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Kurve) wurde vertagt: es soll Lokalaugenschein stattfinden.

Kirche und Schule.

Jahresversammlung der Inneren Mission.

Olm Sonntag und Montag hielt der Hessische Landesverein für Innere Mission und LandesverbandderInnerenMis- sion in Hessen in Michelstadt und Erbach seine diesjährige Hauptversammlung ab.

In den stark besuchten Gottesdiensten am Sonn­tag predigten in Michelstadt DekanBern« deck von Darmstadt, in Erbach Ober-Kirchenrat Dr. Müller. In den Kindergvttesdiensten er­zählten Berufsarbeiter der Inneren Mission der Jugend aus ihrer Arbeit. Die Aachmittagsver- sammlung fand in Stockheim statt: der Geschäfts­führer des Evangelischen Siedlungsdienstes in Bielefeld, Dr. Schulz, hielt einen Vortrag überDie Deutsche Ostsiedlung als nationale und wirtschaftliche Aufgabe des deutschen Bauern­tums". Die Abendversammlungen in den beiden Städten boten Vorträge von Direktor l). O h l, Langenberg, und Psarrer Waldeck, Darmstadt, in Michelstadt, und von Direktor Röhricht, Darmstadt, und Direktor Schneider. Rieder- Ramstadt in Erbach.

Am Montagmorgen fand eine öffentliche Ver­sammlung in Michelstadt statt, in der Direktor O. O h l einen Vortrag hielt über das Thema: Innere Mission und Kirche." An der Be­sprechung beteiligten sich vor allem die Ober- Kirchenräte 0. Wagner. Zentgraf und Dr. Müller. Anschließend gab der Direktor des Hess. Landesvereins den Jahresbericht, der un­ter das Thema gestellt war:Die Innere Mission im Dienst der Kirche." Der Bericht zeigte, daß die Innere Mission in Hessen große Aufgaben hat und das; an deren Erfüllung eifrig gearbeitet wird. In der Rachmittagsversammlung wurden im Anschluß an einen weiteren Vortrag von Dr. Schulz praktische Fragen des Ev. Siedlungsdien­stes erörtert. Im Anschluß daran faßte die Ver­sammlung den Beschluß, in Verbindung mit dem Hessischen Landesvercin für Innere Mission in Darmstadt eine Beratungsstelle für Siedlungs­willige einzurichten.

Dorfkirchentagung in Nidda.

Der Dorfkirchenverband für das südliche Oberhessen hielt feine 12. Ta­gung am Dienstag in R i d d a ab. Eine stattliche Anzahl Lehrer und Pfarrer war dazu erschienen. Die Tagung wurde, wie üblich, mit einer kurzen Andacht eröffnet. Rach Begrüßung durch den Vorsitzenden, Dekan Scriba (Ridda) sprach Prof. D. Cordier (Gießen) in zweistündigem Vortrag überDie Krisis des Bauern­tums als Erziehungsaufgabe". Mit erfreulicher, freilich oft auch erschütternder Offen­heit stellte er im ersten Teile seines Vortrags die Lage des gegenwärtigen Bauerntums dar. Er kennzeichnete sie von verschiedenen Seiten als eine ungeheure wirtschaftliche, gesellschaftliche, geistige und religiös-kirchliche Erschütterung, die freilich alle im engsten Zusammenhang miteinander stehen. Er wies insbesondere nach, wie das Bauerntum in dieser Krisis durchaus nicht allein- steht. sondern mit der Erschütterung aller Stände, ja des ganzen Menschentums, aufs engste ver­flochten ist. Wie schon in früheren Liebergangs­zeiten, so wird auch in der gegenwärtigen Zeit­wende das Bauerntum von der allgemeinen Krisis besonders stark berührt. Der zweite Teil des Vortrags suchte die Er^iehungsaufgabe in dieser Loge zu umschreiben. Richt eine wahllose Stützung des erschütterten Alten kann die Aufgabe des Erziehers in Schule und Kirche sein. Sie könnte 'ja auch die schicksalhaft sich vollziehende Welt- -bcwegung nicht aufhalten: sondern mit dem gegen­wärtigen Landmenschen gilt es, sich in seine , gegenwärtige Lage hineinzustellen, ja ihm immer mehr die Augen für seine wirkliche Lage zu öffnen, besonders auch für seine enge Verfloch­tenheit mit allen andern Ständen. Zugleich aber gilt es, auch die furchtbare gegenwärtige Lage von Gott her zu sehen und nach den seelischen Kräften zu suchen, sie ertragbar zu machen. Was an ge­sunden alten Kräften noch vorhanden ist, gilt es umzuformen und so für die neue Lage fruchtbar zu machen. Aber es gilt ebenso auch nach Ansatz­punkten zu suchen für eine Reugestaltung des geistigen, sittlichen und religiösen Lebens. Schule und Kirche haben hier gleicherweise ihre großen Aufgaben.

