die Äeber- zeugung dieser Mitglieder der deutschncrtionalen Reichstagsfraktion niedergelegt ist.

Ls kann kein Zweifel darüber sein, daß Graf Westarp als Linberufer der Aussprache das ernsthafteste Bestreben hat, olles zu vermelden, was die Situation innerhalb der Deutsch­nationalen Dolkspartei verschärfen könnte.

Deshalb wird der Inhalt des Schreibens nicht eher bekanntgegeben werden, als es in den Hän­den der Adressaten ist. Man kann aber Wohl annehmen, daß der Brief das Recht auf die Gewissensfreiheit und damit zugleich die Gewissenspflicht des Abgeordneten unterstrichen wird. Er wird weiter darauf Hin­weisen, daß namentlich die beiden letzten Sätze der Entschließung, die der deutschnationale Par­teivorstand am Sonntag vor acht Tagen gefaßt hat, zu diesen Grundrechten und -Pflichten des Abgeordneten in Gegensatz stehen. Wenn dieses Schreiben am heutigen Freitag der Parteifüh­rung überreicht wird, so würde die Entschei­dung über die Weiterentwicklung innerhalb der deutschnationalen Reichstagsfraktion bei der Führung liegen.

Schober in London.

London, 1. Mai. Der österreichische Bundes­kanzler Schober ist heute nachmittag 3.30 Ähr hier eingetroffen. Er wurde vom österreichischen Gesandten, den Mitgliedern der Gesandtschaft und einem Vertreter des Foreign Office begrüßt.

Der englische Außenminister gab zu Ehren des österreichischen Dundeskanzlers Dr. Schober heute abend un Foreign Office ein Essen, an dem u.a der Premierminister und die übrigen Mitglieder der Regierung, sowie Lord Cecil, der Lordmayor von London und der G o u - D / ne u r der Dank von England teilnahmen. Morgen wird Dr. Schober mit dem Premierminister frühstücken, und am Samstag wird er vom König empfangen werden.

Vereinbarungen in Paris.

Paris, 1. Mai. (WTB.) In einer Unterredung, die der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober wahrend seines hiesigen Aufenthaltes mit dem Ar- beitsminister Laval hatte, sind die Grundlagen für ein Ein-undAuswanderungsab

Ruhiger Verlauf der Maifeiern

S ch o b e r in Paris und schreibt, dieser Besuch habe die Atmosphäre in Mitteleuropa entspannt und die Oeffentlichkeit in Frankreich und Oesterreich auf­geklärt. Man erkenne jetzt, daß

nicht alle einflußreichen kreise in Oesterreich für den Anschluß an Deutschland gewesen seien. In Oesterreich sei man vielfach nur für kleine Linzelanschlüfse, aber Oesterreich an sich habe keine Lust, von der Landkarte in Europa zu verschwinden und seine Eigenart in der Ge­schichte der europäischen Kultur aufzugeben.

Bundeskanzler Schober sei nach Paris und Lon­don gereist, um zu zeigen, daß er die Unabhän­gigkeit Oesterreichs aufrechterhalten wolle. Oesterreich habe aufden Anschluß ver- z i ch t e t, weil die Gegenwart für Oesterreich er- träglich geworden sei und weil seine Zukunft nicht mehr so düster erscheine.

Aus alter Welt.

Aufstieg desGraf Zeppelin" zur Schweizer Fahrt.

Friedrichshafen, 2.Mai. (WTD. Funk­spruch.) Heute vormittag um 8.02 Ähr stieg das LuftschiffGraf Zeppelin" bei herrlichem Sonnenschein zu seiner Sonderfahrt in die Sch weiz auf. An Bord befinden sich 35 Fahr­gäste. Die Führung liegt in den Händen des Lustschiffkapitäns v. Schiller. Die Rückkehr dürfte zwischen 16 und 17 Ähr zu erwarten sein.

