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Mandat. Stimmen

letzten aus fol-

6 in Vergleich gegenüber den Reichstagswahlen ergibt sich genfer Zusammenstellung:

Kreistags- und Stadtverordnetenwahlen (Grvß- Dieleseld-Stadt und Land): Soz. 42 946 (letzte Reichstagswahl Bielefeld-Stadt und Land 48 056) Stimmen: Deutsche Volkspartei 7498 (9817) Stim­men; Wirtschaftspartei 7886 (7352) Stimmen: Deutschnationale 6698 (6844) Stimmen: Zen­trum 4060 (4148) Stimmen: Deutsche Staats­

men 3 Mandate.

Kommunisten 1379 Stimmen 1

Rationalsvzialisten 6403

5 Mandate.

im Nottarif enthaltenen Lebens mittel wird, um Wünschen der kleineren Verfrachter entgegen­zukommen, eine Ermäßigung für fünf und zehn Tonnenladungen gewährt. Zur Sen­kung der landwirtschaftlichen Produktionskosten wird auch eine Reihe von Düngemitteln in die Frachtsenkung einbezogen. Im Kohlen versand werden für bestimmte Gmpfangsgebicte Ermäßi­gungen durchgeführt, die dazu dienen sollen, durch Hebung des Gesamtabsatzes den Arbeitsmarkt zu beleben und dadurch der Wirtschaft neuen Antrieb zu geben. Die Erleichterungen für Kohlen gelten ab 1. Dezember. Die übrigen Ermäßigungen werden in kürzester Frist inkraft gesetzt, sobald die mit ihrer Einführung verbundenen Arbeiten abgeschlossen sind.

Kür eine Gebührensenkung bei der Reichspost.

Berlin, 29.Nov. (WTB.) Der Postausschuß des Deutschen Industrie - und Handels- tages faßte zur Gebührensenkung bei der Reichs­post im Rahmen des allgemeinen Preisabbaues einstimmig folgenden Beschluß: Der Postausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstages ist der Ansicht, daß es aus gleichen Erwägungen, aus denen die Reichsregierung von der Privatwirtschaft eine allgemeine Preissenkung verlangt, unab­weisbare Pflicht der Reichspostoer- roaltung ist, mit einer sichtbaren und wir- kungsvollen Senkung ihrer Tarife nicht mehr zurückzuhalten. Eine Derabsäumung die- ser Pflicht gerade seitens dieses großen Wirtschafts­unternehmens des Reiches müßte die Gesamt- aktion der R e i ch s r e g i e r u n g aufs schwer st e schädigen und die von der Privat­wirtschaft gebrachten und noch zu erwartenden Opfer ihrer Wirkung weitgehend berauben. Die durch die Gehaltskürzungen eintretenden Erspar­nisse sind dabei im vollen Umfange für die Gebührenermäßigung mit zur Verfügung zu stellen.

Oie Wahlen in Bremen.

D rem en, 30. Rov. (WTD.) Die heutigen Wahlen zur bremischen Bürgerschaft sind im gan­zen bremischen Staatsgebiet ohne besondere Zwischenfälle verlausen. Auch aus Dremer» haven wird ein völlig ruhiger Wahlverlauf ge- meldet. Die Wahlbeteiligung wird auf 80 Prozent geschätzt. Eine Wahlbeteiligung von über 80 Prozent ist für Bremen bereits seit lan­gem Tradition, und häufig hat gerade die Deteili- gung bei den Bürgerschaftswahlen die bei den Reichstagswahlen übertroffen. Das amtliche End­ergebnis der Wahl im gesamten Bremer Staatsgebiet ist folgendes:

Sozialdemokraten 62 555 Stimmen 40 Sitze:

Deutschnationale 9641 Stimmen 5 Sitze: Zentrum 4238 Stimmen 2 Sitze: Kommuni st en 21 679 Stimmen 12 Sitze: Deutsche Bolkspartei 25 271 Stimmen 15 Sitze:

Deutsche S taatspartei 7216 Stimmen 4 Sitze,

Wirtschaftspartei 3362 Stimmen 2 Sitze: Haus-und Grundbesitzer 8730 Stimmen

5 Sitze:

Rationalsvzialisten 51 324 Stimmen 32 Sitze:

Konservative Dolkspartei 1894Stim- men 1 Sitz;

Christlich-Sozialer Dolksdienst 1389 Stimmen kein Sitz:

Rationale Einheitsliste 1820 Stim­men 1 Sitz.

