Ausgabe 
2.4.1930
 
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Amateure, bet kürzlich im Londoner Camera- Club zufammentrat, zeigte einen stattlichen Be­such. und es wurde dabei mitgeteilt, das; cs gegenwärtig in ®nglanb weit über 10 000 Ama­teure gibt, die sich mit der Kinomatographie be­schäftigen, das mehr als 50 Amateurfilmgesell­schaften und jede größere Stadt einen solchen Verein besitzt, London sogar über ein Dutzend. Eine der Hauptaufgaben des Kongresses bestand darin, eine Zentralstelle zu errichten, mit deren Hilfe die Amateure aus allen Teilen Groß-Bri­tanniens ihre Filme austauschen und sich ein abwechslungsreiches Programm für ihre Heim­kinos verschaffen können. Von Liebhabern sind schon einige sehr hervorragende Filmwerkc ge­schaffen worden. Eins, das unter dem ironischen TitelDas Vergnügen der Völker" Kriegsszenen darstellt, wurde von zwei begeisterten Film- freunden in einem gewöhnlichen Zimmer, das als Atelier diente, mit zwei kleinen Bogenlampen hergestellt. Obgleich Massenszenen vorgetäuscht werden, erscheinen doch tatsächlich nur neun Schau­spieler in dem Film, und alle die grausigen und großartigen Kriegsszenen waren auf einem Tisch aufgebaut worden. Die Tanks waren Papp­modelle von 6 Zoll Höhe, die Scheinwerfer Strei­fen hellen Papiers usw. Es gehört eine unge­wöhnliche Geschicklichkeit dazu, mit so winzigen Mitteln packende Wirkungen zu erzielen, und besonders schwierig war dabei die Lichtführung. Eine Gruppe von Filmfreunden in Rorb-Wales drehte einen verschiedentlich auch in öffentlichen Kinos aufgeführten Film, in einem Raum hinter dem Kino, das sich auf dem Deich von Llandudno befindet, und als Lichtquellen wurden die Lichter benutzt, die dazu bienten, die Mole zu beleuchten. Wenn die Filmhersteller das Licht benutzten, dann war die Hafenanlage in Dunkel getaucht; sie konnten daher nur in den Abendstunden ar­beiten, und doch kam ein recht eindrucksvoller Film zustande.

Die unternehmungslustigste Schar von Ama- teurkmomatographen ist in London unter dem Rainen der Apex-Filmfabrik zusammengeschlossen. Es sind elf leidenschaftliche Freunde des Films, die außer ihren eigentlichen Berufen sich auch noch auf diesem Gebiet betätigen und den ersten Amateur-Grohfilm hergestellt haben, ein Drama mit vielen Akten, das P/e Stunden dauert. Sie sind auch Bahnbrecher in der Einführung des Sprechfilms geworden, haben sich ihre eignen Sprechfilmapparate hergestellt, und ihr Grohfilm Schatten von Limehouse" enthält an den drama­tischsten Stellen Dialogszeneir. Die Herstellung dieses Films erforderte sieben Monate und kostete nicht mehr als 400 Mark. Scotland QJarb, die Polizeibehörde von London, gewährte alle mög­lichen Erleichterungen und gestattete die Auf­nahmen in dem Verbrecherviertel. Zuschauer er­lebten eine aufregende Szene, als der Kampf zwischen dem Helden und dem Schurken auf dem Dach eines Hotels ausgefochten wurde. Schließlich flog des Schurken Körper zur Erde hernieder, erwies sich aber glücklicherweise als eine mit Zeitungspapier ausgestopfte Puppe. Ein Lon­doner Krankenhaus gewährte den Liebhabern des Films die Möglichkeit, eine Operation auf­zunehmen, die in dem Operationssaal des Kran­kenhauses dargestellt wurde, wobei Aerzte und Schwestern mitwirkten. Riemals vorher hat ein englisches Krankenhaus einer Filmgesellschaft ein so großes Entgegenkommen bewiesen. Diese Lieb­haberfilme werden auch zu praktischen Zwecken in Anspruch genommen. So hat z. D. eine Gesell­schaft für häusliche Hygiene von Liebhabern einen Propagandafilm Herstellen lassen, und Ama­teure waren es auch, die für dieOrthopädische Gesellschaft" den FilmStehe auf und wandle" schufen, in dem die neuesten Maßnahmen zur Verhütung von Verkrüppelung und zur Heilung von Krüppeln vorgeführt werden.