Berlin

Berlin, 1. Mai. (WTB.) Während des Auf­marsches der Kommunisten, die sich an ver­schiedenen Plätzen Groß-Berlins zusammenfanden, um dann gemeinsam den Marsch nach dem Lust­garten anzutreten, ist es an einigen Stellen zu Aus­schreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei gekommen, die aber ohne besondere Folgen geblie­ben sind. Die für %11 Uhr angesetzte Feier der Kommunisten im Lustgarten verzögerte sich sehr stark, da noch gegen 12 Uhr lange Kolonnen der aufmarschierenden Kommunisten dem Lustgarten zu­strebten. Die Zugangsstraßen zum Lustgarten und zum Schloßplatz waren um 12 Uhr völlig verstopft. Die Umgebung des Domes, des Alten Museums und die Schloßrampe waren abgesperrt. Im übrigen hielt sich die Polizei sehr zurück und war kaum zu sehen. Eine große Anzahl von Tafeln und roten Fahnen ragte über die Köpfe der Massen empor. Nach dem Gesang der International« sprachen die Abgeordneten Thälmann, Neumann und Pieck, sowie führende Arbeiterfunktionäre der Berliner Großbetriebe und der Revolutionären Ge­werkschaftsopposition. Um 12 Uhr wurde ein großer Teil der noch anmarschierenden Demonstrationszüge nach Neu-Kölln und nach dem Wedding umgeleitet. An der Demonstration hatten ungefähr 50 OOÖ Men­schen teilgenommen, während nur 32 000 der Poli­zei angesagt worden waren; der Rest bestand aus einzelnen Mitläufern aus allen Stadtteilen.

Beim Abmarsch der Demonstranten wurden Rot-Front-Rufe laut. Vor dem Alten Museum brachte die Menge ein dreifach ^Pfui Deibel" auf Zörgiebel und die Schupo aus. Das Pro­gramm der kommunistischen Maifeier sah im An­schluß an die Kundgebung im Lustgarten einen Demonstrationsmarsch nach dem Schauplatz der Zusammenstöße des Vorjahres, der Kosliner und der Wiesenstraße im Rorden Berlins vor. Die Anwohner hatten rote Fahnen, Transparente und zwei riesige, mit roten Rosen besteckte Totenkränze aus Lorbeer an den Häusern an­gebracht. Die Demonstranten marschierten unter dem Auf: ^Rache für die Toten vom Mai 1929! Zu Zwischenfällen ist es nach den vor­liegenden Berichten, obwohl sich große Men- schenmassen^in dem verhältnismäßig engen Vier­tel konzentrierten, beim Anmarsch wie bei der Auflösung der Züge nicht gekommen.

Der Aufmarsch der sozialdemokrati­schen Organisationen zur Maifeier im Lustgarten erfolgte in den ersten Stunden des Rachmittags gemäß dem vorher vereinbarten Programm, das eine möglichst weitgehende Tren- nung der kommunistischen und der sozialdemo­kratischen Kundgebung vorsah. Die Polizei be­schränkte sich auf den Ordnungsdienst vor öffent­lichen Gebäuden und Monumenten und die Rege­lung des Verkehrs, die auf dem belebten Schloh- plah nicht unerhebliche Schwierigkeiten bot. Von der Rednertribüne vor dem Alten Museum aus sprach der Dundesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Reichstags­abgeordnete Peter G r a ß m a n n, der gegen das Kabinett polemisierend, u. a. eine Verkürzung der Arbeitszeit sowie den Ausbau der Arbeits­losenversicherung als notwendige Forderung be­zeichnete. Der gesamte An- und Abmarsch, der mehrere Stunden in Anspruch nahm, verlief bis auf kleinere Zwischenfälle reibungslos. Kurz nach 13 Ähr muhte am Bülow-Platz die Polizei gegen kommunistische Gruppen vorgehen, die einen sozial­demokratischen Demonstrationszug belästigten, Im Anschluß an die Kundgebung im Lustgarten ver­anstaltete die Sozialdemokratische Partei Abend­feiern in zahlreichen großen Sälen Berlins.

Oer Verlauf im Reiche.

Berlin, 1. Mai. (. Funkspruch.) Der l.Mai ist im Reich, soweit sich bisher übersehen läßt, ruhig verlaufen.

In Leipzig versuchten sich in den frühen Morgenstunden trotz des polizeilichen Verbotes an verschiedenen Stellen kleine Trupps von Kom­munisten zu sammeln. Sie wurden jedoch von der Polizei sofort, teilweise unter Anwendung des Gummiknüppels, zerstreut. Die Ruhe wurde dann nicht mehr gestört.

In Halle beschlagnahmte die Polizei meh­rere in dem kommunistischen Demonstrationszug mitgeführte Plakate, deren Inschriften gegen die Strafbestimmungen verstießen. Religionsfeindliche Darstellungen auf Lastkraftwagen wurden auf polizeiliche Anordnung widerspruchslos entfernt.