Seit den Wahlen vom 13. Rovember 1927 setzte sich die Bremer Bürgerschaft folgendermaßen zu­sammen: Soz. 50; Bremer Arbeitsgemeinschaft 36, Demotr. 12, Kommunisten 10, Haus- und Grundbesitz 9, Zentrum 2, Haus und Scholle 1. Stadtverordneten- und Kreis­

tagswahlen in Bielefeld.

Bielefeld, 1.Dez. (WTB.) Nach Durchfüh- rung des Bielefelder Eingemeindungsgesetzes fanden am gestrigen Sonntag die Kreistags- und Stadt­verordnetenwahlen statt. Die Wahlhandlung vollzog sich reibungslos. Die Wahlbeteiligung be­trug 84,5 Prozent. Das Fazit ist ein Stirn» menverluft bei sämtlichen Parteien mit Aus­nahme der Nationalsozialisten, die gegen die letzte Reichstagswahl, bei der sie 16 641 Stimmen erhielten, mit 22 131 Stimmen einen Ge­winn zu buchen haben.

Ergebnis der Sladtverordneteuwahlen:

Sozialdemokraten 29371 Stimmen, 22 Mandate (1929: 18 025 Stimmen, 19 Mandate).

Deutsche Volkspartei 4291 (9050) Stim­men, 3 (9) Mandate.

Wirtschaftspartei 5840 (5045) Stimmen, 4 (5) Mandate.

Deutschnationale 3154 (2987) Stimmen, 2 (3) Mandate.

Zentrum 3122 (2822) Stimmen, 2 (2) Mandate.

Deutsche Staatspartei 1192 (2593) Stim­men, 0 (2) Mandate.

Evangelischer Dolksdienst 3758 (2543) Stimmen, 2 (2) Mandate.

Kommunisten 4068 (2533) Stimmen, 3 (2) Mandate.

Nationalsozialisten 15 936 (2244) Stim­men, 12 (2) Mandate.

Stadtwächterpartei 976 Stimmen, kein Mandat. Insgesamt 50 Sitze gegen früher 46.

Ergebnis der Kreistagswahlen:

Sozialdemokraten 13757 Stimmen 12 Mandate.

Deutsche Bolkspartei 2046 Stimmen 1 Mandat.

Wirtschaftspartei 938 Stimmen kein Mandat.

Deutschnationale 3307 Stimmen 3 Man­date.

Zentrum 674 Stimmen kein Mandat.

Staatspartei 334 Stimmen kein Mandat. EvangelischerVolksdienst 3544 Stim-

Oie Wetterlage.

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Wissenschaft,

k auka su s haben nur die Sowjetwirt­schaften 96 Prozent des Plans abgeliefert, während die Kollektivwirtschaften nur bis 74 Prozent, die Privatbauern sogar nur bis auf 61 Prozent gekommen sind. 3m Wolga­gebiet ist der Ablieserungsplan zu 80 Prozent erfüllt worden. Der amtliche Bericht hebt hervor, daß in verschiedenen Gegenden durch den Liefer- streik der Bauern eine drohende Lage entstanden sei. Man versucht wiederum die Groß­bauern für den Mißerfolg verantwortlich zu machen. Die Lage ist um so kritischer, als auch das Rovember-Programm in den ersten 25 Tagen des Monats nur bis zu 4 3,8 Pro­zent durchgeführt wurde.

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LLcllcruvruussagc.