Wirtschaft.

Oie Wirtschaftslage im März.

Rach den Berichten der preußischen Industrie« und Handelskammern und des Deutschen Hand­werks- und Gewerbekammertages hat sich die Wirtschaftslage imMonatMärz noch nicht gebessert. Saisonmähige Ansätze dazu zeigten sich zwar, doch drückte die ungeklärte innerpolitische Lage noch zu sehr auf den Ge­schäftsgang und verhinderte auch eine wesentliche Besserung der Börsenlage. Auf dem Pfandbrief­markt trat eine geringe Belebung ein. Don den einzelnen Industriezweigen hatten die chemische und die Kali-Industrie befriedigenden Absatz. Die Großhandelspreise zeigten eine sinkende Ten­denz und wirkten sich schon etwas auf die Index­ziffern der Lebenshaltung aus. Der Geldmarkt war ziemlich flüssig, dagegen zeigte der Kapital­markt trotz weiterer Herabsetzung des Diskont­satzes der Reichsbank noch keine wesentliche Er­leichterung. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat den Tiefstand überwunden. Die Handels­bilanz war im Februar aktiv.

^Konkurse und Vergleichsverfahren i m M ä r z. Nach Mitteilung des Statistischen Reichs­amts wurden im März durch den Reichsanzeiger 1142 neue Konkurse (ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung) unb 692 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. (Fe- bruar 1103 bzw. 576).

* Der Aktieninbex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete 2Iftieninbc$ (1924 26 = 100) stellt sich für die Woche vom 24. bis 29. März auf 120,2 gegenüber 118,3 in der Vorwoche, und zwar i. in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 120,2 (117,9), Gruppe verarbeitende Industrie auf

* 108,4 (106,5) und Gruppe Handel und Verkehr auf , 140,5 (138,4).

* Der Privatdiskont. Der Privatbis- kont wurde gestern für beide Sichten um je Vs Prozent auf 43/t Prozent ermäßigt.

D i e Abfindung der Aktionäre der F a v a g. Auf Grund des zwischen der Frank­furter Allgemeinen Dersichcrungs-A.-G. unb ben Mitgliedern ihres Aufsichtsrates abgeschlossenen Vergleiches sollen nunmehr die Aktien der Ge­sellschaft zum Preise von 60 Mk. netto die Aktie angekauft werden. Die Aktionäre werden auf­gefordert, ihre Aktien mit laufenden Gewinn­anteilscheinen bis 30. Juni 1930 gegen Zahlung des Kaufpreises einzureichen, wobei den Aktien jeweils die Erklärung beigefügt fein muh, daß

der betreffende Aktionär auf alle ihm etwa gegen die derzeitigen oder früheren Mitglieder des Aufsichtsrates der Gesellschaft zustehenden Regreßansprüche Verzicht leistet. Börsenumsah- fteuer hat der einreichende Aktionär nicht zu zahlen.

* Absatzsteigerung bei Opel, Rüs­selsheim. Anläßlich einer Besichtigung der Werksanlagen der Opelwerke in Rüsselsheim durch die Presse wurden von der Verwaltung die Pro- duktions- und Absatzziffern mitgeteilt, die für das erste Vierteljahr 1930 gelten und gegen die gleiche Zeit des Vorjahres nicht unerhebliche Steigerungen aufweisen. Die Ablieferung der Händler an die Kunden belief sich im ersten Vierteljahr auf 5714 Wagen, gegen 3512 im gleichen Zeitraum 1929. Der Versand der Fabrik an die Händler erhöhte sich im ersten Vierteljahr 1930 von 7508 auf 8533 Wagen. Die Produktion stieg in der angegebenen Zeit auf 8919 Wagen gegen 8456 in der gleichen Vorjahrs­zeit. Gegenwärtig werden in den Opelwerken täg­lich 200 Automobile und 700 Fahrräder hergestellt. Die Belegschaft beträgt zur Zeit 8200 Arbeiter und 1400 Angestellte.