Spielplan der Frankfurter Theater.

O X ernhaus. Sonntag, 2. Rov., von 15 bis nach 17.39 Ahr: Der Freischütz: von 19.30 bis nach 22 Ahr: Der Barbier von Sevilla. Montag, 3., 19.30 bis 22.30: Der Tenor der -Herzogin. Dienstag, 4., 19.30 bis nach 22: Ausstieg und Fall der Stadt Mahagonny. Mittwoch, 5., 19.30 bis nach 22: Der Barbier von Sevilla. Don­nerstag, 6., 19.30 bis gegen 22.30: Don Juan. Freitag, 7., geschlossen. Samstag, 8., 19.30 bis 22.15 Fidelio. Sonntag, 9., 17.30 bis gegen 22.45: Die Meistersinger von Nürnberg. Montag, 10., 19.30 bis 22.30: Der Tenor der Herzogin.

Schauspielhaus. Sonntag 2. Rov., von 14.30 bis gegen 17 Ahr: Anna Christie; 19.30 bis gegen 23: Geschichte Gottfriedens von Derlichin- gen mit der eisernen Hand. Montag, 3., 20 bis gegen 22.30: Charleys Tante. Dienstag, 4., 20 bis gegen 22: Hufnägel. Mittwoch, 5., 20 bis 22.15: Ein idealer Gatte. Donnerstag, 6., 20 bis 22.15: Ein idealer Gatte. Freitag, 7., 20 bis gegen 22: Hufnägel. Samstag, 8., 20 bis 22.30: Wie werde ich reich und glücklich. Sonntag, 9., 15.30 bis gegen 17.30: Charleys Tgnte. 20 bis 22.30: Wie werde ich reich und glücklich. Montag, 10., 20 bis gegen 21.30: Tartüff.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

L. C. in G. Der Verfasser des BuchesSperrfeuer um Deutschland", Werner Beumelb urg, ist am 19. Februar 1899 als Sohn eines Superintendenten in Traben-Trarbach (Mosel) geboren; er machte den Krieg als aktiver Pionierleutnant im Westen mit, studierte in Köln, war von 1921 bis 1927 Journa­list in Berlin und Düsseldorf und lebt seit 1927 als freier Schriftsteller in Traben-Trarbach Beumel- bürg schrieb:Douaumont" (1923),Ypern (1924), Der Strom" (1925),Loretto" (1926),Flandern" (1927),Sperrfeuer um Deutschland" (1929) und den RomanGruppe Bosemüller" (1930).

Tisch-Tennis. Man schreibt uns: Auch im Verein für Bewegungsspiele spielt man Tisch-Tennis. Die Uebungsavende sind Montags und Mittwochs im Vereinsheim auf dem Waldsportplatz.

Canella oder Bruneri?

Wer ist der geheimnisvolle Mann,

Ein eben ergangener Spruch des italienischen Kasfationshofes focht den Streit um einen Anbe­kannten, der italienische Gerichte und die ganze Oeffentlichkeit Italiens seit vier Iahren beschäf­tigt, von neuem an. Ein Turiner Berufungsge­richt hat entschieden: Der Anbekannte ist Mario D r u n e r i. Der Kassationshof sagt nein und weist die Angelegenheit zu neuerlicher Verhandlung an das Florentiner Berufungsgericht. Aber in einer Strafsache hat die Turiner Staatsanwaltschaft ge­funden: Der Anbekannte ist als Mario Bruneri nicht genügend gekennzeichnet also ein Gericht sagt: Er ist es, ein anderes sagt. Rein, er ist es nicht.

Wer ist es aber?

Anwahrscheinliche Schicksale hat der Krieg zur Folge gehabt. Das Schicksal des Anbekannten von Turm ist eines der unwahrscheinlichsten. Am 10. März 1926 griff die Polizei auf bem Turiner Friedhof einen Zerlumpten auf, der über sich feine Angaben machen konnte und dessen Gehaben so war, daß ihn die Behörden in ein Irrenhaus brachten. Dort blieb er als Patient 44170 und in seiner Krankengeschichte stand: Hat offenbar das Gedächtnis verloren: weiß sich an nichts zu er­innern.