Der allgemeine Luftdrucksanstieg hat zur Entwick­lung eines Hochdruckgebietes geführt, dessen Kern über Deutschland liegt. In ihm herrscht vorwiegend nebliges und diesiges Wetter, ein charakteristisches Zeichen für herbstliche Hochdruckgebiete. Die Tem­peraturen haben bereits mit dem Sinken begonnen, und der Rückgang wird vorerst weiter anhalten, zu­mal die absinkenden Luftmassen im Hoch zur Auf­lösung der Nebel- und Wolkendecke führen dürfte, so daß Aufklaren eintritt und. somit die Ausstrahlung stärker zur Geltung kommt. Die Standhaftigkeit des Hochs scheint aber nicht von allzulanger Dauer zu fein, zumal im Nordwesten wieder Abbauzeichen zu erkennen sind.

Aussichten für Dienstag; Neblig mit Ausklaren, trocken, Nachtfrostgefahr.

Aus aller Welt.

Brand an Bord des Do X.

Nach Mitteilung des an Bord des Flugschiffes Do X befindlichen Sonderberichterstatters des Woiff- schen Telegraphenbureaus ist am Samstag um 14.30 Uhr an Bord des in Lissabon an­kernden Riesenflugboots ein Brand ausge­brochen. Der Brand entstand VVrch- Funkenflug aus dem Auspuff an der Boje. Funken flogen auf die obere Tragfläche und setzten die Stoffbespan­nung des Backbordflügels in Brand. Es gelang, die gefüllten Benzinbehälter in der Flügelnase und die Motoren selbst vor Feuerschaden zu sichern. Be­schädigt wurde lediglich die Haut des Backbord­flügels. Keiner der Hauptkonstruktionsteile des Flügels wurde in Mitleidenschaft gezogen, die drei Holme sind vollständig intakt geblieben, ebenso das Triebwerk und die Flügelnase. Die Instandsetzung des Flügels kann in kurzer Frist erfolgen. Von Friedrichshafen und Altenrhein wurden f o - fort Ersatzteile an gefordert, ebenso die nötigen Mannschaften. Bei guten Transportoerhält» Nissen können diese in zehn Tagen hier sein, so daß der DoX in drei bis vier Wochen wieder f l u g k l a r sein wird. Die Besatzung bleibt in Lissabon, die Passagiere reisen ab. Sofort nach der Instandsetzung wird das Flugschiff den Flug f o r t s e tz e n. Die Güte der Konstruktion hat sich bei diesem Brande erwiesen. Die Löschung des Brandes erfolgte ausschließlich mit Bordmitteln und allein durch die Besatzung. Als die Feuer­wehr und die Marine anrückten, war der Brand bereits gelöscht.

Erwerbslosenkrawalle in Berlin.

Etwa hundert Erwerbslose, denen sich eine große Menschenmenge angeschlossen hatte, veranstalteten Samstag nachmittag einen Demonstrations­zug durch Neukölln. Als die Polizei sie zer­streuen wollte, leisteten sie Widerstand, so daß die Beamten vom Gummiknüppel Gebrauch machen mußten. Einzelne Trupps des aufgelösten Zuges strömten nach den Nachbarstraßen ab. Zwölf junge Burschen stürmten eine Bäckerei und raub­ten dort neun Brote. In zwei weiteren Lebens­mittelgeschäften wurden zusammen etwa 15 Würste gestohlen. Infolge di'eser Vorfälle schlossen die Geschäftsleute in der Gegend und ließen die Rolläden herab. Das Ueberfallkommando und Be­amte der Polizeireviere stellten die Ordnung mit dem Gummiknüppel wieder ber Den Rädelsführern war es inzwischen gelungen, sich durch die Flucht der Festnahme zu entziehen. Da sich die Plünde­rungen an drei verschiedenen Stellen gleichzeitig ereigneten, wird angenommen, daß die Erwerbslosen nach einer einheitlichen Parole handelten. Die Plünderer hatten sich in den Läden zunächst unauffällig benommen, so daß das Be­dienungspersonal sie für Käufer hielt. Blitzschnell griffen sie dann nach den Waren und verschwanden damit. Etwa eine Stunde später zogen rund fünfzig Erwerbslose in geschlossenem Zuge durch die Friedrich st raße und stießen Niederrufe gegen die Reichsreaierung aus. Aus Angst vor Plünde­rungen schloffen die Kaufleute in der Friedrichstraße ihre Läden. Als die Erwerbslosen in die Straße Unter den Linden einbiegen wollten, stellte sich ihnen ein starkes Polizeiaufgebot entgegen.