* Ungarifdje Aufträge für die Wahh & Fr ehkag A.-G. Wie dem W.T. B.-Hanbelsbienst mitgeteilt wirb, hat bie ungarische Tochtergesellschaft ber Wayh & Frehtag A.-G. Frankfurt am Main in Bubapest von ber ungarischen Regierung einen großen Strahenbauaustrag auf Herstellung von Betonstraßen im Werte von 2 Millionen Peng5 erhalten. Ferner hat bie Gesellschaft ben Reu­bau eines neunstöckigen Hochhauses in Eisen­beton im Zentrum von Bubapest im Werte von 1,8 Millionen Pengö in Angriff genommen.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 2. April. Tenbenz fest. Im Anschluß an bie feste gestrige Abenbbörse war auch im heutigen Vormittagsverkehr eine weitgehenbe Freunblichkeit zu er­kennen. Zu Beginn bes offiziellen Marktes ge­wann bie Zuversicht auch hinsichtlich bes neuen Kabinetts weiter an Buben, unb ber Kreis ber Spezialaktien konnte sich erheblich vergrößern. Aufträge waren in größerem Aus­maße eingetroffen, so baß bie Spekulation keine Bebenken mehr zeigte, zu Deckungen zu schreiten. Auch Meinungskäufe würben von ihr vorgenommen. Die sehr feste gestrige Reuyorker Börse unb bas Fortschreiten ber internationalen Gelbmarkterleichterung gaben ber Börse eine kräftige Stühe, unb auf fast allen Marktgebieten

war bas Geschäft sehr lebhaft. Hinzu kamen noch Wirtschaftsnachrichten, bie zwar immer noch nicht von Klagen ablaffen, aber troh- bem wirb auch hier von verschiebenen Seiten eine Besserung ber Zukunft vorausgesehen. Am Kunstseibemarkt war wohl eine Beruhigung im Zusammenhang mit bem Rachlassen bes Angebo­tes zu verzeichnen, aber in erster Linie half bie Besserung ber Allgemeintenbenz über bie Ain- stimmigkeiten an biefem Markte hinweg. Demberg 1 Proz. fester, Aku gut behorchtet. Im Vorber- grunbe ftanben Elektrowerte, von benen Siemens plus 5 Proz. unb Chabeaktien mit plus4Mk. führenb waren. AEG., Licht L Kraft, Gesürelunb Schuckert gewannen bis zu 3 Prozent. Inter­esse beftanb noch für Chemieaktien, bie unter Führung von I. G. Farben bis zu 3Prozerrt höher eröffneten, unb für Conti Gummi, bie auf höhere Divibenbenaussichten 5 Prozent an­zogen. Von Warenhausaktien waren Karstabt 4 Prozent fester. Bei regerer Rachfrage gewan­nen am Kalimarkt Aschersleben 4 Prozent unb Westeregeln 3 Prozent. Auch bem in letzter Zeit stärker vernachlässigten Montanmarkt wandte sich stärkeres Interesse zu, bei Erhöhungen bis zu 1,5 Prozent. Banken lagen bis zu 2 Prozent fester. Zellstoffwerte bis zu 1,5 Prozent gebes­sert. Von Autowerten waren Daimler auf Ge- winnsicherungen etwas angeboten unb leicht ge­brückt. Stärker hervortreten konnten noch von Bauuntemehmungen Wayh 8- Frehtag, bei einem erneuten Gewinn von 2,5 Prozent. Renten hat­ten geringeres Geschäft. Im Verlaufe war bas Geschäft stiller geworben, ba neue Aufträge nicht hereingekommen waren. Die Kulisse schritt an einigen Märkten zu Gewinnmitnahmen, unb bie Kursgestaltung war gegen Anfang nicht ganz einheitlich. Die Abbröckelungen blieben sehr ge­ring. Auf ber anderen Seite konnten jedoch verschiedene Papiere weiter geringfügig an- ziehen. Am Geldmarkt war Tagesgelb mit 5,5 Prozent leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1880, gegen Pfunb 20,382, gegen Paris 124,23, Conbon gegen Kabel 4,8655, gegen Mailanb 92,85, gegen Mabrib 38,9550, gegen Hollanb 12,1175.

Berliner Börse.