An dem Ämzug der Gewerkschaften in D e s - s a u beteiligte sich auch der anhaltinische Mini­sterpräsident Deis. Die Meldungen aus dem Osten der Provinz Sachsen, sowie aus dem Zeitz- Weißenfelser Revier und dem Mansfelder Re­vier besagen, daß sich auch dort keine Zwischen­fälle ereignet haben.

Bei dem von den Kommunisten in Han­nover veranstalteten Ämzug mußte die Schutz­polizei einschreiten, da hinter der Kapelle eine

kommen zwischen Oesterreich und Frankreich er­örtert worden. Desgleichen wurde über die Anwen­dung der französischen Sozialversicherungs­gesetzgebung auf österreichische Arbeiter durch ein Gegenseitigkeitsabkommen verhan­delt. Außerdem wurde beschlossen, ein Abkommen zu treffen, das die Zulassung junger Leute aus Frankreich bzw. Oesterreich zur Erweiterung ihrer beruflichen und sprachlichen Kenntnisse regelt. Es wurde vereinbart, daß Verhandlungen über diese Abkommen sehr bald in Wien ausgenommen werden.

Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober hat an den Ministerpräsidenten Tardieu ein Telegramm gerichtet, in welchem er seinen Dank für die Gastfreundschaft, die ihm in Paris zuteil wurde, zum Ausdruck bringt. Zum Schluß gibt er dem Wunsche Ausdruck, daß fein Aufenthalt in Paris dazu beitragen möge, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Oester­reich noch enger zu gestalten.

Hierauf antwortete Ministerpräsident T a r d i e u: Die französische Regierung werde seinen Besuch in Paris gern in Erinnerung behalten, und er dürfe versichert sein, daß der Besuch in hohem Maße dazu beitragen werde, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Oesterreich und Frankreich noch enger zu knüpfen.

Auf den Anschluß verzichtet.

Paris, 2.Mai. (WTB. Funkspruch.) Heute be- schästigt sich der Außenpolitiker desMatt n" mit dem Besuch des österreichischen Bundeskanzlers

Gruppe in der Uniform des verbotenen Rot­frontkämpferbundes marschierte. Sie wurde von der Polizei aus dem Zuge geholt und zur Ver­nehmung auf das Polizeipräsidium gebracht, von wo sie später wieder entlassen wurde.

Rach einer Meldung aus Weimar ist der 1. Mai auch in Thüringen im großen und ganzen ruhig verlaufen.

Auch aus dem oberschlesis ch en Indu­striegebiet werden keinerlei Zwischenfälle ge­meldet. Die Beteiligung an den Ämzügen in Gleiwitz, Hindenburg und Beuthen entsprach etwa der der Vorjahre. In fast allen Betrieben wurde ganz oder teilweise gearbeitet.

In Stettin marschierten Kommunisten und Sozialdemokraten an verschiedenen Plätzen unter Vorantritt von Musikkapellen auf. Ein großes Polizeiaufgebot sorgte für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung.

Der 1. Mai ist in Köln ruhig verlausen. Die Kommunisten veranstalteten in der Altstadt einen Umzug. Die Sozialdemokraten marschierten zur gro­ßen Messehalle, wo der Vorsitzende der Sozialdemo­kratischen Partei Deutschlands, Reichstagsabgeord­neter Wels, sprach.

Nach einer Meldung aus Essen sind auch im rheinisch-westfälischen Industriegebiet Kundgebungen der Kommunisten und Sozialdemokraten ohne Zwi­schenfälle verlaufen. Die Beteiligung war im allge­meinen nicht sehr stark. Von den insgesamt rund 165 000 Bergleuten, die in den einzelnen Revieren des Ruhrgebietes in der Morgenschicht einfahren sollten, haben wegen der Maifeier nur rund 20 000, also 12 v. H. gefeiert

Die Maifeiern sind in Frankfurt ruhig und in Ordnung verlaufen. Die Kommunistische Partei ver­anstaltete um 10 Uhr auf dem Opernplatz eine Mas­senkundgebung, die von schätzungsweise 8000 Men­schen besucht war. Die Sozialdemokraten hatten für

11 Uhr eine Massenkundgebung im Schumann- Theater einberufen. Nach Musik- und Gesangvor- trägen hielt Reichstagsabgeordneter Aufhä ufer (Berlin) die Rede. Zu Zwischenfällen ist es bei den Versammlungen und Demonstrationszügen nicht ge­kommen.

Auch Karlsruhe meldet ruhigen Verlauf der Maifeiern in den großen badischen Städten. Ledig- lich in Pforzheim versuchten die Kommunisten das Umzugs- und Versammlungsverbot zu über­treten. Sie wurden von der Polizei zerstreut und 11 Mann verhaftet.