Eines Tages erschien die Familie C a n e l l a und sagte: Der Kranke ist der Gymnasiallehrer Giulio Canella, der im Krieg als Hauptmann diente und in Albanien verschollen ist. Sie über­nahm den Kranken, dessen Zustand sich in ihrer Pflege soweit besserte, daß er seine Kusine hei­ratete. Der Ehe entsprossen zwei Kinder.

Aber da kam die Familie Bruneri und be­hauptete, der Kranke ist gar kein Kranker, son­dern ein Simulant und er heißt Mario Bruneri, ist Buchdrucker und stellt sich geistesgestört, weil ihn die Gerichte suchen.

Ter Kampf beginnt.

Daß die Canellas um den Anbekannten kämp­fen, begreift man. Sie haben ihn als tot beweint, er wurde ihnen lebend wiedergegeben aber wel­chen Wert legen die Druneris darauf, Mario ein- sperren zu lassen? Seis drum: die Gerichte wur­den angerufen.

And jetzt begab sich das Erstaunliche und manch­mal Anfaßliche, daß objektive Kennzeichen auf beide stimmen. Zeugen können sich irren, Lichtbilder müssen nicht einwandfrei fein. Aber was soll man fagen, wenn die Bruneris angaben: Mario hat eine Operationsnarbe an der Brust, so und so sieht sie aus? And wenn gleich darauf die Canellas anführen, Giulio hat eine Opera­tionsnarbe an der Brust, so und so sieht sie aus? Der Anbekannte hat eine Rarbe, die Bruneris sagen:Ra also, das ist ja die Rarbe Marios!" And schon rufen die Canellas:Nie! Das ist haar­genau die Narbe Giuliosl"

Daß die beiden einander wie Doppelgä ger ähn­lich sein müßen, ist klar, weil ja sonst der ganze Streit unmöglich wäre.Der Haaransatz ist tiefer als bei Canella", sagen die Bruneris,es ist Mario. Hier die Lichtbilder."

Die Canellas bringen eine ärztliche Autorität, welche nachweist, daß bei geistigen Störungen oft die Haare tiefer in die Stirn hineinwachsen.

Zeugen.

Beide Parteien bringen Zeugen. Gewesene Soldaten kommen und sagen:Es ist Canella, unser Hauptmann."Was heißt das?" sagen die Bruneris,hier sind Zeugen, die Mario kennen. Die Opfer seiner Streiche geworden sind. Bei denen dieser Vagabund gewohnt hat!" And der Anwalt der Bruneris gibt zu bedenken, daß die Zeugen der Canellas einen Menschen wieder­erkennen wollen, den sie zuletzt 1916, im Toben des Weltkrieges gesehen haben wollen. Mario ist aber erst 1926 verschwunden, vor kurzer Zeit wo ist er? Die Canellas haben doch eine große Belohnung ausgeschrieben, wenn er sich

den man auf dem Tunner Friedhof fand?

melde, wo ist er? Gr läßt es sich als Canella Wohlergehen und denkt nicht daran, seinen Schwindel zu enthüllen.

Und die Fingerabdrücke?

Mario ist kein unbeschriebenes Blatt. Die Polizei hat seine Fingerabdrücke in ihren Archiven. Sie werden beschafft, der Anbekannte muß sich die seinen abnehmen lassen sie stimmen mit denen Marios überein!

Die Bruneris sagen:Ieht gibt es keinen Zweifel mehr. Es ist Mario!"

And die Canellas antworten:Ist menschliche Wissenschaft so unfehlbar? Können die Ottten, die Karten mit den Abdrücken im Archiv der Polizei nicht vertauscht worden sein? And wie viele Zufälle gibt es noch, die wir nicht anführen und die unheilvoll gewaltet haben können! Was soll uns der Papierbeweis, hier ist das Qeben: Der Anbekannte weiß Dinge aus der Familie, die nur Giulio Canella wissen kann. Er weih Dinge, die sich auf dem Gymnasium abgespielt haben, auf dem er unterrichtet fjat. Woher könnte Bruneri sie wissen?"

And die Familie Canella stellte neue An­träge!

Sie verlangte die Blutprobe, obwohl auch die täuschen könnte.