Partei 1526 (3977) Stimmen: Evangelischer Volks- dienst 5137 (7279) Stimmen: Kommunisten 4742 (6684) Stimmen: Rationalsozialisten 22132 (16 641) Stimmen: Stadtwächterpartei 976 (0) Stimmen.

Von insgesamt 124 694 Stimmberechtigten ha­ben 103 808 Wähler ihre Stimme abgegeben.

Meine politische Nachrichten.

Auf ausdrückliches Verlangen des Kopen­hagener Polizeipräsidenten hat der Kopenhagener Etudentenverein dem natl.-soz. Reichstagsabg. Dr. Goebbels, der in fern Verein einen Vortrag halten sollte, telegraphisch abgesagt, da die Polizei offenbar befürchtet, daß der Vortrag zu kommunistischen Unruhen Veranlassung geben würde.

Der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen hat auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik di« ZeitungDie Schwarze Fahne" in Königsberg wegen eines Artikels, der eine Herabwürdigung der verfassungsmäßig festgestellten republikanischen Staatsform und grobe Beschimpfungen von Mitgliedern der preu­ßischen Landesregierung enthalte, auf die Dauer von drei Monaten verboten. DieSchwarze Fahne" ist das Organ der ostpreuhischen Dauern- Rotbewegung.

Der amerikanische FilmIm Westennickts R e u e s", der nach Ansicht der Sachverständigen des Reichswehrministeriums das Ansehen der deutschen Wehrmacht und des Reiches schädigt, ist von der Filmprüfstelle trotz des Einspruches des Reichswehrministeriums in Deutschland zü­gel a s s e n worden. Der Film wird am 4. De­zember in Berlin zur Uraufführung kommen.

llebergabe der deuWeliOberschlesienAole in Gens

Genf, 29. Rov. (121.) Die heute dem General­sekretär des Völkerbundes übermittelte deutsche Rote besteht aus folgenden vier Teilen:

1. eine kurze Mantelnote, in der der Reichs- außenminister Dr. Lurtius beantragt, den Inhalt der deutschen Rote aus die Tagesordnung der kommenden Ratstagung am 19. 3 a- nuar zu sehen;

2. eine eingehende Darstellung der Vor­gänge in Oberschlesien auf Grund des vor­liegenden Tatsachenmaterials;

3. Stellungnahme der deutschen Re­gierung zu diesen Vorgängen;

4. ein umfangreiches dokumentarisches Material.

Zwischen dem Generalkonsul und dem General­sekretär des Völkerbundes ist vereinbart worden, daß die deutsche Rote in Genf am Mittwoch veröffentlicht werden wird. Der Generalsekre­tär des Völkerbundes wird nunmehr unverzüglich die Vorgänge in Oberschlesien auf die Tagesordnung der Januar-Tagung des Rates sehen.

Die Rote ist in einem deutschen Text übergeben worden, das Völkerbundssekretariat wird die Rote in Französisch und Englisch übersehen lassen. Die Rote stützt sich auf Artikel 72 des ober- schlesischen Abkommens und nicht auf Artikel 11 des Völkerbundspaktes.

Besorgnisse bei der deutschen Minderheit.

Die Polnische Presse frohlockt über die Verzögerung des deutschen Protests.