Im hamburgischen Staatsgebiet, wo der 1. Mai als gesetzlicher Feiertag gilt verlief der Tag gleichfalls ohne Zwischenfälle. Auch in Altona und den sonstigen größeren Städten Schleswig-Holsteins blieb alles ruhig.

Wie aus M ü n ch e n gemeldet wird, ist die sozial­demokratische Maikundgebung nach polizeilicher Mit- teilung ohne jede Störung verlaufen. Etwa 120 Kommunisten, die trotz des polizeilichen Verbotes einen Umzug veranstalten wollten, wurden an der Theresienhöhe durch berittene Schutzmannschaft zer­streut. Auch im Bezirk München-Land gab es keine ernstlichen Störungen. Der kommunistische Land- tagsabgeordnete Dresse! ist festgenommen worden.

Kommun stische Ausschreitungen in Trier.

Trier, 2. Mai. (TU. Funkspruch.) Am Donners­tag kam es inTrierzu schweren Ausschrei­tungen der Kommuni st en, die nach einer Versammlung auf dem Viehmarktplatz sich zu einem Demonstrationszug formierten. Als ein Polizeikom- missar ein Transparent, das eine aufreizende In- fchrift trug, beschlagnahmen wollte, wurde er von der Menge tätlich angegriffen und zu Boden ge­worfen. Durch herbeieilende Polizeioerstärkungen konnte die Menge zerstreut und in die anliegenden Nebenstraßen gedrängt werden. Hierbei kam es noch Zu wiederholten Ausschreitungen gegen die Polizei, in deren Verlauf aus der Menge ein Schuß fiel. Ein Kommunist wurde verhaftet, aber nach Feststellung der Personalien wieder ent­lassen. Am Spätabend fand die sozialdemokratische Maifeier im Saale der Brauerei Schiefer statt, die von den Kommunisten gleich zu Anfang gestört wurde. Bei dem schon im Saale entstehenden Handgemenge zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten, das sich auf dem Hofe fortsetzte, wurde einer der Beteiligten durch Messerstiche verletzt.

Der Verlaus im Ausland.

Nach den Meldungen aus Paris, Brüssel, Lon­don und Madrid ist es in den Ländern dieser Haupt­städte am gestrigen Tage nirgends zu Zwischen- fällen von wesentlicher Bedeutung gekommen. Die Maifeiern verliefen überall in ruhiger Weise. Da­gegen hat es in Wien und in Warschau einige Zu­sammenstöße gegeben, bei denen aber die Sicher­heitsorgane die Ordnung bald wieder Herstellen konnten. In Schweden und Norwegen war gleich- falls alles ruhig, aus Moskau wird über die Mai­seier als das gewohnte große Staatsfest berichtet.

Raketenflugzeug abgestürzt. Espenlaub leicht verletzt.

Wesermünde, 1. Mai (WTB.) Am nächsten Sonntag sollte in Bremerhaven eine Raketen- s l u g s a h r t, veranstaltet von der Studiengesell­schaft für Raketen e. V., Frankfurt a. M. und vom Luftfahrtoerein Unterweser, ftattftnben, deren Höhe­punkt der Start und das Fliegen eines Raketen- ftugzeuges ohne Motor, nur durch die Kraft der Raketen angetrieben, bilden sollt«. Heute vormittag fand nun auf dem Bremerhavener Flugplatz die örtliche Abnahme des schwanzlosen Raketenflugzeu­ges des bekannten Fliegers Espenlaub statt. Die Abnahme ging reibungslos vor sich, aber bei dem anschließenden Einfliegen stürzte die Maschine aus bisher unbekannten Gründen ab und kam habet z u Bruch. Espenlaub wurde mit Fleischverletzun­gen in das St. Joseph-Hospital gebvachL Der Flug­tag wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Zu dem Unfall wird noch gemeldet: Um zunächst einige An­fangsgeschwindigkeiten zu bekommen, wurde das Raketenflugzeug durch ein Gummitau nach Art der Segelflüg« in Bewegung gesetzt. Espenlaub, bef selbst am Steuer saß, zündet« dann die schwächste Rakete an. Das Flugzeug stieg sehr schön und gleich­mäßig auf. Die zweite Rakete beschleunigte den Flug. Bei Der dritten Rakete gab es einen Knall. An­scheinend ist Espenlaub hierbei etwas nervös gewor­den und hat das Flugzeug, das eine Höhe von etwa 10 Meter hatte, zu sehr gedrückt, wodurch es hart auf den Boden aufsetzte. Die Kabine ist dabei zet> drückt worden. Espenlaub selbst ist leicht ver­letzt. Er konnte sich noch selbst zum Auto begeben, das ihn zum St. Joseph-Hospital brachte. Dort wurde er sofort von einem Chirurgen verbunden, der eine Reihe von Kopfwunden feststellte. Es sind Nase, Augen und Hinterkopf verletzt. Espenlaub wird in einigen Tagen das Krankenhaus wieder verlassen können.