Sie verlangte die Antersuchung durch einen Sprachforscher. Die Kinder sprechen in Italien selbstverständlich wie auch anderswo den Dialekt ihrer Gegend, erst die Schule bringt ihnen die Schriftsprache bei. Bruneri ist Piemontese, Canella Venezianer. Ein Sprachforscher mühte also aus seinem Wortschaft, aus gewissen Wen­dungen die notwendigen Feststellungen machen können.

Beide Beweisanttäge hat das Gericht seinerzeit abgelehnt. Darum ist das Urteil aufgehoben und das Florentiner Berufungsgericht angewiesen worden, die Dache neuerlich zu untersuchen.

Neue Beweise.

Die Canellas haben bereits neue Beweise be­reitgestellt. Die werden dem Gericht ein Licht­bild vorlegen, das Hauptmann Canella in einem türkischen Gefangenenlager zeigt; er hat also nach der Zeit, zu welcher er als vermißt gemeldet wurde, noch gelebt.

Ein Mitgefangener wurde ermittelt, der den Anbekannten als den Mann wiedererkennt, der wohl für andere Briefe schrieb, selbst aber keine Nachricht nachhause sandte und sich immer still abseits hielt. Dieser Gefangene, so sagt der neue Zeuge aus, ist dann nach Konstantinopel gebracht worden, und der Anbekannte hatte, als er in Turin aufgegriffen wurde, einen aus Konstantinopel datierten Brief bei sich.

1923 und 1924 zog ein geheimnisvoller zer­lumpter Wanderer durch Venezien. Leute, die ihn damals gesehen, gesprochen, beherbergt haben, wurden ermittelt. Sie sagen, es wäre Canella. Bruneri verschwand erst 1926.

And in Paris fand man einen Soldaten, der beweisen kann, daß er mit dem Heimkehrenden, der später in Turin aufgegriffen wurde, bei Tarvis über die Grenze gegangen ist, wobei der Soldat festgenommen wurde.

Wieder werden Richter zu entscheiden haben: ist es Canella, Gymnasiallehrer, Hauptmann, Gegenstand liebevollster Sorgfalt und Betreuung einer Familie, der er doppelt teuer ist, weil sie ihn verstümmelt oder tot glaubte? Ist es Bruneri, Buchdrucker, Vagabund, der ver­schwand, weil er den Behörden ein Schnippchen schlagen wollte und den seine Familie um jeden Preis hinter Kerkergitter bringen will? Wer ist der Anbekannte, den man irr und wirr auf dem Friedhof von Turin auf griff? Kann da ein Gericht entscheiden? Liegt da nicht die oberste Entscheidung im Mitgefühl und der Menschlich­keit? A.

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 2. November.

7: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.30: Orgel­konzert. Das evangelische Choralvorspiel vor und zu Bachs Zeit. 10: Im Kinderkranken­haus. 10.30: Don Kassel: Stunde des Chor­gesangs. 11.30: Norbert Iacques liest aus seinen Erzählungen. 12: Reformationsfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. 13.10: Mittagsständchen. 14: Stunde der Iugend. Aus dem Schahkästlein der rheinischen Hausfrau. 15: Don Worms: Die Wormser Herbstmesse. 15.15: Stunde des Landes:Was lernt die Landwirtschaft aus der letzten Schweine­zählung?",Was geht in der Welt vor, und was geht es mich an? 16: Von Wiesbaden: Konzert. 18: Theaterwoche des Südwestdeutschen Rundfunks. 19.30: Aus der Liebfrauenkirche Cannstatt: Atterseelenfeier. 20: Das Herzwunder. Mirakelspiel in einem Aufzuge von W. von Scholz. 21.15: Die arme Mutter und der Tod. Ein Wintermärchenspiel nach Andersen. 23 bis 24: Unterhaltungskonzert auf Schattplatten.

Montag, 3. November.

7.30 bis 8.30: Frühkonzert, 12.20: Schallplatten­konzert: Operetten-Konzert. 15: Ein rheinischer Weberjunge erzählt. 16: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05:Der psychische Faktor in der Krankenpflege", Vortrag von Professor Dr. Dr. Erich Stern, Mainz. 18.35: Richard Huelsenbeck lieft aus seinem BuchChina frißt Menschen". 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Aus dem Großen Saal des Saalbaues Frankfurt a. M.: 3. Montagskonzert des Frank­furter Orchestervereins. 21.15: Das göttliche Abenteuer. Hörspiel von Falke-Leonhardt. 22.30: Tanzunterricht. 23: Tanzmusik. 0.30 bis 1.30: Nachtkonzert. Stille Stunde.