Berlin, 2. April. Schon im heutigen Vor­mittagsverkehr konnte man eine festere Grunbstimmung erkennen, ohne baß nen­nenswerte Momente aus ber Wirtschaft als Grunb hierfür Vorgelegen hätten. Allerbings schloß bas Auslanb fest, unb auch an ber gestri­gen Frankfurter Abenbbörse waren mehrprozen­tige Erhöhungen eingetreten; eine Besserung ber Wirtschaftslage war aber aus bem Han- belskammerbericht für März noch nicht zu er­kennen, bie Konkursziffern im März hatten sich sogar noch etwas erhöht. Immer noch bleibt bie Politik im Vorbergrunbe ber Betrachtungen, bie Börse glaubt eben an bas Kabinett Brüning unb erwartet eine balbige Klärung ber Situation. Zu Beginn ber Börse wirkte sich biese zuversicht­lichere Stimmung in mehrprozentigen Gewinnen aus, zumal für einige Spezial- werte auch in- unb auslänbifche Kauforbers Vorgelegen hatten. Das Geschäft war aber ver­hältnismäßig ruhig; von einer stürmischen Hausse konnte trotz ber teilweise erheblichen Kurssteigerungen nicht bie Rebe sein. Conti Gummi gewannen auf ben guten Abschluß unb bie 2prozentige Divibenbenerhöhung 5 Proz. Am Elektromarkt regte Schweizer Interesse an, unb auch hier gingen bie Gewinne bis zu 5 Proz. Chabeaktien waren 6 Mark höher. I.-G.-Farben zogen um 4 Proz. an; man wollte plötzlich von einer 12prozentigen Rettobivibenbe wissen. Sprit­werte tagen weiter fest unb bis 5,5 Proz. höher. Auch Montanwerte hatten heute erstmalig wie­her etwas größeres Geschäft. Deutsche Anleihen freunblich. Auslänber uneinheitlich. Der Pfanb- briefmarft war wenig verändert. Auch bieGelb- sähe hatten noch keine Erleichterung erfahren. Der Alltimoausweis ber Reichsbank lieh eigent­lich rein zahlenmäßig bie angeblich leichte lleber- toinbung bes Quartals nicht erkennen. Die Ge- famtanfbannung wirb mit etwa 7 Millionen aufgewiesen, unb bie Deckung hat sich auf 51,9 resp. 60 verschlechtert. Allerbings sinb bie jetzi­gen Grunbziffem wesentlich besser, als bie bes Iahresultimos unb biejenigen bes entsprechenden Ausweises für bas Vorjahr. Im Verlaufe wurde das Geschäft an einigen Märkten lebhafter, und es setzten sich unter Schwankungen weitere Stei­gerungen durch. Werte wie Siemens, Aku, Schu­bert & Salzer, RWE., Ostwerke unb Berger zogen um 2 Proz. gegen ben Anfang an. Auch Reu- besihanleihe lagen lebhafter unb erreichten im Verlaufe einen Kurs von 10,05 Prozent. Später lieh bas Geschäft allgemein toieber etwas nach

unb es kam, besonbers am Montanmarkt, zu kleinen Kursabbröckelungen.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 2. April. Tenbenz: ftei- genb. Am heutigen Prubuktenmarkt macht« sich feit längerer Zeit erstmalig toieber eine regere Geschäftstätigkeit geltenb. Anlaß boten hierzu in erster Linie bie höheren Auslanb- notierungen unb bas sehr gering geworbene In- lanbangebot. Die Händler zeigten demgemäß grö­ßeres Interesse und nahmen Eindeckungen vor, doch hält die Landwirtschaft in Erwartung einet weiteren Preissteigerung mit Ware zurück. Leb­hafter gehandelt wurden vor allem Roggen unb Weizen. Auch am Mehlmarkt ergaben sich im Zu­sammenhang damit Besserungen. Cs wurden no­tiert: Weizen (Hessen und Provinz Hessen-Rassaul Hektolitergewicht von 78 Kg., gesund unb trocken, 280 Gelb, 285 Brief; Roggen, Hektoliter gewicht von 72 Kg., gesunb unb trocken, 185 Gelb: Sommergerste für Brauzwecke 180 Gelb, 190 Brief; Hafer, inlänbischer, 172,50 Gelb, 175 Brief; Weizenmehl, sübbeutsches, Spezial 0, 40,75 bis 41,50; Roggenmehl 26,50 bis 27,50; Weizenkleie 8,50 bis 8,75; Roggenkleie 9,25 bis 9,50.