Aufstand in Brasilien. 50 Polizisten getötet.

Buenos Aires, 1.Mai. (WTB.) Nach Mel­dungen aus Brasilien sollen bei einem rein ört­lichen Aufstand in der Nähe von P r i n c e z a (?) 4 0 Polizisten in einen Hinterhalt geraten und getötet worden fein. Ferner seien in den letzten Tagen insgesamt 10 P o l i z i st e n in der Um­gebung von Princeza ermordet worden.

Großfeuer auf Rügen.

Stralsund, 1. Mai. (WTB.) Die Insel Rügen ist heute wieder der Schauplatz eines verheeren­den Brandunglücks geworden. Gegen 13 Uhr brach auf dem Rittergut Dumsewitz bei Bergen in einer langen st rohgedeckten Scheune Feuer aus. Infolge des starken Ostwindes gerieten nach­einander drei große gefüllte Scheunen, der Kuhstall, Pferde- und Schweinestall in Brand. Die unge­heuere Hitze machte Rettungsarbeiten unmöglich. Von dem ganzen Gut sind nur das Herrenhaus und eine Feldscheune verschont geblieben. Alle sechs Gebäude sind innerhalb kurzer Zeit vernich- t e t worden. Der Schaden ist noch nicht zu über­setzen. 5 0 Kühe, der größte Teil des Pferde- und des Schweinebestandes, ein Teil der landwirtschaftlichen Maschinen, viel Getreide- und Strohvorräte sind ver­brannt. Das Unglück ist dadurch entstanden, daß einige Jungen, die hinter der Scheune rauchten, achtlos mit dem Feuer umgingen.

Unwellerschäden in Frankreich.

Paris, l.Mai. (WTB.) Starke Gewit­terregen haben das Departement Eber heimgesucht und großen Schaden angerichtet. Zwei Flüsse bei Dailly traten über die Äser und setzten die niedrig gelegenen Häuser der Ort­schaft unter Wasser. Mehr als fünfzig Gärten wurden durch die eindringenden Wassermassen verwüste' , eine zwanzig Meter lange 11m- fassungsmauer wurde fortgeschwemmt. Eine Menge Kleinvieh ist ertrunken.

Die Wetterlage.

G wolkenlos (3 netter. Q naiv bedeckt. ® wolkig, O gedeckt. Kegeo^ * Schnee ä Graupe,ti «Nebel KGewitvr.(§)Wlndstllle.<Ksehr leichte» O$i massige» Südsüdwest q stürmische' Nordwesl die Piene fliegen mit dem winde. Ole beiden Stationen stehenden Zah­len geben die Temperatur an. Ole Linien verbinden Orte mit gleichet* «ul Meeresniveau umoerechneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Der ansteigende Luftdruck hat zur Auflösung der Wolkendecke geführt, wobei während der ver­gangenen Nacht die Temperaturen vielfach bis in Gefrierpunktnähe zurückgingen. Jedoch haben mit dem Abbruch der Kaltluft die Werte heute morgen wieder zugenommen und lagen über 10 Grad. Das Nordmeerhoch hat sich um seine Achse gedreht und erstreckt sich heute in nordsüdlicher Richtung, dabei grenzen an seine West- und Ostseite Tiefdruckstörun­gen an. Der Einfluß hohen Druckes hält aber vor­erst stand, so daß trockenes Wetter herrscht. Dabet nimmt die Luftbewegung weiter zu.

Wettervorhersage für Samstag: UBarmer, wolkig und aufheiternd, trocken.

Lufttemperaturen am 1. Mai: mittags 13,3 Grad n * ^ends 7,5 Grad; am 2. Mai: morgens 8,6 Groh. Maximum 13,7 Grad, Minimum 1,6 wrad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am LfDlai: abends 13 Grad; am 2. Mai: morgens 8,2 Grad. Sonnenscheindauer % Stunde.

Donnerstag,d.lTrtcu 4950.

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7h abds.