Dienstag, 4. November.

7.30 bis 8.30 Ahr: Frühkonzert des Rundfunk­quintetts. 12.20: Schallplattenkonzert: Ioh. Seb. Bach. 15: Hausfrauen-Nachmittag. 16: Rachmit­tagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05:Ras­sau und Südwestdeutschland", Vortrag von Lan­deshauptmann Lutsch (Wiesbaden). 18.35:Ein­drücke aus Neuseeland", Vortrag von Kapitän L. von Arnauld de la Periöre (Berlin). 19.05: (Mannheim): «Die neuzeitliche Ausbildung des praktischen Landwirts", Vortrag von Londes- ökonomierat Sack. 19.30: Zeitbericht: Sowjet-Par­

teikongreß in Moskau. 20. Operetten-Konzert des Rundfunkorchesters. 21.30: Vortragsstunde von Hermine Körner. 23: (Don Budapest): Zigeuner­musik.

Mittwoch, 5. November.

7.30 bis 8.30 Ahr: (Von Gießen): Militärkonzert des Musikkorps des I. Hess. Grenadier-Bataillons 15. Inf.-Regts. Gießen. 10.20 bis 10.50: Schulfunk Gegenwartsstunde:Wie ein Gesetz zustande kommt", Vortrag von Stadtrat a. D. A. Iaspert, M d. L. 12.20: Schallplattenkonzert: Opern-Kon- zert. 15: Stunde der Iugend. 16: Nachmittagskon­zert. 18.05:Der Eestaltwandel des Orients", Vor­trag von Dr. Hans Kohn. 18.35: Esperanto-An- terricht. 19.05:Die rheinische Dichtertagung", Vortrag von Eduard Ernst. 19.30: Duette. 20: Gastspiel Ludwig Wüttner. 21.15: Die Stimme und ihre Deutung; ein Experiment von Alfred Auer­bach. 21.45: Die Instrumente des Orchesters; 10. Vortrag von Hans Rosbaud.

Donnerstag, 6. November.

7.30 bis 8.30 Ahr: Frühkonzert auf Schall­platten. 12.20: Schallplattenkonzert. 15: Stunde der Iugend. 16: Nachmittagskonzert des Rund­funkorchesters. 18.05: Zeitfragen. 18.30: Eine Viertelstunde Deutsche Reichspost.Die Vor­teile des Paketversandes", Vortrag von Ober­postinspektor Noll. 18.45: Eine Viertelstunde Deutsch. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Konzert des Rundfunkorchesters. Iosef Lanner (18011843). 21.00: Robert-Koppel-

Abend. 22: I. Studienkonzert. Zeitgenössische Mu­sik. 23.15 bis 0.30: Saarbrücken: Tanzmusik.

Freitag, 7. November.

7.30 bis 8.30: Frühkonzert des Aundfunkquin- tetts. 12.20: Schallplattenkonzert: Für jeden et­was. 15:Musik und Turnen im Kindergarten", Vortrag von Mathilde Rathmacher. 15.25:Er­ziehung zur Gesundheit in Schule und Eltern­haus" Vortrag von Stadtmedizinalrat $>r. Ha­gen. 16: Rachmittagskonzert des Rundfunkorche­sters. 18.05: Buch und Film. 18.35:Briese, die ihn erreichten." Etwas über Rechtsverhältnisse bei Postsendungen. Vortrag von Amtsgerichtsrat Dr. Wolff-Williger. 19.05:Aufgaben der Be­rufsschule", Pädagogischer Vortrag. 19.30: Gi­tarrenkonzert von Luise Walker, Wien. 20: Anek­doten, vorgelesen von Martin Lang. 20.15: Io- lanthe. Lyrische Oper in einem Aufzuge. 21.30: Lottchen besucht einen tragischen Film. Szene nach

einer Kurzgeschichte, von Kurt Tucholsky. 22.30 bis 24: Anterhaltungsmusik.

Samstag, 8. November.