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 28. März. Einem Former von hier war wegen Alnteroermietung eines Zimmers bie Mietunterstützung ent­zogen worben. Er erschien auf bem Wohlfahrtsamt unb beanspruchte unter Vor­legung angeblicher Belege solche noch weiterhin. Der bienfttuenbe Beamte lehnte aber pflicht­gemäß bas Ansinnen ab. Zwischen beiben kam es zu Auseinanbersehungen; ber Angeklagte berief sich auf seine verzweifelte Lage, in bie er ohne bie Unterstützung komme. Er will aber von bem Beamten, ber zubem noch ehrverletzenbe Aeuhe- rungen ihm gegenüber getan habe, gar nicht angehört worben sein. Der Beamte stellte untet Eib bies in Abrebe. Die weitere Beweisauf­nahme ergab, bah ber in großer Erregung be- finbliche Angeklagte biefem währenb ber Aus- einanbersehung durch das Schalterfenster einen heftigen Schlag ins Gesicht versetzte. Den Dienst­raum verließ ber Angeklagte erst, nachbem et von zustänbiger Seite wiederholt hierzu vergeb­lich aufgefordert unb mit ber Polizei ihm ge- broht worben war. Das Gericht war überzeugt, bah sich bie Auseinanbersehung so abgespielt hat, wie ber Beamte als Zeuge versichert, weist aber bie Möglichkeit nicht von ber Hanb, bah von bem Angeklagten bie Aeuherungen bes Be­amten so aufgefaht worben seien, als ob biefet keinerlei Verstänbnis für feine verzweifelte Lag- Habe. Diese Möglichkeit, also bie hierdurch her­vorgerufene Erregung, konnte aber nur straf- milbernb wirken unb vermochte ben Angeklagten nicht vor einer Gefängnisstrafe wegen Körper­verletzung bzw. tätlicher Beamtenbeleibigung unb Hausfriedensbruchs zu bewahren. Eine Frei­heitsstrafe war angebracht, ba ben hier in Be­tracht tommenben Beamten in ihrem schweren Berufe vor berartigen sich häufenben brutalen Angriffen ein wirksamer Schutz zuteil werben muß. Der Angeklagte erhielt eine achttäg i g e Gefängnisstrafe.

Pfanbverleiher unb Tröbler haben bei Aus­übung ihres Gewerbes bestimmten gesetzlichen Anorbnungen nachzukommen, beren Befolgung von Zeit zu Zeit polizeilich nachgeprüft wird. Bei einer derartigen Revision stellte sich heraus, bah ber Angeklagte statt bes Ramens bes Käu­fers eines Damenfuchspelzes, ben er genau kannte, einen falschen Rainen in bas Tröblerbuch eingetragen hat. Es war nicht bas erste Mal, baß ber Angeklagte gegen bie einschlägigen Vor­schriften verstoßen hat. Eine © e I b ft r a f e von 4 0 Mark war beshalb angemessen.

Kunst und Wissenschaft.

werke holzamers für hessische Bibliotheken.

Wie aus 2) a r m ft a b t gemeldet wirb, hat sich bie hessische Regierung entschlossen, um den zu Un­recht vergessenen hessischen Dichter Wilhelm H o l z - a m e r dem deutschen Lesepublikum wieder näher­zubringen, eine Reihe von Werken Holzamers zu erwerben und sie im Laufe des Jahres den Volks- unb Arbeiterbibliotheken zu übermitteln.

Kirchliche Nachrichten.

Katholische Gemeinden.

Donnerstag, den 3. April.

Gießen. 17.30 Uhr: Beichte.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 o.H.

Frankfurt a. Dl. |

3tri in

Frankfurt o. Dl.

Berlin

Frankfurt a. Dl. |

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c-chluß- kurs

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1-Uhr- Kurs

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Anfang- Kurs

Schluß­es

1 »Uhr- Kurs

Schluß­es

Anfang- Kurs

Datum

1 4.

2. 4.

1. 4.

2 4

Datum

1.4.

2 4

1 4.

2 4.

Datum

1- 4.

2 4

1. 4.

2. 4.

6% Deutsche Reichsanlethe von 1927 .........

7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 .........

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

Auelos. Rechten.......

Desgl. ohne Auslos^Rechte . . .

8% Hess. Bolksstaat von 1929 «rückzahlb. 102%)......