Kattowih, 29. Rov. (TU.) Die polnischen Regierungsblätter, vor allem die Kattowitzer Polska Zachodnia" und der Krakauer »Kurzer Codziennh", nehmen mit zynischen Bemerkungen davon Kenntnis, daß die Reichsre­gierung sich nicht entschlossen hat, die Einberufung einer außerordentlichen Ratstagung wegen der Vorgänge in Ostoberschlesien zu beantragen. Der »Kurjer Codziennh" schreibt u. a., der erfte Ansturm dieser Aktion sei auf der ganzen Linie zusammengebrochen. Ein Schritt der deut­schen Regierung in Warschau sei nicht er­folgt. Die deutsche Regierung habe sich also offensichtlich davon überzeugt, daß eine derartige

Einmischung mit der gebührenden Antwort abge­fertigt worden wäre. Zum Schluß heißt es, es unterliege keinem Zweifel, daß das Tatsachen­material, mit dem die polnische Regierung in der Angelegenheit der deutschen Klage aufwarten würfe, den Völkerbundsrat überzeugen werde, daß auch diesmal der deutsche Alarm völlig grundlos gewesen sei.

Es läßt sich im übrigen nicht verhehlen, daß auch in der deutschen Minderheit eini­ges Erstaunen darüber herrscht, daß die deutsche Beschwerde er st auf derJanuar- Tagung des Völkerbundsrates verhandelt wer­den soll. Man befürchtet, daß bis dahin wie- der andere Ereignisse auftreten, die die europäische Oeffentlichkeit so stark beschäftigen, daß die Beschwerde gegen den polnischen Terror nur eine Frage zweiter Ordnung fein werde. So ift bas Gefühl der Schutzlosigkeit, das sich seit langem in der deutschen Minderheit bemerkbar macht, heute stärker als je. Wenn man auch überzeugt ist, daß die Reichsregierung im Januar die Interessen der deutschen Minderheit mit der nötigen Tatkraft vertreten wird, so glaubt man doch Grund zu der Befürchtung zu haben, daß alle Schritte infolge der Verspätung kaum noch die not­wendige Wirkung erzielen können.

Die Einheitsfront inOberschlesien

Die Besprechungen Minister LLirths mit

Parteien und Berbänden.

Berlin, 30. Rov. (ERB.) Reichsminister des Innern Dr. Wirth, der in den letzten Tagen gemeinsam mit fern preußischen Staatssekretär Abegg in Deutsch-Oberlchlesien weilte, hat Be­sprechungen mit Vertretern sämtlicher Parteien und führenden Verbänden gehabt. Reben Cinzel- besprechungen sand auch eine große Zusam- kunst aller Organisationen und Par­teien statt, in der Dr. Wirth über die Maß­nahmen der Reichsregierung zum Schutze der deut­schen Minderheit berichtete. An dieser-Besprechung nahmen u.a. tell: Vertreter der Sozialdemo­kraten, der Deutschnationalen, des Zentrums, der Dolkspartei, der Staatspartei, der Rationalsozia- listen und des Christlichen Dolksdienstes, ferner die Industrie- und Handelskammer, die Hand­werkskammer, die Landwirtschaftstammer, sämt­liche Gewerkschaften, das Reichsbanner, der Stahl­helm, die Kriegerverbände und die Verbände hei­mattreuer Oberschlesier.

Oer Moskauer Gchädtingsprozeß.

Oie Angeklagten bekennen sich schuldig. - Oie erpreßten Aussagen.