7.30 bis 8.30: 'Frühkonzert auf Dchallplatten. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: Englisch. 12.20: Schall­plattenkonzert: Wunschkonzert. 14.30: Stunde der Iugend. 16: Militär-Konzert des Musikkorps des 1. Gren.-Btl. des 13. (Württ.) Infanterie- Regiments. 17: Tanz-Tee. 18.05:Der Himmel im Rovember und Dezember. Das erweiterte Milchstraßensystem und die Weltinsel", Vortrag von Professor Edmund Sittig. 18.35: Stunde der Arbeit:Die neuen Bestimmungen der Krisen- fürsorge", Dorttag von Hugo Dornheim. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30 (aus Mann­heim): Kammermusik. 20.15: Wie bleibe ich arm und glücklich? Hörspiel von Ossip Dymow. 21.30: Bunte Stunde. 22.45 bis 24: Tanzmusik auf Schallplatten.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Provinzialstrahe oder besserer Feldweg?

Diese öffentliche Anfrage an die Prooinualstraßen- bauverwaltung und an das Städtische Tiefbauamt Gießen erscheint mir dringend notwendig. Wer bei der Dunkelheit den Leihgesterner Weg ver­läßt, merkt am Aulweg sofort, daß er sich jetzt auf einer Provinzialstraße befindet aber, wohl­gemerkt einer sogenannten O-Straße. Ach- tung!Hosen hochkrempeln!" Man patscht von einer Wasserpfütze in die andere.Schlaglöcher" werden diese unliebsamen Erscheinungen von den Kraft­fahrern genannt. Daß nicht schon Unglücksfälle bei Radlern ober Motorradfahrern infolge dieses Stra­ßenzustandes vorgekommen find, muß eigentlich ver­wundern.Rechts fahren!" ist Vorschrift für Fahr- zeuge. Für Kraftfahrzeuge ist das auf dieser Straße" beim besten Willen nicht möglich. Das können alle bezeugen, die diese Strecke bis zur Bergfchenke fahren. Soweit mir bekannt ist, hat die Stadt Gießen die Unterhaltung dieser gerade sehr schlechten Straßenstrecke. Richt viel rosiger sieht die Straße aber weiter nach Leihgestern zu aus. Wenn ich recht unterrichtet bin, wurde diese Straße 1906 zum letztenmal gewalzt. In der Nähe der Berg- schenke lugen die Grundbausteine teilweise 5 cm aus dem Untergrund hervor. Die im Bergwerkswald vor Jahren tief gegangenen, Senkungen bedürften doch nun endlich auch einer gründlichen Befestigung. Warum wird eigentlich gerade diese Straße in der Umgebung Gießens so stiefmütterlich behandelt, während alle anderen nach den Vororten Gießens führenden Straßen in gutem Zustande sind? Ich rate den maßgebenden Stellen, bei dem jetzigen schlechten Wetter die angegebene Straße einmal zu besichtigen, und sie werden die als Ueberschrift ge­wählte Anfrage begreifen können. Hoffentlich findet diese Anfrage ihre Beantwortung durch baldige Ver­besserung dieser Zustände.

Einer, der i m Sinne vieler schreibt. (Ein Stoßseufzer aus Großen-Linden.

Großen-Linden, 31. Oktober. Die hiesige Frohnhofstraße, ihrem Aussehen nach der schlechteste Weg in der Gemarkung, gleicht zur Zeit wirklich einem Jammerbild. Wer vom Stein- weg ober von der Frankfurter Straße kommend in dieses Gäßchen gerät, muß sich im Augenblick nach Polen versetzt fühlen. Jetzt hat man auch einen Fuß­steig errichtet; wer allerdings zu diesem Plane den Entwurf gemacht hat, muß erst vormachen, wie er, ohne verdreckt zu werden, auf diese Schlackenmijchung kommen kann. Hier befinden sich Anlieger, die noch keine Rinne haben diese können ohne einen nassen Fuß nicht auf die Hauptstraße gelangen. Diesem Zu­stand will man jetzt abhelfen, indem man die Gosse um zirka 20 Meter verlängert; damit ist aber nur einem Anlieger gedient, und die anderen zahlen scheinbar keine Steuern. Daß die Gemeinde wenig Geld hat. wissen wir zu gut, aber daß die Straße in diesem Zustand bleiben kann, ist ein Unding. Wenn uns die Gemeinde von unseren Steuerverpflichtungen befreien will, braucht sie sich um nichts mehr zu kümmern.

Mehrere Anwohner.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

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L?ie Lmahmng^ wissmschasi-lehrt:

-ZwelKOn Milchkathreiner'1' find nahrhafter als Ihn Eier /

ZDaher sagt mau mit i&M: tvct Milchkathreiner trinkt,der-ißt?

tjW AMmus: halb DAär. halb recht starker Kathreiner «md jcfct von unseren Ärzten tnd empfohlen/