Lberhessen Provinz - Anleihe mfl Auslos.-Rechten.......

Deutsche Komm. Sammelabl.

Anleihe Serie l.......

8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe XIII unkündbar bis 1931 . 7% Franks. Hyp^Bank Aoldpse unkündbar bis 1932 .....

4/*% Rheinische Hnp -Bank

2iqu. Aoldpse.........

87

98,75

55

9,75

92,5

53,5

97,5

88,75

84,4

97

94,5

89

94

29,25

2,675

26 22,25

2,65

7

7

7

10,15

16,4

8,2

10

87

99

55

9,7

92

53,5

97

94,5

89

29

4,5

2,5

26,1

22,75

2,65

7,25

7,4 7,25

10,25

16,5

8,35

wro ^ro

II 1 tn 1 | 1 uuia 1 cn io 1 1 1 I 1 1 1 1 1 1 1 1

oamvurg-Amenka Paket ... 7

Hamburg-Südam. Dampfschiff 8

Hansa Dainpsschifs.....10

Norddeutscher Lloyd.....8

Allgemeine Deutsche Credttcmst. 10

Barmer Bankverein ... 10

Berliner Handelsgesellschaft . 12

Commerz und Privat-Bank . 11

Darmstädter und National-ank 12 Deutsche Bank und

Tisconto-Gesellschaft, ... 10

Dresdner Bank......10

Retchsbank........12

Bergmann.........9

Elektr. LieserungSgesellschafi 10

Licht und Kraft......10

Felten & Guilleaume . . 7% Geseilschast für Elektrische

Unternehmungen .10

Hamburger Elektrizitäts-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schuckert L Co. ...... 11 Siemens & Halske . . 16 Transradto ......... 8

Labmever & (So.......10

Buderus ....... o

Deutsche Erdöl ....... 6

Essener Steinkohle . ..... 8

Gelsenkirchener ....... 8

Harpcner. . ........ 0 Hoesch Eisen. ....... 6*/? I'se Bergbau ....... 10

Köla-Neuessen........ 7

Mannestnann-Röhreu .... 7

Mansselder Bergbau . .... 7

Oberschles. Eisenbevarf .... 5

Oberschlej. Kokswerke..... 7

Phönix Bergbau. . .... 6%

Rheinische Braunkohles . . 10 Rheinstahl ......... 6

Rtebeck Montau ...... 7,2

111.75

105,5

117.75

134

172

160,5

238

152

153.75

288

170

171,5

177

131

183,5

196

259

171

81,75

142

131

106,5

108,5

108,25

103

236

112,5

107

135

161

240

154,5

172.5

178.5

186

2

198.5

264

82.13

106,5

107,5

110

120,75

111,25

105,65 118.25

133,5

172

160,4 237

151

153,5

287

169

146,5 170,25 175,13

182,65 137.25

170

193,9 256,75

170

81,5

104 ,,5

142

131,5 111,75

250 106 109,25

108,5

108 73-5

107,13

235

119

111,75

106,75

135 172 25

161

239

151,75

154 5 290

172 208,5 173,75 178,75

132,9

184,75

138

149 171,5 197.75 261,75

171,5

82

55 144.*5 144,75

131,5

113

107,25 110,5 109,9

108,75

75 25 108,4 104,75

237 120,25

Peremtate Stahlwerke.....

Otavi Minen......16*7,

Kaliwerke Aschersleben ... l< Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15

I. G. ssorben-InvulMe... 12 Dynamit Nobel ....... 6 Scheideanstalt........ 9 Goldschmidt ......5 Müigeröwerke . ....... 6 Metallgesellschaft. ...... 8

Philipp Holz mann......i

Zementwerk Heidelberg . . ,10 (Sementroed Karlstadt. ... 10 Wantz & Drehtag .....8

Schultheis Payenhoser ... 15 Ostwerke...... 12

Aku...........18

Betnberg...... 14

Zellstoff Waldbof .... 13'/.

Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Gas..... 9

Daimler Motoren ...... O Deutsche Linoleum ...... Maschinenbau A.-G. ..... O Nat. Automobil . ...... O Orenstein & Koppel . .... 6 Leonhard Tiey ...... 10 Svensko...........

frankfurter Maichtnen .... 4 Krihner...... 6

Henligenstaedt ....... O JunghanS..........6

Lechwerke. . 8

Mainkraftwerke Höchst a. M.. - 8 Mag...........10

Gebr. Roeder . ...... 10 Boigt & Haefsner ...... 9 Süddeutsche Zucker 10

98.25

218

223

375

176.65

70,5

81,65

109

107

131.5

141,25

92

99

147

214,5

157,5

44

253

36

39 5

39

106

134,5 105

218

60

222

226

179,13

72.5

81,75

111

132

94.5

148

216

158,4

43

108

98 57.65 218 222,5

374

175

70,25 80 4

109.5

106.5

92,75

285,5 236,75

995 146,25 212,75 157,9 107.13

175,5 42,9

251 50,5 I9,9 77,5

155.5 353,75

35,75

40

38,5

133,75

218 158

99,25

60

221 224,75 377,75

179 z 72

82,4

110

108 25

291

241,5 99,25

146.75

215

158 108,5 177,75

43.13

255

51,6 20.75

78.5

158 352,5

133,75

8% Pr. Landespsandbriesanstalt, Psanvbricse R. 17......

6% Pr. Landespfandbriefanstalt, Komm^Lbl. R. 16......

% Pr. Landespsandbriesanstalt, Pfandbriefe M. 10......

A E G- abg. Borkriegg-Obltgatio- nen rückzahlbar 1932 . . .

4% Cefterretdjtldie Goldrente . . 4,20% Oeslerreichische Silberrente 4% Oeslerreichische Einheitliche Rente...........

4% Ungarische Goldrente ....

4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4tz% desgl. von 1913.....

4% Ungarische Kronenrente . . . 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl.

Serie 1...........

4% desgl. Serie II.......

5% Rumänische Vereins). Rente von 1903 ..........

*/*% Rumänische vereinh. Rente von 1913 ..........

4% Rumänische vereinh. Rente .

Banknoten.

Berlin, 1. April

Gelb

Brief "

Kimcrifantid Belgische N Dänische N Englische N Französische Holländische italienische Norwegische Deutsch-Oes Rumänische Schwedische Schweizer S Spanische 9 TschechosloN Ungarische

Devi

je Noten.....

oten...... .

oten........

oten .......

Noten ......

Noten......

Noten......

Noten......

terr, A100 Kronen Noten......

Noten......

oten.......

Zoten.......

akische Noten . .

Noten ... ...

enmart Berlin

4 171

58,31

111.78

20,325

16.392

167.56

22.01

111,85

58,88

2,46

112,28

80.99

52.59

12,355

72,90

- Frankfurt

4,191 58,55

112.22 20 405

16,452 168 24

22.09

112.29

59,12

2.48 112,72

81,31 52,81

12,415

73,20

a. M.

1. April

2. April

Amtliche Notierung

Geld | Brief

Amtliche Gelb

Notierung

Brief

ÄMft.» Rott. Buen.-Aires Brss.-Antw- Christiania. Kopenhagen Stockholm . Helsingfors. Italien. . . London. . . Neunork .. Paris.... Schwei» .. Spanien . . Japan - . . Mi io de Jan. Wien in D-- Oest. abgcst. Prag . . . . Beizrad .. Budapest. . Bulgarien. Lissabon - . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Canada . . Uruauav. . Cairo . . .

167,91

1.607

58.37

112,00

112,05

112,49

10,525

21,935

20.357

4,1845

16,375

80.995

52,17

2,068

0 488

58,985

12,394.

7,397

73,05

3,037

18,78

81,395

1,784

5,425

4,183

3,776

20,875

168,25 1.611 58,49

112,22 112,27

112,71 10,545

21,975 20,397 4,1925 16,415 81.155

52,20 2,072 0,490

59,105 12,414

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81,555 1,788 5.435 4,191 3,784

20,915

168.01 1,609

58,385 112.01 112,06 112,46 10,525

21.93 20.358 4.1845 16,375

81.02 52,28

2.068 0,492

58,98 12,393

7,399 73,04 3,037 18.78

81,305 1,785

5,425 4,183 3,776

20,875

168 35 1 613

58.505 112,23 112 28 112,68 10.545

21,97 20,398 4,1925 16.415

81,18 52,38 2,072 0,494

59,10 12,413

7.413 73.18 3,043 18,82

81,555 1.789 5,435 4,191 3.784

20,915