Moskau, 29. Rov. (WTD.) Rach dem Be­richt der Telegraphenagentur der Sowjetunion über den weiteren Verlauf der Verhandlung im Prozeß gegen die Angehörigen der sog. Industrie- partei äußerte sich der Angellagte Professor Ramsin im Kreuzverhör über seinen Lebens­lauf. Schon während der Oktoberrevolution 1917 nahm er eine bolschewistenfeindliche Haltung ein. Er hat etwa 150 wissenschaftlichen ArbÄten drucken

Professor Ramsin, der Hauptangeklagte in dem Prozeß gegen die angeblichenIndustrie-Saboteure".

lassen. DerIngenieur Zentrum" genannten Sa­botageorganisation ist er im Frühjahr 1927 beigetreten. Auf eine Frage des Verteidigers er­klärte der Angeklagte, daß er keineswegs zu sämt­lichen Maßnahmen der Sowjetregierung eine negative Stellung eingenommen habe. Auf dem Gebiete der Erdöl- und Kohlenindustrie habe er eine rationelle Wirtschaftsführung beim Privat- besih für unmöglich gehalten. Der zweite An­geklagte Sng. Laritscheff ist 1919 in der Koh­lenindustrieverwaltung des Donez-Deckens tätig gewesen. Von 1925 bis zu seiner Verhaftung war er Vorsitzender der Heizmaterialsektion derStaats- plankommission.

Der Angeklagte K a l i n n i k o f f war seit 1917 Professor an der Technischen Hochschule. Wäh­rend deS Krieges hat er in der Organisation der

Kriegslieferungsarbeiten mitgewirkt. Von 1924 bis zum Tage seiner Verhaftung war er Pro­fessor an der Marineakademie, von 1928 ab auch an der Bergakademie. Seine ersten Schäd­lingshandlungen erfolgten bei der Aufstel­lung.der Konzessionsverteilungs­pläne. Ein zweiter bedeutender Schädlingsakt wurde bei der Aufstellung des Projekts des Fünf­jahrplanes begangen. Kalinnikoff bestätigte, daß eine ausländische Intervention und eine Militärdiktatur, wie sie von den Mit­gliedern der Industriepartei angestrebt wurden, unvermeidlich fen grausamsten Terror gegenüber allem, was die Sowjetregierung schuf, und gegen­über allem, was die Sowjetregierung unter­stützte, hätte nach sich ziehen müssen.

Der Angeklagte Professor Tscharnowski übernahm im Herbst 1929 die Leitung der Schäd­lingstätigkeit in der Metallindustrie. Er hat nach dem Bericht mit Ramsin und fern französischen Agenten R. in Moskau Maßnahmen zur Stille­gung solcher Kraftwerke erörtert, denen die Stromversorgung der Kriegsindu­strie obliegt.

Der Angeklagte Kuprianoff arbeitete wäh­rend der ersten Jahre der Sowjetregierung in der Provinz, ging im Jahre 1922 zum Obersten Dolkswirtschaftsrat über und wurde 1924 Leiter der Baumwollindustrie. Er begann im Jahre 1925 in der Textilindustrie die Schädlingstätigkeit zu benterten, Ende des glei­chen Jahres fing er an, sich selbst an der Schäd­lingsarbeit zu beteiligen. Geld erhielt er vom Schädlingszentrum der Textilindustrie seit dem Jahre 1926.

Neue Verhaftung durch die GpLl.

K o w n o, 29. Nov. (TU.) Wie aus Moskau be­richtet wird, wurde in Zusammenhang mit dem Prozeß gegen Ramsin der Vorsitzende der russischen Ingenieur- und Technikervereinigung, Professor Schein, verhaftet. Er wird beschuldigt, mit der Organisation Ramsins in Verbindung gestanden zu haben, obwohl er stets betont hat, daß er mit Ramsin und den anderen Ange­klagten nichts zu tun habe.

Oer Lieferstreik

-er russischen Bauern.

Kowno, 29.Rov. ($11.) Wie aus Moskau gemeldet wird, geben die Behörden, nachdem die landwirtschaftlichen Arbeiten int wesentlichen abgeschlossen find die ersten Ergebnisse der Getreifeversorgung bekannt. Danach haben ein­zelne Gebiete den behördlichen ALÜeferungsplan zwar überschritten, andere dagegen die An­forderungen des Staates nicht einmal bis zu 50 Prozent erfüllt. Im Rvrd-